Archive for April 2017

Allgemeines Live-Blog ab dem 25. April 2017

25. April 2017

27. April

Cassini spricht wieder – und die Daten fließen bereits

von der ersten Durchquerung des Raumes zwischen Ringen und Saturn (Video-Clip der Aquisition of Signal vor 1/2 Stunde hinter dem Standbild): Downlink mit 66 kb/s, der Orbiter ist gesund, und alles ist „nominal“ bisher – bald kommen erste Bilder, die dann hier erscheinen sollten. [9:30 MESZ]

Eins der ersten Rohbilder von gestern, das nach der AOS empfangen wurde, ein Blick auf den Nordpol vor dem Durchstoßen der Ringebene – die Bilder davon kommen später. [10:20 MESZ] Ein Press Release zum Erfolg – und weitere Bilder aus der Nordpol-Region. [10:30 MESZ] Ein Best-of bisher und weitere Artikel hier und hier. [10:55 MESZ] Eine Animation der Rohbilder vom Pol. [11:10 MESZ] Der Download scheint ins Stocken geraten zu sein; um 21:00 MESZ gibt’s jedenfalls ein JPL-Event zu den Bildern. [12:15 MESZ] Weiter nur Wolken im Raw-Stream – aber hier ein Mosaik aus den polnahen Bildern (von denen 3 auch dieser Version des NASA Release hinzugefügt wurden). [17:35 MESZ] Ein anderes Mosaik und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [19:40 MESZ]

Ein weiteres Wolkenbild mit kleinem Feld von gestern – und 25 Minuten Cassini-Chat vom JPL: Man ist angetan von der Detailfülle der Bilder, die man so gar nicht erwartet habe, mit dynamischen Details, die man auf den ersten Blick nicht verstehe. Die helle Wolke hier z.B. sei wie ein Rennwagen, der auf dem polaren Hexagon entlang rase. Und das feine Linienmuster südlich davon sei etwas völlig Neuartiges. [22:50 MESZ. NACHTRÄGE: die Ringe hinter dem Nordpol (lange vor dem Durchstoßen; mehr und mehr), Mosaike des Nordpols hier, hier und hier in Farbe von Fans, ein Bild der Ringe nach dem Durchstoß, ein schräger Blick auf den G-Ring in Farbe, ein neuer Video-Clip von der AOS (alt., alt.) und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Die Ankunft des letzten Cygnus am 22. April mit besonders farbenfroher Erde im Hintergrund: ein Orbital Release, Videoclips hier und hier und Artikel hier, hier und hier. Auch ein neuer Langzeitrekord auf der ISS (mehr, ein Anruf, Artikel dazu hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und eine spezielle Reaktion), Fortschritte beim Starliner, Verspätungen beim SLS, Sorgen ums NASA-Budget und die Betankung von Tiangong-2 nach der Ankunft von Tianzhou-1 (Video und Artikel hier und hier und hier und hier). Sowie der 4. Mai als nächster Ariane-Start-Termin nach der Lösung der Probleme in Kourou (mehr und mehr), ein Static Fire von SpaceX, ein chinesischer Teenager-Satellit, ein Instrument für Euclid, der Ausfall des 3. Drallrades von Dawn, neue Ideen für die Weltraumforschung der ESA – und chinesisches Interesse am ‚Moon Village‘. [0:15 MESZ]


26. April

Die letzte, wilde Missionsphase von Cassini beginnt heute

mit dem ersten Durchtauchen zwischen Saturn und seinen Ringen: Ein letzter enger Titan-Vorbeiflug am 22. April hatte den Orbiter in den finalen Orbit gekickt, der Cassini heute Mittag erstmals durch die kritische Zone tauchen lässt. Auch eine Pressekonferenz dazu von einer Geophysiker-Tagung in Wien, das Ganze als Teachable Moment und Artikel hier, hier, hier und hier. Auch ein möglicher internationaler Europa-Lander, die Impakt-Geschichte des Mars, was Curiosity so treibt – und Indien läd zu einer Venus-Mission ein.

Ein aktuelles Bild des James Webb Space Telescope, dessen Anomalie bei Vibrationstests erklärt zu sein scheint. Auch eine Kostenschätzung für WFIRST, schon über 5000 referierte Papers von XMM-Newton, gemeinsame Erkenntnisse von Cassini, den Voyagers und IBEX über die Gestalt der Heliosphäre, 10 Jahre NLC-Beobachtungen mit AIM – und Messungen von Terrestrial Gamma-ray Flashes durch Fermi. [1:15 MESZ] Eine Cassini-Timeline für heute (und morgen, MESZ): Wann passiert was? [3:20 MESZ] Die erste Ringebenen-Durchquerung auf den neuen Orbits sollte gerade erfolgt sein – weitere Vorschauen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [11:05 MESZ] Ein Univ. Colorado PR und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [23:35 MESZ]


25. April

Der Start des Extreme Universe Space Observatory

vor wenigen Minuten in Neuseeland an einem Super Pressure Balloon: Beim Experiment SPB-EUSO geht es um Beobachtungen von Extreme Energy Cosmic Rays (EECR) durch UV-Fluoreszenz in der Atmosphäre. Derzeit läuft hier eine Live-Übertragung, während es hier die Aufzeichnung einer anderen vom Abheben zu sehen ist und hier Updates kommen. Der Start des komplexen Experiments war wegen schlechten Wetters länger verschoben worden. Auch die Kometen Johnson am 24. April (mehr) und 22. April, Lovejoy – nach Kernzerfall kopflos – am 24. April, 23. April und 22. April, 41P am 22. April (mehr) und 315P am 21. April. Plus ein Chat mit David Levy, ein Paper über Fenster in die Venus-Atmosphäre, die Sonne vorgestern, ein wenig überraschendes Null-Resultat von Breakthrough-SETI (mehr, mehr und mehr), Charles Messier als Entdecker des Ringnebels bestätigt, eine Konferenz über Lichtverschmutzung, das groß angelegte Skyglow Project zur Bewusstseins-Schaffung, Dark-Sky-Tourismus in Neuseeland mit chinesischer Unterstützung – und Investoren für eine Astro-Seilbahn im österreichischen Linz. [1:10 MESZ] Ein Press Release zum Ballon-Start. [4:05 MESZ. NACHTRAG: späte Artikel hier und hier] Die Kometen PANSTARRS heute, Lovejoy gestern und Johnson gestern. [15:35 MESZ]

