Archive for Januar 2015

Delta II startete Bodenfeuchte-Satellit SMAP

31. Januar 2015

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Die „eigentlich“ mit dem Start von NPP Suomi 2011 in den Ruhestand geschickte Delta II ist wieder da! Heute startete sie von der Vandenberg Air Force Base mit dem NASA-Satelliten Soil Moisture Active Passive SMAP, der mit einer Riesenantenne, die sowohl als Radaranlage wie Radiometer dient, die Bodenfeuchte des gesamten Planeten erfassen soll. Dabei lieferte eine Kamera auf der Delta-Oberstufe Live-Bilder vom Aussetzen des Satelliten und der Entfaltung seiner Solarzellen (oben; Zeit von unten): weitere NASA-Fotos, Screencaps und andere Fotos hier, hier, hier, hier und hier, Videoclips von Start und Aussetzen, ein NASA-Blog zur Mission, ein ULA und ein NASA Release, JPL Releases hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Infos zu drei Mini-Satelliten, die die Delta auch noch trug, hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links [NACHTRÄGE: NASA EO Blog, das Video der Delta-Kamera und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier]

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Die jüngste Bohrung des Marsrovers Curiosity in besonders feinkörniges Material hat die fünfte Bodenprobe der Mission geliefert. Auch Argumente gegen biogene Sedimente auf Curiosity-Bildern, Opportunity nunmehr 11 (!) Jahre auf dem Mars unterwegs (mehr, mehr und mehr), Mars-Express-Bilder von Nili Fossae, MRO-Bildern von Veränderungen auf dem Mars (mehr), Indizien für Klimazyklen in Gully-Bildern, eine Hypothese zur Dichotomie des Mars – und Erkenntnisse über die Mars-Kruste aus einem Meteoriten.

Der Venus Express hat sich wohl für immer verabschiedet

Jedenfalls wurde zum letzten Mal am 19. Januar ein Funksignal empfangen – kurz danach dürfte der ESA-Orbiter verglüht sein. Auch russische Visionen neuer Venus-Landungen, die Verzögerung des Crashs vom MESSENGER, wie Titan im Sonnenwind reagiert (alt.), der 213. Saturn-Umlauf Cassinis und die Erwartungen an die Pluto-Atmosphäre von New Horizons. Plus Erkenntnisse über Sonneneruptionen von SOHO und Hinode, das hundertmillionste Sonnenbild des SDO, der 40’000. Orbit von Agile, galaktische Anatomie mit Fermi, die gemeinsamen Pläne der ESA und Chinas für eine Mission, die aktuelle chinesische Mond-Mission – und eine Vorab-Ausschüttung des Google Lunar X Prize, die zwar Fragen aufwirft (mehr) aber immerhein einen Geldregen für den deutschen Bewerber gebracht hat.

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Hier startet die 200. Atlas-Centaur den Satelliten MUOS-3, den militärischen Nachrichtensatelliten Mobile User Objective System (mehr Links). Auch kalte Füße des Kunden der ersten Full-Throttle-Falcon 9, die Startpläne eines Sonnensegel-Demonstrators auf einer Atlas V im Mai, ein detailliertes Paper über die misslungene Rettung von ISEE-3, amerikanische Space Situational Awareness für Deutschland, wohl noch zwei Iridiums von Raumschrott getroffen, ein neuartiger Startracker für den Tages-Einsatz, eine große Google-Investition in Space X (mehr, mehr und mehr Links), die Ozean-Landung der ersten Dragonauten, warum Russland die ISS aufgeben will und das ATV ihre Bahn absenkte, die ISS-Experimente CATS und SPHERES-Slosh – und wohin die bemannte Raumfahrt für die ESA und die NASA jenseits des LEO gehen mag.

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Weitere größere Artikel (mit ganz viel Aurora)

31. Januar 2015

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Senja (Tag 2, Teil 3): viele Stunden Aurora vom allerfeinsten in der Nacht 21./22. Januar – Aufnahmen nur von diesem Blogger während einer Kurz-reise nach Senja (Norwegen).

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Wenn hinter dem Polarkreis der Himmel brennt: Best-Of der gesamten Senja-Expedition von mehreren Fotografen, hier Bernd Flach-Wilken. Weitere Echtzeit-Videos auch hier und hier (mit blasendem Wal im grünen Meer). [NACHTRÄGE: mehr Videos aus Senja und – zeitgerafft und teilweise parallel – von einem Hurtigruten-Trip vor Norwegen und aus Finnland.]

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Senja (Tag 3, Teil 3): … schon wieder Polarlicht – und am Schluss das beste überhaupt. Wiederum Aufnahmen nur von diesem Blogger.

Mit 4 mag.: Komet Lovejoy trotzt dem Mondschein! Auch später Prächtiger Lovejoy … nach Mitternacht und schließlich Nach 18 Stunden: schon wieder Lovejoy … – die besten Einzelaufnahmen des Bloggers mit stehender Kamera im Januar in Deutschland.

Spritztour nach Senja (Tag 2, Teil 1): Himmlischer Auftakt mit einem Lovejoy auf 69° Nord. Später Senja (Tag 3, Teil 2): Himmlisch ohne Polarlicht aber mit schmaler Mondsichel und mehr Lovejoy und Senja (Tag 4): Mond auf flacher Bahn mit noch mehr Lovejoy.

Na geht doch: Komet Lovejoy aus dem Mondschein gefischt -> Lovejoy bei Vollmond -> Ein Lovejoy aus dem Ruhrgebiet -> Lovejoy am … Morgen! -> Und ein Abend-Lovejoy -> Bahnhofs-Astronomie: Merkur und Lovejoy (mit Autobahn-Zugabe) -> Und noch ein schwer urbaner Lovejoy: Komplett-Protokoll der deutschen Januar-Beobachtungen dieses Bloggers.

Die Rückkehr der “Bundesbiene” nach Bonn – ein historischer Moment der Raumfahrt-Geschichte … Auch Dreharbeiten in der Bundeskunsthalle u.a. mit Bardenhagen an diesem Tag und früher eine Kuratoren-Führung für einen Gewinner …

Heute vor 10 Jahren: Huygens landet auf Titan: viele Erinnerungen, auch reichlich merkwürdige.

Für “Coherence” bis nach Krefeld: eine Perle des SF-Kinos. Und Hawking-Biopics im Vergleich – 2004 vs. 2014.

Crowdfunding für den is-Relaunch im Endspurt

31. Januar 2015

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Über 77’000 Euro hat die außergewöhnliche Kampagne zum Neustart von interstellarum bereits gewinnen können, aber es müssen mindestens 100’000 Euro werden – in genau 14 Tagen, die nun noch verbleiben! Mitmachen und ein Signal in die astropulizistische Landschaft senden, ist ganz einfach – und es gibt ein neues Angebot für Astrovereine, Planetarien etc. Noch viel mehr Updates – und Antworten auf viele gestellte Fragen – gibt es im Kampagnen-Blog: Schauen Sie rein und machen Sie mit!

