Live-Blog zu Raumfahrt, Leonard und der Sonne


19. Dezember

Leonard gehört nun dem Süden: viel Spaß mit ~4.8 mag.

Während die Gesamthelligkeit von Leonards Koma – der gestern einen neuen kleinen Ausbruch erlitten haben könnte – heute bei ca. 4.8 mag. liegt, gibt es inzwischen überzeugende Bilder nur noch von Standorten südlich von Mitteleuropa. Das obige gelang Gerald Rhemann gestern remote in Namibia mit einem 12-Zöller, auch eine Auswahl anderer von heute hier, hier und hier, gestern hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und vorgestern hier, hier, hier, hier, hier und hier, dem 16.12. hier und hier und – vom Satelliten STEREO – dem 15.12. hier hoch prozessiert. Da STEREO schräg auf den Kometen schaut, lässt sich in seinen Daten zur Helligkeit sauber der Ausbruch vom 13./14.12. erkennen, während die Photometrie von der Erde aus durch den Vorwärtsstreu-Effekt verkompliziert wird. Und auf der Sonne … kommt noch was nach über den Rand. [19:05 MEZ] Aber es tut sich nix so weit in Sachen große Flares … [21:50 MEZ] … auch wenn heute magnetisch eine Menge los ist, viel mehr auch als vor einem Jahr. Und noch ein paar Leonards von heute: mit Mühe aus Wien und von einem Berg in Slowenien auf 48° bzw. 46° Nord, und hübsch aus Katalonien (41°N), von Gran Canaria (28°N) und aus Neuseeland auf 39°S. [23:55 MEZ – Ende]

Ein paar weitere Visuals aus der AGU-Pressekonferenz zu den neuen Ergebnissen von Juno, die bereits vorgestern diskutiert wurde („So hat sich …“) und auch hier: zwei große rotierende Stürme vom 29. November (38. Perijovium), zwei Beispiele von Meereswirbeln in Ostsee bzw. Nordatlantik (durch Algenblüte erkennbar), die verblüffende Ähnlichkeit mit Wolkenstrukturen Jupiters aufweisen, eine detaillierte Magnetkarte Jupiters mit dem Windprofil (ein markanter Fleck scheint quasi mitgerissen zu werden) und die Ringe Jupiters mit der Stellar Reference Unit aufgenommen, wobei die Monde Metis und Adrastea für das helle Staubband sorgen und dahinter der Perseus leuchtet. Auch Konfusion über die Software auf Ingenuity, ein ESA-Werkzeug im Einsatz bei einem frischen Apollo-Sample im Rahmen der Apollo Next-Generation Sample Analysis – und der Start der nächsten Falcon 9 steht schon bevor, mit einem türkischen Satelliten. [0:45 MEZ] Ein unabhängiger Webcast läuft. [4:25 MEZ] Und der von SpaceX auch. [4:45 MEZ]

Und der zweite Falcon-9-Nachtstart innerhalb von als 15 1/3 Stunden: noch nebulösere Bilder vom Cape diesmal. [5:00 MEZ] Während die Oberstufe und der Satellit in der Parkbahn sind, hat die Unterstufe die 99. erfolgreiche Landung einer solchen hingelegt. [5:10 MEZ] Und die ersten Start-Bilder hier, hier, hier und hier und üblichen Strichspuren hier, hier, hier, hier und hier. [5:25 MEZ] Und hier, hier, hier und hier – und der Satellit ist ausgesetzt. [5:35 MEZ] Mehr pretty pictures hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Video aus der Ferne, ein bisschen Statistik zu den Booster-Landungen und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie die Rolle von SpaceX insgesamt – und das Making-of des japanischen ISS-Zeitraffers. [18:25 MEZ]


18. Dezember

Webb eingekapselt – LRR 21., Roll-Out 22., Start 24. geplant

Bisher scheint es nur dieses eine Foto zu gehen, in dem die Nutzlastverkleidung der Ariane 5 gerade über das auf der Rakete sitzende James Webb Space Telescope gestülpt wird: Nachdem auch das erledigt ist, steht die Launch Readiness Review für den 21.12. an, der der Roll-Out auf die Startrampe am 22. und dann der Start am 24.12. um 13:20 MEZ folgen sollten. Auch der Kommunikations-Plan der NASA und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Derweil ist es nun sicher, dass Artemis I nicht im Februar startet, weil mal wieder was an dem SLS ersetzt werden muss, gab es einen Live-Call mit Crew-3-Mitglied Tom Marshburn u.a. mit einer TV-Station, sind die Wetter-Chancen nur 40% für den nächsten Cargo Dragon, gibt es ein 360°-VR-Video aus der Cupola, ein russisches 4K-Video aus der ISS und einen späten Artikel über die Schulstunde aus Tiangong (mehr und mehr), wird Russlands Raumfahrt in einer Staats-Zeitung kritisiert, hat das Projekt Space Forge Mittel eingetrieben – und gibt es eine ‚Passagier‘-Perspektive aus einer Suborbital-Rakete. [20:00 MEZ]