Heute sind 600+ Marches for Science in aller Welt

22. April 2017

Zum ersten Mal gehen heute Wissenschaftler und wissenschaftlich denkende Menschen auf die Straße – in Washington, DC, und auf über 600 „Satelliten“-Märschen weltweit (in Neuseeland läuft’s schon) – als Zeichen dafür, dass Wissenschaft die Basis der modernen Gesellschaft ist und bleiben muss. „The March for Science champions robustly funded and publicly communicated science as a pillar of human freedom and prosperity“, heißt es auf der zentralen Webseite: „We unite as a diverse, nonpartisan group to call for science that upholds the common good and for political leaders and policy makers to enact evidence based policies in the public interest. The March for Science is a celebration of science. It’s not only about scientists and politicians; it is about the very real role that science plays in each of our lives and the need to respect and encourage research that gives us insight into the world.“

Und auf der deutschen Webseite – Infos auch auf Facebook und Twitter – heißt es: „Kritisches Denken und fundiertes Urteilen setzt voraus, dass es verlässliche Kriterien gibt, die es erlauben, die Wertigkeit von Informationen einzuordnen. Die gründliche Erforschung unserer Welt und die anschließende Einordnung der Erkenntnisse, die dabei gewonnen werden, ist die Aufgabe von Wissenschaft. […] Am 22. April 2017 werden deshalb weltweit Menschen auf die Straße gehen, um dafür zu demonstrieren, dass wissenschaftliche Erkenntnisse als Grundlage des gesellschaftlichen Diskurses nicht verhandelbar sind. Alle, denen die deutliche Unterscheidung von gesichertem Wissen und persönlicher Meinung nicht gleichgültig ist, sind eingeladen, sich an dieser weltweiten Demonstration für den Wert von Forschung und Wissenschaft zu beteiligen – nicht nur Wissenschaftler/innen!“

Zum Hintergrund ein Science-Artikel (passt ja) und Interviews mit deutschen OrganisatorInnen hier, hier, hier und hier. Zahlreiche Organisationen rufen zu den Kundgebungen auf, z.B. die Allianz der Wissenschaftsorganisationen in Deutschland, die American Astronomical Society, der deutsche Außenminister, die Unis Bonn und Jena und in Hessen, der LHC (PR Deutschland), die GWUP, die Giordano-Bruno-Stiftung und der Informations-Dienst Wissenschaft. Weitere Meinungen – auch kritische und abwägende – gibt es z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, einen TV-Beitrag und ein Live-Blog. Die Bedeutung erschließt sich u.a. darin, dass die Märsche bereits im TV veralbert werden – und wer sich noch nicht entscheiden kann, dem wird hier geholfen. Dieser Blogger wird an dem March in Bonn im Demo-bewährten Hofgarten teilnehmen, dessen Programm grob so aussieht – quasi eine NRW-Rektoren-Konferenz. 😉 [1:05 MESZ]

Ein paar Plakate und Gesamteindrücke des March for Science in Bonn, der nach ersten Schätzungen etwa 1500 Teilnehmer hatte: viel mehr Bilder – insbesondere auch von allen Rednern – gibt es in diesem Album dieses Bloggers mit 120 Aufnahmen, auch ein Artikel, Notizen im Live-Blog um 7:45 a.m. und 2:27 und 4:10 p.m. EDT (mit zu kleinen Teilnehmerzahlen) und weitere Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und in Massen hier. [23:55 MESZ]

Ein Überblick über die Science Märsche rund um die Welt

muss natürlich mit demjenigen in Washington, DC, beginnen, der alles auslöste: oben die komplette Aufzeichung, plus Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. Bilder und Berichte auch aus Chicago, Seattle, den ganzen USA, London, Edinburgh, dem ganzen UK, Berlin (mehr, mehr, mehr und mehr), Frankfurt (mehr und mehr), Freiburg, München und von den Polarregionen. Sowie allgemeine Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier plus ein TV-Clip. [3:15 MESZ am Folgetag] Viele Bilder und Schilder, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Impressionen aus Washington, San Francisco, den ganzen USA, London, Paris, Freiburg, Heidelberg, Berlin, München, Jena und ganz Deutschland, wie man wissenschaftlich Teilnehmer zählt, ein Video und ein treffliches Mem. [16:35 MESZ]

Statements international und national zur Zukunft, Berichte, Reden & Bilder aus Missoula (Montana, USA), Washington, DC (mehr, mehr und mehr), San Francisco, Columbia, San Diego, Rhode Island, Los Angeles (mehr), Amsterdam, London (mehr), München (mehr), Heidelberg (mehr, mehr und mehr), Dresden, Tübingen, Göttingen, Frankfurt (mehr und mehr), Bonn (mehr und mehr), Helgoland, Berlin, Münster, ganz Deutschland (daraus die Bilder oben aus Frankfurt, Heidelberg & Helgoland), Wien, ganz Australien und Wellington, NZ, weitere Artikel, Analysen und Kommentare hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein kurzer und ein längerer TV-Bericht – und eine Reaktion aus ‚Nordkorea‘ … [14:45 MESZ am übernächsten Tag. NACHTRÄGE: eine gemeinsame Gratulation vieler Organisationen, das Ergebnis einer weiteren Umfrage, eine PM aus Leipzig, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Radio-Clips hier und hier, diverse Videoclips hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und ein ‚Marsch‘ in der Stratosphäre …]

Allgemeines Live-Blog vom 19. bis 21. April 2017

19. April 2017

21. April

Erde und Mond durch die Saturnringe gesehen, von Cassini am 12. April (mehr und mehr) – die kritischen Manöver für die letzte Missions-Phase stehen bevor, mit dem letzten Titan-Flyby morgen: auch Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Sowie Junos letztes Perijovium im Kontext von Amateur-Beobachtungen und weitere Bildverarbeitung, die NASA-Instrumente auf JUICE, was Erdrutsche auf Ceres enthüllen (mehr, mehr und mehr), was Opportunity vor sich hat und derzeit sieht, eine Nahaufnahme von Curiosity – und Venus-Pläne Indiens nach dem Mars.

Ein lange übersehendes Polarlicht-Phänomen – hier auf einem Foto von D. Markel – ist im Rahmen der Swarm-Mission entdeckt worden, aber erst im Kontext von Beobachtungen vom Boden macht alles Sinn [NACHTRÄGE: ein wissenschaftlicher Vortrag dazu (ab 1:08, speziell 1:15), Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und eine Diskussion dazu]. Auch der Plan einer Überwachung aller Vulkane durch die Sentinel Satelliten – und ein Internationaler Konsens in Sachen Weltraummüll von der 7. Darmstädter Tagung dazu. In der Aufzeichnung der Abschluss-Pressekonferenz wird bei 1:44 – sowie später in diesem Tweet auch die Frage dieses Bloggers beantwortet, was aus dem Plan eines EnviSat-Vernichters von der Vorgänger-Tagung („Aktive Entfernung von Weltraummüll für geboten erklärt“) geworden ist: kompliziert, in Entwicklung auf Ebene des General Support Technology Programme und teuer – aber auf der Agenda für die nächste ESA-Ministerrats-Tagung 2019.

