Archive for Januar 2019

Allgemeines Live-Blog vom 31. 1. bis 8. 2. 2019

31. Januar 2019

8. Februar

Die H-II-Region LHA 120-N 180B in der LMC, beobachtet mit dem Instrument MUSE am VLT – das auch ein Herbig-Haro-Objekt sichtete, das erste außerhalb der Milchstraße. Auch interessant: eine nahend eBedeckung des Sirius durch einen Asteroiden, leider so klein, dass die Erfolgsaussichten gering sind. Aber eine Beobachtung des Ereignisses würde Sirius‘ Himmelsposition genauer denn je fixieren, die normaler Astrometrie verschlossen bleibt. Und die Ausbeute der Zwicky Transient Facility: über 1100 Supernovae und 50 NEAs, seit letzten März der große Himmels-Scan begann.

Neue Sturm-Aktivität auf Uranus und Neptun beobachtet das Hubble Space Telescope: die Koordinaten-Netze der Bilder. Auch Komet Iwamoto – nahe der größten Helligkeit: Artikel hier, hier und hiergestern (alt.; mehr, mehr und mehr) und vorgestern (mehr und mehr) sowie gezeichnet, Wirtanen am 3.2. und Gault vorgestern. Und eine Analyse der Meteoriten von der kubanischen Feuerkugel vor einer Woche (mehr und mehr).

Ein sauberer Zeitraffer der Mondfinsternis, noch einer, ein Komposit und zwei weitere Schwachsinns-Artikel hier und hier. So wie die gestrige 2 Tage alte Mondsichel aus Deutschland und Malaysia, die vorgestrige aus Spanien, eine partielle SoFi am 5. Februar (aber nur für geostationäre Satelliten) – und die Bewegungen des Magnet-Nordpols der Erde mit wachsender Geschwindigkeit. [0:00 MEZ] Die Morgen-Planeten vom 8.1. bis 8.2. über Indien. Und mehr zur ZTF und speziell ihrer Entdeckung im Januar eines sehr sonnennahen Asteroiden. [9:55 MEZ – Ende. NACHTRÄGE:

Ein kurioses Video einer Feuerkugel über Venezuela, die viel Aufsehen erregte, mehr zu den HST-Bildern (und Uranus am Himmel) hier und hier, der Komet Iwamoto am 10. Februar (jede Menge Schweif-Detail; mehr, mehr und mehr), 9. Februar (mehr und mehr), 8. Februar (mehr und mehr), 7. Februar (mehr und mehr), 6. Februar und 5. Februar – und Gaults zweiter Schweif ist viel intensiver geworden]


6. Februar

LRO sieht Chang’e-4 / Longjiang-2 sieht Mond & Erde / Chang’e-4 sieht Yutu II: jede Menge gegenseitige Fotografie am Mond in den letzten Tagen! Oben ein schräger Blick des Lunar Reconnaissance Orbiter auf den chinesischen Lander auf der Mond-Rückseite, der wegen der großen Distanz nur zwei Pixel groß erscheint (Ausschnitt), während Yutu II gar nicht zu sehen ist. Darunter ein Bild des kleinen Chinesen im Mondorbit auf die Mondrückseite und ferne Erde, empfangen von Funkamateuren in den Niederlanden. Und unten zwei Standbilder aus diesem neuen Video, die Yutu II in Action zeigen. Auch ein 8-Minuten-Clip aus einer TV-Show zu Chang’e-4, weitere Artikel hier und hier, was Menschen so alles auf dem Mond ließen, der erste Erd-Meteorit auf dem Mond unter den Mondsteinen des Apollo-Programms – und nebenan die weiter heiße Erde [alt.], auch in Threads hier und hier diskutiert. [23:00 MEZ. NACHTRÄGE: noch mehr Bilder vom/am Mond hier und hier, auch diverse frühere – und bald mehr U.S./China-Kollaboration als nur ein LRO-Foto?]

Am 22. Februar holt sich Hayabusa 2 seine 1. Bodenprobe

vom Asteroiden Ryugu: Der Abstieg beginnt am 21., Touchdown ist am 22. um 0:00 MEZ. Auch Artikel hier und hier [NACHTRÄGE: und hier und hier], Manöver Ende Januar, übersetzte Slides von PKs vom 8.1., 13.12. (mit vielen neuen MINERVA-II-Bildern) und 6.12. 2018, die IAU und die JAXA (früher) zur Taufe von Features auf Ryugu und frühere Artikel hier (früher) und hier. Sowie mal wieder der – noch nicht abgesegnete – Vorschlag einer ESA-Asteroiden-Mission, ein Nachruf auf die MarCO-CubeSats, die länger schweigen aber ein großer Erfolg waren, ein Curiosity-Update (noch viel mehr), ein 3D-Bild vom ExoMars TGO, weiter nix von Oppy (dafür umso mehr Worte …), 45 Jahre Mariner 10 an der Venus, eine Animation der Reise von JUICE, die überraschenden Unterschiede des Innenlebens von Jupiter und Saturn und was Cassini bei letzterem so alles fand. [22:30 MEZ. NACHTRAG: Der ExoMars-Rover ist Rosalind Franklin getauft worden, auch Artikel hier, hier und hier]

Erster Ariane-Start des Jahres, mit genau 10 Tonnen Nutzlast, verteilt auf zwei dicke Satelliten und die Träger-Struktur: Press Releases hier, hier, hier und hier, eine kurzes und ein langes Video, Screenshots und Artikel hier, hier und hier. Auch die rätselhaften Daten des AMS-02 auf der ISS, mal wieder Verschiebungen bei Commercial Space (der neue Plan und ein Artikel), allerlei Wissenschaft auf der ISS – und die Pläne von EarthNow mit noch mehr Erde live.

Ein SOFIA-Flug zu einer Sternbedeckung durch Titan letzten Juli (aber immer noch weder in Video noch Web-Story noch sonstwo sind leider irgendwelche Ergebnisse der damaligen Kampagne zu sehen) – auch Raketen Starten in Norwegen, das letzte Bild des Kepler-Satelliten, ein Spiegel-Modul für ATHENA, den künftigen Röntgensatelliten, und die Wissenschafts-Visionen des ESA-Chefs für selbige. [21:55 MEZ. NACHTRAG: ein Effekt des Ariane-Starts am Himmel, kein Zweifel]


4. Februar

Wie Asteroid / Komet Gault seinen zweiten Schweif bekam

Das Bild des Nordic Optical Telescope vom 20. Januar zeigt den alten (weit aus dem Ausschnitt hier heraus ragenden) und den in einem 35°-Winkel dazu frisch entstandenen neuen Schweif des eigentlich als Asteroid katalogisierten Objekts: auch Bilder von vorgestern hier und hier und Komet Iwamoto – jetzt mit schwachem schmalem Plasma-Schweif – gestern (mehr und mehr) und vorgestern (mehr, mehr und mehr). Sowie der Mars vorgestern und zweimal Ende Januar, die Saturn-Bedeckung durch den Mond vorgestern hier, hier, hier, hier, hier und hier, die noch dünnere Mond gestern, Träume von Astro-Tourismus auf Borneo, das Ballon-Teleskop X-Calibur im Schnee der Antarktis nach seinem letzten Flug – und Vorbereitungen der NSF für einen möglichen neuerlichen Shutdown. [0:00 MEZ. NACHTRÄGE: der zwei-schweifige Gault am 5. und 4. und Komet Iwamoto am 5. (auch mit weitem Feld), 4. und 3. Januar (mehr und mehr, letzteres auch Kontrast-verstärkt)]


3. Februar

InSights Seismometer hat seinen Wind- und Thermalschutz bekommen, wie diese frisch eingetroffenen Bilder beider Lander-Kameras zeigen: auch Animationen hier, hier und hier und ein Artikel. Sowie ein neues Bild von Chang’e-4 vom Rover Yutu II (letzterer wird schon wieder zum Schlafen geschickt, nun wegen der Mittagshitze), wie GEDI die Wälder und TanDEM-X die Gletscher überwachen, der Erfolg des Antarktis-Gewächshauses – und eine mysteriöse chinesische Bodenstation in Argentinien (alt. und mehr). [0:00 MEZ] Der CNES-Präsident freut sich über den Deckel. [16:30 MEZ] Eine weitere WTS-Animation – und als nächstes kommt der Maulwurf. [21:45 MEZ. NACHTRÄGE: und zwar etwa am 12. Februar. Auch ein JPL Release zum WTS, der nun los gelassen wurde]


2. Februar

Feuerball, Überschall-Knall, Wolken-Spur und Meteoriten

Gestern Mittag Ortszeit ist über den Florida Keys und Kuba eine substanzielle Feuerkugel gesehen worden, die einen lauten Knall und eine Wolkenspur am Himmel hinterließ (oben ein Standbild aus dem Video) sowie mehrere Meteoriten: visuelle Berichte, eine Sichtung der Explosion aus dem Orbit und frühe Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Derweil hat Asteroid Gault erneut einen Schweif entwickelt (Bilder von gestern, vorgestern und dem 30. Januar) – und man rätselt über ein seltsames Objekt: kurioser Asteroid oder exotischer Raumfahrt-Schrott? [3:00 MEZ] Infraschall des Airbursts wurde in Kanada registriert: Die Explosions-Energie war weniger als 1/100 Chelyabinsk (und das Ereignis im Gesamtbild mithin unbedeutend). Auch die hinterlassene Wolkenspur aus dem Orbit. [3:40 MEZ] Die Explosionsenergie war auch deswegen so gering, weil das Objekt viel langsamer als das Chelyabinsker in die Atmosphäre eintrat: Sein Durchmesser war mit ~4 Metern immerhin 1/5 so groß. [3:55 MEZ]