Ziemlich genau 1800 Starlink-Satelliten sind jetzt im Orbit, nach dem Start von 52 weiteren heute von Vandenberg aus: der Webcast, daraus der Start (dito) und die Unterstufen-Landung (ein Standbild; diese Stufe flog bereits das 11. Mal), ein anderer Webcast, Fotos hier, hier, hier, hier und hier, am Himmel der Aufstieg (mehr und mehr) und Spuren danach (Video), der frische Train des letzten Starts hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, Mitteilungen zu OneWeb und Kepler (die Homepage von ‚Aether‘ und Diskussion hier, hier und hier), ein Podcast zum vollen LEO und Artikel zu diversen Projekten von heute (mehr und mehr), dem 15.12. (mehr und mehr), 14.12., 13.12., 12.12., 8.12., 6.12. (mehr) und 5.12. (mehr). Und mit nur 15 Stunden Abstand – was ein Rekord wäre – soll schon die nächste Falcon 9 starten: der Webcast. [19:25 MEZ]

Koma-Strukturen in Leonard – von einem Mikro-Satelliten

gestern Abend gesehen, nämlich dem kanadischen Near-Earth Object Surveillance Satellite (NEOSSat): Durch unscharfe Maskierung wurden die Muster hervorgehoben. Die Helligkeit des Kometen wird heute um 5.0 mag. geschätzt: Bilder von heute hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, gestern hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (eine Animation dazu), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und vorgestern (aus den Niederlanden) – und Leonard kommt heute der Venus ziemlich nah, doch ob das zu einem Meteorschauer dort führt, ist fraglich.

Die Parade der drei Sonnenfleckengruppen nähert sich der Scheiben-Mitte: vier HMI-Bilder von gestern und heute, oben ein Ausschnitt aus dem neuesten von 17:53 MEZ und weitere Bilder von heute (mehr) und gestern (mehr und mehr und die Magnetfelder) sowie die kommende Merkur-Abendsichtbarkeit und eine Feuerkugel über Ungarn gestern Abend, die auch in Österreich Aufsehen erregte. [18:45 MEZ. NACHTRAG: ein paar Fotos davon]


17. Dezember

Der JWST-Start bleibt für den 24.12. geplant – und IXPE hat sich entfaltet: Lange hat man warten müssen, aber heute Abend MEZ ist bekannt geworden, dass der Start des James Webb Space Telescope weiter für den 24.12. 13:20 MEZ geplant bleibt, nach der jüngsten Verzögerung (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr). Seltsamerweise gibt es aber bis jetzt keinerlei Updates des Starttermins auf den üblichen Kommunikations-Kanälen. Unterdessen hat der Röntgensatellit IXPE seinen Mast ausgefahren, der die Teleskopoptik trägt: ein entscheidender Schritt.

So hat sich der Jupiter-Mond dem Instrument Waves auf dem Orbiter Juno vorgestellt. Auch eine Pressekonferenz auf dem AGU FM zu ganz verschiedenen Entdeckungen Junos, wie man das Innenleben des Uranus aus seinen Ringen erschließen kann, vermutlich ein 22°-Halo für Percy auf dem Mars, die Statistik der Ingenuity-Flüge, Chinas Raumstation als ‚Smart Home‘ und Mondrakete um 2026, der Satellit EnMAP bereit für den Start im Februar 2022, die Folgen eines gewitterten Geheim-Satelliten-Bildes – und ein Interview mit Alan Shepards Tochter nach ihren Suborbital-Hüpfer. [23:25 MEZ. NACHTRAG: nach extremer Konfusion – ein Tweet des ESA DG verschwand wieder, dann nur Schweigen – endlich eine klare Ansage vom Arianespace CEO, dass das JWST jetzt in die Nutzlast-Verkleidung kommt und der Starttermin am 18.12. bestätigt werden soll]

Leonard hatte wirklich Ausbruch – jetzt nur noch ~5. Größe

Ausgerechnet als er quasi zwischen Erde und Sonne stand und kaum zu beobachten war, hat der Komet C/2021 A1 tatsächlich einen signifikanten Ausbruch erlebt und seine OH-Produktion erheblich gesteigert – nur durch vorwärts gestreutes Sonnenlicht war der Hellikeitssprung nicht zu erklären. Diesen sah auch die Kamera SECCHI/HI-2 auf der Sonde STEREO A – und wie sich danach ein bemerkenswerter Plasmaschweif bildete (oben; extrem prozessiert), der im Sonnenwind wehte. Es gibt auch Spektren der Koma vom 3.12. – und die betrübliche Erkenntnis, dass die Helligkeitsschätzungen heute gegen 5.0 tendieren. Trotzdem hier die Positionen heute Abend und bis zum 20.12. … [17:25 MEZ] … und auch für 6° Nord. Bilder von heute aus Asien (mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, hier, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) sowie mit Schweif am 14.12. und das bekannte Yangwang-Video in Farbe. [18:45 MEZ]