Das Galaxienpaar NGC 4298 und 4302 aus Hubble-Sicht: beides ziemlich ähnliche Spiralen, aber es kommt halt auf den Blickwinkel an. Auch ein HST-Bild eines SNR in der LMC, wie die Tests des JWST voran kommen, ein neuer GALEX-Katalog von UV-Quellen, drei Exoplaneten-Forscher als TIME-Persönlichkeiten, wobei sich unter ihnen eine Vertreterin des Kepler-Projekts befindet, ein Vortrag über Keplers K2-Mission (einer von über 400 im Archiv) – und wie der LISA Pathfinder als Mikrometeoriten-Detektor dienen kann (mehr und mehr): Weil er Beschleunigungen so präzise misst. [16:20 MESZ – Ende]


20. April

Hier flitzt Near Earth Asteroid 2014 JO25 über den Himmel

in einem Zeitraffer von Julian Zoller – auch Berichte hier, hier und hier, zahlreiche weitere Videos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, der Asteroid als Punkt, Punktkette (mehr und mehr), Trailkette (mehr und mehr) und Trail (mehr, mehr und mehr), noch mehr Visuals und ein besseres Arecibo-Video und eine neue Fassung der Pressemitteilung dazu, die nun „mindestens 870 m“ Länge und 4.5 Stunden Rotationsperiode angibt. Auch die Kometen Johnson gestern (mehr) und vorgestern, 41P vorgestern, 73P heute und PANSTARRS heute, eine Analyse des Kern-Zerfalls von Lovejoy, Jupiter im Methanband vorgestern, ein paar L-Zwerg-Kandidaten bei Backyard Worlds – und bei Subaru klemmt was … [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: ein Nachweis des Asteroiden mit kurioser Technik, eine PM der Stadt Osnabrück und die Folge, und Beobachtungen in der Nacht 20./21. April (mehr) und in Italien und Brasilien– und eine Demo der Parallaxe]

Zwei Starts zu zwei Raumstationen stehen heute an, in den kommenden Stunden: um 9:13 MESZ soll Soyuz MS-04 mit einer Zweier-Crew zur ISS aufbrechen (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und um 13:41 MESZ eine Langer Marsch mit Tianzhou-1 zu Tiangong-2 als erster Frachter (Bild; mehr und mehr).

Das übliche Musik-Video nach einem ULA-Start – auch Details in SloMo, viele Fotos, die ganze PK danach, der missglückte 360°-Webcast und ein ANU Release und Artikel hier, hier, hier und hier zu diversen Minisatelliten an Bord des Cygnus.

Ein seltenes Foto einer zurückkehrenden Soyuz-Kapsel mit Ablassen des Wasserstoff-Peroxids aus einem Hubschrauber während der letzten Landung, auch die Zukunft des AMS-02 auf der ISS, die Studie zu einer Crew auf EM-1, was die ‚Journey to Mars‘ bisher gekostet hat – und die ARCA-Rakete macht Fortschritte: Single Stage to Orbit? [5:45 MESZ] Ein Video-Clip zu Tianzhou-1 – und hier oder hier ein Live-Bild aus Baikonur. [6:25 MESZ] Beide Starts haben pünktlich & problemlos stattgefunden: der Soyuz (Video, Kurz-Video, Screenshots, richtige Fotos und Artikel hier, hier, hier und hier) und des Transportschiffs (Video, Screenshots, Strichspur und Artikel hier und hier). [14:25 MESZ] Und die Soyuz ist angekommen. [15:25 MESZ] Das Andocken im Videoclip – und erste Fotos vom Anflug. [16:50 MESZ] Weitere hier, hier und hier. [22:35 MESZ] Die Lang-Fassung des Andockens, eine NASA-Notiz und Artikel hier, hier und hier sowie der Tianzhou-Start und Artikel dazu hier, hier, hier, hier und hier. [23:45 MESZ. NACHTRÄGE: eine Reportage vom Start – und die Pläne mit Tianzhou-1]


19. April

1-km-Asteroid zu Besuch – auf idealer Bahn für Europa

Heute gegen 14:25 MESZ wird er der Erde am nächsten sein, 0.011752 au oder 4.57 Mondentfernungen oder 1.758 Mio. km vom Erdmittelpunkt: der Kleinplanet 2014 JO25, den man eben noch für rund 650 Meter groß hielt – und den Radarbeobachtungen in Arecibo [NACHTRAG: Die folgenden Zahlen wurden kommentarlos zurück gezogen] soeben als Doppelkörper aus zwei Brocken von je 640 bis 670 m Länge enthüllt haben, was zu einer längsten Achse von stolzen 1.3 km führt. Etwa jeder sechste erdnahe Asteroid scheint so ein contact binary zu sein, bei dem zwei sich ursprünglich umkreisende Körper – echte Binär-Asteroiden sind ähnlich häufig – Kontakt aufnahmen und sanft verschmolzen. 2014 JO25 rotiert alle 3.5 Stunden; seine Bahn kann dank der bereits seit Tagen laufenden Radarverfolgung viel präziser als optisch bestimmt werden. Die nächsten 900 Jahre wird er der Erde wohl nicht mehr so nahe kommen, und ein 1-km-Asteroid innerhalb von 5 Mondentfernungen ist generell eine Rarität – der nächste bekannte Fall wird erst 2027 mit 1999 AN10 eintreten.

Zunächst aber gilt das Interesse der kommenden Nacht vom 19. auf den 20. April, wenn 2014 JO25 zwar schon wieder 2.1 Mio. km entfernt ist aber optimal über Europas Nachthimmel zieht: Bei Dämmerungsende steht er schon 60° hoch, kulminiert etwa 2 Stunden später in rund 75° Höhe und steht vor der Morgendämmerung immer noch 45° hoch, während kein Mond stört. Die Helligkeit sollte die ganze Nacht um 10.7 mag. liegen, was mit einem Fernrohr ab etwa 10 cm Öffnung mit nicht zu geringer Vergrößerung auch wolkenfreiem suburbanem Himmel abzuringen sein müsste: Die beste Aufsuchkarte bietet wohl dieser britische Artikel; Anklicken lieferte eine zweite Version mit Sternen sogar noch etwas schwächer als der Asteroid. Die Winkelgeschwindigkeit des Lichtpünktchens auf dem Weg von den Jagdhunden zum Haar der Berenike liegt zu Beginn der Nacht bei rund 3 Bogensekunden pro Zeitsekunde (oder Bogenminuten pro Minute), am Ende sind es noch 2. In der folgenden Nacht dürfte die Helligkeit dann auf 11.7 mag. gefallen sein, mit dem Asteroiden in der Jungfrau nur noch 35 Bogensekunden pro Minute schnell und maximal etwa 45° hoch.

