Archive for Oktober 2018

Allgemeines Live-Blog vom 27. bis 31. 10. 2018

27. Oktober 2018

31. Oktober

Super-Bennu / R.I.P. Kepler / Parker bricht zwei Rekorde

Aus acht OSIRIS-REx-Aufnahmen aus 330 km Abstand ist obiges Superresolution-Bild von Bennu erzeugt worden – nicht leicht, da der Asteroid während der Aufnahmen um 1.2° rotierte: auch eine alternative Verarbeitung, Vergleiche mit dem ähnlich geformten aber kleineren Ryugu hier und hier, eine weitere Bahnkorrektur, der Zeitplan der Mission und ein Paper über Image-based Mapping of Small Bodies in Preparation for the OSIRIS-REx Mission.

Die NASA hat Kepler aufgeben müssen, der jedweden Treibstoff verbraucht hatte: allerlei Statistiken zum Exoplaneten-Star-Jäger, ein Paper über 21 Important Scientific Opportunities with Kepler & K2 Archive Data, Nachrufe hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein 1-Stunden-Chat am SETI-Institut zum Vermächtnis. Die Parker Solar Probe ist derweil der Sonne näher gekommen und auch schneller geworden als Helios 2, womit beide Rekorde der deutsch-amerikanischen Mission nach 42 Jahren gebrochen sind: genauere Zahlen hier und hier, eine Simulation und Artikel hier, hier, hier, hier und hier.

Die letzte Lande-Übung TD1-R3 von Hayabusa 2 von einer Mini-Kamera neben dem Proben-Sammel-Horn gesehen, die durch öffentliche Spenden finanziert worden war: Hier das bodennächste Bild aus 21 m Höhe aus einer Animation, die Fans bereits hier, hier und hier durch Interpolation flüssiger gemacht haben. Auch grünes Licht für die NASA-Asteroiden-Mission Lucy zu den Trojanern des Jupiter, eine weitere Animation einer Minikamera auf BepiColombo von der Drehung eines Sonnensegels, die weiteren Pläne der NASA für Opportunity schweigend auf dem Mars, der Start des LightSail 2 erst irgendwann 2019 – und keine Soyuz-Verzögerungen bei Arianespace durch den MS-10-Fehlstart. Zu dem eigentlich gestern ein Bericht vorgelegt werden sollte, von dem aber nichts zu hören war. [3:05 MEZ] Der ist nun da: Es war ein Sensor-Schaden an einem der Booster, der zur Kollision führte. Und die nächste ISS-Crew könnte am 3.12. starten, mit der Rückkehr der alten am 20.12. Auch die Abreise des ersten Orion-SM in Bremen am 5. November – und Parkers erstes Sonnen-Encounter von 24 läuft. [18:45 MEZ] Zu Keplers Missions-Ende weitere Press Releases hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:35 MEZ – Ende. NACHTRAG: und noch ein Press Release zum Bennu-Bild]


30. Oktober

Super-scharfe Fotos der ISS von diesem Monat sind beim Ablegen von Soyuz MS-08 am 4.10. entstanden und gestern gestern von Roskosmos und heute von der NASA und einem der Insassen veröffentlicht worden – auch anhaltendes Rätselraten um die von aus dem ISS-Plan gekickte Astronautin, die eigentlich Gerst begleiten sollten, Vorbereitungen des Trainings für Commercial Crews zur ISS. Und was die NASA so alles verbummelt hat and historischer Hardware … [23:35 MEZ]


29. Oktober

Erfolgreicher Start einer H-IIA mit 2 großen und 4 kleinen

Satelliten heute früh, zuerst dem großen Umweltsatelliten GOSAT-2: ein ungewöhnlicher Webcast der JAXA voll übersprudelndem Enthusiasmus, Clips von Booster-Separation und GOSAT-Deployment (die anderen Nutzlasten sollten ohne Funkverbindung ausgesetzt werden, und eine Bestätigung ist erst viel später möglich) und Screenshots hier, hier, hier, hier, hier und hier und noch viel mehr. Und schon wieder ein Start in China, mit dem französischen Ozean-Satelliten CFOSAT (mehr und Bilder hier und hier) – plus farbenfrohe Amateur-Verarbeitung von Venus-Bildern des japanischen Orbiters Akatsuki. [5:55 MESZ] Das Aussetzen des nächst-größeren Satelliten KhalifaSat ist bestätigt, über die kleinen wurde nichts gesagt; zwei ganz kleine haben sich aber gemeldet. Und der chinesische Start wird gebührend nebenan gefeiert. [7:15 MESZ] JAXA und Mitsubishi Press Releases und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier zum H-IIA-Start. [22:15 MESZ]


27. Oktober

Der erste Soyuz-Start nach dem Unfall gelang, mit militärischer Satelliten-Fracht, vorgestern mit einer Союз-2.1б: Artikel hier, hier, hier, hier und hier – und der NASA-Chef denkt, dass auch bald wieder Starts mit Crew möglich sein werden. Fast zeitgleich startete auch eine Langer Marsch 4b (mehr, mehr, mehr und mehr) – doch der erste private Orbitalstart Chinas ist heute gescheitert: Mitteilungen hier und hier, Artikel hier und hier, Bilder und Updates [NACHTRAG: und mehr Bilder, rare Emotionen und weitere Artikel hier, hier, hier und hier]. Trotzdem dürfte es für China ein Rekordjahr werden – auch das Marketing der Falcon Heavy, Triebwerkstests für die Orion und die Vorbereitungen für EM-1 am KSC. Und die ESA-Minister trafen sich, um die Ratstagung 2019 zu planen. [23:25 MESZ]

Zwei 2018-er Mars-Karten aus Amateur-Beobachtungen im Vergleich, aus dem Juli und August/September (auch alt. und als Globus animiert), auch als Globus animiert. Auch der Mars gestern (mehr), vorgestern (mehr) und am 24., 23., 22. und 16. Oktober – und die Venus beim Marsch durch die untere Konjunktion gestern in 6° Sonnenabstand heute [NACHTRÄGE: mehr und mehr – und vom 21. bis 28. Oktober], gestern (mehr) und vorgestern.

Das Sternentstehungsgebiet NGC 2467 auf einem Bild des VLT-Instruments FORS – das ‚für Spaß‘ entstand, im Rahmen eines ESO-Notprogramms, das astronomisch ungenügende Zeitfenster für pretty pictures nutzt. Auch ein Thread zum ESA-Teleskop FlyEye zur Asteroiden-Suche – und ein DPA-Artikel über die Rolle von Amateurastronomen in der Forschung, der aber einiges durcheinander bringt und viele wirkliche Leistungen dieser besonderen Art der Citizen Science nicht kennt …

Eine schöne Bilderserie vom persistent train einer Feuerkugel animiert (mehr, mehr und mehr), eine Feuerkugel über Nordeuropa am 10. Oktober – und hochauflösende Bilder des Asteroiden (2) Pallas von der Erde aus mit SPHERE. [15:40 MESZ]

Eine Hubble-WFC-3-Aufnahme von IC 63 bei Gamma Cassiopeiae, der sowohl ein Reflexions- wie ein Emissionsnebel ist. Auch ein langer Chat über Hubble und seine Gyros (ab Minute 10) und ihre inzwischen weitgehend gelösten Probleme (ab Minute 20), der vielleicht finale neuerliche Safe-Mode Keplers, Überlegungen zum Verhalten des Mars-Methans (dem Vernehmen nach hat auch der ExoMars TGO was darüber heraus gefunden, das aber noch unter Verschluss gehalten wird), der stark erodierte Mars-Krater Greeley, mal wieder ein CaSSIS-Bild vom TGO, ein ferngesteuerter Mars-Rover-Test in Spanien, die Beratung über den Rover-2020-Landeplatz – und eine harmlose JunoCam-Aufnahme, bei der eine winzige grüne ‚Anomalie‘ am Jupiter-Rand sitzt: zumindest mal ein ungewöhnliches Artefakt. [1:00 MESZ. NACHTRAG: Hubble ist wieder im regulären Betrieb (alt.), mit drei Gyros – auch Artikel hier, hier, hier und hier]

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Weitere Artikel dieses Bloggers seit September

26. Oktober 2018

Die Staubmonde der Erde: ein Nachweis? Das Paper von 1961, ein Review von 2007 und der R.A.S. Press Release [NACHTRÄGE: und die beiden dort erwähnten ungarischen Originalarbeiten open access hier bzw. hier sowie weitere Artikel hier und hier plus einer von 2015 über eine Missions-Idee genau dorthin … von 1962]. (26.10.)

Sternbedeckung durch Transneptun nahm seltsame Wendung – Vanth statt Orcus und zwei Sterne statt einem: das Paper, die Speckle-Kamera, eine Arbeit damit und ALMA vs. Vanth. (26.10.)

Nein, hier bricht kein Mars-Vulkan aus … Auch ein späterer Press Release der ESA, mit den obigen Bildern, und ein Artikel [NACHTRAG: und weitere hier und hier]. (23.10.)

Eröffnung mit Ewald et al. einer Raumfahrt-Ausstellung in Bonn. (22.10.)

BepiColombo gestartet: zwei Orbiter auf 7-Jahres-Reise zum Merkur – hier die Entfaltung des Magnetometers, ein deutscher ESA-Text, wie es beim Start war, und ein Blog-Eintrag über MERTIS. (20.10.)

Ausgebrummt: Sonnenfinsternis legt Bienen still: das Paper, Artikel hier, hier, hier und hier – und ein Paper über die Sonnenkorona bei nämlicher SoFi 2017. (19.10.)

2015 TG387, ~300 km groß: ein dritter Vertreter der Inneren Oortschen Wolke: das Paper, ein MPEC, ein Orbit-Simulator, Press Releases hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. (17.10.)

Schroffer Asteroid Ryugu erschwert das Probensammeln für Hayabusa 2 (15.10.)

First (ashen) light: erste Experimente mit dem Erdschein – auch Bilder vom Folgetag hier, hier und hier und weitere 1 1/2 Stunden später. (13.10.)

Ein Morgengruß von Elon Musk: mehr zum Reentry Burn über Europa hier, hier und hier (mit diesem Blogger als Experten; früher und noch früher) und zum Start-Spektakel in den USA (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. (12.10.)

Soyuz-Crew übersteht Notlandung nach Raketen-Fehlstart unbeschadet. (11.10.)

Und sonst so im letzten Monat … u.a. mit Bildern der Planetentagung in Bonn im September – und unten Links zu großen Bilderstrecken von drei Tagungen im August. (10.10.)

Interstellarer Besucher bleibt heimatlos: das Paper [alt.], das andere Paper, ein Gaia IoW, Press Releases hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier zum ersten und zum zweiten Paper sowie eine Nicht-Detektion durch Spitzer und was in einem Jahr erforscht wurde. (5.10.)

Der erste Exo-Mond: Die Evidenz wächst – das neue Paper [alt.], frühere hier, hier und hier und eins zur Berechnung der Habitablen Zone, Press Releases hier, hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und interessante Twitter-Threads hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. (3.10.)

MASCOT auf Ryugu: Deutsch-französische Asteroiden-Landung gelungen! (3.10.)

Der ganze Himmel glüht – im Licht des Wasserstoffs ferner Galaxien: das Paper [alt.] und Press Releases hier und hier. (2.10.)

