Archive for the ‘Erdbeobachtung’ Category

Am 15. September gibt’s den Landeort für Philae

3. September 2014

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auf dem Kern von Komet C-G (oben eine NavCam-Aufnahme vom 23. August aus 61 km Distanz) sowie eine Back-Up-Stelle im ESA-HQ in Paris mitgeteilt: ausgewählt aus den fünf markierten Finalisten (auch hier, hier, hier, hier und hier und eine Grafik, auch hier bei 17:30), von denen B und J im Detail zu sehen sind, jeweils auf OSIRIS-Aufnahmen vom 16. August aus 100 km Distanz. Man beachte, dass die Albedo des Kerns überall nur wenige Prozent beträgt: Der Helligkeitsbereich ist auf allen Rosetta-Bildern stark gespreizt! In einem 70-minütigen Hangout wurde gestern noch mitgeteilt, dass heute der Abstieg auch aus dem zweiten Annäherungs-Dreieck beginnen sollte, mit Erreichen des ersten echten Orbits am 10. September in 29 km Abstand vom – immer noch nicht klar lokalisierten – Zentrum des Kerns. Das Absetzen von Philae wird angesichts der komplexen Gestalt des Kerns wohl in größerem Abstand als ursprünglich geplant erfolgen, irgendwo zwischen 10 bis 25 km vom Zentrum.

Für die weitere Planung des Abstands Rosetta-Komet hat man schon mal drei Pläne in der Schublade: je nachdem, wie schnell dessen Aktivität nun ansteigt. Das ganze Projekt konzentriert sich derzeit auf die Landeplanung (wobei es hinter den Kulissen offenbar recht turbulent zugeht, wie der Mission Manager in dem Hangout durchblicken ließ), neue wissenschaftliche Erkenntnisse sind da ebenso Mangelware wie neue spannende Visuals: Außer den oben gezeigten gibt es noch ein OSIRIS-Mosaik vom 16. August, leider nur halb verdeckt publiziert, und NavCam-Fragmente vom 31. August (aus 61 km) zum Selber-Stitchen – während Fans dieses Anaglyphen-Bild kreierten. Auch Artikel hier (früher), hier (früher), hier (früher), hier, hier, hier, hier, hier (früher), hier und hier sowie der Status von Dawn vor Ceres, die Fertigstellung von Hayabusa 2 (Bilder auch hier, hier und hier und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier) – und die Retraction eines Hayabusa-Papers wegen Jahre später entdeckter Analyse-Probleme.

Schlechte Noten für Curiosity bei NASA-Sonden-Review

Bei der für den Weiterbetrieb mit entscheidenden Senior Review 2014 (eine Zusammenfassung) ist zwar heraus gekommen, dass bei keiner der laufenden interplanetaren Missionen der NASA der Stecker gezogen werden soll (außer beim Radar-Instrument auf dem LRO) – aber der Mars Rover Curiosity hat von allen am schlechtesten abgeschnitten und soll dringend mehr Science für’s Geld liefern: Artikel hier (früher), hier (früher), hier, hier und hier und Reaktionen hier und hier. Auch Phobos-Beobachtungen von Curiosity, wie ein Safe-Mode des MRO die Kommunikation behindert, eine Memory-Reformatierung Opportunitys (der besser als Curiosity bewertet wurde; mehr, mehr, mehr und mehr Links), der Status von MAVEN und MOM kurz vor ihrer Mars-Ankunft, wie der Curiosity-Klon von Curiosity profitiert in Sachen EDL, Erkenntnisse von Cassini (der besonders gut abschnitt und bis zum geplanten Ende 2017 weiter machen darf [NACHTRÄGE: und zwar so; auch ein weiterer Artikel und mehr Links]) zu Regen auf Titan, nun New Horizons in Neptun-Distanz von der Sonne (mehr, mehr und mehr), just am 25. Jahrestag des Voyager-2-Flybys, Visuals einer Sonneneruption vom 24. August von den STEREO-Satelliten, zwei Jahre Van Allen Probes im Orbit – und neue Pläne mit ISEE-3 nach dem Mond-Flyby: Die sind weiter nur sehr vage solche.

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So sieht Wordview 3 den Flughafen von Madrid, und wegen US-Regularien werden die Bilder des neuen kommerziellen Erdbeobachters – weitere Bilder vom Start auf einer Atlas – bisher noch nicht einmal in voller Schärfe präsentiert. Auch Bilder von Chinas Gaofen-1, die Jahrzehnte überspannende Beobachtung von Eis aus dem Orbit, wie der NASA-Regen-Satellit TRMM trotz des Endes seines Treibstoffs weiter Daten liefert – und ein Ruf nach freiem Zugang zu den Daten von erdbeobachtenden Satelliten.

