Archive for Februar 2016

Allgemeines Live-Blog vom 18.-26. Februar 2016

18. Februar 2016

26. Februar

Eine expandierende Blase um den Wolf-Rayet-Stern WR 31a auf einer Hubble-Aufnahme. Derweil zeigt der Kern von Komet C-G auch diesen Monat noch allerhand Jet-Aktivität, wenn man tief genug schaut wie OSIRIS am 18. Februar und die NavCam am 22. Februar – während der Falcon-Start (s.u.) jetzt für die Nacht 28./29. Februar angesetzt zu sein scheint, wieder um 0:47 MEZ, und auch klarer geworden ist (Update 26.2.), was letzte Nacht schief ging. [23:55 MEZ – Ende]

So erklärt man die Gravitationswellen … im Fernsehen

Unter all den Versuchen in den letzten zwei Wochen, das Phänomen der Gravitationswellen in Fernsehauftritten oder Videoclips begreiflich zu machen, sticht dieser 8-Minuten-Auftritt des Physikers Brian Greene in der Late Show des US-Senders CBS hervor – er brachte sogar ein funktionierendes Laser-Interferometer mit, in das der Host Stephen Colbert eine Welle rufen konnte. Auch ein lebendiges 12-Minuten-Video der MPG (mit deutschen Untertiteln) und ein erfreuliches 2-Stunden-Hearing eines Kongress-Ausschusses mit originellen Fragen, ein später Press Release eines Statistik-Instituts, hilfreiche Zusammenfassungen des ganzen Dutzends LIGO-Papers, Antworten auf häufige Fragen aus der Öffentlichkeit, weitere Artikel zu diversen Aspekten hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein früheres unterhaltsames Interview mit dem deutschen GW-Pionier Karsten Danzmann – und ein Paper zur GW-Jagd mit Pulsaren: dazu ein Press Release und ein Artikel. [22:50 MEZ]

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Plutos Nordpolar-Region, heftig konstrastverstärkt (wobei dieses Blog noch mal kräftig nachgelegt hat): lange Canyons – und vielleicht Methan-Ablagerungen. Auch der Status von Opportunity, wo der Marsrover 2020 Mikroben suchen könnte, Erkenntnisse der Van Alleen Probes, von Voyager 1 und IBEX über die Strahlungsgürtel der Erde, die Wirkung der Sonne auf Kosmische Strahlung und das interstellare Magnetfeld, der Endspurt beim Bau des JWST, Artikel hier, hier, hier, hier und hier zum baldigen Ende der 1-Jahres-ISS-Mission – und Aussagen eines russischen Militärs aus der Weltraumüberwachung, die Erkenntnisse insinuieren, dass Nordkoreas neuer Satellit ein Erdbeobachter ist und funktioniert, wie immer das festgestellt worden sein soll. [19:55 MEZ. NACHTRAG: das Management der Daten von New Horizons]

Mehr Daten: NEO 2013 TX68 kommt später, bleibt ferner

Anfang des Monats sorgte der Asteroid 2013 TX68 für moderates Aufsehen, da wegen eines winzigen alten Bahnbogens sein Abstand von der Erde bei der nächsten Annäherung Anfang März höchst unklar war: Er würde irgendwo zwischen 17’000 und 14 Millionen Kilometern liegen. Jetzt sind aber weitere Beobachtungen des Objekts im Archiv von Pan-STARRS gefunden worden, die den Bahnbogen auf 10 Tage verlängern: Die revidierte Bahnanalyse kommt auf einen wahrscheinlichen Abstand von grob 5 Mio. km, bei einem garantierten Mindestabstand von 24’000 km von der Erdoberfläche. Und das auch erst am 8. und nicht wie zunächst berechnet 5. März, wobei laut dem JPL-Ephemeriden-Rechner maximal 20 mag. zu erwarten sind. Nicht nur dieses Mal ist eine Kollision des etwa 30 m großen Brockens mit der Erde kategorisch ausgeschlossen, nunmehr auch irgendwann sonst in den nächsten 100 Jahren: Bereits am 11. Februar war der Asteroid aus der Liste der Risiko-Objekte entfernt worden. [4:35 MEZ]

falco

Und wieder steht ein Landeversuch der 1. Stufe einer Falcon 9 bevor, erneut auf dem ferngesteuerten Boot und diesmal mit aus orbitmechanischen Gründen noch geringeren Erfolgsaussichten als sonst: Der Webcast soll gegen 0:25 MEZ beginnen, der Start um 0:47 MEZ erfolgen, und 10 Minuten später wäre es dann so weit. Gestern war der Start aus technischen Gründen abgesagt worden, heute sind dafür die Wetteraussichten besser: Bilder der Rakete auf der Rampe und von einem Triebwerkstest, unabhängige Updates und frühere Artikel zu Auftrag und Landeversuch hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – auch ein weiterer Ariane-Auftrag vom Galileo-Projekt und ein offenbar bald geplanter Satelliten-Start im Iran. [0:10 MEZ] Startabbruch bei t-1m41s – damit ist ein Start heute wohl unmöglich. [0:45 MEZ] Offenbar ging das LOX-Tanken zu langsam; ein neuer Starttermin wird nicht genannt, es werden „a couple of days“ sein. [0:50 MEZ] Welch ein Aufschrei im Kosmos! Und ein Artikel zum Scrub. [0:55 MEZ] Auch hier und hier – während man bei SpaceX etwas ratlos zu sein scheint. [1:15 MEZ] Weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [3:55 MEZ]


25. Februar

Mehrere Feuerkugeln sorg(t)en für Aufregung im Februar

Da war (neben bereits hier und hier [„in der Tabelle der irdischen Airbursts …“] erwähnten Fällen) z.B. dieser Bolide über Spanien vorgestern – oder eine Sonnen-helle Feuerkugel am Tage heute über Frankreich, die auch in Luxemburg und im Westen Deutschlands gesehen werden konnte. Und ein Bolide in der Nacht 3./4. Februar könnte nach Auswertung von Fotos der Leuchtspur zu einem Meteoritenfall in Oberfranken geführt haben, wie lokalen Artikeln hier = hier und hier zu entnehmen ist. Auch Artikel hier und hier zum Ende des Int’l Year of Light und was sein Vermächtnis sein könnte – und ein möglicher Magnetsinn auch bei Hunden und Affen … [21:55 MEZ]