Viele weitere Artikel oft mit anderen Karten gibt es z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, der Asteroid wurde bereits sehr schwach am 17. April aufgenommen – und zwei Live-Übertragungen werden für 21:30 MESZ bzw. für 1:00 MESZ angekündigt. Auch die Kometen 41P am 17. April (mehr und mehr) und 15. April (mehr) und Johnson am 17. April (Details; mehr, mehr, mehr und mehr), 16. April und 15. April (mehr und mehr), die sich derzeit nahe kommen wie etwa auf 11° am 15. April, sowie Lovejoy am 17. April, 16. April und 15. April und PANSTARRS am 18. April, 17. April und 15. April. Plus ein Bolide in Queensland, weiteres Wachstum des Feuerkugel-Kamera-Netzes FRIPON – und ein extra-flacher Regenbogen. [1:00 MESZ] Arecibo hat nach mehreren Stunden alle neuen physischen Informationen über den Asteroiden plötzlich – und ohne Angabe von Gründen oder die Beantwortung von Nachfragen – aus dem Web verschwinden lassen aber immerhin die Bilder stehen gelassen. Keine Art, sowas! [1:45 MESZ]

Das erste auffällige Bild des Asteroiden, von Mark Thompson aus dem UK aus der heutigen Nacht! Noch beträgt die Helligkeit nur 13.6 mag., was v.a. am hohen Phasenwinkel von etwa 115° liegt (wir sehen gewissermaßen auf eine JO25-Sichel) und weniger an der Distanz, die bereits auf 2.2 Mio. km gefallen ist. In der kommenden Nacht soll er ja bei wieder ähnlichem Abstand aber dann praktisch in Opposition 3 mag. heller sein. [2:15 MESZ] Die Arecibo-Radar-„Bilder“ wurden inzwischen durch weniger verzerrte Delay-Doppler-Darstellungen ersetzt (oben ausgetauscht; Anklicken führt zur Animation), aber der Press Release mit den Zahlen dazu bleibt unsichtbar. Dafür wird ein Link zu diesem Artkel in Spanisch retweetet, der sie nennt aber die alten Bilder hat … [17:50 MESZ]

Die besseren hat derzeit eh das JPL mit seinem Goldstone-Radar: Auszüge aus der Ausbeute von gestern (Anklicken: alle), die zwei verschieden große Hälften zeigt (erinnert irgendwie an einen gewissen Kometenkern), für deren größere 620 Meter angegeben werden. Zu sehen auch in Artikeln hier, hier und hier. Und zur Bahn auch was. [18:15 MESZ] Weitere Amateuraufnahmen hier und hier (Komposite mehrerer Strichspuren) und ein Amateur-Video des Asteroiden von letzter Nacht. [19:30 MESZ] Die italenische Liveübertragung von gerade in Aufzeichung, weitere ältere Sichtungen hier, hier, hier und hier und weitere Artikel hier und hier. [21:45 MESZ] Und hier plus ein weiteres Video von heute Nacht – und ein weiterer Live-Stream ist aufgetaucht: Vorsicht, heiße Pixel, aber gelegentlich läuft der Asteroid an einem echten Stern vorbei. [23:45 MESZ. NACHTRAG: eine Punkte-Kette, eine Strichspur, kuriose Animationen hier und hier – und die Aufzeichnung eines dritten Webcasts]

3 Roll-Outs, 3 Raketen, 2 Raumstationen als Ziel

18. April 2017

Hier kommt eine Atlas V mit dem nächsten Cygnus zur ISS, der heute um 17:11 MESZ starten soll: die gestrige PK zum Start, eine geplante Übertragung in 360°, ein 360°-Standbild vom Roll-Out, eine Liste der und ein Videoclip zu den Aufstiegs-Events, eine Pressemitteilung, ein Video und ein Artikel zu Nutzlasten und allgemeine Artikel hier, hier, hier, hier und hier.

Hier kommt eine Soyuz mit Soyuz MS-04 zur ISS, mit der nächsten (nur zweiköpfigen) Besatzung, da Russland sich nicht mehr leisten will: viele Fotos und Videoclips hier und hier des Roll-Outs, Start soll am 20. April um 9:13 MESZ sein. Auch konkrete Zweifel am ersten Orion/SLS-Start 2018 (mehr, mehr und mehr), neu gescannte UV-Bilder von der Mondoberfläche von Apollo 16 (der Hintergrund und frühere Bermühungen) – und quasi-künstlerische Nutzung der zahllosen Apollo-Aufnahmen, die man mühsam in Archiven zusammen suchen muss.

Hier kommt eine Langer Marsch 7, die ein paar Stunden später am 20. April mit dem Versorgungsschiff Tianzhou-1 zu Tiangong-2 starten soll, eine Premiere für China. Auch die andauernde Lahmlegung der Ariane, ein möglicher ESA-Beitritt Australiens, viele Probleme im russischen Raumfahrt-Programm, ein SpaceX-Satellit(chen) für Virtual Reality aus dem Orbit, ein fundierter Vortrag über Weltraummüll – und eine heute beginnende Konferenz über denselben, die teilweise hier live gestreamt werden soll, nämlich Anfang und Ende. Um 9:30 MESZ geht’s los! [1:00 MESZ] Ein buntes chinesisches Video über die Langer-Marsch-Raketen. [8:55 MESZ] Ein Slide von der Müll-Tagung: V.a. die Zahl der Fragmente nimmt zu, trotz gestiegenen Problembewusstseins. [9:55 MESZ] hier, hier und hier mehr Tianzhou-1-Rollout. [10:55 MESZ]

Ein neues ESA-Video zum Problem des Weltraumschrotts, das auf der Tagung uraufgeführt wurde – in 3D. Obacht, die Satelliten sind viel zu groß dargestellt, so dass es im LEO so aussieht, als flögen sie dicht an dicht. Danach trat der Pionier der Raumschrottistik selbst auf – und keiner hatte eine Frage … [11:05 MESZ] Dasselbe Video in Anaglyphen-3D – und eine kuriose Sonifikation von Weltraummüll. [12:00 MESZ] Die komplette Aufzeichnung des Konferenz-Vormittags in Darmstadt. [16:50 MESZ] Die Atlas V (siehe ganz oben) ist go for launch, t-1 Minute. Webcast hier. [17:10 MEZ]

