Archive for Februar 2017

Allgemeines Live-Blog vom 21.-27. Februar 2017

21. Februar 2017

27. Februar

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Die Ring-SoFi gestern: was alles ohne Filter machbar war

Aufnahmen dieses Bloggers – jede Menge mehr! – von der ringförmigen Sonnenfinsternis vom 26. Februar (siehe ganz unten auf der Seite) in der Nähe des Nordrandes bei Facundo in der argentinischen Provinz Chubut in Patagonien mit der aus diesem Artikel bekannten „Superzoom“-Kamera aus dem Jahr 2011: meist mit 1/2000 Sekunde und Blende 8 bei ISO 100 ohne jeden Filter. Die innere Korona ist schon lange vor dem zweiten Kontakt nachweisbar, dann erscheinen eine Protuberanz links, die Chromosphäre und (größtenteils überbelichtete) Baily’s Beads, bevor sich der Ring schloss. Ein detaillierterer Bericht folgt anderswo, aber es gibt schon ähnliche Bilder von der Zentrallinie und vom Südrand hier und hier und Impressionen vom Standort obiger Aufnahmen und aus der Gegend hier und hier. [12:25 Argentinien-Zeit – Ende. NACHTRÄGE: ein detaillierter Bericht mit 24 Bildern, noch mehr Bilder und Erwähnungen in diesem Artikel]


23. Februar

Heute vor 30 Jahren ereignete sich die Supernova 1987A in der Großen Magellanschen Wolke bzw. erreichte ihr Licht die Erde: eine zeitgenössische US-TV-Doku (die Reihe hieß auch vorher schon „NOVA“) sowie ein Paper zum Zehnjährigen, das sich für eine Sternverschmelzung als entscheidende Vorphase dieser Sternexplosion stark macht (und das der Autor auf Rückfrage auch heute noch für korrekt hält), drei Artikel zum Jubiläum hier, hier und hier und persönliche Erinnerungen aus Australien. [0:00 MEZ. NACHTRAG: ein neues Paper ebenfalls mit verschmelzenden Sternen]


22. Februar

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Progress unterwegs zur ISS – Dragon verpatzt Andocken

Viel Action rund um die Raumstation heute Vormittag MEZ: Ohne Probleme ist ein neuer Progress-Transporter gestartet (Bild; auch ein Video und mehr, mehr, mehr und mehr), aber das Andock-Manöver des Dragon wurde abgebrochen, als in 1.2 km Abstand das GPS-System streikte. Morgen gibt’s einen neuen Versuch: Artikel hier, hier, hier und hier – auch das feurige Ende seiner Falcon-Oberstufe über Kuwait und eine Himmelsshow bei einem russischen Raketenstart mit einem Wettersatelliten. [17:15 MEZ]


21. Februar

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Komet 45P bei NGC 4656 & 4631 in der Nacht 18./19. Februar war ein ausgesprochen beliebtes Foto-Motiv für Kometen-Fans mit größerem Gerät: hier ein Bild von Michael Jäger mit 10″, weitere Ergebnisse hier, hier (alt. und annotiert), hier, hier (alt.), hier, hier (alt), hier, hier, hier und hier, Animationen hier und hier und Arbeitsschritte von Rolf Stadelmaier (EOS 70D an TelVue Genesis f = 500 mm bei f/5 von 01:35 bis 02:22 CET 37 Aufnahmen mit 60 s Belichtungsdauer bei ISO 3200) sowie der Komet am 17.2. und am 16.2., Encke am 18.2., 41P am 16.2. und 73P an mehreren Tagen – und der Jupiter am 18.2. und die Venus am 19.2. und 17.2. und ihre Nachtseite. Sowie der erste Film-Clip von der Doku in progress zur angekündigten Red Nova, detaillierte Untersuchungen zur den Quellen der Lichtverschmutzung in Wien, ein langer LV-Artikel aus Österreich, die Suche nach Deutschlands dunkelster Zone – und Astronomie für Kenyas Kinder. [3:00 MEZ] Die Entwicklung der Venus von Oktober 2016 bis jetzt. [4:15 MEZ] Die Kometen Encke heute, mit verblasstem Dust Trail aber intensiverem Plasmaschweif, H-M-P heute und Johnson vorgestern, die mehrspurige Suche nach Planet Nine mit WISE-Daten – und eine Intensiv-Überwachung von Beta Pictoris auf der Suche nach Ringen seines Planeten. [18:45 MEZ. NACHTRÄGE: die Kometen 45P heute (dito), Encke gestern und 41P heute und gestern sowie der Jupiter vorgestern und eine lange Venus-Serie]

Noch ein halbes Jahr, bis die USA ganz finster werden …

Derzeit fallen genug Schatten auf die Vereinigten Staaten, aber in genau einem halben Jahr wird der Kernschatten des Mondes zu einer richtigen (Sonnen-)Finsternis führen, wie bereits vor einem halben Jahr und zum Jahresbeginn („21. August“) mit allerlei Links gewürdigt. Hier wieder ein paar mehr: Press Releases von NASA (früher) und Williams College (früher und noch früher), eine unabhängige Wetteranalyse, Videos hier, hier und hier (letztere vom National Solar Observatory, das auch eine Serie von Webcasts produziert), ein Artikel für Kinder und noch einer, ein Rock-Festival zur SoFi, bei dem Ozzy Osbourne während der Totalität den Mond anbellen will, und weitere Artikel zu allerlei ernsten wie kuriosen Aspekten der Finsternis hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier (Unmengen Stories mehr mit nur lokalem Bezug sind hier weg gelassen).

