Archive for November 2017

Allgemeines Live-Blog vom 21. 11. – 7. 12. 2017

21. November 2017

7. Dezember

Rekonstruierte Formen der Asteroiden (29) Amphitrite, (324) Bamberga, (2) Pallas und (89) Julia (im Uhrzeigersinn von oben links) nach VLT-Bildern mit Adaptiver Optik. Auch neue USA-Boliden vom 5.12. und 2.12. (mit mehreren Videos), große Kollisionen auf der jungen Erde, die Metalle brachten (mehr und mehr), meteoritisches Eisen in der Bronzezeit und wenig Halogene in frühen Meteoriten auf der Erde, was gut für’s beginnende Leben war.

Die Arecibo-Schüssel aus dem Orbit im November, also lange nach dem Wirbelsturm. Auch die Voll-Finanzierung des ELT-Hauptspiegels, Verträge zur Montierung des GMT, am VLT First Light für ESPRESSO, Teile der Kamera des LSST (dessen Bau Form annimmt) und die SDSS mit neuen $$. Und Astro-Schwindel auf Nordkorea-Raketen-Fotos (von einem Amateurastronomen entdeckt), IAU-Regeln für Zeichensprache in der Astronomie, ein leibniz-Heft mit 70 Seiten Astro-Themen – und ein Bericht der britischen Polizei (40 Seiten; Executive Summary) über Straßenbeleuchtung und Verbrechens-Statistik: keine klaren Zusammenhänge. [22:25 MEZ – Ende]

Microscope hat das Schwache Äquivalenzprinzip bestätigt

Wie jetzt in einem Paper berichtet wurde (weitere Infos hier, hier, hier, hier und hier) hat der kleine französische Satellit Microscope bereits jetzt genauer als jedes Laborexperiment bestätigt, dass die Schwerkraft auf unterschiedliche Materialien gleich wirkt – und am Ende der Mission sollte der Test noch 10-mal genauer sein. Auch der zweite große Chandra-Katalog, die Asteroiden-Beobachtungen von Gaia (auch animiert), die Robustheit des JWST (und GSU und RIT Releases und Artikel zum Ärger mit dem Zeitplan [NACHTRÄGE: der unabhängig untersucht werden soll; auch eine Aufzeichnung der entsprechenden Anhörung „NASA’s Next Four Large Telescopes“] und den ersten geplanten Beobachtungen hier und hier), was Kepler als nächstes beobachten wird (u.a. die Erde, in Tagen), die Fertigstellung des CHEOPS-Teleskops und Planeten-Pläne allgemein. Ferner Tests der Solarzellen der Parker Probe, die Vorbereitungen von New Horizons auf MU69 (und eine Mini-Doku zur Sternbedeckungs-Kampagne mit dem Kuiperoid), Plattentektonik auf Europa, Gedanken über Ceres‘ helle Flecken, der Fortgang des Aerobrakings des ExoMars TGO, wieder eine gute Überwinterung des Uralt-Marsrovers Oppy, wie der Ton auf dem Mars entstand, das BepiColombo Mercury Transfer Module im Test, Mondorbiter-Pläne in Russland und Südkorea – und die beschlossene Verlängerung von 8 Missionen der ESA. Sowie die Fehler-Reduktion von Satelliten-Eis-Messungen, ein weiterer Planetary-Resources-Mini-Test-Satellit vor dem Start, die Verlängerung der BEAM-Tests an der ISS (mehr, mehr und mehr), der Sonnen-Messer TSIS-1 (kommt) und der Aerosol-Messer CATS (fertig) für die ISS, der Abschied vom Cygnus (mehr) – und wissenschaftliche Ideen für das Deep Space Gateway. [19:55 MEZ]


3. Dezember

Noch ein Bild von Junos letztem Perijovium mit den Wolken Jupiters am 24. Oktober – auch eine Aktivierung des Triebwerks von Voyager 1 nach 37 Jahren (Artikel hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier, hier und hier]), Erinnerungen von Ed Stone, die Voyagers in der Pop-Kultur. Und ein aktueller Neptun vom HST, Amateur-verarbeitet.

Das James Webb Space Telescope ist aus der Testkammer gekommen: auch hier das Top-Item und in diesem Artikel – plus die Krise von WFIRST, eine neue Homepage von LUVOIR, die Beobachtung eines Glitches des Crab-Pulsars durch XPNAV-1, Papers hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier und hier] zu Messungen des DAMPE-Satelliten von Kosmischer Strahlung (mit Relevanz für die Suche nach Dunkle Materie) und ein Video über Herschels Vermächtnis. Sowie der Satellit ORS-5 zur Überwachung des geosynchronen Gürtels – und eine Europäische Kommission zufrieden mit Copernicus.

Start einer Langer Marsch 2d mit dem Satelliten LKW-1 (Artikel hier, hier und hier) und zuvor einer Soyuz 2 1b (Videos hier und hier und Artikel hier und hier). Auch der bevorstehende nächste Start einer Elektron (mehr), ein Dragon-Start mit gebrauchter Falcon, ein möglicherweise geplanter Stunt beim Erststart der Falcon Heavy (mehr, mehr, mehr und mehr und eine Berechnung), die Weiterentwicklung der Vega, ein mobiles SLS – und das Deep Space Gateway als Schlüssel für die Exploration. [23:25 MEZ]

Und da kommen sie wieder, die drei „Supermonde“ in Folge

(also Vollmonde in Perigäumsnähe): Dieses japanische Diagramm (y-Achse in 10 Mm) zeigt den schwankenden Abstand Mond – Erde mit jeweils den Vollmonden markiert, während konkrete Zahlen hier berechnet werden und z.B. hier, hier und hier aufgelistet sind, Vollmond heute 16:47 MEZ, Perigäum morgen 9:43 MEZ. Was es bei Perigäumsmonden zu sehen gibt und was nicht, wurde schon beim letzten Mal im Nov. 2016 ausgiebig diskutiert, ein paar aktuelle Artikel – die meist nicht klar genug machen, dass der Größenunterschied von Peri- und Apogäums-Monden durchaus auffällig sein kann (wie noch früher hier und hier ausgeführt) und nicht mit einer etwaigen Horizont-Illusion verwechselt werden darf – hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Der 3. „Supermond“ des Trios fällt übrigens mit einer – in Europa unsichtbaren – totalen Mondfinsternis zusammen, was beweist, wie absurd es war, das entsprechende Zusammentreffen 2015 als etwas extrem seltenes zu beschwören … Auch ein Hubble-Bild und eine Animation vom 1. Dezember, die Komet C/2017 O1 mit einem abgebrochenen Fragment zeige, C/2017 T1 (Heinze) am 1. Dezember und Vorschauen hier und hier, was sonst noch im Dezember passiert, ein Pionier der Aurora-Vermessung, die Problematik von Pulsar-Timing zur Gravitationswellen-Messung – und die Zukunft der Radioteleskope von Green Bank und Arecibo (mehr). [0:25 MEZ] Zum Vergleich: der heutige Perigäums-Mond gegen einen Apogäums-Mond vor 1/2 Jahr über Indonesien und über Japan – und die HST-Bilder vom O1-Fragment im Detail gestackt und animiert. [19:45 MEZ]

Ein ISS-Transit vor dem fast vollen Mond gestern, von einem NASA-Fotografen in Pennsylvania eingefangen. [22:45 MEZ. NACHTRAG: eins der Einzelbilder davon auch in diesem Album fetter Vollmonde – und der Vollmond aus der ISS selbst, Buzz Aldrin beim Betrachten desselben, ein Bild des Ober-NASA-Fotografen mit Flugzeug davor {NACH-NACHTRAG: animiert} und eine Aufgangssequenz in Israel. NACHTRAG 2: ein anderer ISS-Vollmond-Transit, Aufgänge in Madrid, Florida, Mexiko, Hawaii und Neuseeland und ein weiteres Album. NACHTRAG 3: noch mehr ISS-Vollmond-Transits hier, hier, hier und hier und Alben hier, hier und hier, noch ein Vergleich Peri-/Apogäum, reichlich Fun in Brasilien mit ‚Super Lua‘ – und Nordamerika im Licht desselben]