Die Lichtkurve des Boliden von einem Geostationary Lightning Mapper gemessen – der auch eine Flugbahn direkt nach Norden zeigt, in krassem Widerspruch zur visuellen Analyse mit Südwest-Kurs. Ein unscharfes Video aus Florida wirft auch Fragen über den Eintrittswinkel, die Geschwindigkeit und den Durchmesser auf, es gibt ein besseres offenbar aus Kuba, und die Infraschall-Analyse wurde revidiert und kommt nun auf weniger als 1/1000 Chelyabinsk-Energie (und damit einen höchstens 2 m großen Körper): So was passiert der Erde alle paar Wochen mal. Kaum neue Einsichten indes in Artikeln hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [15:15, ergänzt 18:10 MEZ. NACHTRAG: und hier und hier – aber eine Idee zu den Widersprüchen mit der Flugrichtung. NACHTRAG 2: Auch neue Analysen der Videos hier und hier bestätigen eine Flugbahn von Süden nach Norden – und die IMO pflichtet bei und widerruft ihre falsche automatische Analyse! NACHTRAG 2: dito die AMS, die auch diesen Blogger erwähnt; die Durchmesser-Schätzung des Impaktors bleibt im 2-m-Rahmen. NACHTRAG 3: Nach IR-Beobachtungen aus dem Orbit lag die Explosions-Energie bei 1.4 kt, macht ~2½ m Durchmesser]


31. Januar

In Kürze bekommt InSights Mars-Seismometer seinen Deckel, um SEIS vor Wind und Temperaturschwankungen zu schützen: Auf diesem Bild von gestern hat der Robot-Arm schon fast zugriffen, um den WTS vom Lander zu lupfen. Auch ein detaillierter SEIS-Update, SEIS-Animationen hier und hier und ein riesiges Paper zum Instrument. Derweil ist Curiosity weiter gefahren, wird auf neuen Wegen versucht, doch noch Kontakt zum verstummten Opportunity herzustellen und gibt es eine Rolling-Stones-Theorie zu den Grooves auf Phobos. Und die Jupiter-Mission von Juno ist halb um, während die Mission zu Europa vorbereitet wird. [15:50 MEZ] Curiosity hat gravimetrisch die Dichte von Aeolis Mons bestimmt (mehr, mehr, mehr, hier und mehr) – und Lucy hat einen Start-Vertrag. [23:55 MEZ. NACHTRAG: mehr dazu – und InSights Arm hat zugeschnappt! Da passiert bald was]

Chang’e-4 und Yutu II sind planmäßig wieder aufgewacht

mit Sonnenaufgang an ihrer Landestelle auf der Mondrückseite: der Lander gestern und der Rover vorgestern. In der Mondnacht war es mit -190°C kälter als erwartet geworden, aber das konnten beide ab: frühere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und der Orbit des Mini-Satelliten. Auch das Europa-Wetter 2018 im Zeitraffer aus dem Weltraum, wie man aus dem Weltraum den Pegel von Flüssen bestimmen kann, der zweite Sonnen-Orbit der Parker Solar Probe, Tests am Solar Orbiter der ESA, eine Revision des Data Release-Plans für Gaia, mehr TESS-Daten für Planet Hunters – und die Wiederaufnahme der Arbeit von Hubbles populärster Kamera. [15:40 MEZ]

Eine neue Apollo-11-Doku mit bisher nicht gezeigtem 65-mm-Filmaterial, das erst kürzlich ‚ausgegraben‘ wurde, kommt nun ins Kino: Besprechungen hier, hier und hier. Auch ein OHB-Deal mit der ESA für Nutzlasten auf den Mond, ein deutsches Raumfahrt-Programm, das Aufwachen der NASA nach dem Shutdown, Satelliten-Bau bei den Amish – und Upgrades für das Bodensegment bei der NASA.

Die Abreise von Прогресс МС09 von der ISS aus fotografiert, auch ein Interview mit M. Maurer, der lieber zur chinesischen Station flöge, was die Orion am Mond soll (auch Artikel hier und hier), der nächste Falcon-Heavy-Start in weniger als zwei Monaten, ein fast geglückter Falcon-Fairing-Fang-Test, ein Triebwerks-Test für die Vega (mehr und mehr) – und die Rückkehr der Langer Marsch 5 vermutlich diesen Sommer. [15:25 MEZ]

1.6 Petabyte: der „biggest astronomical data release ever“

Der zweite Data Release des Panoramic Survey Telescope & Rapid Response Systems, der größten digitalen Himmelsdurchmusterung bisher umfasst mehr als 1.6 Petabyte: geliefert von der 1.4-Gigapixel-Kamera am 1.8-m-Pan-STARRS-Teleskop auf Hawaii – rund 3 Milliarden Himmelsquellen wurden 12-mal in 5 Farben aufgenommen; hier ein Himmelsmosaik mit dem Nordpol in der Mitte und 30° Süd am Rand. Auch nicht übel: der 15. Data Release der Sloan Digital Sky Survey mit den ersten 3 Jahren von Mapping Nearby Galaxies at Apache Point Observatory (MaNGA). Auch der Eintritt der Niederlande beim SKA, die gefühlte Bedeutung von GMT und TMT für die US-Astronomie, ein Prototyp des Schwarzschild-Couder-Teleskops für den CTA, der neueste SOFIA-Newsletter und ein Raketenstart zur Aurora-Forschung in Norwegen.

Ein von Anfang bis Ende simulierter Sonnenflare (mit didaktisch vorbildlichem Kurz-Video), die letzten drei Wochen Venus und Jupiter am (indischen) Morgenhimmel, die jetzt der Mond besucht (die Annäherung gestern aus Europa und Amerika und heute aus Malaysia in den Kommentaren hier sowie der Anblick für Europa heute früh), zahlreiche Beobachtungen eines Einzelnen 2018 im Sonnensystem (mit am Ende reichlich Juli-MoFi aus Polen), Komet Iwamoto vorgestern, die wachsende Bedeutung von Astro-Tourismus, ein Megacryometeor in Wattenscheid – und ein astronomischer Brexit auf einer MoFi-Karte in Sky & Tel., nach Auskunft der Redaktion „entirely accidental,“ und der Grafiker „felt awful about it.“ [0:00 MEZ] Und der Mond zieht bereits am Jupiter vorbei: Bilder aus China, Japan, dem fernen Osten Russlands und nochmal Malaysia sowie allerlei frühere Bilder. [1:55 MEZ] Bilder aus Ostafrika, Südafrika, Europa hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Südamerika hier, hier, hier und hier und Nordamerika hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [15:05 MEZ. NACHTRÄGE: noch mehr Bilder hier und hier, ein Beobachtungs-Bericht – und der folgende Morgen in Japan, Singapur, Malaysia (mit Labels), Rumänien, Tunesien, Kanada und Brasilien]

Nur mit Sternbildern durch die Eifel navigieren?

29. Januar 2019

Den Menschen – v.a. im dicht besiedelten NRW – den realen Sternenhimmel wieder näher zu bringen: Das war die Grundidee für die Sendung „Der Himmel über uns“ aus der Reihe „Quarks“ des WDR-Fernsehens, die im Laufe des Tages in der Mediathek erscheinen und heute um 21:00 MEZ (und am 23. Februar um 11:00 MEZ) ausgestrahlt werden soll. Den Rahmen der 45 Minuten bilden dabei drei längere aktionsreiche Segmente (hier einige Standbilder, freundlicherweise vom WDR zur Verfügung gestellt), an deren Vorbereitung und Umsetzung dieser Blogger einigen Anteil hatte. Und das kam so …

„Immer weniger Menschen sind in der Lage, selbständig ohne technische Hilfsmittel ihren Weg zu finden“, hatte es im Exposé für „Das Sternenexperiment“ (Arbeitstitel) geheißen: „Vor allem nachts sind die meisten von uns nahezu hilflos.“ Um zu demonstrieren, dass es trotzdem geht, sollten mehrere Schüler-Gruppen mitten im Nirgendwo in der Eifel ausgesetzt werden: „Ohne Handys, ohne Navigations-App, ohne Kompass, nur mit Hilfe ihrer Sternenkarten und einer kurzen Einweisung durch den Astronomen“ mussten sie in mondloser Nacht von verschiedenen Punkten aus zu einem etwa 3 km entfernten Ziel finden, Kaiser Karls Bettstatt bei Mützenich an der belgischen Grenze. Während der WDR zusammen mit Eifel-Rangern drei Routen entwarf, hier Nr. 1, wurde dieser Blogger mal eben als nämlicher Astronom gecastet – der auch noch binnen Tagen eine zur Aufgabe passende Navigationsmethode erfinden durfte.

Die zu gehenden Routen über Seitenstraßen, Feld- und Waldwege konnte man sich als eine Abfolge von geraden Linien bestimmter Länge in bestimmte Himmelsrichtungen vorstellen: Der Weg zu Karl führte also gewissermaßen über eine Abart der Koppelnavigation, wie sie sonst in der See- und Luftfahrt üblich ist. Aber eine finstere Eifel-Landschaft ohne Landmarken und ohne Wanderkarte war ja auch so eine Art unbekannter Ozean. Im Zentrum der Aufgabe stand es nun, an allen Wegekreuzungen entlang der vorgegebenen Routen allein anhand von Sternbildern, Asterismen oder hellen Planeten an bekannten Himmelsorten über die als nächstes einzuschlagende Richtung zu entscheiden! Und das, ohne dass irgendeiner der Teilnehmer sich vorher nennenswert am Himmel auskannte oder gar schon mal konkrete Orientierung daran trainiert hätte (auch dieser Blogger eher nicht) – konnte der Plan überhaupt funktionieren?