Und da war da noch dieses Bild von Gene Cernan aus einem Nachruf auf den Astronauten, das ihn 1999 vor einem Wandgemälde einer SoFi im Boston Museum of Science zeigt, welches dieser Blogger in den 1990-er Jahren oft wegen seines Realismus bewunderte. „The mural that you refer to was painted by James Perry Wilson while he was on staff in our Exhibits Department,“ teilt das Museum dazu mit: „The mural was painted between September 1970 and May 1972 when it was installed in our then new and recently opened West Wing of the Museum. It is a 10’ x 14’ oil painting depicting the total eclipse on March 7, 1970. It is titled Time of Total Eclipse. I cannot say whether Wilson worked from personal recollections, photos, or otherwise. The mural is no longer on display and was removed several years ago to make way for other projects. It is currently in storage at the Museum.“

Schon in fünf Tagen gibt es derweil eine Sonnenfinsternis ganz anderer Art, eine ringförmige mit sehr schmalem Ring in Südamerika und Südafrika, den Saros-Nachfolger der australischen Ring-SoFi von 1999: Infoseiten hier, hier, hier, hier und hier, eine neue Karte – und der weite Weg dorthin, in die argentinische Provinz Chubut, den dieser Blogger morgen antreten wird, wobei auch diese Tagung besucht und mit Xavier Jubier zusammen gearbeitet werden soll. Es wird mindestens einen Webcast aus Argentinien geben, und auch in Chile ist einiges geplant – während das Solar Dynamics Observatory seine SoFi gerade schon hatte, wieder einmal und mit der Erde als Bedecker. [1:35 MEZ. NACHTRAG: ein Press Release aus Berkeley zum Eclipse Megamovie Project für die August-SoFi, das aber bei der Februar-SoFi einen Testlauf machen will]

Protokoll der Raumfahrt … 18. – 20. Februar 2017

18. Februar 2017

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Jupiter-Orbiter Juno bleibt permanent auf falscher Bahn

Die NASA wird es nicht mehr riskieren, das Haupttriebwerk ihres Jupiter-Orbiters Juno einzusetzen, um die Periode der elliptischen Umlaufbahn auf 14 Tage zu verkürzen: Es bleibt bei dem 53-Tages-Orbit, dafür wird eine Verlängerung der Mission um Jahre angestrebt (was wiederum die Kosten erhöht, um gut 100 Mio.$), um den Gesamtumfang des ursprünglichen wissenschaftlichen Programms bei Perijovien zu erhalten (mehr, mehr und mehr). Derweil gibt es eine detaillierte Studie (264 Seiten!), wie eine Landung auf dem Jupiter-Mond Europa gehen könnte, die Fontänen auf dem Saturnmond Enceladus, die eine der größten Entdeckungen Cassinis waren, sind auch auf einem uralten Voyager-Bild gesichtet worden, es gibt neue Ansichten von Saturns Nordpol und seinem Sturm, in Indien hat es auch „versteckte Frauen“ in der Raumfahrt gegeben, beim ersten Marsorbiter, Indiens Pläne für einen Mars-Lander und eine Venus-Mission sowie eine zweite Mond-Mission – und wie Japans Kaguya dort Sauerstoff von der Erde fand. [1:55 MEZ am 18. Februar]

Die erste „Electron“-Rakete hat das Startgelände auf Neuseeland erreicht, wo dieser kleine Träger nach zwei Teststarts kommerzielle Satelliten in den Orbit befördern soll. Auch Notfallpläne bei der NASA für die drohenden Verzögerungen bei den Astronauten-Taxis zur ISS von SpaceX und Boeing – und die einmütige (das gibt es in der US-Politik tatsächlich noch) Verabschiedung des NASA Transition Authorization Act of 2017 im Senat; das Haus wird wohl ähnlich verfahren. [2:05 MEZ. NACHTRAG: mehr dazu]

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Falcon & Dragon vor erstem Start auf historischer Rampe

Eigentlich sollte es nur ein Routine-Versorgungsflug zur ISS durch ein US-Firma sein, die Mission CRS-10 des Dragon von SpaceX – doch erstmals steht eine Falcon 9 auf der historischen Rampe 39A, von der aus schon die Apollo-Missionen zum Mond und viele Space Shuttles in den Erd-Orbit starteten. die Mission CRS-10 soll heute um 16:01 MEZ beginnen: eine Timeline, der Status und weitere Videos heutiger PKs zum Status der Rakete (bis auf ein kleines Leck alles bestens) und der vielfältigen Fracht. Die hat diesmal auch besonders viel Aufsehen im Vorfeld erregt, z.B. neue Instrumente zur Erdbeobachtung, nämlich der Atmosphären-Sensor SAGE III-ISS (mehr hier, hier und hier) und der Gewitterblitz-Detektor LIS, oder das autonome Rendezvous-Experiment Raven (das besonders schräg beworben wird) oder auch ein deutsches Experiment zur Herstellung von Mikro- und Nanokristallen der Uni Hamburg. [2:15 MEZ] Nachdem zeitkritische letzte Nutzlasten an Bord kamen, wird die Rakete wieder aufgerichtet – und warum das kleine Leck wohl keine Rolle spielt und den Start heute nicht gefährden dürfte. [3:35 MEZ] Die 50-jährige Geschichte des LC-39A und weitere CRS-10-Vorschauen hier, hier, hier, hier, hier und hier – die Landung der 1. Stufe am Cape soll ~8 Min. nach dem Start erfolgen. [5:10 MEZ]

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Wegen Problemen mit der Thrust Vector Control der 2. Stufe wurde dieser indes bei t-13 Sekunden abgebrochen: nächste Möglichkeit morgen 15:38 MEZ. [16:05 MEZ] Wenn das Problem mit der Ausrichtung der Düse gelöst werden kann, das per se klein aber vielleicht wichtig ist, sieht es wettermäßig gut aus – erste Artikel hier und hier. [16:35 MEZ] Weitere hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:45 MEZ] Eine weitere Perspektive auf den Abbruch des Starts. [0:45 MEZ am 19. Februar] Ein paar Fotos von der Rampe gestern. [2:25 MEZ] Klappt es heute? hier läuft der Webcast, t-9 Minuten. [15:30 MEZ]

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So muss das! Alles ist perfekt gelaufen, vom Start (Sekunden später verschwand die Falcon 9 in tiefen Wolken, ihr „unsichtbarster“ Start, an den sich dieser Blogger erinnert) über die Stufentrennung (hier aus der Sicht der 2. Stufe), die Rückkehr der 1. Stufe (zweimal aus ihrer eigenen Sicht), ihre saubere Landung am Cape, die Abtrennung des Dragon von der zweiten Stufe (aus deren Sicht) auf einem perfekten Orbit und die Entfaltung von dessen Sonnensegeln (aus seiner Sicht): Beide sind voll augeklappt. [15:55 MEZ]

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Der Start und die Rückkehr der ersten Stufe – auch weitere Fotos vom Cape aus hier, hier und hier, Videoclips vom Start, von der 1. Stufe beim Heimflug und ihrer Landung (andere Videos hier und hier) und vom Abtrennen des Dragon und dem Entfalten seiner Sonnensegel und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [16:25 MEZ] Und hier, hier, hier, hier und hier. [16:55 MEZ] Der ISS-Blog und ein USAF PR zum Start – und gleich hier eine Pressekonferenz zum Verlauf der Mission. [17:20 MEZ] Keine besonderen Vorkommnisse. Und sie sagen, der unbemannte Testflug der Crew-Dragon wäre noch Ende dieses Jahr – und der erste mit Crew Anfang 2018. [17:45 MEZ] Die Landung aus der Luft von einer Drohne und aus der Ferne gefilmt, NASA Releases zur Nutzlast insgesamt und speziell SAGE III-ISS und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [20:05 MEZ] Und hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie weitere Bilder hier und hier. [23:45 MEZ]