29. November

Eine gemeinsame Lichtkurve des Besuchers 1I/ʻOumuamua

aus einem anderen Sonnensystem hat Daniel Bamberger aus mehreren Papers zusammen fügen können: Wenn man völlig aus dem Rahmen fallende Messungen des NOT verwirft, passt die Fotometrie aller anderen Teleskope zusammen, mit einer Periode von 7.3 Stunden – mit kürzeren oder längeren geht nichts. Auch neue Papers zum möglichen Ursprung hier und hier sowie kometenähnlichen Farben, rohe Bilder von Hubble (hier und hier verarbeitet und ein Tutorial), mehr Fragen zur Farbe, die Bahn im 3D-Viewer, was wir alles nicht wissen, ein NEO mit Achsenverhältnis 10:1, wie man das Ding ausspricht, weitere Press Releases von ESO und der Univ. of HI [NACHTRAG: und Carnegie], ein Video-Clip, weitere Artikel hier (früher und noch früher), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, künstlerische Darstellungen hier, hier und hier, ein Gedicht und Humoristisches hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier sowie eine Artist’s View möglicher Verfolger-Raumschiffe des Projekts Lyra, die offene Frage der Herkunft von 1I, alle Rohdaten von ColOSSOS – und eine Analyse aller Photometrie kann sie nur mit einem taumelnden Objekt erklären, dito diese Auswertung einer Lichtkurve].

Der Himmel über La Palma im Zeitraffer mit z.T. ungewohnt langer Brennweite und den Großteleskopen im Vordergrund – auch ein preiswerter Myonen-Detektor für zuhause und die Wetterstatistik für die totale SoFi im Dezember 2020 im südlichen Südamerika: Die Wolken-Statistik für die SoFi im Juli 2019 etwas weiter nördlich ist nicht viel schlechter.

Die Kleine Magellansche Wolke mit dem australischen Radioteleskop ASKAP in einem Rutsch aufgenommen – auch die letzte Beobachtung des Caltech Submillimeter Observatory vor seinem Rückbau und der Baubeginn des Square Kilometer Array in Südafrika und Australien. [5:50 MEZ. NACHTRAG: Das Giant Magellan Telescope-Konsortium ist noch größer geworden, mit dem Eintritt der AZ State University]

Fregat versagt: 19 Satelliten nach Vostochny-Start verloren

Der zweite Start vom neuen Kosmodrom Vostochny aus ist ein totaler Fehlschlag geworden – die Soyuz (Video, Screenshot und mehr vom Start) arbeitete einwandfrei, aber die Fregat-Oberstufe, die einen großen und 18 kleine Satelliten auf 4 verschiedenen Bahnen aussetzen sollte, versagte, vielleicht wegen falscher Programmierung, und alles verglühte in der Atmosphäre: ein wahrscheinliches Video davon (eine Feuerkugel über Belgien hatte damit nichts zu tun), Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und die vielen russischen Fehlschläge in letzter Zeit. Auch das SM der Orion im Bau, der Erstflug der Falcon Heavy erst Anfang 2018, der kleine RemoveDebris-Satellit ebenfalls, ein ähnlicher Satellit 2019, der neue CubeSat Dellingr im Test, wie Helligkeitsmessungen am Mond Erdbeobachtern helfen können, die fortgesetzten Messungen der Sonnenleuchtkraft im Orbit, der 2020-er NASA-Marsrover im Bau, vor 50 Jahren startete Australiens 1. Satellit WRESAT, den beinahe ein Amateurfunk-Satellit überholt hätte – und was danach kam (bald nicht mehr viel). [4:45 MEZ. NACHTRÄGE: Nach dieser Darstellung ‚wusste‘ die Fregat nicht, dass die Reise in Vostochny begonnen hatte, und drehte buchstäblich durch, nach einer anderen versagten GLONASS/GPS-Empfänger an Bord – und es wurden Teile der Soyuz lokalisiert]


25. November

Das letzte Saturn-Mosaik des Orbiters Cassini bereits im Sturzflug auf den Planeten – das Fans im September fast in Echtzeit aus den einlaufenden Rohbildern gebastelt hatten – gibt es nun auch in einer ‚amtlichen‘ Version (Mitte; oben und unten zwei Ausschnitte in 2/3 der Originalauflösung, mit jeweils Monden im Feld): auch Anmerkungen der Cassini-Kamerafrau und ein Artikel.

Eine weitere amateurverarbeitete Jupiter-Aufnahme von Juno vom 24. Oktober, von Kevin Gill – auch hier und hier Amateur-Analysen der neuen Bilder dieser JunoCam, ein erfolgreicher Test von InSight, Technologie für langlebige Venus-Lander, eine Karte der großen Mondkrater vom LRO, das kommende indische Sonnen-Observatorium Aditya-1, der Gaia Groundbased Observational Service for Asteroids und wie man die Weltraumforschung maximieren kann. Plus der Start einer Langer Marsch 2c (mehr und ein Amateur-Video), was SpaceX 2018 plant – und 141 Seiten Unterrichts-Material im Zusammenhang mit der 2. ISS-Reise Alexander Gersts. [2:25 MEZ] Ein Video und Fotos vom Langer-Marsch-Start. [16:50 MEZ] CubeSats begleiten nächstes Jahr einen chinesischen Satelliten – und ein viel beobachteter offensichtlicher orbitaler Reentry (das Video war eindeutig) über Kanada letzte Nacht war eine Antares-Oberstufe, wie hier und hier auch bestätigt wird. [20:55 MEZ. NACHTRAG: Der zunächst auf Geheimnis machende kanadische Artikel wurde Stunden später geändert – und dann noch einer hinterher geschickt]

Eine Animation des letzten Perijoviums von Juno: 20 frische Aufnahmen der JunoCam wurden hierzu auf einem Jupiter projiziert und dann mit einer virtuellen Kamera auf der Originalflugbahn 125-mal so schnell wie in der Realität um ihn herum geflogen. Alles berechnet und gerendert von einem Planetenfan, dessen Rechner dafür drei Tage schuften musste. [23:50 MEZ. NACHTRÄGE: ein Bild in Kartenprojektion sowie eine andere Animation – und ein Artikel über die JunoCam-Amateur-Bildverarbeiter]

Wird sich Komet C/2017 T1 (Heinze) im Perihel zerlegen?

Der Kern dieses kürzlich entdeckten Kometen ist offenbar so klein, das ein Zerbrechen in Sonnennähe ziemlich wahrscheinlich ist: schlecht für den Kometen, gut für die Forschung, denn aus kaputten Kometen lernt man oft mehr als aus ganzen. Auch Videos aus mehreren Richtungen von einer schönen Feuerkugel über Japan, Erfahrungen mit Polarlicht in/bei Tromsø (das auch dieser Blogger mal testete), der große Erfolg des Crowdfundings für die Produktion des Enhanced Vision Telescope, die nun in die Gänge kommen kann – und eine zufällige Satelliten-Beobachtung mit einem der Prototypen desselben, die rasch geklärt werden konnte und mit interessanten Manövern zusammen hängt. [0:00 MEZ. NACHTRÄGE: ein aktuelles Bild von Komet Heinze, der Komet C/2015 ER61 (PANSTARRS) hier, hier und hier quasi in LBN 753-762, dem Drunken Dragon Nebula, zwei Feuerkugeln über dem UK mit 7 Stunden Abstand in Südengland in der Nacht, um Mitternacht (Bild und Video) und 7 Uhr früh Ortszeit (Video) – und Bilder von Aurora aus der Luft von einem Spezial-Flug über Kanada (mehr, mehr und mehr) und bei einem Linienflug]


