Allgemeines Live-Blog vom 1. bis 7. Januar 2022


7. Januar

Leonard auf 6.5 mag. gefallen, Plasmaschweif schwindet

Der Abschied vom unterhaltsamen Kometen C/2021 A1 rückt näher – die Helligkeit fällt jetzt steil, und einen schönen Plasmaschweif gab es zuletzt vorgestern zu sehen wie hier auf diesem Bild von Michael Jäger und Lukas Demetz mit 8 Zoll aus Namibia: Aufnahmen von gestern (mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), dem 4.1. (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 3.1. (mehr, mehr und mehr) und 2.1. (mehr und mehr), ein Artikel, ein Gemälde (!) und ein Instrumental-Stück. [22:35 MEZ] Das Jahr hat mit C/2022 A1 (Sarneczky) seinen ersten Kometen, der aber nicht heller als die 17 mag. bei der aktuellen Erdnähe wird: Bilder hier und hier sowie 67P/C-G gestern hier und hier, C/2019 L3 (ATLAS) heute und am 4.1. und 108P/Ciffreo am 4.1. – und die Feuerkugeln am 1.1. über den USA hinter Wolken und am 20. Oktober 2021 über dem Plattensee.

Der „Flammennebel“ NGC 2024, der Reflexions- und Emissionsnebel NGC 2023 und der Pferdekopfnebel (rechts oben) bei 867 µm Wellenlänge oder 346 GHz Frequenz im Radio-Licht des 3-2-Übergangs des Kohlenmonoxids im Rahmen der APEX Large CO Heterodyne Orion Legacy Survey (ALCOHOLS) mit dem chilenischen Radioteleskop APEX aufgenommen. Auch eine Aufzeichnung der vierstündigen „Global Star Party 79“ mit mehreren Vorträgen zum Thema ‚Cosmic Dust‘ – aber auch (von 0:20 bis 0:45) über die SoFi vor einem Monat tief in der Antarktis. [23:15 MEZ]

Die Aktivitätsregion (1)2924 hat sich rasant zu einer fetten Gruppe entwickelt, die sich – hier heute 22:53 MEZ – bereits der Mitte der Scheibe nähert: mehr Bilder der Sonne von heute (auch H-Alpha) und gestern. Auch auf der Rückseite tut sich was, ferner die Papers „Prediction of Sunspot and Plage Coverage for Solar Cycle 25 und „The Great Aurora of 4 February 1872 observed by Angelo Secchi in Rome“, der DWD-Bericht zum Jahr 2021 und ein niederländisches Himmels-Keogramm des ganzen Jahres, der Mond mit 1, 2 oder gar 3 Planeten gestern (mehr, mehr und mehr) – und die Venus-Sichel kurz vor der unteren Konjunktion heute (mehr, mehr und mehr), gestern mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern (mehr, mehr, mehr und mehr). [23:50 MEZ – Ende]


5. Januar

Stetig sinkende Temperaturen auf der dunklen Seite des JWST zeigt die Grafik in der Mitte in Kelvin gegen Tage nach dem Start – und bereits gestern war das Straffen aller 5 Lagen des Sonnenschirms fertig geworden: Nachdem es auch mit Nr. 2 und Nr. 3 flott geklappt hatte, wagte die NASA eine 2½-stündige Live-Übertragung, aus der auch die Standbilder oben von Erläuterungen des Sonnenschilds und unten von Jubel nach dem Straffen auch der letzten Lage stammen. Auch eine Medien-Telecon direkt danach, neue optische Astrometrie & Bahnanalyse für das JWST und seinen alten Booster, ein weiteres Video, Bilder und visuelle Beobachtungen, Artikel von gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern (mehr) – und hoher Besuch in einer Kunstausstellung zum JWST sowie Scherzchen hier, hier und hier. [2:05 MEZ] Ohne Pause geht es weiter: Schon heute wird der Sekundärspiegel ausgeklappt, wieder live übertragen ab ca. 15:45 MEZ! [5:35 MEZ] In Visualization Tool ist jetzt – auf der Basis von Sensor-Daten – klar zu sehen, wie sich die Arme des Sekundärspiegels bewegen. [17:20 MEZ] Der Sekundärspiegel ist ausgeklappt! [17:35 MEZ] „We actually have a telescope“, hat gerade der Programm-Manager im Live-Stream gesagt. [17:55 MEZ] Was verspätet auch die schriftliche Bestätigung, dass der Sekundärspiegel ausgeklappt und fest eingerastet ist. Auch ein erster Schritt für MIRI, ein weiteres Mal das JWST am Himmel und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [19:50 MEZ] Und hier und hier plus ein Fan.