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Teststart einer Polarlicht-Forschungsrakete in Alaska: Bis zum 3. März soll das Wallops Sounding Rockets Team von der Poker Flat Research Range nördlich von Fairbanks vier suborbitale Raketen in die Aurora abfeuern – wenn die Bedingungen genau richtig sind, um dort etwas über Magnetfelder, Iono- und Atmosphäre zu lernen. Dass das wohl oft der Fall ist, zeigen viele Polarlichtbilder im selben Album. [23:55 MEZ]

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Das fraglos coolste Bild des 1. Falcon-Starts von Pad 39A

ist Ben Cooper mit automatischer Kamera gelungen und nun Teil der SpaceX-Galerie von Public-Domain-Bildern, zu denen auch die Landung der ersten Stufe unten – die erste an Land und am Tage übrigens – gehört. Derweil hat die ESA die Einführung einer Open Access-Strategie für Bild- und Videomaterial sowie ausgewählte Datensätze mitgeteilt – man darf gespannt sein, wie sich das v.a. auf interplanetare Mission der Post-Rosetta-Ära auswirken wird …. [15:25 MEZ am 20. Februar] Und noch eine NASA Blog-Story und Start- und Lande-Artikel hier, hier, hier und hier [23:50 MEZ – Ende. NACHTRAG: noch einer]

Allgemeines Live-Blog vom 15.-17. Februar 2017

15. Februar 2017

17. Februar

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Komet 2P/Encke am 16., 15. und 14. Februar von Michael Jäger aufgenommen: Zu sehen sind höchstwahrscheinlich als gerader Strich mitten durch die Koma der Dusttrail aus altem Staub in der Bahnebene und darüber ein im Sonnenwind flatternder Plasmaschweif [NACHTRAG: entsprechende Aufnahmen aus Teneriffa]. Auch seine Bilder von gestern und vorgestern einzeln, Bilder anderer von gester hier (umstritten; mehr dazu) und hier [NACHTRAG: und hier] und wo der Komet zu finden ist. Sowie 41P gestern, 73P gestern und vorgestern und 45P gestern (mehr, mehr und mehr) und vorgestern [NACHTRAG: mehr] sowie visuelle Beobachtungen bei dunklem Himmel (sonst sieht man exakt nichts) und eine Karte von dieser nützlichen Seite über aktuelle Kometen.

Dieser Teaser für den dritten „Iron Sky“-Film „The Ark“, der mit China produziert wird und so ein großes Budget hat, beginnt mit einer bemerkenswerten Visualisierung der allgemein akzeptierten Giant Impact-Hypothese der Entstehung des Mondes! Auch ein Relaunch der NEO-Seiten des JPL, eine moderate Feuerkugel zum Valentinstag, die Venus heute (mehr) und gestern (mehr) sowie mit einem Green Flash beim Untergang sowie extreme Sonnen-Verzerrung. Plus ein neues Citizen Science-Projekt zur Planeten-Suche in der Infrarot-Durchmusterung des Satelliten WISE: Press Releases hier, hier und hier, Artikel hier, hier und hier und ein verwandtes Paper zur WISE-Jagd auf „Planet Nine“.

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Außerdem eine neue große Sternwarte für Indonesien (wo es das Bosscha-Observatorium einfach nicht mehr schafft) bei Kupang auf Timor, die Politur des Tertiärspiegels des E-ELT, die ersten Messungen mit dem ‚Event Horizon Telescope‘ im April, die Durchmusterung des Himmels im neutralen Wasserstoff mit der 21-cm-Linie, das German Astrophysical Virtual Observatory, eine Volkssternwarte in Dubai – und vermutlich eine Weltpremiere: Bei der diesjährigen Oscar-Nacht wird ein echter Planetariums-Projektor mitspielen, derselbe der in „La La Land“ zum Einsatz kam. [22:35 MEZ – Ende]


16. Februar

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Erster SLS-Orion-Flug (noch) später – aber mit Besatzung?

Die heutige Unterzeichnung eines 200-Mio.€-Vertrages über ein 2. Service Module aus Europa für die Orionkapsel der NASA (oben bereits halb fertig im Cleanroom, auch ein Artikel) wird überschattet von der überraschenden Ankündigung der NASA, über einen Erstflug dieser Kapsel (die ebenfalls ein Euro-SM hat) auf dem SLS bereits mit einer Besatzung an Bord nach zu denken – was zwar den ersten Crew-Flug auf vielleicht 2020 vorziehen, den zuletzt für 2018 geplanten SLS-Ersteinsatz aber weiter verzögern und zugleich eine Fülle von Sicherheitsfragen aufwerfen würde: erste Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Diese schon seit mehreren Wochen intern diskutierte Option dürfte mit konfusen Signalen aus dem Weißen Haus bzgl. der Ausrichtung der NASA zu tun haben, die langfristig problematisch ist. Derweil wurde vorgeschlagen, das SLS nach Gene Cernan zu benennen, das auch Standardisierungs-Fragen aufwirft, während schlechtes Wetter den Dragon-Start zur ISS am 18.2. in Frage stellt (und sich auch die Iridium-Starts per Falcon verschieben), die Sonnenforschung auf der ISS endet und eine künstlerische Begleitaktion zum nächsten ESA-Besuch geplant ist. Plus Forschritte bei den Space Technology Research Institutes der NASA, Entwicklungen in der Kommunikation per Laser, anhaltender Ärger mit dem Bohrer von Curiosity – und der Ceres-Orbiter Dawn hat Organisches auf dem Zwergplaneten gefunden: auch Artikel hier, hier, hier und hier. [23:45 MEZ. NACHTRAG: ein verspäteter ESA Release zum 2. Orion-SM, der auch die NASA-Entwicklungen ignoriert – dafür bekräftigt M. Maurer sein Ziel, damit zum Mond zu fliegen …]