Allgemeines Live-Blog vom 26. – 30. Januar 2014

26. Januar 2015

30. Januar

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Irgendwo hier muss Philae auf dem Kometen gelandet sein, besagen die Daten des CONSERT-Experiments, doch auch diese OSIRIS-Aufnahme vom 13. Dezember aus 20 km Höhe zeigt ihn nicht: Man wird nicht mehr weiter mit der Kamera suchen aber natürlich auf ein Wiedererwachen – mutmaßlich im Mai – lauschen, um das wissenschaftliche Programm wieder auf zu nehmen. Auch eine PM des DLR und Artikel hier und hier sowie aktuelle NavCam-Aufnahmen vom 21., 18., 16. und 12. Januar – es gibt auch ein paar Papers mit Orbiter-Science, aber da kommende Woche eine Rosetta-Tagung in Bad Honnef ansteht, folgt eine Gesamtdarstellung erst danach. Aus der Welt der kleinen Körper noch der (erfreuliche) Status von Hayabusa 2 und Dawn – und der Start von SMAP steht nach Verschiebungen wegen zuviel Wind und Raketenproblemen (mehr und mehr Links) nun für morgen 15:20 MEZ auf dem Programm. [23:55 MEZ – Ende]

Mon Dieu! BICEP2 und Planck sehen keine G-Wellen mehr

Noch gibt es kein richtiges Paper (das dem Vernehmen nach Montagnacht kommen soll), nur eine Zusammenfassung auf Französisch – aber das Ergebnis ist eindeutig: Die gemeinsame Analyse der Messungen der Kosmischen Hintergrundstrahlung von BICEP2 und dem Planck-Satelliten zeigt kein signifikantes Signal primordialer Gravitationswellen mehr, das höchstens noch halb so stark sein kann wie von BICEP 2 einst behauptet. Denn was dieses Experiment in der Antarktis gemessen hat, war – wie schon bald geargwöhnt wurde – in viel stärkerem Maße durch Staub in der Milchstraße produziert als seine Betreiber geglaubt hatten: zur vorangegangenen BICEP-Debatte auch Papers hier, hier und hier, ein Press Release und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Und zu anderen neueren Planck-Analysen allerlei Slides von einer Tagung und Artikel hier, hier, hier und hier. [3:25 MEZ] Das französische Statement ist verschwunden aber z.B. hier archiviert – und es wussten eh alle Bescheid. [17:35 MEZ] So, ein langer ESA Release macht den Deckel zu – „a joint analysis of data from ESA’s Planck satellite and the ground-based BICEP2 and Keck Array experiments has found no conclusive evidence of primordial gravitational waves.“ Das Ende der Inflations-Hypothese ist das natürlich nicht, halt nur ein noch nicht geglückter Nachweis eines subtilen Effekts. [18:15 MEZ] Auch ein CNRS Release lässt keinen Zweifel am Ausgang der Story – bloß beim BICEP-Betreiber ringt man wohl noch um Worte … [18:45 MEZ] Weitere Nachrufe hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:45 MEZ. NACHTRÄGE: das gemeinsame Paper von Planck & BICEP2 ist schon da! Und JPL, NSF und CSA Releases und weitere Nachgedanken hier, hier, hier, hier, hier und hier]


29. Januar

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Dreimal was mit Sternentstehung, auf jetzt veröffentlichten Bildern: oben eine VLT-Aufnahme der kometaren Globule CG4, wo äußerer Druck die Sternbildung fördert, in der Mitte im Zentrum einer Falschfarben-Aufnahme des Spitzer Space Telescope mehrere „Yellowballs“, von denen Citizen Scientists des Milky Way Project rund 900 entdeckten – Press Releases hier, hier und hier – und die als kompakte Sternentstehungsgebiete in einer frühen Phase identifiziert wurden, und die Galaxie NGC 7714 auf einem HST-Bild, bei der die Wechselwirkung mit NGC 7715 die Sternbildung befördert. Auch ein neues Bild von Hanny’s Voorwerp, das einst auch eine Citizen-Science-Entdeckung war – und wie LOFAR die Galaxie M 82 bei langen Wellen sieht. [23:55 MEZ]

Helligkeitssprung von Komet Holmes – um 4 Größenklassen

Kein Vergleich zu dem Mega-Ausbruch von 2007 aber doch der größte plötzliche Helligkeitsanstieg des Kometen 17P/Holmes seit damals: Eben noch (im R-Band) 18 mag. schwach und völlig ruhig, lag er am 26. Januar bei 14 mag.R – und die Koma expandiert asymmetrisch. Erste Bilder hat’s hier und hier. [1:20 MEZ] Der aktuelle Ausbruch ist wohl nicht weiter gegangen: eine Foto-Sammlung. [16:55 MEZ] Visuell hat Holmes heute 13. Größe; auch mehr Bilder von gestern hier, hier und hier. [20:40 MEZ]


28. Januar

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Die orbitale „Bundesbiene ist nach Bonn zurückgekehrt, womit der ISS-Besuch Alexanders Gersts erst heute sein ‚wahres‘ Ende gefunden hat: Stellvertretend lieferte sein astronautischer Vorgänger Reinhold Ewald (r.) das gewesene Insekt (vorne) heute in der Bonner Bundeskunsthalle ab (l.: der Intendant), auf deren Dach es einmal gehaust hatte. Gerst nahm die verblichene Biene zur ISS mit, konnte sie danach aber nicht selbst abliefern, weil sie nach der Landung in Kasachstan zunächst nach Houston entwichen war. Auf den letzten Metern vom Europäischen Astronauten-Zentrum in Köln nach Bonn blieb die Biene auch noch in einem Stau auf der Autobahn stecken, aber nun ist sie Teil der Ausstellung „Outer Space“, die just gestern ihren 100’000. Besucher begrüßte und noch bis zum 22. Februar läuft: noch mehr Bilder vom Tag. [21:55 MEZ]


27. Januar

Dawn sieht Zwergplanet Ceres jetzt schärfer als Hubble

Ab jetzt wird eine neue Welt erforscht: Auf Navigationsaufnahmen von vorgestern aus 237’000 km Entfernung ist der Zwergplanet nun 43 Pixel groß und damit um 30% schärfer als was Hubble im Erdorbit erreichen konnte. Was die noch vagen Features bedeuten, sollte ab März wesentlich klarer werden, insbesondere was es mit dem nun abermals erkennbaren hellen weißen Fleck auf sich hat: weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und Hinweise auf Wasser auf Vesta in Dawns früheren Daten. [16:35 MEZ] Eine PM des MPS und weitere Artikel zu Ceres hier, hier und hier. [23:55 MEZ. NACHTRÄGE: und hier, hier und hier sowie ein PSRD zur wässrigen Vesta, nunmehr kosmochemisch begründet]

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Eine ’neue‘ Blitz-Aufnahme aus der ISS, die zwar schon von 2012 stammt aber erst heute samt zugehörigem Video verbreitet wurde. Auch Zuversicht bei der NASA, dass Boeing & SpaceX ab 2017 Astronauten zur ISS bringen werden (mehr, mehr und mehr), vage Pläne für wieder einen Deutschen auf der ISS – und in der State of the Union Address hat Obama doch tatsächlich den Test der Orion erwähnt und die kommende 1-Jahres-Mission zur ISS (mehr und mehr): Raumfahrt kommt in SotUs nur äußerst selten einmal vor, wie dieser Blogger jeweils durch Volltextsuchen festgestellt hat … [16:25 MEZ]