Ein Fenster in die Schattenwelt? Papers hier, hier, hier, hier und hier, ein Thread, eine Diskussion und Artikel hier, hier (mit Diskussion dazu), hier, hier, hier, hier und hier. (28.9.)

Landungen der MINERVAs geglückt: Willkommen auf dem Asteroiden Ryugu! (27.9.)

Lier, Flandern, Belgien: die umwerfenden astronomischen Uhrwerke des Louis Zimmer. (19.9.)

»Novaya Semlya« … über der Nordsee / Tin Hat Mirage & Novaya Zemlya Effect during a North Sea sunset / Sonnenuntergang in der Nordsee (16./17./21.9.)

Middelburg: Astronomie-Geschichte lebt auch am neuen Ort der Volkssternwarte. (14.9.)

Was wenn … die Erde aus Heidelbeeren bestünde? Das verrückte Paper, ein anderer Artikel dazu und Werbung hier und hier. (14.9.)

Bei der Urania in Hove – Rückkehr zur Volkssternwarte. (12.9.)

Allgemeines Live-Blog vom 21. bis 25. 10. 2018

21. Oktober 2018

25. Oktober

Da sitzt der Target Marker auf der Oberfläche von Ryugu!

Ein – dynamikarmes – Bild der Weitwinkel-Navigationskamera aus etwa 20 Metern Höhe. Abgeworfen worden war er in 13 m Höhe – und Hayabusa 2 kam bis auf 12 Meter an die Oberfläche heran, ein neuer Rekord. [13:00 MESZ] In dem Bild leuchtet der Marker in der Sonne – auf Blitz-Aufnahmen (ja, Hayabusa 2 hat ein Blitzgerät an Bord) ist die Oberfläche dagegen fast schwarz und nur der Marker zu sehen. [13:35 MESZ]

Auf einer Hayabusa-Pressekonferenz auf der DPS-Tagung in Knoxville gab es keine bisher unbekannten Aufnahmen Ryugus von den Landern auf der Oberfläche zu sehen aber immerhin ein paar Messungen anderer Instrumente auf MASCOT: hier von Störungen bereinigte Messungen seines Magnetometers, das ein ähnlich extrem schwaches Feld wie auf Komet C-G vorfand, dafür aber die Bewegungen des Landers verfolgen konnte. Auch Vergleiche von Ryugu und Bennu (der für OSIRIS-REx inzwischen einige Pixel groß geworden ist) generell. [19:00 MESZ] Der weitere Zeitplan für Hayabusa 2, grob jedenfalls. Und über einen internen Chat während der PK ist zu erfahren: „As for MINERVA-II1, we have two rovers, Rover-1A and Rover-1B. Rover-1A is still working and it is moving by hopping once in a day. Rover-1B is not moving now, but we have radio contact.“ [19:05 MESZ] Von MASCOT soll es im Dezember auf dem AGU FM mehr ausgewertete Bilder geben – MASCOT machte 120, auch in Farbe. Keine Instant Science für’s erste … [19:15 MESZ]

Aber was es heute gab, ist die schärfste Aufnahme von Ryugus Oberfläche durch Hayabusa 2 selbst: vom vorletzten Abstieg am 15. Oktober aus 42 Metern Höhe mit 4.6 mm Auflösung. Und hier gibt es Slides („Hayabusa2 Explores Asteroid Ryugu“) und eine komplette Aufzeichung (auch über diese Seite unter „Press Conferences from DPS 50 …“, Item 4) der heutigen Pressekonferenz. Derweil ist Bennu für OSIRIS-REx schon 13 Pixel groß (vorgestern aus 3000 km Abstand) und zeigt Form und erste Details! [20:50 MESZ] Ein Artikel über die Hayabusa-PK. [23:55 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: der Kontext obigen Bildes, selbiges eingedunkelt, eine Animation weiterer Bilder vom 15.10., ein gewagtes Stereo-Bild daraus (und mehr), die Sampler-Horn-Kamera im Test, ein MASCOT-Abstiegsbild verschönert (aus Jaumanns Slide 8) und weitere Artikel hier und hier]

Ryugu und der Schatten von Hayabusa 2 auf einem um 4:11 MESZ empfangenen Bild: ein Ausschnitt in voller Auflösung. Auch ein weiterer Screenshot aus dem Simulator. Um im Webcast hieß es soeben, die Höhe sein nun laut LIDAR 214 Meter. [4:25 MESZ] Die größte Nähe sollte etwa jetzt erreicht sein – die Signallaufzeit ist 18 Minuten, d.h. gegen 5:00 MESZ könnte man was wissen. [4:40 MESZ]

Das um 4:42 MESZ empfangene Bild, komplett und etwas verkleinert und durch Anklicken auch in voller Auflösung. [4:55 MESZ] Zur Zeit nur Doppler-Information über den Funkträger, die Telemetrie kommt erst um 5:25 MESZ wieder: Dann wird man erst erfahren, ob der Target Marker abgesetzt wurde. [5:00 MESZ] Das Doppler-Signal zeigt, dass sich Hayabusa 2 wieder von Ryugu entfernt – was mit Applaus begrüßt wird. Und der MINERVA-Chef erzählt, dass sie immer noch Kontakt haben, 110 Ryugu-Tage lang schon, zuletzt am 22. Oktober. [5:10 MESZ] Die Telemetrie ist wieder da, die Höhe auf 134 Meter gestiegen. [5:30 MESZ] Der Target Marker wurde abgesetzt – und die Höhe ist schon wieder 1.2 km. [5:40 MESZ] Dito auf Englisch. [5:45 MESZ] Wo der Marker allerdings gelandet ist, weiß man noch nicht. [6:00 MESZ]

Das Manöver TD1-R3 von Hayabusa 2 kommt gut voran

Auf der um 23:48 MESZ empfangenen Aufnahme der Weitwinkel-Navigationskamera ist bereits der Schatten der Sonde zu erahnen, kurz vorher war die 2-km-Marke passiert worden: Gemäß dem Plan für das Rehearsal 3 des Touchdown 1 wird der Minimalabstand in vier Stunden erreicht. Frühere Aufnahmen der Kamera hatten wieder den markanten Felsen am Südpol des Asteroiden – eine Karte von Ryugu – gezeigt. [0:35 MESZ]

Ein Bild von 0:46 MESZ mit einem anderen interessanten Felsen am Horizont – und Schichtwechsel im Kontroll-Zentrum zufällig zeitgleich mit dem Sonnenaufgang in Japan. [0:55 MESZ] Dieses Bild enstand in ca. 1.5 km Höhe gegen 0:30 MESZ Sondenzeit – auch eine Animation bis 0:17 MESZ. [1:10 MESZ]

Und da kommt der Pol-Felsen wieder, auf einem um 1:44 MESZ empfangenen Bild – der Schatten von Hayabusa 2 ist nun schon sehr deutlich sichtbar. [1:55 MESZ]

Das um 2:42 MESZ empfangene Bild – die 1-km-Marke ist schon passiert. [3:00 MESZ] Ein Bild um 3:10 MESZ empfangen und wie die anderen etwas geschärft und deutlich im Kontrast angehoben – und ein 3D-Simulator des Anflugs, auch ein Screenshot davon. [3:30 MESZ] Jetzt unter 500 Metern. [3:40 MESZ]

Jetzt musste das Bild erstmals nicht vergrößert sondern ein bisschen verkleinert werden, um ins Layout zu passen: die um 3:42 MESZ empfangene Aufnahme. Und in fünf Minuten wird es hier auf Englisch und hier auf Japanisch Live-Sendungen aus dem Kontrollraum geben! [3:55 MESZ] Dort sagen sie, dass die größte Annäherung um 4:55 MESZ sein soll, und dass dann der Target Marker abgesetzt wird. Auch obiges Bild in voller Auflösung. [4:05 MESZ] Die Höhe ist noch ~300 m, aber bei 25 Metern wird autonom gesteuert, das ist nun ‚go‘. [4:15 MESZ]


24. Oktober

Der „Katzenpfoten-Nebel aus Sicht des IR-Satelliten Spitzer – auch der Satellit Kepler im Schlafzustand praktisch ohne Treibstoff (aber immer noch nicht aufgegeben) und seine neuerlichen Beobachtungen des Neptun animiert sowie der künftige Exoplaneten-Satellit Cheops in der Maxwell-Kammer bei Tests.

Ein Blick der Parker Solar Probe zurück auf die Erde neben den Plejaden am 25. September mit seiner einzigen Kamera WISPR – auch das baldige Ende des Pingens von Opportunity, seltsame Linien auf Dione, die unterschiedliche Popularität von Planeten für die Raumfahrt, wie ein Pluto-Orbiter machbar sein könnte, und wie neue Wettersatelliten Modelle verbessern helfen.

Ein nächtlicher Blick aus der ISS, bei dem es einiges zu sehen gibt – auch die medizinischen Folgen langer Aufenthalte in µg, das Kernmodul von Chinas Raumstation, anstehende Feierlichkeiten der Erd-Aufnahme von Apollo 8 vor 50 Jahren, der bevor stehende dritte Start derselben Falcon 9 und ein irrer indischer Werbespot mit astronomischem Bezug und schockierender Wendung … [23:55 MESZ]


23. Oktober

Zum zweiten Mal ganz nah an den Asteroiden Ryugu heran

geht es für Hayabusa 2 von heute bis übermorgen nach dem erfolgreichen Abstieg bis 22.3 Meter am 15. Oktober (TD1-R1-A; oben Blicke auf die künftige Proben-Entnahme-Stelle L08-B und den Orbiter-Schatten aus ca. 47 m Höhe): Wie den Slides einer PK heute und dem heutigen Missions-Update zu entnehmen ist, hat dabei der Laser Range Finder für die Höhenmessung im Tiefflug tadellos funktioniert und in ~25 m Höhe problemlos vom LIDAR für größere Abstände übernommen. Die Grafik zeigt den Plan für den laufenden Abstieg TD1-R3: Ein „R2“ gibt es nicht, da das erste Rehearsal für das Proben-Sammeln bekanntlich zweimal angegangen werden musste und dies nun wirklich das 3. ist. Gegen 5:00 MESZ am 25. Oktober soll Hayabusa 2 bis auf ein paar Meter an die Oberfläche heran kommen und der Rotation des Asteroiden folgen: Dabei soll einer der fünf kleinen Target Marker abgeworfen und anschließend fotografiert werden [NACHTRAG: ein genauerer Zeitplan (Minimalhöhe 20 m um 4:30 MESZ) und die gewohnten Quasi-Live-Bilder der Weitwinkel-Navigationskamera – und das Missions-Maskottchen, der größte Riemenfisch リュウグウノツカイ (Ryugu-no-tsukai), ist natürlich auch dabei]. Auch ein neuer Hayabusa-Manga, die Suche nach Gefahren bei Bennu durch OSIRIS-REx im Anflug (für den Bennu selbst mehrere Pixel groß geworden ist), Mounbounce-Messungen mit Chinas Mondorbiter als Sender, wie die Parker Solar Probe voran gekommen ist, schon wieder eine Startverschiebung von ICON [NACHTRAG: mehr] (um was es geht, hier, hier und hier), der Röntgensatellit Chandra wieder im Normalbetrieb, die Saga des CubeSats Dellingr, der erst nicht wollte, das erste Orion-SM vor der Abreise in die USA – und die NASA-Suche nach Lastentransport zur LOP und vage Ideen für einen wieder verwendbaren Mond-Lander. [23:55 MESZ]