Bei einer Simulation des Eifelhimmels für den betreffenden Abend – des 2. November 2018 – im Bochumer Planetarium ließen sich für fast alle der insgesamt neun notwendigen Himmelsrichtungen passende himmlische Wegweiser finden, mit dem damals noch sehr auffälligen Mars als idealem Lückenbüßer in einer an auffälligen Sternbildern armen Himmelsgegend. Da die gesamte Wanderung nur eine gute Stunde dauern sollte, blieb die Zuordnung fix, und auf Uhren konnte verzichtet werden: Da eh keine präzisen Messgeräte verwendet werden durften, spielte das Bisschen Himmelsdrehung in der Zeit keine Rolle. Und nach Kartenlage waren die Richtungs-Unterschiede bei Wegegabeln jeweils so groß, dass immer eine klare Entscheidung möglich sein sollte. So weit die Theorie, die den Sternenwanderern am Spätnachmittag in einem Lokal in Mützenich anhand einer extra-großen drehbaren Sternkarte erläutert wurde.

Zur ersten Begegnung mit dem echten Sternenhimmel kam es dann auf einer feuchten und schon angefrorenen Wiese – die Nacht war weitgehend klar und bitterkalt: Würden die Schüler (und ein paar Lehrer, die auch mitmachten) die ‚lebenswichtigen‘ Konstellationen in der Realität erkennen und für die Orientierung nutzen können? So viel sei schon verraten: Das Erlernen der – für diese sehr spezielle Aufgabenstellung – wesentlichen Sternbilder und Asterismen im eisigen Taschenlampen-Crashkurs klappte verblüffend schnell!

Aber würden die kleinen Gruppen sodann allein anhand der drei Listen mit den Richtungsangaben und den ungefähr zu gehenden Strecken-Stücken sowie der „Umrechnungs-Tabelle“ von Himmelsrichtung zu Mustern am Sternhimmel (und einer kleinen drehbaren Sternkarte als einzigem grafischem Rettungsanker) wirklich den Weg zu Karl finden? Oder hatte sie dieser Blogger – der eine Gruppe begleitete aber praktisch nicht eingreifen durfte – ins Verderben geschickt, so dass sie heute noch im deutsch-belgischen Grenzgebiet umher irren? Das wird hier noch nicht verraten …

NACHTRAG: Die Sendung ist nun auch in der Mediathek zu finden – und siehe da, alle drei Gruppen haben Karls Bettstatt erreicht, die vom Blogger begleiteten Mädchen übrigens als erste. Wie gut klar wird, war die Bestimmung der Himmelsrichtung am Sternenhimmel meist das kleinere Problem: Abzuschätzen, wie weit man seit dem letzten Entscheidungspunkt gegangen war, um den nächsten auf der Liste sicher identifizieren zu können, das war eine Herausforderung. Genau deswegen waren die Mädchen auch anfangs in den Eingang eines Hofs abgebogen, der als Wegmarke gar nicht vorgesehen war. Künftige Nachtwanderer sollten doch besser Kompass und Karte mitnehmen, von einem GPS-Gerät ganz zu schweigen. Aber als Fazit der anstrengenden Nacht – der Blogger war für den Dreh rund zehn Stunden auf den Beinen – bleibt die so erfreuliche wie überraschende Feststellung, dass die groben Muster am realen Sternenhimmel mit ein bisschen Unterstützung in kürzester Zeit verinnerlicht werden können.

Allgemeines Live-Blog vom 23. bis 27. 1. 2019

23. Januar 2019

27. Januar

Eine richtige Sonnenfleckengruppe – samt einem C-Flare, dem stärksten seit 10 Monaten – gibt sich gerade auf der lange Zeit verwaisten Scheibe die Ehre: oben Bilder des HMI-Instruments des SDO von 18:53 MEZ (die Aktivitätsregion 12733 in voller Auflösung und die ganze Scheibe) und 23:23 MEZ gestern, darunter ein Flare der Stärke C5.0 und 14:22 MEZ; auch Amateur-Bilder der Sonne von gestern hier und hier, wobei die AR 12733 (die noch zum alten Zyklus 24 gehört) gegen ein paar Möwen keine Chance hat. Auch Komet Iwamoto auf einem UV-Bild von SOHOs SWAN, ein extrem leichtgewichtiger Pseudo-Mond der Erde (wohl Folie von einem Raketenstart), sonifizierte Impakte auf dem Mond, Meteoriten-Suche nach einer Feuerkugel über Spanien vor einem Monat, ein Wettbewerb zum Maschinen-Lernen für künftige LSST-Daten – und ein komplexer Halo, der sich sehen lassen kann. [0:25 MEZ] Die Fleckengruppe (im Detail) schwindet heute schon – und der gestrige Flare in H-Alpha in Östereich gefilmt. [16:55 MEZ] Und noch eine Nahaufnahme der AR von gestern. [23:55 MEZ – Ende]


26. Januar

Heute vor 25 Jahren: US-Premiere der SF-Serie „Babylon 5“

Am 26. Januar 1994 wurde in den USA die erste reguläre Episode der Science-Fiction-Fernsehserie „Babylon 5“ ausgestrahlt, die sich markant von anderen wie z.B. allen „Star Trek“-Inkarnationen unterschied. Denn es gab einen gewaltigen komplexen Story-‚Arc‘, der sich über 5 Jahre erstreckte … und tatsächlich in 110 Episoden bis zum Ende erzählt werden konnte: ein nettes kleines Video (das auch den Arc erklärt) und Artikel hier und hier zum Geburtstag. Die Opening Credits – Original-Version der 1. Season oben; und so klang’s auf Deutsch – gehören nach Ansicht dieses Bloggers zu den besten in der gesamten Fernseh-SF. Und haben sich mit dem Fortschreiten der komplexen Story immer wieder verändert. [0:00 MEZ]


25. Januar

Der Start von Indiens PSLV C44 letzte Nacht mit Microsat-R und Kalamsat-V2, einem militärischen Erdbeobachter und einem winzigen Studenten-Satelliten, der planmäßig auf der Oberstufe sitzen blieb: Videoclips vom Start und im Flug, diverse Screenshots, Aufnahmen von Bord der Rakete und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch die zunehmende Reinigung der schmutzigen InSight-Kamera durch Wind, ein Interview mit dem ESA-Chef – und die Folgen des (gerade vorerst beendeten) US-Shutdowns für Raumfahrt, Astronomie und Wissenschaft insgesamt. [20:35 MEZ]


24. Januar

Das beste Bild von 2014 MU69 bisher, mit etlichen Gruben

nahe des Terminators: Diese Aufnahme der Multicolor Visible Imaging Camera von New Horizons entstand aus nur 6700 km Abstand, erreichte am 19. Januar die Erde und wurde nach allerlei Schärfungsmaßnahmen soeben veröffentlicht (und die besten LORRI-Bilder werden noch 4-mal schärfer) – auch ein Vergleich mit dem bisher besten und eine eingefärbte Version. Ob es sich bei den Gruben um Impaktkrater handelt, ist noch nicht klar, ebenso die Natur der 7 km großen Senke auf dem kleineren Teil; auch eine frühere Animation, eine PI Perspective, ein PSI Release und Artikel hier, hier, hier und hier. Sowie 15 Jahre Opportunity auf dem Mars (aber weiter kein Kontakt) – und was Akatsuki über die Venus-Winde herausfand. [23:35 MEZ. NACHTRÄGE: weitere Verarbeitungen des Bildes hier, hier, hier und hier, ein Versuch einer 3D-Rekonstruktion, Größenvergleiche mit Komet C-G und auch Halley, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und frühere Fälle von Contact-Binary-Asteroiden mit Radar (jede Menge Fälle) bzw. Adaptiver Optik – und eine neue NASA-Strategie zum Aufwecken von Opportunity]

Endlich neue OSIRIS-REx-Bilder von Asteroid Bennu sind vor ein paar Minuten veröffentlicht worden: trotz nur 1.6 km Abstand am 17. Januar freilich mit nur geringer Auflösung, da von einer Navigationskamera. Der markante Felsen ist ca. 50 m groß; auch frühere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Sowie ein weiterer Flug des New Shepard bis ca. 107 km Höhe (Standbilder und Artikel hier, hier und hier), eine ergiebige Untersuchung von Columbus auf Kraterchen – und die Falcon mit dem Crew Dragon vor ihrem Static Fire vor dem Testflug. [0:00 MEZ. NACHTRÄGE: Der Test hat stattgefunden: ein Video-Clip und Artikel hier, hier und hier]


23. Januar

Eine Minute Totalität: heller Impakt-Blitz auf dem Mond!

Die Totalität der Mondfinsternis vom 20./21. Januar war etwa eine Minute alt, als in der Nähe des Mondrandes, wo er bereits am tiefsten in der Umbra steckte, ein beachtliches Meteoroid einschlug und einen kurzen hellen Blitz erzeugte – der auf mindestens einem Dutzend Videos (inklusive Live-Streams der MoFi) und Fotos zu sehen ist. Die Koordinaten der Einschlagstelle werden bereits ermittelt, so dass der Lunar Reconnaissance Orbiter nach einem frischen Krater suchen kann: Videos und Standbilder des MoFi-Blitzes um ~5:41:40 MEZ hier (bei 3:43:11), hier (bei 2:09:29), hier (bei 2:11:01), hier, hier (Details), hier, hier (spätere und frühere Verarbeitung), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, die Story in Social Media hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch weitere originelle Bild-Montagen und Langzeit-Belichtungen des MoFi-Verlaufs hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein Landschafts-Bild und Artikel hier, hier, hier, hier und hier.