Hier rotiert Asteroid 2004 BL86 und kreist sein Mond

auf einer Serie von 20 Radar-„Bildern“ des Goldstone-Teleskops mit 4 Metern pro Pixel von gestern: Der Hauptkörper ist 325, der Mond 70 Meter groß. [0:15 MEZ] Obiges Video nochmal (wobei noch einmal betont wird. dass der Mond nicht vom Radar entdeckt wurde), Animationen von Amateuraufnahmen hier, hier, hier, hier und hier, ein visueller Bericht, Aufzeichnungen von Webcasts hier, hier und hier und Artikel hier, hier und hier. [14:35 MEZ. NACHTRÄGE: weitere professionelle optische und Radar-Beobachtungen, Animationen & Aufnahmen hier (mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier und hier]


26. Januar

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Vier Raketen starteten heute zur Mesosphären-Forschung der NASA in Alaska, hier in einem Komposit-Bild und hier in Einzel-Bildern: sie gehörten zum Mesosphere-Lower Thermosphere Turbulence Experiment (M-TeX) und Mesospheric Inversion-layer Stratified Turbulence (MIST). Alle Nutzlasten scheinen funktioniert zu haben: Freigesetztes Trimethyl-ALuminium wurde am Boden beobachtet. [20:05 MEZ] Mehr Bilder und ein Artikel. [23:10 MEZ]

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In drei Stunden ist NEA 2004 BL86 der Erde am nächsten

Dann wird der Asteroid Nr. 357439 – wie der rund 500 m große Brocken inzwischen permanent katalogisiert ist – um 17:19 MEZ in 1.20 Mio. km Abstand am Erdzentrum vorbei huschen. Da ist er für Deutschland allerdings noch nicht aufgegangen: Ca. 10° hoch steht er in der Hydra um 19:55, 20° hoch um 20:50, 30° hoch um 21:55 und 40° hoch um 23:10 MEZ. Im Krebs kulminiert der Asteroid schließlich rund 47° hoch um 1:20 MEZ, 1.28 Mio. km von Europa entfernt: Dann sollte die Helligkeit auf 9.3 mag. gestiegen sein, und der zu 47% beleuchtete Mond ist gerade untergegangen. Damit beginnt nun die beste Sicht auf 2004 BL86, der erst gegen 3:30 MEZ wieder unter 40° Höhe sinkt, nunmehr 9.1 mag. hell. Und die größte Helligkeit von 9.0 mag. wird gegen 5:30 MEZ in 26° Höhe erreicht, mit dem Asteroiden immer noch im Krebs: jede Menge Artikel zur nicht besonders nahen Visite, z.T. mit Aufsuchkarten, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [14:20 MEZ] Eine visuelle Sichtung des Asteroiden gerade in Australien. [15:55 MEZ] Noch eine Animation am Himmel. [16:55 MEZ] Und ein Artikel mit beklopptem Storify … [17:15 MEZ] Erste Radar-Beobachtungen zeigen, dass der Asteroid einen Mond hat, was aber nichts Besonderes ist, während zuvor die optische Lichtkurve auf einen eher runden Körper mit 2.6 Stunden Rotationsperiode und ebenfalls den Mond hingewiesen hatte. Bald kann er am Himmel Europas beobachtet werden. [19:25 MEZ. NACHTRAG: ein Radar-Filmchen des rotierenden Asteroiden samt seinem Mond]

Das beste Polarlicht, das dieser Blogger je sah

23. Januar 2015

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Eine kurze aber um so intensivere Reise auf die nordnorwegische Insel Senja hatte bereits zu einer ergiebigen Walsafari, einem visuell wie fotografisch spektakulären Polarlicht von vielen Stunden Dauer und gleich noch einem Wal-Erfolg geführt – aber fünf Minuten am heutigen Morgen zwischen ca. 2:25 und 2:30 MEZ toppten all dies noch einmal. Die Polarlichter in der Nacht nach der großen Show waren zunächst verhalten geblieben, aber um 2 Uhr Morgens zeigte sich beim letzten Kontrollgang auf die Mole von Hamn i Senja ein zwar lichtschwaches aber recht dynamisches Bild: gerade eben genug Motivation, um doch wieder die Kamera zu holen. Und dann passierte es: Vom NNW-Horizont aus wuchs mit hoher Geschwindigkeit am ansonsten weitgehend leeren Himmel ein extrem helles Gebikde in die Höhe, das sich bald über den Zenit hinaus ausbreitete und mit einem Blick gar nicnt mehr erfasst werden konnte. Zugleich war es voller filigranem Detail, etwa auf der rechten (Nord-)Seite einem wallenden Vorhang wie aus dem Lehrbuch. Fotos zeigen trotz kurzer Belichtung ein ganz anderes Bild als was das Auge sieht: viel mehr Farbe aber die rasante Bewegung nur als Unschärfe, und auch das Bildfeld (mit 25 mm KB-Äquivalent-Brennweite) reicht hier nicht annähernd. Aber als Souvenirs der unvergesslichen fünf Minuten – dann verblasste und zerfiel das Polarlicht wieder – sind sie viel wert. Und unten noch der Stackplot der Norwegian Line mit x-Achsen-Ticks im Stundentakt bis 3:00 UTC heute: Der Beginn der bombasischen Show fiel mit einer außerordentich heftigen Schwankung des Erdmagnetfelds in der Region zusammen, die Flanken der Messwerte (ganz rechts bei ~1:30 UTC) verlaufen fast senkrecht! NACHTRAG: eins der Bilder in größer.

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Allgemeines Live-Blog vom 17. – 19. Januar 2015

17. Januar 2015

19. Januar

Hier rotiert der Zwergplanet Ceres auf Dawn-Aufnahmen vom 13. Januar aus 383’000 km Entfernung: Noch wird Hubble nicht ‚geschlagen‘ (das passiert erst Ende des Monats), aber allerlei Oberflächendetail zeichnet sich schon ab – auch wenn es jetzt nur um Navigation geht. Auch eine Art Verarbeitung eines Einzelbildes sowie ein Rosetta-Paper, allerdings nur zur irdischen Eichung eines Instruments, ein NavCam-Mosaik vom 12.1. und die üblichen Fragen … [18:50 MEZ] Eine HST-Karte von Ceres mit Orientierung der Dawn-Ansicht und ein direkter Vergleich. [21:40 MEZ] Weitere Ceres-Artikel hier, hier, hier, hier und hier sowie die beginnenden Beobachtungen am anderen Zwergplaneten, ein überraschender Artikel über Proba 3 mit der künstlichen SoFi, eine weitere Verschiebung des DSCOVR-Starts auf einer Falcon, die Startvorbereitungen für das IXV – und bei der Orion müssen die Airbags modifiziert werden. [23:20 MEZ – Ende]

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Lovejoys letzte Woche vor der Rückkehr des Mondes läuft