Die Fleckengruppen (1)2909, 2908 und 2907 rotieren weiter Richtung Mitte der Sonnenscheibe (wo es anderswo noch vier weitere gibt): Ausschnitte aus Bildern des HMI-Instruments auf dem SDO von gestern 17:23 und heute 3:23 und 18:05 MEZ, auch die Sonne heute (mehr), als es einen M1.3-Flare in Gruppe 2911 gab, und gestern (mehr und eine Animation) sowie die älteste Pol-Umkehr der Erde vor 3.25 Mrd. Jahren. Auch ein langer Thread mit Bildern vom Rubin Observatory jetzt, ein ESO-Chile-Abkommen zum ELT, ein Upgrade für ALMA und das kommende Radioteleskop in Namibia. Und noch ein Vortrag über Astrofotografie in einer Reihe von LIGO India und die Teile eins, zwei und drei der EU-Online-Tagung „The Future of Citizen Science“ nebst einem Policy Event. [19:05 MEZ]

Was Perseverance in seinen ersten 10 Monaten auf dem Mars entdeckt hat, war vorgestern Gegenstand einer an Bildern reichen Pressekonferenz auf dem Fall Meeting der AGU, zu der es auch einen Press Release und Artikel hier, hier und hier gibt: Dargestellt ist hier die bisherige Fahrtroute, wobei die Landschaft je nach vorherrschendem Mineral (kartiert aus dem Orbit) eingefärbt ist. Beim Vorstoß in die Olivin-reiche Region Séitah hat das Bodenradar RIMFAX auffällige schräge Gesteinsschichten aufgespürt (x-Achse ~75, y-Achse ~12 Meter), die auch immer wieder an der Oberfläche aufgeschlossen sind. ALles Gestein bisher ist vulkanischen Ursprungs, aber durch hindurch sickerndes Wasser mit interessanter Chemie angereichert – nun geht es ungefähr auf dem gleichen Weg wieder zurück und nahe der Landestelle vorbei schließlich westwärts in ein altes Flussdelta: Dort wartet ganz andere Geologie. Und der Helikopter Ingenuity fliegt weiter voraus und hat gerade den 18. Flug absolviert: Ein Ende ist nicht in Sicht.

In den Valles Marineris steckt eine Menge Wasser im Boden, hat der ExoMars TGO mit dem Fine Resolution Epithermal Neutron Detector heraus gefunden: In der Region „C“ macht Wasser bis zu 40 Massen-Prozent des Bodenmaterials aus. Es liegt vermutlich als Eis – eine Art Permafrost – vor, aber wie es sich so gut halten kann, bleibt zu ergründen. Auch eine Animation zur Analyse der Hayabusa-2-Proben vom Asteroiden Ryugu, eine Sternbedeckung durch das Lucy-Ziel Eurybates und eine Diskussionsrunde auf dem AGU FM über den Vorschlag einer interstellaren Sonde, die es in 50 Jahren 1000 a.u. (150 Mrd. km oder 1/60 Lichtjahr) weit schaffen soll: Dazu gibt es jetzt eine dicke Studie, das Ergebnis umfangreicher Diskussionen [NACHTRAG: ein längerer späterer Artikel zu der Vision].

Allerlei Sonnenuntergangs-Szenen aus der ISS hat Neuzugang Kayla Barron aufgenommen, darunter auch eine mit Mondsichel. Auch Matthias Maurer in der Cupola, ein kleiner Zwischenfall bei seiner Mission und ein weiterer ARISS-Call gestern (0:23-32): Ein anderer Webcast davon mit viel Pre-Show über Bremen hatte beim Call selbst (1:19-26) Tonprobleme, auch die vorbereiteten Fragen. Ferner hat Roskosmos mehr Soyuzze für Touristen-Flüge geordert, ist der Erdbeobachter Pleiades Neo 4 nun im Einsatz – und scheiterte der Start einer Kuaizhou-1a-Rakete in China: weitere Artikel hier, hier und hier. [3:25 MEZ]

Eine Antwort to “Live-Blog zu Raumfahrt, Leonard und der Sonne”

  1. Allgemeines Live-Blog ab dem 21.12.2021 | Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] andere Perspektive auf die Einkapselung des JWST in Kourou, die Nutzlast-Verkleidung schwebte in einem Stück aus dem „Stockwerk“ darüber in die […]

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