Allgemeines Live-Blog vom 13. bis 17. Juli 2018


17. Juli

12 neue Jupiter-Monde entdeckt: Nun sind es schon 79!

Zumeist mit dem 4-Meter-Teleskop „Blanco“ auf dem Cerro Tololo sind 12 bisher unbekannte Jupitermonde entdeckt worden, als ‚Abfallprodukt‘ einer vergeblichen Jagd nach dem hypothetischen Neunten Planeten: Der Jupiter war in der Nähe des am vielversprechendsten erscheinenden Suchgebiets, und so waren die Bedingungen gut für die Detektion schwacher Objekte auf fernen Umlaufbahnen um den Gasriesen. 9 der Funde sind ’normale‘ retrograd umlaufende Satelliten mit Perioden um 2 Jahre, einer – mit unter 1 km Durchmesser der kleinste bekannte Jupitermond – ist fast genau so weit entfernt, läuft aber in prograder Richtung (der erste derartige Fall; Grafik) mit einer Periode von 1 1/2 Jahren, und zwei laufen prograd auf näheren Bahnen in etwa einem Jahr um den Planeten. Es dauerte rund ein Jahr und erforderte den Einsatz weiterer Teleskope, um in allen Fällen klar zu sehen; nur zwei der 12 Funde waren bereits letztes Jahr bekannt gegeben worden. Die augenblickliche Konfiguration des Systems der Jupiter ist nicht stabil und stellt mithin einen Schnappschuss eines dynamischen Prozesses mit Kollisionen etc. dar – dessen Details aber noch zu ergründen bleiben: auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [16:15 MESZ] Die Beobachtungsdetails der zehn neuen gibt es im MPEC 2018-O09 und den folgenden neun Ausgaben (S/2016 J2, S/2017 J2 bis J9 und S/2018 J1) – auch Details aller Jupitermonde und alle Monde des Sonnensystems. [19:00 MESZ] Und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – sogar in den Tagesthemen kam es gerade … [22:45 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: tiefe Gedanken und noch mehr Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier]


16. Juli

Der 2 1/2 Tage alte Mond mit der Venus und dem Regulus (im 2. Bild u.r.) im Untergang über Bochum gestern Abend: eine längere Serie mit Links zu größeren Bildern. Und das war der Weg zwischen der SoFi (ganz unten) und jetzt, anderthalb mal um den Planeten: Bilder von vorgestern (mit einem Besuch beim Merkur am Ende seiner eh schon schlappen Abendsichtbarkeit) aus Japan (mehr und mehr), Australien (mehr), Deutschland (ebenfalls von diesem Blogger, auch Links zu NLC in der Nacht 13./14. Juli), Sardinien, Spanien, La Palma, Namibia (mehr), Argentinien, Brasilien, Chile, Kanada (mehr) und den USA und von gestern aus Neuseeland (mehr und mehr), Australien (mehr), Japan (mehr), Türkei, Südafrika, Italien und Spanien (mehr, mehr und mehr). Auch der staubige Mars auf Amateurbildern gestern (mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr und mehr sowie die Entwicklung vom Juni bis jetzt) und am 13. Juli (auch ein Roh-Video und was draus gemacht wurde, mehr und mehr), 12. Juli und 10. Juli sowie ein staubiges Bild von Curiosity, der Saturn vorgestern und am 10. Juli, der jetzt wieder aktivere Komet C/2017 S3 (PANSTARRS) am 15. Juli (mehr), 14. Juli, 13. Juli und 12. Juli, ein starkes Microlensing-Ereignis, das gerade abläuft, ferner aktuelle Fotos der Baustellen des Sonnenteleskops auf Hawaii und des LSST in Chile, nunmehr das 1. Quartal 2019 als Zeitrahmen für das Bild von Sgr A* vom EHT – und ein beachtlicher dänischer Zeitraffer von NLC der Nacht 14./15. Juli: mehr Bilder hier und folgende Zeitschritte, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Und auch in der Nacht 15./16. Juli sind die NLC wieder in Fahrt – was diesem Blogger bereits eine ganz neue Erfahrung verschafft hat: unsichtbare NLC bzw. fast-nicht-nachtleuchtende Wolken. Eine Webcam im Sauerland bei Winterberg zeigte nämlich auffällige NLC am Abend, die sich rasch nach Westen bewegten (weitere Zeitschritte über die Buttons o.r.), was zu Langzeitbelichtungen aus dem ~75 km Luftlinie weiter westnordwestlich gelegen Witten animierte. Mit dem bloßen Auge war von dem sauerländischen NLC-Feld schlicht nichts zu sehen, wohl aber auf Bildern mit 15 Sekunden bei ISO 800, die auch das rasche Westwärts-Ziehen der fast unbeleuchteten Eiswolken dokumentieren. Bildern von dramatisch besseren Orten dagegen hier (und weitere Zeitschritte), hier, hier und hier. [1:45 MESZ] Und hier, hier und hier. [2:50 MESZ] Und hier sowie Mond und Venus gerade aus den USA – und Komet C/2017 S3 (PANSTARRS) mit langem Plasmaschweif vor wenigen Stunden. [3:15 MESZ]