Und der ganz langsam verblassende Komet – hier gestern von Martin Mobberley aufgenommen – bietet weiter einen schwachen aber seeehr langen Schweif von bis zu 27 Grad Länge: Bilder von heute (mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (hier, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und hier), dem 16. Januar (mehr, mehr, mehr,mehr, mehr und mehr), dem 15. Januar (mehr), 14. Januar (mehr), 13. Januar (mehr, mehr und mehr), 12. Januar (mehr und mehr) und 11. Januar, Spektren von vorgestern (dito) und vom 14.1., Koma-Strukturen vom 16. Januar, Animationen vom 16.1., 15.1. (mehr), 14.1. und 10.1., das Disconnection Event vom 8.1., überraschende Airglow-Probleme und Artikel hier, hier und hier. Auch der ausgebrochene Finlay gestern (mehr, mehr und mehr), was den Main-Belt Comet 313P/Gibbs antreibt – und die Eröffnung des International Year of Light läuft gerade: Hier gibt’s Links zu Live-Streams heute und morgen. [11:25 MEZ]


18. Januar

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Ein Blitz beleuchtet das Auge des Taifuns Bansi auf einer ungewöhnlichen Nachtaufnahme von der ISS – auch das kürzliche Ende des iranischen Raumfahrtprogramms, das nach anfänglichen Erfolgen dahin plätscherte. [23:45 MEZ. NACHTRÄGE: Hier und hier mehr Kontext zu der Blitz-Aufnahme]

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Neuer Typus großer sehr lichtschwacher Galaxien entdeckt

Ausgerechnet mit einem exotischsten optischen Teleskppe, dem Dragonfly Telephoto Array aus damals acht Teleobjektiven (siehe ISAN 206-6; auch eine Cache-Version), ist im Coma-Haufen eine bislang unbekannte Sorte Galaxien entdeckt worden: UDGs, „ultra-diffuse Galaxien“ – die kein Modell der Galaxienbildung vorausgesagt hat. Die UDGs sind rot, rund und etwa so groß wie die Milchstraße, manche sogar größer, aber gleichzeitig ist ihre Flächenhelligkeit außerordentlich gering – quasi Riesen-Zwerggalaxien, viel dunkler noch als die schon eine Weile bekannten LSBs (low surface brightness galaxies): Oben ist jetzt eins der 47 in Coma gefundenen Exemplare anderen bekannten Galaxien im gleichen Maßstab gegenüber gestellt worden. Wie die UDGs enstanden sind, ist noch völlig unklar, vielleicht büßten sie schon sehr früh fast alles Gas ein (wozu passen würde, dass sie v.a. nahe des Haufen-Zentrums sitzen). Dann müssten sie einen gewaltigen Anteil an Dunkler Materie haben. [23:35 MEZ]

Hier verglüht die 2. Stufe der letzten Falcon 9 über Russland, auch wenn der Videograf das viel beachtete Ereignis für einen Метеорит hielt; danach blieb eine kurios geformte Wolke am Himmel zurück, die auch dieses Handy-Video zeigt. Auch eine aktuelle handgemalte Jupiter-Karte, Venus & Merkur gestern Abend – und der Komet 15P/Finlay erlebt einen Ausbruch, den z.B. diese Bilder von heute (mehr) und gestern (mehr und mehr) zeigen: Bis auf 7. Größe ist er angestiegen. [17:05 MEZ. NACHTRAG: eine detaillierte Analyse des Falcon-Reentry]


17. Januar

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Lovejoy verblasst leicht – Schweif bleibt komplex und lang

Zwar lässt die Flächenhelligkeit des Plasmaschweifs zu wünschen übrig, doch auf tiefen Aufnahmen – oben vom 16.1. von Martin Mobberley, vom 15.1. von Michael Jäger (4×360 blue, Apo 80/400 field 5×3°) und vom 14.1. von Gerald Rhemann – erreicht er eine enorme Länge und/oder Detailfülle: Bilder vom 17. Januar (mehr und mehr), 16. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 16. vs. 15. Januar, 15. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 14. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und hier), 13. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und hier), 13. vs. 12. Januar, 12. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 11. Januar (mehr, mehr, mehr und mehr). Auch eine Serie des Plasma-Blobs vom 8. Januar, eine Larson-Sekanina-Verarbeitung der Koma vom 10. Januar, ein Bild aus einem Flugzeug, ein verrücktes Komposit, ein Bild mit einem iPhone hinter einem 8-Zöller, Animationen über 5 Stunden, 4 Stunden und 30 Minuten und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Sowie Kometen-Beobachtung mit Spitzer dieses Jahr, Spekulationen über Planeten weit draußen (Artikel hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und v.a. hier]), Venus & Merkur am 14. Januar – und ein heller NEA-Besuch am 26./27. Januar, der mit 9. Größe gut zu sehen sein und auch mit Radar beobachtet werden soll: Artikel hier, hier und hier. [4:15 MEZ]

The dark nebula LDN 483

Lynds Dark Nebula 483 auf einem Bild des MPG/ESO-2.2-m-Teleskops auf La Silla: tief drin gibt’s unsichtbar eiskalte Protosterne. Derweil gab es auf dem Paranal First Light für die Next-Generation Transit Survey aus zwölf 20-cm-Teleskopen für die Jagd auf erdgroße Exoplaneten, für das E-ELT werden schon Teile bestellt, für das LSST sind der Hauptspiegel fertig und die Kamera bezahlt, für ein First Light 2022, das Weiße Haus feiert Bürgerforschung, voran die astronomische, Fiat Physica will Astro-Forschung crowdfunden – und die große Alpha-Com-Kampagne wurde abrupt abgebrochen, als sich herausstellte, dass es zu gar keiner Sternfinsternis kommen wird … [2:40 MEZ]

So „landete“ die Falcon auf dem Drohnen-Boot

16. Januar 2015

 

Während Start und Flug des Dragon völlig problemlos gelangen, kam es beim Landeversuch der Falcon-9-Unterstufe zu einer „rapid unscheduled disassembly“, wie sich Elon Musk in einer Tweet-Serie von Standbildern dieses dramatischen Videoclips (alle vier) ausdrückt. Weil die Hydraulik-Flüssigkeit – beim nächsten Mal nimmt man mehr mit – ausgegangen war, traf die Stufe die schwimmende Plattform in einem 45°-Winkel und zerschellte: Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und mehr Links] – und noch dieses Jahr soll die erste Falcon Heavy fliegen.

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Jets aus dem Kern von Komet C-G letzten November auf einer OSIRIS-Weitwinkel-Aufnahme (bis zum Perihel sollte der Komet noch 100-mal aktiver werden) und ein NavCam-Mosaik vom 10. Januar im Ausschnitt und komplett. Und siehe da: Der – scheidende – ESA-Generaldirektor ist auch frustriert über das Fehlen von OSIRIS-Bildern in der Öffentlichkeit! Derweil meldet sich der Venus Express immer noch aus dem Orbit, in dem er sich aber nur noch wenige Tage halten dürfte – und auf dem Mars gibt es neue Bohr-Tätigkeit von Curiosity und den Gipfelsturm von Opportunity.