Die Lava-Massen auf La Palma Anfang Januar nach Ende des Vulkan-Ausbruchs, basierend auf Daten des Satelliten Sentinel 2: auch Bilder während des Ausbruchs und ein Video und eine Einschätzung desselben. Derweil sind wie erwartet der erste SLS-Start in den Sommer gerutscht, die ersten Stufen der Ariane 6 unterwegs nach Kourou, die kaputte Angara-Oberstufe abgestürzt (heute um 22:08±1 MEZ, auch die letzten Vorhersagen hier, hier und hier und Artikel hier und hier), das Versagen einer koreanischen Rakete erklärt, das einer iranischen nicht unerwartet und das Zerbrechen des Satelliten YunHai 1-03 als Folge einer Kollision verstanden (Seite 1). Und Ingenuity steht vor dem 19. Flug über den Mars, China hat weitere Mond-Missionen abgesegnet – und Deutschland hat eine neue Koordinatorin für Luft- und Raumfahrt von den Grünen. [23:55 MEZ]


4. Januar

Just zum Perihel: Leonards Staubschweif immer auffälliger

Bereits seit Ende 2021 tritt neben dem strukturreichen Plasmaschweif des Kometen (unten vorgestern von Michael Jäger heraus gearbeitet) zunehmend auch ein diffuser Staubschweif auf, mal dahinter, mal – wie im oberen Bild von Gerald Rhemann von gestern – daneben und heute sogar beiderseits zu sehen. Auch visuelle Berichte von gestern (mehr und vorgestern), eine Zeichnung vom 1.1., Schweif-Vergleiche vom 21.12.-3.1., 29.12.-4.1. und 1.-3.1. und Bilder von heute (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), dem 1.1. (mehr, mehr, mehr und mehr), 31.12. (mehr) und 30.12. sowie eine mögliche Fragmentation von 108P/Ciffreo (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und periodische Koma-Stukturen von C/2017 K2 (PANSTARRS). Ferner ein großer Knall über den USA, der von einer Feuerkugel über dichten Wolken stammte (auch Artikel hier, hier, hier und hier), die Venus-Sichel heute (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern, die Rekonstruktion der Aurora in 3D – und der datenreiche Vortrag von Stefan Rahmstorf „Die unterschätzte Klimakrise“. [23:55 MEZ]


3. Januar

Kaum Probleme: Gute Stimmung unter den JWST-Managern

machte sich gerade bei der ersten Medien-Telecon seit dem Start des komplexen Weltraum-Teleskops (oben eine weitere Variante des Aussetz-Videos, auch ein Vergleich mit Hubble) vor 9 Tagen breit. Das 2 oder 3 Tage dauernde Straffen des großen Sonnenschirms hat vor wenigen Stunden begonnen, schon am Wochenende könnte das Ausklappen der Teleskop-Spiegel folgen – und der Betrieb könnte nach derzeitiger Einschätzung „a lot more“ als 10 Jahre währen. Die Straffungs-Operation war gestern um einen weiteren Tag verschoben worden, um das Verhalten des JWST im Weltraum besser zu verstehen. Ein etwas anderes thermisches Verhalten von ein paar Komponenten als auf der Erde – prinzipiell auch zu erwarten – war aber bisher die einzige Abweichung: Mit den Solarzellen muss etwas anders als nach den ‚Fabrik-Einstellungen‘ gearbeitet werden, und die Motoren, die jetzt an den 5 Lagen des Sonnenschirms ziehen, werden etwas zu warm und müssen ggf. Pausen zum Abkühlen einlegen, auch wurde die Orientierung des Satelliten zur Sonne geändert, der danach wieder die alte einnehmen soll. Die nicht vorhersagbare Notwendigkeit solcher Manöver erlaubt vor dem Abschluss der Inbetriebnahme auch keine verlässliche Abschätzung, wieviel von dem durch den präzisen Ariane-Start eingesparten Treibstoff übrig bleiben wird. Auch weitere Beobachtungen des JWST von der Erde aus – die Helligkeit schwankt wohl klar mit der Orientierung des Satelliten – hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Threads zum Sonnenschirm und Signal-zu-Rausch-Verhältnis und Artikel von heute (mehr), gestern (mehr, mehr und mehr) und vorgestern (mehr und mehr). [20:55 MEZ] Und die größte der fünf Lagen des Sonnenschirms, Richtung Sonne, ist erfolgreich straff gezogen! Weitere Artikel hier, hier und hier – und eine neue Liste zum Abhaken. [23:20 MEZ]