21. November

Ein Vierteljahr ist seit der ‚amerikanischen‘ SoFi vergangen

Und seit der Linksammlung vor einem Monat ist nicht mehr viel dazu gekommen – ein paar Häppchen von Citizen CATE (Video oben), aus deren Aufnahmen auch der scheinbare Monddurchmesser hervor geht, Abstracts & Viewgraphs einer Ballon-Konferenz mit Papers zu SoFi-Aufstiegen und ein verwackeltes Flashspektrum sind wohl die einzige neue Wissenchaft. Aber es gibt ein paar neue sehenswerte Berichte hier und hier, Bilder hier (mehr geworden), hier, hier, hier, hier und hier, Videos hier, hier und hier, Artikel hier (Seiten 9-30), hier, hier und hier – und Gags und/oder Kunst hier und hier. [23:55 MEZ]

Der große Cryo-Test des James Webb Space Telescope ist zuende: das Weltraumteleskop nach Öffnung der Testkammer A am JSC in Houston am 18. November, die am 10. Juli geschlossen worden war. Derweil ist das Mini-Weltraumteleskop ASTERIA – auch hier, hier, hier, hier und hier beschrieben – gestern aus der ISS ausgesetzt worden: Artikel hier, hier und (von diesem Blogger) hier. Auch eine Erinnerung and das niederländische Radioteleskop für die Mondrückseite, das Chang’e-4 abliefern soll, gemeinsame Mondpläne von ISRO und JAXA, der Status der Planetenforschung in Deutschland, die Orbits des Satelliten Integral, ein deutscher Betriebssimulator für ExoMars 2020 – und eine wasserlose Interpretation der RSL auf dem Mars.

Start einer Langer Marsch 6 mit drei Erdbeobachtern heute: mehr Bilder, ein Video-Clip und weitere Artikel hier, hier und hier. Auch die umstrittene Zerstörung eines fertigen eingelagerten Wettersatelliten (frühere Artikel zu DMSP 19 [Seite 8] hier, hier und hier), die vier Galileos in Kourou sind aufgetankt und startklar für den 12.12. – und die weltweite Astronautik wird koordiniert, während es mit Orion mal lockerer voran geht. [18:55 MEZ]

Noch mehr Feuerkugeln – und Finnlands hatte -20. Größe

Während die schon kurz hier am Ende gemeldete nordskandinavische Feuerkugel ungefähr -20. Größe erreicht haben soll (das bekannteste Video hier und hier), hat es noch weitere interessante Fälle gegeben, darunter einen in den Niederlanden: noch mehr hier und hier und ein paar Berichte von den wie erwartet schwachen Leoniden 2017. Derweil steht die beste Sichtbarkeit des Geminiden-Erzeugers (3200) Phaeton seit seiner Entdeckung Mitte Dezember an und gibt es eine neue umfassende Bestandsaufnahme (238 Seiten! Online! Open Access!) der Situation mit den Near Earth Asteroids. Der ganz junge Mond wurde am Taghimmel um 9 Uhr und 10:30 Uhr am 19. November auf dem Jebel Hafeet in den UAE nachgewiesen, am Abend desselben Tages auch ohne Tricks in Japan, Sizilien, Frankreich, Zimbabwe, La Palma und Mexiko, einfacher dann am 20. November in Neuseeland und Australien (jeweils mit Merkur u.l. und Saturn; mehr) und später in Mexiko, den USA (mehr) und Kanada, und heute wieder in Neuseeland [NACHTRAG: und später in Spanien sowie mehr Bilder] – auch ein Update zu der Triton-Kampagne am 5. Oktober, die Sonne durch diverse Filter am 18. November (nur so macht sie z.Z. noch was her) und hier und hier schöne Steve-Phänomene. Die SDSS geht in die 5. Runde (mehr [alt.] und mehr), das Radioteleskop von Arecibo wird erst mal weiter finanziert (Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier), es gibt Ärger um die Funkstille-Anforderungen des SKA in Afrika – und ein führender Astronom hinter FAST ist posthum geehrt worden. [12:50 MEZ]

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Weitere Artikel dieses Bloggers (seit August)

20. November 2017
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Interstellarer Gast ʻOumuamua erstaunlich länglich – das neueste Paper (Press Releases hier, hier, hier, hier und hier, ein Kurz-Interview, noch ein Videoclip, problematische Zahlen zu den Farben und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier), auch weitere Papers zu den Eigenschaften hier, hier und hier (Press Releases hier und hier und ein Artikel), zur Herkunft hier, hier und hier und zu Spekulationen über Dunkle Materie (mit Kritik), der neueste Orbit, die Regeln zum Namen, ein Interview mit Jewitt und frühere Artikel hier, hier, hier und hier.

Zwicky Transient Facility läuft: alle Veränderungen am Himmel … fast live; auch eine PM vom DESY und die Humboldt-PM im Original.

Neue Online-Zeitschrift könnte Brücken schlagen: die Research Notes of the AAS (17. November).

Mond-helle Feuerkugel flog quer über Deutschland: erste Auswertungen.

Gewaltige Sternentstehung nach Crash von Galaxien im frühen Kosmos – das Paper, Press Releases hier, hier und hier und ein Artikel.

Untergang in Zeitlupe: Massereicher Stern “explodiert” in Schüben – das Paper, Press Releases hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Das eVscope kommt: Crowdfunding schießt durch die Decke (10. November) – auch ein Press Release [alt.], weitere Postings des US-Vertreters hier, hier, hier und hier, Videos einer kurzen Demo an M 27 und von einem Chat und Artikel in Englisch hier (aus 1. Hand; Diskussion dazu), hier, hier und hier und in Französisch hier, hier, hier, hier und hier.

Rosettas Komet Churyumov-Gerasimenko ist explosiv veranlagt – das Paper [alt.] und Press Releases hier, hier und hier.

Rund um Proxima Centauri: viel mehr als nur ein Planet – das Paper, ein Press Release und Artikel hier, hier, hier, hier und hier.

Besuch aus einem fremden Sonnensystem – diesmal für alle (3. November).

Kometen fremder Sonnen – von einem Kepler-Fan entdeckt – die Papers hier und hier, Press Releases hier und hier und Artikel hier und hier bzw. hier.

A/2017 U1: Besuch aus einem anderen Sonnensystem.

Mit “Standard-Sirenen” den Kosmos vermessen: Kilonovae machen’s möglich – auch Artikel hier und hier.

Meine Kilonova, Deine Kilonova? Von wegen! (20. Oktober)

Haumea: Vermessung des seltsamsten Zwergplaneten – mit einem Ring – Press Releases hier und hier, Artikel hier, hier, hier (mit Diskussion), hier, hier, hier und hier und ein TV-Clip.

Neue Ära der Astronomie: Gravitationswellen und Licht vom selben Ereignis – der ersten “Kilonova”.

Wunderstern “Tabby’s Star” KIC8462852: Wiederholt sich das Muster der Einbrüche? Frühere Bestandsaufnahmen dieses Bloggers hier, hier und hier sowie eine von der NASA, die Lichtkurve von B. Gary und sieben Papers hier (ein Artikel dazu), hier (zuvor hier und hier diskutiert), hier, hier (ein Press Release und Artikel hier und hier), hier, hier (ein Press Release und Artikel hier und hier) und hier (ein Artikel).

U Antliae und V766 Centauri: zwei Sterne, näher gesehen – ein Paper und Press Releases hier bzw. hier und hier.

“Essen blickt ins Universum”: Astrofotos für die Massen.

Neptun-Mond Triton bedeckte Stern – und viele schauten zu.

Sind wir seit 75 Jahren »im Weltraum«? Fragen zum Limit (6. Oktober)

Komet C/2017 K2 (PANSTARRS) schon 3,5 Mrd. km vor der Sonne aktiv – das Paper, Press Releases hier und hier und ein aktuelles Foto.