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So sieht HiRISE Beagle 2: weich auf dem Mars gelandet

Die Briten wissen nicht, ob sie sich freuen oder trauern sollen: Einerseits hat die HiRISE-Kamera des Mars Reconnaissance Orbiter nahezu sicher den kleinen Lander Beagle 2 aufgespürt, den der Mars Express mitgenommen hatte, andererseits deutet der Zustand des Landegeräts wie mutmaßlicher anderer Hardware auf einen völlig nominellen Abstieg und womöglich gar den Beginn der Arbeit auf der Oberfläche hin – das macht es um so ärgerlicher, das dann doch etwas fatal daneben ging und sich der Beagle nie gemeldet hat. Gesehen wurde er auf drei Teleaufnahmen wie derjenigen oben, wobei das Pixel-Muster immer ein anderes war: Das wird so interpretiert, dass sich der Lander teilweise geöffnet hat, und in der Sonne jeweils andere Metallteile aufleuchteten. Die möglichen Fehler-Szenarien lassen sich nun deutlich eingrenzen: Press Releases von Univ. of AZ, Leicester Univ., JPL, ESA, UKSA, NASA, Royal Soc. und ESA Science, der Kontext der Landestelle und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier plus mehr Links].

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Das Jahr 2014 war weltweit das wärmste seit dem 19. Jahrhundert, womit sich gemittelt ein linearer Trend seit Jahrzehnten fortsetzt: Zu diesem Ergebnis kommen unabhängig Auswertungen von NOAA und NASA. Der ‚Sieg‘ von 2014 ist statistisch ziemlich klar: Mitteilungen von NOAA und NASA, weitere Versionen der Grafik hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und allmählich wird eine ‚planetare Grenze‘ nach der anderen erreicht.

Kepler „2.0“ fand ein System mit gleich drei Super-Erden

Die wieder belebte Kepler-Mission kommt in Fahrt: Der ersten Planeten-Entdeckung im neuen Modus (Press Releases hier, hier, hier und hier, ein Science@NASA und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier) ist nun die Entdeckung eines Systems mit 3 Supererden von 1.5 bis 2.1 Erddurchmessern gelungen, von denen sich eine in der Habitablen Zone befindet: Press Releases hier, hier und hier und ein Artikel. Auch ein Jahr NEOWISE mit dem wieder aktivierten WISE-Satelliten, XMM-Beobachtungen einer Kollision von Galaxienhaufen mit XMM-Newton an Abell 4067 („a compact bullet penetrates an extended, low density cluster“; eine PM der MPG und ein Artikel), neue Webseiten zu Hubbles 25. Start-Jubiläum, die Integration von GOES-R, schon wieder ein Gerst-Interview – und die ESA will Chinesen auf der ISS haben.

Allgemeines Live-Blog vom 11. – 15. Januar 2015

11. Januar 2015

15. Januar

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Auf dem Kern von Komet C-G kommt es zu Veränderungen

im Laufe eines Monats: vor allem in einer Zone, die die NavCam vor einer Woche (aus 27.5 km Abstand vom Kernzentrum) erneut aufgenommen hatte – kleine Vertiefungen kommen und gehen. Was immer das bedeutet; die ESA kommentiert es nicht. Auch NavCam-Bilder vom 6.1., Artikel hier, hier und hier und ein Kommentar. Plus Chinas neuer Mondorbiter, ein neuer Bohrversuch von Curiosity mit Folgen, die mutmaßliche Entdeckung von Beagle 2 durch HiRISE (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), eine klare russische Ansage zu ExoMars, eine Vorschau auf JUICE am Jupiter, viele Links zum Zehnjährigen der Huygens-Landung auf dem Titan, der Beginn der Fernbeobachtungen Plutos durch New Horizons (mehr und mehr), ein Jahr GAIA im Zielorbit aktiv, die Aufzeichnung einer ‚Townhall‘ auf der AAS-Tagung zum Status des JWST, ein Fehlalarm auf der ISS (früher, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr Links), die Orion-Kapsel hatte eine gute Reise, die ESA zweifelt an der Soyuz und bereitet den Vega-Start vor für das IXV-Vehikel, Höhenforschungsraketen der NASA erforschen den Sonnenwind und versagen manchmal – und SOFIA fliegt wieder für die Astronomie. [23:55 MEZ – Ende]


13. Januar

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Lovejoy at its best: ca. 3.6 mag., Schweif voller Strahlen

Mit einer Helligkeit von 3.6 bis 3.8 mag. ist der Komet Lovejoy – hier eine Aufnahme von Michael Jäger von gestern Abend; Esprit 80/400 Moravian G3-11002 – nicht nur bei dunklem Himmel leicht mit dem bloßen Auge zu sehen: Er erscheint sogar auf All-Sky-Aufnahmen wie dieser vom Siding Spring Observatory. Seit dem großen Disconnection Event vom 8. Januar ist der neu gebildete Plasmaschweif allerdings eher zart, dafür aber voller filligranem Detail: ein paar Animationen der letzten Tage hier, hier, hier, hier und hier, Bilder von heute hier, hier, hier, hier, hier und hier, von gestern hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, von vorgestern hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, vom 10. Januar hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und vom 9. Januar hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie von mehreren Tagen, mit seeehr viel Deep Sky und aus Osnabrück. Auch ein schönes Spektrum und Artikel über Lovejoy, den Mann und den Kometen (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), von der Begegnung Venus & Merkur Bilder vom 12.1., 11.1. und 10.1., ein M-Flare letzte Nacht, Dark Sky als Thema des IYL – und die erste Taufe von Exoplaneten beginnt, während die Taufe der Merkur-Krater endet, am 15.1. [23:45 MEZ]


12. Januar

dra-berth

dra-grab

dra-precap

Der Dragon hängt am Haken der ISS (Zeit von unten; weitere Bilder des Einfangs hier, hier, hier, hier und hier, Updates und ein Artikel), während das ferngesteuerte Schiff zurück ist: Nennenswerten Schaden scheint es bei der Bruchlandung der ersten Stufe tatsächlich nicht genommen zu haben. [13:50 MEZ] Der Dragon ist jetzt angeschraubt und damit fester Bestandteil der ISS für die nächsten Wochen. Und hat endlich neuen Senf nach oben gebracht … [15:35 MEZ] Noch nette Bilder vor und nach der Ankunft und weitere Artikel hier, hier, hier und hier. [23:55 MEZ. NACHTRÄGE: und hier, hier, hier und hier sowie viele Fotos aus der ISS, ein ESA Release und mehr Links. Und Artikel zum Falcon-Test hier, hier, hier und hier – plus ein Orden für Gerst (mehr)]


11. Januar

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Dieser Impaktkrater auf dem Mars ist nur wenige Jahre alt

Denn eine Kamera auf dem MRO sichtete ihn im Juni 2014, aber im Februar 2012 war da noch nichts gewesen – nun hat ihn sich auch die hochauflösende Kamera HiRISE angeschaut. Auch ein Gipfel-Sturm von Opportunity trotz Gedächtnisproblemen (mehr, mehr, mehr, mehr [früher] und mehr), nach Grotzinger ein neuer Projektwissenschaftler für Curiosity, wilde biologische Spekulationen über die Marssedimente, die der Rover sichtete (Artikel hier, hier, hier, hier und hier), die letzten Tage des Venus Express, ein NavCam-Bild vom 3.1., Verarbeitung des Bildes vom 1.1. – und ein trauriger Philae-Cartoon aus Frankreich. [2:00 MEZ]