15. Februar

Hier rotiert der Kern des Kometen 45P/H-M-P auf Radar-„Bildern“ von Arecibo mit 7.5 m Auflösung, die seine aktuelle Erdnähe erlauben: Mit 1.3 km ist er etwas größer als erwartet, rotiert alle 7.6 Stunden und ist offensichtlich von ziemlich komplexer Gestalt. Das mondfreie Sichtfenster am Abend hat nun begonnen: Details und Karten hier und hier und ein Bild von gestern sowie die Kometen Johnson gestern und 73P heute und vorgestern – und die Venus heute. [14:35 MEZ] Eine alternative Version des Radar-Press Releases. [16:20 MEZ] Der Komet 41P/Tuttle–Giacobini–Kresák heute und gestern – und der Mirastern Mira nähert sich dem Maximum Ende des Monats. [18:25 MEZ. NACHTRÄGE: mehr zum Radar-„Film“ sowie von gestern ein weiterer 45P, weitere 41Ps hier, hier und hier – und ein sehr sonderbarer 2P/Encke mit irren Schweifen …]

Indien mit Rekord: 104 Satelliten auf einer einzigen Rakete

sind heute mit einem PSLV gestartet worden, der große CartoSat-2 und 103 kleine bis ganz kleine, die alle zusammen kaum mehr als dessen Masse aufbrachten – allein 88 davon waren „Doves“ von Planet.com, acht weitere Lemuren von Spire. Ein Video von der Rakete aus, die Live-Übertragung des Starts, kurze Clips hier und hier und Artikel nach dem Erfolg hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, hier und vorher hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Ein paar Stunden zuvor war auch der 77. Ariane-Start in Folge gelungen: ein weiterer Press Release und Artikel hier, hier, hier und hier. Auch unverhoffte Brexit-Effekte für Galileo, das erste Frachtschiff für Tiangong, die Wiedereröffnung von Michoud nach dem Tornado, Jupiter-Bilder von OSIRIS-REx [NACHTRAG: ein besseres], die Bahnmanöver des ExoMars TGO, wo Opportunity jetzt fährt, die Schütteltests des JWST – und ein paar Exoplaneten und präzise Neptun-Fotometrie mit Kepler bei dessen K2-Mission. [14:25 MEZ]

Eine letzte Chance für den Kometen 45P/H-M-P?

14. Februar 2017

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Der Komet 45P/Honda–Mrkos–Pajdušákova hat schon lange sein Perihel und nunmehr auch seine Erdnähe hinter sich gelassen, und seine – zuletzt auf grob 7 bis 8 Größenklassen geschätzte – Helligkeit sollte nun rapide fallen. Da sich aber zugleich nach der Erdpassage die Geometrie am Himmel dramatisch verbessert hat, lohnt sich eine letzte Erwähnung des Kometen, der im Dezember viel besser aussah aber auch ungünstiger stand. Wie vorausgesagt hat nach H-M-Ps Rückkehr aus dem Glanz der Sonne zunächst der Mond die Sichtbarkeit ruiniert: Mit allerlei astrofotografischen Tricks konnten immerhin heute diese und diese und gestern diese, diese und diese Bilder des bis großen und extrem diffusen Objekts dem aufgehellten Himmel entrissen werden.

Die nächsten fünf Tage oder so wird das einfacher, und auch visuelle Beobachter – die H-M-P im Mondschein nur schemenhaft oder oft gar nicht sichten konnten – könnten noch einmal etwas erreichen: Der abnehmende Mond zieht sich vom Abendhimmel zurück, während gleichzeitig der dank Erdnähe rasch über den Himmel geflitzte Komet auch dann bereits zu sehen ist und das jeden Abend auch gleich viel höher als am vorangegangenen. Dieses finale „Fenster“ öffnet sich heute oder morgen, und die Tabellen oben – berechnet online am JPL mit HORIZONS liefern den Fahrplan.

Aufgelistet sind in Stunden-Auflösung die Uhrzeit (für Bochum in UTC; für MEZ eine Stunde addieren und für Orte weiter östlich einige Minuten abziehen), ob Dämmerung ist (A = astronomische, Sonne zwischen 12 und 18 Grad unter dem Horizont; N = nautische, 6 bis 12 Grad) und ob der Mond am Himmel steht (m), der Azimut, die Höhe, der Winkelabstand zum Mond und dessen Beleuchtungsgrad in % und das Sternbild: Heute steht – analysiert mit höherer Zeitauflösung – der Komet bei Mondaufgang 13° hoch, morgen 27°, übermorgen 42°. Letzteres ist für die Beobachtung auch schwacher Kometen ideal – und es dürfte auch nötig sein: Im gelisteten Zeitraum sollte HMPs Helligkeit um 2 weitere Größenklassen fallen.

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Das neue Fragment des Kometen 73P/Schwassmann-Wachmann leuchtet auf diesem Bild von SLOOH gestern rechts weiter heller als der eigentliche Komet: eine Anzahl exzellente Bilder des Paares aus Chile, Bilder anderer von gestern hier, hier und hier und eine kleine Analyse der Bewegung des Fragments. Auch Komet 2P/Encke gestern, der es auf 10 mag. gebracht hat (und in zwei Wochen vielleicht mit 5 bis 6 mag. Teil eines planetaren Wimmelbilds am Abendhimmel wird) – und die erste Ausgabe des rein digitalen Open-Access-Schweifsterns der VdS-Fachgruppe Kometen, einer traditionsreichen Zeitschrift mit den Kometenbeobachtungen der deutschsprachigen Szene.

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So zeigt eine simple „Superzoom“-Kamera nun die Venus

auf ihrem Weg zur unteren Konjunktion im März: eine Aufnahme von vorgestern, als der Durchmesser 1/50 des Mondes erreicht hatte und die Beleuchtung auf 1/3 abgenommen hatte (und ein Bild mit Flugzeug). Auch ein hilfloser Versuch einer „Planeten“-Definition nur nach Aussehen, der sich selbst überlisten würde und dem rein astronomischen Ansatz hoffnungslos unterlegen ist, die Nutzung von GPS-Daten und NASA-Forschungs-Facetten hier, hier und hier zum Weltraumwetter und seinen irdischen Folgen, Verkehrssünden auf Island im Banne von Polarlicht, der auch in Norwegen Ärger machen kann („Nordlicht-Touristen schaffen Verkehrs-Fallen“). Sowie ein Astronom im Gaza-Streifen, ein preisgekrönter Südtiroler „Simpsons“-Nutzer für den Astro-Outreach – und eine Earthbound Planet Search für alle mit Radialgeschwindigkeits-Daten von Keck: ein Paper und hier, hier und hier Press Releases dazu.

