Facetten von der 38. Bochumer Herbsttagung

Sie fiel auf durch den großen schwarzen Pudel eines Referenten, der in einem Kinderwagen immer wieder einmal heraus und wieder hinein gefahren wurde, die nahezu komplette Abwesenheit von Frauen (neben zweien mit Vereins-Posten waren nur ca. drei weitere im ganz gut gefüllten Hörsaal der Uni zu sehen) – und das gewohnte Spektrum an durchweg hochkarätigen Vorträgen aus vielen Bereichen der aktuellen Amateurastronomie: die 38. Ausgabe [alt.] der BoHeTa.

Da war z.B. der Vortrag von Sighard Schraebler, einem der Zufallsbeobacher des Impakts auf dem Mond während der MoFi im Januar, der das größte Amateurteleskop eingesetzt hatte und damit in diesem Paper Erwähnung fand.

Bernd Gährken berichtete über Erfahrungen mit NightSpace-Fotografie, inklusive Messungen der Polarisation der Aufhellung auch dunklen Wüsten-Himmels zwischen den Sternen (ohne einleuchtende Erklärung), Wolfgang Bischoff über präzise Farbfotos des Mondes, und Rolf Hempel stellte seinen Planetary System Stacker vor.

Udo Backhaus berichtete von langjährigem Bemühen, die Parallaxe von Barnards Pfeilstern zu messen: Aus Daten allein der MONET-Teleskope kamen zunächst erfreuliche 0.56 (Literatur: 0.55) Bogensekunden heraus, aber nach der Hinzunahme von späteren LCGOT-Daten verdüsterte sich das Bild aus mysteriöse Weise (was aber für diesen Blogger nach einem Astrometrie-Problem klingt).

Der 2. Reiff-Preis ging an die Sternwarte Fulda – die damit ein Projekt zur Messung der Aberration des Sternlichts fortführen wird, auf das sie durch einen Artikel dieses Bloggers in astronomie – das magazin Nr. 1 aufmerksam geworden war, der über dieses Paper berichtet und zum Mitmachen aufgefordert hatte. Der 1. ging an ein Gymnasium in Südtirol, das – dort eine Seltenheit – Deutsche und Italiener zusammen bringt.

Im Reiff-Vortrag machte Dietrich Baade von der ESO eloquent Werbung für Be-Sterne, zu deren Erforschung auch Amateurastronomen beitragen können, wenn sie über ordentliche Spektrografen verfügen.

Erst Pollmann berichtete mit Begeisterung über (auch) Amateurbeobachtungen der gerade zuende gegangenen Bedeckung des Partners von VV Cephei (Objekt Nr. 9), aus denen ein überaus komplexes Modell des Betragens des ersteren gewonnen werden konnte.

Peter Köchling startete kabarettreif im Duktus von Heinz Strunk, um Fehler bei der Bildebnung aufzuspießen, bevor er im Detail erklärte, wie man’s richtig macht.

Peter Slansky ging auf den kuriosen Perseiden von 2018 mit mutmaßlich großräumigen Leuchteffekten ein, den auch Gährken beobachtet hatte, und die Mondfinsternis diesen Januar – bei der sich der Mond im Blauen um 16 und im Roten um 14, im Nah-IR (bis 1.1 µm) aber nur um 10 Blendenstufen verdunkelte, „echt krass“. Und Kai Wicker verstärkt den H-Alpha-Anteil von Deep-Sky-Aufnahmen durch Kombination eng- und breitbandig gefilterter Aufnahmen, wobei der Farbeindruck aber erhalten bleibt. Allerdings sind dafür oft Gesamt-Belichtungszeiten von über 30 Stunden und bei Jones-Emberson 1 sogar 45 Stunden erforderlich … Na ja, bis zur nächsten BoHeTa ist ja auch noch Zeit: wahrscheinlich am 31. Oktober 2020.

Eine Antwort to “Facetten von der 38. Bochumer Herbsttagung”

  1. Ab dem 28. Oktober 2019 – Daniels Dies & Das Says:

    […] … der dafür später hell über dem Kölner Dom strahlte, dank Ausstiegs auf einem ungewohnten Bahnsteig(sabschnitt). Tags drauf auf der 38. BoHeTa. […]

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