SOFIAs erster astronomischer Flug über Europa

hat in der Nacht von vorgestern auf gestern planmäßig stattgefunden (Grafik; im Westen fehlt ein Stück der Route, als SOFIA allen Trackern davon geflogen war) – und ist nach Informationen dieses Blogs „zu hundert Prozent erfolgreich“ verlaufen. Die amerikanisch-deutsche fliegende Sternwarte war vier Tage in Stuttgart stationiert, um erstmals in mittleren nördlichen Breiten Astronomie zu betreiben, wo noch weniger Wasserdampf als über Kalifornien, wo die Flüge normalerweise beginnen, das Fern-Infrarote schluckt. Der mit Verspätung begonnene Aufenthalt SOFIAs in Stuttgart bis heute früh, als es zurück über den Atlantik ging – genau parallel zur zur Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft daselbst – wurde auch groß für die Öffentlichkeit inszeniert: oben fünf der Aufnahmen von Susanne Hüttemeister vom Ankunftstag, weitere hier, hier sowie ein zeitgeraffter Rundgang. An einem Tag wurde – für Dreharbeiten der „Sendung mit Maus“ – sogar ungewohnterweise die große Tür vor dem Teleskop am Boden geöffnet. SOFIA war schon öfters in Deutschland (2/3 runter scrollen), aber immer nur im Zusammenhang mit der Groß-Wartung durch Lufthansa Technik in Hamburg.

Eine Nutzlast für einen Stratosphären-Ballon mit stabilisierter Kamera – von Schülern gebaut, die das System („STRATOSCOPE III“) bereits einmal erfolgreich im Flug getestet und darüber jetzt auf einer Lehrerfortbildung im Rahmen der o.g. AG-Tagung berichtet haben: Noch driftet die Kameraoplattform, die auf einem handelüblichen Gimbal basiert, allmählich weg, aber dagegen soll künftig mit einem Regelkreis vorgegangen werden. Bis zu einer astronomischen Anwendung ist alles allerdings noch ein langer Weg, zumal Nachtstarts in Deutschland kaum möglich sind. Aus Stuttgart selbst soll derweil das European Stratospheric Balloon Observatory (ESBO) kommen, für das auf der Tagung mehrfach geworben wurde: Als erste Nutzlast ist ein 50-cm-Ultraviolett-Teleskop vorgesehen.

„Flying Laptop“ der Uni Stuttgart in der Verlängerung

Kürzlich wurde seine Mission um zwei Jahre verlängert, nachdem der 2017 in Russland gestartete (ganz unten) Kleinsatellit keinerlei nennenswerte Alterungserscheinungen zeigt: Auf der o.g. Tagung wurden im Raumfahrtzentrum BW wurden ein 1:1-Modell und der Kontrollraum gezeigt (dort waren in den ersten Tagen bis zu 20 Personen tätig, jetzt ist er fast verwaist, weil der Satellit weitgehend autonom arbeitet) und über mögliche astronomische Anwendungen vorgetragen. Die gestalten sich als schwierig, da die Kameras an Bord für die Erdbeobachtung gedacht sind (schöne Ergebnisse hängen riesengroß im Foyer des RZBW), aber just die Startracker können ein wenig beitragen. Und in Stuttgart bereitet man bereits den CubeSat SOURCE zur Meteorbeobachtung aus dem Orbit vor: Wie die Auflösung des Akronyms „Stuttgart Operated University Research Cubesat for Evaluation and Education“ verrät, geht es wie beim Flying Laptop in erster Linie um die Ausbildung der Raumfahrtstudenten am echten Objekt.

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