Allgemeines Live-Blog vom 26. bis 30. April 2015


30. April

mercury-crash

So stürzt heute Abend der MESSENGER auf den Merkur

Die finale Flugbahn, wie sie sich nach der Bahnanalyse 24 Stunden vor dem Ende darstellte – um 21:26 MESZ wird der NASA-Merkur-Orbiter demnach die in seiner eigenen 3D-Karte markierte Stelle treffen. Und da dies auf der erdabgewandten Seite des Planeten geschieht, wird erst das Ausbleiben des Funkträgers eine halbe Stunde später davon Zeugnis ablegen. Eine PM des DLR, ein NASA Release, weitere Releases von IAU und Carnegie zu Kratern-Namen und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und der alte japanische Sonnensegler IKAROS ist zum 4. Mal aufgewacht und hat sich gemeldet. [18:55 MESZ] MESSENGER macht bereits keine Bilder mehr, stattdessen wird so viel wie möglich gesendet, bevor es zu spät ist. Auch ein Nachruf vom PSI und ein Merkur zum Rumdrehen … [19:25 MESZ] Soeben hat hier eine inoffizielle 1/2-Stunden-Show zum Missionsende begonnen, auch weitere Artikel hier, hier und hier – derweil hat Opportunity ihren 4000. Marstag absolviert! [21:00 MESZ] Auf dieser Webseite kann man sehen, welche DSN-Antenne welche Sonde empfängt – noch kann Goldstone den MESSENGER hören. Die letzten Bilder sind übertragen … [21:15 MESZ] Das DSN hat das Signal verloren – jetzt heißt es sicher stellen, dass es nicht wieder kommt. [21:30 MESZ] Ein früher Nachruf nach dem Crash. [21:45 MESZ] Das Signal kam nicht wieder, womit die Mission definitiv Geschichte – aber eine ertragreiche – ist. [22:00 MESZ] Und hier das allerletzte Bild, das aufgenommen und übertragen wurde, mit 2 m/Pixel, der Press Release zum Crash und ein weiterer Nachruf. [22:35 MESZ] Ein kürzerer Press Release und weitere Nachrufe hier, hier, hier und hier. [23:00 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: ein Science@NASA, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links]

loki

So scharf sieht das Large Binocular Telescope den Jupitermond Io und seine Vulkane: links eine interferometrisch rekonstruierte Aufnahme, rechts die entsprechend gedrehte USGS-Karte – viele der Vulkane sind erfasst, und heraus sticht der Lavasee von Loki. Das LBT hat zwei Einzelspiegel von je 8.4 m Durchmesser, die in 6 m Abstand voneinander auf einer gemeinsamen Montierung sitzen: Wenn das von den beiden Einzelspiegeln aufgefangene Licht interferometrisch überlagert wird, kann die theoretische Auflösung eines Teleskops von 22.8 m Durchmesser erhalten werden. Auch ein weiterer Hintergrund zum TMT-Trouble, das SKA-HQ im UK (früher, mehr und Artikel hier und hier [NACHTRAG: und hier]) – und die schillernde Karrierie des Astronmen Pete Worden, den dieser Blogger 1998 als ‚Leoniden-General‘ kennenlernte, der zuletzt Chef von Ames war, aber das nun auch nicht mehr. [18:00 MESZ]

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Blue Origins erster Testflug gelingt: bis in 93.6 km Höhe

In den Weltraum ging er noch nicht ganz, aber mit 307’000 Fuß Gipfelhöhe und einer sanften Landung der Kapsel ist gestern der First Developmental Test Flight des „New Shepard“ gelungen: Der Start in Texas, die Kapsel nach der Abtrennung von der Unterstufe und die Landung in der Wüste. „Any astronauts on board would have had a very nice journey into space and a smooth return“, sagt die Firma des Amazon-Gründers, die in den Weltraumtourismus einsteigen möchte. Das einzige, was bei der Premiere nicht klappte, war eine sanfte Landung der Unterstufe: ein Video, weitere Bilder, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und eine Gratulation der NASA. Derweil wird der Reentry des unkontrollierten Progress von der ESA für den 9±2. Mai und von der USAF exakt für den 9. Mai vorhergesagt; weitere Artikel zur Misere hier, hier, hier, hier und hier. [17:45 MESZ. NACHTRAG: Die Bodenkontrolle hat weiter keinen Kontakt zum Progress; auch eine detaillierte unabhängige Website zum Reentry, spätere Artikel hier, hier und hier und mehr Links sowie weitere Artikel hier und hier und mehr Links zu Blue Origin]