24. Februar

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Die Karte des Kerns von Komet C-G ist nun vollständig, nachdem Rosetta auch seime Südhemisphäre im Sonnenlicht gesehen hat; drei Regionen wurden hier hinzu gefügt. Auch ein paar aktuelle Bilder hier und hier, der Missionsplan des Orbiters für die letzten Monate, Nachrufe auf Philae hier, hier und hier – und wieder eine Erfolgsmeldung vom LISA Pathfinder. [18:35 MEZ. NACHTRAG: ein Artikel zu den Fortschritten]


23. Februar

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Der 20-km-Krater Juling auf dem Zwergplaneten Ceres mit interessanten Hangrutschungen, die wegen eines offenbar noch geringen Alters deutlich zu erkennen sind – auch Labor-Experimente zu Impakten auf diesem Himmelskörper: Die meiste Impaktormasse verbleibt in oder bei den Kratern. [23:50 MEZ]

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Der ExoMars Trace Gas Orbiter wird betankt (oben drauf der Lande-Demonstrator Schiaparelli), wobei die insgesamt 2.5 Tonnen MON und MMH aus Deutschland kamen: Das Startfenster für die europäisch-russische Mission mit vielen Problemen im Vorfeld reicht vom 14. bis 25. März. Auch Titan-Temperatur-Karten von Cassini über viele Jahre hinweg: Wärmer als -180°C wird’s nicht. [23:45 MEZ]

Neues Kuiper-Gürtel-Objekt mit 500-1000 km in den Top 20

Der neu entdeckte Transneptun 2015 KH162 dürfte es mit seiner Absolut-Helligkeit von 3.7 je nach Albedo auf 500 bis 1000 km Durchmesser (oder konservativer 350 bis 1100 km) bringen: Das stellt ihn gemäß der Tabelle der absolut hellsten KBOs in die Top 20 und im Falle einer besonders niedrigen Albedo sogar die Top 10 der größten bekannten Exemplare. Auch die Kometen Catalina am 19.2. und Ikeya-Murakami am 14.,15. und 16.2., ein neuer Meteorstrom am Südhimmel, die Volantiden, eine präzisere Bahn des Asteroiden 2014 AA, der die Erde traf, offenbar zwei Erd-Impakte vor ca. 790’000 Jahren in < 30'000 Jahren Abstand, denn die Tektite sind nicht alle chemisch gleich, in der Tabelle der irdischen Airbursts aus IR-Satelliten-Daten ein 13-Kilotonnen-Event am 6.2., zwar das größte seit Chelyabinsk aber ca. 33-mal schwächer, ein Katalog mit über 900(!) Videos der Chelyabinsker Feuerkugel und ihrer Folgen, weitere Papers hier und hier zu möglichen Verwandten, die aber ohne klare Resultate bleiben – und eine wachsende Sammlung mit zahlreichen Links zur ToSoFi in Indonesien am 9. März. [21:55 MEZ]


22. Februar

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Charon hat sich in der Vergangenheit ausgedehnt, wobei diese tektonischen Strukturen entstanden – und das wiederum deutet auf einen gefrierenden Ozean hin: Artikel hier und hier sowie ein Paper und ein Artikel über die Sternbedeckung durch Pluto letzten Juni. Auch der immer noch aktive Mond-Lander Chang’e-3, Chinas kühne Mars-Pläne für das Startfenster 2020, Japans Erforschung der Venus, die aktuelle Lage in Sachen Raumschrott – und Nordkoreas fette Party nach dem letzten Satelliten-Start. [18:45 MEZ]


20. Februar

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Abschied vom Cygnus gestern: ein NASA-Blog-Bericht, Artikel hier, hier, hier und hier und mehr Bilder hier und hier. Auch Gezänk um das SLS und seine Oberstufe, Spekulationen über Tiangong 2 und die nächsten Besucher, Erinnerungen an die Mir, die vor 30 Jahren startete (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und Bilder) – und der Roll-Out des 2. SpaceShipTwo, der die Katastrophe vergessen machen soll: Statements von Virgin Galactic (mehr) und Virgin, ein Werbefilm, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (mehr), hier, hier und hier und ein TV-Clip. [13:45 MEZ] Mehr Fotos vom Event und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:30 MEZ. NACHTRÄGE: und hier, hier und hier]


18. Februar

Ein kurioses Video von einer Feuerkugel über Südfrankreich gestern Abend, auch ein Dashcam-Video derselben aus Italien, ihre Rauchspur am Himmel und erste Analysen. Plus der zerbrochene Komet Ikeya-Murakami gestern, vorgestern, am 14. Februar und an mehreren Tagen – und ein neues teures Forschungsprojekt, um den Ursprung des Wassers auf der Erde zu klären. [21:05 MEZ]

Hubbles Nach-Nachfolger WFIRST ist jetzt ein NASA-Projekt

Mit dem Beginn der Phase A für das Weitwinkel-Weltraumteleskop auf der Basis geschenkter Optik eines eingestellten Geheimprojekts ist das Wide Field Infrared Survey Telescope ein Stück realer geworden, auch wenn es erst Mitte der 2020-er Jahre starten soll: weitere Press Releases hier, hier und hier, ein kurzes Video und ein langer Hangout. Auch der Bau des JWST, die baldige Demonstration eines virtuellen Teleskops im Weltraum mittels CubeSats, die Aktivierung einer Mini-Kamera auf einem Cluster-Satelliten, die in 16 Jahren im All nie benutzt wurde, der Plan für Feuer-Experimente in einem Raumschiff, das neue Kontrollzentrum Nordkoreas und das alte der NASA – und was der US-Haushalts-Wunsch 2017 für die Astronomie bei der NASA und anderswo und für die Planetenforschung ersterer enthält. [20:55 MEZ. NACHTRAG: weitere WFIRST-Artikel hier, hier, hier und hier]

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Ein Ausschnitt aus einem OSIRIS-Bild vom 13. Februar aus 46 km Abstand; auch ein Mars-Express-Bild der Arda-Täler, eines uralten Entwässerungssystems auf dem Mars – und die NASA hat einen konkrete(re)n Plan für die Asteroid Redirect Mission: Laut dem 130-Seiten-Dokument (S. 3) soll Ende 2020 ein Roboter zu Asteroid 2008 EV5 fliegen und einen Felsbrocken abholen und Richtung Mond befördern, wo ihn Ende 2025 Astronauten unter die Lupe nehmen. [20:45 MEZ. NACHTRAG: noch ein Artikel dazu]