Der Planetarische Nebel ESO 577-24 mit dem Instrument FORS2 des VLT aufgenommen, in RGB, OIII und H-Alpha, mit einer Asteroiden-Spur weit davor und zahlreichen Galaxien weit dahinter. Auch die Arbeit am nächsten 10-Jahres-Plan der US-Astronomie, wie Chinas Riesen-Radioteleskop FAST gegen Radio-Interferenz geschützt wird, der Mars am 20. Januar immer noch erstaunlich detailreich – und das erratische Betragen des Erd-Magnetfelds. [0:45 MEZ] Vom 8. bis 23. Januar: der Tanz von Venus und Jupiter über Indien. [3:15 MEZ] Jede Menge weitere Bilder des MoFi-Impakts hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie hier aus diesem Video bei 2:33:24 und in diesem Video und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [22:15 MEZ. NACHTRÄGE: und hier (Details zum Impakt / keine LRO-Suche nach dem Krater), hier, hier, hier, hier und hier sowie ein sehr gutes Video, ein APOD und mehr (vage) Kandidaten – und die Umbra heraus operiert (von dieser Seite), auch simpler montiert, ihre Helligkeit visuell geschätzt (Danjon-Mittelwert 2.6) und mit Mühe gemessen (etwa -2.0 mag.), ein Vergleich 2018/2019, das Making Of von dieser Montage und die MoFi über einer Earth Station im U.K., einem Sonnenteleskop in den USA und beim Sterne-Bedecken]

Vier Satelliten auf einer Langer Marsch 11 sind am 21. Januar bei Chinas bereits zweitem Raketenstart des Jahres in den Orbit gebracht worden: Zwei gehören zur Konstellation der Jilin-1-Erdbeobachter (von denen einer schon nach weniger als 12 Stunden Bilder zu liefern begann), die anderen sind Technologie-Demonstratoren. Ferner weitere Investitionen ins Copernicus-Programm Europas, ein Startfenster für den Mars-Orbiter der VAE – und die Ariane-Gruppe (mehr) und ein deutsches Start-Up mit einem ESA-Studien-Auftrag für einen möglichen Mond-Lander ca. 2025, der Regolith ‚abbauen‘ würde: auch Artikel hier, hier, hier und hier. [0:00 MEZ]

Live-Blog zur Totalen Mondfinsternis heute früh

21. Januar 2019

Bilder und mehr von der Mondfinsternis aus aller Welt

Oben ein Bild von Michael Jäger aus Österreich, auch Bilderserien hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier uns hier, Animationen hier, hier, hier hier, hier und hier, Montagen hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Einzelbilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Bilderstrecken hier, hier, hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Video mit Flugzeugen und ein Scherz. [12:20 MEZ]

Der beste Webcast war wohl der der Sternwarte Peterberg – andere, die funktionierten, sind hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier archiviert. Auch weitere Bilderserien hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Montagen hier und hier und Einzelbilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [14:45 MEZ] Berichte hier, hier, hier, hier und hier, Bilder-Serien hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Komposite hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Bilder-Sammlungen hier, hier, hier, hier, hier und hier, Zeitraffer hier (exotisch!), hier, hier, hier und hier, Messungen der Himmelshelligkeit hier und hier, das Sternfeld hinter der MoFi hier, hier, hier und hier, ein Keogramm, ein Flugzeug vor der MoFi, Video-Clips von Rice, die MoFi hinter Alpen vs. Paris vs. Hohe Tatra vs. einer Straße, digitale Gemälde, die MoFi aus der ISS, Komet Iwamoto während der Totalität hier und hier und Scherzchen hier und hier. [23:35 MEZ – Ende]

Das war die Mondfinsternis am und im Planetarium (in der Mitte ein Blick auf den Live-Stream aus LA während der Totalität), mit der Totalität zwischen Präsepe und Zwillingen: viel mehr und große Bilder in diesem Album (mit der Venus/Jupiter-Konjunktion als Zugabe), eine Auswahl in diesem Thread, Postings hier und hier und auf Instagram – und ein Artikel über das Event und ein Video-Clip von n-tv, die auch reichlich live sendeten. [10:35 MEZ. NACHTRÄGE: auch ein Video-Clip des WDR, ein Radio-Interview danach, ein Mini-Radio-Beitrag, das 3. Bild hier = das 9. hier = das 14. hier = hier unten, der Eintrag 4:25 hier, eine InstaStory, Bilder eines Besuchers hier und hier, ein Posting – und hier und hier Reihen-Komposite vom Schauplatz!]

Kleine Preview: etwa zur Mitte der Totalität über Bochum

Fahl rötlich steht der Mond in der Umbra über dem Parkplatz des Planetariums, neben den beiden Hauptsternen der Zwillinge (und gegenüber der Präsepe, das kriegen wir später) – und trotz früher Stunde haben sich etliche Besucher eingefunden, um das so gänzlich ‚unblutige‘ Spektakel zu genießen. [6:20 MEZ]

Die Umbra ist ziemlich hell, wie dieses Bild vor wenigen Minuten zeigt. [5:20 MEZ]

Die partielle Phase der Mondfinsternis hat begonnen!

Und schon fehlt was … um 4:35 MEZ, nur etwas eine Minute nach der ersten Berührung mit der Umbra (zwei verschiedene Belichtungen). Und darunter ein Blick in die Kuppel des Bochumer Planetariums Minuten davor: rundherum das erste Voll-Panorama von Chang’e-4, darüber der Live-Stream aus Los Angeles. [4:40 MEZ] Das Bild aus der Kuppel größer. [4:40 MEZ] Und ein Stimmungsbild aus Bochum. [4:50 MEZ]

Der Vollmond etwa beim Beginn der Halbschatten-Phase über Witten – der Blogger ist gerade am Planetarium Bochum angekommen, wo auch schon ein TV-Übertragungswagen aus Köln gesichtet wurde. [4:05 MEZ] Um 4:13 MEZ schon eine klare Penumbra-Phase zu sehen. [4:20 MEZ] Die drei unten um 3:05 MEZ genannten Webcasts laufen gut, auch in LA ist das Wetter besser. [4:25 MEZ]

Zwei eisige Stunden: Winter-MoFi vorm / im Morgengrauen

Ein halbes Jahr nach der Sommer-Mondfinsternis am deutschen Abend und zwei Wochen nach einer partiellen SoFi in Ostasien kommt es heute früh abermals zu einer totalen Mondfinsternis im Land – und zwar der letzten gut sichtbaren für fast 10 Jahre! Das ist ihr tatsächliches Alleinstellungs-Merkmal, das zur Beobachtung auch zur Un-Zeit einläd, mit substanziellen partiellen Phasen und einer Stunde Totalität zwischen 5 und 7 Uhr MEZ. Je weiter nordwestlich, desto besser die Bedingungen (eine Grafik gibt’s dazu in der Zeitschrift Sternzeit 1/2019 auf S. 45): In Schleswig-Holstein, Niedersachsen, NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen, West-MV und NW-Sachsen-Anhalt liegt das Totalitätsmaximum noch vor Beginn der astronomischen Dämmerung, sonst danach. Aber die Erfahrung vor 1/2 Jahr mit deutlich mehr Dämmerung hat gezeigt, dass sich der total verfinsterte Mond nicht zuletzt wegen seines Farbkontrasts auch gegen moderat dämmrigen Himmel ganz gut durchsetzen kann. Die MoFi 2019 findet mit dem Mond in Erdnähe statt, weshalb er relativ schnell durch ihren Kernschatten zieht aber auch besonders groß erscheint (ja, das kann man sehen): Warum 2019 quasi ein Zwilling der damals fälschlich aus extrem selten angepriesenen MoFi von September 2015 ist, wurde seinerzeit hier und hier vorgerechnet.

Die Wetterprognose für Deutschland sieht derweil ziemlich gut aus, auch sonst in Mitteleuropa, aber schwierig in den USA – wo wegen großer Kälte überdies manch öffentliche Beobachtung abgesagt wurde: Allgemeine Webseiten und Hinweise zur MoFi aus Deutschland gibt es z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, angekündigte Webcasts auf YouTube hier (Infos), hier (LiveStream-Version und Infos), hier (parallel Weitwinkel), hier, hier, hier, hier, hier und hier, auf Facebook hier und hier und anderswo hier und hier, Hinweise auf öffentliche Beobachtungen in Bochum (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und Klein-Winternheim und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und aus dem Mülleimer noch hier und hier. Ferner Seiten und Artikel aus Österreich, den Niederlanden, Frankreich, dem U.K. (mehr, mehr, mehr und mehr) und von anderswo auf dem Planeten hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein TV-Clip. Und noch eine Erfahrung von MoFi-„Beobachtung“ via Webcams, der gestrige Vollmond-Aufgang auf Teneriffa, allerlei Mond-Fakten – und die nahende Konjunktion von Venus und Jupiter als morgendliche MoFi-Zugabe: der Anblick gestern und vorgestern sowie eine Montage vom 8.-19. Januar. [0:00 MEZ] Die ersten Webcasts laufen bereits: aus Barcelona, aus Brasilien und dem ziemlich wolkigen Los Angeles. [3:05 MEZ] Nochmal Brasilien – und aus China und von PBS soll auch was kommen. [3:35 MEZ]

Allgemeines Live-Blog vom 13. bis 19. 1. 2019

13. Januar 2019

19. Januar

Epsilon startete sieben Satelliten – inkl. Meteor-Macher

Beim gestrigen Start einer Epsilon 4 in Japan wurden neben der Haupt-Nutzlast RAPIS-1 auch 6 Mini-Satelliten im Orbit abgeliefert, darunter mit dem kuriosen ALE-1 ein Demonstrator für die Erzeugung künstlicher Sternschnuppen auf Bestellung (wobei die Demo nächstes Frühjahr bei Hiroshima geplant ist): der Webcast des Starts, die entscheidenden Sekunden, Fotos hier, hier und hier, die Nutzlasten, Updates hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und ein Video. Auch ein Tank-Test für’s SLS, der nächste Blue-Origin-Flug (mehr), das Ende von StratoLaunch (mehr und mehr), noch zu wenig Aufträge für die Ariane 6, die US-Raumfahrt im Shutdown, eine PK des ESA-DG (Tweets und ein Artikel) – und ein Schuss vor den Bug des JWST.