29. April

ceres13500

Wettlauf der Zwergplaneten: Das erste Dawn-Bild von Ceres aus 13’500 km Abstand (Teil einer Serie vom 24.-26. April [NACHTRAG: ein weiteres Bild daraus und der Dawn Blog]) ist gerade de facto zeitgleich mit den ersten New-Horizons-Bildern von Pluto mit etwas Detail auf der Oberfläche – nach brutaler Bildverarbeitung – aus einer Serie vom 12.-18. April veröffentlicht worden, während derer sich die Sonde von 111 auf 104 Mio. km heran machte. Demnächst sollen Rohbilder binnen 48 Stunden veröffentlicht werden: mehr Visuals von heute, ein Vergleichsversuch mit Hubble und Artikel hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]. Auch ein Schwung alte NavCam-Aufnahmen von Rosetta (auf denen diese August-Animation basiert und die hier alle zusammen zu sehen sind) sowie eine neue vom 20. April und ein Kurzvideo zur Wasser-Frage, wie die ESA Hayabusa 2 beim Navigieren helfen will, ein neuer kurioser Curiosity-Stein – und die Technologien der MMS-Mission. [22:55 MESZ]

Wiedereintritt des Progress im Mai – aber was ging schief?

Die Informationen widersprechen sich noch, ob es weitere Versuche geben wird, mit dem außer Kontrolle geratenen Progress-Frachter Kontakt aufzunehmen oder ob er bereits formell aufgegeben wurde – doch ein Wiedereintritt, vermutlich im Zeitfenster 3.-11. Mai, scheint kaum mehr abzuwenden. Begleitet wird Progress – die Soyuz-Oberstufe sollte bereits verglüht sein – von 44 mysteriösen Schrott-Teilchen [alt.] mit ziemlich unterschiedlichen Bahnen: ein Hinweis auf die Natur der Fehlfunktion, die mit einem Telemetrie-Abriss 1.5 Sekunden vor dem Aussetzen des Progress begonnen hatte. Als der Datenstrom über einen Alternativ-Kanal wieder kam, war bereits klar, dass der Antrieb des Progress ausgefallen war: Das alles legt nahe, dass während der Separation etwas schief ging. Eine Roskosmos-PK mit englischer Übersetzung, ein britisches Live-Blog, ein NASA Release und magere Updates und mehr oder weniger aktuelle Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – wie sich der im letzteren Artikel erwähnte ROSAT-Reentry kommunikationsmäßig abspielte, kann hier „live“ nachgelesen werden. Auf der ISS wurde derweil eine neue Leinwand installiert, auf der sie gleich mal ‚Gravity‘ guckten (wie passend …), die NASA hat eine neue stellvertretende Chefin, der Super-Pressure-Ballon ist gelandet – und es sind wieder deutsche Lehrer auf SOFIA geflogen. [20:05 MESZ. NACHTRÄGE: weitere Progress-Artikel hier (mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links]

nepal

Satelliten-Interferometrie vermisst Wirkung des Nepal-Bebens: Die interferometrische Zusammenführung zweier Scans des Radars von Sentinel-1A vom 17. und 29. April zeigt die Verformung des Bodens im Gebiet des Bebens vom 25. April – jeder Farbwechsel entspricht 3 cm vertikal, d.h. die Landschaft hob oder senkte sich großskalig um teilweise mehr als einen Meter. Auch Merkwürdigkeiten um TanDEM-X – und russische scharfe Bilder eines Lacrosse-Radarstelliten der USA und seiner großen Radarantenne im Orbit: die Quelle, die Bedeutung und ein Artikel. [19:35 MESZ. NACHTRAG: auch eine PM des DLR zu Nepal und (u.a.) Sentinel]

blob

Das ist mal ein toller koronaler Massenauswurf der Sonne!

Er verließ sie gestern Abend nach einer Filament-Eruption zur Seite weg: weitere Bilder hier, hier und hier. Auch die Kometen Lovejoy – jetzt mit Staubschweif – am 27. April und 26. April und MASTER am 28. April und 27. April (mehr), beide (und Howell) von SWAN gesehen, und die ‚Entdeckung‘ von GAIA durch PanSTARRS (mehr). Sowie der neue Katalog der nächsten Sterne „Starchive“, wachsender Ärger über LED-Straßenlampen, die nächste Runde bei der Exoplaneten-Taufe – und eine Studie über Open Access: Eine flächendeckende Umstellung wäre möglich. [2:25 MESZ] Und hier Protuberanz und Filament in Bewegung, von Anfang bis Ende aus SDO- und SOHO-Sequenzen zusammen gesetzt! [18:10 MESZ. NACHTRAG: eine SOHO-Komposit-Version der CME]