Foton-Kapsel sicher gelandet – aber die Geckos erfroren

bereits im Orbit, wohl wegen Versagens der Heizung: der Stand des Projekts Foton M-4, ein knapper Roskosmos Press Release, Bilder nach der Landung hier und hier, Artikel hier (früher), hier, hier (samt Kommentar des Astronomy Royal), hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier (früher) und mehr Links. Derweil laufen drei Untersuchungen des Soyuz-Galileo-Disasters: ein ESA Release (früher), Artikel hier (mehr), hier, hier, hier, hier (früher) und hier und mehr Links. Auch Pläne für Satelliten (ORS 5) zur Beobachtung von geostationärem Satelliten-Verkehr, bessere Kollisions-Warnungen von SpaceTrack für Satellitenbetreiber – und der Reentry eines chinesischen Satelliten, der kurz auch deutsche Behörden beschäftigte aber anderswo fiel.

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Eine Aurora-Aufnahme von Ende August aus der ISS, wo Alexander Gerst gleich mehrfach mit der Erde kommunizierte (hier, hier und hier), während das Aussetzen von CubeSats hakt (mehr). Auch Beobachtungen des Reentry des letzten Cygnus, ein Nachruf auf den D1-und-D2-Astronauten Steve Nagel, der Status des SLS, das nun wirklich gebaut werden soll (auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links), die Mission des ESTCube 1, ein Forschungszentrum für Nanosatelliten in Berlin, ein gescheiterter Test einer Hyperschall-Waffe – und 50 Jahre ESA (mehr und mehr).

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So sieht ein ordentliches Weltraum-T-Shirt aus

1. Juli 2014

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So gesehen heute auf dem Porzer Picknick des DLR in Köln: Mit dem Namen des 5. und letzten ATV-Transporters zur ISS wird der Astronom geehrt, der bei der Endeckung der kosmischen Expansion Hubble deutlich zuvorgekommen war, wie etwa hier oder in diesem und v.a. diesem Paper nachzulesen. Auch die aktuellen Aktivitäten auf der ISS und Kontakt per Amateurfunk für Schulen.

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Zwei Kuiper-Gürtel-Objekte hat Hubble gefunden, bei den Test-Beobachtungen im Auftrag von New Horizons („Hubble auf der Suche nach einem 2. Ziel für New Horizons“): Damit ist es statistisch gesehen wahrscheinlich, dass eine intensivere Suche ein optimales Zweitziel nach Pluto aufspüren wird – weshalb diese nun genehmigt worden ist und im Juli und August stattfinden wird.

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So sieht der erste deutsche Asteroiden-Lander MASCOT aus

Die deutsche Beigabe für die japanische Mission Hayabusa 2, die „schon bald“ starten soll, ist jetzt fertig integriert. Auch die Orbit-Planung der Dawn-Mission für den Zwergplaneten Ceres, die kommenden „Far Approach Trajectory“-Manöver von Rosetta, die schon erwähnte Wasserproduktion des Zielkometen im Kontext (mehr, mehr und mehr), die zunehmende Aufheizung des Venus Express während des laufenden Aerobrakings, die aktuelle Aussicht Opportunitys – und die „Grand Finale“ getaufte letzte Verlängerung der Mission Cassinis, der nun genau 10 Jahre im Saturn-Orbit ist und z.B. die Jahreszeiten auf Titan begleitet.

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Hier startet ein indisches PSLV mit fünf Satelliten an Bord, wobei gestern der französische Erdbeobachter Spot 7 die Hauptnutzlast war – von den vier Mitpassagieren auf der Rakete war einer aus Deutschland: eine PM des DLR (früher), Artikel hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links.

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Nächster Startversuch für OCO-2 am Mittwoch, 11:56 MESZ

Der dichte Nebel heute Morgen hätte den Start der Delta 2 mit dem zweiten Orbiting Carbon Observatory (dem Nachbau eines beim Start verunglückten Satelliten; „Das verlorene Orbiting Carbon Observatory wird ersetzt“) nicht verhindet, wohl aber fehlendes Wasser für die Schalldämpfung auf der Rampe (mehr Links): Das defekte Ventil wurde ersetzt und ein neuer Start 24 Stunden später angesetzt; von vorher ein Press Release (früher und noch früher), die Aufzeichnung eines Briefings, Artikel hier, hier, hier und hier – und die Rückkehr der Delta 2, die schon stillgelegt schien.