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Röntgensatellit ASTRO-H – als Hitomi – im Orbit

17. Februar 2016

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Nach 5-tägiger Verschiebung wegen schlechten Wetters ist der Start heute planmäßig erfolgt, und nach wohlbehaltenem Erreichen des Orbits hat Japans ASTRO-H den Namen „Hitomi“ erhalten, der Pupille (des Auges) bedeutet. Der Satellit – Homepages hier, hier, hier, hier und hier – soll mit 4 Teleskopen und 4 Instrumenten diverse Phänomene des heißen Universums untersuchen dabei v.a. mit hoch aufgelösten Spektren ausgedehnter Quellen punkten. Und weil viele internationale Partner mitmachen, gibt es auch Press Releases von der ESA (früher), der NASA, der kanadischen Regierung (früher) und der Uni Yale – auch ein Storify des Starts und Artikel hier, hier (früher), hier, hier, hier und hier. [NACHTRÄGE: die amtliche Bahn, Fotos vom Start, ein später NASA Release zu einem Instrument und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.]

Ein Zeitraffer vom SDO mit der Auflösung einer Protuberanz, die sich Anfang des Monats ereignet hat – derweil wurden vergangene Nacht trotz hellen Mondlichts Polarlichter über Norddeutschland fotografiert, zuweilen auch schwach mit dem Auge gesehen und gefilmt – während sich die NASA mal wieder über die Auswirkungen großer geomagnetischer Stürme sorgt.

Wird China eLISA mit eigenen Satelliten zuvor kommen?

Der Rummel um den ersten direkten Nachweis von Gravitationswellen hat auch politische Folgen: So hat Indien plötzlich grünes Licht für einen 3. LIGO-Detektor gegeben, jedenfalls „im Prinzip“ (Artikel hier, hier und hier), der ab ~2023 mitmachen könnte [NACHTRÄGE: noch ein Press Release und ein Artikel] – und China spricht von mehreren Satelliten zur Erforschung von Gravitationswellen: einer Dreier-Konstellation, die schon um 2030 fliegen und damit eLISA der ESA um mehrere Jahre zuvor kommen würde. Alternativ wäre aber auch ein Einstieg bei eLISA denkbar, was schon seit Jahren eine Option ist, während sich die Schwerkraft-Forscher munter austauschen. Chinas Langzeit-Planung der Weltraumforschung ist jedenfalls so kühn, dass einen nichts mehr zu wundern bräuchte …

Allgemeines Live-Blog vom 12.-16. Februar 2016

12. Februar 2016

16. Februar

Final Mating TGO and EDM

Der erste ExoMars ist komplett! Der Lande-Demonstrator Schiaparelli (ganz oben) ist auf den Trace Gas Orbiter montiert worden (hier dominiert von seiner High-Gain-Antenne). Gestartet wird in Baikonur am 14. März, und bei Erreichen des Mars sollen sich beide am 16. Oktober trennen. Auch Lichtspiele auf Marshügeln von Curiosity, ein ungewöhnliches OSIRIS-Bild mit individuellen Staubteilchen von C-G, eine stärkere Oberstufe für das SLS – und im September bekommt die NASA das europäische Propulsion Qualification Model für die Orion für Tests geliefert. [23:55 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: ein Zeitraffer-Video von der ExoMars-Montage und Artikel hier und hier zur Mission]

Gleich soll Sentinel-3A auf einer Rokot in Plesetsk starten

Was ab 18:00 MEZ hier verfolgt werden kann: Press Releases hier, hier und hier, ein ESA-Blog und Updates zum Start und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Auch Tests mit der Laser-Kommunikation auf einem Nachrichtensatelliten, die erfolgreiche Freisetzung beider Test-Würfel im LISA Pathfinder [NACHTRAG: noch eine PM und Artikel hier und hier dazu], ein neuer Starttermin für ASTRO-H morgen früh, vielleicht ein Mars-Mikrofon auf dem US-Rover von 2020, eine gewisse militärische Nutzung der ISS (durch Kosmonauten-Erdfotografie von Krisengebieten), Sternenkriegs-Visionen der USAF – und ein während Parabelflügen gedrehtes Musik-Video: ein Making-Of-Video, ein Artikel und noch mehr Bilder dazu und das verwendete Flugzeug aus der Ilyushin-76-MDK-Serie. [17:30 MEZ] Alles grün für Sentinel, der Webcast läuft und ein Artikel zum LISA Pathfinder. [18:20 MEZ] Die Rokot steht frei – bzw. ihr Container, aus dem sie erst beim Start hervor kommt. [18:55 MEZ]

auf_

Und da fliegt sie – kein Countdown, wie üblich, und nach ein paar Sekunden in den Wolken verschwunden. [19:00 MEZ] Ein paar mehr Screenshots. [19:05 MEZ] Das Ganze in Bewegung und ein weiteres Standbild; jetzt gibt’s erstmal keinen Kontakt mehr. [19:10 MEZ] Ein langer Coast, bevor die Breeze-Oberstufe das zweite Mal gezündet wird; auch ein Artikel zum Start. [19:15 MEZ] Da eine ganze Stunde kein Kontakt besteht, pausiert der Webcast jetzt 40 Minuten. [19:30 MEZ] Alle Bodenstationen sind bereit für die AOS, wobei Kiruna als erste etwas hören sollte; die Breeze sollte ihre Arbeit getan haben. [20:15 MEZ] Der Satellit sollte jetzt frei sein, aber es dauert noch etwas bis zum Kontakt mit ihm und/oder der Breeze. [20:20 MEZ] Reichlich verhaltender Beifall im ESOC-Hauptkontrollraum, als die AOS erfolgt ist. [20:30 MEZ] Da ist das Signal – und das erste Kommando ist auch schon abgeschickt. Während sie im U.K. gleich mal RETURN gedrückt haben. [20:35 MEZ] Die Solarzellen entfalten sich, und auch sonst sieht alles gut aus; um die Kommunikation kümmert sich jetzt Svalbard. [20:45 MEZ] Die Sonnensegel sind draußen! Press Releases von ESA und Airbus. [20:50 MEZ] Na dann Mahlzeit! [20:55 MEZ] Noch eine PM. [21:30 MEZ] Nach einem Orbit ist Sentinel 3 völlig stabilisiert. [22:30 MEZ] Ein Khrunichev Release, ein Artikel mit richtigen Fotos und ein TV-Vorbericht. [23:30 MEZ. NACHTRÄGE: echte Fotos vom Start und gweitere Artikel hier, hier, hier und hier]