Um 20:05 MEZ soll nach etlichen Verschiebungen diese Delta IV Heavy einen NRO-Satelliten starten: viele Bilder der Vorbereitungen (natürlich ohne den Satelliten zu zeigen) – und ein Webcast ab 19:45 MEZ, der bald nach dem Abheben abgebrochen werden dürfte. [19:25 MEZ] Und zwar 6 Minuten nach dem Abheben, wenn der Abwurf der Nutzlast-Verkleidung bestätigt ist. [19:50 MEZ] Kleine Verschiebung auf 20:10 MEZ – und es gibt das Go for Launch. [20:05 MEZ]

Und das gab’s – von unten nach oben – zu sehen während der 6 Minuten Live-Übertragung: Start, Booster-Abwurf und entschwebende Nutzlast-Verkleidung – auch ein Foto von weit weg. [20:25 MEZ]

Ein Bild von einer vermutlich Schall-aktivierten Kamera ganz nah dran – und ferne Tele-Aufnahmen und eine ganz ferne Spur. [20:40 MEZ] Die geheimnisvolle Nutzlast – Amateurastronomen sind schon auf der Jagd – ist im Orbit angekommen. [22:20 MEZ] Ein ULA Release, Artikel hier und hier, Bilder aus der Ferne und Updates. [22:40 MEZ] Noch mehr Fotos aus der Nähe. [23:55 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: Funkamateure haben den Geheim-Satelliten bereits gefunden, mit 74° Bahnneigung. Und ein USAF Release, mehr Bilder hier, hier, hier, hier und hier, eine Animation und Artikel hier und hier]

Komet Iwamoto weiter auf Kurs 6.0 mag. Mitte Februar

Egal ob man nur visuelle Schätzungen oder wie oben zusätzlich auch CCD-Messungen in die Analyse steckt: Der z.Z. grob 9.0 mag. helle Komet C/2018 Y1 steigt seit seiner Entdeckung gleichmäßig in der Helligkeit an und sollte extrapoliert in den kommenden 3-4 Wochen noch rund 3 Größenklassen dazu gewinnen. Die Sicht-Geometrie für Deutschland ist dabei ideal: An mondlosem Himmel kulminiert der Komet rund um die erwartete größte Helligkeit im Löwen etwa 45° (10.2., NRW) bis 55° (13.2.) hoch, bevor ab Monatsmitte der Mond das Sichtfenster beendet. Aktuelle Bilder von gestern, vorgestern, dem 15.1. und 14.1. sowie der auf ~7.0 mag. gefallene Wirtanen vorgestern (mehr) und am 16.1., seine CN-Jets in Bewegung, Beobachtungen mit Chandra, allerlei Produktionsraten und ein Weitwinkel-Bild von früher – und der mit einem Schweif versehene Asteroid Gault am 16.1., 15.1. und 13.1.. Ferner Komplikationen mit den Sonnenaufgang, was das Instrument MUSE kann, ein CTA-Prototyp in Arizona, ein Teilchen-Detektor beim MWA, ein seltsamer Press Release über tolle Bilder, die man nicht zeigt, die Software „astroquery“ – und eine umfangreiche Jahresvorschau aus der Schweiz. [13:35 MEZ]


17. Januar

Eine Radarabbildung des CNES-Satelliten MICROSCOPE mit zwei entfalteten Deorbiting-Segeln, aufgenommen mit dem TIRA-System des Fraunhofer FHR – eine Technologie zur Entsorgung von ausgedienten Satelliten, die immer ernster genommen wird. Auch ein Satelliten-Fehlstart im Iran (mehr, mehr und mehr) – und ein Demonstrator für künstliche Sternschnuppen (zum Spaß) auf einer Epsilon-Rakete in Japan heute Nacht (sowie noch bizarrere Ideen); einen Webcast gibt’s hier, Startfenster 1:50-59 MEZ.

Fortschritte mit der Orion-Kapsel und dem europäischen Service-Modul – und auch mit dem SLS dazu, an dem trotz Shutdown weiter gearbeitet wird. Ferner Bilder von der Rückkehr des letzten Dragon, die Gemüse-Zucht in der Antarktis – und die bevorstehenden Tests mit dem „Starship“-Demonstrator von SpaceX: Updates.

Der ExoMars Testing Rover (ExoTeR) im Planetary Utilisation Testbed der ESA bei Software-Tests – auch neue Erkenntnisse zur Venus-Atmosphäre von Venus Express & Akatsuki, ein Paper mit „polarization measurements of the prompt emission of five Gamma-Ray Bursts“ mit dem GRB-Polarisationsdetektor POLAR auf Chinas Tiangong-2 (ein Artikel dazu), wieder Forschung mit Hubbles WFC3 (ein Artikel), die Finalisten für die nächste F-Klasse-Mission der ESA, was der Shutdown für das JPL bedeutet – und was Europäer über die ESA denken & wissen und was nicht … [20:30 MEZ]


16. Januar

Heute Nacht vor 50 Jahren: optische Pulse aus dem Krebs

Im August 1967 war der erste Pulsar entdeckt worden, von einer jungen Radioastronomin – und in der Nacht vom 15. zum 16. Januar 1969, heute früh UTC, wurden die ersten Pulse eines (anderen) rasant rotierenden Neutronensterns erstmals auch im sichtbaren Licht registriert: von rund 1000 Jahre alten Pulsar im Supernova-Überrest Krebsnebel. Die epochale Detektion (oben eine Summe aus 5000 Pulsen um 4:30 MEZ) in Texas wurde rasch in einem Paper veröffentlicht, es sind aber auch die hingeschmierten Notizen der Astronomen überliefert, es gibt detaillierte Interviews mit ihnen und sogar einen O-Ton des Moments der Entdeckung. Seither sind noch von ein paar Pulsaren mehr optische Pulse registriert worden, aber keiner ist annäherend so hell wie der Krebspulsar: Der lässt sich sogar mit Amateurmitteln nachweisen, wie hier 2013 und hier 2017 mit mehr Aufwand (Fortsetzung und noch eine) beschrieben – auch weitere Schlüssel-Papers zum Pulsar-Phänomen. [0:25 MEZ] Ein Rückblick auf 2017 – und ebenfalls heute vor 50 Jahren dockten Soyuz 4 und 5 im Orbit, das erste entsprechende Manöver zweier Raumschiffe mit Crews. [19:55 MEZ. NACHTRÄGE: späte Artikel zum Rendezvous hier und hier]


15. Januar

Endlich neue Perspektiven auf 2014 MU69 von New Horizons im Anflug sind gerade publik geworden, wenn auch ohne weitere Details dazu – es ist aber gut erkennbar, dass das Objekt lang gestreckter als auf den Anfang Januar vorliegenden Nahaufnahmen ist. Auch moderates Pflanzen-Wachstum auf dem Mond in Chang’e-4 (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und eine PK zur Mission und was folgt (einige Live-Tweets und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein früheres Paper zu den Plänen), das InSight-SEISmomenter tiefer gelegt, Hubbles WFC3 wieder heil – und ein Himmelskatalog mit 2 Milliarden Infrarot-Quellen von der WISE-Mission. [18:50 MEZ. NACHTRÄGE: mehr neue MU69-Bilder, auch animiert, sortiert und prozessiert sowie auf der Rohbilder-Seite, mehr Chang’e-4 hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und alle Updates zu Hubbles WFC3]


14. Januar

Der Schweif des Asteroiden (6478) Gault nach einer Kollision, aufgenommen vom Instituto de Astrofísica de Canarias mit einem 46-cm-Teleskop auf Teneriffa: auch Bilder von gestern und vorgestern (mehr) und die ‚richtigen‘ Kometen Iwamoto und 60P vorgestern und Wirtanen am 11.1. (mehr) – plus eine Reihe Konjunktionen. [16:45 MEZ]


13. Januar

Die Rückkehr der ersten Stufe der ersten Falcon 9 des Jahres vorgestern auf der ‚Just Read the Instructions‘ nach dem Start von 10 Iridium-Satelliten – auch das Abdocken des jüngsten Dragon heute von der ISS und eine kuriose Demonstrations-Rakete von SpaceX. Derweil macht der russische Astro-Satellit Spektr-R Probleme (weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier), das Weltraum-Segment des Projekts RadioAstron, es gibt ein detailliertes Paper über das Versagen des PicSat (Einblicke in ein gescheitertes CubeSat-Projekt; mehr Tests hätten vielleicht geholfen), ein Tool zum Gucken von TESS-Lichtkurven – und ein neues Paper zum Venus-Orbiter Akatsuki, in dem dessen Beobachtungen von lang gestreckten Mustern der Atmosphäre in Simulationen nachvollzogen werden. [22:20 MEZ. NACHTRAG: Der Dragon ist frei und abgereist – und Spektr-R hat wieder nicht gehorcht. NACHTRAG 2: Der Dragon ist sicher gewassert – und Spektr-R arbeitet eigentlich normal, auch wenn seine Elektronik schon zu viel Strahlung abbekommen haben dürfte. NACHTRAG 3: der zurück gekehrte Dragon, nach seinem 2. Einsatz]

AAS 233: Was sonst noch im Kosmos passierte

12. Januar 2019

Über die ersten zwei Pressekonferenzen während der 233. Tagung der American Astronomical Society in Seattle vom 6. bis 10. Januar wurde schon berichtet (erste drei Items), hier gibt es Bilder von und Links zu den anderen sechs und noch einiges mehr. Aufzeichnungen aller 8 PKs sind hier zu finden und hier die Viewgraphs der Präsentationen unter deren Titeln.

Der fernste stark von einer Gravitationslinse verstärkte Quasar ist bei einer Rotverschiebung von 6.5 entdeckt worden [alt.]: Eine Vordergrundgalaxie lässt ihn um einen Faktor ~51 heller erscheinen, als er in Wirklichkeit ist, und die wahre Leuchtkraft sind ~11 – und nicht die vermeintlichen 600 – Billionen (Amerikanisch ‚trillions‘) Sonnenleuchtkräfte. Das korrekt zu kommunuzieren (Press Releases hier, hier, hier, hier und hier) – scheint aber reichlich schwer zu sein. Und die Haupterkenntnis ist, dass die meisten gelinsten Quasare bei z > 6 übersehen werden dürften. Von der 2. PK am 9. Januar, wo es auch dies gab:

Ein Stern wurde vom SMBH einer Galaxie zerrissen und sandte Röntgenstrahlen aus, die quasiperiodisch oszillierten: Da sie sehr nah am Schwarzen Loch erzeugt wurden, lässt sich auf dessen Rotationszustand schließen: Press Releases hier, hier, hier und hier und ein Artikel.

