Allgemeines Live-Blog vom 21. bis 25. Juli 2021


25. Juli

GLOSTAR: die Radio-Milchstraße auf allen räumlichen Skalen

bis 1.5 Bogensekunden hinab, kartiert mit dem Very Large Array, dem als Interferometer aber die großräumigen Strukturen entgehen (Kartenausschnitt in der Mitte), und dem Radioteleskop Effelsberg – insbesondere sind dabei noch mehr Supernova-Überreste und Sternentstehungsgebiete aufgespürt worden. Oben und unten Details aus der kombinierten Karte, mehrere Papers sind in diesem indischen Press Release verlinkt, und weitere Releases gibt es hier und hier – auch neue Bauarbeiten am Big Bear Solar Observatory in Kalifornien, das Hubble-Auflösung anstrebende Superpressure Balloon-borne Imaging Telescope (SuperBIT, auch ein Videoclip und Artikel hier und hier), das Projekt eines deutschen Astrophysik-Zentrums unter den sechs Finalisten, was aus einer Sternwarte im Iran werden mag, ein Vortrag von Jill Tarter zum Status von SETI, ein „Metalhenge“ in Bremerhaven – und der Kosmologe Steven Weinberg ist gestorben: Erinnerungen hier, hier, hier und hier, ein Weinberg-Vortrag von 2016 und Artikel hier, hier, hier und hier. [23:25 MESZ – Ende]

Ein unerwartetes Bild der ISS … gestern von einem russischen Mikrosatelliten aufgenommen: Die Kamera auf Uni-Satelliten Aist 2D beobachtet eigentlich die Erde mit 1.5 Meter Auflösung. Und Roskosmos hat soeben beschlossen, dass Pirs am Montag um 12:56 MESZ abgekoppelt und um 16:51 MESZ versenkt werden soll. Auch gibt es endlich Infos zur Bahn von Nauka jetzt: 334 x 406 km, Periode 91.95 Minuten. [17:45 MESZ]

Der große Sprung nach oben, den Nauka durch die beiden Zündungen des Haupttriebwerks gestern gemacht hat, in der gewohnten grafischen Darstellung von Jonathan McDowell: Zur ISS auf ihrer Bahn mit derzeit 419 x 421 km Höhe ist es nun nicht mehr so weit, und der ursprüngliche Zeitplan mit Andocken am 29. Juli und OFT-2-Liftoff am 30. Juli könnte zu halten sein. [18:10 MESZ] Eine Weltraum-Vorschau für die kommende Woche, in der einiges passieren soll – und die die Rolle von Amateurastronomen und -funkern bei der Aufklärung der Vorgänge zum Nauka betont. [21:35 MESZ]

C/2021 O1 (Nishimura) – neuer Amateur-Komet, blöde Bahn

Der am 21. Juli von Hideo Nishimura mit einer DSLR und 200-mm-Teleobjektiv in Japan entdeckte neue Komet hat gemäß einer Bahnbestimmung aus einem 3-Tages-Bogen eine sehr ungünstige Bahn am Himmel [NACHTRAG: ein CBET dazu], wie sich schon vorher angedeutet hatte: Die Gesamthelligkeit des Kometen liegt bei 9. Größe und könnte bis zum 0.8-a.u.-Perihel am 12. August noch etwas steigen, doch wegen geringer Elongation um 25 bis 20 Grad macht er nicht viel her am Himmel. Auch die anderen neuen Kometen C/2021 N3 (PANSTARRS) und P/2021 N2 (Fuls), eine Feuerkugel heute früh über Norwegen (visuelle Meldungen und Artikel hier und hier [NACHTRAG: und hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie Videoclips hier, hier und hier und eine Seite mit Analysen vom Norsk Meteornettverk]), Saturn am 21. Juli, Jupiter gestern (mehr) und am 20. Juli und 18. Juli, NLC der Nacht 23./24. Juli hier, hier, hier und hier – und der Zusammenhang von Klimawandel und Flut: auch bedenkliche Desinformation und ein Paper bereits von 2002 dazu. [17:00 MESZ]

