Wenn die Uni Bochum bei der ISS anruft …

Eine Operation fast so komplex wie ein Raumflug: Gestern war der derzeitige ISS-Kommandant Luca Parmitano 20 Minuten lang mit Lehrern in drei europäischen Ländern verbunden, wobei die Übertragung über die ESA im ESTEC in den Niederlanden geschaltet wurde – dieser Live-Call war von der Bildungs-Abteilung der ESA organisiert worden, namentlich den drei European Space Education Resource Offices in Deutschland, Italien und den Niederlanden.

An den drei Schaupätzen – in Deutschland einem Hörsaal der Universität Bochum, wo ESERO Deutschland seine Basis hat – gab es vor dem Call umfangreiche Vor-Programme; dieser Blogger nahm an der Bochumer Veranstaltung teil.

Dito zwei Fernsehteams, Fotografen und der der Weltraum-Podcast Auf Distanz, der aber erst in einigen Monaten im Rahmen eines Programms über ESERO allgemein berichten wird.

Die Bochumer Veranstaltung – zahlreiche Fotos in diesem Album und andere Berichte hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier und hier] – beginnt mit Vorträgen über das ESERO-Konzept und die ISS, …

… und dann können die vier für Deutschland ausgesuchten Lehrerinnen und Lehrer sich und ihre Schul-Aktivitäten im MINT-Bereich vorstellen (einer hat bereits über seine Live-Call-Erfahrung berichtet).

Währenddessen eine – gefühlt recht lange – Schrecksekunde, als plötzlich der Feed vom ESTEC mit allen anderen Live-Bildern verschwunden ist und die erneute Einwahl in das gesicherte Konferenzsystem zuerst nicht gelingen will …

… aber dann ist das Signal wieder da, inklusive des Vorschau-Slides des NASA-Fernsehens in bekanntem Design, …

… und ESERO-Deutschland-Chef Andreas Rienow gibt letzte Anweisungen an das Publikum: Auf der Leinwand rechts erscheinen die vorher eingereichten und auch an Parmitano geschickten Fragen in deutscher Übersetzung.

Eigentlich sind es derer zwölf, je zwei aus Deutschland, Italien und Spanien und dann noch eine Runde – doch da die meisten Fragen eigentlich mehrere und ziemlich ausholend sind und auch Parmitano gerne ausgiebig antwörtet, sind schon nach der ersten Runde die 20 Minuten ISS-Zeit um, womit nur zwei der Lehrer in Bochum zu Wort gekommen sind. Aber am Ende herrschte doch große Zufriedenheit, dass nach tagelangen Vorarbeiten vor allem die technische Seite so tadellos funktioniert hatte:

10 Antworten to “Wenn die Uni Bochum bei der ISS anruft …”

  1. Ab dem 14. Oktober 2019 – Daniels Dies & Das Says:

    […] 15. Oktober: ein Live-Call von Bochum zum ISS-Commander – viele Bilder […]

  2. nemo Says:

    Mmh, Bildungsabteilung der ESA, wirklich, nicht doch die Propagandaabteilung? Obwohl, heutzutage vielleicht schon dasselbe.

  3. nemo Says:

    Solch eine Veranstaltung mit seiner simplen nach außen getragenen astronautischen Idolatrie, ewiger Wiederholung längst überholter/widerlegter Phrasen ist kein gelungener Beitrag der Öffentlichkeit ein rationales Bild der sozioökonomischen Bedeutung und wissenschaftlich-technischen Grundlagen von Raumfahrt näherzubringen.

    • skyweek Says:

      Ich bitte um die detaillierte Auflistung aller „widerlegten Phrasen“ in den Präsentationsfolien und in den Antworten Parmitanos. Vielen Dank. (Und dass die Veranstaltung bei den anwesenden Schülern die MINT-Begeisterung allgemein gesteigert hat, war unüberseh- und -hörbar. Den transutilitären Nutzen von Astronauten für genau solche Zwecke geben auch generelle Kritiker der astronautischen Raumfahrt – wie ich, seit 30 Jahren! – unbesehen zu.)

  4. nemo Says:

    Na dann, lohnt sich der riesige Aufwand ja doch. Der Astronaut hat zwar nichts zu tun, keine Anwendung braucht so wirklich den Astronauten, aber man kann mit ihm super Schüler bespaßen. Mmh, obwohl so ein ganz ehrlicher pädagogisches Ansatz ist das ja nicht – astronautische Scheinwelten, die Aufrechterhaltung von Klischees und Mißkonzepten, statt Aufklärung und Realität. „Meistgesehene Seite.“, „meistgesehene Bilder“ auf der ESA Webseite – Raumsonden haben mindestens einen genauso großen transutilitären Nutzen, deren Vorteil aber darin besteht, die sind grundauf ehrlich und rational begründbar.

    Oh ja, deine Hausaufgaben, die musst du schon selber machen.

    • skyweek Says:

      Hinweis: Ich lasse diese krude Extremmeinung mal als Dokument für mancher Leute Denkweise so stehen – auch wenn der Verfasser sich nicht traut, seinen Namen zu nennen (oder in der Lage ist, einen einzigen konkreten Vorwurf gegen die hier beschriebene Veranstaltung zu erheben) …

  5. nemo Says:

    Vielen Dank für ihren allerletzten, absoluten Nichtbeitrag.

    Um diese Kommentarreihe doch noch zu einem konstruktiven Abschluss zu bringen, zwei Literaturvorschläge (leider hinter Paywall verschanzt), eigentlich Pflichtlektüre für alle (vom Raumfahrtmanager bis zum Schüler und interessierten Laien) die sich über die Konzeption von Raumfahrt Gedanken machen wollen: Zwei Aufsätzen von André Lebeau, einer von 1987 (eigentlich 1986), obgleich ein Produkt seiner Zeit in Darstellung und Logik einfach bestechend und der zweite Aufsatz von 2008 noch immer so aktuell wie vor mehr als 10 Jahren.

    Übrigens, sie meinten wohl „radikal“, in der Wortbedeutung völlig entgegengesetzt zu „extrem“, aber ein oft gemachter Fehler.

    • skyweek Says:

      Was Sie – weiterhin anonym, der Wink mit dem Zaunpfahl ging wohl ins Leere – vertreten, ist in der Tat eine Extremposition in der Raumfahrtpolitik/philosophie … die in den 1990-er Jahren mal populär war aber weder mit der komplexen Realität der Gegenwart mit ihren zahlreichen Zwängen korrespondiert, unter denen nun einmal das viele Geld herbei geschafft werden muss, noch uns irgendwie weiter bringen würde. Darüber mag man streiten (mit eigenen Argumenten, nicht Verweisen auf alte Papers hinter Paywalls, du meine Güte …), aber da dies alles mit den Initiativen von ESA Education zur MINT-Förderung im Allgemeinen – worum es bei den ESEROs und ihrem hier geschilderten Event geht – nichts zu tun hat, ist dieser Thread nun wirklich zu.

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