Archive for 16. Juni 2020

Allgemeines Live-Blog vom 16. bis 20. Juni 2020

16. Juni 2020

20. Juni

Der Schweif von Komet Lemmon wird immer imposanter … jedenfalls für den 12-Zöller der Astrofarm Tivoli in Namibia mit dem Gerald Rhemann am 16. Juni diese Aufnahme machte (mit allein 35 Minuten Belichtung für die Luminanz): auch Bilder von heute, gestern, vorgestern (mehr, mehr und mehr), dem 17. Juni, 16. Juni und 15. Juni sowie Vorschauen hier, hier und hier auf NEOWISE, 249P/LINEAR in LASCO hell durch Vorwärtsstreuung, PANSTARRS heute und vorgestern (mehr), der neue C/2020 K8 (Catalina-ATLAS), kometare Aktivität von A/2019 T2 (mehr) und der zerfallene ATLAS im Gesichtsfeld von STEREOs HI (mehr).

Sonnenuntergang heute 2½ Stunden vor der Sommersonnenwende – der für eine weitere Demonstration des Sonnenlaufs vom dafür idealen Balkon genutzt werden konnte. Auch Wege zu besserer Vorhersage des Weltraum-Wetters, der Jupiter gestern, vorgestern und am 16. Juni (mehr), der Saturn am 17. Juni und 16. Juni und der Mars heute.

Ferne schwache NLC heute Abend über der Uni Bochum (für’s Auge gar nicht zu sehen) – auch NLC letzte Nacht (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und vorletzte Nacht (mehr, mehr und mehr). Und der Kampf gegen einen Waldbrand beim Mt. Lemmon Observatory in Arizona: auch mit der Milchstraße drüber … [23:55 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: mehr NLCs heute Nacht hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Ein super-scharfes Mosaik der Landestelle von OSIRIS-REx

auf dem Asteroiden Bennu ist aus 345 PolyCam-Bildern aus 250 Metern Höhe erstellt worden: Im Original hat es 14371 x 14488 Pixel à 4 mm! Neben dieser primären Sample-Stelle Nightingale wurde auch die Ausweich-Stelle Osprey genau inspiziert – ferner eine PK zu 10 Jahren Samples von Hayabusa am 12.6., die Erde & Venus vom Mars gesehen, Hilfe beim KI-Training für Curiosity erwünscht, Beobachtung von Mars-Airglow durch ExoMars, Arbeit an der Mars Sample Return Mission hier, hier und hier und Mars-Eis-Forscher in Ushuaia. Sowie ein Paper über die Entwicklung des Titan-Orbits und Hinweise auf Vulkan-Krater auf diesem Saturn-Mond, neue Bilder von Chang’e-4 und das erneute Erwachen auf der Mond-Rückseite (mehr und mehr). Schließlich Verarbeitung von Hubble-Jupiter-Bildern, der Wert von Lichtkurven von Raumschrott, Experimente zur Navigation mit Pulsaren – und wetterhalber ist der Vega-Start zum wiederholten Mal verschoben worden. [16:25 MESZ]

Ein Lied über die ringförmige Sonnenfinsternis morgen aus Kenia – auch Interactive Stargazing aus Arizona letzte Nacht, der Jupiter live aus Südafrika gestern morgen und heute Nacht (läuft noch), der Sternenhimmel live aus dem Deutschen Museum Bonn, Gibt es außerirdisches Leben im Universum?, Wie entstehen diese schönen bunten Galaxien-Bilder?, Aufbau und Betrieb der Internationalen Raumstation, Planetarium Online live stream: Asteroid Impact!, Space Cafe Tokyo Online: Mixing Drinks in Space, Yes, It Is Rocket Science, A New Era of Commercial Remote Sensing und die Astronomical and Ecological bzw. Microbiological Aspects des bunt gewordenen Lonar Meteoritic Impact Crater. [0:45 MESZ. NACHTRAG: ein NASA-Artikel dazu]


19. Juni

Und nun: die komplette Röntgen-Himmelskarte von eROSITA

Die russische Hälfte kennen wir ja schon seit einer Woche, aber nun ist sie mit der deutschen zusammengefügt worden: oben der gesamte Himmel mit den Augen der eROSITA-Teleskope auf SpektrRG nach der ersten Komplett-Durchmusterung in Aitoff-Projektion , darunter ein Auschnitt um das Zentrum der Milchstraße; die Farbe codiert die Energie der Röntgenphotonen. Während der 182 Tage hat eROSITA rund 1 Mio. Röntgenquellen gesichtet, die meisten Aktive Galaktische Kerne. Das Zusammensetzen des ersten kompletten Himmelsbildes war eine Mammutaufgabe: Bislang hat man etwa 165 GB an Daten, die von eROSITAs sieben Kameras gesammelt wurden, empfangen und verarbeitet.

