Allgemeines Live-Blog vom 14. bis 16. Juni 2015


16. Juni

ceres-andersfleck

Und hier jetzt mal ein anderer heller Fleck auf Ceres

von Dawn am 6. Juni aus dem Survey Orbit in 4400 km Höhe aufgenommen: weitere Verarbeitungen hier, hier und hier sowie eine weitere neue Aufnahme aus dieser Höhe; frühere fördert eine Verringerung der Bildnummer um jeweils 1 zu Tage. Auch ein neues Klimamodell des Mars mit einer kalten Eiswelt, Amateur-Verarbeitung von MSL-Bildern, die schon mal erwähnten CubeSats, die InSight begleiten (und für die meisten wohl eine Neuigkeit waren: Artikel hier, hier, hier, hier und hier), ein Vorschlag für eine Billig-Mission zu Io und schöne Impaktkrater der Erde aus dem Orbit. Sowie 25 Jahre ROSATs erstes Bild, ein Arbeitsbeginn für Spektr-RG (mit dem Quasi-Nachfolger ROSATs, dem deutschen Teleskop eROSITA, an Bord) erst im März 2017 (wobei diese Quelle dann erst den Start sieht), ein HST-Bild der „einsamen“ Galaxie NGC 6503 (dito) – und die Aufzeichnung einer ESA-PK zum IXV-Experiment. [23:55 MESZ – Ende. NACHTRAG: ein Artikelchen zu obigem Bild]

nav0613

Komet C-G eine Stunde bevor Philae erstmals Rosetta erreichte, 200 km entfernt: Philae sitzt oben rechts hinter dem Rand der großen Vertiefung Hatmehit auf dem Kometenkopf. Gerade wurde ein zweiteiliges Manöver Rosettas kommandiert, um in den nächsten Tagen die Empfangs-Geometrie zu verbessern. Über die Kommunikationsversuche wird weiter nur erratisch berichtet, nach dieser Story kam es gestern zu einer längeren aber lückenreichen Datenübertragung. Auch die Ereignisse des ersten Kontakts, die Vorfreude bei MUPUS, ein Display einlaufender Telemetrie, ein JPL Release, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein Interview mit Philaes Sonnenzellen-Expertin. [4:50 MESZ] Der angebliche Kontakt gestern war falsch: Rosetta hat seit dem Abend des 14. nichts mehr von Philae gehört, was sich durch das Bahnmanöver aber ändern soll – es stellt zumindest die Bedingungen vom 13. wieder her. Morgen gibt’s übrigens eine PK in Paris, schon lange geplant. [18:30 MESZ] Weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein neues 12-min- und altes 1-1/2-Stunden-Interview – und ein Paper von 2007 zu Philaes Technik. [23:45 MESZ]

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Der Apollo-Asteroid Icarus kommt heute der Erde ’nahe‘

bei einem Vorbeiflug in 8 Mio. km oder 21 Monddistanzen oder 0.05384 au (vom Erdmittelpunkt): Dabei erreicht der 1949 entdeckte prominente Near Earth Asteroid immerhin 14.1 mag., was sich wegen besserer Geometrie noch bis 13.5 mag. am 18. Juni – Abstand dann wieder 0.065 au – erhöht. Auch die Position am Himmel ist (für Deutschland) günstig: Icarus kann die ganze Nacht beobachtet werden, am Abend noch 60° bzw. morgen und übermorgen 55° und 50° hoch in den Jagdhunden bzw. Coma bzw. Bootes – und auch Profi-Astronomen sind erregt von der engsten Icarus-Begegnung bis 2029, v.a. die Radar-Astronomen. Auch Komet MASTER am 12. Juni, wie der GRF früher mit heutiger Technik ausgesehen hätte, große Erwartungen in Indonesien 9 Monate vor der nächsten ToSoFi – und nette NLCs in Nordengland in der Nacht 13./14. Juni. [3:30 MESZ]

In genau vier Wochen schießt New Horizons am Pluto vorbei, was die NASA mit diesem 1-Stunden-Video feiert: Es gibt bislang keine besonderen Vorkommnisse, dafür die Amateur-Verarbeitung einer LORRI-Aufnahme von gestern, Spekulationen über die Oberflächen von Pluto & Charon und eine Atmosphäre von Charon, geplante SOFIA-Beobachtungen einer Sternbedeckung durch Pluto kurz vor dem Flyby zur Status-Bestimmung von dessen Atmosphäre – und tiefsinnige Gedanken über mögliche Reaktionen auf den Flyby. Zuvor gibt’s aber noch heute Abend einen engen Flyby an Dione durch Cassini. [2:55 MESZ]

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Heute früh MESZ fällt der alte Satellit TRMM vom Himmel

Den Wiedereintritt der Tropical Rainfall Measuring Mission sagt die amerikanische Weltraumüberwaching (Joint Space Operations Center) derzeit für 5:50 MESZ ±60 Minuten voraus: Die Grafik zeigt den dabei überflogenen Groundtrack. Der Großteil des Satelliten wird verglühen, aber das Orbital Debris Program Office der NASA schätzt, dass etwa ein Dutzend Fragmente des 2.4-Tonnen-Satelliten aus Titan den Boden erreichen werden: Die Wahrscheinlichkeit, dass dabei ein Mensch – zwischen 35° nördlicher und südlicher Breite – getroffen wird, liegt bei 1:4200, „which is a relatively low chance“. Auch ein NASA-Request für eine neue Klasse von Start-Services für CubeSat-Schwärme, ein weiterer Boden-Test eines Triebwerks des SLS, welches auch ein Musik-Video bewirbt, was vielleicht Nordkoreas Raumfahrt vorhat, ein 15-Minütiges Interview mit dem scheidenden DLR- = kommenden ESA-Chef – und ein Auftritt eines deutschen Raumfahrt-Austellers in den UAE. [2:15 MESZ. NACHTRAG: Nach Angaben des JSpOC – vermutlich basierend auf der direkten Beobachtung des Feuerballs des Reentry mit IR-Satelliten – ist TRMM seit 5:55 MESZ ±1 Minute Geschichte]


14. Juni

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Philae hat sich gemeldet – bereit für mehr Forschung!

