Allgemeines Live-Blog vom 1. bis 7. Februar 2020


7. Februar

Die Rückkehr von Soyuz MS-13 und L. Parmitano & C. Koch auch in Köln gestern, wobei letztere mit dem Jet des JSC gleich noch weiter nach Houston flog, während er im EnviHab bleibt: Press Releases von ESA und NASA, noch mehr Reiter in der Landezone, weitere Fotos aus der Steppe und Köln (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr sowie Koch in Houston), Videoclips von der Landung hier, hier, hier, hier, hier und hier, Standbilder aus der Übertragung hier, hier und hier, Webcasts aus Köln hier und hier und weitere Clips von dort hier, hier und hier, das erste Interview mit Parmitano noch in der Nacht und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Sowie tatsächlich aus einer Garage stammend ein Elektronenmikroskop für die ISS – und ein weiteres gravierendes Problem während des Orbital-Testflugs des Starliners, dem heute um 21:30 MEZ eine Telecon gewidmet wird: auch Artikel hier, hier, hier, hier und hier und eine berechtigte Frage … [20:45 MEZ]

Der Testflug hatte „a lot of anomalies“, sagt der NASA-Chef in der Telecon – und die Untersuchung läuft noch bis Monatsende, wenn es weitere Erkenntnisse geben soll. [21:40 MEZ] Die beiden Software-Probleme waren ziemlich simple Programmier-Fehler, die aber gar nicht (der 11-Stunden-Fehler des Timers) oder erst, als man wegen des ersten Fehlers schärfer hinsah, während des Fluges (im Zusammenhang mit dem Abkoppeln des Service-Moduls) entdeckt wurden. Und es gab auch noch ein mysteröses Antennen-Problem, das noch untersucht wird. [21:55 MEZ] Wobei offenbar Signale vom Erdboden – die zu Mobilfunk-Türmen passen würden – mehrfach die Verbindung zu den TDRSS-Satelliten störten; die Starliner-Antenne war wohl nicht defekt. [22:10 MEZ] „The process broke down in many areas“ während des Software-Testens, jeder der Fehler hätte zu etlichen Zeitpunkten entdeckt werden müssen … [22:25 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: eine Aufzeichnung der Telecon und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und eine ungewöhnliche Perspektive auf den Start]

34 OneWeb-Satelliten gestartet für die 2. Mega-Konstellation

Mit dem von Arianespace & Starsem durchgeführten Start einer Soyuz-Rakete in Baikonur letzte Nacht hat der Aufbau der zweiten Mega-Konstellation von Internet-Satelliten neben Starlink begonnen: mehr Roskosmos-Bilder hier bzw. hier, Webcasts in Russisch und Englisch [alt], Auszüge hier und hier, Stills hier, hier, hier und hier, der Start aus der Ferne hier und hier und Artikel hier (mehr und mehr), hier, hier, hier, hier und hier.

Die Satelliten-Kette vom letzten Starlink-Start, auch hier und hier, eine aktuelle Tabelle aller Satelliten, wie sie bereits die Statistik im LEO verändern, Artikel zu neuen Entwicklungen (wie einem angedachten Börsengang) hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, eine ggf. größere Rolle der UNO und ein Cartoon.

So sieht der Satellit Cheops die Sterne, gezielt unscharf für beste Fotometrie, da sich das Licht über viele Pixel verteilt: auch der PI mit dem Bild und Artikel hier und hier.

Eine Veranstaltung zum kommenden 30. Jahrestag des berühmten „Fotos vom Sonnensystem“ von Voyager 1, das am 14.2.1990 entstand und die Erde als ‚pale blue dot‘ zeigt, von letzter Nacht – auch eine Auswertung von JunoCam-Aufnahmen des Jupiter vom Perijovium 24.

Ein Mars-Krater vom MRO „auf Bestellung“, denn das HiWish-Programm, bei dem jeder (!) Bilder der Kamera HiRISE anfordern kann, läuft weiterhin. Auch besonders kuriose Formationen, auf die letztens der Marsrover Curiosity gestoßen ist, der Beginn der Definitionsphase des Comet Interceptors der ESA, zu dem dieses Paper Ersatz-Kometen diskutiert, sollte kein frischer vorbei kommen – und die extreme Ausbreitung des australischen Qualms von den Buschbränden. [20:05 MEZ]


