Allgemeines Live-Blog vom 23.-25. Februar 2015


25. Februar

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Ferne Welten von (moderat) nah: Ceres am 19. Februar aus 46’000 und C-G am 20. Februar aus 118.5 km Abstand von Dawn und Rosetta aufgenommen. Die beiden neuen Ceres-Aufnahmen enstanden in 9 Stunden Abstand, genau einer halben Rotation – und immer noch werden die zwei mysteriösen weißen Flecken von der Kamera nicht aufgelöst: Sie liegen im selben Becken, was für eine Art vulkanisches Phänomen sprechen könnte. Auch die Vielfalt der Impaktkrater- und der anderen Geländeformen wird immer deutlicher; am 2. März gibt es eine NASA-PK anlässlich der ‚Ankunft, d.h. dem Eintritt am 6.3. in eine erste, ferne Umlaufbahn. Der Kern von Komet C-G erscheint derweil auf der neuen NavCam-Aufnahme – eine von zwei Tagen früher – auch in Silhouette vor der Koma: frühere Artikel zu Missionsergebnissen in mehreren Sprachen hier, hier, hier, hier und hier. Außerdem ein neues ‚Selfie‘ von Curiosity (mehr), was Opportunity sieht, ein möglicher NASA-Orbiter 2022, die ’neue Kepler-Misison und eine kommende Erd-‚Beobachtung‘ mit dem Satelliten, die Entfaltung von SMAPs Riesen-Antenne ([NACHTRAG: mehr und] mehr), der Satellit Sentinel 2, neue russische ISS-Pläne bis 2024 (mit anschließender Abkopplung einiger Module; mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr Links – und was der kommende ESA-Chef davon hält), die neueste ISS-EVA in vollem Gange, wie Gerst träumte, noch Wochen lang kein Antares-Untersuchungsbericht, die Rückreise des IXV (mehr und mehr), eine Testfahrt der KSC-Crawler, die bereits 50 Jahre alt sind (mehr und mehr) – und ein Triebwerkstest des SLS. [16:45 MEZ]

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Verspätet ist noch ein drittes Ceres-Bild aus 46’000 km Abstand aufgetaucht, das die bereits diskutierten zwei besonders hellen Flecken in demselben Becken endlich auch mal zeigt; auch Artikel hier und hier. Derweil ist die EVA vorbei – und ein einem Helm war wieder Wasser, aber nicht viel; die Quelle ist unklar. [21:55 MEZ]

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So geht es in den nächsten Wochen weiter mit der Ceres-Beobachtung (langer Artikel hinter der Grafik): Die obigen Bilder stammten von der Kartierung „RC2“. Weitere Dawn-Artikel hier, hier und hier und zum EVA-Zwischenfall ein NASA-Blog-Beitrag und ein Artikel. [23:55 MEZ – Ende. NACHTRAG: was die Ceres-Details bedeuten mögen]


24. Februar

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SOHO-Komet gewinnt an Elongation – aber unter 7. Größe?