Immer mehr enge Begegnungen von Satelliten und Weltraumschrott miteinander zeigt die Analyse von SOCRATES: hier für die letzten zwei Jahre die Wochenzahlen in 1000-er-Schritten für weniger als 1 km Abstand für alle (oben) und nur die Starlinks (unten). Sie sind in der ersten Januar-Woche 2022 für 57% aller Konjunktionen < 1 km (und 35% aller < 5 km) verantwortlich – und Trümmer von Kosmos 1408 für 8% bzw. 13%. Wegen ihnen – inzwischen sind 903 Teile katalogisiert – hat wiederum die Zahl der nötigen Ausweichmanöver von Starlink-Satelliten zugenommen; auch eine weitere Analyse der Folgen des ASAT-Experiments. Und auf der erfreulicheren Seite die Reise von Zhurong auf dem Mars bisher und was China 2022 so alles vor hat. [23:55 MEZ]


2. Januar

Komet Leonard gesund und gut beschweift vor dem Perihel

Wie oft wurden dem Kometen C/2021 A1 in den letzten Monaten ein Einbruch der Helligkeitsentwicklung oder ein Zerbrechen des Kerns angedichtet – aber er hat es allen gezeigt: Dank nicht zuletzt mehrerer Helligkeits-Ausbrüche ist er nicht etwa seit der Erdnähe Mitte Dezember um zwei Größenklassen von 4 auf 6 gefallen, wie Anfang Dezember vorausgesagt, sondern hat weiter mindestens 5.0 mag., ist am Himmel im Süden auch mit bloßem Auge noch zu finden, und hat weiter einen strukturreichen Plasmaschweif, wie hier gestern über Namibia von Gerald Rhemann mit dem 12-Zöller auf Tivoli festgehalten. Visuelle Impressionen von heute und gestern, viele Bilder aus Chile nebst Schweif-Animationen, der Schweif vom 18. bis 31. Dezember, Bilder vom 2. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 1. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 31. Dezember (mehr), auch C-G heute (mehr) und Borrelly gestern sowie die Venus in Sichel-Gestalt Tage vor der unteren Konjunktion heute (mehr), gestern und vorgestern (mehr und mehr), der Merkur vorgestern bei der Venus – und starke Radiostrahlung von der Nova Cas 2021, eine Seltenheit. [20:25 MEZ]


1. Januar

Der große Sonnenschirm des JWST ist komplett ausgefahren!