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NACHTRAG: Und nun ist sie pünktlich weg gekommen, wieder bei so viel Nebel, dass Zuschauer gar nichts sahen. Erstmal in einer Parkbahn angekommen. NACHTRAG 2: ein Press Release – und so sah die Video-Übertragung aus.

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NACHTRAG 3: Dank einer Bodenstation in Südafrika tolle Bilder von der Spacecraft Separation 56 Minuten nach dem Start. „The Delta 2 performed like a champ“ und auch sonst „pure joy“ beim Launch-Team: nicht eine Anomalie während des Countdowns heute. Und ein erster Artikel. NACHTRAG 4: ein Foto vom Start, ein NASA-Blog zur Mission und weitere Artikel hier, hier und hier. NACHTRAG 5: ein längerer Press Release zum Start, Science@NASA und ein weiterer Artikel. NACHTRAG 6: das übliche ULA-Video, leider zu früh zuende. NACHTRAG 7: Orbital, ULA, Aerojet und ATK Releases, weitere Artikel hier, hier, hier und hier und mehr Links.

Diese Zacken sollen eine Rolle der Raumfahrt bei der Entstehung von NLCs zur Zeit beweisen …

12. Juli 2013

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Das ist das Schlüsseldiagramm aus Siskind & al., „Recent observations of high mass density polar mesospheric clouds: A link to space traffic?“, Geophys. Res. Lett. 40 [2013] 2813-7, das in den letzten Tagen z.B. hier, hier, hier, hier oder hier ernst genommen oder gar als bedeutend gefeiert wurde – aber zu Recht? Aufgetragen sind jeweils für die Nordsommer der Jahre 2007 bis 2012 in grau die Sonnenaktivität (repräsentiert durch den gemittelten Radiofluss der Sonne) und in schwarz und weiß zwei Maße für die Intensität der dann immer auftretenden mesosphärischen polaren Wolken, wie sie der Satellit AIM (siehe ISAN 39-2) von oben bzw. der Seite schauend bestimmt hat: Der Rand dieser Wolken erscheint auch Beobachtern am Boden als die berühmten Leuchtenden Nachtwolken oder NLCs (auf die derzeit jede Nacht viele Sternfreunde warten). Doch die Forscher beschränkten sich ganz auf die AIM-Daten und haben deswegen – erstes Problem – nur sechs Jahre zum Vergleichen.

Die Erwartung ist, dass die Mesosphären-Wolken bzw. NLCs mit steigender Sonnenaktivität abnehmen, weil die dann verstärkte UV-Strahlung der Sonne die Wassermoleküle in der Hochatmosphäre zerstört und auch generell die Temperatur der letzteren ansteigen lässt: Dieser Effekt wird auch seit Jahrzehnten beobachtet, zzgl. eines mysteriösen langsamen Anstiegs der Basislinie, und auch in der AIM-Ära sind die Wolken und die Sonnenaktivität in den Jahren 2007 bis 2010 „planmäßig“ antikorreliert, mit einem problemlos erklärbaren Wolken-Peak 2008. Aber warum gab es im Nordsommer 2011, just als endlich die Sonnenaktivität anstieg, viel mehr Mesosphärenwolken? Siskind & Co. ist nun aufgefallen, dass im Nordsommer 2011 durch den (allerletzten) Shuttle-Start im Juli wesentlich mehr Wasserdampf in die Hochatmosphäre eingebracht wurde als 2010 und 2012. Das würde ja passen, aber – zweites Problem – auch im Juli 2009 gab es einen Shuttle-Start mitten der Nord-Saison der Wolken und sogar noch andere Starts mit Wasserdampf. Aber die Wolken reagierten damals überhaupt nicht!