Ein Jet aus dem Zentrum der Radiogalaxie Cygnus A ist an einer Gaswolke abgeprallt und hat sich durch die Wand einer Blase im intergalaktischen Raum gebohrt: Eine sehr tiefe Röntgenaufnahme von Chandra klärt jetzt die Verhältnisse.

Bilder der „Physics at High Angular Resolution in Nearby GalaxieS“ oder PHANGS bei dem das Radio-Interferometer ALMA 100’000 Sternentstehungs-Gebiete in 74 Galaxien kartiert hat: Die Effizienz der Sternbildung nimmt mit der Galaxien-Masse ab, jedenfalls in den meisten Fällen.

Aus der 2. PK am 8. Januar ein HRD aus Sternen, die die Sloan Digital Sky Survey nebenher mit zusätzlichen Glasfasern spektroskopiert hat, um eine umfassende ‚Bibliothek‘ der Sterne der Milchstraße zu erstellen.

Die Geschichte der Sternentstehung in der LMC aus SDSS-Daten (oben) und modelliert: Erst lag die Bildungsrate bei nur 1/50 der der Milchstraße – aber nach der Kollision der beiden Magellanschen Wolken versechsfachte sie sich am Ende.

Ein Nachweis verschmelzender Galaxien durch SDSS-Messungen der Geschwindigkeits-Muster in den Scheiben. Die schiere Menge und de Vielfalt der Ergebnisse der seit zwei Jahrzehnten laufenden SDSS verblüffen immer wieder – und es wird schon bis mindestens 2025 geplant

Die Entdeckung von 13 neuen Fast Radio Bursts mit CHIME, einen neuen speziellen Radioteleskop, inklusive des 2. Repeaters, war Gegenstand der 1. PK am 9. Januar, von Press Releases hier, hier, hier, hier, hier und hier, einem Essay und Artikeln hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (kritisiert hier und hier), hier und hier [NACHTRAG: und hier].

Der Magnetar PSR J1745-2900 im Galaktischen Zentrum ist dank seiner Nähe zu Sgr A* als solcher interessant – und weist gewisse Ähnlichkeiten mit den FRBs auf, was immer das bedeutet.

Die Reaktion des Schwarzen Lochs MAXI J1820+070 auf einen Sternen-Sturz hinein wurde mit zwei (!) Astronomie-Instrumenten auf der ISS, MAXI und NICER, verfolgt: ein weiterer Press Release und Artikel hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier und hier – plus das Paper].

Der außergewöhnliche Transient 2018 ATcow war alleiniger Star der letzten PK, mit Press Releases hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikeln hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier] – und seine Natur blieb herzlich unklar, trotz einer Datenfülle sondergleichen: exotische Supernova oder Gezeiten-zerissener Stern?

Die bewegten Strukturen in der Scheibe um AU Mic, die eine schlechte Nachricht für Planeten-Bildung sein könnten, Hinweise auf die Entstehung heißer Jupiter nahe am Stern (anstatt durch Heranwandern), eine Exoplaneten-Massenbestimmung durch Microlensing Parallaxe und Zweifel am Core Accretion Runaway Growth Scenario für Gasriesen (ein Press Release) waren Gegenstand der 1. PK am 8. Januar.

Immer leistungsfähigere Adaptive Optik wie SCExAO am Subaru-Teleskop zeigen Planeten neben ihren Sternen mit wachsener Deutlichkeit, wie im unteren Beispiel von der 1. PK am 10. Januar zu sehen (oben Mira mit einen Hotspot, im Vergleich zu einem kleinen Stern).

Die jährlichen Veröffentlichungen des Kepler-Projekts, wobei der blaue Balken-Anteil auf Daten aus der Primär-Mission basiert: Auch nach deren Ende und Übergang zur K2-Mission werden laufend weitere Entdeckungen in ihren Daten gemacht und neue Planeten gefunden – z.B. durch neue Auswerte-Techniken für dichte Felder in Sternhaufen.

Auf den sehr jungen Stern ID8 in NGC 2547 fällt öfters mal was, wie die IR-Lichtkurve von Spitzer zeigt: Planetenbildung ist ein chaotischer Prozess.

Der Planet von Barnards Pfeilstern ist zwar in einer harmlosen Situation bzgl. harter Strahlung von seinem (Zwerg-)Stern, dafür aber auch extrem kalt – doch wenn es zu starker geothermaler Heizung der Supererde kommen sollte, wäre er vielleicht bewohnbar: ein Press Release und Artikel hier und hier [NACHTRAG: und hier].

Ebenfalls von der 233. AAS-Tagung: sonifizierte Lichtkurven von Sternen (eine originelle Zugabe dazu), Gaias Sternströme interaktiv in 3D, zirkumstellaren Wechselwirkung der Typ-Ia-Supernova 2015cp (ein Press Release und ein Artikel), die wenigen Begleiter der Galaxie Messier 94 (ein Press Release), eine neue Methode der Stern-Datierung und SETI-Suchen systematisiert (ein Artikel). Plus Berichte zu den Tagungs-Tagen eins, zwei und drei [NACHTRAG: und vier] und Video-Logs hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier].

Allgemeines Live-Blog vom 5.-11. Januar 2019

5. Januar 2019

11. Januar

Gegenschüsse auf der Mondrückseite: Der chinesische Rover Yutu II und sein Lander Chang’e-4 haben sich letzte Nacht gegenseitig fotografiert, nachdem der aus der Siesta erwachte Rover um den Lander herum gefahren war – was bereits als kompletter Erfolg der Mission dargestellt wird (mehr, mehr und mehr).

Zuvor war ein pixelreiches Panorama von Chang’e-4 aus vor der Weiterfahrt des Rovers veröffentlicht worden (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr): hier drei Ausschnitte aus dem über 7000 Pixel langen Streifen, der mit Yutu II in voller Auflösung. Den Farbstich der anfangs gezeogten Bilder hat man in den Griff bekommen.

Und ebenfalls endlich präsentiert wurden das Video der Landung (mehr, mehr und ein Vergleich mit Chang’e-3), ein Video vom Herabrollen von Yutu II von der Rampe und noch ein anderes davon – auch eine knappe Mitteilung des Erfolgs und eine Sondersendung des Fernsehens heute (fast eine Stunde in Englisch; Aktuelles ab Minute 33, Action bei Minute 44!) sowie weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Derweil ist Indiens Mondlandung auf frühestens April gerutscht (mehr, mehr und mehr). Und New Horizons sendet wieder Daten, sogar beschleunigt, aber immer noch langsam – auch ein 2-Seiten-‚Paper‘ zu den Erkenntnissen über 2014 MU69 zuvor, Überlegungen zu dessen Gestalt, die Regeln zum Namen und wie das so war um den Jahreswechsel. Und es gibt eine neue Bahnbestimmung von Ryugu, 15 Jahre deutsche Mars-Kamera im Einsatz auf Mars Express, einen Wüsten-Test von KI-Software für Planeten-Rover – und DSCOVRs Erde als Exoplanet benutzt, durch Mittelung der EPIC-Bilder auf ein Pixel.

Der erste Falcon-9-Start des Jahres heute bei Sonnenaufgang in Kalifornien mit 10 Iridium-Satelliten: weitere Screenshots hier, hier und hier und noch mehr hier, Fotos hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier. Der allererste Start des Jahres war aber ein chinesischer (Artikel hier und hier und Videos hier und hier) – während der Testflug des Crew Dragon endgültig auf Februar gerutscht ist. [19:15 MEZ. NACHTRÄGE: eine Analyse des Chang’e-4-Lande-Videos und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier] Mehr Falcon-Start-Fotos hier, hier und hier sowie ein Press Release – und ein neuer Termin für den Dragon-Release. [20:25 MEZ] Noch mehr Falcon-Start-Bilder hier, hier und hier und Artikelchen hier und hier und hier. [23:45 MEZ – Ende]

Die Dark Energy Survey is nach sechs Jahren abgeschlossen

Vorgestern wurden die letzten Daten gewonnen für die große Himmelsdurchmusterung mit einem 4-Meter-Teleskop in Chile + Riesen-Kamera, aber die Auswertung wird natürlich noch Jahre dauern … während die fliegende Sternwarte SOFIA Startverbot hat hat: eine Folge des Shutdowns. Auch ein Mini-Asteroid in ziemlicher Erdnähe, merkwürdiges Verhalten des Erd-Magnetfelds, der 7″-Mars und Wirtanen hier und hier vorgestern, eine Feuerkugel über Arizona heute, ein Quadrantiden-Trip, ein französisches Lichtverschmutzungs-Gesetz, jede Menge Goodues von der ESO, die 100 Stunden Astronomie jetzt – und Peter Pachnicke ist tot, der für das Gasometer in Oberhausen viele oft Weltraum-lastige Ausstellungen kuratierte. [18:35 MEZ]


9. Januar

Der Große Rote Fleck am Rand des Jupiter auf einer von Kevin Gill verarbeiteten JunoCam-Aufnahme vom Dezember (andere Bearbeitungen hier und hier) – wie auch Amateur-Aufnahmen von der Erde zeigen, ist das benachbarte Oval „BA“ stark verblasst. Auch ein weiteres aktuelles JunoCam-Bild [NACHTRAG: und noch mehr], eine Erfolgsmeldung vom SEISmomenter von InSight (Details und eine Animation), der Plan für die erste ‚Landung‘ von Hayabusa 2 zur Probenentnahme in der Woche ab dem 18. Februar, die Taufe von Features auf Ryugu und der Untergang der 1. Generation von Asteroiden-Ausbeutern. Plus ein Ausfall der WFC3 auf Hubble (wobei evtl. der Shutdown Maßnahmen erschweren könnte), ein GOES-Instrumenten-Problem, wie SpaceX Fairings fangen will, der bevorstehende Dragon-Abschied von der ISS, noch ein Gerst-Interview – und die Gemüse-Ernte in der Antarktis. [14:45 MEZ] Das HST-Problem und der Shutdown … [17:00 MEZ] … dito. [23.30 MEZ. NACHTRAG: Aber sonst geht’s Hubble gut … NACHTRAG 2: … und es wird sehr wohl an der Kamera gearbeitet!]