Die Baustelle des Giant Magellan Telescope in Chile auf einer aktuellen Aufnahme einer Webcam auf Las Campanas – auch die Pläne auf dem Cerro Tololo für die SoFi 2019, die dort total sein wird, der Son of X-shooter (SOXS) für das NTT auf La Silla, das Dark Energy Spectroscopic Instrument für den Kitt Peak, das Gattini-IR-Teleskop für das Palomar Obs., Entwicklungen extremer Adaptiver Optik für künftige Teleskope und immer noch verrückte Ideen von Antoine Labeyrie. Ferner die Venus-Sichel heute (mehr) und gestern (mehr). Was der verstorbene Microsoft-Co-Gründer Paul Allen für die Astronomie (und andere Weltraum-Projekte wie Stratolaunch und mehr) tat. Und die ersten öffentlichen Vorführungen mit einem restaurierten Zeiss-Planetarium-Projektor der 1. Generation von 1924 (mehr und mehr) Anfang November in Billerbeck. [23:40 MESZ]


22. Oktober

Die Mars-Wolke ist normale – und bekannte – Meteorologie

Die lange Wolkenschleppe des Arsia Mons auf dem Mars (hier ein VMC-Bild von heute) ist ein normales Wetter-Phänomen und noch dazu ein lange bekanntes – das aber nach dem großen Staubsturm besonders auffällig ausgefallen ist, vielleicht kein Zufall: Diese sich allmählich herumsprechende Einschätzung teilen gegenüber diesem Blog auch eine ganze Reihe kontaktierte Marsforscher. „Das ist ein recht häufiges Phänomen und wurde z.B. schon vor 10 Jahren mit der VMC Kamera auf MEX beobachtet“, teilt z.B. Ernst Hauber vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin mit: „Mit der HRSC Kamera haben wir selber die Wolke vor kurzem aufgenommen.“ Agustín Sánchez-Lavega von der Universidad Pais Vasco schreibt: „The Arsia Mons phenomenon is a seasonal water ice cloud also observed in 2009, 2012 and 2015. In fact, Arsia Mons is the only volcano in Mars that forms orographic water ice clouds practically during the whole year (except during the season Ls (approx.) = 235°-255°).

However, cloud formation on the volcano depends on the amount of dust in the atmosphere, and the current images are being obtained after the great dust storm of this past summer (June-July), so they are of great interest. Another great advantage, over other years, is the excellent vision angle that VMC/MEx is offering us as well as the height of the Sun over the volcano and the formation of shadows.“ Und Eldar Noe Dobrea vom PSI, der 2005 über „a region of persistent water ice clouds on the flanks of Arsia Mons“ publizierte, die das TES auf dem MGS identifizierte, ergänzt dass „the SW region of Arsia does appear to exhibit water ice clouds in practically every observation performed by the Thermal Emission Spectrometer of the Mars Global Surveyor. Needless to say, that seems to be a very special region. Cloud trains coming off the Tharsis volcanoes such as the one you pointed out are not rare, although it in this case it certainly is intriguing how it only seems to emanate from only Arsia. However, this is not a unique occurrence. For example, here is an similar cloud train taken in 2015.“

Noe Dobrea fragte dann auch bei Kollegen herum: „We all agree that these are orographic clouds, and in fact this same Arsia cloud ‚train‘ (I’m not sure what else to call it) has been seen numerous times“ – wobei die Beobachtungen von 2009 im Detail diskutiert worden sind. „The interesting thing, however, is why does this cloud form off Arsia during periods when it is not forming off other volcanoes, and it likely has something to do with the location of Arsia closer to the Equator and its interaction with the atmosphere at those latitudes“ – darüber werde man wohl mal intensiv nachdenken müssen. Und auch Tanya Harrison von der ASU hält den Ort des Arsia Mons für entscheidend: „During northern hemisphere summer, we see these clouds over the other Tharsis volcanoes, Olympus, Elysium, etc.“ Die ESA wird dem Vernehmen nach bald eine Pressemitteilung heraus bringen, um die Fehlinterpretation als Vulkanausbruch zu erledigen. Ein solcher, so Noe Dobrea, würde sich übrigens auch in der Atmosphären-Chemie des Mars verraten – und davon (es wäre eine Sensation) hört man unter Marsforschern nichts. [23:55 MESZ. NACHTRAG: Dieser Artikel wird von Forbes zitiert …]

Die erste Aufnahme des Mars von einem CubeSat im Anflug von einer Mini-Kamera auf MarCO-B, einem der beiden CubeSats, die InSight begleiten, vom 2. Oktober. Auch ein Artikel dazu, wie NASA-Missionen den Airglow beobachten und das Hubble Space Telescope Fortschritte mit den Gyros macht (Artikel hier und hier [NACHTRAG: und hier, hier und hier]) – und angeblich amtliche Aufklärung über den Soyuz-Zwischenfall noch diesen Monat. [23:50 MESZ. NACHTRAG: und Crew-Starts zur ISS vielleicht schon ab Dezember wieder (mehr, mehr und mehr)]


21. Oktober

Die seltsame Wolke am Mars-Vulkan ist immer noch da

Was bereits Ende September Aufsehen erregte („Die bereits unten erwähnte Wolkenstruktur am Arsia Mons …“) ist auch auf den jüngsten Bildern der ‚Webcam‘ VMC auf dem Mars Express – von oben von heute, gestern und dem 16. Oktober – sehr auffällig: eine sehr lange weißliche Wolke, die am Tharsis-Vulkan Arsia Mons hängt (und in Social Media inzwischen zu Spekulationen über einen Ausbruch führt). Auch irdische Mars-Fotos von heute, gestern, vorgestern und dem 18. Oktober (mehr und mehr), 17. Oktober, 16. Oktober, 15. Oktober, 14. Oktober und 13. Oktober, die Venus-Sichel heute, gestern, vorgestern und am 18. Oktober und 17. Oktober und die Kometen Wirtanen am 18. Oktober (mehr), 17. Oktober, 15. Oktober, 12. Oktober und beim Wachsen und G-Z gestern. Sowie Meteor-Detektion per Infraschall, ein teurer Mond-Meteorit, Ausbildung am Barringer-Krater – und ein spekulatives Paper über den Tunguska-Airburst mit einem Fragment, das doch einschlug. [23:55 MESZ]

BepiColombo: Start-Liveblog der Merkur-Orbiter

20. Oktober 2018

Das erste „Selfie“ von BepiColombo im Weltraum: Eine kleine Kamera schaut entlang der entfalteten Solarzellen des Mercury Transfer Module (MTM) – und unten links ist einer der Sonnensensoren des MTM zu sehen. Auf dem MTM sitzen drei Mini-Kameras (die anderen werden morgen eingeschaltet), die bestimmte missionskritische Phasen beobachten sollen. Und Bilder während der Erd-, Venus- und Merkur-Vorbeiflüge des Stacks machen, denn die Kamera des MPO und die meisten anderen Instrumente können erst verwendet werden, wenn sich dieser Ende 2025 nach dem Erreichen des Merkur-Orbits vom MTM getrennt wird. [22:30 MESZ] Erst jetzt wird’s verraten: BepiColombo war einem Safemode, inzwischen vorbei. [22:55 MESZ. NACHTRÄGE: mehr Bilder von MTM-Kameras, alle drei zusammen, weitere frühe Aktivitäten, ein STFC Release und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Alles ist „entirely nominal“ auf dem BepiColombo-Stack

So wird es verkündet: auch ein ESA Release, mehr Telemetrie im Display, ein weiterer Artikel und oben weitere Start-Aufnahmen aus diesem Album. [5:15 MESZ] Eine Aufzeichnung des Webcasts. [5:25 MESZ] Eine Zusammenfassung von Arianespace. [5:35 MESZ] Ein JAXA Release, eine alternative Version des ESA Releases und ein weiterer Artikel. [5:45 MESZ] Der erste Startracker arbeitet, der Stack kann sich orientieren. [11:45 MESZ] Die Konfiguration von BepiColombo ist mühsamer als erwartet, weshalb Bilder von den Kameras an Bord erst einmal nicht zu sehen sein werden – auch ein Musikvideo der ESA zum Start und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [18:15 MESZ. NACHTRAG: und hier]

Eine Langzeit-Belichtung des Starts. Auch wie Telemetrie von BepiColombo im ESOC aussieht und wie die kritischen Minuten der AOS am ESOC abliefen. Plus ein Arianespace Press Release – und der Start infrarot aufgenommen. [4:35 MESZ] Die Entfaltung der Solarzellen von MTM und MPO ist bestätigt! Auch ein längeres Video aus Darmstadt mit der AOS am Schluss und Artikel hier, hier, hier und hier. [4:55 MESZ]

Perfekter Start – Booster und Fairing schon abgeworfen

Die ersten fünf Minuten nach dem pünktlichen Start sind schon mal perfekt verlaufen. [3:50 MESZ] Ein paar weitere Screenshots hier, hier und hier – und inzwischen ist die zweite Stufe dran. [3:55 MESZ] Die ersten zwei Minuten des Starts. Und em ESOC haben sie gerade nichts zu tun, weil zwischen Start und Aussetzen kein Kontakt zur Sonde möglich ist. [4:00 MESZ] Der BepiColombo-Stack hat sich von der Ariane getrennt und ist auf dem korrekten Escape-Orbit, wie der CEO bekannt gibt! AOS könnte in etwa 15 Minuten erfolgen. [4:15 MESZ] Nee, da ist der Carrier, und die Telemetrie fließt schongroße Freude im ESOC. [4:25 MESZ]

Die Webcasts laufen (wobei LiveStream ein paar Sekunden schneller als YouTube ist) – noch eine halbe Stunde. [3:15 MESZ] T-10 Minuten – und alles ist grün. Während BepiColombo jetzt mit eigenen Batterien läuft. [3:35 MESZ] Und die automatische Startsequenz hat begonnen. [3:40 MESZ]

Europa und Japan vor ihrem ersten Aufbruch zum Merkur

Heute um 3:45:28 MESZ (instantanes Startfenster) soll es – nach Jahren Verzögerungen – endlich losgehen mit der ersten europäischen Mission zum innersten Planeten Merkur, der bislang ganz der NASA „gehörte“: 1974 und 1975 flog Mariner 10 dreimal an dem kleinen Felsplaneten vorbei, und von 2011 bis 2015 war der MESSENGER in einer Umlaufbahn. Einen pünktlichen Start auf einer Ariane 5 vorausgesetzt (oben auf der Rampe), wird es immer noch gut sieben Jahre dauern, bis BepiColombo – benannt nach einem italienischen Planetenforscher – gleichfalls in einem Merkur-Orbit angekommen ist: Ein enger Vorbeiflug an der Erde, zwei an der Venus und sechs am Merkur selbst sind nötig, um genug Bahnenergie für die Ankunft in der Nähe der Sonne abzubauen. BepiColombo besteht aus zwei Satelliten: dem europäischen „Mercury Planetary Orbiter“ (MPO) und dem japanischen „Mercury Magnetospheric Orbiter“ (MMO).