Die eROSITA-Durchmusterung ist schon nach dieser ersten Runde etwa 4-mal tiefer als die von ROSAT und zeigt 10-mal Quellen. Hier ein paar Details aus der ‚deutschen Hälfte‘: oben der Vela-Supernovarest samt Pulsar im Zentrum, rechts oben verziert mit Puppis A, einem weiteren SNR, darunter die Große Magellansche Wolke, die für eROSITA v.a. durch Röntgendoppelsterne und SNRs auffällt – und ein Lichtecho, bei dem Staub im Vordergrund ein kurzes grelles Aufleuchten des Röntgendoppelsterns MAXI 1348-620 in der Mitte ein Jahr zuvor als Ring sichtbar werden lässt. SpektrRG beginnt nun seine zweite Himmelsdurchmusterung, die bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein wird: Insgesamt sind in den nächsten 3½ Jahren sieben Karten wie dieses Bild geplant, und ihre kombinierte Empfindlichkeit wird um einen Faktor 5 besser sein: Dieser tiefste Blick in den gesamten Röntgenhimmel dürfte eine Fundgrube für Jahrzehnte werden. [10:00 MESZ] Pressemitteilungen auch vom IKI (das zusätzlich den Nachweis mehrerer Quasare bis z>6 und von 20’000 Galaxienhaufen erwähnt) und aus Potsdam (mit besonderer Betonung des Lichtechos) und ein Artikel. [12:15 MESZ] Ein Roskosmos Release und Artikel hier, hier, hier und hier. [22:55 MESZ]

Heute bedeckt der Mond die Venus … in 22° Abstand am Taghimmel: hier z.B. die Situation in Berlin um 9:58 MESZ, unmittelbar vor dem Eintritt der Venus-Sichel (Bilder von vorgestern hier, hier und hier) hinter dem Mond, hinter dem sie um 10:53 MESZ wieder auftauchen soll. Zu sehen ist die Bedeckung v.a. in Zentral- und Nordeuropa und weiten Teilen Russlands, von wo auch dieses Posting und dieses Erklärvideo stammen, Infos auf Deutsch gibt es z.B. hier, hier, hier und hier, auf Englisch hier, hier und hier und auf Spanisch hier und hier – und wenn einer der wenigen angekündigten Webcasts funktioniert, gibt’s hier den Link. [0:45 MESZ]

Ein Webcast aus Bonn hat klaren Himmel – der enorme Unterschied der Flächenhelligkeiten von Venus und Mond fällt auf! [9:45 MESZ] Leider zogen just zum Eintritt um 9:49 MESZ Wolken vor der Venus vobei, so dass das Verschwinden ihrer Sichel nur sehr schemenhaft zu sehen war (und die Mondsichel gar nicht mehr) – aber immerhin. Ein Bildpaar aus Spanien zeigt den Eintritt dagegen deutlich. [9:55 MESZ. NACHTRAG: ein weiteres Paar plus ein besonders kontrastreiches Foto aus Schweden kurz vor dem Eintritt – der dort zentraler als in Deutschland erfolgte. Und in La Palma gab es bereits ein Ein- und Austritt zu sehen: Bilder eins, zwei und drei. NACHTRAG 2: der Eintritt dort im Zeitraffer gefilmt, auch ein erfolgreicher Webcast aus Litauen mit tollem Ein- und Austritt und ein Bild aus Spanien. NACHTRAG 3: weitere Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. NACHTRAG 4: ein Videoclip und weitere Bilder aus Europa hier, hier, hier, hier und hier und aus Nordamerika im Aufgang hier, hier, hier, hier und hier. NACHTRAG 5:

Ein besonders hoch vergrößertes Video des Eintritts, das mit einem 16-Zöller aufgenommen wurde (und arg unter dem Seeing leidet, damit aber den visuellen Eindruck einer solchen Beobachtung nachbildet) – auch weitere Videos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, Artikel hier, hier und hier und die Sichtzone der Bedeckung auf der Erde anders projiziert]