7. Januar

Ein infraroter Daten-Kubus des Orion-Nebels von SOFIA

ist auf der ersten PK der 233. AAS-Tagung vorgestellt und diskutiert worden: In RA/Dec-Darstellung sieht er aus wie ein simples Bild – aber hinter jedem Pixel des Instruments GREAT verbirgt sich ein komplettes Spektrum, aus dem sich wiederum die Geschwindigkeits-Struktur des Gases ergibt. Auf der PK wurde das auf zwei Weisen animiert: mit der IR-Karte wie am Himmel, während die Geschwindigkeit verändert wurde – und als pseudo-dreidimensionale Figur, quasi den Daten-Kubus selbst, um den dann herum geflogen wurde. Der Hauptstern des Trapezes hat demnach eine Blase in den Raum geblasen, 2000 Sonnenmassen, die mit 13 km/s expandieren. [23:20 MEZ. NACHTRAG: Pressmitteilungen von DSI und MPIfR und ein PR aus Leiden dazu] Ebenfalls Gegenstand der AAS-Tagung und der gerade laufenden 2. PK: die dritte Exoplaneten-Entdeckung des Satelliten TESS. [23:30 MEZ] Wie TESS viele nahe Exoplaneten finden dürfte – von denen bisher nur wenige bekannt sind: Die drei Entdeckungen bisher passen ins Bild. [23:50 MEZ. NACHTRAG: die Grafik animiert] TESS hat nebenbei auch schon 6 Supernovae gefunden – und seine Daten sind sehr populär. [23:55 MEZ. NACHTRÄGE: TESS-Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Die Triangulum-Galaxie mit 665 Millionen Hubble-Pixeln, in die man mit diesem Tool hinein zoomen kann, ist anlässig der 233. AAS-Tagung heute online gegangen: 54 Aufnahmen der ACS sind für dieses fette „Legacy“-Bild gemacht worden [NACHTRAG: für das ein angemessen großer Bildschirm so aussieht]. Ebenfalls von der Tagung – Impressionen hier und hier – auch 13 Fast Radio Bursts vom Teleskop CHIME. Und die Slides eines Vortrags über den interstellaren Besucher ‚Oumuamua. [23:05 MEZ]

Bürgerforscher entdecken eine habitable Supererde in K2

Auf der ersten Pressekonferenz der 233. AAS-Tagung – Aufzeichung demnächst hier („Stars & Planets …“) – wurde die Entdeckung des Exoplaneten K2-288Bb vorgestellt: ein Planet mit 1.9 Erddurchmessern eines Doppelsterns, dessen sekundäre Komponente er alle 31.4 Tage in dessen habitabler Zone umkreist. Und gefunden hatten die Transits dieses Planeten die Freiwilligen der „Exoplanet Explorers“ in den Daten des Kepler-Satelliten während seiner K2-Mission: Bereits früher hatten dieses Bürgerforscher-Programm das System K-138 entdeckt. Und zu dessen 5 Planeten ist nun, wie auf derselben PK verkündet, ein sechster dazu gekommen ist, der damals nur angedeutet war: Spitzer hat ihn bestätigt. Es ist erst das 9. Exoplaneten-System mit 6 oder mehr Planeten … das sich auch gut sonifizieren lässt: So „klingt’s“ bei K2-138. [22:55 MEZ. NACHTRAG: U. Chicago zum 1. Fall]

Der Moment, als das erste deutliche Bild von 2014 MU69 auf einem Bildschirm erschien … und in dem Thread erfährt man auch, dass das New-Horizons-Projekt offenbar bereits auf einem besseren Bild sitzt als bisher vorgezeigt wurde: Das wird erst im Februar gezeigt. Außerdem das Nahen der Landung von Hayabusa 2 auf Ryugu, CubeSats als Begleiter der erhofften Hera-Mission, ein weiteer tl;dr-Artikel über Opportunity, der weiter schweigt, der teure Ausfall von WorldView 4, auch für gelandete Astronauten ESA Crew Support – und gespannte Erwartung des Crew-Dragon-Testflugs in vielleicht einem Monat. [21:10 MEZ]

Ein 1-km-Asteroid stets weit innerhalb der Erdbahn

und auch fast komplett innerhalb der Venus-Bahn ist der neu entdeckte 2019 AQ3: große Halbachse 0.6 au, Umlaufszeit 1/2 Jahr, der Erde nie näher als 1/4 au – ein durchaus exotischer Fall, der Zwicky Transient Factory ins Netz gegangen, von der auch diese Aufnahme von Komet Wirtanen stammt. Auch der aktiv gewordene Asteroid (6478) Gault mit Schweif (nach einer Kollision? [NACHTRAG: weitere Bilder und Details hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]), der Komet 60P/Tsuchinshan gestern (schwach aber schöner Staubschweif), wie der Mond von Asteroid 2016 AZ8 per Radar entdeckt wurde, 2018 bedenklich zugenommene Lichtverschmutzung auf La Palma – und dieses Blog in einer Liste. [20:55 MEZ]


6. Januar

Die erste Sonnenfinsternis des Jahres läuft – aber (praktisch) nur in Ostasien: ein H-Alpha-Webcast vom Solar Science Observatory in Mintaka, Japan – auch Live-Streams aus Japan, Russland und China und Fotos aus Japan hier (früher und noch früher), hier und hier und China. [2:10 MEZ. NACHTRAG: Die H-Alpha-Bilder als Film, eher wolkig]

Die drei Live-Streams im Weißlicht parallel – moderne Zeiten … und weitere Fotos aus Japan hier und hier. [2:25 MEZ] Mehr Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und noch zwei japanische Live-Streams hier und hier. [2:55 MEZ]

Zumindest in einer Region Japans geht die Finsternis dem Ende entgegen, wie dieser Screenshot aus einem der Webcasts zeigt. Und ein besonders dramatisches Foto. [3:15 MEZ] Kurioses Verhalten eines Ex-Satelliten im Mondschatten als Neben-Beobachtung der SoFi. [3:20 MEZ] Ein Halo als Zugabe für einen der Japaner. [3:30 MEZ] Und Schluss in Japan, wo der letzte Webcast um 3:53 MEZ SoFi-Ende hatte – plus ein Video aus Korea. [3:55 MEZ] Mehr Fotos aus Beijing. [4:05 MEZ] Mehr Bilder hier (mit der ISS vor der Sonne), hier, hier, hier, hier, hier (ein Komposit) und in dieser Slide-Show, eine Beobachtung in Jakutien bei -55°C – und wie der Halbschatten über die Erde sauste. [9:55 MEZ] Beobachtungen in Harbin, China (Ergebnisse hier und hier), und noch mehr aus Beijing. [11:15 MEZ] Bilderstrecken hier und hier, ein Moment, Serien hier und hier, nochmal Yakutien, Komposite hier und hier und ein Artikel. [12:35 MEZ] Ein Zeitraffer, Berichte aus Jakutien und Japan [NACHTRÄGE: mehr und mehr], eine Collage, ein Video und eine Sammlung. [21:00 MEZ. NACHTRÄGE: zwei nette Komposite – und noch mehr Jakutien]


5. Januar

So war das also mit „Weihnachtskomet“ Wirtanen wirklich

Am Abend fast im Zenit stehend ist er zwar mit noch 6. Größe zu beobachten (und auch ’suburban‘ noch ein Fernglas-Objekt … ungesund für die Halswirbel), aber die Wirtanen-Show – die sich genau an die Vorhersage hier gehalten hat – geht zuende: oben und unten Bilder vom 2. Januar von Michael Jäger mit großem und diesem Blogger mit minimalem Aufwand, auch weitere Bilder von heute (mehr und mehr), gestern, vorgestern und dem 2. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 1. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 31. Dezember (mehr und mehr), eine Sichtung von SWAN – und eine Parallaxen-Messung als Schulprojekt, das sogar Schlagzeilen macht. Ferner eine Radar-Beobachtung von 2016 AZ8 inklusive Entdeckung eines Mondes, ein persistent train, die schwierige Suche nach ‚Planet 9‘, ein Portrait des Purple Mountain Obs., ein Astro-Ballon in der Antarktis, ein Green Flash, eine Aurora aus dem Flieger, Lichtverschmutzung auf La Palma, ein viel beachteter Wiedereintritt bei Neuseeland (mehr, mehr, mehr und mehr [NACHTRAG: und mehr]) – und erneut ein Besucher-Rekord im Planetarium Bochum 2018. [19:15 MEZ] Das Ergebnis von Radar-Beobachtungen von Wirtanen ist u.a. ein Kern-Format von 1.4 x 1.1. km – und Komet 38P vorgestern. [23:55 MEZ]