Der Mond mit Erdschein, nun östlich der Venus, heute Abend abermals von diesem Blogger – und erneut was vorher geschah: Bilder der Mond/Venus/Merkur-Konstellationen von gestern aus Deutschland (mehr), Sizilien, Korsika, Namibia, von den Azoren, über dem Atlantik, aus Mexiko, Brasilien, Chile, den USA, Kanada (mehr, mehr, mehr und mehr) und von der Westküste der USA (mehr, mehr, mehr und mehr) und von heute aus Australien (mehr und mehr), Neuseeland (mehr), Japan (mehr), Malaysia (mehr), Singapur, Indien, Südafrika, Deutschland, dem U.K. und Brasilien (mehr). Sowie der Mars heute (mehr), gestern (mehr) und vorgestern, der Saturn am 12. Juli mit einem Stern zwischen den Ringen, Zeitraffer der NLC von letzter Nacht hier, hier und hier und weitere Bilder hier, hier, hier, hier und hier, kanadische NLC mit Aurora – und der Komet C/2017 S3 (PANSTARRS) im 2. Ausbruch (Bilder, Videos und Infos hier von diesem Blogger und hier, hier, hier und hier) und der neue C/2018 N2 (ASSASN) mit Perihel 2019. [23:45 MESZ. NACHTRÄGE: ein News-Echo auf Mond & Venus, alle fünf Planeten heute mit demselben Teleskop, ein Saturn vom 14.7., ein Jupiter vom 11.7., die weitere Entwicklung und mehr Bilder von Komet PANSTARRS im 2. Ausbruch und ein toller STEVE (noch mehr und eine Animation) aus dieser Nacht (mehr)]


15. Juli

Juno hat offenbar einen neuen Vulkan auf Io entdeckt

mit dem Jovian Infrared Auroral Mapper (JIRAM): ein IR-Bild vom 16. Dezember 2017 aus 470’000 km Entfernung des – wie der Name schon sagt – eigentlich gar nicht für die Jupitermonde zuständigen Instruments des NASA-Orbiters. Die Wärmequelle ist 300 km von jedem bekannten Io-Vulkan entfernt: Es ist unwahrscheinlich, dass ein anderer dorthin gewandert ist, und so hat sich wohl ein neuer Vulkan aufgetan. Bei künftigen Perijovien kommt Juno näher an Io heran und wird die Sache weiter untersuchen. Auch erstaunliche neue Amateur-Verarbeitungen von Rosetta-Bildern hier, hier und hier (ach wäre doch mehr OSIRIS-Material damals freigegeben worden, was hätte die ESA damit zusammen mit den Fans für grandiose PR …) – und der jüngste Cygnus hat die ISS verlassen: ein Videoclip, allerlei Screenshots und ein Artikel. [19:40 MESZ. NACHTRAG: noch einer]


13. Juli

So sieht MeerKat die Zentralregion der Milchstraße (ein 2° x 1^° oder 1000 x 500 Lichtjahre großes Gebiet, oben & unten Ausschnitte), das inzwischen vollständige Radiointerferometer mit 64 Antennen à 13.5 Meter, das heute in Südafrika eingeweiht wurde: auch die wirtschaftliche Bedeutung für die Northern Cape-Region, die technischen Daten, Press Releases von SKA und INAF, Ausschnitte aus heutigen Live-Sendungen des RSA-TV und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [15:00 MESZ] Eine Ansprache zur Eröffnung, ein alter Press Release zu den Filamenten beim Galaktischen Zentrum und aktuelle Artikel zum Stand der Astronomie und Weltraumforschung und zur sozio-ökonomischen Rolle der Astronomie in ganz Afrika. [20:15 MESZ] Es bleibt schwierig mit den Filamenten – auch mal mit IR-Bildern kombiniert, plus ein längerer Beitrag in der Tagesschau (!) und weitere Artikel hier, hier und hier. [21:35 MESZ. NACHTRAG: Die MeerKAT-Astronomen können die Filamente auch nicht erklären …]