Das Paket aus beiden Sonden wird unterwegs zusätzlich durch das solar-elektrische Antriebssystem auf einem großen „Mercury Transfer Modul“ (MTM) abgebremst, das sie zunächst trägt (unten der „Stack“ mit von unten MTM, MPO und MMO): Es treibt sie auf den monatelangen Phasen zwischen den „Swingby“-Manövern mit geringem, aber kontinuierlichem Schub an. Die Reise zum innersten Planeten unseres Sonnensystems ist kein einfaches Unterfangen und erfordert viel Treibstoff: Er macht ca. 1350 kg der Startmasse von 4200 kg aus. Etwa zwei Monate vor Eintritt in die Merkurumlaufbahn wird das MTM abgetrennt (künstlerische Darstellung ganz unten). Die polaren Umlaufbahnen um den Merkur werden mit dem chemischen Antriebssystem des Mercury Planetary Orbiter erreicht. Während dieser eine merkurnahe polare Umlaufbahn ansteuert, wird der Mercury Magnetospheric Orbiter in einem langgestreckten Orbit freigesetzt.

Beide Umlaufbahnen sind aufeinander abgestimmt und optimiert für die jeweiligen Aufgaben der Satelliten. Die europäische Sonde wird auf einer niedrigen polaren Umlaufbahn die Oberfläche kartografieren und die innere Zusammensetzung des Planeten erforschen. Und die japanische Sonde wird Merkurs Magnetfeld und dessen Wechselwirkung mit dem Sonnenwind untersuchen. Die Erforschung des Ursprungs und der Entwicklung eines Planeten nahe an seinem Muttergestirn ist das Ziel: Dabei geht es um die planetaren Eigenschaften Merkurs (Form, Inneres, Krater, Struktur, Geologie, Zusammensetzung), die Zusammensetzung und Dynamik seiner sehr dünnen Atmosphäre („Exosphäre“) und Struktur, Dynamik und Ursprung seines Magnetfelds – und nebenher auch noch um Tests der Allgemeinen Relativitätstheorie. Wichtige Fragen sind: Ist der Kern des Merkurs flüssig oder fest? Ist der Merkur tektonisch aktiv? Welche ungewöhnlichen Materialien enthalten die permanent in Dunkelheit liegenden Krater an den Polen des Planeten? Und wie setzt sich Merkurs Exosphäre genau zusammen?

Die wissenschaftlichen Nutzlasten des MPO bestehen aus 11 Instrumenten, darunter SIMBIO-SYS, einem Kamerasystem für Stereo-, Hochauflösungs- und Multispektralaufnahmen, während der MMO 5 Instrumente trägt. Ursprünglich sollte auch ein Lander mitfliegen, der allerdings aus Kostengründen wieder gestrichen wurde. Nach der langen Entwicklungszeit, Bau- und Flugzeit muss sich BepiColombo am Merkur beeilen: Die nominelle Mission endet schon im Mai 2027 und eine – de facto schon eingeplante – Verlängerung ein Jahr später: ein Live-Stream ab 3:15 MESZ, jede Menge Bilder und Updates hier und hier, bislang alles im grünen Bereich, auch beim Boden-Segment. Ferner Press Releases von ESA (früher), DLR, Arianespace (früher und mehr), SwRI, Uni Bern (mehr), Leibniz-Institut für Photonische Technologien, Telespazio, dem UK, der Schweiz, des CNRS und Plasapar, die Sonde zum Ausschneiden, ein Fact Sheet und ein Thread der ESA, ein DLR-Artikel, Ressourcen von Planetary Society und Uni Leicester, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein TV-Clip. [1:00 MESZ]

Allgemeines Live-Blog vom 13.-19. Oktober 2018

13. Oktober 2018

19. Oktober

Deutsches Weltraumradar sieht französischen Satelliten im Deorbit-Zustand: Vorgestern hat die TIRA-Anlage bei Bonn den deaktivierten französischen Forschungssatelliten Microscope aufgenommen – mit ausgefahrenen „ailes de désorbitation“ (Umlaufbahn-Entsorgungs-Flügeln sozusagen), genau wie es sein soll (links). Auch die Rohdaten der 19. K2-Kampagne des nahezu trockenen Kepler-Satelliten, der gute Status des Chandra X-ray Observatory nach der Gyro-Krise – und auch Hubble geht es wieder gut, und bald drehen sich wieder drei Gyros!

Ein Weltraumteleskop, zwei Kameras, 160’000 Lichtjahre Entfernung: Der Kugelsternhaufen NGC 1898 in der Großen Magellanschen Wolke, vom Hubble Space Telescope mit der Advanced Camera for Surveys und der Wide Field Camera 3 aufgenommen. Auch das Temperatur-Management der Solarzellen der Parker Solar Probe, die Überwachung der Vulkane auf Io, Chinas erster Mars-Orbiter schafft wohl 2020 als Starttermin – und bei der Suche nach einem Landeplatz für den NASA-Marsrover 2020 deuten sich kühne Lösungen an.

Eine echte Entdeckung mit Hilfe der Sonifikation magnetosphärischer Satelliten-Daten ist britischen Schülern gelungen. Auch eine detaillierte Studie über Journalismus mit Erdbeobachtern, das erste Bose-Einstein-Kondensat bei µ während eines Raketen-Flugs (auch Artikel hier, hier und hier), gleich zwei aktuelle Fälle auf der Erde gefundenen Weltraumschrotts hier bzw. hier und hier, erst drei Soyuz-Flüge ohne Passagiere, bevor wieder Crews zur ISS dürfen (mehr, mehr und mehr zur Planung) – und eine detaillierte technische Beschreibung des Zwischenfalls mit Soyuz MS-10, der offenbar einen suborbitalen Weltraumflug zur Folge hatte (mehr, mehr und mehr). [23:30 MESZ – Ende]


17. Oktober

Der Start einer Atlas V heute Nacht mit dem 4. Advanced Extremely High Frequency (AEHF)-Comsat für die USA: Bilder der ULA, weitere hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Tele-Amateurfilm, Screenshots aus dem Webcast und mehr und Artikel hier und hier. [11:30 MESZ] Und hier sowie ein ULA Release. [15.20 MESZ]

Wie sich der Soyuz-Fehlstart in der Kapsel angefühlt hat, beschrieb Passagier Nick Hague gestern in mehreren Interviews (hinter dem Standbild): Es ging alles extrem schnell, da der Startabbruch und das Herausreißen der Kapsel aus dem Stack durch das Rettungssystem automatisch und ohne Vorwarnung ausgelöst wurden. Es rappelte heftig aber kurz, nur für Sekunden traten Beschleunigungen bis ~7 g auf (normal sind 5 g), danach war es wie eine normale Landung. Auch Artikel hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier und hier] zu den Interviews sowie hier (Bericht in 3 Wochen?), hier, hier, hier und hier, mal wieder gelungene ARISS-Calls hier (mehr) und hier und ein gaaanz langer Artikel über die ICARUS-Antenne auf der ISS. Ferner die Suche nach einem Namen für Chang’e-4 (Zwischenstand [NACHTRAG: mehr]), die Suche nach einem Landeplatz für den US-Marsrover 2020, das Ende der Microscope-Mission, ein absurder chinesischer Leucht-Satellit [NACHTRÄGE: mehr, mehr, mehr, mehr und mehr] – und die Ankündigung der teuren TV-Serie „German Moon“ (mehr und mehr) über deutsche Raketenforscher in den USA. [0:45 MESZ]


15. Oktober

Größte Annäherung an Ryugu müsste bereits erfolgt sein

Dieses Bild, um 15:52 MESZ empfangen (Ausschnitt in voller Auflösung, komplett durch Anklicken, ist aber noch kurz davor entstanden. [16:10 MESZ] Nach Messungen des Laser Range Finders ist Hayabusa 2 bis auf 22.3 Meter an die Oberfläche heran gekommen. Inzwischen beträgt der Abstand schon wieder ~2 km. Auch ein Artikel zu den weiteren Plänen. Und: Chandra tut’s wieder, das Gyro-Problem (mehr und mehr) war minimal. [17:15 MESZ] Wie das obige Bild relativ zur Landezone L08-B liegt. Auch ein Artikel zum Manöver. [19:35 MESZ] Auch hier. [20:15 MESZ] Wenn Ryugu um’s Matterhorn kreiste … Und das 2. Asteroid Approach Maneuver on OSIRIS-REx ist absolviert, während der Auswahl-Prozess für die Landestelle des Marsrovers 2020 der NASA ernst wird. [23:15 MESZ] Nochmal der Status der Mission von Hayabusa 2 heute zusammengefasst sowie ein Press Release zu MASCOTs Batterien und ältere Artikel zum Oppositionseffekt auf Ryugu und der Verschiebung der Proben-Entnahme auf 2019. [23:55 MESZ]

Jetzt ist der Schatten von Hayabusa 2 bereits räumlich aufgelöst, auf dem neuesten Bild seiner Navigationskamera, das um 14:53 MESZ eintraf. Und der Asteroid füllt nahezu das Gesichtsfeld: Hier musste er erstmals verkleinert – statt vergrößert – werden, um ins Layout zu passen. [15:10 MESZ] Das Bild in voller Auflösung, geschärft und aufhellt – inzwischen sind rund 400 Meter erreicht, und es gibt ein GO für den Abstieg bis ganz unten. [15:25 MESZ] Ein Bild von 15:21 MESZ, mit Hayabusas Schatten schon gut recht detailreich. [15:40 MESZ] Die Bilder bisher animiert. [15:55 MESZ]

Und wieder fällt der Schatten von Hayabusa 2 auf Ryugu

auf einer um 13:23 MESZ empfangenen Aufnahme der Navigationskamera – inmitten einer Aufhellung durch den Oppositionseffekt. Auch der berühmte Felsen ist abermals ins Bildfeld rotiert. Und ein Blick in den Kontrollraum – mit einem Riemenfisch in einem Halloween-Kostüm … [13:45 MESZ. NACHTRAG: Das Bild wurde aus 800 m Höhe aufgenommen]

Was ist denn da in der letzten Stunde – Bilder empfangen um 11:57, 12:06 und 12:55 MESZ – für ein helles quasi punktförmiges Objekt über die Scheibe Ryugus und dann dicht am Schatten Hayabusas vorbei rotiert (und auf dem Bild oben noch knapp am Rand zu sehen)? Vielleicht Hardware von einer der drei Landungen bisher. [14:05 MESZ] Der nächste Zeitschritt: von der Scheibe rotiert. [14:20 MESZ]

Da ist er wieder, der kuriose Pol-Felsen von Ryugu, auf Bildern der Navigations-Weitwinkel-Kamera von Hayabusa 2, die um 10:21, 9:23 und 8:54 MESZ empfangen (und gehörig geschärft und aufgehellt) wurden: Nach einer Unterbrechung fließen die Quasi-Live-Bilder jetzt wieder. Auch ein weiterer Beidou-Start in China – wo man schon 2019 einen Technologie-Tester für einen Gravitationswellen-Satelliten starten will. [10:55 MESZ]


14. Oktober

Die zweite Lande-Übung von Hayabusa 2 hat nun begonnen

und soll gemäß des neuen Zeitplans am 15. Oktober um 15:50 MESZ bis auf 25 Meter an die Oberfläche von Ryugu heran führen, um den Laser-Höhenmesser zu testen, der beim ersten Versuch im September in 600 m Höhe ausgestiegen war. Es ist zugleich der erste von zwei Tests der bereits erwähnten neuen Strategie zur Proben-Entnahme, die einen Zielanflug auf eine inzwischen gefundene aber nur 20 m – statt eigentlich geplant 100 m – große Zone erfordert, wo keine gefährlichen Steine größer als 50 cm lauern. Auch die gewohnten Live-Bilder der Navigationskamera während des Abstiegs und Artikel zur MASCOT-Erfahrung hier und hier.