Ein Hubble-Bild einer kuriosen Gravitationslinse, bei der der Galaxienhaufen MACSJ0138.0-2155 den fernen MRG-M0138 abbildet, deren Galaxien bereits das Gas ausgegangen ist – verwendet wurden WFC3 und ACS von 390 nm bis 1.6 µm. Auch das ESA-Zentrum ESTEC aus der Luft, die ersten Navigational Warnings für den Testflug OFT-2 des Starliner (auch Artikel hier, hier und hier) – und große Erwartungen der Wissenschaft and Chinas Raumstation.

Ein Video zum ersten Jahrestag des Starts von Tianwen-1 mit vorher unbekannten Bildern Zhurongs – auch die Inbetriebnahme des Gesteins-Bohrers von Perseverance, der zehnte Flug von Ingenuity mit neuen Rekorden und ersten Bildern (auch ein Artikel) – und Rohbilder vom 35. Perijovium von Juno. [15:55 MESZ]


24. Juli

Nauka steigt langsam weiter / Pirs bereitet Abreise vor

Die neue Grafik der Bahnhöhen (Höhe in km vs. UTC-Daten) zeigt rechts den Effekt des Bahnmanövers gestern Abend, das das Perigäum um 14 und das Apogäum um 7 km angehoben hat – und offenbar genug Zuversicht im ISS-Management zur Folge hatte, dass soeben die Luke von Pirs geschlossen wurde und es beim morgigen Abkoppeln bleiben dürfte. Für heute hat Roskosmos jedenfalls weitere Bahnmanöver angekündigt, während ein Update der NASA zur ISS nichts zum Status Naukas zu sagen weiß. Derweil sinkt die Proton-Oberstufe weiter und könnte schon in einer Woche abstürzen – und hier nochmal Strichspuren aller drei über Europa gestern Abend und ein Artikel über einen der Nauka-Teleskop-Fotografen. [14:55 MESZ] Roskosmos meldet zwei erfolgte Manöver heute, ohne Dauer oder Effekt zu beziffern aber mit dem Haupttriebwerk, und kündigt die nächsten Bahnanhebungen für den 27. Juli an. [18:45 MESZ]

Die drei Beteiligten des orbitalen Dramas in Aktion, gefilmt mit hoher Vergrößerung – auch weitere Nauka-Ansichten eines anderen Amateurs. [20:10 MESZ] Das Abdocken von Pirs ist um einen weiteren Tag verschoben worden, auf den 26. Juli. Außerdem wurde der ISS-Crew erzählt, dass die heutigen Manöver mit Nauka erfolgreich waren, man aber noch Tests mit dem Andock-System KURS machen müsse. [22:15 MESZ] Nauka wird endlich auch von Heavens Above erfasst, allerdings ist der gerade verwendete Orbit veraltet. Und die mysteriösen Begleiter der Oberstufe haben keine Code-Nummern bekommen. [23:00 MESZ. NACHTRAG: Doppler-Beobachtungen zeigen eine weitere Orbit-Anhebung durch die heutigen Manöver, vielleicht auf 334 x 409 km. Und das Docking-System KURS wurde erfolgreich getestet, heißt es, während der Druck weiter sinkt in der Verbindung Pirs-ISS]