Allgemeines Live-Blog vom 8. – 12. Februar 2017

8. Februar 2017

12. Februar

The Cat’s Paw and Lobster Nebulae

Etwas vom Katzenpfotennebel mit der OmegaCAM des VST

aufgenommen (nur eine der „Pfoten“, die NGC 6334 & 6357 ausmachen): Das komplette Bild des VLT Survey Telescope hat 49511 x 39136 Pixel, in die man hier hinein zoomen kann! Auch wie moderne optische Teleskope Exoplaneten direkt sehen, freudige Erwartung auf das 25-Meter-GMT, dem freilich noch 1/2 Mrd.$ fehlt, ein Vortex-Koronograph am Keck und seine ersten Bilder, die SCExAO an Subaru, das Heute Journal über PanSTARRS, wie es auf dem Mt. Wilson bei LA zugeht, diverse Teleskope in Namibia, der Detektor APERTIF „verjüngt“ Westerbork und macht das betagte niederländische Radio-Interferometer zu einem Pathfinder für den SKA, schon wieder Sorgen um Arecibo, ein cooles Bild von ALMA – und Bilder von Sternwarten aus dem Orbit. [23:35 MEZ – Ende]

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Europa vorgestern Vormittag von einem russischen Wettersatelliten der Meteor-Reihe aufgenommen und von italienischen Funkamateuren abgefangen. Auch die weitere Inbetriebnahme von GOES-16, der Erdbeobachter WorldView-4 bei der Arbeit, wie es den Galileo-Uhren geht, der Start des ersten SmallGEO-Satelliten (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), was die beiden Marsrover gerade so treiben – und Indiens Venus- und Mars-Pläne werden klarer. [22:55 MEZ]

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So sieht der Asteroid 2017 BQ6 für’s Goldstone-Radar aus

Delay-Doppler-„Bilder“ des 200 Meter großen Brockens vom 7. bzw. 5. Februar mit 3.8 Metern Auflösung, der erst am 26. Januar entdeckt worden war: Solch glatte Flächen sieht Asteroiden-Radar sonst nicht, es deuten sich aber auf hier und da darauf liegende Felsbrocken an. Derweil ist ein Stück des Kerns von Komet 73P/Schwassmann-Wachmann abgebrochen (nicht zum ersten Mal) und aktiv geworden: Gestern leuchtete es mit 11 mag. glatt 2 mag. heller als der „eigentliche“ Komet; auch ein MPEC und weitere Bilder hier und hier mit Erläuterungen. Derweil bleibt Komet 45P/HMP arg Mond-geschädigt, kann aber – dann wohl schnell verblassend – ab dem 15.2. wieder an dunklem Himmel gesehen werden, dann bereits am Abend. Und seltene Freude über gut abgeschirmte Straßenlampen in Kanada bei einem Lichtverschmutzungs-Spezialisten – während die IAU, zahlreiche deutsche Forschungs-Organisationen [engl.] und die IPS gegen die US-Einreisepolitik protestieren und es bereits Boykott-Aufrufe für Tagungen gibt … [2:15 MEZ] Schwassmann-Wachmann heute hier und hier – und eine Regulus-Bedeckung durch den Mond. [15:55 MEZ]

Nur noch drei Landestellen für den NASA-Marsrover 2020

sind nach eingehenden Beratungen übrig geblieben, die nordöstliche Syrthe (sehr alt), der Krater jezero (wo es einst einen See gab) und die Columbia Hills (mit vielleicht einst einer heißen Quelle), wo schon der Rover Spirit unterwegs war: Artikel zum Prozess hier, hier und hier – auch ein kurzer Safe Mode von New Horizons und ein detailliertes Paper zur Mechanik der Landung von Huygens auf dem Saturnmond Titan. Plus die Details eines (Nicht-)Zwischenfalls mit Raumschrott bei einem ESA-Satelliten, wie die Agentur aktiv gegen Schrott vorgehen möchte, ein gescheitertes japanisches Experiment genau dazu mit einem Seil (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und der Wiedereintritt des letzten HTV nach seinem ISS-Besuch. Sowie der Start einer H-II mit einem militärischen ComSat, der nächste Start einer Falcon 9 nun am 18.2. geplant, von einer alten Apollo-Rampe, während neue Probleme drohen (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr). Und der 80. Geburtstag von Sigmund Jähn morgen, dem der MDR heute einen 225-minütigen Themenabend widmet, wohl keine kommerziellen ISS-Crew-Flüge vor 2019, was der Ein-Jahres-Flug von Kelly zur ISS gebracht hat, ein neues privates Airlock der ISS, der Vertrag über das Euro-Servicemodul für den 1. Orion-Flug mit Crew, ein weiteres Teil des SLS – und der 2017-er NASA Day of Remembrance u.a. für den 50. Jahrestag des Apollo-1-Feuers am 27. Januar 1967. [1:45 MEZ. NACHTRÄGE: Der Static Fire-Test der Falcon hat stattgefunden für einen Dragon-Start am 18.2.]


11. Februar

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Die Halbschatten-MoFi als eine virtuelle Angelegenheit

Drei Webcasts in unterschiedlicher Qualität aus dem UK (oben), von den Kanaren (unten) und aus Florida (im unteren Komposit rechts) und ein stetiger Strom guter Aufnahmen aus Deutschland, Frankreich und den USA auf Twitter z.B. hier (früher, noch früher und noch früher), hier, hier, hier, hier, hier, und hier: So ließ sich die HaSchaMoFi 2017 auch ganz gut verfolgen, wenn man selbst keine klare Sicht hatte.

