Live-Blog zum Mars-Sturm & Hayabusas Ankunft


26. Juni

Trübe Sicht: Curiositys Sonnenuhr zeigt nichts mehr an

Ein eindrücklicher Beleg für den hohen Staubgehalt der Marsatmosphäre auch über dem Gale-Krater, an Sol 2091: Der Kontrast zwischen Sonnenscheibe und Himmel über dem Rover Curiosity ist so gering geworden, dass das Gnomon seiner kleinen Sonnenuhr – die primär als Kalibrationsziel für die Kameras dient – keinen erkennbaren Schatten mehr wirft. Auf der Erde würde man von ‚bedecktem Himmel‘ sprechen. Auch Amateurbilder von gestern und eins vom 22. Juni mit allerlei Albedo-Strukturen. [2:30 MESZ] Mehr gute Amateur-Bilder von heute und gestern. [20:45 MESZ. NACHTRÄGE: und nochmal von heute hier, hier und hier sowie von vorgestern mit wieder mehr Acidalium – setzt sich der Staub langsam?] Detaillierte Zeichnungen von heute. [21:50 MESZ – Ende]


25. Juni

Hayabusa 2 ist noch etwas weiter von Ryugu entfernt als gedacht, um etwa 11 km: Das legt eine unabhängige Analyse der Navigations-Meldungen der JAXA nahe (der letzte Tweet dazu, der im Original blumiger war). Aktuell sollte der Abstand ca. 32 km betragen – auch eine PK vom 21. Juni automatisch übersetzt, ein krasses 3D-Bild, frühere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein Webinar am 27. Juni um 11:00 MESZ. [0:10 MESZ]

Eine Aufnahme von gestern aus ca. 40 km Abstand – und die nunmehr sehr deutliche Gestalt Ryugus „ist wissenschaftlich überraschend und stellt auch einige technische Herausforderungen dar“, so der Projektmanager: Die Drehachse des Asteroiden steht senkrecht auf der Umlaufbahn, was zum einen mehr Möglichkeiten für die Landungen bietet. „Andererseits gibt es einen Gipfel in der Nähe des Äquators und eine Reihe von großen Kratern, was die Auswahl der Landepunkte interessant und schwierig macht.“ Global hat der Asteroid eine Form wie Abakusperle – womit „die Richtung der Gravitationskraft auf die weiten Bereiche der Asteroidenoberfläche nicht direkt nach unten zeigt. Wir brauchen daher eine detaillierte Untersuchung dieser Eigenschaften, um unsere zukünftigen Betriebspläne zu formulieren.“ [11:10 MESZ] Ein erster Versuch einer Karte (!) von Ryugu. [13:05 MESZ] Artikel hier und hier. [23:30 MESZ. NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier und hier]


24. Juni

Der Mars-Staubsturm ist sogar von der Seite zu sehen

auf Bildern der ‚Webcam‘ auf dem Mars Express, die einst den Abflug des unglücklichen Beagle 2 beobachtete und seither ungeplant als unermüdlicher globaler Marsbeobachter dient. Der Sturm hat auch die Bilder von Curiosity verändert, die nicht nur wegen des trüben Himmels rötlicher geworden sind sondern auch keine Schatten mehr zeigen. Wiederum global eine Zeichnung (!) und Fotos hier, hier und hier von gestern und weitere Fotos von heute, gestern, vorgestern und dem 21. Juni (mehr und mehr), 20. Juni und 17. Juni sowie ältere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MESZ. NACHTRAG: Märse vom 9. bis 23. Juni]


22. Juni

Die Landschaften Rygus: Hayabusa-Bilder bis 100 km Abstand

sind in den Press Releases zur Ankunft zu sehen (eine Auswahl, geglättet; mehr & Rohversionen hinter dem Bild) – eine Landschaft mit abwechslungsreichem Terrain. „Darunter ragt eine große Felsmasse (ca. 150 m Durchmesser) im oberen Teil des Ryugu durch ihre hellere Farbe (höheres Reflexionsvermögen) heraus“, sagt der PI der Kamera (in unbearbeiteter DeepL-Übersetzung der englischen Fassung übrigens): „Der gürtelförmige Gipfelring, der den Äquator umgibt, ist ebenfalls etwas heller als seine Umgebung. Dieser Farbunterschied kann einen Unterschied in der Materialzusammensetzung und der Größe der Partikel, die das Gestein bilden, widerspiegeln. Wir können auch viele versunkene Regionen sehen, die wie Krater aussehen. Diese Vertiefungen können bei Kollisionen mit anderen Himmelskörpern entstanden sein“ – alles Zeugen einer komplexen Vergangenheit. [16:55 MESZ]


20. Juni

Der Mars-Sturm gilt jetzt als ein „globales Ereignis“

Die Einschätzung gilt seit gestern (Update von heute), wobei sich der aktuelle Staubsturm von großen der Vergangenheit unterscheidet: Während ein ganz großer 2001 den Planeten dicht umhüllte und nur noch die höchsten Vulkane herausschauten, ist der Staub jetzt wesentlich ungleichmäßiger verteilt. Und er ist für den alten Rover Opportunity weniger gefährlich als bei einem anderen größeren Sturm 2007, den er gut überstand: Neue Analysen sagen voraus, dass er diesmal nicht zu kalt und wieder erwachen wird, wenn sich der Staub lichtet. Noch ist es aber nicht so weit, und der Rover bleibt stumm, während sich der Staub inzwischen auch über Curiosity deutlich bemerkbar macht, dem das nuklearbetrieben egal ist: Das Licht ist rot geworden (oben derselbe Felsen am 21.5. und 17.6.) und die Opazität hat dort ein noch nie gemessenes Tau über 8 erreicht. Auch zahlreiche Amateurbilder von heute (mehr), gestern (mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr und mehr) und dem 17. Juni (mehr, mehr und mehr), 16. Juni (mehr und mehr) und 15. Juni (mehr), die klar machen, dass immer noch viele Albedo-Features zu sehen sind, und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:15 MESZ]

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