6. Februar

Eine Radio-Geschwindigkeits-Falschfarbenkarte von Gas um den Doppelstern HD101584 vom ALMA-Interferometer bei 1.3 mm Wellenlänge: Die Farben zeigen Gas, das sich auf uns zu (blau) oder von uns weg bewegt, während es der eine Stern vom anderen absaugt. Auch geplante Citizen Science mit der Legacy Survey of Space and Time (LSST) des Vera Rubin Observatory, die Prime Focus Assembly WEAVE des William Herschel Telescope, das Heute Journal über das ELT aus Anlass der Auslieferung des M3 in Mainz, die H.E.S.S. Galactic Plane Survey neu gesehen – und der Mars am 2.2. und die Supernova in NGC 4635 am 1.2. mit dem eVs. [18:05 MEZ]


5. Februar

Noch mehr Felsbrocken rund um die Landezone von OSIRIS-REx (siehe auch hier und hier, „Ein schräger Blick …“): Kontext-Bilder hier, hier und hier. Auch die Fahrleistung von Yutu 2 auf der Rückseite des Mondes, Messungen der Mars-Ionosphäre durch MAVEN, schwindende Reserven beim Europa Clipper, die vielfältigen Wirkungen von Plutos Stickstoff-‚Herz‘ [NACHTRAG: mehr dazu], der Status der Heliophysik (mit Erwähnung von STEVE als Pro-Am-Vorbild) – und der Start-Auftrag für den Satelliten PACE (was für „Plankton, Aerosol, Cloud and ocean Ecosystem“ steht) an SpaceX.

In dieser Soyuz-Rakete in Baikonur stecken 34 Satelliten für Mega-Konstellation OneWeb, die morgen um 22:42 MEZ starten und Starlink Konkurrenz machen sollen. Auch eine enge Begegnung eines Starlink mit der ISS, der die Sicherheitsbox um die Raumstation wohl nur knapp verfehlte, die jüngste GAO-Einschätzung des Status von Commercial Crew, dás 250. Aussetzen eines Minisatelliten durch Nanoracks durch den abreisenden Cygnus, der Antares-Rollout für den nächsten Start eines Cygnus, weiter Rätselraten über das Soyuz-Loch von 2018 – und nach seiner Mission und dem Wachwechsel auf der ISS kehren Parmitano und Co. zur Erde zurück, mit der Landung heute früh gegen 10:12 MEZ. [23:00 MEZ]


1. Februar

Ein neues 4-Meter-Sonnenteleskop schafft 30 km Auflösung

auf der Oberfläche – oder sind es eher 36 km, was den oben im Vergleich mit der Kamera des Solar Orbiter genannten 330 American-Football-Feldern à 120 Yards entspräche? Wie die NSF auf Nachfrage soeben mitteilte, sind die 30 km korrekt: „30km is precisely correct. We used the football field analogy to help folks picture it more easily.“ Wie auch immer: Das Daniel K. Inouye Solar Telescope der National Science Foundation auf dem Hawaii-Berg Haleakala sieht die Granulation schärfer denn je (mehr Press Releases hier, hier und hier), was es sogar groß auf eine bedeutende Titelseite brachte – auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein Video-Clip. [21:05 MEZ. NACHTRAG: Wie sich herausstellte, hatte die NSF die Länge eines Football-Felds mit 100′ angesetzt, mit den Endzonen, die dazu gehören, sind es aber 120′ – daher hätte es in der Grafik 270 fields heißen müssen bzw. 1800 für den Solar Orbiter, denn der hat (wie es 7.2. auf einer NASA-PK hieß) 200 km Auflösung]

Das ist das Flugmodell des ersten Hubschraubers für den Mars, der im Sommer zusammen mit dem nächsten NASA-Rover auf die Reise gehen soll – klingt komisch, ist aber so! Auch das Ende des 14. Mond-Tags von Chang’e-4, dessen tausende Bilder bisher jetzt einfacher zugänglich gemacht wurden und dessen Experiment LND hier im Detail beschrieben wird, eine Kollaboration der ESA mit Russland bei Luna 27 (ohne Nennung eines Start-Jahres), die Rückmeldung der Parker Solar Probe nach dem jüngsten Doppel-Rekord-Perihel (bis 109 km/s in 18.9 Mio. km Abstand) – und der Solar Orbiter sitzt auf seiner Atlas V, die nun am Morgen des 10. Februar MEZ starten soll … und in einem britischen Papier als gut für die Wirtschaft dargestellt wird.