Am 21. Februar sah sie für LASCO C3 ja noch ganz nett aus, dann verließ die ungewöhnliche Entdeckung des Sonnen-Satelliten („SOHO-Komet übersteht extrem nahes Perihel“) das Gesichtsfeld auch dieses SOHO-Koronographen – und ward seither nicht mehr gesehen. Seit ein paar Stunden gibt es zwar die ersten vagen Bahnrechnungen für den nun C/2015 D1 (SOHO) getauften Kometen, doch ein erster irdischer Nachweis-Versuch schlug fehl: Noch tief in der Dämmerung stehend, kann der Komet schon nicht mehr heller als 7.5 Mag. gewesen sein, im Einklang mit schwachen Erwartungen nach dem Stress im Perihel. Aber jeden Tag wird die Suche nach seinen Überresten nun einfacher, die Elongation nimmt schnell zu: ein NASA Release und Artikel (mit Aufsuchkarten unter Vorbehalt) hier und hier. Auch Lovejoy am 23. Februar, 22. Februar, 21. Februar, 20.+19. Februar, 19. Februar sowie zufällig mit der Dark Energy Camera an einem 4-m-Teleskop aufgenommen, ein dramatischer chinesischer Raketen-Reentry über den USA (ein Video, Bilder hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier und hier], visuelle Beschreibungen und Artikel hier, hier und hier), ein jovianisches Mutual Event vom 20. Februar, die SoFi am 20.3. als FB-Event und Mitteilungen der Stromversorger zur Netz-Stabilität dabei hier (mehr) und hier, geschenkte Fulldome-Video-Clips von Hubble, eine neue Webseite zum und der erste Spatenstich für das ESO-Besucherzentrum, das 2017 öffnen soll – und ein visueller Extrem-Beobachter berichtet. [23:50 MEZ. NACHTRAG: Erst konnte für den Kometen am Himmel nur eine Obergrenze von 9.5 mag. konstatiert werden, jetzt gibt es einen vagen Kandidaten am richtigen Ort als sehr schwache längliche Wolke; auch die kuriose Lichtkurve des Kometen noch im LASCO-Feld]


23. Februar

Panta rhei — motion in the Milky Way

Der ferne Kugelsternhaufen Palomar 12, der aus dem Sagittarius-Zwerg entlaufen ist, auf einer Aufnahme der Hubble-ACS. Auch eine ISS-EVA (mehr, früher und mehr Links), der Teilerfolg der ATV-Selbstbeobachtung während des Reentry), die Ankunft eines Progress (mehr und mehr und mehr Links und Bilder), zumindest früher Waffen in der Soyuz (gegen Bären, nicht Aliens), eine mögliche Erklärung des Antares-Unfalls und die Wiederaufnahme der Cygnus-Flüge 2016, was beim Orion-Testflug heraus kam (mehr), ein Schul-Auftritt von Bolden, der NASA-Budget-Prozess, ein angebliches iranisches bemanntes Programm (was dieser Darstellung eklatant widersprechen würde) – und der mögliche Anfang von Ende des bizarren „Mars One“-Projekts, über das sich jetzt, so hier, hier, hier, hier und hier kritische Darstellungen häufen, auch wenn unter den ‚letzten‘ 100 Kandidaten auch ein echter Astronom ist, der indes möglicherweise Rote Riesen und den Roten Planeten verwechselt hat … [14:05 MEZ] Hui, das ging ja schnell: Endemol hat keine Lust mehr auf eine Weltraum-‚Big Brother‘-Show! [22:05 MEZ. NACHTRÄGE: Das Ende mit Endemol ist bestätigt – und ein Mars-One-‚Ambassador‘ hat auch schwere Zweifel bekommen. Und hier, hier, hier und (von etwas früher) hier mehr zur Lage] Und überhaupt sind ja alle bemannten Mars-Pläne unrealistisch, nicht nur von Mars One sondern auch vage der NASA: aua. Zum Trost Fotos von der EVA … [23:35 MEZ. NACHTRAG: Buzz Aldrin glaubt aber zu wissen, wie man zum Mars kommt]