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Wie bei dem tiefen Eindringen in den Halbschatten bis fast zum Rand des Kernschattens zu erwarten, war der Effekt sehr deutlich – und für diesen Blogger sogar durch dichte Wolken zu erahnen: Es war immer dieselbe Ecke des schmemenhaft erkennbaren Mondes deutlich dunkler … [2:15 MEZ] Besonders scharfe Bilder, die MoFi im Aufgang und richtig fett. [2:30 MEZ] Und ein grausliches Bild dieses Bloggers – aber der Schatten ist am rechten Platz, kurz vor dem Maximum … [2:45 MEZ] Wieder besser hier, hier und hier. [3:15 MEZ] Die MoFi tief hier und hier und eine Bilder-Galerie. [3:35 MEZ] Die MoFi mit Gänsen, einem Flugzeug und nur so hier, hier und hier. [4:30 MEZ] Ein Differenz-Bild, die MoFi bei Mondaufgang in den USA, zwei Berichte hier und hier, Sammlungen von Bildern hier, hier und hier und von Links und eine Medienschelte dieses Bloggers. [19:10 MEZ]


10. Februar

Was historisch korrekt ist und was nicht an dem mitreißenden Film „Hidden Figures“ über afroamerikanische Mathematikerinnen bei der NASA zur Zeit der ersten Raumflüge ‚based on the untold true story‘ untersuchen u.a. dieser, dieser, dieser, dieser und dieser Artikel („the crux of the story is true“, und es wurde z.B. das Mission Control Center akribisch nachgebaut – aber das war damals am Cape in Florida und nicht in Virginia, wo die ganze Handlung spielt). Auch relevant im Kontext die Frauen von Langley, die drei Protagonistinnen, die Vorgeschichte und eine Besprechung der Buchvorlage und die Klarstellung, dass immer nur 3 Orbits geplant waren, sowie mehr zu Buch, Film und Kontext hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MEZ]

Jupiter-Animationen aus Bildern von 91 Amateuren

rund um den Globus von Dezember 2014 bis März 2015 – auch die Venus gestern besonders scharf, der ein Grad große aber auch sehr diffuse und nur 7 mag. helle Komet 45P/HMP in Erdnähe auf Bildern von gestern (auch stark verarbeitet mit etwas Schweif), vorgestern (mehr plus die Entwicklung über drei Tage) und vom SWAN-Instrument gesehen. Plus eine Aurora live letztes Jahr und Highlights der letzten Nord-Saison 2015/16, kommende NASA-Raketen-Experimente mit künstlichen „Aurorae“, eine Reihe Forschungsarbeiten zur Lichtverschmutzung open access, die dunkelste Stadt Amerikas, Billboard-Licht-Entscheidungen in Arizona, allgemeine Lektionen zur Beleuchtung, der Diebstahl eines Planetariums (der aufblasbaren Sorte), eine Astro-Vorschauen für das erste Quartal – und allerlei zur Halbschatten-MoFi heute Nacht hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, die im Maximum gegen 1:44 MEZ wie diese MoFi 2013 kurz vor Beginn der Partialität und damit durchaus auffällig aussehen dürfte aber natürlich keinen Vergleich zur letzten totalen MoFi vom September 2015 aushält. [13:35 MEZ] 45P heute aus Brasilien. [15:10 MEZ] Ein Vergleich gestern/vorgestern – und was sonst noch an Kometen angekündigt ist. [23:45 MEZ]


9. Februar

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Saturns Mond Daphnis in der Keeler-Lücke der Ringe vor drei Tagen: ein Fan-Farbkomposit aus Rohbildern wie diesem – auch ein weiteres, eine Animation und ein Artikel über Cassinis neue Sicht des Saturnsystems. Plus eine Studie über einen möglichen Europa-Lander der NASA [alt.] – und ein fetter Grant für einen deutschen Forscher in Sachen Enceladus- und Europa-Ozeane, der hier schon vor 7 Jahren auffiel, als (namentlich ungenannter) Redner im 2. Artikel, der aber in der BU hier benannt wurde. Und zwei Jahre später trat er auf der Planetentagung auf („Der Fachvortrag …“).

So ziemlich alles, was man über das Phänomen der „lunar swirls“ weiß, wird in diesem aktuellen faktenreichen Vortrag präsentiert: Die Hypothese von magnetischer Abwehr des Sonnenwinds und daher weniger space weathering scheint erwiesen. Auch eine Orbit-Anpassung des ExoMars TGO für’s Aerobraking, eine weitere Lebensverlängerung des indischen Orbiters, Opportunity nun schon 13 Jahre unterwegs, was Curiosity über den jungen Mars heraus fand, der MRO auf der Suche nach Landestellen für den Rover 2020 und neue frische Krater auf seinen Bildern. Plus die heute beginnende Suche nach Trojanern der Erde als Zusatzaufgabe für OSIRIS-REx (mehr, mehr und mehr [NACHTRAG: und ein neuer NASA Release] und weitere Press Releases hier und hier), die Eisvulkane auf Ceres, die erste Flug-Hardware für Euclid, gute Aussichten für LISA – und der PI von Swift ist gestorben, Neil Gehrels. [0:25 MEZ. NACHTRAG: ein Nachruf von Caltech]


8. Februar

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Heute vor 100 Jahren: „Geburt“ der modernen Kosmologie

Knapp 15 Monate nach dem endlich gelungenen Abschluss der Allgemeinen Relativitätstheorie wurde Albert Einstein am 8.2.1917 abermals bei der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin vorstellig und reichte das obige weiter gedachte Paper ein, das gemäß dieser extrem detaillierten Analyse und Artikeln hier und hier die Geburt der modernen Kosmologie markiert, wenn auch mit einem per Kosmologischer Konstante erzwungen statischen Universum – von der kosmischen Expansion wusste damals noch niemand. Und hatte nun – im Gegensatz zur praktisch nur schriftlichen Einreichung der ART 1915 – auch jemand etwas zu hören bekommen? „[A]us dem Protokoll der physikalisch-mathematischen Klasse der Akademie geht hervor, dass Albert Einstein am 8. Februar 1917 auf dieser Sitzung den Vortrag ‚Über kosmologische Betrachtungen zur allgemeinen Relativitätstheorie‘ hielt“, teilt die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften als maßgeblicher Nachfolger der damaligen Akademie diesem Blog mit, aber „aus dem Protokoll geht nicht hervor, inwieweit über die Abhandlung von Einstein diskutiert wurde. Die Sitzung der physikalisch-mathematischen Klasse war nicht öffentlich. Von insgesamt 29 ordentlichen Akademiemitgliedern der Klasse waren in dieser Sitzung folgende Personen anwesend: Wilhelm von Waldeyer-Hartz, Adolf Engler, Amandus Schwarz, Max Planck, Otto Warburg, Hermann Zimmermann, Walther Nernst, Heinrich Rubens, Gottlieb Haberlandt, August Brauer, Carl Erich Correns und Albert Einstein.“ Wieviele der Herren – von Biologen über Physiker bis zu einem Bauingenieur – wohl ahnten, wessen sie da Zeuge geworden waren …? [3:30 MEZ] Ein weiterer Artikel zum Jahrestag. [16:55 MEZ] Da feiert noch wer. [19:30 MEZ. NACHTRAG: und hier eine Woche später – am 15.2. waren die Sitzungsberichte gedruckt worden]