Da fliegt die vierte Starlink-Kette über Neuseeland (auch ein Clip daraus und ein anderes Video sowie eins aus Australien) kurz nach dem Start: V.a. in Neuseeland sorgt das für Aufsehen und Verwirrung – während in London Starlink- und OneWeb-Vertreter mit Astronomen sprachen. Und wiederum in Neuseeland startete eine Electron einen Satelliten des NRO der USA: der Webcast, ein paar Screenshots daraus und Artikel hier, hier und hier.

Der Cygnus unmittelbar vor dem Verlassen der ISS gestern: auch Videoclips hier und hier und eine Liste diverser Mini-Satelliten wie CIRIS, die danach vom Transporter freigesetzt wurden (mehr und mehr). Sowie die üblichen Sorgen in Sachen Commercial Crew-Termine, ein mysteriöser russischer Satelliten-Besuch bei einem KH-11-Satelliten der USA (mit keiner ‚Synchronisation‘ der Orbits; auch Artikel hier und hier) – und Experimente mit einem Laser-System, das einmal u.a. bei einer Mondlandung helfen könnte. [19:25 MEZ]

Die (ersten) 3 BlackGEM-Teleskope auf La Silla sind fertig

und werden nun mindestens zwei Monate lang in Betrieb genommen, bevor sie – Projekt-Homepages in den Niederlanden und bei der ESO – mit ihren Himmelsdurchmusterungen und insbesondere schneller Reaktion auf Gravitationswellen-Ereignisse beginnen können. Auch der erste Spektrograf des Vera Rubin Observatory, der Tertiärspiegel für das ELT, ein Abkommen zwischen dem Square Kilometer Array und dem Cherenkov Telescope Array, GW-Kandidafen vom 29.1. (Threads hier und hier) und 28.1., der Nutzen von VR für astronomisches Daten-Verständnis, die SN 2020ue in NGC 4636 mit 12 mag. (allerlei Beobachtungen), Komet PANSTARRS am 31., 29. und 23. Januar, der NEO 2020 BU13 auf exotischer Bahn, die Venus heute, die Temperatur in Deutschland im globalen Vergleich – und schon recht detailreiche Bilder vom Mars von gestern (mehr), vorgestern und vorvorgestern.

Die Helligkeit von Beteigeuze aus den leider erheblich streuenden V-Helligkeiten aus der AAVSO-Datenbank für die letzten 150 Tage (1.8 bis 0.6 mag.) bzw. (1.65 bis 1.25 mag.) 50 Tage mit dem alten bzw. neuen Lichtkurven-Generator erzeugt, mit 12-Tages-Mittelung bzw. geglätteter 5-Tages-Mittelung: Es geht weiter – wenn auch verlangsamt – abwärts …

… wie hier für die vergangenen drei Wochen genauer zu sehen, jeweils mit 3-Tages-Mittelung. Oben (1.9 bis 1.0 mag.) die visuellen Helligkeits-Schätzungen, darunter (2.0 bis 1.0 mag.) vis (rote Kurve) und V übereinander, unten (1.65 bis 1.45 mag.) nur V: Nach dem Quasi-Plateau in der Nähe von 1.5 mag. Mitte Januar sinkt der Mittelwert offenbar nun wieder leicht [NACHTRAG: wie auch dieser Update feststellt]. Wie Experimente mit den Lightkurven-Generatoren in der Zwischenzeit z.B. hier, hier und hier gezeigt hatten, ist es sehr schwer, aus den Datenwolken glaubwürdige Kurzzeit-Trends abzulesen: auch allerlei Kurven-Produkte des „BetelBots“ hier, hier, hier, hier und hier und Experimente anderer hier und hier. Besonders wichtig für die Interpretation ist die Erkenntnis, dass Betelgeuze im Infraroten hell geblieben ist: Der deutliche Helligkeitsabfall im Visuellen geht offenbar auf Staubbildung zurück. Auch bunte Spektren, Artikel hier, hier und hier sowie eine Astro-Vorschau für den Februar – und der DLF gedenkt der Quasi-Geburtsstunde dieses Blogs vor 35(!) Jahren, auf Papier natürlich. [17:45 MEZ]

Eine Antwort to “Allgemeines Live-Blog vom 1. bis 7. Februar 2020”

  1. Allgemeines Live-Blog ab dem 9. Februar 2020 | Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] hat sich offenbar bei 1.6 mag. häuslich eingerichtet, wo er Ende Januar angekommen war (ganz unten), wie hier der Plot aller AAVSO-Daten der vergangenen drei Wochen (schwarz visuell, […]

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