pan-schweif

So wurde die Kometen-Natur von 2016 BA14 entdeckt, der am 22. März dicht an der Erde vorbei sausen wird (siehe unten): gestackte Aufnahmen des Large Monolithic Imager am Discovery Channel Telescope (rechts prozessiert), die klar einen 10″-Schweif an dem vermeintlichen Asteroiden zeigen, der selbst aber weiterhin sternförmig aussieht, also keine sichtbare Koma entwickelt hat. Vom 20.-23.3. sind übrigens Radar-Beobachtungen geplant: Goldstone soll – mit einer 34-m-Schüssel – senden und Arecibo und Green Bank empfangen. Auch eine Spekulation über Komet Lexell, ebenfalls in den Top 5 der Erdnähe, der womöglich 2010 als Asteroid zurück gekehrt ist (oder auch nicht) – und eine riesige Zwangsumsiedlung rund um das Radioteleskop FAST in China zwecks Radioruhe, die z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier international für Aufsehen und Kritik sorgt. [16:55 MEZ]

Eine Flut von Papers zur ersten Gravitationswelle

mit direkter Beobachtung am 14. September 2015 (s.a. ganz unten) ergießt sich bereits über den Preprint-Server ArXiv, wo auch schon über ein Dutzend Arbeiten von Forschern außerhalb des LIGO-Projekts – frühzeitig eingeweiht oder auch nicht – aufgetaucht sind. Darunter diese elf: Ein Harvard-Theoretiker hat eine Möglichkeit gefunden, wie die Verschmelzung der Schwarzen Löcher zu dem von Fermi-GBM unmittelbar gesichteten Gamma-Signal geführt haben könnte; dabei wären die beiden Schwarzen Löcher das hantelförmige Überbleibsel eines massiven Sternkollapses gewesen, und während der Fusion hätte es eine Art GRB gegeben. Mehrere Chinesen haben eine andere Erklärung, mit Akkretion auf das neue Riesen-Loch aus dem ISM. Nimmt man den Zusammenhang von GW und Gamma-Transient an, dann kann man die Geschwindigkeit der GW ausrechnen, von der Lichtgeschwindigkeit praktisch ununterscheidbar. Die Fermi-LAT-Kollaboration berichtet derweil, dass dieser Detektor zwar nicht während des GW-Ereignisses aber 70 Minuten später in seine Richtung sah und dort nichts registrierte, dito der Satellit Swift 2 Tage später und PAN-Starrs und PESSTO und die Dark Energy Camera in den Wochen danach. Wiederum Theoretiker finden das dicke Doppel-Loch hinter dem GW-Event gar nicht so exotisch, während andere noch etwas Raum für alternative Gravitationstheorien sehen. Und Historiker haben im Detail untersucht, wie Einstein 1916-18 die GW entdeckte – und 1936-38 wieder anzweifelte … [16:30 MEZ. NACHTRÄGE: Das Fermi-Signal wird von INTEGRAL nicht bestätigt, was die Fermi-Forscher aber in einer ergänzten Fassung ihres Papers für irrelevant erklären (S. 25-26), es gibt hier, hier und hier die nächsten drei Theorie-Papers zum Fermi-Signal und Artikel zu seiner Deutung hier, hier, hier und hier sowie weitere Papers mit dem GW-Signal als ART-Test hier und hier und keine Neutrinos bei IceCube & ANTARES]


15. Februar

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Die Kometen-Kette Ikeya-Murakami in der Nacht 13./14.2. von Michael Jäger aufgenommen: G war 1.5 mag. heller als in der Nacht 11./12., dafür H weniger kondensiert und nur noch 21 mag. hell. Auch die Kette heute (stundenlang belichtet, ohne H), Komet Catalina am 14.2. und 12.4., ein Bolide über den USA am 14.2. (mit Videos) – und wie nach einem Boliden über Florida am 24.1. mehrere Meteoriten gefunden wurden. [23:55 MEZ. NACHTRAG: der neueste ‚amtliche‘ Stand in Sachen Fragmente]

Neuer Komet kommt Erde im März auf 3.5 Mio. km nahe

Der zunächst als Asteroid katalogisierte Komet P/2016 BA14 (PANSTARRS) wird sich der Erde am 22. März bis auf 0.0237 au oder 3.5 Mio. km nähern: Das dürfte in den Top 5 der bekannten erdnächsten Kometen-Besuche liegen (wobei in der Tabelle P/1999 J6 [SOHO] fehlt, der 1999 bis grob 0.012 au an die Erde heran kam). Mit einer Absoluthelligkeit von 19.5 hat der Kern von P/2016 BA14 240 bis 740 Meter Durchmesser, aber für die Helligkeit am Himmel ist auch die Koma wichtig: Derzeit sagt JPL Horizons vom 20. bis 24. März mehr als 13.0 mag. voraus, mit einem Maximum von 12.5 mag. am 22. März. Die geometrischen Sichtbedingungen für Europa sind exzellent: Am nämlichen Datum steht der Komet nach Ende der Abenddämmerung 60° hoch im Leo und kulminiert vor Mitternacht in 69° Höhe. Allerdings steht der Vollmond nur 38° entfernt, weshalb die Folgetage (Abstand 47° bzw. 55°) mit nur ein paar Zehntel geringerer Kometenhelligkeit günstiger sein könnten; dann steigt PANSTARRS in UMa bzw. CVn sogar über 80° hoch. Kurioserweise gelangt ebenfalls am 22. März auch noch 252P/LINEAR in Erdnähe, aus Europa allerdings unbeobachtbar. Die Bahnen beider Kometen sind übrigens recht ähnlich, was immer das bedeutet. [21:35 MEZ] Noch macht PANSTARRS nichts her: ein Bild von heute mit 45 cm Öffnung, etwa 18. Größe. [22:40 MEZ] Und so ähnlich sind die Bahnelemente der beiden Kometen. Auch die Bahn im Raum und ein anderer Artikel dieses Bloggers. [23:45 MEZ]