28. April

Ein Progress-Transporter in erheblichen Schwierigkeiten nach dem zunächst problemlosen Start heute morgen zur ISS: Wie man unschwer erkennt, taumelt das Raumschiff heftig, und angeblich ist auch der Orbit zu niedrig, was aber nicht bestätigt ist. Es gibt in den nächsten Stunden auch keine Möglichkeit, Kommandos zu schicken oder weitere Telemetrie zu empfangen: magere NASA-Updates, viel Spekulation und erste Artikel hier, hier und hier. Ein Falcon-9-Start eines turkmenischen Satelliten – ein ungewöhnliches Bild – war dagegen ein Erfolg und trotz Sauwetters gelungen: mehr Links. [15:35 MESZ] Zumindest für eins der beiden gestarteten Objekte wurde der sehr niedrige Orbit bestätigt: Die ersten Elemente der problematischen Mission haben wohl tatsächlich gestimmt. [17:15 MESZ] Und Stunden später stellt sich heraus, dass die Progress-Bahn mit 187 x 259 km doch nahe am Zielwert liegt: Die Soyuz-Rakete hat bis in den Orbit funktioniert (ihre Oberstufe ist auf 169 x 181 km, die schneller verfallen); beim oder nach dem Aussetzen ging etwas daneben. [23:55 MESZ]


26. April

ari

Und mal wieder ein farbenfroher Ariane-Start, Nr. VA222, der mit dem Aussetzen zweier Satelliten endete. Auch eine Progress-Entsorgung heute, wie sich die Weltraum-Geckos amüsierten, die Sauerstoff-Maschine von Mars 2020 – und ein hektisch rotierender C-G aus NavCam-Bildern. [22:40 MESZ] Arianespace, ESA und Airbus D&S Releases zum Start. [23:05 MESZ] Und ein Artikel. [23:45 MESZ. NACHTRÄGE: ein diesmal besonders pittoreskes Video des Starts, leider wieder mit den bekannten Uralt-Bildern einer Kamera auf der Rakete, Bilder mit dem Mond hier und hier, Press Releases der Kunden Telenor und Thales, weitere Artikel hier, hier und hier und mehr Links]

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Komet Lovejoy gestern mit strukturreichem Plasmaschweif von Michael Jäger aufgenommen (L-3x400sec RGB 180/180/180sec 4x4bin 10″/4.0 FLI 8300) – auch Bilder vom 24. April (mehr) und 23. April (mehr und mehr) sowie Komet MASTER mit superschmalem Schweif gestern (mehr) und vorgestern und C-G, inzwischen Amateuren zugänglich geworden, vorgestern. Plus eine Stunde SoFi-Talk gleich am Anfang dieses Blocks eines 36-Stunden-Hangoutathons, die deutsche SoFi „als fachübergreifende live-learning Unterrichtseinheit“, eine tolle Sonnenprotuberanz vorgestern (mehr, mehr und mehr), eine konkrete Vorhersage für das 5. Bild der vierfach gelisten Supernova (auch hier gefeiert), der neueste USNO-Katalog, die lange Astro-Geschichte des Mauna Kea, der Aufbau des Event Horizon Telescope – und kuriose Gewitterforschung mit dem Radioteleskop LOFAR. [17:45 MESZ]

Dawn im Science-Orbit um Ceres, MESSENGER vor dem Crash

Kommen und Gehen im Sonnensystem: Dawn ist am 23. April im ersten Science-Orbit angekommen und kann (nach Überwindung eines Safe-Modes) mit der ersten systematischem Kartierung von Ceres beginnen (an dessen Vermessung sich gerade noch Astronomen auf der Erde per Sternbedeckung versuchten), während MESSENGER gestern sein letztes Bahnmanöver vor dem unausweichlichen Crash absolvierte, wobei bis zuletzt Daten eingefahren werden. Auch neue Bilder von Rosetta, dem MRO (von Curiosity) und Cassini, was Arkyd 3R demonstrieren soll, ein Rekord-hoher GPS-Einsatz bei Magnetospheric Multiscale, Details der ARM, das Abdocken eines Progress, mal wieder ein Gerst-Auftritt [NACHTRÄGE: ein TV-Bericht, ein weiterer Artikel und ein Storify], die Oktober-Unfall-Untersuchungen bald fertig, die russische Raumfahrt in Geldnot – und der Langzeit-Ballon ist schon fast einen Monat in der Luft und einmal um die Erde. [1:00 MESZ]

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