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Eine Feuerkugel über Wisconsin mit möglichem Meteoritenfall in den Lake Michigan ist vorgestern früh vielfach beobachtet und gefilmt worden: noch ein weiterer solcher Clip und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch der wieder hinter der Sonne aufgetauchte Komet H-M-P am 7.2. (auch in Bewegung), 6.2., 5.2., 4.2. (mehr und mehr), 3.2. (mehr) und 2.2. sowie visuelle Beobachtungen vom 4.2. und 3.2. und (wohl zu) kühne Versprechungen [NACHTRAG: der hier trifft das schwache Bild besser] und Komet Johnson am 7.2., 4.2. (mehr und mehr), 3.2., 1.2., 30.1., 28.1. und 23.1. (mehr) sowie ein 262-seitiges Kometen-„Handbuch“ für 2017. Plus ein schöner Meteor quasi im Schlaf, der Stand der Forschung zum Dino-Tod – und die Venus in hoher Auflösung am 4.2. und 28.1. [1:40 MEZ]

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Tornado beschädigt Michoud Assembly Facility der NASA

Ein erstes Bild nach dem Wirbelsturm um 18:25 MEZ gestern in New Orleans im Bundesstaat Louisiana – es hat offenbar nur Leichtverletzte und größere äußere Schäden an Gebäuden gegeben, aber weder Bauteile der SLS-Rakete oder der Orion-Kapsel noch zugehörige Maschinen scheinen betroffen: Artikel hier, hier, hier und hier und Updates zur Lage. [1:15 MEZ. NACHTRÄGE: ein detaillierterer NASA Release und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier]

Astronaut Maurer trainierte schon im Planetarium

7. Februar 2017

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Am 18. Januar war es eher beiläufig bekannt geworden, und am 2. Februar erfolgte bei diesem Medien-Event in Darmstadt die formelle Einführung von Matthias Maurer als ESA-Astronaut: eineH Homepage, Maurers Biografie, seine 11 Vorgänger, Pressemitteilungen hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein Interview. Dass Maurer demnächst Astronauten-Status erreichen würde, ahnte man am Bochumer Planetarium freilich schon seit dem 18. April 2016, als er dort mit zwei weiteren ESA-Mitarbeitern erschien, um die Orientierung am Sternenhimmel zu lernen. Wie seine Lehrerin, ISS Crew Instructor Serena Bertone, gegenüber diesem Blog erläuterte, gehörte dies zum astronomischen Teil des Basic Trainings jedes ESA-Astronauten: Es „consisted of 12 classroom lessons and the visit to the Planetarium. The classroom lessons provided an overview of the main aspects of astronomy: cosmology, the large structure of the Universe, galaxies, stars, the Solar System with its planets, moons and minor bodies, and finally the Sun.

The training at the Planetarium concluded the course and helped us to achieve two objectives: it helped to summarise in a visual way what we discussed in the classroom, and, perhaps most importantly, it gave us the opportunity to practice star gazing, identification of stars and constellations, and lastly orientation using the night sky.“ Eine Lektion davor scheint in diesem Video von 1:05-08 zu sehen zu sein. Maurers Grundausbildung begann im Juli 2015 – Anfang des Jahres hatte der damalige ESA-Chef Maurer das Angebot machen können, nachdem die Betriebsverlängerung der ISS beschlossen worden war – und wird voraussichtlich diesen Herbst abgeschlossen. Der ebenfalls nach Bochum angereiste Basic and Pre-Assignment Training Coordinator Dmitriy Churkin ergänzt dazu: „This training is the very first training stage any astronaut should attend before he or she would be considered for a particular space mission assignment. On the other hand, we started this training at a low pace in order to let Matthias‘ transition from his everyday duties at the EAC to astronaut training. We are now full speed with his training, and it is his main activity today.

Matthias proved to be a person who is fully dedicated to human space flight, highly professional and motivated to train for future space missions and eventually to fly in space. His knowledge, skills and, what is even more important, his attitude, I believe, helped ESA decision-makers feel convinced that he was the right person from the class of 2009 to be re-activated. Space science, including astronomy, is a mandatory training course within Basic Training. It is hard to say if one should expect more astronomy training for Matthias now, but keep in mind that we continuously update our training courses, improve them in order to make them more efficient, interesting, useful for the astronauts. On top of that, nobody can dream of exploration flights (Moon, Mars, etc.) without having obtained good knowledge of astronomy.“ Auf den Bildern dieses Bloggers, die nun gezeigt werden dürfen, sieht man Maurer und Bertone in der Planetariumskuppel mit dem künftigen Astronauten in einem Zelt, das die eingeschränkte Sicht aus einer Raumkapsel simuliert, bei einer Besprechung und vor dem künstlichen Bochumer Himmel stehend: Medienecho hier, hier und hier.

Aktuelle Aurora-Show – auf hoher See & anderswo

6. Februar 2017

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Fischer – 8 Sekunden bei Blende 2.8 und ISO 800

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Rohlfink – 4 Sekunden bei Blende 4.6 und ISO 3200

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Fischer – 4 Sekunden bei Blende 2.8 und ISO 800

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Schmidt – 1 Sekunde (freihändig) bei Blende 3.3 und ISO 3200

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Weber – 1.3 Sekunden bei Blende 1.8 und ISO 3200

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Fischer – 15 Sekunden bei Blende 2.8 und ISO 1600

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Franke – 1.6 Sekunden bei Blende 2.8 und ISO 3200

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Die vergangene Woche hat – dank schnellen Sonnenwinds aus einem koronalen Loch, der zeitweise zu einem geomagnetischen Sturm der untersten Kategorie 1 führte – mehrere Nächte in Folge spektakuläre Polarlichter in hohen Breiten gebracht. Und dieser Blogger wurde mehrerer davon ansichtig, bei der vierten Tour mit der Hurtigrute (darin unten Links zu den Vorgängern; weitere Berichte jeweils über die roten Links u.r.): Nach ‚Teasern‘ am Morgen und Abend des 27. Januar (ein Mosaik des Aurora-Ovals an diesem Tag von NPP Suomi) tat sich in der Nacht 28./29. Januar schon mehr – und einen atemberaubenden Substurm lieferte dann der Abend des 30. Januar, von dem die ersten vier Bilder oben und auch diese Auswahl stammen. Die Helligkeit der Aurora just im Zenit stieg rapide an, und eine Minute oder so tanzten grüne und rote Streifen am Himmel … Eine Aurora-Webcam in der Nähe von Tromsø hatte leider nur teilweise klaren Himmel, zeigt aber die himmelsfüllende Aktivität auch noch weit nach Mitternacht. Und das Schauspiel wurde auch aus einem Flugzeug über Grönland aufgenommen.