Nobelpreis für die Gravitationswellen: Und die Gewinner sind … – auch ein Nature-Essay über den emotionalen Wert der Preise.

Das “Enhanced Vision Telescope” stellt sich vor.

Deutsche Astronomen planen bis 2030 – die neue Denkschrift (22. September): auch Twitter Moments, eine PM der AG, Artikel hier und hier, die Einladung und der Vorgänger.

Ein Komet im Asteroiden-Gürtel – aus zwei Teilen: das Paper, Press Releases hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein Artikel.

Loss of Signal: Cassini hielt noch 23 Sekunden länger durch / Mit diesen Bildern nimmt Cassini gerade Abschied / Fahrplan für Cassinis letzte Stunden am Saturn.

Antares mit dem VLTI: die schärfsten Bilder eines anderen Sterns – Press Releases hier und hier und Artikel hier, hier und hier.

Mistkäfer und die Milchstraße – erstaunliche Experimente (8. September) – ein Artikel und Twitter Moments zum neuen Paper, der Vorgänger (Artikel hier und hier und ein Comic dazu), die neuen Tests u.a. Osnabrück und der Hauptdarsteller.

Florence – Ein Asteroiden-Trio besuchte die Erde.

Sonnenfinsternis auf Amerikanisch – Impressionen vor Ort (25. August).

Russischer Zweit-Mond am Himmel… kommt nicht (11. August).

Ein neuer großer Sturm auf dem Neptun – ein Paper [alt.] und Artikel hier und hier.

Was wir über das zweite Ziel von New Horizons wissen.

Auch eine partielle Mondfinsternis im Aufgang kann entzücken.

Bonus: Postings zu Raumfahrt-Geschichte in „Robocop“, die Statistik der Mondmänner 50 Jahre nach der ersten Saturn V, Astronomie in „An die Freude“, der „Geostorm“ für Weltraum-Nerds“ und allerlei gehäufte Kultur (auch astronomische) …

Allgemeines Live-Blog vom 12. bis 18. 11. 2017

12. November 2017

18. November

Noch ein Wolkenwirbel Jupiters vom 9. Juno-Besuch Ende Oktober [NACHTRAG: derselbe noch knackiger bearbeitet] – auch etliche weitere verarbeitete Bilder, die Chemie des Großen Roten Flecks, die Fortschritte des Aerobrakings des ExoMars TGO, der den Phobos-Orbit gekreuzt hat, ein NASA-Instrument für eine japanische Marsmisson 2024 (mit Phobos-Sample-Return), die Thermodynamik der Pluto-Atmosphäre, die Parker Solar Probe nach Akustik-Tests und die Ergründung der Whistler-Quelle mit Satelliten.

Die Ankunft des jüngsten Cygnus an der ISS am 14. November bei orbitalem Sonnenaufgang – auch die Übergabe erster SLS-Hardware am KSC, die weiteren Pläne Chinas inklusive eines nuklearen Space Shuttles und die zweite Electron-Rakete in Neuseeland angekommen. Und der Start Delta II mit JPSS-2 ist weiterhin für heute früh geplant, erneut 10:47 MEZ: Hier bloggt das Projekt. [0:35 MEZ] Bei t-4 Minuten und Holding vor dem 66-sekündigen Startfenster. [10:35 MEZ] Alles go, der Countdown für JPSS-1 läuft wieder. [10:45 MEZ]

Und Lift-Off! Aber kaum brauchbare Bilder im Webcast – früher sahen Delta-II-Starts besser aus … [10:50 MEZ] Immerhin coole IR-Bilder vor der Stufentrennung. [10:55 MEZ] SECO 1 jetzt wird erstmal gecoastet, vor einem kurzen 2. Burn 40 Minuten später. [11:00 MEZ] Ein Foto vom Start und die Stufen-Trennung. [11:25 MEZ] Ferne Aufnahmen vom Start hier und hier – und JPSS-1 ist draußen (ein 2. Screenshot und ein Artikel)! [11:50 MEZ] Eine Langzeit-Belichtung des Starts – gleich werden noch 5 CubeSats ausgesetzt. Und JPSS-1 hat die Solarzellen ausgefahren. [12:00 MEZ] Nach dem 3. Burn gleich das Aussetzen der CubeSats. [12:05 MEZ] Die ersten drei sind weg. [12:10 MEZ] Und nun alle fünf – das war’s! Und noch mehr Start-Bilder. [12:15 MEZ] NOAA, ULA und NASA Releases, viele Bilder [alt.], mehr Langzeit-Aufnahmen, die Wolke aus dem Orbit, diverse Videos hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier. [18:30 MEZ – Ende]


16. November

Schon wieder Gravitationswellen von Schwarzloch-Fusion

Jetzt ist es Routine geworden: Keine Pressekonferenz (mit geheimnisvoller Ankündigung) mehr, nur unzeremoniell ein Preprint auf ArXiv und ein Caltech Press Release dazu haben soeben der Welt eine weitere Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher in einer fernen Galaxie zur Kenntnis gebracht, die die LIGO-Detektoren über typische Gravitationswellen bemerkt haben. Es ist der nunmehr fünfte zweifelsfreie Fall dieser Art und – siehe Grafik; Skala in Sonnenmassen – derjenige mit der geringsten Gesamtmasse, denn die beiden am 8. Juni 2017 in grob 340 Mpc Entfernung fusionierten Schwarzen Löcher hatten nur rund 12 und 7 Sonnenmassen und das Produkt 18 Sonnenmassen; eine wurde von den Wellen davon getragen. Objekte dieses Kalibers – den Beteiligten eines LIGO-Ereignisses vom 26.12.2016 vergleichbar aber deutlich kleiner als bei den drei anderen LIGO-Fällen – werden auch hinter manchen Röntgenquellen in der Milchstraße vermutet: Damit gibt es gewissermaßen auf zwei Kanälen Kunde von ihnen, wenn auch nicht gleichzeitig. Das Paper deutet am Ende auch an, dass in dem zweiten LIGO-Run O2 – der am 25. August endete – noch mehr interessante Gravitationswellen-Signale zu stecken scheinen, deren Analyse aber andauert. Und ab dem Run O3 ab Ende 2018 werde es so viele Detektionen von Schwarzloch-Verschmelzungen geben, dass man bald Statistik damit betreiben könne. [3:35 MEZ]


15. November

Hier wartet die Delta II mit dem Wettersatelliten JPSS-1 auf ihre zweite Chance: Gestartet werden soll um 10:47:36 MEZ, der der Webcast läuft, und die Wetterchancen werden mit 100% angegeben. Auch ein chinesischer Doppelstart gestern (mehr und mehr), die Milchstraße von der ISS, der deutsche Beitrag zur Orion, eine Vision von Satellitenstarts auf Unst, einer Insel der Shetlands, die bisher nur durch die nördlichste Brauerei des U.K. aufgefallen ist, ein Fallschirm-Test für den NASA-Marsrover 2020 – und Erinnerungen an Indiens erste Mondsonde Chandrayaan 1. [10:25 MEZ] Und der Start ist wieder abgesagt worden: Zu starke Höhenwinde festgestellt. Nächster Versuch wiederum genau 24 Stunden später … [10:35 MEZ] … wenn es allerdings noch windiger sein könnte. Die Ansage der Absage – noch ist nicht sicher, ob für morgen der 3. Versuch angesetzt wird. [10:45 MEZ. NACHTRÄGE: ein Artikel dazu – und der nächste Versuch soll nun am 18.11. sein; das Wetter passt]