So sieht der kleine chinesische Mondorbiter DSLWP-B den Mond und dahinter die Erde – neue Bilder, die Amateurfunker herunter geladen und verarbeitet haben. Mond-Beobachtung mit Amateur-Mitteln [NACHTRÄGE: die Identifikation vieler der Krater auf dem Bild und ein Artikel] mal ganz anders …

Ein weiteres Bild des Fehlstarts von Soyuz MS-10 aus der ISS: auch weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, wie der NASA-Chef-Fotograf in Baikonur die Sache erlebte – und viele Sicherheitsbedenken bei Commercial Crew, SpaceX wie Boeing. [19:00 MESZ]


13. Oktober

Das Large Size Telescope #1 für den Cherenkov Telescope Array (CTA) ist gerade auf La Palma eingeweiht worden, ein Prototyp und das erste von insgesamt über 100 geplanten Teleskopen im Netzwerk: weitere Press Releases hier und hier, jede Menge Bilder und ein Artikel [NACHTRAG: noch einer]. Auch eine neue Runde „Astronomy Rewind“, erneut Werbung für die Louwman-Teleskop-Sammlung – und ein Paper über Anwedungen astronomischer Mathematik in der Medizin: „Creating longitudinal datasets and cleaning existing data identifiers in a cystic fibrosis registry using a novel Bayesian probabilistic approach from astronomy“. [1:00 MESZ]

Die großen Satelliten Hubble und Chandra im Safe Mode

Sie sind halt 28 bzw. 19 Jahre alt, die beiden Great Observatories, und direkt in Gefahr sind sie nicht: Der frische Safemode des Röntgensatelliten Chandra wird gerade untersucht – und bei Hubble bockt ein Gyro weiterhin, so dass noch nicht klar ist, ob es künftig 3- oder 1-Gyro-Betrieb geben wird (auch ältere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Videos hier und hier). Auch der laufende Download von Kepler der Daten der K2-Kampagne 19, Amateurfunk-Beobachtung des Mondes mit dem chinesischen Orbiter, die weitere Planung für Opportunity, mehr Experimente der deutschen Enceladus-Explorer-Initiative, die Zukunft der ISS und die Plasma-Forschung darauf, wie die NASA SLS & Orion sieht, was China gerade startete – und der Reentry des Iridium-Satelliten 70 wurde in Kalifornien beobachtet und auch gefilmt: Viele der alten Sorte gibt’s nicht mehr, die Ära der Iridium-Flares endet bald … [1:00 MESZ]

Der Draconiden-Ausbruch 2018 aus Videos von 37 Kameras: der Fluss in Meteoroiden pro 1000 km^2 und Stunde gegen die Zeit beim Ausbruch am 8./9. Oktober in UTC basierend auf über 2500 schwachen Meteoren, die die Kameras erfassten. Auch der verantwortliche Komet G-Z am 11. Oktober hier und hier und 10. Oktober hier, hier und hier, ein mit 157 km Aufleuchthöhe ungewöhnlicher Perseid (Addendum ganz unten), ein Besuch beim Hoba-Meteoriten, ein kommender Werner-Herzog-Film über Meteoriten etc., der Mars am 12. Oktober (mehr), 11. Oktober, 10. Oktober (mehr), 9. Oktober und 8. Oktober – und ein ungewöhnlich heller Zirkumzenital-Bogen. [1:00 MESZ. NACHTRAG: Die Erde ist nach Modellrechnungen nur knapp an viel dichteren Dust Trails von G-Z vorbei geflogen, sonst hätte der Ausbruch Sturmstärke erreichen können]

Ein paar Bilder mehr während MASCOTs Abstieg

12. Oktober 2018

sind heute – eine Woche nach der letzten Auskunft über den Missionsverlauf des deutsch-französischen Asteroidenlanders – veröffentlicht worden, dazu Informationen über die Bewegung MASCOTs, aber weiterhin keine Aufnahmen ruhend auf der Oberfläche: Damit bleiben die Handvoll Bilder der MINERVA-Rover die einzigen, die bisher in voller Qualität öffentlich gezeigt wurden. Oben die „tiefste“ MASCOT-Aufnahme, aus wenigen Metern Höhe vor dem ersten Bodenkontakt: Wie auch auf den MINERVA-Bildern ist keinerlei Regolith zu sehen, nur zerklüftete Felsen – die etwas an die unfreiwillige finale Landestelle Abydos von Philae auf Komet C-G erinnern. Warum die „kosmische Verwitterung“ auf Ryugu kein feines Material erzeugt, bleibt einstweilen unerklärlich – und die wichtigste Entdeckung der Gesamtmission.

MASCOT kam jedenfalls dort an, wo er hin sollte: hier auf einer Aufnahme von Hayabusa 2 die rekonstruierte Bewegung des Landers, im Anflug gelb (mit blau der Bodenspur dazu), danach in Blau; der Schatten des Orbiters ist übrigens 4.5 x 6 m groß. An den markierten Stellen wurde MASCOT jeweils zu den angegebenen Zeitpunkten von Hayabusas Kamera gesichtet, Bodenkontakt war also um 4:03:24 – sechs Minuten nach dem Absetzen – und Ruhe etwa 8 weitere Bodenberührungen und 11 Minuten später um 4:14:04 MESZ. Auch die endgültige Ruhestätte des dann bereits inaktiven Landers nach seinen späteren Hüpfern wurde einen (Erd-)Tag später lokalisiert: der Punkt darunter.

Zwei weitere MASCOT-Aufnahmen während des Anflugs aus 20 bis 10 m Höhe bzw. kurz nach dem Absetzen in 51 m Höhe, jeweils mit dem Blickfeld auf der Hayabusa-Aufnahme eingezeichnet: Auf letzterem Bild fällt ein dutzende, wenn nicht 100, Meter großer Felsen am Südpol von Rygu auf, der „South Polar Rock“ getauft wurde. Ein weiteres Abstiegs-Bild war zeitnah veröffentlicht worden: Die Auswertung zeigt nun, dass MASCOTs Kamera dabei in die Gegenrichtung schaute, der Lander torkelte also während des Abstiegs stark.

Wegen der zerklüfteten und von Felsen bedeckten Oberflläche Ryugus hat das Hayabusa-Projekt derweil gestern die Verschiebung der ersten Probenentnahme auf Januar 2019 bekannt gegeben [NACHTRAG: die komplette Präsentation in Englisch]: Vor der Funkpause wegen Sonnennähe im Dezember gehe es nicht mehr, da noch mehr Zeit für die Planung benötigt wurde. Immerhin hat man bereits in der früher definierten Landezone L08 die 20 Meter große Zone L08B (unten) gefunden, wo vergleichsweise wenig Geröll herum liegt: Darüber soll es am 14. und 25. Oktober schon mal zwei Probe-Abstiege geben, bis auf 25 Meter Höhe (Grafik unten). Derart präzise Zielanflüge waren eigentlich gar nicht geplant: auch arg knappe Artikel in Englisch dazu hier, hier und hier, frühere MASCOT-Artikel hier, hier, hier, hier und hier und eine Vorschau auf OSIRIS-REx bei Bennu.

Live-Blog zum (Fehl-)Start von Союз МС-10

11. Oktober 2018

Neue NASA-Photos von Start und Booster-Abwurf-Anomalie

sind gerade im aktuellen Album aufgetaucht, hier Ausschnitte in voller Auflösung. Auf der NASA-Pressekonferenz herrscht derweil Ratlosigkeit: Man weiß weder, wie lange die ISS ohne Besatzung funktionieren kann, noch ob Russland die nächste bereits in Vorbereitung befindliche Soyuz ohne Crew als frisches Rettungsboot zur ISS schicken könnte, um das aktuelle Inkrement über das aktuelle Limit 4.1.2019 hinaus an Bord halten zu können. [18:30 MESZ] Weitere Artikel hier (mehr), hier, hier, hier, hier und hier. [19:05 MESZ] Weitere Zeitschritte des Starts aus Sicht der ISS! [19:15 MESZ] Mehr Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Radio-Stück und die Tagesschau. [21:45 MESZ] Eine – natürlich noch vorläufige – Rekonstruktion der Abläufe: Danach kollidierte einer der Booster in Folge eines Pyro-Problems mit der schon brennenden zweiten Stufe, was in einer Kettenreaktion den Startabbruch auslöste. [22:05 MESZ] Und weitere Artikel hier, hier, hier und hier und ein Radio-Stück. [23.55 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: ungeschnittene Videos des Starts (Anomalie bei 2:43 und 5:57), eine Quasi-Bestätigung des Fehler-Szenarios oben (mehr und mehr), ein nächtlicher NASA Release, ein Tweet von Hague, ein Brief von Wörner, ein Tweet vom Roskosmos-Chef, der das MS-10-Duo „nächstes Frühjahr“ im All sieht, dessen Ankunft bei Moskau, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier (früher) – und die Auswirkungen auf Arianespace und alle russischen Fehlstarts seit 1988 …]

Der Fehlstart von der ISS aus fotografiert – auch weitere Bilder der gelandeten Kapsel hier und hier, eine Spekulation über Pyro-Probleme, ein Mysterium über China, bei dem über einen Zusammenhang mit dem Unfall spekuliert wurde, was aber offensichtlich falsch ist, und ein Artikel. [16:25 MESZ] Und hier, hier, hier und hier – die Crew ist derweil wieder in Baikonur angekommen. [17:00 MESZ] Für 18:00 MESZ ist eine NASA-PK angekündigt worden. [17:20 MESZ] Dort wird die Soyuz-Technik gelobt für den vorbildlichen Ablauf nach Abtrennung der Kapsel vom Stack – und die für diesen Monat geplanten ISS-EVAs sind noch nicht abgesagt, nur fehlt halt mit Hague einer der beiden vorgesehenen Aussteiger. Morgen geht’s nach Moskau für die unfreiwillig Gelandeten. [18:10 MESZ]

Die Besatzung von Soyuz MS-10 wohlauf nach dem Albtraum

in Jezkazgan auf Fotos von Roskosmos, Nick Hague (oben) und Alexey Ovchinin (auch ein Video-Clip davon) – die russische Regierung hat unterdessen ernste Konsequenzen angekündigt. Und eine Zusammenfassung der Lage durch diesen Blogger – mit exklusiver Bildverarbeitung! [14:15 MESZ] Die Bilder auch bei der NASA – und das könnte die Soyuz sein, nach der Notlandung. Plus das NASA-Statement im Original. [14:40 MESZ] Etwas Filmmaterial von der Landestelle und weitere Artikel hier (mit einer Detail-Aufnahme der Anomalie) und hier. [14:55 MESZ] Und hier sowie jede Menge Screenshots und Diskussion seit dem Start. Plus die Abreise von Жезказган nach Байконур. [15:10 MESZ] Weitere Artikel hier und hier – und im NASA-Album ein paar Bilder vom Starttag … [15:35 MESZ] … und die komplette NASA-Version der Start-Sendung. [16:00 MESZ]

