Das James Webb Space Telescope vor dem Start

Morgen soll es tatsächlich passieren, fast 40 Jahre nach den ersten Ideen und 25 Jahre nach dem formellen Projektstart: Eine Ariane 5 (ganz oben: in der Nacht 23./24. auf der Startrampe) soll das James Webb Space Telescope (hier drei Fotos des Originals, von 2016, 2019 und 2020), vormals Next Generation Space Telescope, auf den Weg zum Lagrange-Punkt 2 des Sonne-Erde-Systems befördern, wo es dann mit seinem segmentierten 6.5-m-Spiegel und vier wissenschaftlichen Instrumenten mindestens 10 Jahre lang den Weltraum von 600 nm bis 28.8 µm Wellenlänge beobachten soll – kein Nachfolger des auf deutlich kürzere Wellenlängen zentrierten Hubble Space Telescope also, eher des kleinen Spitzer Space Telescope, dessen Mission im Gegensatz zu Hubbles 2020 endete. Die Anspannung in der (nicht nur Profi-)Astronomie vor dem Start und den folgenden vier Wochen kritischer Entfaltungs-Prozeduren (im 2. Video sowie diesem und ausführlich auch diesem älteren geschildert) ist bereits Gegensatz mancher Scherze wie hier, hier oder hier.

Grundlegendes bieten die Homepages bei der NASA, der ESA (die neben der Ariane für das Instrument NIRSpec und Teile von MIRI sorgte und im Gegenzug wie bei Hubble Anspruch auf 15% der Beobachtungszeit hat), der CSA (Lieferant des Fine Guidance Sensors und von NIRISS. ebenfalls gegen Messzeit) und dem STScI, das das Observatorium betreuen wird, Press Kits von NASA (52 Seiten, alt. und ein Start-‚Paket‘ sowie weitere Links) und ESA (24 Seiten, auch eine Broschüre gleichen Umfangs) und Arianespace (7 Seiten), ein ‚Pocket Guide‘ zu den Instrumenten und ein 122-seitiges Paper (von 2006; alt.). Bilderalben zum Start bieten die NASA (mehr und viele weitere Alben) und die ESA, es gibt einen Countdown-Zähler, die URL des NASA-Webcasts und ein NASA-Blog zur Mission: mit z.B. der langen Reise nach Kourou, erfreulich guten Wetter-Aussichten für morgen, Tipps zum Gucken des Starts – und laut dieser Ankündigung soll das Blog die tagesaktuelle Informationsquelle für die Zeit danach werden. Hilfreich auch eine unabhängige Timeline (die NASA hat keine rechte Lust dazu), Hinweise der ESA zu Live-Übertragungen und einer Pressekonferenz – und wo Webb am Himmel entschwinden wird.

Die Geschichte des NGST begann Mitte der 1980-er Jahre, u.a. mit dem Paper „A space telescope for infrared spectroscopy of Earth-like planets“, das zu dem Schluss kam, ein tiefgekühltes 16-Meter-Teleskop im Weltraum wäre nicht nur ideal für den Nachweis von Sauerstoff auf erdähnlichen Exoplaneten sondern ein fantastisches Universal-Instrument für die Astrophysik. Konkret gefordert wurde es dann 1988 in dem Report „Space Science in the Twenty-First Century“ der National Academies auf den Seiten 47-48: Von 8 bis 16 Metern Durchmesser war da die Rede und einem Wellenlängenbereich von 91 nm bis 30 µm, zu starten 10 bis 20 Jahre nach Hubble (was dem Zeitraum 2000-2010 entsprochen hätte). Schon ziemlich konkret diskutiert wurde dieses ‚Next Generation Space Telescope‘ schließlich auf einem dreitägigen Workshop im September 1989, dessen 384-seitige Proceedings oft als Beginn des Projekts gesehen werden, das neun Jahre später so weit gediehen war und gegen dessen viel spätere Taufe nach einem Ex-NASA-Chef es nichts einzuwenden gibt.

Spezielle Webseiten gibt es z.B. zu MIRI von der ESA und der ETH Zürich, zu Webb-Beiträgen aus Ames und der Bedeutung von Herschel (dem Astronomen) für das Projekt sowie hier mit einfacher und hier und hier in kindgerechter Darstellung. Ferner ein Interview zur Startkampagne, Bilder der Rakete heute und letzten Monat und vom Startgelände aus dem Weltraum und Threads zum Hauptspiegel, der Point Spread Function, den umfassenden Optik-Tests, der exakten Masse des Satelliten – und der entfernten Möglichkeit zum Nachtanken, was die Lebensdauer über 10 Jahre hinaus steigern würde. Press Releases hat’s z.B. von der NASA von vorgestern hier und hier, vom 14.12., 17.11., 2.11., 27.10., 20.10., 22.9. und 18.8. 2021, dem 14.10., 19.8., 12.8., 31.7., 24.6., 21.5., 30.4., 10.4., 26.2. und 5.2. 2020 und 2.12. und 25.9. 2019, von der ESA vom 21.12., 20.12. (auch auf Deutsch und eine Grafik), 8.12., 3.12., 9.11. und 7.9. und von der UA, der UHI, dem MPIA (noch mehr Material), UCR, UKRI, CNRS, PITT und Uni Wien sowie der Aerospace Corp.

Videos gibt’s ohne Ende, etwa einen 13-Minuten-Beitrag von „60 Minutes“, Aufzeichnungen von Pressekonferenzen vom 21.12., 16.12. und 18.11. (mehr), einem 3-Stunden-Event im Planetarium Luzern, einem Vortrag zur langen Vorgeschichte und weiteren Online-Events vom 18.12., 16.12., 14.12., 9.12., 4.12., 2.12. (ein kurioses Bild daraus), 11.11. und 10.11., weitere Videos von 55 Min., 38 Min., 37 Min., 29 Min., 17 Min., 9 Min., 5 Min., 4 Min. (mehr), 1½ Min. (mehr) und 1 Min. Länge (mehr), Unmengen NASA-Material bis 2009 zurück – und Webb auf Schwyzertüütsch. Und Artikel hat’s von heute (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und dem 21.12. (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 20.12. (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 19.12. (mehr), 18.12. (mehr), 17.12., 16.12. (mehr), 15.12. (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 14.12. (mehr), 10.12., 9.12. (mehr), 8.12., 7.12., 4.12., 3.12., 29.11., 26.11., 22.11., 18.11. (mehr), 16.11., 15.11., 13.11., 8.11., 5.11., 3.11. (mehr), 2.11., 28.10., 25.10., 20.10. (mehr und mehr), 19.10., 6.10. (mehr), 1.10., Okt., 30.9., 22.9. (mehr), 20.9., 16.9., 3.8. und 12.4.

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