UNESCO verfügt: Jeder 16. Mai ist jetzt „Tag des Lichts“

In der Nachfolge des Internationalen Jahrs des Lichts 2015 hat die UNESCO gestern beschlossen, den 16. Mai zum „International Day of Light“ zu erklären, zwecks „global appreciation of the central role that light and light-based technologies play in the lives of the citizens of the world in areas of science, technology, culture, education, and sustainable development.“ Aus dem Licht-Jahr hat die astronomische Öffentlichkeitsarbeit wenig machen können – wird das jetzt besser? „Partners worldwide are now making plans for an ambitious series of outreach and education activities in May 2018, with special focus on students, young people and the public at large“, heißt es da: „UNESCO welcomes all partners who wish to get involved in the International Day of Light either through organizing their own activities or by supporting the flagship event on May 16 2018 at UNESCO headquarters in Paris.“ Möge dort wenigstens ein Telesköpchen stehen … Auch der Komet 217P/LINEAR gestern – und heute bis übermorgen zieht der Mond an den drei Morgen-Planeten Mars, Jupiter und Venus vorbei: Je nach geografischer Länge, z.B. von Japan, Deutschland oder den USA, steht er jeden Morgen woanders. [0:10 MEZ. NACHTRÄGE: der Mond bei Jupiter und Venus am 17.11. über den USA (mehr), Europa (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), Malaysia und Japan (mehr), am 16.11. über den USA (mehr und mehr) und Mexiko und beim Mars heute über den USA (alt.) und über Europa (mehr und mehr) sowie die Planeten-Muster hier und hier an mehreren Tagen] Eine Nova in M 31 mit 10″ gut erwischt. [0:35 MEZ. NACHTRÄGE: und eine andere und mehr und mehr]


14. November

Eine mindestens Mond-helle Feuerkugel über Mitteleuropa gegen 17:47 MEZ hat heute Abend für Aufsehen gesorgt: Wie üblich streuen die Helligkeitsangaben weit, aber die für Europa ungewöhnlich große Zahl der bereits in den ersten drei Stunden über das IMO-Formular eingegangenen Berichte (oben die Grafik der Sichter und Blickrichtungen) deutet auf eine besonders spektakuläre Feuerkugel hin. Weitere Beschreibungen gibt es in Foren-Threads hier, hier und hier, Kommentaren hier und Artikeln hier, hier und hier – Spekulationen über einen Zusammenhang mit den Leoniden sind natürlich müßig, da der Radiant (im Frühjahrssternbild Löwe) so früh noch nicht mal aufgegangen ist. [21:10 MEZ]

Und eine erste automatische Rekonstruktion der Flugbahn der Feuerkugel – die es offenbar haarscharf in das Bildfeld einer Webcam geschafft hat. [21:30 MEZ] Ein vages Bild des Boliden auch hier ganz am Rand. [22:05 MEZ] Hey, ein richtiges Video der Feuerkugel, von einer Dashcam. Plus Radio-Echos an drei Orten und weitere Artikel hier und hier. [22:55 MEZ] Und hier, hier, hier, hier und hier. [23:45 MEZ. NACHTRÄGE: Statements von IMO, AMS (mit vermutetem Tauriden-Bezug) und DLR (leider liefen die Feuerkugelkameras noch nicht), die automatisch bestimmte Flugbahn nach 1927, 1174 und 823 visuellen Beobachtungen, der große Erfolg des Online-Formulars, ein Foto aus Italien, das Video der Feuerwehr besser, mehr Videos hier, hier (mit Erläuterung) und hier, noch mehr Berichte hier und hier und weitere Artikel hier (von diesem Blogger), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und noch eine Feuerkugel, diesmal im hohen Norden und vermutlich relevanter]

Die Zwicky Transient Facility hat den Betrieb aufgenommen!

Eine seit Jahren erwartete neue schnelle und gründliche Himmelsdurchmusterung, die jede Stunde über 3750 Quadradgrad bis 20.5 mag. aufnehmen und analysieren soll, hat jetzt ihr First Light gehabt: Press Releases hier, hier und hier plus Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Wie ein ZTF-Mitarbeiter diesem Blog auf der diesjährigen AG-Tagung bestätigte, werden entdeckte Transients nach Ende der Testphase ab 2018 automatisch, sofort und öffentlich verkündet werden: Dann kann – und soll – jeder nachschauen, was da los ist. Auch weitere Fortschritte beim Murchison Widefield Array, die Computer-Power hinter dem SKA, ein Festvortrag soeben über dieses Radiointerferometer, eine beachtliche Animation des Neptun gestern aus Bildern eines australischen Amateurs – und die (v.a. Volks-)Astronomie in Münster als Thema eines TV-Beitrags auf einem kuriosen NRW-Sender. [19:30 MEZ. NACHTRAG: eine späte PM aus Berlin zur ZTF und weitere Artikel hier und (von diesem Blogger) hier]

Ein frischer Impaktkrater auf dem Mond, gesehen von der Kamera des LRO: Aus Bildern von fast 1000 unterschiedlich alten lassen sich Erosionsprozesse festmachen. Auch Veränderungen auf der Erde aus Satelliten-Sicht, eine Verschiebung des Starts von ICON, die ersten ausgewählten Wissenschafts-Programme für das JWST (Press Releases hier, hier und hier) – und heute wollen sie auf der ISS um 10:40 MEZ den Cygnus einfangen, und nur 7 Minuten später, um 10:47 MEZ, soll der Wettersatellit JPSS-1 starten: ein halbstündiger Chat dazu, ab -32:20. [2:20 MEZ] Während der Cygnus angekommen ist, wurde der JPSS-Start verschoben: nächster Versuch morgen. [12:45 MEZ] Die Ankunft des Cygnus und ein Statement zur JPSS-Verschiebung. [13:10 MEZ] Der Cygnus ist fest installiert. [14:15 MEZ. NACHTRÄGE: ein Video-Zusammenschnitt seiner Ankunft -und der Beginn des Entladens]


13. November

Heute im Morgengrauen: Konjunktion von Venus und Jupiter

Das war der Anblick gestern früh (über England, von Stu Atkinson aufgenommen), während es heute früh über Japan so und gestern über den USA so und zuvor wiederum über Japan so ausgesehen hatte: Heute kommen die Planeten einander am nächsten, gut – aber flach über dem Horizont und in der Morgendämmerung – von Europa aus zu sehen (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr). Auch Vorschauen für Südostasien früher (mehr) und die USA später (mehr, mehr und mehr), ein schönes Beispiel von 2014 – und die Mondsichel im Anmarsch vom 15. bis 17. November. Derweil gibt es eine Nova 16. Größe in der Andromeda-Galaxie und vielleicht gleich noch eine, gab es US-Feuerkugeln am 8. und 11. November (jeweils mit Videos), viel Polarlicht über Norwegen und ein 1-1/2-Stunden-Interview mit Babak Tafreshi, ist nach dem Hurrikan auf Puerto Rico das Radioteleskop von Arecibo noch lange nicht wieder im Normalbetrieb und ein Astro-Institut in Not – und ist der Schwarzloch-Forscher Jeff McClintock gestorben: Er hatte einst als Amateurastronom begonnen. [0:00 MEZ] Ein Bild der Konjunktion über Malaysia, hoch vergrößert. [0:45 MEZ] Und ein Bild aus dem Iran – während die Andromeda-Nova bereits stark gefallen ist; auch aus Kanada ein schöner ‚Steve‘ mit dem häufig assoziierten grünen Lattenzaun. [4:15 MEZ]

In England hat es wieder geklappt heute früh, trotz fieser Wolkenbank! Auch eine Visualisierung des Winkelabstands und weitere europäische Aufnahmen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (mit dem eVscope), hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – plus eine ganz frische aus Venezuela. Oh, und die ESO verkauft Eintrittskarten für die SoFi 2019 … auf La Silla. [11:25 MEZ] Mehr nette Konjuktions-Funde aus Europa in Auswahl, die ersten drei aus deutschen Landen, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [13:05 MEZ]