Fehlfunktion bei Stufentrennung – Notlandung eingeleitet

Die Lage ist extrem unübersichtlich, aber es ist jetzt klar, dass nach pünktlichem Start beim Abtrennen der Booster etwas schief gegangen ist: Das war nicht das übliche Korolov-Kreuz. Die Kapsel hat sich dann offenbar schnell abgetrennt und einen ballistischen Wiedereintritt eingeleitet; es scheint aber keinen Kontakt mit der Crew zu geben. [10:55 MESZ] Die Rettungsmannschaften sind seit 10:55 MESZ in der Luft, werden aber 1 1/2 Stunden bis zur berechneten Landestelle brauchen, heißt es gerade im NASA-Kommentar – die erste handfeste Aussage übrigens. Und die Russen sagen gar nichts mehr … [11:05 MESZ] Angeblich soll die Notlandung gelungen sein und wieder Kontakt mit der Crew bestehen – nichts auf den offiziellen Kanälen bisher. Eine Parallele zu einem Soyuz-Fehlstart 1975, der auch glimpflich ausging. [11:15 MESZ] NASA TV bestätigt! Gelandet, Crew wohlauf. [11:20 MESZ] Sie sind 20 km östlich von Jezkazgan in Kasachstan gelandet. [11:25 MESZ]

Der Zwischenfall bei der Booster-Trennung aus der russischen TV-Übertragung – auch eine Serie Einzelbilder … in einer Stunde sollten die Rettungsmannschaften vor Ort sein. Die gute Nachricht auch auf Russisch – ein erfolgreicher Fehlschlag sozusagen. Und ein paar frühe Artikel hier, hier und hier. [11:40 MESZ] Die Landestelle ist erreicht, und die Besatzung hat die Kapsel verlassen. Sie soll nun möglichst schnell nach Moskau gebracht werden. [12:10 MESZ] Die kritische Szene in der NASA-Version der Live-Übertragung – und ein Tele-Foto des abnormen Booster-Abwurfs sowie ein Vergleich mit dem letzten Start. [12:50 MESZ] Ein NASA-Statement, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und Details zweier früherer Soyuz-Startabbrüche. Und jetzt – natürlich – erst mal Startverbot für die Soyuz. [13:05 MESZ] Die Crew ist erstmal auf dem Weg nach Baikonur, von wo sie dann ein NASA-Flugzeug nach Moskau bringen wird. [13:20 MESZ]

Heute startet die nächste Soyuz – mit zwei Mann – zur ISS

Oben ein paar Stimmungsbilder des NASA-Fotografen vom Roll-Out vorgestern früh, mit einem Schienen-Kontroll-Hund mit vorwärts streuendem Pelz. Auch ein Roskosmos-Video vom Roll-Out von Soyus MS-10, ein NASA Release und ein Blog-Posting und Artikel hier, hier und hier zum Start um 10:40 MESZ, ein paar 360°-Bilder aus Baikonur, ein Update zum Soyuz-Loch, ein weitgehend missglückter Amateurfunk-Kontakt (aber mit viel Vorprogramm) und ein Video-Livecall mit der ISS. Sowie ein erschreckender OIG-Bericht zum SLS nebst Video-Clip (daraus Schlüsselsätze, die Essenz und Artikel dazu hier und hier sowie zu den SLS-SRBs), just 50 Jahre nach Apollo 7 [NACHTRAG: mehr und viel mehr und ein Video], und der erste Russland-Besuch des NASA-Chefs (mehr und mehr). Plus ein Start in China (Bilder hier und hier), die Rückkehr der Langer Marsch 5 und drei USAF-Raketenentwicklungs-Aufträge (die Details und hier und hier Artikel) u.a. für die ‚New Glenn‘ von Blue Origin. Und schließlich die Ergebnisse des Mini-Observatoriums ASTERIA, Flutbasalt auf Mars & Erde, wie Mars-Fahrzeuge angestrichen werden, die Chemie des Titan-Dunsts, die Orbit-Beobachtung von Hurrikan Michael durch Aqua und Terra – und 100’000 Orbits des letzteren. [1:55 MESZ]

Hätte Neil Armstrong eine Action-Cam gehabt …

10. Oktober 2018

Und nun sind es tatsächlich drei geworden: aufwändig produzierte Kinofilme, die wichtige Epochen der frühen amerikanischen bemannten Raumfahrt bis 1970 – das Adjektiv passt hier wirklich, denn Frauen flogen auf US-Seite noch lange nicht – packend umgesetzt haben. Nach The Right Stuff von 1983, der den Zeitraum 1947 bis 1963 abdeckt, und Apollo 13 von 1995, der 1969 bis 1970 spielt, schließt First Man perfekt die Lücke: Primär ein Biopic über Neil Armstrong behandelt das streckenweise fast dokumentarisch anmutende Werk den Zeitraum 1961 bis 1969 und mischt die Familiengeschichte der Armstrongs mit Facetten der X-15-, Gemini- und Apollo-Programme. Während der Film in zahlreichen Ländern zwischen heute und übermorgen in die Kinos kommt, ist Deutschland (wo er „Aufbruch zum Mond“ heißen wird) mysteriöserweise erst am 8. November dran – dieser Blogger hatte aber das Vergnügen, schon gestern einer Pressevorführung in Köln mit First Man in der Originalfassung beiwohnen zu können.

Während all die Dokumentarfilme über das Apollo-Programm kaum mehr zu zählen sind, war die Mission von Apollo 11 bislang nur ein einziges Mal Thema eines größeren Spielfilms, der 1996 in Folge des Kinoerfolgs von Apollo 13 für das US-Fernsehen produziert wurde – und nach Erinnerung dieses Bloggers auch gar nicht schlecht war und der doch vermeintlich auserzählten Geschichte neue, auch visuelle, Aspekte abgewinnen konnte. Von konkreten Plänen, die autorisierte Biografie First Man: The Life of Neil A. Armstrong von 2005 für die Leinwand zu verfilmen, war erstmals 2008 zu hören gewesen, nebst Spekulationen über zum Beispiel Brad Pitt als offensichtlichem Titelhelden. Geworden ist es aber Ryan Gosling, mit Damien Chazelle als Regisseur, ein inzwischen bewährtes (und reichlich Oscar-gesegnetes) Team.

Gosling gibt einen wundervollen – und diesem Blogger spontan sympathischen – Astro-Nerd, dessen trockene und präzise Antworten auch in emotionsgeladenen Situationen eins ums andere Mal ein wenig comic relief in den durchweg angespannten 2 Stunden und 20 Minuten beisteuern (und unter den Kölner Kritikern auch manchen Lacher produzierten). Denn auch wenn seine brillant von Claire Foy gespielte Frau Janet (die sich 1994 scheiden ließ und diesen Juni verstarb) zunehmend an Armstrongs weltraumwärts gerichteter Persönlichkeit verzweifelt, zeigt er doch gelegentlich Herz – auch in der Schluss-Szene des Films, die übrigens den Weg in einen der Trailer gefunden hat. Die Verschränkung der rasanten Raumfahrt-Geschichte mit den Härten des Astronauten-Lebens gelingt First Man durchweg souverän, der damit ein breites Publikum ansprechen dürfte: Die Balance kommt hin.

Der Erzählrhythmus ist allerdings etwas uneinheitlich und immer wieder von harten Sprüngen gekennzeichnet: Die betreffen insbesondere das Raumfahrtprogramm, wo jede Menge weg gelassen wurde (insbesondere die Mission Apollo 8, bei der Ende 1968 immerhin Menschen zum ersten Mal um den Mond kreisten). First Man beginnt mit einem Flug Armstrongs in einer X-15 am 20. April 1962, der beinahe schief geht: Das erlebt der Zuschauer völlig unvermittelt – einen Vorspann gibt es nicht! – und weitgehend aus der gebeutelten Perspektive Armstrongs, ganz so als ob der eine Action-Cam am Helm getragen hätte. Dieses Stilmittel durchzieht den ganzen Film, was Fans pathetisch ins Bild gesetzter L&R-Technik enttäuschen mag, aber einen ganz anderen Zugang zu der Materie und einen ungewöhnlichen Realismus der Erfahrung schafft. Wozu auch die schon von Apollo 13 gewohnte Flut von NASA-Abkürzungen in den Dialogen beiträgt …

Auch Armstrongs ersten seiner beiden Raumflüge erlebt der Zuschauer fast nur aus der Sicht der Hauptfigur: die Mission 1966 von Gemini 8 mit dem Andocken an ein Agena Target Vehicle – was bekanntlich beinahe in einer Katastrophe endete. Die heftige Rotation der Gemini-Kapsel wird allerdings derart schwungvoll ins Bild gesetzt, dass nicht nur die beiden Astronauten irgendwann die Orientierung verlieren; hier wären ruhige Blicke von außen durchaus hilfreich gewesen. Schon bald folgen das Feuer beim Apollo-1-Test im Januar 1967 (wie qualvoll die drei Astronauten starben, wird taktvoll ausgelassen) – und abrupt danach der Absturz von Armstrongs Lunar Landing Research Vehicle (alias „fliegendes Bettgestell“) im Mai 1968: nicht nur ein all zu harter historischer Sprung von mehr als einem Jahr sondern auch ein krasser emotionaler, denn wie Armstrong den Tod der drei Kameraden letztlich verarbeitet hat, bleibt unerzählt. „Hier fehlt doch was“, mag der Rezensent denken – aber angesichts der Länge des Gesamtwerks kann das auch ein Vorteil sein.

Als Film-Biografie unterscheidet sich First Man deutlich von den anderen beiden o.g. Meisterwerken (wobei Hidden Figures als später ‚weiblicher Begleiter‘ des Right Stuff nicht unerwähnt bleiben sollte): Die anderen Astronauten entwickeln nur wenig eigene Persönlichkeit, mit Ausnahme des schlecht weg kommenden Mond-Begleiters Buzz Aldrin, der öfters mal mit taktlosen Bemerkungen auffällt und allmählich eine eigenes Biopic verdient hätte. Das riesige Team in der Flugkontrolle – in Apollo 13 die eigentlichen Helden – und erst recht im Hintergrund bleibt Staffage. Und die amerikanische und globale Öffentlichkeit sowie die sowjetische Konkurrenz kommen praktisch nur indirekt vor, mit Ausnahme einer Demo schwarzer Aktivisten gegen das ‚weiße‘ Apollo-Programm. Ein ‚traditionellerer‘ Raumfahrt-Spielfilm wird First Man erst gegen Ende, wenn der Start von Apollo 11 nun doch in klassischer Weise bebildert wird und bekannte O-Töne zu hören sind bzw. nachgesprochen werden: Beim „giant leap for mankind“ kracht es erst etwas später.