Das Schwarze Loch von ‚Interstellar‘: was wirklich neu war

Gerade einmal einen Oscar hat der umstrittene SciFi-Film ‚Interstellar‘ vergangene Nacht abstauben können: für seine Visual Effects, die zwar bzgl. der Exoplaneten überhaupt nicht überzeugen konnten – aber da war ja noch das Schwarze Loch ‚Gargantua‘. Über dessen Visualisierung ist beim Filmstart eine Menge Blödsinn geschrieben worden, nämlich dass während der Arbeit daran sensationelle neue physikalische Effekte entdeckt worden seien: Dass das nicht stimmt, wurde schon am Ende des oben verlinkten Artikels klar gestellt. Jetzt haben die Visual-Effekts-Leute und der sie maßgeblich beratende Physiker ein umfangreiches wissenschaftliches Paper über die Mathematik und Überlegungen hinter Gargantuas Darstellung vorgelegt: Es ist von einer Licht emittierenden Akkretionsscheibe umgeben, deren Bild durch die extreme Gravitationslinsen-Wirkung des Schwarzen Lochs extrem verzerrt und vervielfältigt wird. All das war aber, wie das Paper gleich zu Beginn klar stellt, bereits vor über 35 Jahren berechnet und dargestellt worden! Was die CFX-Firma erstmals hin bekam, war ein besonders weiches und artefaktarmes Raytracing durch Strahlenbündel – und man ließ das Schwarze Loch rotieren, was zusätzliche Komplikationen verursacht, namentlich einen Dopplereffekt und eine starke Asymmetrie. Und genau die hat man am Ende wieder künstlich beseitigt (und zusätzlich Lensflares eingebaut), um einen zuschauerfreundlicheren Anblick zu generieren – der verblüffend dem Bild von 1979 entspricht: auch ein Press Release und weitere Artikel hier und hier. [13:15 MEZ]

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Eine Chandra-Aufnahme des Supernovarests G299.2-2.9, der von einer Typ-Ia-Supernova stammt – die, wie die Verteilung der schweren Elemente zeigt, asymmetrisch war. Auch die erste „Deep Dip“-Kampagne von MAVEN, eine neue Riesenkarte von Europa, dem Jupitermond, wie frühe robotische Mondmissionen der USA Apollo vorbereiteten, Sonnensystem-Forschung mit Parabelflug und CubeSat, Erdbeben-Überwachung mit Sentinel, Grünes Licht für den Satelliten Biomass – und die nächsten Galileos vor dem Start. [13:00 MEZ]

60 Jahre Amateurastronom: CCD-Pionier Don Parker, R.I.P.

Die Nachricht verbreitete sich vergangene Nacht wie ein Lauffeuer: Einer der ganz Großen in der Geschichte der Amateurastronomie lebt nicht mehr. Der in Florida wohnende Donald C. „Don“ Parker war schon in der ‚chemischen Ära‘ ein erfolgreicher Planeten-Fotograf – und dann wohl der Pionier in Sachen CCD. Wie er diesem Blogger in den 1980-er Jahren mal erzählte, war daran ein Hurrican Schuld gewesen, der Teile seines Hauses inklusive der Dunkelkammer davon geblasen hatte: Da sagte er sich, mach ich’s eben gleich ganz anders. Die heutigen Stars wurden durch Don inspiriert – der selbst auch nie nachließ: Bei dem aktuellen Paper über mysteriöse Marswolken („Superhohe Wolken in der Marsatmosphäre …“) war Parker einer der Co-Autoren aus der Amateurbeobachter-Szene [NACHTRÄGE: weitere Nachrufe hier und hier]. Auch Porträts der Amateurastronomen André Knöfel und Don Machholz, doppelte Mutal Events der Jupitermonde in Bewegung am 20. Februar und 12. Februar (mehr), die letzten SOHO-Blicke auf den kuriosen Kometen, der vielleicht bald am Nachthimmel steht, Lovejoys am 22. Februar (Animation), 21. Februar (mehr, mehr, mehr und mehr), 20. Februar (mehr), 19. Februar und 13. Februar animiert – und eine Feuerkugel über Florida. [12:30 MEZ]

Eine Antwort to “Allgemeines Live-Blog vom 23.-25. Februar 2015”

  1. Allgemeines Live-Blog ab dem 27. Februar 2015 | Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] Abend hat Jost Jahn auf Amrum den eindeutigen Bild-Beweis geschafft, dass der von SOHO entdeckte Komet, der sein Perihel überlebte, nun am Abendhimmel steht (und damit ein weniger überzeugendes früheres Bild aus den USA […]

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