Das versuchen die Autoren durch „lower thermospheric dynamics“ zu erklären, die den Transport des Shuttle-Dampfs in die Polregion verhindert hätten, aber überzeugt das? Die 2012 weiter hohe Wolkenintensität nach Ende des Shuttle-Programms wiederum schreiben sie – unbehaglich – Soyuz-Raketen zu. Drei Fälle, und es passt nur einmal gut … Eine Rückfrage an Siskind am Naval Research Lab der USA, warum keine NLC-Beobachtungen aus der gesamten Raumfahrtgeschichte und noch früher zwecks mehr Statistik herangezogen wurden, misslang heute leider – als überraschende Folge der anhaltenden US-Finanzkrise: „Due to the government sequestration and subsequent furlough of DoD employees, this email will not be read on Fridays.“ Der Hauptautor im Zwangsurlaub … aber eines ist schon jetzt klar: Auch fünf populäre Artikel – von denen sich kein einziger mal der sehr überschaubaren Daten selbst und ihrer Probleme annahm – ersetzen nicht die Lektüre des Original-Papers, das in diesem Fall leider hinter einer Paywall versteckt ist. Dank daher auch an einen Kollegen, der es kurzfristig denjenigen zugänglich machte, die es wirklich wissen wollten – und an einen NLC-Fan, der weitere Quellen parat hatte.

Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

20. Juni 2013

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Million im Kasten: Weltraum-Telesköpchen Arkyd kommt!

Heute Morgen um 3:25 MESZ hat die Crowdfunding-Kampagne für ein 8-zölliges Weltraumteleskop für jedermann – siehe ISAN 190-7 – die entscheidende erste Schwelle von 1 Mio. US-Dollar genommen, 10 1/2 Tage vor der Deadline, bei der alles verloren gewesen wäre: Das musste natürlich gefeiert werden (Bild & Video). Die Spenden waren zuletzt eher zäh geflossen, aber einige wenige Postings der populären Bizarr-Cartoon-Serie „The Oatmeal“ in einem Blog und auf Facebook und Twitter ließen es gestern schlagartig wieder in der virtuellen Kasse klingeln. Während einer nächtlichen Web-TV-Livesendung überstieg die Zahl der Spender 11’000, und ein paar Stunden später war die Million an Dollars geknackt. Gesammelt wird aber weiter in der Hoffnung, das eine oder andere „Stretch Goal“ auch noch zu erreichen: Dann gäbe es eine zusätzliche Bodenstation, mehr Goodies für die Einzahler und schließlich eine bessere Lageregelung. Für einen Satelliten, über dessen astronomischen Nutzen bisher herzlich wenig gesprochen wurde: Das ‚Verkaufs-Argument‘ waren ganz klar die ‚Space Selfies‘, also die Bilder vom Kunden, von einer Minikamera auf dem Satelliten von einem Display abfotografiert.

Zehn ESA-Wissenschaftsmissionen werden verlängert

Das Science Programme Committee der Europäischen Weltraumbehörde hat jetzt 10 Missionen neue Extensions gewährt, die allesamt schon jetzt in der Verlängerung sind aber nocn gute Wissenschaft liefern: Cassini-Huygens, Cluster, Hinode, Hubble Space Telescope, INTEGRAL, Mars Express, SOHO, XMM-Newton. Proba 2 und Venus Express – die die ESA ganz oder als Partner betreibt – dürfen nun bis mindestens Ende 2014 weiter machen.

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Eine HST-Aufnahme der kollidierenden Galaxien Arp 142 mit der WFC3: So etwas – manchmal als „der Pinguin“ oder „der Delfin“ tituliert – kann aus einer harmlosen Spirale werden, wenn ihr ein Begleiter arg nahe gekommen ist.

Der Lunar Reconnaissance Orbiter ist vier Jahre unterwegs, nach seinem Start am 18. und der Ankunft im Mondorbit am 23. Juni 2009 – und noch bis mindestens Oktober 2014 geht die Mission weiter. Zu den neueren Erkenntnissen gehört ein Verständnis der Produktion molekularen Wasserdampfs aus Eis an den Polen, durch Kosmische Strahlung, die in den Regolith eindringt. Auch eine Vorschau auf Chinas Mondrover Chang’e 3 und die beiden folgenden Mondmissionen.

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Ein Mars-Panorama mit 1.3 Milliarden Pixeln ist aus rund 900 Aufnahmen Curiositys vom letzten (Erd-)Herbst erstellt worden: Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Derweil ist in Daten des MER Spirit auf eine sauerstoffreiche Atmosphäre des Mars vor 4 Mrd. Jahren geschlossen worden (Artikel hier, hier und hier) – aber das scheint nicht eindeutig zu sein. Plus Jubel über ein Bild des Mars Express.