Über die künstlerischen Freiheiten, die sich First Man – mit dem Autor der Buchvorlage als Co-Produzent – genommen hat, wird noch zu diskutieren sein, insbesondere was Abläufe während der EVA auf der Mondoberfläche betrifft. Aber die Optik vor allem der lunaren Szenerie – z.T. im IMAX-Format gedreht – und der immer wieder hautnah gezeigten Weltraumtechnik kann sich sehen lassen, wobei der überraschend kurze Abspann andeutet, dass viel mit echten Modellen und wenig mit Scharen von Computer-Künstlern gearbeitet wurde: ein würdiges Monument für das Apollo-Projekt, ein Dreivierteljahr vor dem 50-Jährigen der ersten Mondlandung. Und nun? Kein Kinofilm über das folgende halbe Jahrhundert US-Raumfahrt mit Skylab, Space Shuttle und ISS ist je gedreht worden – aber auch das ändert sich jetzt: Die Produktion von The Challenger über den Unglücksflug STS-51L von 1986 kommt nun voran, wohl wiederum primär als Biopic, über Christa McAuliffe.

Allgemeines Live-Blog vom 7.-9. Oktober 2018

7. Oktober 2018

9. Oktober

Ein stattlicher Ausbruch der Draconiden heute früh zwischen etwa 0:00 und 4:00 MESZ ist sowohl visuell als auch über Radioechos nachgewiesen worden: Da werden Erinnerungen an 2011 wach, aber wie hoch die ZHR dieses Mal stieg, ist noch nicht klar. In der globalen Radioecho-Grafik oben ist die Rate in eine Art ZHR umgerechnet worden, die y-Achse geht bis 150 (und die x-Achse ist in Sonnenlänge), und visuelle Beobachter sind sich ebenfalls sicher, dass die 100-er Marke deutlich übertroffen wurde: etwa in Slowenien (der Beobachter sah das Maximum gegen 1:10 MESZ und evtl. ein sekundäres gegen 2:00 MESZ), Kanada oder den USA; auch aus Deutschland gibt es Beobachtungen, die den kanadischen Eindruck eher schwacher Meteore bestätigen.

Und noch die Lage des Radianten am Himmel, ermittelt mit dem Canadian Meteor Orbit Radar gegen 2:00 MESZ. Der Ausbruch war ganz gut vorausgesagt worden, etwa in einem Paper über mögliche Effekte auf Satelliten, so dass die Meteorszene gewarnt war: Der Zeitpunkt wurde sehr gut getroffen, die Stärke des Ausbruchs aber unterschätzt. [5:55 MESZ]

Das war der Draconiden-Ausbruch 2018: oben die globalen Radioechos in rot (und die 2011-er Kurve in grün), dazu in schwarz die visuelle Rate aus weltweiten Beobachtungen der IMO (die ZHR-Skala geht nun bis 200), darunter die IMO-Daten in besserer Zeitauflösung (21:30 MESZ gestern bis 4:30 MESZ heute, ZHR bis 180), und ganz unten die Radiantenpositionen von Draconiden (rot) und anderen Meteoren der Nacht (schwarz; das Feld reicht von 220-310° RA und 30-80° Dek.) aus Video-Daten aus dem BeNeLux-Raum. Der ersten Analyse nach trat das Maximum zwischen 0:00 und 2:00 MESZ auf, und die meisten Meteore hatten nur 4. bis 5. Größe: auch ein paar weitere Berichte – und keinerlei Vorfälle auf Gaia, die o.g. Paper für möglich hielt. [22:20 MESZ – Ende]


8. Oktober

Start, Landung & kalifornische Himmels-Show der Falcon 9

Bilder der USAF (oben, nach der Stufentrennung) und von SpaceX (zwei Langzeit-Belichtungen, die Landung der 1. Stufe und der Start) des himmlischen Spektakels heute Nacht, von dem unten schon zahlreiche Bilder verlinkt wurden. Und da gibt’s natürlich noch mehr: die gelandete Stufe, ihre Rückkehr, Start & Landung aus derselben Perspektive montiert, noch viel mehr Bilder v.a. der Himmelsshow hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Langzeit-Aufnahmen hier, hier, hier und hier, diverse Videos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier (für Hektiker) und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Eine besondere Zugabe folgte gegen 5:43 MESZ (1:20 nach dem Start) in Europa: Der Deorbit-Burn der 2. Stufe konnte bestens gesehen werden (die Einzelbilder des Videos und ein Bericht dazu; es gingen zwei weitere beim Planetarium Bochum ein und hier und hier auch) – siehe hier, hier, hier und hier zur eindeutigen Identifizierung! In Sachen Hubble-Safemode gibt es keine weiteren Neuigkeiten, nur einen dürren NASA-Tweet – die Artikel hier, hier, hier, hier und hier basieren auch nur auf diesem und den unten verlinkten Tweets. Aber noch eine gute Nachricht: Die Erdvermessung von TanDEM-X ist frei, die Wissenschaft kann das superpräzise DTM nun nutzen. [21:05 MESZ] Ein detaillierterer Hubble-Update: Ein Ersatz-Gyro will nicht recht, man sucht nach Alternativen, und Hubble ist weiter „expected to produce excellent science for years to come.“ [21:35 MESZ] Eine Detektion des Reentry Burn über Finnland, ein weiteres Bild aus den USA, Artikel hier und hier und Video-Clips. Sowie der Status von Hubbles 6 Gyros und eine Info-Grafik – und Bennu wird heller für OSIRIS-REx. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: weitere Burn-Beobachtungen aus Deutschland, mehr sehenswerte US-Videos hier und hier und -Fotos hier, hier, hier und hier – und kurz vorher die Startrampe aus dem Orbit gesehen]

Der Near Earth Asteroid 2018 EB ist ein doppelter, haben Radarbeobachtungen des Objekts mit Goldstone und Arecibo gezeigt. Auch eine Feuerkugel über Florida, Komet GZ vom 6. bis 8. Oktober, der Komet Wirtanen am 6. Oktober und mit einem 2.7-m-Teleskop spektroskopiert, der Mars heute und gestern (früher und mehr) [NACHTRAG: und vorgestern] – und der Special Report des IPCC zu 1.5°C: auch die Pressekonferenz in Korea und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [20:45 MESZ]

Geniale Himmels-Show bei Falcon-Abendstart in Kalifornien

Die Falcon 9 startete in Vandenberg, und die erste Stufe landete dort – und weil das Ganze vor anderthalb Stunden in der tiefen Abenddämmerung stattfand, zeichneten sich zahlreiche optische Effekte im Sonnenschein brillant vor den dunklen Himmel ab: die Live-Übertragung von Space X, Screencaps der Schlüsselmomente hier, hier, hier, hier, hier und hier, vom Boden ein weiteres Video und zahllose Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (mehr und mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Langzeit-Belichtungen hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier. Und Hubble ist im Safe Mode, weil ein Gyroskop ausgefallen ist: Die Lage ist aber halb so wild, weil der Fall eingeplant war und es eine Strategie gibt, auch mit zwei oder sogar nur einem Gyro zu arbeiten. [5:55 MESZ]


7. Oktober

Ein Sonnenaufgang, von der ISS aus gesehen mit extremer Abflachung. Auch die amtliche Taufe zweier Mondkrater zu Ehren von 50 Jahren Apollo 8, eine extrem dünne Mondsichel soeben über Japan, der Mars gestern (mehr), vorgestern (mehr), am 4., 3., 2. und 1. Oktober, Serien über Monate hier und hier und Bilder vom 24. und 17. September, Komet GZ heute (mehr, mehr und mehr), heute & gestern, gestern und am 3. Oktober, dito Komet Wirtanen, und ein großer Meteorit, der lange als Türstopper diente. Ferner Planungen für das Einstein-Teleskop, der Betrieb des Calar Alto, das Radioteleskop MeerKAT für SETI (Videos hier und hier) und auch SETI bei der NASA. Und nun deutsche Webseiten hier und hier zu IAU 100, etwas mehr zu den 100 Hours of Astronomy – und die elektronische Abstimmung über die Umtaufe des Hubble-Gesetzes zu Ehren von Lemaître. [22:55 MESZ]

Die Parker Solar Probe flog zum 1. Mal an der Venus vorbei

Das erfolgreiche Manöver diente dazu, Bahnenergie zu vernichten, um der Sonne so nahe zu keine andere Raumsonde zu kommen. Auch eine Bahnkorrektur von New Horizons, um Kurs auf das Zweitziel 2014 MU69 zu nehmen (am Erstziel Pluto könnten übrigens durchaus zusätzliche Monde übersehen worden sein) und weiteres Vordringen von Voyager 2 in den interstellaren Raum. Sowie eine „Gehirn-Umschaltung“ auf Curiosity, weiter kein Kontakt mit dem staubigen Opportunity, Platz für 10 kg ausländische Instrumente auf Chang’e-6, Chinas über-übernächstem Mondlander, das nahe Ende von Dawn und Kepler, der Bau-Auftrag für PLATO an die deutsche Firma OHB – und gewisse Fortschritte beim JWST.

Schwebstoffe im Wheeler Lake (dick unten) und Wheeler Reservoir (schlanker) westlich von Huntsville, Alabama, auf einem der ersten prozessierten Bilder vom hyperspektralen Erdbeobachtungs-Instrument DLR Earth Sensing Imaging Spectrometer (DESIS): Aus dem 400-km-Orbit der ISS, wo es im August installiert wurde, sammelt das neuartige Sensorsystem Bilddaten auf 235 eng nebeneinander liegenden Spektralkanälen mit einer geometrischen Bodenauflösung von 30 Metern. Auch die ersten Laser-Messungen von IceSat-2 in der Antarktis (mehr und mehr), der Status von ICON, dem Ionospheric Connection Explorer (Start am 26. Oktober), ein Meilenstein für JPSS-2, das Joint Polar Satellite System-2 der NOAA – und ein Untersuchungs-Ausschuss zu GOES-17 und seinem gestörten Advanced Baseline Imager.

Die gewohnt rustikale Landung von Soyuz MS-08 am 4. Oktober bei tief stehender Sonne: mehr Bilder von NASA und Roskosmos, ein Video vom Aufsetzen, Standbilder davon hier, hier und hier sowie von der Kapsel am Schirm und dem Abdocken und noch viel mehr, ein NASA Release und Blog-Eintrag und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch das Rutschen aller Commercial-Crew-Testflüge ohne und erst recht mit Passagieren auf 2019 (auch ein NASA Release und Artikel hier, hier, hier und hier sowie früher) – und der verbreitete Wunsch nach mehr Lebensdauer der ISS.

