Allgemeines Live-Blog vom 29. 4. bis 5. 5. 2022


5. Mai

So sieht der neue deutsche Hyperspektral-Erdbeobachtungs-Satellit EnMAP den Bosporus: Aus den 135 Kanälen der Kamera SWIR zwischen 900 bis 2450 nm wurden hier solche ausgewählt, die verschiedene Arten von Boden und Baumaterialien unterscheiden lassen (die andere Kamera VNIR liefert weitere 95 Kanäle von 420 bis 1000 nm). Der Streifen über Istanbul war die erste Beobachtung überhaupt mit dem am 1. April gestarteten Satelliten, dessen Akronym für „Environmental Mapping Analysis Program“ steht: auch ein Thread mit einem Video – und der genaue Science Plan. Ansonsten der Start des ExoMars-Rovers kaum vor 2028, die Planetary-Protection-Planung für die Mars Sample Return, ein indischer Plan für eine Venus-Mission 2024 (mehr), neue Sonifikationen von Chandra-Daten und die Final Design Phase von LISA. Und Experimente zur Raumschrott-Entsorgung von Astroscale, ein Fragmentations-Ereignis im Orbit (mehr und mehr) – und wie die NASA lieber mit Firmen abrechnen würde.
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Der Boeing Starliner CST-100 gestern auf dem Weg zu seiner Atlas V für den zweiten crewlosen Testflug, auf die er kurz danach gesetzt wurde: Updates von Boeing, ULA und NASA, weitere Bilder und Videos hier, hier, hier, hier und hier, der Zeitplan und Artikel hier und hier. Nach der Kommando-Übergabe auf der ISS (ein Video und Fotos) steht derweil die Rückreise der Crew 3 unmittelbar bevor, mit dem Abdocken um 7:05 MESZ – ab 6:45 MESZ soll es hier und hier einen Live-Stream geben – und der Wasserung einen Tag später: Zuvor gab es noch ein gemeinsames Event der beiden Europäer an Bord, auch ein Video und eine Galerie zu den Experimenten der Crew 3. [1:20 MESZ] Die Luke ist zu (ein Video-Clip) – während in China eine Langer Marsch 2D acht kommerzielle Erdbeobachter startete. [5:45 MESZ]

Die leicht verspätete Abreise der Crew 3 um 7:20 MESZ heute, mit der Wasserung jetzt für 6:43 MESZ morgen vorgesehen: eine andere Version des Streams, daraus das Abdocken hier, hier und hier, eine NASA-Notiz, eine DLR-Blog-Story, eine Infografik und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [18:05 MESZ] Live-Übertragungen der Wasserung morgen beginnen um 5:30 bzw. um 5:45 MEZ. Auch ein ESA-Bericht zum European Robotic Arm, Artikel zum Starliner-Stacking hier und hier, chinesische Details zum großen Weltraum-Teleskop im Zusammenhang mit deren Raumstation und eine Telecon zu Artemis I heute mit Threads hier, hier, hier, hier und hier: Der neuerliche Roll-Out könnte Ende Mai stattfinden, das WDR 12-15 Tage später, der Start frühestens im Zeitfenster 23.-29. August, und es gibt weitere bis Jahresende, das nächste vom 2.-6. September. Sowie die ersten Daten vom GOES-18-Magnetometer, weitere Artikel zu Indiens Venus-Plänen hier, hier, hier, hier, hier und hier, wie Zhurong bereit für den Winter gemacht wird, Start-Vorbereitungen für Psyche am KSC, ein Zooniverse-Projekt mit Rosetta-Bildern zu zeitlichen Veränderungen, weitere Visuals hier und hier und Artikel hier und hier zum chinesischen Start – und Entwicklungen für Nuklear-Antriebe bei der DARPA. [23:00 MESZ – Ende]


