Für kurze Zeit sind jetzt elf Personen auf der ISS

nach der Ankunft der Crew 5 gestern um 23:01 MESZ und ihrem Einschweben: eine Szene mit Erde und Mond (auch weitwinkliger), die Annäherung (auch das Andocken) und eine Zeremonie des bunten Haufens. Auch vom Start weitere Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Videos hier, hier, hier und hier, NASA-Updates von 1:14 MESZ heute, 23:11 und 16:49 MESZ gestern und 20:22 MESZ vorgestern und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [2:35 MESZ. NACHTRAG: und hier, hier, hier, hier und hier]

Der Deorbit-Burn der Oberstufe einer Falcon 9 … aus der Sicht von Starlink-Satelliten, die sie zuvor ausgesetzt hatte: In diesem Standbild ist die Stufe markiert, die im kurzen Videoclip dahinter rasant Fahrt aufnimmt. Auch der Webcast des jüngsten Starlink-Starts, daraus Abheben und Landung sowie Standbilder, die Rakete vor der Sonne, andere Bilder hier, hier und hier, was am Himmel zurück blieb, der GAO-Bericht „Large Constellations of Satellites: Mitigating Environmental and Other Effects“ nebst einem Thread, beunruhigende Details zu den Starlinks der 2. Generation, das schnelle Ende zweier der 1., OneWeb schwer in Indien aktiv und Artikel von gestern, dem 3.10., 28.9., 26.9. (mehr), 25.9. (mehr), 23.9. (mehr), 21.9. (mehr) und 20.9. (mehr). Zu einem dritten Falcon-9-Start innerhalb von 32 Stunden kam es übrigens nicht, da er gerade bei t-30 Sekunden abgebrochen wurde: Webcasts hier, hier und hier, ein Ticker und Artikel hier, hier und hier. [3:00 MESZ]

Die ersten Heißlauftests der neuen Ariane 6-Oberstufe laufen

seit vorgestern auf einem speziellen Prüfstand in Lampoldshausen, Baden-Württemberg – im Fokus des ersten standen das Befüllen der Stufe mit kryogenen Treibstoffen sowie ein Test des wiederzündbaren Vinci-Triebwerk: Pressemitteilungen der Ariane Group, des DLR und der ESA [NACHTRAG: und Artikel hier und hier]. Auch sehr unterschiedliche Einschätzungen des letzten Flugs einer Alpha-Rakete von Firefly: War es ein Totalversagen, weil die Satelliten zu niedrig ausgesetzt wurden, ein halber Erfolg, da sie immerhin in einen Orbit kamen … oder ein voller Erfolg, wie es auch Firefly selbst sieht? Sowie das beängstigende Paper „Satellite Formation Flying for Space Advertising: From Technically Feasible to Economically Viable“ nebst Artikeln hier und hier, das mahnende Paper „Unnecessary risks created by uncontrolled rocket reentries“ und eine neue Regel der FCC für beschleunigtes Satelliten-Entsorgen: dazu Artikel von gestern, dem 30.9. (mehr) und 29.9. [3:20 MESZ]

JWST-Galaxien ausgezählt: Die Evolution war wirklich anders

Es war eine der größten Überraschungen des ersten Webb-Sommers gewesen: Offenbar gab es ‚moderne‘ Galaxien schon viel früher in der kosmischen Entwicklung als die diverse Deep Fields von Hubble zu zeigen schienen, das nur bis 1.6 µm schauen kann und daher von fernen = stark rotverschobenen Galaxien nurmehr den morphologisch irreführenden UV-Anteil sieht. Jetzt hat das neue Paper „The JWST Hubble Sequence: The Rest-Frame Optical Evolution of Galaxy Structure at 1.5<z<8" den Verdacht bestätigt: Der Typ von 4265 Galaxien – 20-mal mehr als im 1. Paper – mit guten photometrischen Rotverschiebungen wurde sowohl visuell wie automatisch bestimmt, und heraus kam u.a. der obige Plot für masseärmere Galaxien. Bis zu einer Rotverschiebung von etwa 5 bleiben die Anteile von Scheiben-, elliptischen und pekuliären Galaxien praktisch konstant (und erst dann wird das Bild konfus, da die Galaxien-Formen auch für Webb zu unscharf werden). Nur bei massereichen Galaxien nimmt der Anteil der Scheiben mit steigendem z ab und der der perkuliären zu: Für sie gilt weiter die Vermutung des hierarchischen Wachstums – das bei den kleinen aber schon sehr früh abgeschlossen gewesen sein muss. Auch die Papers „High-Redshift Galaxy Candidates at z=9−13 as Revealed by JWST Observations of WHL0137-08“ und „X-ray analysis of JWST’s first galaxy cluster lens SMACS J0723.3-7327“, eine winzige Vorschau auf ein großes Orionnebel-Mosaik, diverse Vergleiche Chandra vs. Web, ein – bereits bekanntes! – Webb-Galaxien-Bild mit Hubble-Aufnahmen kombiniert (mehr, mehr, mehr und mehr), demnächst ein großer Auftritt des Project Scientist for Operations Webbs – und Fortschritte bei der Kalibration der NIRCam, die bekanntlich anfangs für Konfusion sorgte.