23. Juli

Was InSights Seismometer über den inneren Aufbau des Mars verrät, insbesondere dass der Kern eher groß und weniger dicht und die Kruste dünner als vorher vermutet sind, wird gerade in dieser Show diskutiert – auch Press Releases hier, hier, hier, hier und hier, Pressemitteilungen hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Sowie Ergebnisse vom Mars Express zur Atmosphären-Chemie und Bezüge zur Erde, vom Trace Gas Orbiter zur Gasen in der Atmosphäre und von mehreren Orbitern zu einem großen Staubsturm 2018 plus ein faszinierendes Bild von Curiosity, der ersten Jahrestag des Starts von Tianwen 1 mit neuen Bildern, Ingenuity vor dem zehnten Flug – und wie der ExoMars-Rover als Meteoriten-Sucher benutzt werden kann. [18:30 MESZ] Der hier (ganz unten) erwähnte Stuttgarter Meteor-Beobachter-CubeSat hat die Critical Design Review bestanden – und der Europa-Clipper startet mit einer Falcon Heavy im Oktober 2024, hat die NASA entschieden. [22:35 MESZ] Die drei Gründe für den Abschied vom SLS als Träger. [23:15 MESZ. NACHTRAG: weitere Artikel hier, hier und hier]

So ging es mit Nauka nach dem ersten Manöver aufwärts

Das Perigäum und v.a. das Apogäum des Moduls (gelb; Zeit in UTC, Höhe in km) auf dem Weg zur ISS sind nach dem ersten – wegen nach wie vor nicht offiziell eingestandener Probleme verspäteten – ersten Bahnmanöver spürbar auf nach letzten Messungen 224 x 347 km angestiegen: Bei einem Europa-Überflug gestern Abend kam Nauka wie erhofft „zu spät“ gegenüber einer Berechnung vor dem Manöver und bewegte sich bereits langsamer als die Proton-Oberstufe, die langsam ihrem feurigen Ende entgegen sinkt. Auch von diesem Nauka-Pass gibt es ein Video und Einzelbilder (und ein neu gestacktes Bild vom Abend davor) – und detailreiche Bilder der ISS hier und hier, zu der es noch weit ist. [1:30 MESZ] Oh wow, die NASA hat was mitbekommen … [3:25 MESZ] … während Rogozin gucken kam – aber zum Status Naukas gibt’s nur einen kryptischen Satz und die Lage bleibt wohl kritisch … [13:15 MESZ] … was in diesem Artikel aus Brasilien näher ausgeführt wird: Ein Erreichen der ISS ist keineswegs sicher. [17:25 MESZ. NACHTRAG: Ein Manöver mit den Haupttriebwerken soll am Abend versucht werden; schon vorher war Nauka etwas höher geklettert, wie das aktualisierte Diagramm zeigt. NACHTRAG 2: Bei einem Europa-Überflug in der Nacht kam Nauka 1½ Minuten ‚zu spät‘ gegenüber einer Berechnung vom Abend: Das neue Manöver hat also die Bahnhöhe des Moduls weiter angehoben. Aber das Abdocken von Pirs ist nun auf den 25.7. verschoben worden]

Das James Webb Space Telescope ist nahezu Ariane-gerecht zusammengefaltet und kann nach einigen letzten Tests bald für den Transport nach Französisch-Guyana vorbereitet werden. Auch der erhoffte Exoplaneten-Satellit Pandora, eine neue Kontroll-Technik am Satelliten Eu:CROPIS erprobt, die erste Fallschirm-Landung einer chinesischen Nutzlast-Verkleidung, wie die US-Raumfahrt 10 Jahre nach dem Shuttle weiter ging, grünes Licht für den Starliner am 30. Juli und eine Telecon gerade dazu – und eine Analyse von Virgin Galactic von Ende 2020, die eine krasse Sackgasse sieht, sowie weiter Palaver über (v.a. suborbitalen) Weltraum-Tourismus und seine Akteure hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [1:15 MESZ. NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Die Laser-Kanone von Ottobeuren in Betrieb: Die hier erwähnten Tests („mysteriöse LaserExperimente …“) eines Systems zur Erzeugung künstlicher Sterne an der dortigen Volkssternwarte im Auftrag der ESO haben begonnen. Auch die ersten Remote-Beobachtungen von Sternbedeckungen auf dem Plateau du Calern, der NEID-Spektrograph am WIYN im Einsatz auf dem Kitt Peak, die aktuellen Kometen C/2020 F5 (MASTER) und 7P/Pons-Winnecke, der aktive Asteroid 2005 QN173 von Schülern beobachtet und sein Schweif mit 30 cm Öffnung und größerem Gerät, in Hawaii verärgerte Astronomen wegen Unfugs mit ‚Oumuamua – und der Saturn vorgestern (mehr und mehr) und am 20. Juli und der Jupiter gestern, vorgestern (auch die Rohdaten) und am 19. Juli. [1:00 MESZ]