Seltsame Veränderungen der Windgeschwindigkeiten auf der Venus innerhalb von ein paar Jahren hat der Venus Express festgestellt: Insbesondere nahm in niedrigen Breiten der Höhenwind seit Beginn der Mission ständig zu, von 300 km/h auf 400 km/h von 2006 bis 2013 – Ursache unbekannt [NACHTRAG: hat’s noch wer gelesen]. Auch ein Update zu der russischen Hoffnung, bei der ESA-Mission JUICE zum Jupiter eine eigenen Ganymed-Lander mit zu schicken.

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Die Vegetation der Erde, kartiert von NPP Suomi innerhalb eines Jahres mit der Visible-Infrared Imager/Radiometer Suite: Die Daten des Satelliten gehen in einen Normalized Difference Vegetation Index ein, der das photosynthetische Potenzial der Vegetation angibt.

Noch kurz gemeldet: Auf der chinesischen Raumstation gab es heute eine viel beachtete Schulstunde, über die z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet wird, Videoschnipsel und Stills inklusive [NACHTRAG: 10-Minuten-Mitschnitt und noch ein Artikel]. / Details über die nächsten deutschen militärischen Radar-Satelliten werden bekannt (bei den drei SARah werden OHB und Astrium kooperieren, und alle starten auf der Falcon 9). / Und ebenso zur Ariane 6, der notwendigen Weiterentwicklung der Nr. 5.

Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

7. Juni 2013

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Hier startet das Cosmic Infrared Background ExpeRiment (CIBER) in der Nacht 5./6. Juni auf einer Black Brant XII in Wallops: Die Rakete erreichte 577 km Gipfelhöhe, und die astronomische Nutzlast sammelte einige Minuten gute Daten über die kosmische IR-Hintergrundstrahlung. Auch Bilder vom Start hier und hier und Artikel hier, hier und hier. Auch die Auswahl von 21 neuen Nutzlasten für NASA-Suborbital-Flüge.

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Marsrover Opportunity unterwegs zu neuen Zielen

Nach 20 Monaten Aufenthalt am Cape York – wo sich u.a. der hier gezeigte Stein als besonders stark von Wasser modifiziert erwies – rollte der vor 10 Jahren gestartete Mars Exploration Rover Opportunity nun zu einer anderen erhöhten Stelle am Rand des Kraters Endeavour, dem Solander Point: Dort sind zehnmal mehr geologische Schichten aufgeschlossen, die Auskunft über die Klimageschichte des Mars versprechen. Auch praktisch: Viel des Geländes, das „Oppy“ in ein einigen Wochen erreichen sollte, ist nach Norden geneigt – gut für die Stromversorgung im kommenden Südwinter, dessen Höhepunkt im kommenden Februar ist – schon Opportunitys sechster. Auch die Aufzeichung einer Telecon heute zu Oppys Status und deren Visuals und Artikel dazu hier, hier, hier, hier und hier. NACHTRAG: weiterer Artikel hier.

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Ein Mosaik der Kasei Valles auf dem Mars aus 67 Aufnahmen der HRSC des Mars Express: eines der größten Kanal-Ausfluss-Systeme des Planeten, das 3000 km überdeckt und ein Gefälle von 3 km hat. Auch die endgültige Unterzeichnung der Verträge für ExoMars 2016 und Teile von 2018, was nur häppchenweise möglich war.

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Das Hochwasser bei Magdeburg aus Sicht des Satelliten Terra gestern: Anklicken liefert auch den Vergleich mit dem Mai. Auch das Planetarium in Halle gehört zu den Leidtragenden der Überflutungen. Und die Rolle von SMOS bei der Flut-Vorsorge.

Startvorbereitungen für den nächsten Besuch der chinesischen Raumstation zeigt ein chinesischer TV-Clip (mit englischem Kommentar): Der Start von Shenzhou 10 wird Mitte des Monats erwartet. Auch Bilder eines chinesischen Erdsatelliten und Tests der Orion-Kapsel. Der Satellit SBIRS Geo-1 ist zwei Jahre nach dem Start für operationell erklärt worden. Und die ESA bleibt bei der Ariane 6 und damit Feststoff-Boostern.