Aufgang der Konjunktion über Cornwall – und ein Bild aus den USA: beide Planeten jetzt „gleichauf“. [15:10 MEZ] Mehr aus Nordamerika hier, hier und hier, noch ein deutsches Bild, eine Aufnahme mit Jupiter-Monden und Artikel hier und hier. [18:45 MEZ] Bilder aus Hawaii, Mexiko (mehr, mehr und mehr), den kontinentalen USA (mehr), dem U.K. (mehr und mehr), Frankreich (animiert; mehr, hoch vergrößert), Deutschland (mehr und mehr) und Nepal sowie aus einem Flugzeug, Artikel und Bildersammlungen auf Englisch (mehr und mehr), Französisch (mehr), Portugiesisch und Spanisch plus eine kleine Dia-Schau – und es sind jetzt eine Milliarde Papers von ArXiv herunter geladen worden. [23:55 MEZ. NACHTRAG: wie sich die Planeten näher kamen]


12. November

Start des nächsten Cygnus auf einer Antares in Wallops zur ISS vor wenigen Stunden, nachdem gestern ein Flugzeug in der Sperrzone den Start verhinderte (und diesmal beinahe Boote): NASA, Orbital und Nanoracks Releases, das NASA Blog (früher), mehr Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, und hier, Videoclips hier und hier und Standbilder hier, hier und hier, Artikel hier (früher), hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und die Nutzlast des Cygnus (mehr und mehr). Auch ein möglicher Dragon-Start mit Gebraucht-Rakete, ein Freiflug-Test des Dream Chaser (Artikel hier, hier, hier und hier) – und ein Interview zum Starliner. [16:25 MEZ]

Ein weiteres Bild vom Antares-Start, das gerade in den amtlichen Alben aufgetaucht ist, wie auch dieses – plus die erreichten Bahnen von Cygnus und Antares-Oberstufe, noch mehr Bilder, die komplette Liveübertragung und die driftende Rauchwolke nach dem Start aus dem Orbit sowie ein abschließendes NASA-Statement und weitere Artikel hier und hier. [19:25 MEZ]

BoHeTa 2017: Schaufenster der Astro-Kreativität

11. November 2017

Die 36. Ausgabe der Bochumer Herbsttagung bot das gewohnte Potpourri aus originellen Heimlösungen, etwa beim besonders preisgünstigen Sternwarten-Bau oder der Fotografie ringförmiger SoFis mit einfachster Technik über Missverständnisse über Polarlichter bis zu Planetenforschung und Astrophysik auf Profi-Niveau aber von Amateur- oder Schulastronomen in Eigenregie durchgeführt. So der Messung der Lichtkurve des Zwergplaneten Haumea – mit folgender ‚Kartierung‘ des unförmigen Körpers, in Farbe – und der Sternbedeckung durch ihn mit dem 80-cm-Spiegel der VSW München.

Oder der Überwachung zahlreicher Aktiver Galaktischer Kerne an der Haffner-Sternwarte, die von einem Naturwissenschaftlichen Labor für Schüler und einer Universität gemeinsam betrieben wird und z.B. zu diesem multispektralen Paper erstklassige visuelle Daten beisteuerte.

Oder schließlich der Teide Observatory Tenerife Asteroid Survey, bei der Asteroiden-Fans, die mit eigenem Equipment in Heppenheim quasi den Himmel leer beobachtet hatten, Beobachtungszeit mit einem ESA-Teleskop auf Teneriffa bekamen und erheblich mehr fingen – drei Kometen inklusive. Und auch allesamt anwesenden Träger der Reiff-Preise hatten wieder Erstaunliches geleistet – sie gingen u.a. an die Sternfreunde Siebengebirge – und eine bemerkenswerte Initiative für den Selbstbau von Planetariums-Projektoren (!) mit 3D-Druckern:

Allgemeines Live-Blog vom 3.-9. November 2017

3. November 2017

9. November

Richard Francis „Dick“ Gordon, Jr., 1929-2017: Apollo 12

Er war 1966 mit Gemini 11 knapp 3 Tage um die Erde gekreist und 1970 im Kommandomodul von Apollo 12 um den Mond (oben in einer Zoomfahrt in LRO-Bilder zu sehen, auch hier und hier weitere simulierte Mond-Tiefflüge): Nun ist der US-Astronaut Dick Gordon mit 88 Jahren verstorben (mehr, mehr und mehr) – von den insgesamt 24 Menschen, die es mit Apollo 8 und 10 bis 17 mindestens bis in Mondnähe geschafft haben (Lovell, Young und Cernan waren je zweimal da), leben damit noch 14 (und von den 12 Moonwalkern darunter noch die Hälfte). Auch (‚passend‘ zum 50. Jahrestag des 1. Starts einer Saturn V mit der Apollo-4-Kapsel ohne Crew) der neueste Planungsstand in Sachen SLS EM-1 mit dem Orion-Erstflug zwischen Dezember 2019 und Juni 2020 – wobei angeblich selbst im letzteren Falle der erste Flug mit Crew EM-2 nicht weiter verzögert würde und auch der Start des Europa Clipper nicht: Artikel hier (früher), hier, hier, hier, hier und hier. Ferner eine russische Mondflug-Simulation mit deutscher Beteiligung, mal wieder Warnungen des NASA IG bzgl. Budget-Reserven, ein erfolgreicher Vega-Start (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), ein Zwischenfall bei einem Triebwerkstest von SpaceX (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), die Firma XCOR ist am Ende, die hunderte „Planet“-Satellitchen erfassen die ganze Erde täglich hoch aufgelöst, eine mysteriöse Satelliten-Order des BND, ein CubeSat als Wetter-Beobachter, ein Paper über Flight Operations and Lessons mit Rosettas Alice UB Spectrograph, ein Interview zu ExoMars 2020 – und ein vorgeschlagener CubeSat für die Mondforschung. [23:55 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: Das Orion Abort-System soll im April 2019 getestet werden – und mehr und mehr zum Untergang von XCOR]


8. November

Neptun im Infraroten, vor wenigen Stunden aufgenommen

mit Adaptiver Optik am dem 3-m-Spiegel des Lick Observatory, das das rohe Bild (Skalen in Bogensekunden) sofort geteilt hat: Bei den Beobachtungen ging es um das aktuelle Sturm-Geschehen, das auch von Amateurastronomen verfolgt wird. In Sachen Neptun gibt es auch ein paar Ergebnisse mehr von der Sternbedeckung durch Triton, die viel beobachtet wurde. Derweil gab und gibt es heute Nacht allerlei Aurora, in Deutschland selbst im Norden nur flach, aber in Finnland und Schweden oder dann Nordamerika (mehr, mehr und mehr) von anderem Kaliber. Auch ein Vertrag über die Bearbeitung der TMT-Spiegel, das Green Bank Telescope auf Alien-Jagd statt bei normaler Astronomie, ein merkwürdiger Artikel über das „welt-höchste Planetarium“ in China, ein Lokal-TV-Clip über eine Planetarier-Tagung in Dessau – und plötzlich alle gegen Lichtverschmutzung in Osnabrück. [6:15 MEZ. NACHTRÄGE: ein Zeitraffer und Fotos hier und hier des Polarlichts aus Wisconsin und eine Animation aus Wyoming]


7. November

Die JunoCam-Bilder vom neunten Perijovium Junos sind da!