4. Mai

Vorwürfe an die US-Seite: Deutsche kämpfen für SOFIA

In einer ungewöhnlich aggressiven Pressemitteilung protestiert das Deutsche SOFIA Institut gegen die von NASA und DLR verfügte Einstellung des Flugbetriebs der fliegenden Sternwarte SOFIA noch dieses Jahr – mit Vorwürfen an mehrere Seiten jenseits des Atlantiks, v.a. die NASA: Diese habe die Autoren des in die Zukunft gerichteten Astro2020-Reports ungewöhnlicherweise aufgefordert, „im Decadal Survey Report dennoch zu SOFIA Stellung zu beziehen. Die Beurteilung durch den Decadal Survey beruht auf zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung bereits seit zwei Jahren veralteten Informationen. […] Für den Decadal Survey wurden […] keine eigenen aktuellen Informationen erhoben, sondern es wurde auf vorhandenes Material Stand 2019 zurückgegriffen.“ Damals sei die Kritik an der wissenschaftlichen Ineffizienz SOFIAs „sicher angemessen“ gewesen, sie habe sich jedoch seither dramatisch verbessert, wofür diverse Metriken angeführt werden. Nicht eingegangen wird auf die Astro2020 vorangegangene Streichung des SOFIA-Projekts aus den NASA-Haushalts-Entwürfen des Weißen Hauses mehrere Jahre in Folge: Gerettet hatte das Projekt jeweils der US-Kongress, auf den man nun erneut setzt. Und auf eine NASA Townhall gestern zur Reaktion auf Astro2020 … aber zumindest in den Slides der NASA dort wird auf dem 43. nur nochmals als Ende des Projekts – frühere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – als vollendete Tatsache dargestellt.

Der Merkur mit seinem Natriumschweif zwischen der Mondsichel mit krassem Erdschein und den Plejaden vorgestern Abend über den Kanarischen Inseln in einem Bild des IAC: Das Schweif-Phänomen, derzeit durch physikalische Effekte besonders ausgeprägt, ist ein populäres Motiv, wie auch Ergebnisse hier, hier, hier und hier zeigen. Auch ’normale‘ Aufnahmen des Trios gestern aus Deutschland und Japan und vorgestern aus Kanada, den USA (mehr und mehr), von den Kanaren, aus den Niederlanden (mehr und mehr), aus Deutschland von diesem Blogger (mehr und mehr) und anderen (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), aus Österreich, Italien (mehr und mehr), Tschechien, der Slowakei, Polen (mehr), Rumänien, Finnland und Japan (mehr). Und die schmale Mondsichel solo vorgestern aus Pakistan und am 1. Mai aus Kanada und Marokko. [4:15 MESZ] Der Natrium-Schweif ohne Filter klar abgebildet?!?

Das Venus-Jupiter-Paar vorgestern aus Australien mit Besuch der frischen Starlink-Kette (auch Standbilder und von den häufigen Sichtungen dieser Kette weitere Visuals hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier): das Paar oder die ganze Planeten-Kette gestern aus Österreich und Australien, vorgestern aus Kalifornien, Italien (mehr), Pakistan und Japan und am 1. Mai aus den USA und Rumänien. Ferner im Detail der Jupiter am 1. Mai und der Saturn vorgestern, der schwer beschädigte Komet C/2021 O3 gestern unsichtbar, vorgestern vielleicht erwischt und am 29. April mit einem 4.3-m-Teleskop allenfalls extrem diffus nachgewiesen, die Meteoriten-Funde nach der US-Feuerkugel mit dem lauten Knalleffekr – und ein Citizen-Science-Projekt zur Aurora mit der Begutachtung fremder Aufnahmen.

Urplötzlich hat sich die Aktivitätsregion (1)3004 auf der gestern noch öden Sonnenscheibe mächtig entwickelt: die Lage heute und weitere Bilder hier, hier, hier, hier und hier. Auch die Flare-Aktivität hat wieder zugelegt, gestern sogar mit X-Klasse: Updates von 19:20, 19:09, 16:26, 16:22, 14:21, 13:07, 12:31, 12:17, 12:07, 11:53, 11:45, 11:33, 11:01, 10:22, 5:23, 3:51, 3:34, 2:42, 2:41, 2:39, 2:29, 2:25 und 0:36 MESZ heute und 22:46, 20:59, 20:53, 20:52, 20:00, 19:20, 18:12, 17:58, 17:56, 17:40, 17:00, 16:52, 16:22, 15:45 und 15:31 MESZ gestern. Ferner Sonnen-Überwachung mit einem 12-m-Radioteleskop in Arecibo – und von der partiellen Sonnenfinsternis ein Video von Proba 2, nochmals die Penumbra animiert und vom Boden ein Zeitraffer, weitere Bilder hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein TV-News-Clip und Artikel hier und hier. [19:25 MESZ]