Zweites Live-Blog zu AAS 225, Lovejoy & SpaceX

8. Januar 2015

10. Januar

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Eta Carinaes Kollision der Winde hält Forscher in Atem

Praktisch alle Spezialisten für den berühmten Luminous Blue Variable Eta Carinae gehen von einem Doppelstern mit elliptischem Orbit aus: Was sonst sollte die exakt 5.54-jährige periodische Wiederkehr dramatischer und immer ähnlicher Veränderungen seines Spektrums erklären, während dazwischen kaum etwas passiert? Die naheliegende Erklärung für dieses Phänomen ist die Wechselwirkung zweier unterschiedlicher Sternwinde, die mit jedem Periastron ihre Eigenschaften ändert. Den interagierenden Winden war – anlässlich der jüngsten engen Begegnung der Sterne 2014 – eine ganze PK der AAS-Tagung gewidmet (auch ein NASA Release und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier): z.B. dieser Messreihe der Linienintensität von Helium II bei 469 nm. Mehrere Amateure in Australien und Neuseeland haben übrigens maßgeblich zu der guten Abdeckung beigetragen, wurde mehrfach betont: Das He II hängt v.a. mit dem Wind des Primärsterns zusammen. Was die drei Peaks verursacht, ist weniger klar, wohl aber dass sich der Sternwind seit dem letzten Periastron 2009 nur wenig verändert hat, wenn man die Kurven übereinander legt. Die Röntgenstrahlung von den kollidierenden Winden (ein früherer Press Release) verändert sich dagegen markant von Periastron zu Periastron, auch wenn das generelle Muster bleibt und die großen Veränderungen exakt periodisch einsetzen: Das deutet auf größere Schwankungen der Windeigenschaften hin. Mit Hubbles STIS wurden auch „Fossilien“ früherer Interaktionen der Winde aus dem Homunculus-Nebel gekitzelt – und am 7. Februar 2020 ist das nächste Periastron. [23:55 MEZ – Ende]

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Dragon perfekt im Orbit – Bruchlandung der Falcon-Stufe auf der schwimmenden Plattform: Das ist das Fazit der Weltraum-Action heute Morgen. Der SpaceX-Chef spricht von einer „harten Landung“, bei der auf dem Drohenschiff aber nur geringer Schaden entstand: Videomaterial des Crashes gibt es nicht, aber man wird die Trümmer nachhause bringen. Das Wichtigste war aber eh der Transport des Dragon zur ISS gewesen, wo er am 12. um 12:12 MEZ ankommen soll: Updates, erste Artikel hier, hier, hier, hier und hier und weitere Visuals hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [11:55 MEZ] SpaceX und NASA Releases, ein Start-Video, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und die plötzliche Absage der üblichen PK nach einem Start wird mit Verwunderung quittiert. [13:05 MEZ] Der Raketenstufe war die Hydraulik-Flüssigkeit ausgegangen – beim nächsten Mal nimmt man mehr mit. Auch Fotos vom Start, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. [23:25 MEZ]

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Abermals wartet die Falcon 9 auf ihren ersten Landetest

nach dem Start des nächsten Dragon zur ISS, der weiterhin für heute 10:47 MEZ vorgesehen ist, mit dem verdächtigen Aktuator ersetzt und 80% Wahrscheinlichkeit für gutes Wetter: Updates und erneute Vorschauen hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch die Untersuchung der Orion, der erste Triebwerkstest für das SLS (das RS-25 ist das modifizierte Shuttle-Hauptriebwerk), wozu die Asteroid Redirect Mission vor allem gut sein soll, wieso man auf der ISS kaum twittern kann – und unbeirrtes Weitermachen mit dem SpaceShipTwo 2015; über die Zerstörung des ersten 2014 hat man seit diesem NTSB Release nichts mehr gehört. [2:45 MEZ]

Weitere Papers, auf Pressekonferenzen der AAS gefeiert

Inzwischen sind die Aufzeichnungen aller 8 PKs während der 225. AAS-Tagung hier frei verfügbar: Wie schon in früheren Jahren waren es selten brandheiße Forschungsergebnisse, die vorgestellt wurden, sondern oft Papers, die schon eine Weile online waren – oder wie im Falle der ersten periodischen optischen Variabilität eines Quasars soeben in Nature erschienen. Das Signal mit 4.0±0.2 Jahren Periode wird – auf nicht genau verstandene Weise – von einem sehr nahen zweiten mutmaßlichen supermassiven Schwarzen Loch verursacht, das in weniger als 1 Mio. oder gar 100’000 Jahren mit dem ersten verschmelzen wird. 247’000 Quasar-Lichtkurven der Catalina Real-time Transient Survey waren analysiert worden („Big Data Science“!), 20-mal gab es periodische Signale, und dies war das beste. Weitere vorgestellte Papers:

  • Ein Pulsar testet die Allgemeine Relativität – indem sein Signal immer schwächer wird! PSR J1906+0746 befindet sich in einem 4.0-Stunden-Orbit um einen Begleiter, und das Schrumpfen des Orbits, die Gravitations-Rotverschiebung und die Wanderung des Periastrons beschreiben das System extrem genau: Der Pulsar hat 1.29, der Begleiter – ebenfalls ein Neutronenstern oder ein Weißer Zwerg – 1.32 Sonnenmassen. Die ART sagt für solch eine Konstellation eine geodätische Präzession von 2.2°/Jahr voraus, die dazu führt, dass die Pulsarstrahlung die Erde immer weniger trifft: Exakt dieser Effekt wird tatsächlich beobachtet, Akte zu.
  • Radioastronomen beobachten Cassini im Saturnorbit mit Very Long Baseline Interferometry zusammen mit fernen Galaxien auf Millibogensekunden genau, so daß die Bahn Saturns im Raum außerordentlich präzise beschrieben werden kann. Der Very Long Baseline Array tut dies nun schon seit Jahren, und nur bei Saturn ist dies dank Cassinis starkem Funkträger zum ersten Mal möglich: Mit Galileo im Jupiterorbit klappte es nicht, weil dessen Hauptantenne nicht aufging und das Signal zu schwach blieb – mit Juno sollte es ab Mitte nächsten Jahres aber gehen. Sinn des Ganzen sind dynamische Untersuchungen am Sonnensystem.
  • Der letzte Beitrag der letzten PK war eine typische Exoten-Überlegung aus dem Hause Nemiroff (der mit dem APOD): Was passiert, wenn ein Lichtstrahl schnell durch den Raum schwenkt und Objekte trifft? Die tollsten Sachen, hat er ausgerechnet: Es kann vorkommen, dass gleichzeitig zwei Trefferpunkte in entgegengesetzten Richtungen über das Target rasen, ein „photonic boom“. Das passiert im Gedankenexperiment, könnte im Prinzip am Mond demonstriert werden – und tritt womöglich in der Astronomie hier und da auf.
Inzwischen gibt es auch einen Tagungsbericht vom vierten Tag sowie einen Tagungs-Press Release zur Andromeda-Galaxie, der mit diesem über ein Jahr alten Paper sowie der auf der Tagung vorgestellten riesigen Durchmusterung von M 31 („7 weitere Press Releases …“) zusammen hängt: Offenbar sind die Sterne in unserer Nachbargalaxie weit mehr in Unordnung als in der Milchstraße und können bis in den Halo gekickt werden. Und auf der Tagung wurde auch bekannt, das der Kepler-Satellit und die fliegende Sternwarte SOFIA finanziell stabil sind. [1:45 MEZ]


