So sieht der Satellit DSCOVR Afrika und Europa

dscovr-neu

Nun gibt es von dem im Lagrange-Punkt 1 zwischen Erde und Sonne geparkten Deep Space Climate Observatory auf ein Bild, das Europa, Afrika und Westasien zeigt, aufgenommen am 6. Juli mit seiner Earth Polychromatic Imaging Camera (EPIC) durch R-, G- und B-Filter.

Derweil haben die vier NASA-Satelliten der Mission Magnetospheric Multiscale (MMS) am 9. Juli spezielle Bahnen eingenommen, die sie gelegentlich als Tetraeder durch die Magnetosphäre fliegen lassen: So lässt sich magnetische Rekonnektion am besten ‚dreidimensional‘ ergründen. Auch Bio-Experimente außen auf der ISS mit astrobiologischem Bezug.

Tethys2

Seltsame rötliche Streifen auf dem Saturnmond Tethys hat Cassini diesen April aufgenommen, als das Licht dafür zum ersten Mal besonders gut war (der Farbkontrast wurde allerdings heftig verstärkt; für’s Auge erschiene Tethys homogen grau): Sie sind geologisch jung, aber eine triftige Erklärung wurde noch nicht gefunden [NACHTRÄGE: Artikel hier und hier dazu]. In den nächsten 6 Monaten wird Cassini zum letzten Mal Enceladus und Dione besuchen; auch die jüngsten Abenteuer von Opportunity auf dem Mars.

In diesem Video wird gut der Yarkovsky-Effekt erklärt, den OSIRIS-REx am Asteroiden Bennu messen soll. Auch weiter kein Kontakt mit Philae (und Artikel hier und hier), eine Debatte über das US-Planetenprogramm (auch eine Aufzeichnung, 2 Stunden lang) – und mögliche Americium-241-Produktion in England für von der ESA erwogene RTGs für Raumsonden.

siebold

SpaceShipTwo-Unfall: Design-, Trainings-, Copiloten-Fehler

Bezüglich der direkten Ursache der Zerstörung des SpaceShipTwo von Virgin Galactic im Flug am 31. Oktober 2014 hat die Untersuchung des National Transportation Safety Board die erste Vermutung bestätigt: Es war ein Fehler des Copiloten, der den Feder-Bremsmechanismus viel zu früh entriegelte, welcher sich daraufhin durch aerodynamische Effekte von selbst aufstellte. Die dynamischen Kräfte zerrissen dann das Vehikel sofort, und während der Copilot ums Leben kam, überlebte der Pilot: Dieses erst jetzt veröffentlichte Bild zeigt ihn am Fallschirm [NACHTRAG: noch mehr Bilder]. Das NTSB sieht aber viele tiefere Ursachen, vom Design des Cockpits, das solch eine Entriegelung schon bei Mach 0.8 (statt 1.4) erlaubte, über zu wenig Bewusstsein bei den Piloten, dass dies fatale Folgen haben würde, bis zu enormem Stress für den Copiloten kurz nach dem Abwurf des SS2 vom Trägerflugzeug: Schuldig war mithin „Scaled Composite’s failure to consider and protect against human error and the co-pilot’s premature unlocking of the spaceship’s feather system as a result of time pressure and vibration and loads that he had not recently experienced.“ So weit nachvollziehbar, war mit den Piloten nur ein einziges Mal, über drei Jahre vor dem Unfall, über die Windlast auf den Federmechanismus in der Übergangsphase Unter-/Überschall diskutiert worden. Und auch die US-Luftaufsicht FAA musste sich einiges anhören, sie war mit dem Testprogramm des SS2 wohl reichlich lasch umgegangen: auch ein Abstract des Untersuchungs-Berichts (der in Gänze in einigen Wochen kommen soll), weitere NTSB-Dokumente, ein paar Video-Clips, eine Standbild-Analyse, ein Voice Transcript aus dem Cockpit, die Aufzeichnung einer Anhörung, eine Reaktion von Virgin Galactic, Artikel hier (früher), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier und hier plus mehr Links] sowie Meta-Gedanken zu Pilotenfehlern, die angeblich nie die wahre Ursache seien. Auch die Krise der russischen Raumfahrt – und nein, deutsche Forscher haben nicht die Funktion eines angeblichen Antriebs bestätigt, der den Grundlagen der Physik widersprechen würde …

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