14. Februar

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(Ein Teil der) Trümmerkette von Komet Ikeya-Murakami heute, aufgenommen mit einem 50-cm-Teleskop: ein Artikel dieses Bloggers und Bilder vom 13. Februar (mehr), 12. Februar (mehr), 11. Februar und 10. Februar sowie Catalina heute, am 12. Februar (mehr), 11. Februar und 10. Februar und PANSTARRS am 12. Februar und 10. Februar. Auch eine schöne Animation eines Persistent Trains und ein ungewöhnliches Komposit der Geminiden 2015, die seltensten Mineralien der Erde, der vermutliche Progenitor der SN in Cen A, ALMA-Beobachtungen von Planeten-Entstehung um einen Doppelstern, das Astronomy Café auf Rhodos jetzt auch als Ferien-Sternwarte geöffnet – und eine kuriose britische Werbe-Kampagne während der SoFi 2015. [23:15 MEZ]


12. Februar

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Geologische Pluto-Karte, Ceres-Krater, C-G am 5. Februar

Von New Horizons gibt es jetzt eine geologische Karte eines Teils von Sputnik Planum (auch Ultraviolettes vom Zwergplaneten), von Dawn aus dem LAMO den Krater Meanderi und von Rosettas NavCam den Kometen aus 53 km Abstand. Derweil ist Philae so gut wie aufgegeben worden, Rosetta lauscht zwar noch, aber es gibt keine Kommandos mehr: eine weitere PM, Artikel hier, hier und hier – und ein kurioser Spin-Off eines Philae-Instruments. Über das Schicksal von InSight soll nächsten Monat entschieden werden, der für heute geplante Start des japanischen Röntgensatelliten ASTRO-H ist verschoben worden, weil das Wetter zu schlecht war, eine Delta 4 kam dagegen weg (mehr und mehr), es gibt neues Video-Material zu Nordkoreas Raketenstart (der Satellit taumelt wieder und sendet nicht; weitere Artikel hier, hier und hier) – und der Chef-Beobachter erzählt eine Stunde lang, wie der Reentry von WT1190F vom Flugzeug aus beobachtet wurde. [23:40 MEZ]

Der Reflexionsnebel IC 2631 um den Stern HD 97300 auf einer Aufnahme mit dem 2.2-m-Teleskop auf La Silla; derweil wird vom TMT-Projekt erwogen, dem feindseligen Hawaii den Rücken zu kehren, wo es die Uni aber unbedingt behalten will. Auch der zur Trümmerkette gewordene Komet Ikeya-Murakami gestern (mehr und mehr), mal wieder eine US-Feuerkugel – und der legendäre Sonnensturm von 1859 war wohl nur lokal ein Knaller. [23:00 MEZ]

Auch am Tag danach bebt die Raumzeit – medial jedenfalls

Die gestrige Bekanntgabe des LIGO-Erfolgs sorgt weiter für Aufregung: Unter den heutigen Funden ist v.a. ein langes Radio-Interview mit dem deutschen GW-Pionier Karsten Danzmann (auch ein Transkript) beachtenswert. Ferner die Rohdaten des September-Events samt Tutorial, das komplette Press Kit zur NSF-PK (auch Bilder und Soundbites von dort), weitere Press Releases hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Interview mit dem AG-Präsidenten, ein Chat zur Lage, weitere Info-Portale von LIGO, Caltech, NSF, MPG und DLF, die Geschichte der Gravitations-Forschung (auch eine Info-Grafik), weitere Artikel hier, hier, hier, hier (mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Video-Clips hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [22:05 MEZ. NACHTRÄGE: ein schwacher Gamma-Burst 0.4 sec nach den Wellen, dessen Zusammenhang damit unklar ist (ein Artikel dieses Bloggers dazu), späte Press Releases hier und hier, ein Interview mit mehreren LIGOlogen, weitere Artikel hier (mit Links zu vielen mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, live gezwitscherte Notizen von Vorträgen hier und hier (mit detailliertem Factsheet zum Event), ein Podcast (wo ab 12:19 von einem zweiten möglichen GW-Event die Rede ist, das auch in diesem Paper auf S. 5-6 und diesem Artikel erwähnt wird), ein Vortrag, ein Video mit Pinguin und Scherzchen hier, hier (etwa in der Mitte) und hier]

Live-Blog zur Gravitationswellen-Enthüllung

11. Februar 2016

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Was wir über die erste direkte Gravitationswelle wissen

Aus dem Dutzend Papers, das heute vorgelegt wurde, die wesentlichen Erkenntnisse zum ersten direkt beobachteten Gravitationswellen-Ereignis (oben noch mal die entscheidenden zwei Messungen, jetzt wissenschaftlicher geplottet):

  • Was haben die LIGO-Detektoren gesehen? Am 14. September 2015 um 9:50:45 UTC trat ein starkes Signal mit etwa 10 Schwingungszyklen auf, dessen Frequenz innerhalb von 1/5 Sekunde von 35 bis 250 Hz zunahm. Dabei stieg auch die Amplitude, und die die Interferometerarme veränderten sich in der Länge um bis zu 10^-21. Die nahezu identischen Kurven traten zwischen den beiden LIGOs mit einer Zeitdifferenz von 6.9 (+0.5/-0.4) Millisekunden auf.

  • Was ist die naheliegendste Interpretation? Das Signal ist genau das, was man in den finalen Momenten vor der Fusion zweier Schwarzer Löcher von 36(+5/-4) und 29±4 Sonnenmassen erwarten würde: Sie spiralieren immer schneller aufeinander zu, und dann schwingt das neu entstandene größere Schwarze Kerr-Loch von 62±4 Sonnenmassen aus. Alternativen wie zwei verschmelzende Neutronensterne oder ein Neutronenstern-Schwarzloch-Merger passen nicht: Nur zwei Schwarze Löcher wären kompakt genug gewesen, um noch mit 75 Hz umeinander zu sausen, ohne dass sie sich schon berührten.

  • Wie stark war die Quelle? Wie die Betrachtung der obigen Massen zeigt, hat sich das Äquivalent – gemäß E = m c^2 – von 3.0±0.5 Sonnenmassen als Gravitationswellen davon gemacht. Die maximale Gravitationswellen-‚Leuchtkraft‘ betrug 3.6 (+0.5/-0.4) x 10^56 erg/s was dem Energie-Äquivalent – wieder nach E = m c^2 – von 200 (+30/-20) Sonnenmassen pro Sekunde entspricht. Nimmt man an, dass dies ein „typisches“ Ereignis war, dann – so lässt sich hochrechnen – passiert so was zwischen 2- und 53-mal (oder 6- bis 400-mal unter anderen Annahmen) pro Kubikgigaparsec und Jahr.