Der Schwung vom 24. Oktober, der wegen der Sonnenkonjunktion Jupiters eine Weile nicht gesendet werden konnte, ist vor wenigen Minuten auf der Rohbilder-Webseite aufgetaucht – hier ein Ausschnitt aus einem Bild mit drastisch aufgesteiltem Gamma und sonst keiner weiteren Verarbeitung. Auch die unabhängig pulsierenden Aurorae Jupiters im Röntgenbereich (weitere Press Releases hier, hier und hier und ein Artikel), die Heizprozesse von Enceladus durch Gezeiten (mehr und mehr [NACHTRAG: und mehr]), die Suche nach einem Spitznamen für 2014 MU69, das zweite New Horizons-Ziel, ein synthetischer Mondüberflug eines Fans aus LRO-Bildern, der CubeSat CUTE zur Erforschung heißer Jupiters, Verwirrung in Aachen über den Verbleib mehrerer CubeSats, warum so viele CubeSats scheitern, die Vorbereitungen für den Reentry von Tiangong-1, der Start zweier Beidou-Satelliten auf einer Langer Marsch 3b (mehr, mehr und mehr), der nächste Cygnus-Start am 11.11., der SLS-Access-Arm am Cape – und neue Tests mit dem Dream Chaser bald. [0:00 MEZ] Weitere verarbeitete Juno-Bilder hier, hier, hier, hier und hier. [1:55 MEZ]

Ein weiterer simulierter Mondüberflug aus Daten des Lunar Reconnaissance Orbiters, gleich noch einer und noch einer – und ein weiterer prozessierter Jupiter vom 9. Perijovium. [5:30 MEZ] Und noch einer. [6:20 MEZ] Jede Menge weitere exzellente Bearbeitungen der Bilder, dito hier – und das Paper zur Jupiter-Aurora im Röntgenbereich. [19:45 MEZ. NACHTRÄGE: noch mehr verarbeitete neue Juno-Bilder hier (!), hier, hier, hier, hier, hier und hier, Anmerkungen zur MU69-‚Taufe‘ hier und hier, ein dickes Paper über die vergebliche Search for Temporal Changes auf Pluto und Charon während New Horizons‘ Besuch – und ein ISRO Release und ein Artikel zu Röntgen-Polarisations-Beobachtungen des Crab-Pulsars mit Indiens AstroSat]


6. November

Der interstellare Besucher hat einen Namen: 1I/ʻOumuamua

Der erste eindeutig von außerhalb des Sonnensystems (2 Items) gekommene Kleinkörper hat das Minor Planet Center in Abstimmung mit Spitzenfunktionären der IAU zur Einführung einer neuen Nomenklatur für solche Objekte bewogen: Sie lehnt sich an die Kometen an, nun aber mit einem „I/“ hinter bzw. vor der Nummer. Wenn die Bahn schon gut bekannt ist, gibt es eine permanente Zahl, die vor dem „I“ steht: Der erste Fund ist bereits zu „1I“ oder „1I/2017 U1“ (seiner vorläufigen Nummer, die davor zuerst ein Kometen-„C/“ und dann ein Asteroiden-„A/“ gehabt hatte) geworden – und zu „1I/ʻOumuamua“ oder „1I/2017 U1 (ʻOumuamua)“, denn einen klangvollen Namen hat der Besucher auch schon. Den haben sich seine Entdecker vom Pan-STARRS-Teleskop auf Hawaii ausgedacht, wo er auf Polynesisch soetwas wie einen zu uns aus ferner Zeit geschickten Boten bezeichnet: Das könnte man als indirekte Übernahme des populärsten Vorschlags „Rama“ nach dem interstellaren Raumschiff aus A. C. Clarkes Klassiker „Rendezvous with Rama“ interpretieren … Auch eine Bestätigung der Außergewöhnlichkeit seiner Bahn im Vergleich zu 333 bekannten leicht hyperbolischen Kometen, eine Vorhersage bisher übersehener Exo-Neptune als angebliche Notwendigkeit für seine Existenz und eine Zusammenfassung des Kenntnisstandes. [23:45 MEZ. NACHTRÄGE: eine weitere Fassung des Neptune-Papers sowie neue Papers mit einer Analyse der Lichtkurve, weiterer Spektroskopie, einer möglichen Herkunft, einer anderen Statistik zu solchen Objekten und der Möglichkeit, ʻOumuamua einzuholen, die ersten zwei ‚formell‘ veröffentlichten Versionen von U1-Papers hier samt einem Erratum und hier – und weitere Artikel hier, hier, hier und hier]


5. November

Fast voller Mond bedeckt Hyaden-Sterne – und Aldebaran

Von jetzt bis morgen früh zieht der noch fast volle Mond vor mehreren Sternen der Hyaden (mehr) und zum Schluss vor Aldebaran her (mehr, mehr, mehr und mehr): Die Sterne verschwinden hinter dem hellen Mondrand und ploppen plötzlich am dunklen wieder hervor – da dieser wegen der sehr hellen beleuchteten Mondseite als solcher unsichtbar ist, gewissermaßen aus dem Nichts. Das gab es ganz ähnlich z.B. Ende Oktober 2015: Im obigen Video dieses Bloggers erscheint Aldebaran bei 1:12 wieder (was auch bei visueller Beobachtung besser mit dem Fernglas verfolgt werden sollte). Bei einer späteren Bedeckung war der Mond noch nicht ganz voll, so dass der Stern am dunklen Rand verschwand (bei 1:13) – besser wäre es allerdings im Frühjahr, wenn der Mond nur als Sichel dem Aldebaran begegnet. Auch eine Feuerkugel über Süddeutschland am Abend des 3. November (mehr, mehr und mehr [NACHTRAG: und mehr]) – und der Uranus mit Details am 1. November. [19:20 MEZ] Die Bedeckung „läuft“: der Eintritt von Gamma Tauri – und ein aktueller Uranus von Hubble, mit Ringen! [20:30 MEZ] Gamma Tau ist wieder da – und mehr Uranus von Hubble, mit Ringen & Monden. [21:55 MEZ] Der Mond in den Hyaden heute Nacht. [22:45 MEZ] Und der ‚Täter‘ mal in Farbe gestackt. [23:50 MEZ. NACHTRAG: der Mond im Anflug auf Aldebaran, 2 1/2 Stunden vor der Bedeckung – und ein Hubble-Uranus in Falschfarben. NACHTRAG 2: der Mond viel näher an Aldebaran, 1 Stunde vor der Bedeckung, in den Hyaden – während die Bedeckung anderswo schon vorbei ist. NACHTRAG 3: der Austritt, etwas später, eine Montage der Bedeckung und das Paar aus Mexiko hier und hier. NACHTRAG 4: Videos hier (Eintritt gegen 0:52), hier (Eintritt im Zeitraffer), hier (Austritt bei 1:34) und hier (zu viel Zoom, Austritt verpasst). NACHTRAG 5: exzellente Videoclips von Ein- und Austritt]


3. November

So sauste Komet Machholz durch das Bildfeld von STEREO-A

Außer vom Satelliten SOHO mit LASCO C3 (3 Items) ist der Komet 96P/Machholz bei seiner diesjährigen Perihel-Passahe auch vom überlebenden der beiden STEREO-Satelliten beobachtet worden: drei Einzelbilder aus einer Animation, Zeit von unten nach oben. Beide Satelliten machten auch Polarisationsmessungen des Lichts des Kometenschweifs, woraus sich etwas über die Natur der Staubteilchen lernen lassen wird. Der Nachweis von inzwischen drei kleinen Fragmenten des Kometenkerns auf derselben Bahn zeugt derweil von einem fortschreitenden Zerfall: Bei letzten Periheldurchgang 2012 waren zwei solche Fragmente beobachtet worden. Auch die Technik des Heliospheric Imaging, wie sie die STEREOs einsetz(t)en. Und heute vor vier Jahren war die superkurze SoFi in Afrika: der Mondschatten aus dem All gesehen. [18:20 MEZ. NACHTRAG: andere Darstellungen der Machholz-Koronographen-Bilder hier und hier. Und die schon lange etablierte Irrelevanz solarer Strahlungs-Schwankungen für den Klimawandel wird in Kap. 2.3.1 des 1. Bandes des Fourth National Climate Assessment der USA nochmals aufgezeigt]