Eine ungewöhnliche Perspektive in der Live-Übertragung des Starts, mit Zuschauern am Strand Playalinda im Vordergrund – erinnert irgendwie an Filme aus der Apollo-Ära … Alles – z.B. die Stufen-Trennung – bestens in den ersten 10 Minuten des Fluges. [17:25 MESZ] Der Cygnus ist planmäßig ausgesetzt worden! Live-Bilder der späteren Missionsphasen gab es diesmal nicht, so dass alles sehr undramatisch und routiniert ablief – jedenfalls für den Zuschauer aus der Ferne. [17:35 MESZ] Viele weitere Screenshots, eine Aufzeichnung der 360°-Übertragung (los geht’s – all zu stürmisch für die Datenrate – in Minute 11) und ein Foto aus der Ferne. [17:50 MESZ] Die Playalinda-Sequenz länger, aus den Replays. [18:05 MESZ]

Alle Replays, auch der gesamte Start sowie ein ULA Release, Artikel hier, hier, hier und hier – und ein NASA-Statement zu den Problemen mit dem 360°-Live-Video … [19:30 MESZ] Die Sonnensegel sind beide entfaltet! Um 20:30 MESZ gibt’s noch ’ne PK. [19:45 MESZ] Eine NASA-Notiz zur Entfaltung – und Artikel hier, hier und hier zur Raumschrott-Konferenz. [19:55 MESZ]

Das Ende einer Ära: Für den PR-Veteran des Kennedy Space Center und Startkommentator seit Jahrzehnten George H. Diller war der Atlas-Start heute der letzte Einsatz, weshalb er auf der natürlich von ihm moderierten Post-Launch-PK (wie zuvor während des Launch Webcasts) immer wieder gefeiert wurde – hier seine vielleicht letzten Sekunden in einer NASA-Übertragung. [21:10 MESZ] Das Aufrichten der Soyuz aus ungewohnter Sicht, plus ein Thales Release, eine Zusammenfassung der NASA und ein weiterer Artikel zum Atlas-Start. [21:25 MESZ]

Allgemeines Live-Blog vom 10. bis 14. April 2017

10. April 2017

14. April

Die ganze Milchstraße im H-Alpha-Licht des Wasserstoffs

aufgenommen mit dem Wisconsin H-Alpha Mapper (WHAM), der das Warm Ionized Medium (WIM) der Galaxis kartiert, das wegen seiner diffusen Verteilung mit normalen Teleskopen kaum erfasst werden kann. Auch das Devasthal Telescope in Indien mit 3.6-m-Spiegel, drohendes Downsizing des Square Kilometer Array, die Kometen Lovejoy am 14. April und 10. April, PANSTARRS am 14. April und 8. April, 41P (der jetzt ins Perihel kommt) am 11. April und 9. April und Johnson am 9. April und 8. April, eine Nordlicht-Reportage aus Norwegen – und der drohende Verkauf eines Selbstbau-Planetariums, für das sich der Konstrukteur heftig verschuldete, und Abriss des Planetariums Halle nach der großen Flut. [23:55 MESZ – Ende]


13. April

So „verkaufte“ die NASA heute zwei Papers über Enceladus und Europahier und hier im Volltext und von diesem Blogger hier zusammengefasst – auf einer Pressekonferenz: auch eine Sichtung des Europa-Hotspots mit ALMA, Press Releases von SwRI, HST, NASA und JPL, ein Screenshot, ein Statement vom JWST, ein NASA-Feature, Fotos von der PK und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Praktisch während der Pressekonferenz liefen übrigens Cassinis beste Nahaufnahmen des kleinen Saturnmonds Atlas ein, der auch schon wieder wie Pasta aussieht: auch Versionen in Farbe hier und hier, stärker verarbeitet und animiert hier und hier. [23:35 MESZ. NACHTRÄGE: ‚amtliche‘ Bilder hier und hier und ein weiterer Artikel]


12. April

Eine neue Gesamtkarte der Erde bei Nacht von NPP Suomi

und dem Nacht-Kanal der Visible Infrared Imaging Radiometer Suite auf dem Satelliten hat die NASA heute veröffentlicht und zugleich die ursprüngliche Karte von 2012 in einer neuen Version: Jetzt können die hoch aufgelösten Bilder verglichen werden. Noch dieses Jahr soll es auch tägliche Erd-Nacht-Karten geben: Dazu musste erst das Verhalten der Kamera – insbesondere wenn der Mond auf den Boden scheint – genau verstanden werden, bevor die Prozedur automatisiert werden kann. Auch Satelliten.Erkenntnisse über Elektrizität über der Erde und fundamentale Plasma-Physik im Zusammenhang mit Alfvén-Wellen, ein schwedisches Instrument für China’s Chang’e-4 – und Papers zum Wissensstand über die Venus und wie eine künftige Mission den noch verbessern könnte.

Komplizierte Dünen auf dem Mars durch Wind aus zwei Richtungen auf einem MRO-Bild. Auch ein Paper über Sediment-Hügel auf dem Mars, neue Messungen von MAVEN von Metallen in der Mars-Atmosphäre, was Curiosity so alles sieht, die japanische Mars-Mission MMX zusammen mit Frankreich, die gerade angekündigt wurde, wie die Sonne auf Ceres eine temporäre Atmosphäre schafft, ein Paper zu möglichen Beobachtungen von Europas Ausdünstungen vor Ort, das Kommando zum Einleiten der finalen Missionsphase Cassinis (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), die Hubble-Sichtung von Aurora auf Uranus, die erneute Hibernation von New Horizons (mehr und mehr) – und ein Paper zur Chemie der Pluto-Atmosphäre.

Vom Start einer Langer Marsch 3b heute mit einem experimentellen Satelliten gibt es ungewöhnliche Amateurvideos, insbesondere dieses aus dem Wald aber auch dieses und dieses und hier und hier enthaltene [NACHTRÄGE: Artikel hier und hier]. Ferner Brexit-Folgen für das Galileo-Programm, ein Video- und ein Text-Interview mit dem ISS-Heimkehrer Shane Kimbrough, die ersten Crew-Einteilungen für die neuen Transport-Mittel zur ISS diesen Sommer, eine mögliche Verlängerung des ISS-Betriebs bis 2028 – und zur danach angedachten neuen Raumstation am Mond Artikel hier, hier und hier. [23:25 MESZ]


11. April

Zahlreiche Videos einer Feuerkugel über der US-Westküste gestern Abend sind bereits im Netz zu finden: in dieser ersten Analyse mehrere wie das obige, ferner hier, hier, hier und hier. [10:25 MESZ. NACHTRÄGE: ein Artikel – und ein Paper über die Physik von Airbursts von Asteroiden in der Erdatmosphäre]