22. Juli

Heute vor 70 Jahren flogen erstmals Säugetiere ins All und kehrten lebend zurück – nämlich diese beiden Hunde Дезик und Цыган (Dezik und Tsygan), die die Sowjetunion bei einem Suborbitalflug mit einer R1-Rakete am 22. Juli 1951 bis in 101 km Höhe beförderte. Und die danach so sanft per Fallschirm zurückkehrten, dass sie bellend und mit den Schwänzen wedelnd aus der Kapsel geborgen werden konnten: bis auf letzteres Detail praktisch dasselbe, was vorgestern beim Flug 16 des New Shepard geschah, inklusive der 4 Minuten Schwerelosigkeit. Das Abenteuer dieser beiden Helden der tierischen Raumfahrt wird ausführlich auf ihrer russischen Wikipedia-Seite und in diesem alten NASA-Buch auf Seite 95 (PDF-Seite 113) sowie kurz hier beschrieben. [3:15 MESZ]

Zum problematischen Zustand von Nauka gibt es knapp einen Tag nach dem Start weiterhin keinerlei offizielle Informationen von Roskosmos, NASA oder ESA (wo man eine Reifenpanne in Baikonur hingegen für berichtenswert hält). Aus diversen Leaks in Social Media und diesem Artikel ergibt sich jedenfalls, dass (vor allem) Naukas Haupttriebwerke nicht funktionieren, die aber essentiell sind, um die Bahn an die der ISS anzupassen – und in etwa zwei Tagen könnten auch die Bahnebenen beider zu weit auseinander gedriftet sein. Als Konsequenz der Krise wurde das Abdocken des Pirs-Moduls von der ISS bereits um einen Tag auf den 24.7. verschoben. Auch eine Beobachtung von Lichtschwankungen und ein scharfes Bild der Proton-Oberstufe, Strichspuren aller drei von gestern und Nauka-Artikel hier, hier und hier und in Unkenntnis der Probleme hier, hier, hier, hier und hier. [14:45 MESZ] Laut Roskosmos besteht immerhin Funkkontakt. Und es soll wohl heute Abend mit Ersatztriebwerken die erste Bahnanhebung Naukas versucht werden. [18:25 MESZ] Radio-Echos deuten an, dass die Bahn jetzt etwas höher ist – auch die Europa-Prognose für heute und wie es gestern aussah. [20:50 MESZ] Roskosmos bestätigt zwei Triebwerkszündungen, eine zum Testen und eine zum Bahnändern: Beide seien gut verlaufen – und es bleibt beim Abdocken von Pirs am (neuen Datum) 24. Juli. [21:20 MESZ] Die Details der beiden Burns und die Bahn-Parameter danach: 230 x 365 km, Periode 90.2 Minuten. Morgen ist der nächste. [22:35 MESZ]


21. Juli

So weit sind Perseverance und Ingenuity schon gekommen

Auf einer Pressekonferenz werden gerade die Fortschritte mit der Mission Mars 2020 erläutert: Die Grafik zeigt die bisherige Fahrtstrecke des Rovers und den Standort des Helikopters nach dessen neuntem Flug, der mit 2 Minuten und 46 Sekunden Dauer und 625 Metern mit 5 m/s zurückgelegter Strecke Rekorde aufstellte. Flug Nr. 10 ist frühestens am 24. Juli und soll in ein Gebiet namens „raised ridges“ führen, wo auch das Einsammeln einer Probe erwogen wird. Der Mechanismus ist bereits mit einem der 5 Witness-Container (ohne explizit eingebrachte Bodenprobe) getestet worden, und die erste Probenentnahme sollte in den ersten Augustwochen möglich sein.