Auch die Nacht 31.1./1.2. hatte es wieder in sich: Nach einem frühen hellen Substurm, den auch in Echtzeit ein eingebettetes Video aus dem schwedischen Kiruna und dieses Foto aus Finnland zeigt, kam es immer wieder zu Koronen direkt über dem Schiff – und lange blinkten am ganzen Himmel immer wieder schwache Aurora-Felder auf und verschwanden wieder. Diese Aurora war auch auf den Hebriden zu sehen – und aus Flugzeugen über dem Nordatlantik (noch mehr Bilder) und später über Kanada, was einiges Aufsehen erregte. Dito dieses Video von dort am Boden, das sogar in der Presse analysiert wurde! Ein wenig dieser Aktivität hatte trotz Wolken auch eine empfindliche Kamera südlich von Tromsø einfangen können, die zu diesem ganz neuen Projekt gehört und am 2.2. und 4.2. mehr Glück hatte. Die Videos unten zeigen diverse Echtzeit-Clips der letzten Tage aus Finnland, einen Paraglider vor norwegischem (undatiertem) Polarlicht und Zeitraffer aus Kanada von Ende Januar. Auch Sorgen um verschwindende Aurora im UK, die aber übertrieben scheinen, eine Aurora mit Qualle – und mal wieder eine Raketen-Kampagne in Alaska zwecks Erforschung der polaren Hochatmosphäre, wozu die Aurora ja auch gehört.

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Hier noch vier andere Impressionen von der o.g. Hurtigruten-Tour vom 23. Januar bis 3. Februar: das neue Wandgemälde „After School“ von Rustam Qbic in Bodø (weitere Bilder hier und hier), eine urige Aurora-Kamera im Uni-Museum von Tromsø (mehr Bilder hier und hier), die Struve-Säule in Hammerfest bei besonders schlechtem Wetter (mehr Bilder hier und hier – und wie sie im Sonnenschein aussieht) – und die kahle Fassade des Rathauses von Vardø, wo es erst eine, dann zwei und zuletzt drei Gedenktafeln für Hells Beobachtung des Venus-Transits von 1769 daselbst gegeben hatte. Wie jetzt von der Stadtverwaltung über einen häufig Hurtigruten-reisenden Astronomen – dem der Verlust auch auffiel – zu erfahren war, sind die Tafeln im Rahmen größerer Umbauarbeiten versetzt worden: „The three plaques is moved to the wall below steps on the new building. On the north side of the building. The plaques has been put back up in november 2016.“ Dieser Blogger wird bei der nächsten Gelegenheit mal nachschauen gehen – oder rutschen, denn alle Straßen Vardøs pflegen im Winter völlig vereist zu sein. Und Polarlicht gibt’s in dieser Gegend halt nur dann …

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NACHTRAG: Dieses Bild von Ian Ridpath vom 5. März zeigt die Tafeln am neuen Platz am Vardø Kommune-Gebäude. „As well as the transit plaques there is one commemorating a polar expedition“, schreibt Ridpath dazu: „They are on the same side of the building as the Hurtigruten terminal, i.e. the north side. They are awkwardly positioned to photograph, but at least are better protected from the weather than before.“

Juno wieder beim Jupiter – langer Orbit bleibt

5. Februar 2017

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Abermals ist der NASA-Orbiter Juno am 2. Februar dicht am Jupiter vorbei geflogen, wobei die JunoCam u.a. diese Bilder (das untere von Fans hier, hier, hier, hier und hier bearbeitet) und auch diese hier der Wolkenstrukturen aufnahm – einstweilen bleibt es beim 53-Tages-Orbit; Artikel hier und früher hier und hier.

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Näher am Rand der Hauptringe Saturns als jemals zuvor

in den bisher 12 1/2 Jahren im Orbit (außer während des Orbit-Einschusses 2004) kommt Cassini auf seinem aktuellen Orbit heran und erreicht bis zu 500 Metern Auflösung – jetzt auch mit wesentlich besserer Qualität als damals: eine Auswahl und Artikel hier, hier, hier und hier.

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Ebenfalls aktuell von Cassini aus neuer Perspektive die Monde Mimas (ein Mosaik und weitere Fan-Verarbeitung hier, mehr und hier) und Epimetheus – und New Horizons hat eine Kurskorrektur absolviert, auf dem Weg zum nächsten Ziel im Kuipergürtel.

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Ein neues Farbmosaik des Mars-Nordpols aus Mars-Express-Aufnahmen zeigt das ungewöhnliche, fast perfekt symmetrische Muster der elfhundert Kilometer durchmessenden Eiskappe, die eine Art Klimaarchiv darstellt. Auch digitale Geländemodelle vom MRO, Modelle der Struktur des Mars-Mantels im Hinblick auf InSight, der unterschiedliche Ursprung ähnlich aussehender Bergrücken auf dem mars, die Erde und der Mond vom Mars aus denm Orbit vom MRO sowie verschwindende Eisvulkane auf Ceres, der Status der Merkur-Mission BepiColombo, wie man Planeten auf Leben testen kann – und ein neuer Look für das Planetary Science Archive der ESA.

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Die ersten Bilder des neuen US-Wettersatelliten GOES-16

(vorher GOES-R) sind jetzt da (hier mit dem Mond, auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier), während er auch Sonnenflares beobachtet – auch nun tägliche Erd-Bilder von DSCOVR, die Datenflut der Sentinels, irdischer biogener Sauerstoff auf dem Mond, der Start von Chang’3-5, Chinas erster Sample Return Mission zum Mond, jetzt für November angesetzt. Und es bleiben fünf Bewerber um den Google Lunar X Prize, da sie Startverträge nachweisen können und es bis zum 31.12. losgehen muss.

The Calabash clash

Ein Hubble-Bild von OH 231.8+04.2 alias Calabash Nebula, bei dem sich ein Stern gerade von einem Roten Riesen in einen Planetarischen Nebel verwandelt – auch ein Bild desselben der kleinen Galaxie NGC 4861, der detaillierte technische Zustand des HST Mitte 2016, eine Verschiebung des 2. Data Release von Gaia auf 2018, während der Satellit auf Asteroiden jagt, die Wiederaufnahme der Vibrationstests mit dem JWST – und Fermi entdeckt extreme Blazare.