Heute sieht das James Webb Space Telescope schon fast so aus wie in dieser 3D-Simulation (in einer Planetariumskuppel): Zwischen 19:30 MEZ gestern und 4:13 MEZ heute sind beide Seiten des riesigen Sonnenschilds entfaltet worden, indem zwei Teleskop-Stangen ausfuhren. Der Beginn der Operation hatte sich gegenüber der Timeline um mehrere Stunden verzögert, weil die klare Bestätigung fehlte, dass sich eine Abdeckung ganz zurück gezogen hatte – die erste größere Abweichung seit dem Start, durch die es so spät wurde, dass man heute einen ungeplanten Ruhetag eingelegt hat: Updates von heute, gestern (mehr), vorgestern (mehr) und dem 29.12. (mehr). Mit dem Schirm ist der Satellit am Himmel wieder deutlich heller geworden (mehr, mehr, mehr und mehr, frühere Beobachtungen hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier), aber nun muss – nunmehr erst ab morgen – das Material noch in Form gebracht werden, bevor die komplexe Prozedur (mehr und mehr) abgeschlossen ist. Auch eine Checkliste zum Ausdrucken und Abhaken, eine Visualisierung des Ziel-Orbits, was der geringere Treibstoff-Verbrauch nach dem präzisen Ariane-Start (ein Video-Clip dazu) tatsächlich für die Betriebsdauer des JWST bedeutet, warum die ‚momentum flap‘ signifikant Treibstoff spart, das erste Licht im System, eine neue ESA-Webseite und Artikel von heute (mehr und mehr), gestern, vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und dem 29.12. (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) – und gestern war Hubble eine Millarde Sekunden im Einsatz.

Das ist ein echtes Foto von Chinas Tianwen-1 im Mars-Orbit, aufgenommen von einer kleinen ausgeworfenen kleinen Kamera, die auch noch mehr schickte: auch ein Artikel [NACHTRAG: noch einer]. Letztes Jahr hat China 55 Starts durchgeführt, ein Rekord mit den letzten beiden am 29.12., für die Satelliten Tongxin Jishu Shiyan Weixing 9 (mehr und mehr) und zuvor Tianhui-4 (mehr und mehr) – auch Chinas Pläne für 2022 und das weitere Mond-Programm in diesem Jahrzehnt.

So geht es abwärts mit den Hinterlassenschaften des missglückten Angara-Starts („Während Roskosmos …“): der Bahnverfall der ausgefallenen Persei-Oberstufe (oben) und mehrerer Schrott-Stücke (mit hohem Luftwiderstand, eins sollte schon verglüht sein) gegen UTC, auch Artikel hier, hier, hier, hier und hier, das russische Raumfahrt-Jahr 2021 (in der Startbilanz wieder nur der 3. Platz), ein iranischer Fehllstart (Videoclips hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier), der Beinahe-Verlust einer Falcon-Stufe nach der Bergung, der US-Wunsch nach einem ISS-Betrieb bis 2030 (auch eine Reaktion der ESA und Artikel hier und hier), ein besonders langes Interview mit Maurer daselbst – und ein Nachruf auf Rich Clifford. [19:15 MEZ]

Leonard mit ~5.0 mag. und noch viel Schweif ins neue Jahr

Oben nimmt er Abschied von 2021 (Aufnahmen von Michael Jäger und Lukas Demetz vom 31. und 30.12., letzteres auch weiter prozessiert), und auch die ersten Bilder von heute zeigen weiter einen ordentlichen Schweif bei einer Helligkeit der Koma um 5.0 mag.: Schweif-Sequenzen vom 19.-30. und 20.-29. Dezember, visuelle Eindrücke vom 31., 30. und 29. Dezember, Bilder von heute (mehr, mehr, mehr, , mehr und mehr), 31.12. (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 30.12. (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 29.12. (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 28.12. (mehr, mehr, mehr und mehr) sowie Nachträge vom 26.12. (mehr und mehr), 25.12., 22.12. und 21.12. und Artikel hier und hier.

Die Fleckengruppe 2916 nähert sich dem Rand (ein SDO-HMI-Bild von 13:29 MEZ), die 2918 hat noch einen M-Flare vom Sonnenrand geschickt, aber erstmal kommt nichts nach: Bilder von heute, gestern (mehr, mehr und mehr), vorgestern und dem 29.12., ferner die Wanderung des magnetischen Nordpols der Erde, die Statistik der NEO-Entdeckungen (die jetzt von Catalina und Pan-STARRS dominiert werden), das Paper „New Evidence for Wet Accretion of Inner Solar System Planetesimals from Meteorit Chelyabinsk and Benenitra“), Auswertungen der Ursiden und Kappa-Cygniden 2021, Artikel über Lichtverschmutzungs-Aktivisten in Deutschland und Frankreich – und alle Flüge von SOFIA 2021, wobei die Zukunft der fliegenden Sternwarte weiter offen ist. [16:35 MEZ]

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