Ein Blick des „Teleskops“ – des SuperCam RMI – auf dem Rover auf sehr feinkörniges Gestein in der Ferne, wohl eine der ältesten Schichten im Jezero-Krater überhaupt: Das könnte versteinerter Schlamm vom Boden des dort einst immer wieder mal vorhandenen Sees sein … und ein guter Platz, um nach Biosignaturen aus ferner Vergangenheit des Planeten zu suchen.

Und ein WATSON-Bild eines der hellen Steine im Landegebiet, deren Natur – vulkanisch oder Sedimente – immer noch nicht klar ist, weil ihre Oberfläche durch Staub und anderen Belag nicht klar zu sehen ist. Bei einem wird daher bald zum ersten Mal das Abrasion Tool eingesetzt, das sich einen Zentimeter in den Stein hinein fräsen und dann noch kräftig blasen wird. Ansonsten noch erwähnenswert: Percy fährt immer autonomer – und das MOXIE-Experiment ist bisher dreimal gelaufen und hat jeweils 6 Gramm Sauerstoff erzeugen können. [19:25 MESZ]

Ein Press Release zur langwierigen Prozedur der ersten Entnahme einer Gesteins-Probe [alt.] im Bereich rechts hinten in der hier gezeigten Gegend, mit dem Zielgebiet hier und hier genauer umrissen. [19:50 MESZ. NACHTRAG: Artikel dazu hier, hier, hier, hier und hier] Die berühmten DSCOVR-Bilder der Antumbra vom 10. Juni (scroll down) sind heute Gegenstand eines NASA-Features mit einem Video auch früherer SoFis – und aktuell gibt’s Satelliten-Daten zu den Überschwemmungen in Europa, dem Rauch über den USA und dem Impaktkrater Siljan in Schweden.

Ein nettes Video über die schwierige Fern-Reparatur von Hubble (mehr, mehr und mehr), die auch die Leute dahinter zeigt, eine Verschiebung des Ariane-Starts um 3 Tage auf den 30. Juli, die Betankung der Nutzlast Quantum, die weitere Evolution der Vega-Rakete – und der nächste Start einer Electron naht in Neuseeland, nachdem der letzte Fehlstart aufgeklärt zu sein scheint. [22:45 MESZ]

Da wartet die Proton mit dem ISS-Modul Nauka auf ihren Start heute um 16:58 MESZ, dem ein Überflug über Europa am Abend folgen sollte: Die Betankung läuft, um 15:30 Uhr beginnt hier ein russischer Webcast, und später senden auch NASA und ESA, es gibt Updates und Artikel hier und hier. Bereits erfolgt ist heute das Umdocken des Crew Dragon, um Platz für den Starliner zu machen: der komplette Vorgang, ein Video-Clip und Artikel hier und hier. Und schöne aktuelle Amateurbilder der ISS hier und hier. [15:05 MESZ] Der NASA-Webcast läuft, z.B. hier – daraus diese Tafel mit dem Zweck des Moduls. [16:35 MESZ] Ein Live-Blick auf die abendliche Proton, natürlich frei stehend. [16:55 MESZ]

Der pünktliche Start aus dem russischen Webcast – beide hatten verschiedene Bilder (und der amerikanische war 30 Sekunden langsamer), aber beiden fehlten auch ordentliche Teleobjektive: Die Trennung von erster und zweiter Stufe war in beiden Feeds im wesentlichen ein Auseinanderdriften zweier Lichtpunkte. [17:05 MESZ] Und Nauka ist ausgesetzt: Jetzt dauert’s 8 Tage bis zum automatischen Andocken am 29.7. gegen 15:25 MESZ. Und zwar dort, wo bislang Pirs sitzt: Nach dessen Abdocken wird der Stutzen mit dem Canadarm2 auf Fremdkörper untersucht – im (unwahrscheinlichen) Notfall könnte es zwei Tage vor Naukas Ankunft noch eine Sonder-EVA zum Putzen geben. [17:10 MESZ]