Weitere Bilder von Queqiao, Chang’e-4 und Yutu II, dem neuen lunaren Trio Chinas: oben und unten Blicke von Relais-Satelliten auf einer Bahn um den Lagrangepunkt 2 des Erde-Mond-Systems auf daeselbe, unten bei anderer Beleuchtung von Erde und Mond mit der noch zusammen gefalteten Radioantenne des Netherlands Chinese Low-Frequency Explorer dominant unten rechts, in der Mitte der weiter gefahrene Rover Yutu II aus Sicht von Chang’e-4 – vor dem Krater biegt er wohl ab. Jetzt ist aber erstmal Siesta in der Mittags-Hitze: auch ein Versuch einer Farbkorrektur des Bildes, Animationen der Abfahrt hier und hier (ein Video wie von Chang’e-3 liegt nicht vor), Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein Video [NACHTRÄGE: und ein Press Release zur schwedischen Payload, eine halbstündige CGTN-Sendung und Artikel zu Queqiao, der Siesta der Lander, Chang’e-4, seiner Bahn und Yutu II]. Plus InSight-Fortschritte bei der SEIS-Installation auf dem Mars (Animationen hier und hier), eine indische Venus-Mission mit Mitflug-Gelegenheit, ein Bild von Erde, Mond und Bennu von OSIRIS-REx im Anflug, neuerlich Druck in Sachen NeoCam-Satellit, der Untergang auch von Deep Space Industries als Firma für Asteroiden-Bergbau und das Ende des Public Telescope. Sowie der letzte Orbit-Start 2018 (in China; mehr sowie Bilder und ein Video), die Vorbereitungen für den Testflug des Crew-Dragon ohne Crew [NACHTRAG: ein paar Nahaufnahmen] – und die Tücken des Telefonierens … auf der ISS. [3:05 MEZ. NACHTRAG: was sogar in China Aufsehen erregt]

Bedeutendes am Himmel im Jahre 2019

4. Januar 2019

6. Januar: Partielle Sonnenfinsternis in Ostasien, insbesondere Russland & China.

10.-13. Januar: die 100 Stunden Astronomie, eine Art Auftakt-Event der Festlichkeiten zu 100 Jahren IAU.

21. Januar : Totale Mondfinsternis in den Amerikas und am frühen Morgen in Westeuropa – und mit dämlichen Begriffen beschmutzt.

22. Januar: Konjunktion von Venus und Jupiter am Morgenhimmel.

2. Februar: Der Mond bedeckt den Saturn.

18. Februar: Konjunktion von Venus und Saturn am Morgenhimmel.

Ende Februar: Höhepunkt der ersten Abendsichtbarkeit des Merkur.

10. April: Pallas in Opposition mit 7.9 mag.

21. April: Ostersonntag, einer der spätest-möglichen Termine sowie im Widerspruch zur Astronomie („Oster-Paradoxon„).

Im Mai: Ende der Verfinsternung von VV Cephei.

28. Mai: Ceres in Opposition mit 7.0 mag.

10. Juni: Jupiter in Opposition mit -2.6 mag.

18. Juni: Merkur sehr nah am Mars während der zweiten Abendsichtbarkeit des Merkur; die Sichtbarkeit des Mars endet.

2. Juli: Totale Sonnenfinsternis in Südamerika.

8. Juli: Saturn in Opposition mit 0.1 mag.

16./17. Juli: Partielle Mondfinsternis in Europa, Afrika und Westasien.

8.-20. August: die Venus im Gesichtsfeld von SOHO LASCO C2 (und vom 16.7.-12.9. in C3) – das hellste erwartete planetare Objekt.

13. August: (15) Eunomia in Opposition mit 8.2 mag.

Ende August: Beste Morgensichtbarkeit des Merkur.

10. September: Neptun in Opposition mit 7.8 mag.

28. Oktober: Uranus in Opposition mit 5.7 mag.

11. November: Merkur-Durchgang vor der Sonne am Nachmittag.

12. November: Vesta in Opposition mit 6.5 mag.

24. November: Venus am Abendhimmel in Konjunktion mit Jupiter.

11. Dezember: Konjunktion von Venus und Saturn am Abendhimmel.

26. Dezember: Ringförmige Sonnenfinsternis in Arabien und Südasien.

Weitere „kosmische“ Ereignisse für 2019 geplant

Veröffentlichung einer marginal aufgelösten ‚Aufnahme‘ von Sgr A*, dem mutmaßlichen Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße, aus Daten des Event Horizon Telescope von 2017 (die Messqualität von 2018 war nicht so gut): vermutlich im ersten Quartal.

Chinas Riesen-Radioteleskop FAST geht in Vollbetrieb – und es wird endlich entschieden, ob das Thirty Meter Telescope nach Hawaii oder La Palma kommt.

Japans Gravitationswellen-Detektor KAGRA läuft an, um einmal die LIGOs und VIRGO zu unterstützen – und der 3. LIGO/VIRGO-Run beginnt im März.

Start der zweiten indischen Mondmission Chandrayaan-2 im Februar und des Mondlanders Beresheet aus Israel auf einer Falcon 9 am 13. Februar.

Start des russischen Satelliten Spektr-RG mit dem deutschen Röntgenteleskop eROSITA – nach x Verschiebungen jetzt für den 1. April (kein Scherz) angesetzt.

Start des ESA-Satelliten CHEOPS zur Exoplaneten-Forschung im Oktober.

Start von Chinas Chang’e-5 zum Mond zur ersten Proben-Rückhol-Mission Ende des Jahres.

Auswahl der nächsten großen interplanetaren NASA-Mission im New Frontiers-Programm zwischen Dragonfly und CAESAR im Juli.

Erste Starts von Menschen zur ISS mit kommerziellen Kapseln irgendwann im Sommer, nach jeweils einem Testflug von Crew Dragon und CST-100 ohne Crew, und erste suborbitale Touristen-Flüge – vielleicht.

Erster Orbitalstart des Launcher One von Virgin nach Abwurf von einem Jumbojet, Anfang des Jahres.

Nur eine Handvoll mehr oder weniger gespannt erwartete Science-Fiction-Filme haben relativ feste Starttermine: Iron Sky: The Coming Race am 16. Januar (Finnland) / 21. März (Deutschland), Captive State am 29. März (USA) / 11. April (Deutschland), Ad Astra am 24./23. Mai, Men in Black: International am 14./13. Juni und Star Wars: Episode IX am 20./19. Dezember; weitere Filme mit unklaren Status sind hier, hier und hier gelistet.

Runde Jahrestage im Jahr 2019

Vor 400 Jahren

… postuliert Johannes Kepler einen Strahlungsdruck der Sonne, der die Kometenschweife von ihr weg drückt (im Buch De Cometis Libelli Tres 1619).

Vor 250 Jahren

… treibt ein Venus-Durchgang vor Sonne Expeditionen in alle Welt, die größte Basislinie bilden Nordnorwegen und Tahiti (1769).

Vor 150 Jahren

… wird das Periodensystem der chemischen Elemente aufgestellt, dem ein Internationales Jahr gewidmet ist.

Vor 100 Jahren

bestätigt eine totale Sonnenfinsternis eine wesentliche Voraussage der Allgemeinen Relativitätstheorie (29.5.1919).

… veröffentlichte Barnard den ersten Katalog von Dunkelwolken.

… beginnt bei Zeiss der Bau des ersten Projektions-Planetariums, das 1923 fertig wird.

Vor 75 Jahren

… weist Kuiper die Atmosphäre des Saturnmonds Titan nach.

… erfindet Maksutov den Maksutov.

Vor 50 Jahren

… finden vier Apollo-Missionen statt, von denen drei den Mondorbit erreichen und zwei die Mondoberfläche.

… passieren Mariner 6 und 7 den Mars (31.7. bzw. 5.8.1969).

Vor 40 Jahren

… passieren die beiden Voyager-Sonden den Jupiter (5.3. bzw. 9.7. 1979), die ersten beiden Planeten-Besuche des Programms.

… wird erstmals ein Kometensturz in die Sonne beobachtet (vom Satelliten SOLWIND; 30.8.1979).

… wird die erste Gravitationslinse entdeckt, der ‚Doppelquasar‘.

… geht das MMT in Betrieb, das erste optische Großteleskop mit segmentiertem Spiegel.

Vor 30 Jahren

… passiert Voyager 2 den Neptun (25.8.1989), der 6. und letzte Planeten-Besuch des Programms.

… starten die Astronomiesatelliten Hipparcos und COBE und die Venus- und Jupiter-Orbiter Magellan und Galileo (8.8. bzw. 18.11. und 4.5. bzw. 18.10.1989).

… demonstriert der Fall „Kalte Fusion“, wie Wissenschaft schief gehen und sich dann selbst korrigieren kann.

Vor 25 Jahren

… stürzen die Fragmente von Komet Shoemaker-Levy 9 auf den Jupiter (16.-22.7.1994).

… wird der erste Mond eines Asteroiden direkt nachgewiesen (Dactyl bei Ida durch Galileo; 17.2.1994).

… tritt Clementine in den Mondorbit ein (19.2.1994).

Vor 20 Jahren

… gibt es zum ersten Mal seit über 100 Jahren eine totale Sonnenfinsternis in Mitteleuropa (11.8.1999).

… starten die großen Röntgensatelliten Chandra der NASA und XMM Newton der ESA (23.7. bzw. 10.12.1999).

Quellen und weitere Infos: Das Jahr 2019 – ein astronomischer Überblick, der Sternenhimmel des Jahres, Astronomische Ziele 2019, die Weltraumspektakel erwarten uns 2019, six unmissable celestial events of 2019, 2019 bietet astronomische Glanzpunkte, IMO Meteorstrom-Kalender 2019, Celestial Highlights in 2019, 2019 Skywatching, top sky-watching events coming in 2019, five eclipses, what’s ahead in space, ein Ausblick auf das astronomische Jahr, Höhepunkte im Astronomiejahr 2019, six eclipses, solar and lunar eclipses in 2019, Spaceflight Now Launch Schedule, Launches and Landings der NASA, Preview 2019 der ESA, 2019 spaceflight events you don’t want to miss, Space in 2019, 2019 What’s Ahead in Space, Space Missions to Watch in 2019, JPL Space Calendar, science in the new year, what will be the big science stories of 2019 – und Paturi, Schlüsseldaten Astronomie sowie diese Seite vor einem Jahr.