10. April

Wetter war „zu“ gut: Event Horizon Telescope fast fertig

Fünf Beobachtungstage brauchen die Radioastronomen vom weltweiten Event Horizon Telescope, in denen das Wetter den beteiligten Radiosternwarten Messungen mit kurzen Wellenlängen erlaubt – und die letzte Kampagne hat gerade begonnen: Die Bedingungen waren schon in der ersten Hälfte des reservierten 10-Tages-Intervalls bis zum 14. April gut genug! [NACHTRÄGE: ein Tweet (die Daten „könnten exzellent sein“) und Artikel hier, hier, hier und hier zum Ende der Messungen.] Es dürfte allerdings rund ein Jahr dauern, bis ein fertiges Bild von Sgr A* aus den Daten erzeugt werden kann: So können etwa die wichtigen Messungen vom Südpol, zum Funken viel zu viel, erst im Südfrühjahr – also unserem Herbst – ausgeflogen werden. Auch frühe Wissenschaft mit den neuen großen Radioschüsseln in Mexiko (LMT) und Sardinien (SRT), Komet Johnson heute, eine Analyse von Lovejoy, ein bisschen CO im Centauren (60558) 174P/Echeclus bei 6 AU, was Doppel-KBOs über die Geschichte des Sonnensystems verraten, eine Art Simulator für Lichtverschmutzung – und ein besonders kontrastreicher Regenbogen, in dem man nach dem Bogen 5. Ordnung suchen könnte, wenn die RAW-Daten loszueisen wären … [23:45 MESZ]

Abreise von der ISS: Zwei Russen und ein Amerikaner haben gerade mit Soyuz MS-02 abgelegt und sollen gegen 13:21 MESZ landen – weitere Screenshots hier und hier. [10:25 MESZ]

Interessantes TV-Bild von der Kapsel am Fallschirm: Der Qualm stammt von Wasserstoff-Peroxid, das aus den Triebwerken abgelassen wird, ein normaler Vorgang. [13:10 MESZ] Auch der Abwurf des Hitzeschilds war zu sehen, die Bilder sind ungewöhnlich gut. [13:15 MESZ]

Weiter ein geniales Bild – die Bergecrew ist offenbar sehr nah am Landepunkt und sollte die Crew binnen Minuten erreichen können. [13:20 MESZ]

Die beste Live-Übertragung einer Landung seit einiger Zeit – man sah auch, wie sich die Kapsel überschlug und vom Fallschirm noch etwas über den Boden gezogen wurde. [13:25 MESZ] Das Bild kurz vor, während und nach der Landung und die entscheidenden Sekunden in Bewegung. [13:30 MESZ] Alle drei sind schon draußen, nach 20 Minuten – ungewöhnlich fix. [13:40 MESZ] Ebenfalls ungewohnt: Bilder der Demontage des Fallschirms. [14:05 MESZ]

Die ersten echten Fotos in einem Album von der Landung: die Kapsel am Fallschirm über der kasachischen Steppe und beim Aufsetzen, aus einem Hubschrauber gesehen, und die extrahierte Crew. Auch ein NASA-Blog-Report und erste Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [15:20 MESZ. NACHTRÄGE: Lande-Fotos animiert, noch mehr Fotos und weitere Artikel hier, hier, hier und hier]

Netzwerk deutscher Astro-Vereine: Der „Westen“ legt vor

Die Vernetzung unter Deutschlands astronomischen Vereinen, Volkssternwarten, Initiativen etc. kommt allmählich voran: Vorgestern traf sich zum 4. Mal eine lockere Arbeitsgruppe „im Westen“ (an der Walter-Hohmann-Sterwarte in Essen; Bild), die inzwischen zur Regionalgruppe West der FG ‚Astronomische Vereinigungen‘ der VdS gworden ist aber schon seit 2015 zweimal jährlich zusammen kommt. Die Planung eines gemeinsamen Web-Portals nach diesem Vorbild des „Nord“-Netzwerks ist schon weit voran gekommen, das derzeit mit den ersten Inhalten gefüllt wird (alle bekannten ‚Kandidaten‘ werden kontaktiert, aber es kann sich auch jeder selber melden) – und vorbereitend und später begleitend hat dieser Blogger (5. v.l.) diese Facebook-„Fan“-Seite eingerichtet. Auch die Kometen PANSTARRS gestern (mehr, mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr und mehr) und vorvorgestern (alt; mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), Lovejoy gestern (mehr), am 7. April (mehr) und 6. April (mehr), Johnson am 7. April (mehr und mehr) und 41P gestern und am 7. April sowie die vier Kometen mal am 7. April nebeneinander gestellt. Plus eine Vorschau des JPL auf einen Asteroiden-Besuch, die prompt zu absurden Illustrationen Anlass gab, der Jupiter in Opposition gestern (mehr und mehr), vorgestern (mehr), vorvorgestern (mehr) und am 5. April, die Sonne am 7. April, Polarlicht-Stories in alten Texten, Großwild vor Nachthimmel, Ärger in Neuseeland wegen keiner Rücksicht auf Dark Skies, neues Management in Goseck, ein großer Upgrade für das Hobby-Eberly Telescope – und indonesischer „symbiotischer Mutualismus“ zwischen der neuen großen Sternwarte in Westtimor und ihren Nachbarn. [1:00 MESZ]

Die 2. Landung einer gebrauchten Falcon-Stufe

8. April 2017

nach ihrer erfolgreichen Wiederververwendung Ende März, wie sie eine automatische Kamera auf dem Drohnenboot sah – auch ein Video-Clip davon, die triumphale Pressekonferenz danach, beide Landungen der Stufe nebeneinander, eine Detailaufnahme der Stufe nach der 2. Rückkehr und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Plus die Verlängerung des ISS-Aufenthalts der aktuellen Astronautin um drei Monate, die Vorbereitung der Rückkehr anderer Crew-Mitglieder, wie sich Russland die Zukunft vorstellt, ein Spektrometer für schnelle Neutronen – und eine Aufnahme und ein Video eines Amateurbeobachters von der verlorenen ISS-Hülle der letzten EVA.

Ein kurioser länglicher Impaktkrater auf dem Mars in einer 3D-Rekonstruktion aus Bildern des Mars Express, der vermutlich durch drei Impakte entstand, weil der anfliegende Asteroid zerbrach. Auch Updates der Missionen Opportunitys und Dawns – und die NASA investiert in futuristische Technologien, die etwas an Science Fiction erinnern, um schneller im Sonnensystem herum zu kommen.