  • Wie weit von der Erde entfernt ist das passiert? Die „luminosity distance“, die sich praktischerweise direkt aus den Wellen-Messungen ableiten lässt, betrug 410 (+160/-180) Megaparsec, was in der Standardkosmologie einer Rotverschiebung von 0.09 (+0.03/-0.04) entspricht. Leider arbeiteten zum Zeitpunkt des Ereignisses nur die beiden LIGO-Detektoren, die erst kurz vorher nach umfassenden Upgrades wieder eingeschaltet worden waren, aber nicht Italiens VIRGO: Die Quelle war irgendwo in einem langen Streifen von 600 Quadratgrad am Südhimmel. Advanced LIGO hätte ein derartiges Signal übrigens noch bis zu einer Rotverschiebung von etwa 0.5 nachweisen können.

  • Warum ist die Beobachtung so epochal? Es ist der erste direkte Nachweis von Gravitationswellen (die sich indirekt bereits seit 1978 bemerkbar machen, indem sie zwei Neutronensterne immer schneller zusammen kommen lassen; da gab es 1993 den Physik-Nobelpreis für), die erste Beobachtung der Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher und auch der Nachweis, dass es überhaupt Paare stellarer Schwarzer Löcher mit mehr als 25 Sonnenmassen gibt. Und dass solche „schweren“ stellaren Schwarzen Löcher in der Natur entstehen – wobei das Verschmelzungsprodukt mit seinen ~62 Sonnenmassen das schwerste je gesehene dieser Klasse überhaupt ist.
Irgendwelche Abweichungen von der Allgemeinen Relativitätstheorie waren bei dem ersten direkt beobachteten Gravitationswellen-Signal übrigens nicht zu erkennen, alles passt perfekt zum Modell. Hat Einstein vor 100 Jahren fein gemacht, weshalb diese kurze Arbeit nun im LIGO-Paper als Referenz 1 zitiert wird. [23:55 MEZ – Ende]

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Beteiligte Wissenschaftler erzählen + die komplette LIGO-PK bis zum unerklärten Abbruch der Übertragung – inzwischen sind noch mehr Papers aufgetaucht, es gibt einen detaillierten Explainer von LIGO (mehr und mehr), weitere Outreach-Materialien hier und hier, noch mehr Press Releases hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Statement von Wanka, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein 10-Minuten-Erklärstück von PBS. [20:25 MEZ] Und noch mehr Press Releases hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier. [21:55 MEZ] Immer noch mehr Press Releases hier und hier, die Blogs von LIGO und CSIRO, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und eine britische Frontpage. [23:40 MEZ]

„We did it!“ LIGO hat eine BH-Fusion in 400 Mpc gesehen

Es ist alles wahr! Beide LIGOs haben am 14. September dasselbe Signal mit kurzem Zeitanstand gesehen – genau so wie es die ART für die Fusion zweier Schwarzer Löcher voraussagt. [16:35 MEZ] Und hier ist das wissenschaftliche Paper: „Observation of Gravitational Waves from a Binary Black Hole Merger“. [16:40 MEZ]

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Das entscheidende Signal, wie es von den beiden LIGOs gesehen wurde – und wie sich Frequenz und Intensität mit der Zeit veränderten. Die Positionsbestimmung der Quelle ist nur sehr ungenau: eine langgestreckte Ellipse am Südhimmel … [16:50 MEZ] … wie in dieser Grafik gezeigt. [16:55 MEZ] Pressemitteilungen zum Erfolg vom Caltech, der MPG und Stanford. [17:05 MEZ]

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LIGO ist nur eines von vier Fenstern in die Welt der Gravitationswellen, hat Kip Thorne auf der NSF-PK betont: Wellen anderer Frequenz werden – demnächst … – von LISA im Weltraum gemessen, und schon jetzt wird mit Radioteleskopen via Pulsare und in der Mikrowellen-Hintergrundstrahlung gesucht. [17:10 MEZ] Und er sagt voraus, dass die LIGOs jetzt eine Vielfalt von Signalen sehen sollten – mehrmals pro Jahr. [17:20 MEZ] Das Paper noch einmal, da der PRL-Server inzwischen in die Knie geht, sowie weitere Press Releases hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [17:35 MEZ] Ein weiteres Paper ist erschienen, über die astrophysikalische Bedeutung der Beobachung – und ebenfalls Open Access! Und schon gibt’s Gerüchte über noch mehr Signale … [18:00 MEZ] … und hier der LIGO-Forscher, der als erster das September-Signal sah. [18:20 MEZ] Und gleich noch neun weitere Papers dazu, via „Related Documents“! [18:25 MEZ]

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So sieht’s aus in Washington, DC, zwei Stunden vor der LIGO-Pressekonferenz – die in gleich drei weitere Säle übertragen und auch bei zahlreichen „Viewing Parties“ weltweit geguckt werden kann. Und auch live im Netz: diese, diese und diese Adressen sehen gut aus. Unter zahlreichen erwartungsfrohen Vorberichten ist dieser besonders lesenswert, der klar macht, was – die Verkündung eines überzeugenden, korrekten Signals vorausgesetzt – die große Nachricht ist: nämlich nicht, dass Gravitationswellen existieren, sondern dass die Technik jetzt so weit ist, sie direkt als astronomisches Beobachtungstool einzusetzen. Weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier (Fortsetzung), hier und hier, weitere Live-Blogs u.ä. hier, hier und hier – und ein paar GW-Scherzchen gibt es auch schon: hier, hier und hier. [14:40 MEZ] Der Saal in DC, wo es passieren wird … [15:55 MEZ] Bekomme gerade von einer Teilnehmerin dort die Bestätigung, dass es heute auch ein richtiges Paper mit LIGO-Ergebnissen geben wird. [16:10 MEZ] Und ein haarscharfer Embargo-Break: Ein Forscher hat gesprochen und die Detektion bestätigt, Details fehlen aber. [16:25 MEZ] Und überall gucken sie jetzt … [16:30 MEZ]