Letzte Nacht vor 100 Jahren wurde erstmals mit dem 100-Zöller auf dem Mount Wilson beobachtet – ein Eintrag aus dem Notizbuch von George Ellery Hale vom 2.11.1917, der da lautet: „With Alfred Noyes to Mountain. First observations with 100 inch – Jupiter, Moon, Saturn.“ Laut u.a. dieser Darstellung und anderen Notizen war mit dem damals größten Teleskop der Welt am Abend des 1.11. als erstes der Jupiter angepeilt worden, doch das Bild war schrecklich und erst am folgenden Morgen brauchbar, als zuerst ein Stern angeschaut wurde. [0:00 MEZ] Warum das alles wirklich in der Nacht 1./2.11.1917 war. [2:35 MEZ] Und Noyes‘ Gedicht über die Nacht steht hier gleich am Anfang im Prolog. [4:05 MEZ] Wieder Konfusion über das Datum der ersten Beobachtungs-Nacht … [14:35 MEZ]

Und noch mehr Geschichte: Heute vor 60 Jahren startete die Hündin Laika in Sputnik 2, die als erstes irdisches Lebewesen den Orbit erreichte – und dann wie geplant als „Heldin […] im Namen der Wissenschaft starb“, wie sich Roskosmos heute ausdrückt. An den ebenso historischen wie schon damals umstrittenen Flug wird z.B. auch hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier erinnert – und an die vielen anderen sowjetischen Weltraumhunde mit z.T. weit erfreulicheren Karrieren etwa hier und hier. [17:55 MEZ]

Ein Microlensing-Ereignis findet gerade im Stier statt

und hat die Helligkeit eines unauffälligen Sterns 14. Größe auf 11.5 mag. im Visuellen steigen gelassen (aber das Maximum der Lichtkurve könnte bereits überschritten sein): Infos und Updates hier, hier, hier und hier, Bilder hier, hier, hier, hier und hier, diverse weitere Beobachtungen hier, hier und hier und eine frühere Zusammenfassung. Auch die Entwicklung der Sonnenleuchtkraft über Jahrzehnte, Komet C/2017 O1 am 31.10. – und eine aktuelle Feuerkugel … gemalt. [0:00 MEZ. NACHTRÄGE: Der Peak ist in der Tat vorüber und fiel enttäuschend aus – ein Bild aus der Nacht 2./3.11. und eine Beobachtung vom 5./6.11. Auch Neptun mit hellem Sturm am 1. November, der kaum größere Mars mit einfacher Adaptiver Optik am 31. Oktober, eine alte aber detailreiche Venus vom Pic du Midi, was bei der großen Beobachtungs-Kampagne für den NEA 2012 TC4 im letzten Monat so alles wissenschaftlich wie auch operationell gelernt wurde, ein heller Meteor über Süddeutschland heute Abend, die HIPERCAM am WHT installiert, das Wesen des Fabry-Perot am Beispiel SALT – und die Produktion des fünften der sieben GMT-Spiegel à 8.4 Meter ist eingeleitet worden]

Asteroiden-Spuren auf Hubble-Aufnahmen ferner Galaxien und (in der Mitte) sogar Gravitationslinsen – gekrümmt wegen der Bahn des Weltraumteleskops um die Erde. Auch Paper zu den Erwartungen an Gaias 2. Data Release nächsten April und Atmospheric Beacons of Life from Exoplanets Around G and K Stars (dazu ein Press Release und ein allgemeinerer Artikel), Cassini-Erkenntnisse zu Oszillationen der Atmosphäre und den Strahlungsgürteln Saturns, wie man die Fontänen von Enceladus untersuchen könnte, das erfolgreiche 8. Perijovium Junos mit Wissenschaft, aktuelle Bilder von Curiosity, auch in spezieller Farb-Verstärkung, was 2020 alles auf dem Mars passieren soll, Magnetosphären-Forschung überall im Sonnensystem, eine neue Chefin der DLR-Planetenforschung, der Laser-Wind-Forscher Aeolus vor Tests, Studien für die NASA rund ums Gateway beim Mond – und der erste Start der Falcon Heavy nicht vor dem 29. Dezember. [0:00 MEZ. NACHTRÄGE: Die Parker Solar Probe hat ihre Vibrationstests abvolviert und ist nach Goddard gekommen, aber der Ionospheric Connection Explorer startet erst 2018, mal wieder ein endloser Update von Oppy, keine weiteren Probleme mit den Orbcomm-Satelliten, Chinas diffuse Visionen eines Spaceplanes, mehr zu den Gateway-Studien, ein NASA-Podcast zur Orion – und angespülter Raumschrott war von einer Falcon 9, der ersten, die zweimal flog]

Die Kilonova: was in ihren Lichtkurven steckt

1. November 2017

Die rasante Lichtkurve der Kilonova nach der Neutronenstern-Verschmelzung in NGC 4993 ist in vielen Wellenlängen vom Ultravioletten bis Infraroten verfolgt worden – und nun hat man sich die Mühe gemacht, die Kurven alle gemeinsam darzustellen und zu analysieren: In dieser Grafik – die Daten sind auch in einer offenen Datenbank verfügbar – stecken 625 Helligkeitsmessungen (y-Achse) von 0.45 bis 29.4 Tage (x-Achse) nach der Verschmelzung. Das soll nicht nur schön aussehen: In der Helligkeits- und Farb-Entwicklung sind konkrete Informationen über die Explosionswolke codiert, deren Licht von einer Vielzahl frisch entstandener Atomkerne stammt, deren Zerfall sie heizt.

Die Helligkeitsverläufe – hier für 9 der Farben und zur Abwechslung mal gegen den Logarithmus der Zeit – lassen sich offenbar am besten als Summe (schwarze Kurven) dreier kugelförmig ausgestoßener Komponenten (bunte Kurven) beschreiben: Insgesamt wurde danach etwa 1/15 Sonnenmasse in den Raum geschleudert, dominiert von leichteren chemischen Elementen aus dem r-Nukleosynthese-Prozess (Massenzahl A < 140) mit "moderaten" Geschwindigkeiten um 1/7 Lichtgeschwindigkeit. Dabei stecken 1/25 Sonnenmasse in Material mittlerer Durchsichtig- und Geschwindigkeit (lila Kurven), 1/60 Sonnenmasse in leichteren Elementen mit 1/4 Lichtgeschwindigkeit (blau) und 1/110 Sonnenmasse in schweren Elementen (Lanthanoiden) mit 1/12 Lichtgeschwindigkeit. Letzere (rot) sorgten auch für die starke Rötung der Kilonova nach wenigen Tagen.

Die ist deutlich in der Entwicklung diverser Farb-Indices, hier jeweils aus dem Vergleich zweier Farben und wie in den anderen Diagrammen gegen die nun wieder lineare Zeit in Tagen aufgetragen: Diesmal sind schwarz die interpolierten Messungen und magenta der Fit aus dem o.g. Dreikomponenten-Modell. Dessen leichte Komponente dürfte überwiegend aus den Polen geschossen sein, woraus wiederum folgt, dass die beteiligten Neutronensterne höchstens 24 km groß waren. Und die anderen kamen aus einer Akkretionsscheibe um das neu gebildete Objekt: Das ist demnach schnell zu einem kleinen Schwarzen Loch kollabiert und hat nicht noch eine Weile als instabiler Monster-Neutronenstern überlebt. Viele der Zahlen sind noch unsicher, so könnte die Gesamtmasse der Ejekta um 50% überschätzt sein. Aber es sieht so aus, dass Neutronenstern-Fusionen der dominante Prozess der r-Nukleosynthese im Kosmos sein könnten. Interessant auch ein weiteres Paper mit der – vergeblichen – Suche nach Gravitationswellen von der Quelle nach der Verschmelzung, eine PM aus Frankfurt zu weiteren Untersuchungen von Neutronenstern-Paaren in Computer-Simulationen und Interviews im ESO-Blog, wie sich die Kilonova für optische Astronomen anfühlte. Und allerlei weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier zur Bedeutung der Gravitationswellen von der Neutronenstern-Fusion für die Fundamentalphysik und Kosmologie.