Die schon oft erwähnte Supernova 2022hrs in NGC 4647 auf einem Bild des Jacobus Kapteyn Telescope (1 m) auf La Palma während Technik-Tests: auch ein Artikel und weitere Bilder hier, hier und hier. Derweil hat die Sonne allein heute 5 M-Flares produziert: weitere Updates von 23:20, 23:19, 22:54, 22:48, 22:20 und 21:10 MEZ sowie das Wachstum der AR 3004 in Magnetfeld-Darstellung. Und die NASA bereitet in Norwegen das Raketen-Experiment Endurance vor, bei dem zum ersten Mal das globale elektrische Potenzial der Erde gemessen werden soll. [23:55 MESZ]


3. Mai

Zum ersten Mal eine Raketenstufe in der Luft eingefangen

hat vor wenigen Minuten ein Helikopter nach dem Start einer Electron-Rakete in Neuseeland: Das Bild aus der laufenden Live-Übertragung zeigt die erste Stufe am Fallschirm Sekunden bevor ein langer Haken – leider knapp außerhalb des Gesichtsfelds – den Fallschirm zu packen bekam: ein ausführlicher Press Kit, aus dem Webcast der Start und die obige Szene sowie weitere Standbilder hier und hier, ein Live-Ticker und Vorberichte hier, hier, hier, hier und hier. [1:25 MESZ] Nach dem Fang fiel dem Heli-Piloten unerwartetes Verhalten der Last auf: Er ließ die Stufe kontrolliert ins Wasser plumpsen, wo sie schnell von einem Boot geborgen wurde. [1:50 MESZ] Und alle Satelliten sind ausgesetzt, eine Nutzlast verbleibt auf der Kickstage – Mission Success. [1:55 MESZ]

Die Heimkehr der Unterstufe: oben ein Blick aus dem Cockpit des Helikopters (aus einem dahinter liegenden Videoclip), der den Fang allerdings schon „nach wenigen Sekunden“ loslassen musste, und die Bergung durch das ohnehin bereite Boot, wo auch eine Detailaufnahme entstand. [15:25 MESZ] Die Fang-Szene länger und Artikel hier (früher), hier, hier, hier, hier, hier und hier – auch der aktuelle Zeitplan für die Rückkehr der Crew 3 (Abdpocken 7:05 MESZ am 5., Wasserung 6:37 MESZ am 6. Mai) nach dem Wachwechsel auf der ISS, ein Inflight-Call mit Samantha und Matthias, orbitale Späßchen, eine Telecon zum OFT-2 des Starliner (das hartnäckige Ventil-Problem is gelöst und gestartet werden soll um 0:54 MESZ am 20 Mai; auch ein Artikel), neue Gesetze für Kanadas Astronauten, die Zukunft von Chinas Station (eine Zusammenfassung) und der Zustand von Russlands Raumfahrt. Sowie ein erstaunlicher Flare von alten Raumschrott, die ersten Daten der Space Environment In-Situ Suite auf GOES-18, die Untersuchung von Apollo-17-Proben, der 28. Flug von Ingenuity und das Vorankommen von Zhurong, der über 1.9 km auf dem Mars gefahren ist. [23:55 MESZ]


1. Mai

Die laufende Sonnenfinsternis – im extremen Ultravioletten

bereits um 18:05 MESZ vom SUVI-Instrument auf dem geostationären Wettersatelliten GOES-16 bei 17 nm Wellenlänge eingefangen, nur gut zwei Stunden nach einem beachtlichen X-Flare am Westrand der Sonne übrigens: Für die Erde begann die partielle Finsternis einige Stunden später und dauert jetzt noch an, wie z.B. einem Live-Stream von mehreren Orten aus zu entnehmen ist. Screenshots zeigen die Finsternis noch hoch am Himmel über Santiago de Chile vor einer guten Stunde und nahe der maximalen Phase – jetzt geht die Sonne dort gerade immer noch verfinstert unter, wie es zuvor schon in Argentinien zu verfolgen war. [0:00 MESZ] Die partielle SoFi im Untergang von der chilenischen Küste aus mit allerlei atmosphärischer Optik! Und ein ganz anderer partiell verfinsterter Sonnenuntergang aus Argentinien. Und Standbilder aus einem chilenischen Live-Stream, ebenfalls inklusive Untergang. [0:30 MESZ]