(Astro)optische Effekte – aus der Luft genossen

26. Mai 2013

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Auf dem Flug LH 2920 heute Morgen von Düsseldorf nach Stockholm zu einem Science Writers Workshop gab es – von Sitz 8A des ausnehmend schlanken Regional Jets CRJ-900 aus – schon mal Science satt, atmosphärische und andere optische Phänomene rund um den Flugzeugschatten nämlich: erst eine Glorie in den Wolken, im 1. Bild extrem kontrastverstärkt, im 2. in Auflösung vor südschwedischer Landschaft. Und dann einen Oppositionseffekt in der Vegetation: Das Shadow-Hiding rund um den Schatten ist gut zu erkennen, während die Bäume rund herum erkennbare Schatten werfen (hinter dem ersten Bild liegt eine größere Version, die das besonders deutlich zeigt). Eigentlich banal, sollte man meinen – aber gerade in der Astronomie sind, wie z.B. aktuell hier und hier nach zu lesen, die Detailprobleme mit dem Phänomen erstaunlich hartnäckig. Nicht dass diese Aufnahmen hier etwas zur Klärung beitragen würden …

Weitere größere Artikel

31. März 2013

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Wir wurden beobachtet! Neulich, aus der ISS … wo Kommanant Ford am 13. Januar systematisch den Rhein mit verschneiter Landschaft – hier: rund um Köln – abscannte.

Vollmond oder Game Over? PANSTARRS nur noch ein Schatten seiner selbst …

Die vielen Gesichter von PANSTARRS im März für Auge, Kamera und Satellit STEREO.

Mach das Meiste aus Deinem Kometenschweif! Wie Michael Jäger.

PANSTARRS nun auch in Königswinter angekommen – Impressionen vom 18. März.

Europa und Russland auf dem Weg zum Mars: ExoMars-Abkommen unterzeichnet!

Kürzere Artikel

Polarlicht bis Polen nach Ankunft einer CME.

Neues drittnächstes Sternsystem entdeckt aus zwei Braunen Zwergen.

Großes astronomisches Teleskop für die ISS guckt CR-halber nach unten.

Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

25. März 2013

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3. Dragon – nach dramatischem Hinflug – vor der Heimkehr

Schlechtes Wetter in der pazifischen Landezone hat die Heimkehr des 3. Dragon-Transporters von der ISS um einen Tag auf dem 26. März verschoben; eine Alternative wäre der 1. April. Aufregende Probleme beim Hinflug gelten derweil als gelöst (auch wenn Details nicht verraten werden dürften und die Kommunikation auch sonst merkwürdig war): Nach einem problemlosen Falcon-9-Start hatten Störungen bei den Düsen des Dragon das Andocken an die ISS – Bilder oben – verzögert, dann war aber alles gut gegangen. Da freute sich der NASA-Chef; mehr Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (früher) und hier – und was beim Falcon-Start des 2. Dragon kaputt gegangen war sowie ein Triebwerkstest des Mitbewerbers Antares (auch ein Video, Fotos und Artikel-Links).

SeaLaunch-Fehlstart durch defekte Komponenten aus der Ukraine? Das soll die Erklärung für das Disaster am 1. Februar – Artikel hier (früher und noch früher), hier, hier und hier – sein, während russische Bauteile unschuldig sein sollen. Auch Artikel hier und hier mit Spekulationen – mehr nicht! – über einen iranischen Fehlstart im Februar, der Chef der ‚Copenhagen Suborbitals‘ über den Verdacht, das sei alles nur ein Hoax, und die „Final Scientific Facts From the Red Bull Stratos Mission“ als reißerischer Trickfilm, dem man immerhin entnehmen kann, dass Mach 1.25 erreicht wurden.

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Die erste globale Karte des Salzgehalts der Ozeane

ist ein Produkt des Satelliten Aquarius/SAC-D, den die NASA und Argentinieren gemeinsam betreiben. Gestartet am 10.6.2011, lassen sich bereits überraschende Veränderungen erkennen. Auch die ersten Bilder der Landsat Data Continuity Mission (LDCM), die Übergabe des Satelliten Suomi NPP von der NASA an die NOAA, und die Buchung einer Delta II für den Satelliten ICESat-2 – dabei schien es mal, als sei der Start von NPP der letzte Einsatz solch einer Rakete gewesen.

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Ein Studenten-CubeSat aus Estland darf auf einer Vega fliegen: ESTCube-1 (1.3 kg) begleitet die beiden primären Passagiere von „VV02“, Proba-V (160 kg) und VNREDSat-1A (120 kg). Auch Artikel hier und hier zum Würzburger CubeSat UWE-3.

Noch kurz gemeldet aus der interplanetaren Raumfahrt

Der Südpol-Wirbel der Venus ist stabil aber sehr variabel und benimmt sich chaotisch, besagt eine spanische Auswertung von Venus-Express-Daten, namentlich der Kamera VIRTIS-M.

Die Extended Mission von MESSENGER ist zuende gegangen, am 17. März – und der Merkurorbiter macht einfach weiter, auch wenn die NASA noch gar nicht über eine 2. Verlängerung entschieden hat.