Auf der hat jetzt erstmals ein Deutscher das Kommando übernommen: eine PM des DLR, Blog-Einträge von ESA und NASA, ein Video-Clip und Artikel hier, hier und hier. Auch ein NASA-Plan für scharenweise Ratten und/oder Mäusen auf der ISS und ein wunderliches NASA-Statement zum Soyuz-Loch (auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Und ein möglicher Ausbau von Chinas Raumstation auf 6 Module, das erste Orion-SM vor der Abreise in die USA, mögliche kommerzielle Mitflieger zum Mond – wo Russland wenig Bock auf das Gateway hat, der aber als nächstes Ziel des Menschen im All quasi Konsens zu sein scheint. [1:00 MESZ]

Live-Blog zur Landung von MASCOT auf Ryugu

3. Oktober 2018

5. Oktober

Bilder von MASCOT im Anflug und offenbar von der Oberfläche Ryugus (die BU des DLR geht nicht näher drauf ein): Wie bereits auf den MINERVA-Bildern fällt auf, dass Ryugu eine sehr kantige Angelegenheit ohne den eigentlich erwarteten Regolith ist. Unten eine Aufnahme von Hayabusa 2, die MASCOT auf dem Weg zur Oberfläche zeigt, wovon es auch eine Animation gibt – und man kann einige Details auf MASCOT erkennen. Der hat dann auf der Oberfläche drei Tage und zwei Nächte gearbeitet: Der endgültige Funkabriss kam um 21:04 MESZ, als der Lander – nach zwei Hüpfern um jeweils mehrere Meter, einer kleinen Bewegung zwecks Stereobildern und am Schluss noch einem größeren Sprung – aus Hayabusas Sicht rotierte. Nicht ohne zuvor alle Daten an Hayabusa 2 übertragen zu haben, 120 Bilder der Kamera inklusive. Die Rückkehr des Orbiters zur Parkposition verzögert sich übrigens … wegen eines Taifuns. [12:40 MESZ] Aus der Abstiegs-Sequenz kann man zwei Stereo-Bilder erzeugen. Auch Artikel zu den Bildern und dem irgendwie MASCOT-artigen Phobos-Lander. [13:50 MESZ]

Auch beachtlich: ein Bild der optischen Navigationskamera W1 zwei Minuten nach dem Abwurf von MASCOT, das den Lander, seinen Schatten und den Schatten von Hayabusa 2 selbst zeigt (das Bild oben war von Kamera W2, etwa eine Minute nach der Abtrennung). Plus ein weiterer Artikel. [15:25 MESZ] Auch hier und hier – und auch das ganze W1-Bild, aus dem oben die Ausschnitte zu sehen sind. [18:25 MESZ] Eine Identifikation identischer Punkte auf einer Hayabusa- und einer MASCOT-im-Fallen-Aufnahme, eine sanfte und eine harte Verarbeitung des MASCOT-Oberflächen-Bildes, ein SETI-Chat, ein IAC-Thread und weitere Artikel hier (mit der Bildverarbeitung dieses Bloggers als Aufmacher), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Und da eine Veröffentlichung weiterer Bilder am Wochenende unwahrscheinlich ist, war’s das mit dem Live-Blog. [23:55 MESZ – Ende. NACHTRAG: ein bemerkenswertes Analglyphen-Bild aus den Ryugu-Nahaufnahmen Hayabusas beim Absetzen. Und obige Bildverarbeitung dieses Bloggers findet weitere Verbreitung …]


4. Oktober

Das ist die beste Nahaufnahme vor MASCOTs Aussetzen

durch die Navigationskamera auf Hayabusa 2: Das allernächste Bild, das um 4:12 MESZ nur lückenhaft empfangen wurde, konnte leider nicht restauriert werden, aber das hier ist immerhin das letzte davor, von 4:05 MESZ. Auch ein längerer Artikel über den gestrigen Tag. [12:40 MESZ] Wie gerade in einem Vortrag in Bremen berichtet wird, hieten MASCOTs Batterien länger als 17 Stunden durch, bis die 3. Nacht begann – aber neue Bilder gibt’s erstmal nicht. [12:50 MESZ] Hayabusa 2 – bislang in einer Warteposition in 3 km Abstand – beginnt mit der Rückkehr zur Parkposition in 20 km. [14:45 MESZ] Zuvor hatte der Orbiter alle Daten von MASCOT empfangen. [15:00 MESZ] Ansonsten heute nix Neues nirgendwo; ein CNES Release, weitere Artikel hier, hier, hier und hier, ein Podcast (mit Transkript) und ein TV-Clip aus Berliner Sicht. [23:25 MESZ]


3. Oktober

Zwei Blicke in den MASCOT-Kontrollraum im MUSC des DLR in Köln (wo auch Philae kontrolliert wurde) heute Abend am Ende der Live-Übertragungen. Ob’s heute noch neue Bilder von MASCOT gibt? Der Strom von Bildern der Navigationskamera Hayabusas läuft jedenfalls weiter, der konstant große Asteroid rotiert vor sich hin. [17:50 MESZ] Ryugu ist seit MASCOTs Landung zweimal rotiert, und die Operation dauert an, jetzt mit der Nachtschicht in Japan. [19:40 MESZ] Was aber leider zu keinen weiteren Visuals führt … noch ein paar Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [23:35 MESZ]

Lage nicht optimal: MASCOT muss sich noch mal drehen

Wie bei einer dritten Schalte ins Kontrollzentrum mitgeteilt wurde, wurde gerade beschlossen, MASCOT gegen Ende seiner kurzen Mission noch einmal etwas zu drehen, so dass das französische Instrument MicrOmega besser Kontakt mit dem Boden bekommt und seine Messungen machen kann. Die anderen drei Instrumente waren bisher auf der Oberfläche so erfolgreich, dass das Magnetometer MasMag sogar abgeschaltet werden konnte, um Strom für die anderen zu sparen. Der Großteil der auf Hayabusa 2 zwischengespeicherten Daten sollte bis Freitag auf der Erde sein – vieles muss dann erst noch bereinigt werden, aber Mitte kommender Woche sollte es schon einen ganz guten Überblick geben, wie es auf Ryugu zugeht. Auch Artikel der letzten Stunden hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [16:20 MESZ] Ob die neue Bewegung geklappt hat, weiß man noch nicht, heißt es gerade bei der 4. und letzten Schalte: Derzeit ist MASCOT auf der Nachtseite, weshalb kein Funkkontakt besteht. Zuvor wurden etwa 50% der vielen am Boden gewonnenen Daten zu Hayabusa übertragen, und am 3. Ryugu-Tag geht es hoffentlich weiter, bevor die Batterie schlapp macht. Die Bilder sollten dann am Donnerstag und Freitag auf der Erde sein. [17:35 MESZ]

Eine Ryugu-Aufnahme von MASCOT während dessen Abstiegs (eine von 20, die alle zu Hayabusa 2 übertragen wurden): Oben zeigt sie auch den Schatten des Mini-Landers. [10:45 MESZ] Hayabusa 2 hat derweil in 2.5 km Höhe angehalten. [11:15 MESZ] Da MASCOT zuerst unglücklich zum Liegen kam, wurde der Schwungarm aktiviert und ein Hüpfer durchgeführt: Jetzt steht er gut, und alle 4 Instrumente arbeiten (noch 7 Stunden). Derweil wurde vereinbart, dass die japanische Mission MMX zu den Marsmonden eine Art zweiten MASCOT mitnehmen wird. [13:05 MESZ] Wie in einem weiteren Live-Update zu hören ist, ist gerade die zweite Nacht an der Landestelle: Spezielle Programme laufen. [13:35 MESZ] Und die Landestelle ist genau die gewünschte, weit weg von den japanischen Oberflächen-Operationsgebieten. [13:40 MESZ] Die Entwicklungen bisher von diesem Blogger zusammen gefasst, der Abstand Hayabusas ist nun 3 km – und ein Forscher-Statement zur Bedeutung der Mission. [14:45 MESZ]

Laut Plan müsste MASCOT jetzt abgeworfen worden sein

Aber Bordzeit – Hayabusa 2 ist 17-18 Lichtminuten entfernt, bis zu einer Bestätigung dauert es also noch. Dieses Bild aus noch 130 Metern Höhe wurde jedenfalls um 3:46 MESZ empfangen und zeigt den Schatten von Hayabusa 2 schon sehr deutlich aufgelöst: ein Ausschnitt, volle Auflösung, geschärft & aufgehellt. [4:05 MESZ] Das nächste Bild nach den 220-m– und 130-m-Bildern wurde leider nur bruchstückhaft übertragen – und nirgends eine Bestätigung, dass MASCOT ausgeklinkt wurde. [4:40 MESZ] Angeblich soll es eine Bestätigung geben. [5:10 MESZ] Und da ist die offizielle Bestätigung, dass MASCOT abgetrennt wurde und Hayabusa 2 wieder steigt. [5:20 MESZ] Und auf Englisch nochmal – aber wo ist MASCOT nun … und sendet er? [5:25 MESZ] Der Augenblick im MUSC in Köln, als die Bestätigung kam – in den nächsten Stunden wird mit keinen Daten gerechnet, während Hayabusa 2 wieder aufsteigt. [5:35 MESZ]

Endlich wieder ein Navigationsbild, empfangen um 5:12 MESZ: Hayabusa 2 hat sich schon wieder weit von Ryugu entfernt. [5:45 MESZ] Und es gibt Kommunikation mit MASCOT – wenn auch ohne Angaben zum Zustand. Der Abwurf war jedenfalls um 3:57 MESZ Bordzeit in 51 m Höhe erfolgt. [5:50 MESZ] In Toulouse wird offenbar Telemetrie empfangen, natürlich via Hayabusa 2. [5:55 MESZ] Nach dem ersten Informationsstand ist die Landung gelungen und MASCOT 20 Minuten nach dem Abwurf auf der Oberfläche zur Ruhe gekommen. Gleich gibt’s hier eine Pressekonferenz (und in Japan war schon eine). [9:55 MESZ] Auf der PK ist zu erfahren, dass MASCOT funktioniert und schon Kommandos zum Bewegen gegeben wurden. [10:10 MESZ] Das Panel der PK auf dem IAC in Bremen – wo sonst keine weiteren Details berichtet aber ein MASCOT-Bild aus ca. 40 m Höhe gezeigt wurden – und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [10:30 MESZ] Um 13:30, 15:30 und 17:30 MESZ soll es auf demselben Kanal weitere PKs geben! [10:40 MESZ]

Eine Aufnahme von 1:43 MESZ – da betrug der Abstand rund 800 Meter. Inzwischen ist eindeutig links – in der Mitte eines zunehmend ausgeprägten Oppositionseffekts, wo das Geröll seinen eigenen Schatten verdeckt – der Schatten von Hayabusa 2 zu erkennen. [2:00 MESZ]

Und ein Bild von 2:12 MESZ: Eine laufend aktualisierte Animation des Anflugs ist übrigens in diesem Facebook-Posting zu finden. [2:30 MESZ] Die Instrumente MARA und MASMAG sind eingeschaltet und messen bereits während des Abstiegs. [2:40 MESZ]

Genau eine Stunde später aus 220 Metern Höhe: Ryugu sprengt inzwischen das Bildfeld der Weitwinkel-Navigationskamera (hier mal ein Ausschnitt in voller Auflösung). Bemerkenswert ein sehr heller Punkt, der mit dem Asteroiden rotiert – hat das was mit der früheren Landung der MINERVA II-1-Rover zu tun? [3:45 MESZ] Die Bestätigung, dass der autonome Abstieg läuft. [3:55 MESZ]

Bis auf ziemlich genau einen Kilometer an Ryugu heran

gekommen ist Hayabusa 2 jetzt: oben ein Bild von 1:14 MESZ aus dem Strom von Quasi-Live-Bildern, der hier animiert wurde, darunter frühere Nahaufnahmen des Asteroiden während einer Präsentation in Frankreich mit einem großen polnahen Felsen, eine Grafik mit den Landern, die bereits abgesetzt wurden (rechts) bzw. heute Nacht dran sind (links) und zwei Grafiken zu den Manövern mit MASCOT aus einer detaillierten Timeline für Hayabusa 2. Auch Homepages von MASCOT beim DLR und der CNES sowie eine Beschreibung der JAXA, eine unabhängige Status-Seite, eine Status-Grafik (mit Erläuterung auf Japanisch), Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Video-Bericht und die URL einer Pressekonferenz des DLR um 10:00 MESZ. [1:35 MESZ]