9. Januar

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Das war das große Disconnection Event von gestern, hier aufgenommen von Rolando Ligustri um 19:34 UTC: auch eine 7-Stunden-Serie ab 19:00 UTC von Tony Angel, eine Animation von Nick Howes, Artikel hier, hier und hier, Bilder von heute 21:03 (negativ), 18:23, 11:00 (dito), 3:20, 2:18 (und Animation bis 3:18), 2:17 und 2:15 UTC und von gestern um 21:40 (Falschfarben), 21:01, 20:20, 19:37, 18:39, 18:36, 14:16, 13:30, 12:50, 12:00, 11:59, 10:47, 10:30 und 3:36 UTC. Sowie Detailbilder von vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), Bilder mit kleineren Optiken von heute (mehr), gestern (mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern, eine größere Sammlung, ältere imposante Bilder hier, hier, hier und hier, ein verwegen bearbeitetes und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Auch hier und hier mehr zum rumänischen Boliden, ein möglicher frischer Krater in der Antarktis (Diskussion), Venus & Merkur gestern, eine preiswerte Exoplaneten-Suche, eine Schaltsekunde im Juni – und ein wichtiges Update zum Crowdfunding von interstellarum. [23:45 MEZ]

ASAS-SN findet jede 2. helle Supernova – und noch mehr

In der Entdeckungs-Statistik heller = naher Supernovae nimmt die Gemeinschaft aller Amateurastronomen einen ehrenvollen zweiten Platz ein – aber weit an der Spitze, mit der Hälfte aller Entdeckungen, sitzt die All-Sky Automated Survey for Supernovae, die mit derzeit vier 6″-Teleskopen auf Hawaii und 2 in Chile permanent den Himmel abscannt; am Ende sollen es sogar 16 Teleskope an 4 Standorten werden. Bereits mindestens 94 Supernovae sind ASAS-SN ins Netz gegangen aber auch – da der ganze Himmel abgesucht wird und nicht nur einzelne Galaxien – über 250 Kataklysmische Veränderliche (CV) sowie allerlei exotische Sternprozesse. Die CV-Jagd ist gerade automatisiert worden – und das Ziel der ASAS ist es, so wurde auf der 7. AAS-PK gestern Abend verkündet – sämtliche Entdeckungen automatisch und quasi in Echtzeit frei zu verbreiten, auf dass Follow-Up-Beobachtungen anderswo beginnen mögen. [5:25 MEZ] Die Effizienz von ASAS-SN schlägt sich auch in dieser Statistik nieder. [21:10 MEZ]

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Die erste Himmelskarte der „Diffuse Interstellar Bands“ – jener geheimnisvollen Absorption durch unidentifizierte Riesenmoleküle im interstellaren Medium – gehörte auch zu den ungewöhnlichen Themen der letzten PK (s.u.), und auch sie basiert auf der Datenflut der SDSS: Es ist nämlich gelungen, die DIB-Signatur in zahlreichen Stern- und Galaxien-Spektren dieser Durchmusterung nachzuweisen. Und so kann nun die DIB-Dichte über den von der SDSS abgedeckten Teil des Himmels geplottet werden (darunter liegt Staub, detektiert von der 2MASS-Durchmusterung): Da sollte die DIBologie nach einem Jahrhundert Rätselratens – die ersten wurden 1922 entdeckt – voranbringen. Von der Tagung auch die Folien der NASA Townhall (mehr zur Decadal Survey 2020 und ein Artikel) und ein Artikel zur Rolle des Merkur im Kontext von Kepler-Erkenntnissen zu Planetensystemen – und der Verkauf von Okular-Zeit zur Finanzierung alter US-Sternwarten. [4:30 MEZ]

Maschinen-Intelligenz macht aus Lichtkurven Sternspektren

Auf der 8. und letzten AAS-PK ging es heute Nacht quasi um Extrem-Astronomie, mit der man nicht gerechnet hätte – darunter dieses Training eines Computers, der mit 9000 Lichtkurven von Sternen in 5 Farben (aus der unten erwähnten SDSS) gefüttert wurde, daraus jeweils 66 Eigenschaften ableitete und sie mit den Spektren der entsprechenden Sterne aus einer anderen Durchmusterung mit dem MMT verglich. Subtile statistische Zusammenhänge der Größen wurden automatisch erkannt, und schließlich konnte das System anhand nur der Lichtkurven mit hoher Treffsicherheit die Temperatur, Metallizität etc. der Sterne ableiten: auch nicht schlechter als aus typischen direkt aufgenommenen Spektren niedriger Auflösung – deren Gewinnung aber erheblich mühsamer ist als das simple Messen von Sternhelligkeiten. Wenn ab etwa 2020 das LSST permanent 20 Milliarden Quellen am Himmel überwachen wird, sollten darunter etwa 50 Mio. Veränderliche sein: Denen kann die Maschinen-Intelligenz dann quasi Spektren zuweisen und so das LSST in einen „Pseudo-Spektrographen“ verwandeln. Und as Ergebnis wären detaillierte Karten der Milchstraße, in denen von jedem Stern seine fundamentalen Parameter bekannt sind – ein tolles Werkzeug zum Verständnis der Evolution der Galaxis. [4:05 MEZ]


8. Januar

nustar

Nur einer der beiden Galaxien-Kerne im Merger Arp 299 ist aktiv, zeigen Beobachtungen mit dem Röntgensatelliten NuSTAR bis 45 keV Energie (links; rechts auf ein optisches HST-Bild gelegt), die auf der AAS-Tagung diskutiert wurden: Arp 299-B rechts emittiert kräftig, der Kern der anderen Galaxie nicht. Wird ja im Laufe der Verschmelzung vielleicht noch. Auch Berichte von der Tagung vom ersten, zweiten und dritten Tag, leider keine gemeinsame Analyse von BICEP2 & Planck, dafür aber parallele Universen, ein Überblick wo er Hubble-Etat bleibt – und schon zehn Videos von Mini-Talkshows am Rande des Meetings. [22:55 MEZ]