Ein Reentry-Experiment vor der ersten chinesischen Mond-Sample-Return-Mission Chang’e 5 vor 2020 ist vor 2015 in Planung: Noch nie trat schließlich eine chinesische Kapsel mit 11.2 km/s in die Atmosphäre ein.

Dem US-Marsprogramm geht es besser als oft beklagt wird, wurde auf einem Meeting der Mars Exploration Program Analysis Group (MEPAG) im Februar deutlich.

Russland investiert in einem Lander für den Jupiter-Mond Ganymed, der um 2023 startklar sein soll – und vielleicht beim JUICE der ESA irgendwie an Bord darf.

Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

21. Februar 2013

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Der Mond über der Erde, gesehen von Rosetta 2005 beim ersten Gravity Assist (und bis vor kurzem unveröffentlicht im Datenarchiv versteckt und nun hier kräftig bearbeitet, auch von diesem Blogger), mal wieder ein nächtliches Zeitraffer-Video aus der ISS, mit viel Polarlicht gegen Ende – und noch mehr Spass mit großen Wassertropfen („Nette Demonstration von µg …“) auf der Raumstation.

In genau einem Monat gibt’s die Kosmologie von Planck!

Im Rahmen einer Pressekonferenz im ESA HQ in Paris werden am 21. März die ersten Gesamtkarten der kosmischen µ-Wellen-Hintergrundstrahlung des ESA-Kosmologie-Satelliten präsentiert – und damit zusammen sicher auch die abgeleiteten Parameter des Universums, genauer als je zuvor. Noch immer scheint nichts davon ‚geleakt‘ zu sein.

Die 5 THEMIS-Satelliten sind nun 6 Jahre im All nach ihrem Start am 18.2.2007 und erforschen weiter die Magnetosphäre der Erde, namentlich die „Time History of Events and Macroscale Interactions during Substorms“ – zwei davon inzwischen in der Nähe des Mondes („Beide ARTEMIS-Satelliten kreisen nun um den Mond“).

11 Instrumente für die Jupiter-Mission JUICE ausgewählt

Für die letztes Jahr beschlossene ESA-Mission JUpiter ICy moons Explorer steht bereits die Nutzlast fest: kurz gesagt, „das Übliche“ für die intensive Erforschung eines Gasriesen aus dem Orbit, auffällig höchstens ein Eis-durchdringendes Radar für die Monde. Von der NASA – die weiter von einer eigenen Mission zu Europa träumt – kommen eins der Instrumente (ein UV-Spektrometer) und Beiträge zu zwei weiteren, auch Japan ist vertreten. [NACHTRÄGE: weitere/späte Pressemitteilungen zu den deutschen Missions-Beiträgen von MPS und DLR, aus Bern sowie vom SwRI – und was JANUS‘ lateinisches Akronym bedeutet …]

Indien verspricht erneut seinen ersten Mars-Start dieses Jahr, diesmal in einer Rede des Präsidenten vor dem Parlament – und ein ISRO-Wissenschaftler sagt, die „mission is ready to roll“ im Oktober. Derweil hat der Inspector General der NASA das MAVEN-Projekt gelobt: Endlich mal ein Projekt mit gutem Management. Der Mars-Orbiter, der im November starten soll, ist inzwischen fertig und wird getestet – während diese Grafik insinuiert, dass die NASA Mars-süchtig ist …

Die Aktivierung des LDCM-Satelliten schreitet voran

Gemeint ist die Landsat Data Continuity Mission = der 8. Landsat seit 1972, der vor 10 Tagen gestartet wurde (Bild, Blog-Eintrag und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier): Er gesellte sich zu Landsat 7 von 1999 und Landsat 5 von 1984 (der immer noch arbeitet, was gerade als Rekord anerkannt wurde), und inzwischen sind alle Systeme eingeschaltet worden.

Der Fehlstart des Satelliten Glory bleibt rätselhaft: Damals hatte sich die Nutzlast-Verkleidung einer Taurus XL nicht abgelöst, und auch die intensive Untersuchung konnte nicht ermitteln, was letztlich dafür verantwortlich war. Selbst dieses Nicht-Ergebnis darf man allerdings nicht im Detail lesen, „because it contains information restricted by U.S. International Traffic in Arms Regulations and information proprietary to the companies involved“ … [NACHTRAG: ein Artikel]

Will der erste ISS-Tourist jetzt um den Mars fliegen?