Allgemeines Live-Blog vom 6. – 10. Februar 2016

6. Februar 2016

10. Februar

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Das ist die Typ-II-Supernova in der Galaxie Centaurus A

auf einer Aufnahme des südafrikanischen Großteleskops SALT: Wie ihre Farbe – es ist der schwächere Stern neben dem hellen – verrät, sitzt sie tief in deren Staubgürtel. Auch weitere Bilder der Supernova hier, hier und hier, Komet Catalina heute, gestern (mehr) und vorgestern, Ikeya-Murakami vorgestern, wie Impakte Magnetfelder stören könnten, eine Mini-Doku über Sprites bei der ESO und anderswo – und was das chilenische Radioteleskop APEX als nächstes tun soll, nach 10 Jahren Betrieb. [23:55 MEZ – Ende]


9. Februar

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Der Komet Churyumov-Gerasimenko am 28. und 30.1. und 7.2. mit der NavCam und zweimal OSIRIS (jeweils nur Ausschnitte) aufgenommen; derzeit beträgt der Abstand Rosettas 47 km. Auch der Bau des Curiosity-Klons, der NASA Budget Request für das FY 2017 (710 Seiten, auch Zusammenfassungen hier hier und hier und Artikel hier, hier und hier) – und Nordkoreas Unha 3 funktionierte beim aktuellen Start offenbar nicht richtig, weshalb der Satellit fast keinen stabilen Orbit erreichte; auch Artikel hier, hier und hier zu seiner wackeligen Lage im Raum … [23:45 MEZ. NACHTRAG: … die stabilisiert worden sein soll; ein angeblicher Signal-Empfang durch einen Funkamateur ist aber zweifelhaft]

Tod durch Meteorit? Indisches Märchen, versagende Medien

Sicher ist nur eines: Auf dem Campus eines privaten College im indischen Tamil Nadu hat es eine gewaltige Explosion gegeben – und ein Busfahrer wurde dabei getötet. Aber dass ein Meteoriten-Einschlag die Ursache der Tragödie war, wie sogleich indische Offizielle und Medien behaupteten (siehe z.B. hier, hier oder hier), ist eine buchstäblich aus der Luft gegriffene Spekulation: Meteoriten fallen kalt und mit terminaler aerodynamischer Geschwindigkeit zu Boden und durchschlagen schon mal Dächer – aber was sollte da wohl explodieren? Diese offensichtliche Frage stellte sich auch international peinlicherweise kaum jemand, so wurden die Medien bald mit allenfalls schwach qualifizierten Stories über „den ersten Todesfall durch einen Meteoriten“ überflutet (z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier oder hier) – ordentlich nachgedacht wurde immerhin hier, und hier wird dieser Blogger zitiert. In der indischen Presse wird die all zu rasch präsentierte Meteoriten-„Erklärung“ auch in Frage gestellt, mit sehr irdischen Alternativen, und nach der Ursache der Explosion wird jetzt eingehender geforscht: Noch heute könnte es Ergebnisse geben. Auch eine Spekulation über verwandte Meteoriten und die Tauriden, das immer komplexere Bild der Fragmentation von Komet Ikeya-Murakami – und eine mögliche Supernova 14. Größe in Centaurus A. [0:25 MEZ] Ein Foto der Supernova, inzwischen als Typ II klassifiziert. Und bisher keine neuen Erkenntnisse zur indischen Explosion, aber eindeutige Argumente gegen das Meteoriten-Märchen. Während nach einer hellen Feuerkugel am 6. Februar, die auch in Deutschland gesehen und fotografiert wurde, echte Meteoriten auf Dänemark geregnet sind! [16:10 MEZ] Weiter keine neuen indischen Fakten – aber neue Klarstellungen hier, hier und hier, warum das kein Meteoriten-Ereignis war. [23:25 MEZ]


8. Februar

Ausgasungen einer Atlas-Rakete … vor Deep-Sky-Kulisse

Solch ein Video gab es in dieser Qualität wohl auch noch nicht: Ein australischer Amateurastronom hat während Deep-Sky-Aufnahmen die letzte Phase des unten erwähnten Atlas-Starts eines GPS-Satelliten ins Bild bekommen – u.a. hoch aufgelöst neben Omega Centauri! Auch weitere Überlegungen zum Orbit des neuen nordkoreanischen Satelliten, der im Orbit rumtorkeln soll, und weitere Aspekte hier, hier, hier, hier und hier, was nach einem chinesischen Weltraumstart runter kommen kann – und der nächste Falcon-9-Start soll am 24. sein, wieder mit Boot-Landeversuch. [23:35 MEZ. NACHTRAG: oder doch eher nicht – der Treibstoff wird anderweitig gebraucht. NACHTRAG 2: nein, doch ein Lande-Versuch, trotz knapperen Sprits]

Drei parallele Pressekonferenzen zu LIGO sind angesetzt!

Das kann keine Übung mit künstlichen Daten sein: Am 11. Februar werden ab 16:30 MEZ parallel in den USA, in Italien und in Deutschland Pressekonferenzen zur Jagd nach Gravitationswellen auf der Erde abgehalten – was ganz unten auf der Seite angedeutet wurde, es könnte wahr sein und mit gleich mehreren Ereignissen zusammen hängen. Erst kurz vorher waren die LIGO-Detektoren mit erheblich gesteigerter Empfindlichkeit wieder in Betrieb gegangen: War das Universum einmal richtig nett zu den Physikern …? [23:20 MEZ. NACHTRÄGE: Es sind sogar mindestens acht parallele PKs, denn auch in den Niederlanden, dem U.K. und Frankreich sind welche angekündigt und weitere in den USA; offenbar handelt es sich bei den meisten Veranstaltungen aber nur um Viewing-Parties der Haupt-PK – die hier frei gestreamt werden soll – mit lokalen Experten]


7. Februar

Nordkoreas ist erneut ein Satelliten-Start gelungen, wie die amerikanische Weltraum-Überwachung bestätigt – der mutmaßliche Erdbeobachter Kwangmyongsong-4 wurde vermutlich mit einer Unha-3 (mehr) auf eine sonnensynchrone 465×502-km-Bahn mit 97.5° Neigung gebracht, nachdem das Startfenster einen Tag vorverlegt worden war: detaillierte Analysen hier und hier, die offiziellen Statements, Updates hier und hier und ein paar Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [13:25 MEZ]