Eine Aufzeichnung besagten Streams des Instituto de Astrofísica de la Pontificia Universidad Católica de Chile – dessen Kamera bei der totalen SoFi Ende 2020 im Regen gestanden hatte. Auch weitere partielle Fotos aus Santiago und nochmal der Untergang aus Vina del Mar. [0:45 MESZ] Weitere verfinsterte Sonnen moderat hoch hier, hier, hier, hier und hier und im Untergang hier, hier, hier, hier, hier, hier und im Zeitraffer plus ein Artikel. [1:55 MESZ] Die obige SoFi für GOES-16 als kurze Film-Sequenz – und wie derselbe Satellit die Penumbra auf der Erde sah, nicht leicht zu erkennen. [2:45 MESZ]

Der schon zweimal erwähnte SoFi-Sonnenuntergang von Vina del Mar an der chilenischen Pazifik-Küste – mit mehreren klassischen Phänomenen der atmosphärischen Physik – als Film in Echtzeit. Und ein SoFi-Sonnenuntergang aus Argentinien: ganz andere Geometrie – und natürlich kein Ozean-Vordergrund. [4:05 MESZ] Die SoFi auch von Proba 2 im EUV, weitere Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und in H-Alpha vom Cerro Tololo, Montage-Versuche hier und hier und noch eine Live-Übertragung. Und zu randnahen Aktivitäten der im Weißlicht recht öde gewordenen Sonne Updates von 21:27, 17:15, 17:14, 4:20, 2:22, 1:31 und 1:09 MESZ heute, 22:30, 22:20, 22:09, 21:49, 21:42, 21:32, 20:20, 20:15, 18:37, 16:42, 16:08, 16:06 und 8:01 MESZ gestern und 21:30 MESZ vorgestern.

Der Natriumschweif des Merkur bei den Plejaden gestern aufgenommen von Giuseppe Donatiello – und weitere erfolgreiche Nachweise der letzten Tage hier, hier und hier. [21:50 MESZ] Merkur und Plejaden heute, gestern (mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und am 28. April (mehr, mehr und mehr). Und der Mond heute zurück am Abendhimmel in Abu Dhabi, ein amtliches Statement aus dem Oman zum Ende des Ramadan – ein letzter Blick auf den Mond vor der Neuphase gestern am Taghimmel.

Mittlerweile am Morgenhimmel die Konjunktion von Venus und Jupiter heute (für Europa) oder gestern (für Amerika): oben ein tiefes Bild mit den Galileischen Monden, während hier beide Planeten aufgelöst sind und Jupiter sogar Wolkendetail zeigt, weitere Aufnahmen von ‚morgen‘ aus Japan und Australien, heute aus den USA (mehr und mehr), von den Kanaren, aus Marokko; Österreich, Südafrika, Rumänien (mehr und mehr), Griechenland, Indien, Singapur, Malaysia (mehr), von den Philippinen und aus Australien (mehr, mehr und mehr), gestern aus den USA (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), Kanada (mehr), Italien, Rumänien, Singapur, Indonesien, von den Philippinen (mehr) und aus Australien und vorgestern aus den USA. Auch im Detail die Venus, der Jupiter gestern und vorgestern und der Saturn vorgestern. Ferner der Mysterien-Komet C/2021 O3 (PANSTARRS) mutmaßlich am 27. April auf STEREO-Bildern, was eifrig diskutiert wird, und gestern auf Amateur-Bildern, der neue Komet C/2022 F1 (ATLAS), die Ausgabe 3/2022 der eMeteorNews, die ersten Meteoriten-Funde nach der US-Feuerkugel, die viel Lärm gemacht hatte, und eine Mini-Doku über das Nördlinger Ries. Sowie von der Supernova jede Menge weitere Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, die Slides eines Vortrags auf der Würzburger Frühjahrs-Tagung über die neue VdS-Fachgruppe Remote-Sternwarten (auch die Highlights … und eine Erwähnung dieses Blogs in einem anderen Vortrag), 60 Jahre Sternwarte Norderney – und jede Menge atmosphärische Optik in diesem Video am Horizont hinter den Flamingos. [23:15 MESZ]


30. April

Und da starten schon wieder 53 weitere Starlink-Satelliten …

… in den rapide voller werdenden LEO (neue Berechnungen zu engen Begegnungen hier und hier) – ausgesetzt werden sie erst eine Stunde nach dem Start vor 1/2 Stunde, aber gemäß dieser Statistik müssten dann 2199 Stück im Orbit sein: der Webcast, daraus Start, Staging und Stufen-Landung, Start-Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Videos aus der Ferne hier, hier, hier, hier und hier und Artikel von gestern, vorgestern, dem 27.4., 26.4. (mehr), 24.4. und 22.4. (mehr). [0:00 MESZ]