Er war 2001 – mit einigen Schwierigkeiten – der erste zahlende Besucher der ISS geworden, und nun will Dennis Tito offenbar am 27. Februar eine Reise zum Mars, ohne Landung und gleich wieder zurück, mit einem Start schon 2018 ankündigen. Wie dieser Recherche zu entnehmen ist, auch hier, hier und hier aufgegriffen, könnte da eine Dragon-Kapsel per Falcon Heavy auf eine 501-Tages-„Free Return“-Reise geschickt werden, spartanisch ausgestattet für zwei Passagiere. Ob Tito selber einer davon sein würde (er wäre älter als John Glenn bei seinem geriatrischen Shuttle-Flug), ist noch eine ganz andere Frage. Von den technischen und medizinischen Herausforderungen und Kosten ganz zu schweigen … NACHTRÄGE: Laut einem Update hier fliegt Tito selber sicher nicht, und es muss auch keine Hardware von SpaceX dabei sein. Und ein CNN-Clip und Armagh Planet mit vielen kritischen Fragen.

Wie Dünen Krater auf Titan verschwinden lassen

17. Januar 2013

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Cassini-Radar-Bilder des „frischen“ Kraters Sinlap (links) und des weitgehend erodierten Soi – beide etwa 80 km groß – demonstrieren, wie sich die Oberfläche des Saturnmonds Titan immer wieder verjüngt. Die halbe Titanoberfläche hat das Radar über die Jahre mit hoher Auflösung abgetastet und doch nur 60 Einschlagskrater gefunden, während die anderen Saturnmonde von Krater übersät sind: Driftende Sanddünen, von der dichten Atmosphäre geschoben, füllen sie rasch auf, bis sie nicht mehr zu erkennen sind.

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Ein Rohbild der Saturn-Wolken vom 24. Dezember 2012 durch die Cassini-Filter CB2 und CL2 aus 710’000 km Entfernung – mehr Wettergeschehen als man diesem Planeten oft zuschreibt.

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Vom Winde verweht: ein Impaktkrater auf dem Mars, den inzwischen Sanddünen fast unkenntlich gemacht haben, auf einem HiRISE-Bild des Mars Reconnaissance Orbiter.

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Reull Vallis auf dem Mars in künstlicher Schrägsicht, berechnet aus Bildern des – nun schon über 9 Jahre um den Planeten kreisenden – Mars Express von 2012: Dieses Tal, vermutlich von Wasser geschaffen, schlängelt sich fast 1500 km über die Oberfläche.

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Drei Einschlagskrater auf dem (Erd-)Mond, dicht nebeneinander und 125 bis 180 m groß; mit der Sonne ‚im Rücken‘ des Lunar Reconnaissance Orbiter treten die Ejekta deutlich hervor. Die drei sind wohl innerhalb von Minuten entstanden. Der LRO wurde kürzlich auch für ein Laser-Kommunikations-Experiment – das erste interplanetare? – benutzt, bei dem ein Bild von der Erde zum LOLA-Detektor geblitzt wurde.

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Soyuz TMA-07M nähert sich der ISS am 21. Dezember, von derselben aus aufgenommen unter einem zunehmenden Mond.

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Eine ISS-Aufnahme, die erst Rätsel aufgab und sogar Erdfoto-Experten verwirrte: Wieso ist die Raumstation so hell, während gleichzeitig – im Original jedenfalls – zahlreiche Sterne am Himmel über Nordafrika zu sehen sind? Die Lösung ist der Vollmond an diesem Tag, der ein unerwartet sanftes Licht auf die Module wirft.

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Die griechische Insel Rhodos aus der ISS aufgenommen vor ein paar Tagen.

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Vulkane im Morgenlicht aus schräger ISS-Perspektive aufgenommen in Kamtschatka, im Rahmen intensiver russischer Erdbeobachtungen von der Raumstation aus. Der linke der Vulkane ist der z.Z. aktive Tobalchik.

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Nochmal Kamtschatka-Vulkanismus, aber jetzt im IR von Satelliten IO9: Ein Lavastrom des besagten Tolbachik am 1. Dezember, nachdem er zum ersten Mal in 36 Jahren wieder aktiv geworden war.

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Und noch ein Blick von unten nach oben: Strichspuren über ALMA, dem großen Radiointerferometer in Chile, das dieses Jahr fertig werden soll, mit dann 66 Antennenschüsseln – 54 mit 12 m und 12 mit 7 m Durchmesser.