In der vergangenen Nacht hat sich der seit sieben Monaten schweigende Kometenlander endlich wieder gemeldet: Mehr als 300 Datenpakete der 85-sekündigen Übertragung sind bereits im Kontrollzentrum in Köln (oben) eingetroffen – und es geht Philae trotz des unfreiwilligen Winterschlafs so gut, dass die Forschungsarbeit bald wieder aufgenommen werden kann. Der Lander war sogar schon länger wach, hatte bisher aber nicht auf die Anrufe des Rosetta-Orbiters reagieren können: Über 8000 weitere Datenpakete haben sich bereits in seinem Bordspeicher angesammelt. Sie sollen bei kommenden Kontakten herunter geladen werden und sollten ein umfassendes Bild über Philaes akuellen Zustand und seine Abenteuer der vergangenen Tage liefern. [15:50 MESZ] Bereits jetzt würde die Leistung der Solarzellen ausreichen, um einige Experimente zu betreiben – und sie sollte über die aktuellen 24 Watt noch ansteigen. Ein paar frühe Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – natürlich ohne weitere Erkenntnisse. Aber es gibt schon Gags hier und hier. [17:15 MESZ] Rosettas Bahn soll optimiert werden, um Philae besser zu hören; auch weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [20:55 MESZ] Wie dieses Blog soeben erfahren hat, meldete sich Philae in einem weiteren Kommunkationsfenster gegen Mittag nicht bei Rosetta; das kann aber geometrische Ursachen haben. [22:15 MESZ] Die detaillierteste Beschreibung bisher von Status und Plänen, aber erstmal hat Philae auch das nächste Funkfenster verpasst, das es heute Abend gab! Auch viele weitere frühere Artikel hier (mehr und mehr und ein Interview), hier (Radio-Feature), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. [23:50 MESZ. NACHTRAG: In dem Sonntagnacht-Fenster sind bei einem marginalen Kontakt immerhin 5 weitere Datenpakete in drei Bursts à 10 Sekunden durchgekommen: mehr zum Status und ein paar erhofften Monaten Forschung in diesem Interview und Soundbites vom 15.6. und 14.6.]

Heute der Reentry? Das Ende ist nahe für das LightSail-A

mit aktuellen Voraussagen von 20:00 MESZ ±6 Stunden bzw. 13:00 MESZ ±5 Stunden. Aber zuvor wird es gegen 3:27 MESZ noch einmal einen sehr guten Überflug über Deutschland geben (eigenen Ort einstellen!), wobei die Zeiten bis auf ein paar Minuten genau sein sollten: Zuletzt betrug die Abweichung nur wenige Sekunden gegenüber zwei verschiedenen Berechnungen. Das ist dann definitiv die letzte Chance, den kleinen Segler mit seinen vielen Problemen noch einmal zu sehen; Updates zu seinem Reentry sollte es auch auf dieser Seite geben. [1:40 MESZ] Gegenüber den Bahnelementen, die Heavens Above benutzt, kommt das LightSail 45 Sekunden später angeflogen! [2:55 MESZ]

lightsail-mine-sw

Der schnelle Überflug des LightSail – bei sehr klarem Himmel in der beginnenden Dämmerung über Königswinter – war fantastisch: Die Helligkeit schwankte gleichmäßig innerhalb einiger Sekunden zwischen unsichtbar mit dem bloßen Auge und beinahe so hell wie die hellsten Sterne. Aus einer überbelichteten Langzeitaufnahme ließen sich immerhin drei der Maxima gewinnen (dahinter liegt eine farbige Version), aber dem visuellen Drama kommt das nicht nahe: besser als jeder ISS-Überflug. R.I.P., kleines Segel … [3:40 MESZ. NACHTRAG: Die Taumel-Rate bei dem Überflug betrug etwa 7-mal pro Minute, wobei sie mit sinkendem Orbit schneller zu werden scheint. Auch um 15:30 MESZ wurde noch Funk des LightSail empfangen, bei einem Pass über Japan, die letzten Absturz-Prognosen liegen bei 22:40 MESZ bzw. 18:00 MESZ, jeweils ±4 Stunden, NACHTRAG 2: Oder 21:15 MESZ ±4 Stunden nach dieser Analyse – um 18:55 MESZ war das LS-A, dessen Periode der Lichtkurve so abnahm und Helligkeitsspanne so aussah, jedenfalls noch da, während die PS null eigene Informationen zum Verbleib hat. NACHTRAG 3: Nach den letzten Berechnungen jedenfalls müsste das LightSail-A gegen 19:25 MESZ verglüht sein, nur 1/2 Stunden nach o.g. letztem Funkkontakt. NaCHTRAG 4: ein einsamer Nachruf. NACHTRAG 5: was über über den Reentry weiß, den keiner sah]

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