Ein paar Bilder mehr während MASCOTs Abstieg

sind heute – eine Woche nach der letzten Auskunft über den Missionsverlauf des deutsch-französischen Asteroidenlanders – veröffentlicht worden, dazu Informationen über die Bewegung MASCOTs, aber weiterhin keine Aufnahmen ruhend auf der Oberfläche: Damit bleiben die Handvoll Bilder der MINERVA-Rover die einzigen, die bisher in voller Qualität öffentlich gezeigt wurden. Oben die „tiefste“ MASCOT-Aufnahme, aus wenigen Metern Höhe vor dem ersten Bodenkontakt: Wie auch auf den MINERVA-Bildern ist keinerlei Regolith zu sehen, nur zerklüftete Felsen – die etwas an die unfreiwillige finale Landestelle Abydos von Philae auf Komet C-G erinnern. Warum die „kosmische Verwitterung“ auf Ryugu kein feines Material erzeugt, bleibt einstweilen unerklärlich – und die wichtigste Entdeckung der Gesamtmission.

MASCOT kam jedenfalls dort an, wo er hin sollte: hier auf einer Aufnahme von Hayabusa 2 die rekonstruierte Bewegung des Landers, im Anflug gelb (mit blau der Bodenspur dazu), danach in Blau; der Schatten des Orbiters ist übrigens 4.5 x 6 m groß. An den markierten Stellen wurde MASCOT jeweils zu den angegebenen Zeitpunkten von Hayabusas Kamera gesichtet, Bodenkontakt war also um 4:03:24 – sechs Minuten nach dem Absetzen – und Ruhe etwa 8 weitere Bodenberührungen und 11 Minuten später um 4:14:04 MESZ. Auch die endgültige Ruhestätte des dann bereits inaktiven Landers nach seinen späteren Hüpfern wurde einen (Erd-)Tag später lokalisiert: der Punkt darunter.

Zwei weitere MASCOT-Aufnahmen während des Anflugs aus 20 bis 10 m Höhe bzw. kurz nach dem Absetzen in 51 m Höhe, jeweils mit dem Blickfeld auf der Hayabusa-Aufnahme eingezeichnet: Auf letzterem Bild fällt ein dutzende, wenn nicht 100, Meter großer Felsen am Südpol von Rygu auf, der „South Polar Rock“ getauft wurde. Ein weiteres Abstiegs-Bild war zeitnah veröffentlicht worden: Die Auswertung zeigt nun, dass MASCOTs Kamera dabei in die Gegenrichtung schaute, der Lander torkelte also während des Abstiegs stark.

Wegen der zerklüfteten und von Felsen bedeckten Oberflläche Ryugus hat das Hayabusa-Projekt derweil gestern die Verschiebung der ersten Probenentnahme auf Januar 2019 bekannt gegeben [NACHTRAG: die komplette Präsentation in Englisch]: Vor der Funkpause wegen Sonnennähe im Dezember gehe es nicht mehr, da noch mehr Zeit für die Planung benötigt wurde. Immerhin hat man bereits in der früher definierten Landezone L08 die 20 Meter große Zone L08B (unten) gefunden, wo vergleichsweise wenig Geröll herum liegt: Darüber soll es am 14. und 25. Oktober schon mal zwei Probe-Abstiege geben, bis auf 25 Meter Höhe (Grafik unten). Derart präzise Zielanflüge waren eigentlich gar nicht geplant: auch arg knappe Artikel in Englisch dazu hier, hier und hier, frühere MASCOT-Artikel hier, hier, hier, hier und hier und eine Vorschau auf OSIRIS-REx bei Bennu.

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