Ein Foto aus einem Roskosmos Release – auch ESA Releases im Deutsch ohne und Englisch mit Bildern, eine NASA-Notiz, der Start in der NASA-Version und Artikel hier und hier. [18:15 MESZ. NACHTRAG: Es gibt Berichte über technische Störungen am Modul, insbesondere relevanten Antennen, dessen aktuelle Bahn um um halb Zehn über Mitteleuropa und kurz nach Elf erneut führen wird, dann vor dunklem Himmel. NACHTRAG 2: Was den Blick auf einen spektakuläreren Dreifach-Überflug von der Reihe nach der ISS, der Proton-Oberstufe (von mehreren weiteren schwächeren Objekten begleitet, wie dieses Video zeigt) und Nauka erlaubte, mit den letzteren beiden viel schneller unterwegs als die ISS auf 420 km. Nauka überholt letztere jetzt rasch – und musste die erste Anhebung seiner Bahn verschieben, wobei es zu seinem Zustand weiter keine verlässlichen Angaben gibt. Im Detail aufgenommen hier und hier sieht das Modul jedenfalls gut aus, es gibt auch aufgelöstes Bildmaterial der Oberstufe hier und hier – und die obige PM wurde um etliche bessere Startfotos ergänzt]

Sternbedeckung im Iran: Plutos Atmosphäre auch 2020 dicht

Mit wachsendem Sonnenabstand friert die dünne Atmosphäre des Zwergplaneten nicht etwa aus, wie früher vermutet wurde: Sie ist im Gegenteil in den letzten Jahrzehnten immer dichter geworden. Dieses Diagramm zeigt den Druck bei 1215 km Radius in µbar – und der rote Datenpunkt stammt von einer Sternbedeckung, die am 6. Juni 2020 im Iran beobachtet und vorgestern auf der virtuellen IOTA-Tagung vom Beobachter [NACHTRAG: und auch in diesem Paper] vorgetellt wurde. Offenbar wird die Quellregion des Stickstoffs immer besser beleuchtet, so dass dies die insgesamt geringere Sonneneinstrahlung mehr als wett macht. Auch zahlreiche Videos rund um Sternbedeckungen, aktuelle Bilder von Mars, Saturn, Jupiter (der letztens auf einer Titelseite in Schottland landete, wo er eine Polizistin erschreckt hatte) und Merkur, die Mondknoten-Präzession als Co-Faktor bei Überflutungs-Stärken (auch ein NASA Release, ein Thread und Artikel hier und hier), die Sonne vor 3 Tagen, die Nova Her 2021 von NICER gesehen und ein Bild der SN 2021rhu in NGC 7814.

Großflächige Leuchtende Nachtwolken am Morgen des 20. Juli, aufgenommen von einer russischen Webcam über 22 Minuten hinweg: auch Bilder aus den Nächten 20./21. Juli (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 18./19. Juli (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 17./18. Juli und 16./17. Juli (mehr und mehr). Ferner sehenswerte Himmelsereignisse 2021 bis 2040

… und die fliegende Sternwarte SOFIA ist auf Tahiti gelandet, von wo aus nun acht Wochen lang der Südhimmel aber auch die Hochtatmosphäre der Erde beobachtet werden soll: Eigentlich gehen diese regelmäßigen Süd-Ausflüge immer nach Neuseeland, doch wegen der Pandemie geht das jetzt nicht. [1:30 MEZ. NACHTRÄGE: mehr NLC von vergangener Nacht hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und wie Unkenntnis des Phänomens NLC zufällige Beobachter ziemlich beunruhigen kann …]

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