Hubble ‚kann‘ es aber auch noch: die wechselwirkenden Galaxien Arp-Madore 608-333 (eine ‚Snapshot‘-Beobachtungen in einer Lücke zwischen größeren Programmen), der Planetarische Nebel NGC 7027 aus dem Paper „Panchromatic HST/WFC3 Imaging Studies of Young, Rapidly Evolving Planetary Nebulae II in krasser Falschfarb-Darstellung (rot ist Hα/Hβ, grün [Sii]/Hα und blau [FeII] während die Isophotonen Röntgenstrahlung markieren) und die Spiralgalaxien NGC 5495 mit auffällig hellem Aktivem Kern. Auch das Paper „Hubble Asteroid Hunter I. Identifying asteroid trails in Hubble Space Telescope images“ nebst einem Artikel dazu – und ein Auszug aus einem Buch von William Shatner zu seinem Suborbital-Hüpfer vor einem Jahr: Nun wird klar, warum er den Weltraum so trostlos fand … seine Augen waren (ohne dass es ihm bewusst war) durch die helle Erde derart geblendet, dass da einfach nur Schwarz zu sehen war. Eine brauchbare Plattform für Amateurastronomie ist der New Shepard damit – zumindest bei Tag-Starts – nicht … und was richtige Astronauten empfinden, dazu mag das Paper „The Overview Effect and the Ultraview Effect: How Extreme Experiences in/of Outer Space Influence Religious Beliefs in Astronauts“ tiefere Einsichten liefern …

So kann der Solar Orbiter (mit dem EUI) die Korona sehen

Hier ist ihre großräumige Struktur am 7. März 2022 aus Daten des Extrem-Ultraviolett Imagers auf der ESA-Sonde heraus gearbeitet worden: Gezeigt wurde dieses neuartige Bildprodukt letzten Monat auf einer Tagung und gestern in der NASA SMD Quarterly Community Town Hall auf Slide Nr. 13. (Bemerkenswert auch diese Grafik mit allen aktiven und geplanten Missionen der NASA-Forschung.) Im Kontext interessiert: der Start von Chinas Advanced Space-based Solar Observatory (ASO-S) voraussichtlich übermorgen.

Ein ungewöhnliches Bild des Jupitermonds Europa, das Juno während des nahen Vorbeiflugs mit der Stellar Reference Unit aus nur 412 km Höhe machte, während der Jupiterorbiter mit 24 km/s über die Nachtseite des Mondes schoss – die von vom Jupiter reflektierten Sonnenlicht aufgehellt wurde. Erreicht wurden nun 300 Meter pro Pixel: So scharf war diese Region Europas noch nie beobachtet worden. Auch was Fans aus JunoCams Europa-Bildern holen, das Paper „Sodium Distribution on the Moon“, basierend auf Daten von Indiens Chandrayaan-2, die alte Frage, ob Indiens nun beendete Mars Orbiter Mission eigentlich nennenswerte Wissenschaft geliefert hatte – und die Kick-Off-Veranstaltung zur neuen Raumfahrtstrategie in Deutschland. [19:45 MESZ]

Dreimal die Erde aus dem Weltraum: von einer Kamera auf dem gefürchteten Satelliten BlueWalker-3, dessen Riesen-Antenne „in der zweiten Oktober-Hälfte“ entfaltet werden soll (und der schon jetzt ziemlich hell am Himmel ist), ein langes Mosaik des Rheins aus der ISS (hier Köln; anklicken und dann mit „+“ zoomen) und die Methan-Wolke nach dem Nordstream-Leck vom Satelliten GHGSat (auch eine PM des DLR und ein Artikel). Ferner Tests am Satelliten SWOT (Surface Water and Ocean Topography mission), wieder Kontrolle über CAPSTONE auf dem Weg zum Mond (mehr und mehr), der Mars-Lander InSight immer noch in Betrieb, nun sogar einem Staubsturm trotzend – und Starts einer Langer Marsch 11H von einer Barke vor der Küste (Visuals hier, hier, hier, hier und hier) und einer Electron in Neuseeland, die den Satelliten Argos-4 in den Orbit brachte: der Webcast, ein Ticker und ein Artikel. [23:55 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: weitere hier und hier und Fotos hier, hier und hier sowie mehr zu CAPSTONEs Status hier, hier, hier und hier – der Falcon-9-Start mit den 2 Satelliten wurde derweil ein weiteres Mal verschoben]

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