Alle Daten der 3. Sloan Digital Sky Survey sind nun frei

Der Data Release 12 der energischen Himmelsdurchmusterung wurde auf der AAS-Tagung vorletzte Nacht ausgiebig vorgestellt (weitere Releases hier und hier und Artikel hier und hier): Er ist der letzte der Sloan Digital Sky Survey III, die eigentlich aus vier Himmelsdurchmusterungen mit dem 2.5-m-Teleskop in New Mexico gleichzeitig von 2008 bis Sommer 2014 bestand, und der größte, mit 5 Millonen Spektren, Bildern von 470 Mio. Galaxien und Sternen und 117 Terabyte Umfang. Entscheidend war neue Technik, um besonders viele tiefe Spektren gleichzeitig aufnehmen zu können. Das Kosmologie-Programm BOSS deckte dabei 1/4 des Himmels ab, gewann Spektren von 1.4 Mio. Galaxien mit z2. Die Auswertung im Hinblick auf Baryonen-akustische Oszillationen zeigt keine Abweichungen der Dunklen Energie von einer Kosmologischen Konstanten, und zusammen mit Daten von Planck erweist sich die Geometrie des Kosmos als flach: Irgendwie scheint der Kosmos doch simpel gestrickt zu sein. Das MARVELS-Programm nahm immer wieder Spektren von 5500 Sternen der Milchstraße auf, 98’000 insgesamt: die homogenste Radialgeschwindigkeits-Durchmusterung bisher. Gefunden wurden u.a. 285 neue Doppelsterne, 38 Kandidaten für Braune Zwerge und 51 für Riesenplaneten; da stecken aber noch mehr in den Daten. Und das Programm APOGEE wandte sich – als erstes überhaupt in der SDSS-Geschichte – der Milchstraße als solcher zu: mit Nah-IR-Spektren von Sternen aller Populationen und solcher, die sich hinter Staub verstecken. Unterschiedliche Entwicklungsgeschichten in verschiedenen Regionen der Milchstraße werden bereits deutlich; jetzt setzt man die Beobachtungen in Chile fort, um den Himmel zu komplettieren: im Rahmen der bereits laufenden SDSS IV. [22:40 MEZ]

love0108

Komet Lovejoy hat heute wohl einen Schweifabriss erlitten: Das sollen Aufnahmen von heute Abend zeigen, und auch dieses Bild von M. Mobberley von 11:44 MEZ deutet etwas in Koma-Nähe an, was diese etwas spätere Aufnahme (eine farbige Version) zu bestätigen scheint. Weitere Bilder von heute hier, hier und hier, von gestern hier, hier, hier, hier und hier und von vorgestern, Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier (mit falschen Angaben zum Mond) sowie ein Gag. Außerdem der überraschende Rücktritt des MPC-Chefs wegen zu wenig Rückhalt oder so, mal wieder eine Widerlegung der Meteorit-killte-Mammuts-Spekulation, eine Feuerkugel über Bukarest (mehr), Merkur & Venus 6.1., Amateur-Beobachtungen eines Satelliten-Burns, eine Astro-Outreach-Konferenz in Kolumbien – und ein neuer Besucherrekord im Planetarium Bochum 2014. [22:15 MEZ]

Die Falcon – mit Landeversuch – soll’s nun am 10. probieren

Am Samstag um 10:47 MEZ soll nun der nächste Startversuch der Falcon 9 mit dem Dragon und landebereiter 1. Stufe erfolgen: mehr auch hier, hier und hier. Derweil wird der Reentry des letzten ATV vorbereitet, es wird kein dritter Bewerber für den kommerziellen NASA-Crew-Transport zur ISS zugelassen (dessen Reaktion und Artikel hier und hier) – und Indien experimentiert im März mit einem wiederverwendbaren Raumfahrzeug. [4:35 MEZ]

Lovejoy ohne Mond: Das beste Fenster beginnt!

7. Januar 2015

love0107

Und zwar heute, mit rund einer Stunde Komet am Himmel nach Dämmerungsende und bevor der Mond aufgeht. Zugleich steht Lovejoy heute in Erdnähe und sollte in den kommenden Tagen auch am hellsten sein; in den letzten wurde er – im Mondschein – ziemlich konsistent nahe 4.3 mag. geschätzt. Der Kometen-‚Fahrplan‘ für die kommenden 19 Tage – berechnet für Bonn, östlich sind die (auf 10 Minuten gerundeten) Zeiten etwas früher, nördlich bzw. südlich die Höhen kleiner bzw. größer – einmal genauer:

7.1.: Dämmerungsende 18:40 MEZ, Komet dann 24° hoch, Mondaufgang (94% beleuchtet, 73° entfernt) 19:40 MEZ, Komet dann 30° hoch, Komet kulminiert (36° hoch) 21:40 MEZ.

8.1.: Dämmerungsende 18:40 MEZ, Komet 27° hoch, Mondaufgang (87%, 87°) 20:40 MEZ, Komet 38° hoch, Komet kulminiert (39°) 21:30 MEZ.

9.1.: Dämmerungsende 18:40 MEZ, Komet 30° hoch, Komet kulminiert (41°) 21:20 MEZ, Mondaufgang (81%, 101°) 21:40 MEZ.

10.1.: Dämmerungsende 18:40 MEZ, Komet 34° hoch, Komet kulminiert (44°) 21:10 MEZ, Mondaufgang (72%, 114°) 22:40 MEZ.

11.1.: Dämmerungsende 18:40 MEZ, Komet 37° hoch, Komet kulminiert (46°) 21:00 MEZ, Mondaufgang (63%, 123°) 23:40 MEZ.

12.1.: Dämmerungsende 18:40 MEZ, Komet 41° hoch, Komet kulminiert (49°) 20:50 MEZ.

13.1.: Dämmerungsende 18:50 MEZ, Komet 45° hoch, Komet kulminiert (51°) 20:40 MEZ.

14.1.: Dämmerungsende 18:50 MEZ, Komet 48° hoch, Komet kulminiert (53°) 20:30 MEZ.

15.1.: Dämmerungsende 18:50 MEZ, Komet 51° hoch, Komet kulminiert (55°) 20:20 MEZ.

16.1.: Dämmerungsende 18:50 MEZ, Komet 54° hoch, Komet kulminiert (57°) 20:10 MEZ.

17.1.: Dämmerungsende 18:50 MEZ, Komet 56° hoch, Komet kulminiert (59°) 20:00 MEZ.

18.1.: Dämmerungsende 18:50 MEZ, Komet 59° hoch, Komet kulminiert (61°) 19:50 MEZ.

19.1.: Dämmerungsende 18:50 MEZ, Komet 61° hoch, Komet kulminiert (63°) 19:40 MEZ.

20.1.: Dämmerungsende 18:50 MEZ, Komet 63° hoch, Komet kulminiert (65°) 19:30 MEZ.

21.1.: Dämmerungsende 19:00 MEZ, Komet 66° hoch, Komet kulminiert (66°) 19:20 MEZ.

22.1.: Dämmerungsende 19:00 MEZ, Komet 68° hoch, Mond (7%, 77°) noch am Himmel, Monduntergang 20:00 MEZ, Komet 66° hoch.

23.1.: Dämmerungsende 19:00 MEZ, Komet 69° hoch, Mond (14%, 62°) noch am Himmel, Monduntergang 21:20 MEZ, Komet 58° hoch.

24.1.: Dämmerungsende 19:00 MEZ, Komet 71° hoch, Mond (23%, 48°) noch am Himmel, Monduntergang 22:40 MEZ, Komet 45° hoch.

25.1.: Dämmerungsende 19:00 MEZ, Komet 72° hoch, Mond (34%, 36°) noch am Himmel, Monduntergang 24:00 MEZ, Komet 33° hoch.

Oben eine Aufnahme von Martin Mobberley von heute Mittag MEZ – hier eine Auswahl aktueller Lovejoys aus aller Welt, von heute (mehr, mehr, mehr und eine Animation), gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und eine Animation) und vorgestern. Und hier eine Aufsuchkarte, mit freundlicher Genehmigung des dahinter liegenden Spenders:

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