Das ist Bennu: viel Ton – und viele große Felsen

Auf einer Pressekonferenz heute auf dem AGU Fall Meeting – Press Releases hier [alt.], hier und hier und ein paar Tweets – wurden erste Erkenntnisse von OSIRIS-REx über den Asteroiden Bennu präsentiert, zunächst dieses Mosaik aus Bildern vom 2. Dezember mit 33 cm pro Pixel Auflösung.

Eine wesentliche Erkenntnis haben bereits die Spektrometer gewonnen: Die Asteroiden-Oberfläche wird von Ton-Mineralien domiert, d.h. es sind Hydrate, Substanzen, die Wasser enthalten. Natürlich kein flüssiges …

… sondern welches, das sich die Mineralien früh in der Geschichte des Sonnensystems verinnerlicht haben, als der Asteroid heiß wurde. Damit ist Bennu wie erhofft ein Verwandter bekannter urtümlicher Meteoriten – und mithin genau so ein Ziel für eine Probenentnahme, wie es sich die OSIRIS-REx-Forscher erhofft haben.

Weitere frühe Erkenntnisse zu Temperatur und Farben – und man weiß auch schon, dass die mittlere Dichte nur 1.2 g/cm^3 beträgt: Selbst bei der bekannt geringen Dichte von Ton-Material heißt das wohl, dass der Asteroiden-Körper zu etwa 40% hohl und mithin ein Rubble Pile sein dürfte.

Ein Ausschnitt vom Bennu-Rand und drei Details daraus: Den Felsen oben hat es irgendwie zerlegt, der untere könnte ein Aufschluss eines viel größeren Brockens sein, der nur zum Teil heraus ragt. Überhaupt gibt es rund hundert Felsbrocken des 10-Meter-Formats, erwartet worden war gerade mal einer: Bennu ist deutlich rauher als erwartet.

Die Probenentnahme gefährdet das aber nicht: Zum Beispiel bieten sich Einschlagskrater wie dieser – mit rund 20 m Durchmesser – an, deren Boden besonders feinkörnig ist. Jetzt wird Bennu erst einmal ausgiebig kartiert, mit zuletzt – ein einer RECON genannten Missionsphase – unter 1 cm Auflösung während Tiefflügen. Und im Juni 2020 wird dann die Bodenprobe eingesaugt.

Schon jetzt aber hat OSIRIS-REx allen Teilen seines irren Akronyms Genüge getan, mit den vielen Felsen als Haupt-Überraschung: auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier und hier sowie ein weiterer Press Release und 3D-Modelle im Vergleich, Radar vs. OSIRIS-REx], frühere Press Releases hier und hier und ein Interview mit dem PI mit überraschender Erklärung des „RI“ im Sonden-Namen in Minute 44. Und die andere Asteroiden-Sample-Return-Mission Hayabusa 2 hat sich inzwischen 109 km von Ryugu entfernt und kehrt bald zu ihm zurück:

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