18. Juni

Dunkel-Materie-Detektor XENON1T: 1 Exzess, 3 Erklärungen

Seit gestern sorgt dieses Paper für Aufsehen unter Teilchenphysikern: Der große Detektor XENON1T im Gran-Sasso-Labor meldet einen Exzess von Elektronen-Rückstreu-Ereignissen unter 7 keV (im Plot ein Modell für den Ereignis-Hintergrund B0 und die Events des Science Run 1 vom Februar 2017 bis Februar 2018). Das sind keine WIMPs, nach denen XENON eigentlich sucht: Für diesen populären Kandidaten der Dunklen Materie liefert er sogar den härtesten Nicht-Nachweis. Aber in Frage kommen Beta-Zerfall von Tritium (auf dessen Anwesenheit es jedoch keine direkten Hinweise gibt), Axionen aus der Sonne – ein völlig anderer Dunkel-Materie-Kandidat, der in diesem speziellen Fall aber nichts mit dem kosmologischen zu tun hätte, für den XENON nicht empfindlich wäre – und ein verstärktes magnetisches Moment des Neutrinos. Konkret wurden beim SR1 zwischen 1 und 7 KeV 285 Ereignisse registriert, während 232±15 erwartet wurden; bei 2-3 keV ist der Exzess am größten – die Signifikanz für den Nachweis von Sonnen-Axionen (dem indirekte astronomische Evidenz übrigens stark widerspräche) liegt aber nur bei 3.5 Sigma und gar nur 2.1 wenn man den möglichen Tritium-Effekt einpreist, und für einen Neutrino-Effekt bei 3.2 Sigma. Die nächste XENON-Version XENONnT wie auch andere Detektoren der nächsten Generation sollten ein deutlich klareres Bild liefern: auch ein langer Vortrag zum Paper hier oder hier, die 68 Slides daraus, Press Releases hier, hier, hier, hier und hier, Threads hier und hier, ein kleines Zeichentrick-Video und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Und noch drei andere axionische Papers der letzten Zeit: Search for Axionlike-Particle-Induced Prompt Gamma-Ray Emission from Extragalactic Core-Collapse Supernovae with the Fermi Large Area Telescope (eine Pressemitteilung dazu), Axiogenesis (Press Releases hier und hier) und Evidence for an axionic charge density wave in the Weyl semimetal (TaSe4)2I (eine Pressemitteilung). [14:15 MESZ]


17. Juni

Das sind die SOHO-Kometen Nr. 3999 und Nr. 4000, wobei der 4000. – wie meistens – von einem Fan des europäischen Sonnen-Satelliten entdeckt wurde! Auch ein NASA Release, ein anderes Bilder, Video-Clips hier und hier und ein Thread, ferner das erste Perihel des Solar Orbiter in einem halben a.u. Sonnenabstand (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), wie der Satellit Integral betrieben wird, der Gewitter-Beobachter ASIM und ein Bose-Einstein-Kondensat im Cold Atom Lab auf der ISS, eine Extended Mission des LightSail 2, der Start zweier chinesischer Erdbeobachter (harte Zahlen, mehr Artikel hier, hier, hier und hier und Bilder hier und hier) – und ein Paper über unverhoffte Luftverschmutzung durch Chinas Lockdown, erkennbar in Satelliten-Messungen. [16:45, ergänzt 23:45 MESZ]


16. Juni

Feuerkugel über Australien sorgte für reichlich Aufsehen

Artikel hier, hier und hier, ein Video und noch mehr Videoclips hier, hier, hier, hier und hier. Auch Komet Lemmon gestern (mehr), vorgestern und eine Einschätzung, dito zu NEOWISE und dessen Bahn durch LASCO C3 am dem 22.6. Ferner die Venus-Sichel gestern und am 13. Juni, der Jupiter heute und sein GRF, Abschied von der Sonnenflecken-Gruppe, nette NLC letzte Nacht (mehr, mehr und mehr), eine geplante Massen-Beobachtung der Lichtverschmutzung in Australien – und die Rolle der LCO-Teleskope unter COVID.

Eine weitere Vorschau auf die Ring-SoFi in fünf Tagen auf Arabisch (mit besonders schöner Perlschnur bei 9:25) – weitere neue Videos: Die Reise des Sonnenwindes aus der Serie Faszination Astronomie, Sternstunde – ein Blick in den Kosmos (aus Halle), DLR_School_Lab TV Episode 02 – Tobi wird Astronaut, Starlink SpaceX Satelliten, How to Create a Timelapse In Photoshop, Hydrodynamical Simulations of Galaxy Formation von Volker Springel, ein Interview mit Glenn Schneider, Gaia: The million star mapping machine, Subatomic Stories: Understand neutrino oscillations like the pros, Funky Science Story Hour, Episode 2 und Dark Skies in Isolation: Why Protecting the Night Sky is More Important Than Ever aus der laufenden Online-Premiere der Grand Canyon Star Party. [19:45 MESZ]

Nur schemenhaft ist ein großes Feld Leuchtende Nachtwolken hier kurz nach 23 Uhr hier durch dichte Wolken über Bochum zu sehen – anderswo wird berichtet, dass sie nicht nur hell sind sondern auch bis in den Zenit reichen. Weitere Bilder des Displays hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:15 MESZ] Und hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie weitere wolkige Blicke auf das Bochumer Display gegen halb zwölf – für die Kamera beeindruckender als für’s Auge. [23:50 MESZ. NACHTRÄGE: weitere Bilder aus der Nähe und von anderswo hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Zeitraffer hier und hier und Threads hier, hier und hier]