China macht Ernst: eine Art LISA mit geplantem Start 2033

Nachdem – offenbar auf Betreiben der USA, die bei der einst gemeinsamen und nun ESA-Gravitationswellen-Mission LISA doch wieder einsteigen wollen – eine europäisch-chinesische Kollaboration nicht zustande kommt, hat China nun einen Alleingang angekündigt: Man werde erst wie bereits die ESA einen Pathfinder-Satelliten für Technologie-Tests starten und dann 2033 die drei Satelliten zur Beobachtung niederfrequenter Gravitationswellen. Und auch noch einen GW-bezogenen Gammastrahlen-Satelliten. Auch italienische Beobachtungen von Chinas Quanten-Satellit und langsame Fortschritte beim Exoplaneten-Jäger TESS. Für Hayabusa 2 gibt es jetzt eine Seite mit kurzen Updates zum Missionsverlauf in Englisch, auch tolle Fan-Verarbeitung der 3D-Daten und Artikel hier, hier und hier. Aus Bildern zweier GOES-Satelliten wurde ein Wetterbild in 3D gewonnen, Sentinel-5P hat erste Daten geliefert, und die nächsten Galileos sitzen auf einer Ariane. Was Gerst so treibt, eine Reise zu seinem zweiten Start, mal wieder Verspätungen mit Commercial Crew (mehr, mehr und mehr), der Test-Crew-Dragon ist immerhin am Cape [NACHTRAG: mehr dazu], und Mr Steven hat ein größeres Netz zum Falcon-Fairing-Fangen [NACHTRÄGE: ein Vergleich vorher/nachher und ein Artikel]. Die ersten Suborbital-Touristen-Flüge könnten 2019 tatsächlich kommen, ein fragwürdiger Studenten-Satellit (Hauptaufgabe: mit LEDs rumleuchten) wird aus der ISS ausgesetzt (und kann empfangen werden) – und am Cape wurde der Startkomplex 17 gesprengt (mehr, mehr, mehr und mehr), von dem aus eine Menge prominente ELV-Starts erfolgt waren. [14:45 MESZ]

Das Sternentstehungsgebiet RCW 38 im Infraroten mit dem Instrument HAWK-I am VLT bei Tests der (Laser-)Adaptiven Optik GRAAL aufgenommen – auch die heutige Eröffnung von MeerKAT in Südafrika, die erste Alarm-Beobachtung von LOFAR (für einen GRB, den Swift gesehen hatte), zwei neue 1-m-Teleskope für das Las-Cumbres-Netzwerk dank Stiftungs-Mitteln und ein längerer Bericht über die CAP-Konferenz in Japan. Und die VDI-Nachrichten (!) fordern „Licht aus“ zum Wohle der Insekten.

Radarbilder und ein kurzer Film von einem seltenen Binärasteroiden mit zwei gleich großen Teilen, die sich aber nicht berühren. Auch der Komet C/2018 N1 (NEOWISE) recht auffällig aber doch nur 10-11 mag. hell, der Mars gestern und vorgestern (mehr [NACHTRAG: und mehr] sowie die staubige Lage, die aber für InSight ohne Folgen sei) – und Polarlicht und NLC gleichzeitig in Kanada (mehr und mehr).

Heute früh gibt es eine partielle Sonnenfinsternis zwischen Australien und der Antarktis mit kaum Landberührung: maximale Phase gegen 5:00 MESZ, der übliche Pasachoff-Press Release und Artikel hier, hier und hier – und die ersten Fotos einer SoFi im 19. Jh. [1:00 MESZ] Der Lauf des Halbschattens heute im Zeitraffer. [3:55 MESZ] Die Finsternis (früher) auf Tasmanien (mehr), während auf Stewart Island, NZ noch gewartet wird. [5:25 MESZ] Wo es auch geglückt (aber nicht gerade viel zu sehen) war – und eine ganze Serie und weitere Bilder hier und hier aus Tasmanien und Bilder aus Melbourne hier und hier. [12:50 MESZ. NACHTRÄGE: eine Art Video und weitere Bilder aus Tasmanien hier (mehr), hier (mehr) und hier und aus Victoria, South Australia und Neuseeland (Stewart Island: eine Mikro-SoFi!) sowie vom Satelliten Proba 2 plus eine Zusammenfassung und eine Linksammlung]

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