So viel schärfer sieht das JWST mit seinem MIRI-Instrument (rechts) als sein direkter Vorgänger Spitzer (Mitte) bzw. der IR-Survey-Satellit WISE (links): Die Wellenlängen sind zwar nicht identisch, liegen aber nur um maximal einen Faktor 2 auseinander. Auch eine genaue Erklärung der kuriosen PSF von MIRI, die anders als bei den anderen Instrumenten ist, eine PM zu MIRIs First Light, die Koordinaten des Test-Feldes für die Fokus-Demo, bei der die Bilder logarithisch gestreckt wurden, was den krassen Sternen-Reichtum erklärt, wie das eVscope dem JWST zuarbeitet und Artikel hier und hier. [2:45 MESZ] Auch die Fine Guidance Sensors vs. VISTA und eine PM des MPIA.

Die Starlink-Satelliten wurden ausgesetzt: vom Start weitere Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Videos hier, hier und hier, möglicherweise mit dem Start zusammenhängende Himmels-Effekte hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier. Weiterhin gab es zwei Starts in China, von einer schwimmenden Plattform aus (mehr) und von Land (mehr und mehr) – und die russische Angara flog erstmals: eine PM von Roskosmos, die Rakete vorher (mehr), Bilder nach dem Start hier und hier und Artikel hier und hier. [18:30 MESZ]

Ein Hubble-Bild der ultradiffusen Galaxie GAMA 526784 mit der ACS (606 bis 814 nm) – auch der Vortrag „Visualizing Hubble’s Colorful Universe“ von Zolt Levay, eine Zusammenstellung von Resultaten der Parker Solar Probe, von den EDL-Hinterlassenschaften von Perseverance ein 3D-Modell, eine Analyse der Backshell und Artikel hier und hier, eine Bitte um Kommentare zur Mars Sample Return, was Zhurong im Winter bevorsteht, Wolken aus SO2 vom Vulkan Anak Krakatau – und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier jede Menge Visuals zur Hitzewelle in Indien, die oft auf Satelliten-Daten basieren.

So fühlt sich eine Bahnanhebung der ISS für die Besatzung an, zeitgerafft – auch ein 4-minütiger Rückblick auf den Aufenthalt von Matthias Maurer, die jüngsten Wissenschafts-Highlights und Aktivitäten, die Ankunft von Cristoforetti, ein Interiew mit einem von Axiom-1, die Wochen-Videos This Week @ NASA und Station 2 Ground, ein Abkommen der Regierung der VAE mit der Firma Axion für einen Langzeit-Aufenthalt auf der ISS mit Crew 6 (mehr und mehr) – und aus Russland geplanter Symbolismus mit dem nächsten Progress … und ein angeblich bevorstehender Rückzug von der ISS. [18:45 MESZ. NACHTRAG: Noch am Morgen war es nur eine allgemeine Ankündigung von einem Jahr Vorwarnung vor dem Ausstieg gewesen, aber seither herrscht Verwirrung – und konkret geändert wohl nichts]


29. April

Zum Monatswechsel: Konjunktionen am Abend und Morgen

Alles findet in der Dämmerung statt, aber im Fernglas bzw. mit langer Brennweite fotografiert könnte es sich doch lohnen: Am Abend (Grafiken für Deutschland für den 29. und 30. April und 1. und 2. Mai; Gitternetz mit 5°-Maschen) zieht der Merkur ziemlich nahe an den Plejaden vorbei und wird auch noch von der jungen Mondsichel (und vielleicht einem Kometen) besucht – und am Morgen kommt es zu einer relativ engen Begegnung von Venus und Jupiter. Während am Abend die größte Annäherung von Merkur und Plejaden – Bilder von gestern hier und hier, vorgestern hier und hier inklusive Natrium-Schweif und dem 26.4. – heute und morgen ist, wartet die fotogenste Szene am 2. Mai, wenn Mondsichel, Merkur und Plejaden in einer Reihe stehen, mit etwa gleichem Abstand, wobei der Merkur am Ende seiner Abendsichtbarkeit nur noch etwa +0.8 mag. hell ist. Und ob von dem theoretisch auch noch vorbei eilenden C/2021 O3 – größte Annäherung an die Plejaden am morgen und übermorgen – nach dem Perihel überhaupt noch etwas übrig ist, ist weiterhin unklar.