6. Februar

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Heute Morgen: eine Herausforderung für Astrofotografen

vor allem in nördlichen Breiten – kann es hier gelingen, den Merkur bei seiner sehr flachen Morgensichtbarkeit zusammen mit der Mondsichel einzufangen? Etwas einfacher wäre das weiter südlicher wie in den USA (wo auch der Mond noch weiter nach Osten gewandert sein wird). Und das die Situation in Neuseeland heute Morgen: Die anderen drei klassischen Planeten stehen weit weg, so dass von der allseits beschworenen „Aufreihung“ keine Rede sein kann. Auch der immer weiter zerfallende Komet Ikeya-Murakami am 5. Februar mit den neuen Fragmenten D und E, am 4. Februar (mehr, mehr und mehr), 3. Februar und 1. Februar mit Fragment D und an mehreren Tagen, Komet Catalina am 5. Februar und am 3. Februar (mehr), ein 30-m-NEO mit unsicherer Bahn im Anflug im März aber ohne Impakt-Chance dieses Mal, wie ein quasi blinder Amateur-Astronom dank ungewöhnlicher Augen-OP mehr als mancher andere im Fernrohr sieht, Fortschritte beim E-ELT in Sachen Vergabe des Haupt-Vertrages, die AURA als neuer Manager von Gemini – und wie sich mit dem Magellan-Teleskop arbeitet. [0:20 MEZ] Das Morgen-Trio aus den USA (mehr), Brasilien, Italien (mehr), Österreich, Slowenien und Australien – und die diversen Ikeya-Murakami-Fragmente am 6. Februar, 5. Februar (mehr) und 4. Februar (mehr). [13:35 MEZ] Weitere Trios aus den USA (mehr und hier), Puerto Rico, Rumänien, Griechenland und Hongkong – und eine tolle Catalina-Schweif-Animation vom Januar. [23:55 MEZ. NACHTRÄGE: das Trio aus Australien am 6. und 7. und aus den USA und Mexiko am 6. Februar]

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Apollo-14-Astronaut Edgar Mitchell mit 85 gestorben – gestern und damit einen Tag vor dem 45. Jahrestag seiner Landung: weitere Nachrufe hier, hier und hier. Auch der Atlas-Start eines GPS-Satelliten: ein Foto und Artikel hier, hier und hier. [0:05 MEZ. NACHTRÄGE: mehr Mitchell-Nachrufe hier (seine ‚andere‘ Seite), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Gerüchte über Gravitationswellen-Nachweis nun konkreter

Bisher waren es nur vage Andeutungen gewesen (siehe z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier oder hier), aber in den letzten Stunden sind die Gerüchte über den direkten Nachweis von Gravitationswellen durch die AdvancedLIGO-Detektoren erheblich konkreter geworden: Demnach wurde von zwei Detektoren ein enorm starkes Signal des Verschmelzens zweier Schwarzer Löcher mit 36 und 29 Sonnenmassen zu einem dickeren mit 62 Sonnenmassen beobachtet, und sein zeitlicher Verlauf entspricht theoretischen Vorhersagen. Auch traf es bei beiden Detektoren mit einer Zeitdifferenz ein, die einer Ausbreitung mit Lichtgeschwindigkeit entspricht. Ob das alles stimmt (es könnte sich ja immer noch um ein falsches Signal handeln, das zu Testzwecken zuweilen eingespeist und erst kurz vor der Veröffentlichung enthüllt wird), wird man wohl am 11. Februar erfahren – 100 Jahre ist die Allgemeine Relativitätstheorie gerade alt geworden, da halten wir das auch noch aus … [0:00 MEZ. NACHTRAG: … oder auch nicht: eine detaillierte Diskussion der jetzt behaupteten Zahlen, mehr Verwirrung und Grundlegendes]

Heute vor 50 Jahren: der geklaute Sowjet-Mond

4. Februar 2016

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Am 4. Februar 1966 übertrug der sowjetische Mond-Lander Luna 9 die ersten Bilder direkt von der Mondoberfläche – aber die Veröffentlichung durch die Sowjets selbst war nicht die schnellste. Und so kam es, dass der auch vom Radioteleskop in Jodrell Bank mitgeschnittene Datenstrom zuerst im UK in Bilder umgesetzt und sofort präsentiert wurde: Die Radioastronomen hatten erkannt, dass die Datencodierung das presseübliche Fotofax-System benutzte und sich mit Hilfe von Journalisten die entsprechenden Drucker besorgt. Die Bilder u.a. von Luna 9 in korrekter Darstellung gibt es hier und hier weitere Infos über das Luna-Programm.

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Mal wieder ein Selfie von Curiosity aus diesmal 57 Bildern der MAHLI-Kamera auf dem Arm vom 19. Januar: Die Untersuchung der Dünen dauert immer noch an (Artikel hier und hier) – auch Opportunity 12 Jahre(!) auf dem Mars unterwegs (Bilder und ein Artikel [NACHTRAG: und was letztens geschah]), vom Mars Express keine neuen Phobos-Bilder aber vom Mars mit der HRSC von ferne und aus der Nähe (mehr und mehr), eine französische Rolle in Indiens Marsprogramm, Ideen zur Navigation auf dem Planeten, Mars-Parallelen auf der ISS und in der Antarktis, die Problematik einer Landung von Menschen und wachsende Zweifel, dass die NASA überhaupt auf dem Weg dahin ist.

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Drei kleine Körper aus der Nähe: Komet C-G mit OSIRIS am 30. Januar aus 62 km Höhe, Ceres am 1. Januar aus 368 km Höhe und Plutos Sputnik Planum aus 16’000 km Abstand, 12 Minuten vor New Horizons‘ größter Annäherung am 14. Juli 2015 – hier „schwimmen“ im Stickstoffeis Berge aus weniger dichtem Wassereis. Auch die schwierige Massen-Bestimmung der Saturn-Ringe (mehr, mehr und mehr), eine Bahnkorrektur von Juno – und anhaltende Konfusion bei der Europa-Mission der NASA.

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Der Hauptspiegel des JWST ist komplett, aber die golden glänzenden 18 Segmente sind unter staubdichten Deckeln verborgen – auch das Ende der Kälte-Tests der Instrumente für das große Weltraum-Teleskop, wie Gaia nach ‚Geschwistern‘ der Sonne sucht, Synergien der kommenden Teleskope LSST, Euclid & WFIRST, erste Action auf dem LISA Pathfinder und die 2. ISS-EVA des Jahres. Und was man bereits wissen kann über den bevorstehenden nächsten nordkoreanischen Satelliten-Start-Versuch.