Der Eingang von Hubble-Proposals kurz vor der Deadline

für den 25. Beobachtungs-Zyklus des Weltraumteleskops, geplottet von Molly Peeples gegen die Minuten bis zum Annahmeschluss: Wie jedes Mal nimmt die Zahl der Beobachtungsanträge zum Ende hin immer schneller zu, einem erstaunlich reproduzierbaren Gesetz folgend … Auch eine Soyuz für den Satelliten CHEOPS, der für die ESA Exoplaneten jagen soll, die langfristigen Pläne Chinas in der Weltraumforschung, der Ärger in Französisch-Guyana mit keinem Ende in Sicht – und hier, hier und hier ein paar Details mehr zu Blue Origin: Noch 2018 könnte es die ersten suborbitalen Touristenflüge geben.

Allgemeines Live-Blog vom 4. bis 6. April 2017

4. April 2017

6. April

Die letzte Ring-SoFi – aufgenommen auf Farb-Negativ-Film

von Petr Horálek in Argentinien und dann von Miloslav Druckmüller aufbereitet: Der hohe Belichtungsspielraum von Negativfilm kommt solch extrem kontrastreichen Motiven entgegen. Weitere Aufnahmen der SoFi vom 26. Februar gefiltert aus Argentinien (mehr und mehr) und Chile, kuriose Videos hier und hier, eine wolkige Partialität, eine aus der Ferne ‚beobachtete‘ solche und Outreach und dann Wolken in Angola – auch die Sonne heute und Sorgen vor abnehmender Aktivität: bei Piloten.

Ein Hubble-Bild des Jupiter vor 3 Tagen anlässlich seiner Opposition – hier nochmal nachgeschärft. Auch die Kometen PANSTARRS heute (alt. und mehr sowie die Entwicklung und Artikel hier und hier), Lovejoy heute und gestern (animiert, mehr und mehr) und Johnson gestern und vor 3 Tagen (mehr).

Highlights eines deutschen Aurora-Beobachtungs-Flugs am 25. März, auch Astro-VR am AIP, Pläne für ein Dark Sky Reserve in Australien und ein 6-m-Radioteleskop in Chile (Press Releases hier, hier, hier und hier und weitere Artikel hier und hier), das Debugging von Chinas FAST, ein Instrument für Gemini, Artikel zum Event Horizon Telescope, das nun beobachtet, hier, hier und hier – und das Citizen Science-Projekt zu Keplers K2-Mission hat ein System mit 4 Planeten entdeckt: ihre Parameter. [21:25 MESZ – Ende]


5. April

Ein TV-Bericht über die Premiere eines neuen Planetariums-Programms gestern in Bochum, das dieser Blogger geschrieben hat (der auch zweimal auftaucht): auch ein Artikel dazu und diverse Bilder vom Tage. Auch die Sonne heute (mehr), gestern (mehr und mehr) und vorgestern und die Kometen Lovejoy heute (mehr) und gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und PANSTARRS heute (mehr, mehr und mehr) und gestern – nachdem letzterer deutlich heller wurde und eine 6 vor dem Komma hat, stehen nun zwei nette Kometen tief am Morgenhimmel, leider sehr tief und nun auch noch mondverseucht. [15:15 MESZ]


4. April

Cassini: Das Ende rückt näher – letzter Titan-Tritt am 22.4.

Wie heute eine NASA-Pressekonferenz in Erinnerung rief, sind die Tage des Saturn-Orbiters Cassini gezählt: Bei einem allerletzten nahen Vorbeiflug am Riesenmond Titan wird die Bahn am 22. April so abgelenkt, dass sie 22-mal zwischen den Ringen und dem Planeten führt, wo es eine ca. 2000 km breite Lücke gibt, zum ersten Mal am 26. April – bevor Cassini am 15. September in den Planeten plumpst. Derweil ist New Horizons auf halbem Weg zwischen Pluto und dem 2. KBO, das Methan-Problem des Mars bleibt ungelöst, die NASA & JAXA bauen ein neues Röntgenteleskop, XARP, als Ersatz des verunglückten Hitomi, die CYGNSS-Satelliten sind operationell, ein robotischer Betankungstest verlässt die ISS, die ein deutsches Experiment bekommt, auf der vielleicht das AMS-02 repariert wird und deren verlorene Verkleidung im Orbit beobachtet wird, Gerst nimmt beim 2. Mal ISS eine Zeitkapsel mit, während Maurer weiter vom Mond träumt (und sein Planetariums-Abenteuer heute auch von Zeiss gewürdigt und gar hier aufgegriffen wird) – und die Ariane steht weiter rum, während die Unruhen weiter gehen. [23:55 MESZ]

Mini-Asteroid fliegt heute 10’000 km an der Erde vorbei

Er wurde erst gestern entdeckt, und dank Beobachtungen brasilianischer Amateurastronomen ist die Bahn von 2017 GM nun gut bekannt: Wie bereits in der Nacht vermutet, wird er gegen 12:30 MESZ in etwa 16’300 km Abstand am Erdmittelpunkt vorbei schießen bzw. rund 10’000 km über die Erdoberfläche (aber nicht über Europa, von dem 16’000 km Mindestabstand eingehalten werden). Mit einer Absoluthelligkeit von 29.8 beträgt der Durchmesser des Felsbrockens je nach Albedo 2 bis 6 Meter: Im Falle eines Impakts hätte es einen hübschen Meteor gegeben, mehr nicht. [9:55 MESZ] Und so sieht er aus … als Lichtpunkt. [10:30 MESZ] Ein kurzer Artikel kurz vor dem Flyby. [12:05 MESZ] Und einer lange danach. [20:45 MESZ] Und noch einer. [23:15 MESZ]

Der erste Versuch, ein Schwarzes Loch direkt abzubilden

Heute beginnt der 11-tägige Versuch, durch Very Long Baseline Interferometry bei der kurzen Radio-Wellenlänge von 1.3 mm – zusammen als Event Horizon Telescope bezeichnet – Bilder von Sgr A* im Galaktischen Zentrum und dem Zentrum der Galaxie Messier 87 (und noch weiterer Galaxien) zu erzeugen, die Effekte der Allgemeinen Relativitätstheorie am Ereignishorizont der dort vermuteten Supermassereichen Schwarzen Löcher direkt zeigen würden: Die simulierten Bilder oben deuten an, was nach heutigem Technik- und Kenntnisstand herauskommen könnte, mit ca. 20 Mikrobogensekunden Auflösung – auch ein Projekt-Blog und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch die Fortschritte mit dem Giant Magellan Telescope, der heller gewordene und einen strukturreichen Plasmaschweif zeigende Komet Lovejoy gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr und mehr), am 1. April (mehr) und 31. März (mehr und mehr), die Kometen Johnson vorgestern, Hale-Bopp vor 20 Jahren und Tempel 1 vor 150 Jahren und der Jupiter gestern. Derweil hat die Sonnenaktivität noch einmal zugenommen, mit mehreren M-Flares: Bilder von gestern, vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vom 1. April (mehr) und 31. März (mehr). Plus der Himmel im April, eine Dark Sky Community in Colorado – und das Deutsche Museum Bonn ist endgültig gerettet (mehr und mehr). [1:00 MESZ. NACHTRÄGE: ein EHT-Beobachter am Ort eines der EHT-Teleskope (zu denen auch ALMA gehört) – bei IRAM passt das Wetter]