Am Morgen (Deutschland-Grafiken für den 30. April und 1. und 2. Mai; 1°-Gitter) kommen sich Venus und Jupiter am 1. Mai bis auf 1/3 Grad nahe: Das mag – für Europa in der hellen Morgendämmerung – ganz nett aussehen, wird aber kaum so dramatisch wie z.B. eine Annäherung auf nur 1/5° und höher am Himmel 2014. [1:30 MESZ] Und so sah’s die letzten Tage am Morgen aus: Bilder aus aller Welt (oder gar der ISS) mit bis zu vier Planeten (da war noch ein fünfter schwacher) und/oder der Mondsichel von heute aus Chile, Uruguay, den USA, Kanada, Zimbabwe (letztmals alle 4 plus Mond), Österreich (mehr), Polen, Hongkong (auch alle vier & Mond; alt.), Taiwan und Neuseeland, gestern aus Hawaii, Kanada, den USA (mehr und mehr), Argentinien, Puerto Rico, Deutschland (mehr und mehr), Österreich, Italien, Katar, Saudiarabien, Malaysia, Singapur, Korea, Japan, Borneo, Australien und Neuseeland (mit allen) und vorgestern aus Ohio, Kanada, den Südost-USA (mit den falschen „NLC“ vom Crew-4-Start; mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und Italien. [20:45 MESZ]

Noch ein Himmelsschauspiel – aber davon wird Europa gar nichts mitbekommen, denn die partielle Sonnenfinsternis morgen Abend MESZ ist im Wesentlichen in Chile zu sehen: Artikel hier, hier, hier und hier. Die Sonne selbst hat derweil wieder ein paar Flares produziert: Updates von 21:51, 21:30, 20:30, 17:14, 15:25, 12:30 und 12:03 MESZ heute und 16:21 MESZ gestern und die Sonne heute (mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern – und die globale Verteilung des Sonnenscheins. Auch ein wahrscheinlicher Nachweis von Komet C/2021 O3 (PANSTARRS) am 20. April aber keiner heute, ein Meteorschauer von Komet 197P/LINEAR, eine US-Feuerkugel mit viel Krawall (auch visuelle Sichtungen und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier) und ein möglicher neuer Meteorschauer im Sommer in der Eidechse. Und das bemerkenswerte alte Buch „Das Weltgebäude“, ein „Update on the LIGO, Virgo, and KAGRA detector upgrades for O4“ (auch ein paar Slides daraus und 10 Jahre LIGO-Magazin online) – und am 12. Mai um 15:07 MESZ werden auf parallelen PKs u.a. der ESO und der NSF die Event-Horizon-Telescope-Ergebnisse von Sgr A* im Zentrum der Milchstraße präsentiert: die Video-URL vom ESO-Event. [23:10 MESZ]

2 Antworten to “Allgemeines Live-Blog vom 29. 4. bis 5. 5. 2022”

  1. Rucio Says:

    Fragwürdig ist vor allem die Rolle, die die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR in der SOFIA-Affäre spielt. Welche Interessen vertritt das DLR eigentlich? Die der deutschen Astronomie anscheinend nicht, wenn eigene Berichte und Studien zu SOFIA ignoriert werden und scheinbar hirnlos die amerikanische Sichtweise angenommen und in Pressemitteilungen verbreitet wird – schreibt das DLR eigentlich noch seine eigenen PR-Mitteilungen?! Die Rolle der NASA ist seit langem klare, die Haltung des DLR ist hier der eigentliche Skandal und Rechenschaft würdig. Aber es ist schön zu sehen, dass die deutsche Astronomie noch soviel eigenen Verstand und Feuer hat gegen Windmühlen zu kämpfen.

    PS: Das Ende eines anderen deutschen Astronomieprojekts das jüngst widerstandslos von wissenschaftlichen Analphabeten an die Wand gefahren wurde hat mich daran zweifeln lassen.

  2. Allgemeines Live-Blog ab dem 9. Mai 2022 | Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] war – auch noch mal der Vergleich mit einem Spitzer-Bild bei ähnlicher Wellenlänge, der auch schon bekannt war: Anlass der neuerlichen Präsentation ist eine laufende NASA- und ESA-Telecon zur beginnenden […]

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