Allgemeines Live-Blog vom 2. bis 4. April 2015


4. April

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Tiefer rein geht’s nicht: die ungefähre Mitte der Totalität

oder Beinahe-Totalität aus dem Griffith-Observatory-Stream. Wo man im Kommentar betont, dass auch dann der silberne Streifen am Rand nicht wirklich verschwunden sei (den man auch auf diesem Bild aus Arizona sieht). Was immer das bedeutet. [14:05 MESZ] Nur anhand des Stream kaum zu entscheiden. [14:10 MESZ] Auch erste Standbilder aus Austrakien, Neuseeland und Kalifornien bringen keine Klarheit. [14:15 MESZ]

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Die MoFi ist jetzt eher eine ostasiatische Angelegenheit: aus einem Webcast des Tainan Science Education Museum auf Taiwan. Auch live: dieser Stream aus Japan. [14:30 MESZ] Eine Screenshot-Sammlung aus dem Griffith-Stream. [14:45 MESZ] Ein tiefes Foto aus Australien. [14:55 MESZ] Und „there was always a little hint of that silver“ während der gesamten Vielleicht-Totalität in Kalifornien. [15:05 MESZ] Weitere gute ‚Totalitäts‘-Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Bildersammlungen hier und hier, der Griffith-Webcast, ein wolkiger totaler und ein partieller Bericht und ein Artikel – aber keine neuen Einsichten … [18:55 MESZ] … auch weitere Stunden später nicht, aber es sieht eher schlecht für eine totale MoFi aus. Auch ein partieller Bericht aus Chile, ein Selenelion-Nachweis aus den USA und in dieser Sammlung noch viel mehr Bilder. [22:45 MESZ] „It never reach totality from what I saw,“ schreibt Christina Feliciano-Rivera: „The upper edge never completely went into the shadow. I was sitting hear watching the clock wondering when it would fully cover but I never did see it either.“ [23:50 MESZ – Ende. NACHTRAG: Eine kurzbelichtete Serie scheint das zu bestätigen: keine Totalität]

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Das Bild vom Griffith Observatory von vor wenigen Minuten, etwas aufgehellt – wo weiter Konfusion in Sachen Totalität herrscht. [13:55 MESZ] „I’ve never seen a totality look like that“, sagt einer im Live-Stream von Slooh. [14:00 MESZ]

Experten ratlos: heute etwa keine totale Mondfinsternis?

In den Kernschatten wird der Mond heute Mittag MESZ schon eindringen – aber ob es es minutenlang komplett tun wird, darüber ist plötzlich Unsicherheit unter MoFi-Profis entstanden: Welche Rolle die Abplattung der Erde bei der genauen Form des Mondschattens haben wird, scheint nie mit hinreichender Präzision durchgerechnet worden zu sein. Wie auch immer: Im obersten Artikel hier gab es schon 12 Links zur angenommen totalen MoFi, die dann die kürzeste des Jahrhunderts und die dritte einer Tetrade wäre, das Wetter in Australien ist bedenklich, und geplante Webcasts sind z.B. hier, hier, hier, hier und hier verlinkt und solen auch von dieser Sternwarte in Arizona per Periscope-App kommen; die URL wird dabei aber erst bei ‚Sendebeginn‘ generiert und über diesen Twitter-Feed verbreitet. Ansonsten Amateur-Nahaufnahmen von Io, die Bedeutung der Sonnenflecken-Zahlen, eine schwache Nova Ophiuchi 2015 (mehr und Bilder vom 30. März [mehr und mehr], 29. März und 27. März), während die Nova Sgr 2015 No. 2 wieder auf 4. Größe gestiegen ist, Supernova-Suche in australischen Profi-Daten als Citizen-Science-Projekt – und schon wieder Krach um den Mauna Kea: als ob das Behindern von Astronomie ein Beitrag zur „Kultur“ sei … [1:20 MESZ]

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Noch eine Stunde bis zum Maximum der Finsternis, ob nun total oder nicht: ein Live-Bild vom Griffith Observatory in Los Angeles, zum Stream gucken anklicken. Und bei längerer Belichtung ist bereits die Umbra zu sehen. Auch eine frühere partielle Phase im Untergang aus Chile – dann war er weg. [13:05 MESZ]

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Ein Foto aus San Jose – weitere Partialitäten mit roter Umbra hier, hier und hier. [13:40 MESZ] Die Totalität(?) ist schon sehr nahe wie die Bilder hier, hier und hier zeigen. [13:45 MESZ] Und weitere bunte Bilder hier, hier und hier – jetzt Griffith gucken! [13:50 MESZ]


3. April

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Ein besonders seltsamer Stein auf dem Mars ist vom alten Rover Opportunity am 24. März – dem 3968. Marstag auf der Oberfläche und dem Tag der Vollendung des „Marathons“ – aufgenommen worden. Auch die Rolle von flüssigem Wasser bei den Recurring Slope Lineae auf dem Mars, neue Erkenntnisse über den Mond vom Lunar Prospector (!) und der ARTEMIS-Mission, wie das HST Juno helfen könnte, den Jupiter zu verstehen – und wieder eine neue Missionsphase Cassinis mit Nahaufnahmen der Monde wie diesen oder diesen: weitere Artikel hier, hier und hier. [23:20 MESZ]

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MESSENGERs Merkur-Crash jetzt für den 30. April geplant

Mit einer Serie von letzten Bahnanhebungen – bei denen der praktisch gesamte Rest des Treibstoff an Bord verbraucht werden soll; das zweite der Manöver erfolgte gestern – wird das unausweichliche Ende des langen Merkur-Besuchs von MESSENGER noch ein wenig hinaus gezögert: Die Grafik zeigt die Höhe über Grund in Kilometern, der Crash wird am 30. April erwartet. Es gibt auch neuere MESSENGER- oder auch Labor-Erkenntnisse über elektrische Ströme in Merkurs Kruste, die Rolle von Kometen bei Merkurs Färbung (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und die Wechselwirkung des Sonnenwinds mit seiner Magnetosphäre – während der Start der nächsten Merkur-Mission auf 2017 gerutscht ist, das 2016-er Startfenster für BepiColombo war nicht mehr zu halten. [21:50 MESZ]

Eine 1-Stunden-Doku über die letzte Hubble Servicing Mission, bisher unveröffentlicht und nur hier und da aufgeführt, ist im Rahmen der Feierlichkeiten zu Hubbles 25. Start-Jubiläum diesen Monat nun frei zu sehen. Zu den „Hubble25“-Events gehören auch Enthüllungen eines Bildes an vielen Orten, auch in Deutschland. Ferner wie es sich als Swift-Wissenschaftler lebt, die Kühlungs-Tests des „Hubble-Nachfolgers“ JWST – und 319 Seiten über WFIRST-AFTA, gewissermaßen Hubbles Nach-Nachfolger. [21:30 MESZ]

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Rosetta geriet in kometennahe Notlage – neuer Missionsplan

Die zunehmende Aktivität des Kometen C-G macht Rosetta zu schaffen: Während eines Überflugs in 14 km Höhe am 28. März (oben ein Bild aus 19 km vom Kernzentrum) wurden die Startracker durch den Koma-Staub irritiert, die Hauptantenne drehte sich von der Erde weg, und die Sonde geriet in einen Safemode. Aus dem wurde sie zwar wieder befreit, aber das wissenschaftliche Programm ist zeitweise unterbrochen – und künftig wird man sich noch vorsichtiger in der Nähe des Kerns bewegen. Auch Artikel hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier] und hier, ein neues Dawn Journal mit dem Plan zum Beginn der Ceres-Forschung im Orbit (und der Wortschöpfung „Apodemeter“ für den Ceres-fernsten Bahnpunkt), ein neues Citizen-Science-Tool zur Analyse der Vesta-Bilder von Dawn (alt., alt. und mehr), der Baubeginn von OSIRIS-REx mit Erreichen der ATLO-Phase (mehr, mehr, mehr und mehr) – und die ESA träumt weiter von der Mission AIM & DART, der einen Asteroiden-Mond kicken würde (mehr und mehr), finanziert ist dies nach Informationen dieses Blogs aber noch nicht. [1:15 MESZ]

Ein deutsches experimentelles Weltraum-Radar wird gebaut

In vier Jahren und für 25 Mio. Euro wird das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik bei Bonn mit GESTRA, dem German Experimental Space Surveillance and Tracking Radar, im Auftrag des DLR ein leistungsfähiges Radar zur Überwachung und Verfolgung von Objekten im erdnahen Weltraum bauen: Bahndaten von Satelliten und Trümmern im niedrigen Erdorbit in einer Höhe zwischen 300 und 3000 Kilometern sollen damit – ab Ende 2017 – erfasst werden. Auch der Spin-Up der SMAP-Antenne, der bevorstehende Flug des LightSail, die Rückkehr des IXV nach komplettem Erfolg beim Testflug, NextSTEP-Partner der NASA für Flüge mit dem SLS, wie der Orion-Testflug lief, wieder mal Palaver über die ARM, der Beginn des 1-Jahres-Fluges (mehr und Bizarres vor dem Start) und Pflanzen auf der ISS, eine glatte Falschmeldung (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) über eine angebliche 2. ISS (mehr), denn klar ist nur, dass die aktuelle bis 2024 betrieben werden soll – und mit einem chinesischen (mehr Links) und russischen (mehr Links) hat es nun acht Starts in sechs Tagen gegeben, alle erfolgreich. [0:35 MESZ]


2. April

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Klaus Tschira, Mäzen der deutschen Astronomie, 1940-2015

Völlig überraschend ist vorgestern mit Klaus Tschira eine außergewöhnliche Persönlichkeit der deutschen Industrie- wie Forschungslandschaft verstorben. „Klaus Tschira ist allgemein bekannt als einer der Gründer von SAP“, schreibt der Präsident der Astronomischen Gesellschaft in einem Nachruf, „für uns Astronomen war er aber mehr: ein großer Förderer der Astronomie und Ehrenmitglied der Astronomischen Gesellschaft. Um nur die sichtbarsten Beispiele seines Wirkens zu nennen: die Gründung des Heidelberg Institute for Theoretical Studies, ausgestattet u.a. mit 2 Professuren für theoretische Astrophysik, das Haus der Astronomie auf dem Königstuhl oder, derzeit im Bau, die „Supernova“ der Europäischen Südsternwarte in Garching. Die Astronomie verliert einen großen Freund und Förderer.“ Weitere Nachrufe mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten sind hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zu finden. [3:15 MESZ]

Und wieder einmal ist „Global Astronomy Month“ mit allerlei Angeboten. Auch der Sternhimmel im April 2015, eine Puppe mit Galileoscope, über die u.a. hier (Forts., Forts.) und hier diskutiert wird und die bereits ausverkauft ist, eine astronomische Frage in die Runde des kanadischen Star-Astronauten Hadfield beantwortete dieser Blogger mit einem deutschen Amateur-Projekt, was dann Hadfield für die beste Antwort befand – und der Honest Trailer für den Film „Interstellar“ spießt elegant dessen Schwächen auf und zeigt zugleich die besten Visuals: 3 Stunden im Kino hocken gespart … [2:40 MESZ]

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Mars-Ganglagerstätten aus hellem und dunklen Material

hat der Rover Curiosity in der ‚Garden City‘ an den Hängen des Aeolis Mons vorgefunden: Diese ‚two-toned veins‘, die bis zu 6 cm aus dem Untergrund ragen, zeugen von mehreren Episoden einer feuchten Vergangenheit: Dabei sind nacheinander zwei verschiedene Flüssigkeiten in Risse im Felsen eingedrungen und haben dort Mineralien abgelagert – die sich dann als erosionsfester als die Matrix erwiesen. Bei der allmählichen Fahrt den Berg hinauf ändert sich die Mineralogie immer wieder: Es handelt sich zugleich um eine Zeitreise, in immer jüngere Epochen und eine sich verändernde Umwelt. Auch Xenon-Messungen mit SAM auf dem Rover und wie die Spuren der Landung verblassen (mehr und mehr). Sowie erneute Amnesie des alten Rovers Opportunity, der aber schöne Aussicht hat (früher und mehr) und auf dem Weg zu einer mythischen Gestalt ist. Plus Untersuchungen eines alten Sees mit CRISM auf dem MRO, die Grenze zwischen Hoch- und Tiefland in Mars-Express-Bildern, ein Test der LDSD-Landetechnik im Labor – und Verzögerungen bei Chinas Marsprogramm, das erstmal keine Rover schicken kann. [2:15 MESZ]

Eine Antwort to “Allgemeines Live-Blog vom 2. bis 4. April 2015”

  1. Allgemeines Live-Blog vom 6. bis 10. April 2015 | Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] den gravierenden Problemen beim letzten nahen Vorbeiflug (“Rosetta geriet in kometennahe Notlage”) wird die weitere Bahn der Kometensonde um den […]

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