AKM e.V.: Hier wohnt der Rest des Universums

2. April 2017

Für alles vom äußeren Rand der Erdatmosphäre bis zum Ende des Universums sind in Deutschland eine Vielzahl von amateurastronomischen Organisationen zuständig, meist als Fachgruppen der Vereinigung der Sternfreunde, gelegentlich auch unabhängig – aber um alle Vorgänge in der Erdatmosphäre, von Polarlicht und Meteoren über Leuchtende Nachtwolken bis Halos und Regenbögen, kümmert sich der Arbeitskreis Meteore e.V. (AKM), der 1978 in der DDR innerhalb des Kulturbunds gegründet wurde und bald nach der deutschen Einheit alle entsprechenden (und weniger aktiven) West-Gruppen absorbierte. Dieses Wochenende tagte der AKM zum 37. Mal, in einer edlen Jugendherberge in Oberwesel am Mittelrhein mit Blick auf denselben – sehr passend, denn im AKM befasst man sich inzwischen auch mit sehr irdischen (und meist ziemlich kuriosen) Naturerscheinungen, allerdings mit High-Tech. So gilt eine Präsentation genialer 3D-Aufnahmen von Haareis auf Totholz durch R. Nitze auf einem High-End-3D-Flachbild-Fernseher mit zirkularer Polarisation vielen als das Highlight des Meetings.

Für das Bild des Jahres einer atmosphärischen Erscheinung wurde A. Haußmann für diesen Dreiviertel-Regenbogen vom Mai 2016 über dem Großen Zschirnstein in der Sächsischen Schweiz ausgezeichnet, der auch über Simulationen von Halos an nahen Lichtquellen (mit divergentem Licht) vortrug: oben das Gesamtbild, darunter nur die Wirkung beobachternaher Eiskristalle, was zu Haloeffekten ähnlich wie um die ferne Sonne führt. Überhaupt sind „Lampenhalos“ mehr und mehr ein Thema – experimenteller – Forschung: Manches komplexe Phänomen wird daran klarer.

Zum dritten Ehrenmitglied des AKM wurde W. Hinz ernannt (hier mit improvisiertem Blumenstrauß), der über die Geschichte der Halo-Beobachtung im AKM seit den Anfängen referierte: Inzwischen sind 30 Jahre Daten von 1986 bis 2015 elektronisch erfasst und können statistisch analysiert werden. Was das alles bedeutet, erschließt sich vielfach aber noch nicht: So mag der Jahresgang der Halo-Meldungen durch meteorologische und geometrische Effekte erklärlich sein, die Schwankungen über Jahrzehnte geben dagegen Rätsel auf.

Natürlich kamen auch die namensgebenden Meteore nicht zu kurz: Der Münchner Film- und Fernsehprofesser P. Slansky berichtete über den testweisen Einsatz von HD-Kameras bei der Meteorbeobachtung, insbesondere während der Perseiden 2016 zusammen mit B. Gährken: Verglichen wurden zwei High-End-TV-Kameras der 10- bis 20-Kilo-Euro-Klasse mit der 2000-Euro-Alpha7s und einer empfindlichen Überwachungskamera für ein paar hundert Euro. Die Qualität der Farb-HD-Bilder mit extrem hohen ISO-Einstellungen überzeugt auf der Leinwand, aber der quantitative Vergleich der Ausbeute – wenn man sich nur für Fallraten interessiert – krankt noch an der Schwierigkeit präziser automatischer Auswertung mit gleicher Technik. Die ist nämlich perfekt auf analoge TV-Kameras zugeschnitten und liegt auch dem IMO Video Meteor Network zugrunde, das der AKM betreibt.

Über die interessantesten Ergebnisse dieses stark auf Europa konzentrierten Kamera-Netzwerks berichtete S. Molau: oben die Bestätigung eines erstmals in Radarechos identifizierten Meteorstroms, der Kappa-Cancriden, die das Canadian Meteor Orbit Radar am 9./10. Januar 2015 registriert hatte und dessen 2015-er Ausbruch – mit einer Halbwertsbreite von nur 40 Minuten – auch in den Videodaten gefunden wurde. Und auch in Daten früherer Jahre. Darunter ein Ausbruch der Gamma-Draconiden am 28. Juli 2016, den ein anderes Kameranetzwerk und CMOR zuerst gemeldet hatten und von dem die IMO-Kameras ca. 500 Meteore aufzeichneten. Bei den Perseiden 2016 stimmten die Videodaten mit parallelen visuellen Beobachtungen gut überein (3. Grafik), und im Vergleich mit früheren Aktivitätsverläufen (4. Grafik) fällt ein starker früher Zusatz-Peak auf: Der war vorhergesagt gewesen und lässt sich (untere Grafik) durch zwei kurze aber heftige Zusatzkomponenten auf dem generellen Anstieg modellieren.

Eine Exkursion führte zum privaten Meteoriten-Museum im Ort selbst, das das einzige weltweit nur für Meteoriten zu sein scheint – und auch beim weltweiten Handel mit exotischen Stücken (wie Almahata Sitta vom Asteroiden 2008 TC3, von denen AKM’ler exklusiv besonders große Brocken inspizieren durften) mitspielt.

E. Schmidt diskutierte die Mathematik des „Supermonds“ von 2016 (s.a. hier, hier und hier) und dabei insbesondere die Frage, wann eigentlich der Vollmond am hellsten ist: Dabei dominiert nämlich der Oppositionseffekt über alle Entfernungsveränderungen, und der ist kurioserweise während einer Halbschatten-MoFi am größten. Andere Vorträge handelten z.B. von Sprites über der Nordsee 2015, einer Aurora-Kurzreise nach Island und zahlreichen weiteren Beobachtungen der hohen und niedrigen Erdatmosphäre 2016 wie z.B. grünen Strahlen vom Fichtelberg (mehr und mehr), von Regenbögen höherer Ordnung (inzwischen wird bis zur 5. beobachtet) und von den Techniken des Stormchasing, dessen Interessen sich mit denen des AKM mehrfach überschneiden. Das nächste AKM-Treffen findet im März 2017 in Lauterbach statt – hier das obligatorische Gruppenbild von diesem Jahr und sein Making-Of: