Archive for the ‘Erdbeobachtung’ Category

Allgemeines Live-Blog vom 16. Januar 2013

16. Januar 2013

jwst

Und wieder ist ein Stückchen vom JWST fertig geworden

Diesmal ist es das aft-optics subsystem (AOS) des James Webb Space Telescope, das dafür sorgt, dass das Licht vom Sekundärspiegel des eigentlichen Teleskops den wissenschaftlichen Instrumenten des Mega-Satelliten zugeführt wird: Alle Performance-Tests sind abgeschlossen. Auf der AAS-Tagung letzte Woche („Dem James Webb Space Telescope …“) war Optimismus verbreitet worden, dass es mit dem Finanz- und Zeitplan des Monster-Satelliten diesmal klappt – aber die Auswirkungen auf andere Missionen sind erheblich. [23:50 MEZ – Ende]

beam2

Ein Modell des BEAM, die stellvertretende NASA-Chefin und Herr Bigelow höchstselbst (den nicht nur normale Raumfahrt interessiert, s.a. hier, hier und hier) bei der heutigen Präsentation des Aufblas-Moduls für die ISS (s.u.) – auch Artikel zur Vorgeschichte BEAMs, den anderen Aufblas-Satelliten der Firma und ähnlichen NASA-Ideen schon 1959. [22:10 MEZ] Mehr zum Hintergrund des Bigelow-NASA-Deals in diesem Bericht von der PK: Die 18 Mio. NASA-$$ decken die Kosten der Firma nicht im Mindesten, der es eher darum geht, einen Fuß in die Tür zu bekommen – und für eine große eigene aufgeblasene Raumstation zu üben. [23:15 MEZ]

atv1

atv2

ESA und NASA gemeinsam zu fernen Welten? Während zumindest für einen (unbemannten Test-)Flug der NASA-Orion ein entscheidender ESA-Beitrag vereinbart wurde (siehe unten) und eine eventuelle weitere Zusammenarbeit buchstäblich in den Sternen steht, haben die Künstler beider Raumfahrtagenturen schon mal klar gemacht, wo’s lang geht: Bei der ESA (oben) strahlen das ATV 2.0 und seine Solarzellen im hellen Glanz, während die Orion weitgehend verdeckt ist, bei der NASA (unten) dominiert die Orion, die das ATV 2.0 im Schatten liegen lässt – und die Oberstufe des SLS sitzt auch noch auffällig dahinter … [21:35 MEZ]

beam

Ganz schön aufgeblasen: das „Bigelow Expandable Activity Module“ (BEAM), das 2015 für zwei Jahre an der ISS angebracht werden soll – als Demonstrator für solcherlei Aufblas-Raumstations-Module und wie sie es im Weltraum aushalten. Bizarrerweise bezahlt die NASA der Firma, die auch selber mit Aufblas-Satelliten experimentiert (siehe Artikel C25), 17.8 Mio.$ für ihr – per Dragon – anzulieferndes 4 x 3 Meter großes Modul, dabei hatte sie das Konzept ursprünglich von der NASA lizensiert. [21:05 MEZ]

orion

ESA jetzt im „critical path“ der Orion-Kapsel der NASA

Auf einer gemeinsamen PK von NASA und ESA [NACHTRAG: Aufzeichnung] wird gerade der Einstieg der ESA beim Flug EM-1 des Orion-Systems gefeiert: Gemäß diesem Plan liefert die ESA auf der Basis ihres ISS-Frachters ATV (dessen letzte beide Exemplare diesen April und 2014 starten) das Service Module für diesen zweiten Flug der Orion, der – z.Z. für Ende 2017 geplant – der erste der neuen Riesenrakete SLS sein und unbemannt um den Mond herum führen wird. Die ESA ist damit – zumindest vorübergehend – „in the critical path“: Das Vertrauen hatte man sich durch die gute Zusammenarbeit bei der ISS erworben. Bleiben Ersatzteile übrig, kann die NASA diese auch für EM-2 verwenden, ansonsten ist der ESA-Einstieg in die bemannte US-Raumfahrt nach gegenwärtiger Beschlusslage schon wieder vorbei (auch wenn T. Reiter auf der PK von einem „start of extended cooperation“ sprach): Das Antriebssystem für EM-1 ist die „in kind“-Zahlung der ESA für ihren Anteil an den Betriebskosten der ISS bis 2020. Bei ersten Testflug der Orion in ca. 20 Monaten ist noch keine ESA-Hardware dabei. [18:20 MEZ. NACHTRÄGE: ein detailliertes Video über EM-1 auf Vimeo & Youtube – und eine PM der ESA, nicht erwähnt, dass es nur um EM-1 geht]

I

Dieser 9.25″-Schmidt-Cassegrain wurde jetzt hinter einem ISS-Fenster installiert, wie diesem beiläufigen Orbit-Tweet zu entnehmen ist – allerdings schaut das Teleskop nicht in den Himmel sondern auf die Erde: Das ISS SERVIR Environmental Research and Visualization System (ISERV) soll die automatische Erdbeobachtung von der ISS aus erproben, speziell als „DisasterCam“ für den Einsatz bei Naturkatastrophen als Beitrag für SERVIR. Das Bildfeld misst dank eines Fokalreduktors mit einer EOS 7D etwa 13 x 9 km, die Auflösung entspricht mit ca. 3 m einer Kuh. ISERV (das Bild hier entstand [NACHTRAG: mit einem ähnlichen Gerät] noch auf der Erde) war bereits letzten Sommer angekommen und nun gestern hinter der Window Observational Research Facility (WORF) – NASA-Speak für „extra gutes Fenster“ – installiert worden. [5:25 MEZ. NACHTRÄGE: das Teleskop wird ‚unboxed‘ und schwebt in der ISS, auch erwähnt im gestrigen Tages-Video von 2:30-3:45, unten im heutigen Tages-Bericht und in einem späteren Artikel]

wambel

Das Feuer von Siding Spring brennt immer noch …

… auf dieser Aufnahme aus Reiseflughöhe, die die Feuerwehr verbreitet hat: Gerade startete das 4. Live-Blog von A. Bauer mit der Kunde, dass im Inneren der Kuppeln von AAT („So sieht der Bau des Anglo-Australian Telescope jetzt aus“) und UK Schmidt zwar viel Schmutz aber keine offensichtlichen Schäden an den Instrumenten selbst vorgefunden wurden – die Feuerschutz-Maßnahmen der letzten Jahre haben sich bewährt. Und die ATNF berichtet von einer Inspektion des Mopra-Radioteleskops, bei der auch dieses und dieses Bild entstanden. [1:10 MEZ. NACHTRAG: Physics World fasst zusammen – und Bauers fünfter Blog]

Die Entwicklung der Sonnen-Aktivitätregion 1654, während sie vom 7. bis 14. Januar über die Sonnenscheibe – Anblick am 15. Januar – zog: lückenlos dokumentiert vom Solar Dynamics Observatory. Die Gruppe war zwar groß, hat aber wohl kaum nennenswerte Effekte auf der Erde produzieren können. [0:10 MEZ. NACHTRAG: die zugehörigen Korona-Loops vom 9.-15. Januar]

Die nächste russische Mondmission startet nicht vor 2015

Auf dieses Jahr ist nach Berichten hier, hier und hier der Start von Luna-Glob („Mond-Globus“) gerutscht, der ersten von vier angedachten Missionen zur Errichtung einer „robotischen Mondbasis“. Der Lander soll eine 120-kg-Nutzlast zur Oberfläche bringen, auch astrophysikalische. Und gestartet werden soll von einem neuen Weltraumbahnhof in der östlichen Amur-Region: Baikonur adé. [0:10 MEZ. NACHTRAG: Dieser Artikel beschreibt zwei weitere russische Mondmissionen 2016 und 2017 – und kündigt „2030 – 2040 eine breite Erschließung des Mondes“ an …]

Schicksal von 2012 DA14 in hundert Jahren unbestimmt

Dank neuer Astrometrie der letzten Tage ist die Bahn dieses Asteroiden, der am 15. Februar dicht an der Erde vorbeifliegen wird, inzwischen auf 100 km genau bekannt: 27’700 km wird der Minimalabstand von der Erdoberfläche betragen. Doch ob es in der Zukunft möglicherweise zu einer Kollision kommen kann, ist auch mit der neuen, stark verbesserten Bahn (vor der neuen Astrometrie lag die Ungenauigkeit der Erddistanz 2012 noch bei 8000 km!) nicht klar, wie aktuelle Abfragen der beiden führenden Vorhersage-Systeme Sentinel (ein Impakt 2110 möglich, Wahrscheinlichkeit 1:7.7 Mrd.) und NeoDyS (drei Impakte 2096, 2097 und 2100 möglich, Wahrscheinlichkeit bis zu 1:4 Mio.) zeigen. Die Ursache der Widersprüche ist zum einen mathematischer Art, zum anderen trägt ein enger Erdvorbeiflug 2046 zu einer – im himmelsmechanischen Sinne – chaotischen Entwicklung danach bei. [0:10 MEZ]

Die globale Erwärmung setzt sich unvermindert fort

2012 war global gesehen das neunt-wärmste Jahr seit 1880, bis auf 1998 lagen die neun wärmsten Jahr des 132-Jahres-Zeitraums mit zuverlässigen Daten alle nach 2000, und 2005 und 2010 waren die heißesten Jahre überhaupt: Also hat es das Goddard Institute for Space Studies (GISS) der NASA gestern vorgerechnet. Seit 1880 ist die globale Mitteltemperatur um 0.8°C gestiegen, und 2012 lag um 0.6°C über der Referenz (1951-1980) für Vergleiche, die danach nur ein einziges Mal überhaupt – 1976 – unterboten wurde. Ein Zusammenhang der (von jährlichen Schwankungen abgesehen) ständig steigenden Erdtemperatur mit der Zunahme der Treibhausgase – so ist der CO2-Gehalt der Atmosphäre von 285 ppm 1880 auf inzwischen gut 390 ppm gestiegen – steht längst außer Frage. [0:10 MEZ. NACHTRAG: warum es keinen ‚Stillstand‘ seit 1998 gibt]

Suomi NPP liefert beste Nachtbilder der Erde

5. Dezember 2012

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IDL TIFF file

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6-mal schärfer (740 m statt ~5 km Pixelgröße), 14 statt 6 bit tief und damit von größerem Dynamikumfang und auch noch besser kalibriert als die ‚klassischen‘ Nachtbilder der Erde von den DMSP-Satelliten (Defense Meteorological Satellite Program) sind die entsprechenden Produkte des Satelliten Suomi NPP, über die heute auf einer AGU-Pressekonferenz berichtet wurde – inklusive einer Fülle von Anwendungen, die von Stadtplanung über Wetterbeobachtung bis zur Standortsuche für Sternwarten reichen. Das „day-night“-Band der Visible Infrared Imaging Radiometer Suite (VIIRS) Suomis sieht nicht nur Polarlichter (2. Bild von unten) sondern – zur Überraschung seiner Konstrukteure – selbst den Airglow der Erdatmosphäre, inklusive erstaunlicher Wellenphänomene (ganz unten), ausgelöst von einem texanischen Gewitter. NACHTRAG: Auf dieser Seite gibts von diesem Tag (15.4.2012) und auch anderen Zeitraffer-Videos solcher Wellen vom Boden aus!

Die neuesten Radar-„Bilder“ eines Asteroiden

6. November 2012

entstanden Ende Oktober mit der Goldstone-Schüssel, als sich der 1.6 km große 2007 PA8 der Erde näherte: Der Abstand sank in dem Zeitraum von 10 auf 9 Mio. km. Gestern war die größte Annäherung mit 6.5 Mio. km oder der 17-fachen Mondentfernung, als der Kleinplanet immerhin 11.8 mag. erreichte: So nahe kommt er in 200 Jahren nicht mehr. [NACHTRAG: mehr und bessere Radar-‚Bilder‘.]

Die Valles Marineris und eine bunte Kraterwand auf dem Mars: Bildprodukte vom Mars Express (erzeugt aus 20 Aufnahmen der HRSC) bzw. Mars Reconnaissance Orbiter (HiRISE), beide mit veränderten Farben: Das betont Unterschiede in der Mineralogie.

Der Monat Oktober aus gestationärer Höhe und Seen in Patagonien: Das Video in echten Farben stammt von Meteosat, der genau über (0,0) steht, die Anden-Aufnahme von Yuri Malenchenko auf der ISS – zum Kontext siehe hier („Winterliches Patagonien …“), orbitale Detailbilder hier („This is Moreno Glacier ..“) und v.a. hier. In dieser Gegend endete 2010 die bisher letzte totale Sonnenfinsternis auf diesem Planeten – und einer Woche gibt’s die nächste, deren pazifischer Track es aber diesmal nicht ganz bis Südamerika schafft.

Zweiter polarer Euro-Wettersatellit im Orbit

17. September 2012

Der Start des MetOp-B (ganz unten) heute in Baikonur, der sich zum 2006 gestarteten identischen MetOp-A („Das kalte Europa am 7. Februar …“) gesellt, dessen nominelle Lebenszeit schon abgelaufen ist, während noch ein dritter („Die nächsten europäischen polaren Wettersatelliten …“) für einen Start 2017 oder 2018 in Reserve gehalten wird, wenn es auch mit MetOp-B zuende geht: Start-Video und –Webcast-Aufzeichung, EUMETSAT, ESA, Arianespace, NASA Releases, BBC (Audio), Spaceflight Now, Space News 17.9.2012. NACHTRÄGE: nochmal BBC mit Details der Instrumente, Gizmodo, Space Today und SatTrackCam und ESA Blog mit einer Beobachtung – und EUMETSAT hat übernommen

So sieht der neue Erdbeobachter SPOT 6 Bora Bora

im Pazifik mit 1.5 Metern Auflösung trotz seiner 640 x 647 km hohen Bahn: Bild anklicken und mit einem Astrium-Tool immer tiefer hinein zoomen (dito für Bilder von Semarang und Gibraltar, wo man durch die Hafenanlagen stöbern kann)! Der Satellit – die Serie gibt es seit 1986 – war am 9. September von einem indischen PSLV gestartet worden und hatte 3 Tage später diese ersten Testbilder geliefert. Durch eine große Streifenbreite (60 km), die der seiner Vorgänger-Satelliten entspricht, eignet sich SPOT 6 optimal zur Erfassung großflächiger Gebiete. Gleichzeitig können dank der Auflösung von 1.5 m – im Vergleich zu 2.5m bei SPOT 5 – noch genauere Details erfasst werden. (Jonathan’s Space Report 17., Astrium Release 13., Space Today 11., Deccan Chronicle 10., Spaceflight Now, AP 9.9.2012)

Geheimsatelliten auf 1010 x 1200 km hoher Bahn angekommen, mit 63.4° Neigung: Die Hauptnutzlast der Atlas V vom 13. September, auf der u.a. auch ein Mini-Astronomie-Satellit saß, wurde von der Centaur auf einem hohen Orbit abgesetzt und ist offenbar ein neues Paar von Ozean-Überwachungssatelliten der NOSS-Serie, während die 11 Cubesats auf 480×780-km-Orbits landeten. Spezialisierte Amateurastronomen verfolgen zumindest die großen Teile im Orbit längst – das Video zeigt z.B. eine Passage des mutmaßlichen NOSS-Paares (was auch schon mal viel heller werden kann) gestern an Rigel … (Jonathan’s Space Report, SatTrackCam, McDowell-Tweets, SatObs 17., Space Today 16.9.2012)

Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

26. Juli 2012

Curiosity’s erste Bilder nach Minuten – oder Stunden

Von zahlreichen Faktoren – eine gelungene Landung vorausgesetzt natürlich – hängt es ab, wann die ersten Aufnahmen des Mars Science Laboratory „Curiosity“ von der Marsoberfläche die Erde erreichen: Im glücklichsten Fall fängt der alte Orbiter Mars Odyssey schon Minuten nach der Landung (7:31 MESZ Earth Received Time am 6. August) ein 128 Pixel breites Thumbnail einer der Hazcams – die den entsprechenden Kameras auf den Mars Exploration Rovern entsprechen – ein, die mit ihrer Fischaugenoptik immerhin einen gewissen Überblick verspricht. Die nächste Möglichkeit wäre eine 1024 Pixel breite Version des Bildes gegen 10:00 MESZ, mit mehr dann gegen Abend MESZ. Vielleicht gibt’s schon eine Bilderflut wie nach den Landungen von Spirit und Opportunity (siehe Artikel 813 und 830), vielleicht dauert’s wesentlich länger: Versprochen wird gar nichts. Immerhin hat der letztens angeschlagene Odyssey eine wichtige Bahnkorrektur geschafft, so dass zumindest der Überflug über die Landestelle während der Endphase von Entry, Descent & Landung (im Detail hier, hier und hier diskutiert) gesichert zu sein scheint – eine Zeitlang sah es so aus, als könnte sich selbst die Nachricht über die glückliche Ankunft am Boden um Minuten bis Stunden verzögern. (JPL Release 24., Planetary Society Blog 23., Space Today 17., JPL Release, Science@NASA 16., LA Times 14., Odyssey Status 13.7.2012)

New-Horizons-Planer besorgt über mondreiche Pluto-Umgebung: Die anhaltenden Entdeckungen neuer kleiner Brocken rund um den Zwergplaneten (siehe ISAN 167-5) sprechen für einen großen Impakt, der ihn mit zahlreichen Einzeltrümmern – die meisten unter der Nachweisgrenze selbst Hubbles – und womöglich sogar einem Ringsystem versorgt hat. Die große Frage ist nun: In welchem Abstand soll am Zwergplaneten vorbei geschossen werden, um gleichzeitig das Risiko zu mini- und die wissenschaftliche Ausbeute zu maximieren. Da die wissenschaftlichen Daten des Flyby erst danach langsam zur Erde geschickt werden können, ist eine Kamikaze-Lösung definitiv zu vermeiden … (Planetary Society Blog 16.7.2012) Diese lange Reise wird übrigens neuerdings auch für Messungen im interplanetaren Raum während der langen ‚Winterschlafs‘-Intervalle genutzt: SDC, SWAP und PEPSSI dürfen mitmachen. (New Horizons Headline 9.7.2012. Und ESA Release 28.2., DLF 3.7.2012 zur Startverschiebung der Merkurmission BepiColombo auf 2015)

Kepler weniger redundant: ein Drallrad ausgefallen

Noch leidet die Wissenschaft des Exoplaneten-Jägers nicht, aber mit dem Ausfall eines seiner vier Reaction Wheels am 14. Juli hat der NASA-Satellit Kepler an Redundanz eingebüsst: Mit weniger als drei Rädern geht es nicht. Daher bemüht man sich, das Drallrad #2 wieder fit zu bekommen: Anderenfalls steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Kepler seine Messreihen nicht ordentlich zuende bringen kann und der Entdeckung erdähnlicher Planeten auf erdähnlichen Bahnen um sonnenähnliche Sterne verlustig geht. Die Ausbeute insgesamt kann sich immerhin schon sehen lassen: Weitere 500 Planeten-Kandidaten zusätzlich zu den 2300 schon publizierten sollen diese Woche bekannt gegeben werden. (Mission Manager Update, New Scientist 24.7.2012)

Radioastron ist jetzt operationell: Ein Jahr nach dem Start des Satelliten für Radio-Interferometrie („Die ersten Fringes …“) sind Interferenzstreifen in allen vier Spektralbändern (P, L, C und K) gemessen worden, und die astronomischen Beobachtungen sind angelaufen. Die Daten von Spektr-R im Weltraum und den irdischen Teleskopen werden meistens im Astro Space Center in Moskau zusammengeführt aber auch am MPIfR in Bonn mit dem Software-Korrelator DiFX. (NRAO eNews 20., MPIfR, MPG PMn 3.7., ASTRON Release21.3.2012. Und ESA Release 2.7.2012 zu Antennentests bei Gaia)

Indiens erster Astronomiesatellit soll nun 2013 starten – und der AstroSat („Ein britisches Instrument …“) wird als erstes Multi-Wellenlängen-Observatorium angepriesen: Dieselben Quellen sollen gleichzeitig im Optischen, UV und Röntgenbereich betrachtet werden. Eine fünfjährige Verzögerung des Starts hat die Kosten des Projekts allerdings auf 40 Mio. Euro getrieben, Rakete allerdings inklusive. Die Lebensdauer des AstroSat soll 5 Jahre betragen. (NewsTrack India 16.7.2012. Und Guardian 5.7.2012 zur „Small Mission“-Ideen bei der ESA)

Kann der „GoreSat“ DSCOVR womöglich 2014 starten?

Der unglückliche kleine Erdsatellit, der in die Mühlen der Politik geriet und immer wieder nicht starten durfte, hat angeblich genügend Rückhalt im US-Kongress gewinnen können, dass das ‚Deep Space Climate Observatory‘ nun doch startklar gemacht werden könnte: 85 Mio.$ würde das kosten, zzgl. einer Rakete. Die Rolle des Satelliten wäre jetzt primär nicht als Erdbeobachter permanent über der Tagseite sondern als Weltraum-Wetter-Wächter („Neue Chance …“), der die Aufgaben des alternden Advanced Composition Explorer übernehmen könnte: Auf dem ruhen jedes Mal alle Augen, wenn wieder eine CME von der Sonne anrollt. Aber die einst von Al Gore erträumte Kamera, die ständig die ‚blaue Murmel‘ zeigt, wäre auch an Bord; im Prinzip könnte 2014 gestartet werden. (Orlando Sentinel 9.7.2012. Auch NASA Release 6.7.2012 zu High Rate Data von NPP Suomi und JAXA Releases 4., 2.7.2012 zu Orbit und ersten Daten des Shizuku-Satelliten alias GCOM-W1)

Wettersatellit MSG-3 an EUMETSAT übergeben: Der am 5. Juli gestartete 3. europäische Wettersatellit der 2. Generation war 11 Tage später so weit – die komplette Inbetriebnahme dauert allerdings noch 1/2 Jahr. Dafür hat sich der Start des 2. polaren europäischen Satelliten MetOp-B auf inzwischen September verschoben. (ESA Release 16.7., Space Today 29., ESA Release, AW&ST 27.4.2012. Und ESA Release 3.7.2012 zu weniger Interferenz für SMOS)

Fünf kleinere Satelliten auf einer Soyuz FG-Rakete

sind am 22. Juli in Baikonur gestartet: Auf sonnensynchronen Bahnen abgesetzt wurden die russischen Fernerkundungssatelliten MKA-PN1 und Canopus-B, der weißrussische Erdbeobacher BKA, der deutsche Technologiedemonstrator TET-1, der der erste deutsche Kleinsatellit des OOV-Programms (On-Orbit-Verification) des DLR, und exactView-1, ein Satellit des Automatic Identification System (AIS) für die kanadische Firma exactEarth, die Schiffe auf den Ozeanen verfolgt. Die fünf Satelliten landeten auf unterschiedlichen Bahnen in einer Höhe von etwa 510 krn und einer Bahnneigung von 97°: Um diesen Soyuz-Start hatte es lange Gerangel mit Kasachstan gegeben, weil wegen der ungewöhnlichen Flugbahn Raketenstufen in andere Landesteile fallen würden. (PM des DLR, SSTL Press Release, Space Today, Der Orion, Spiegel 22.7.2012)

Renaissance für die Delta II mit gleich 3 Startaufträgen der NASA: Die schon fast abgeschriebene Rakete soll von 2014 bis 2016 die Satelliten Soil Moisture Active Passive (SMAP), Orbiting Carbon Observatory-2 (OCO-2) und Joint Polar Satellite System-1 (JPSS-1) starten. Die Delta II ist 151-mal gestartet (davon 50-mal für die NASA) und hat nur ein einziges Mal versagt – und die letzten 96-mal nicht mehr. Den Ozeanografiesatelliten Jason 3 vertraut die NASA allerdings einer Falcon 9 an. (JPL Release, Spaceflight Now 16., Reuters, Space Today 19.7.2012)

Geheime Fracht einer Atlas V offenbar enttarnt

Was da am 20. Juni in den Weltraum („Und mal wieder ein fetziges Startvideo …“) gebracht worden war, haben Amateur-Satellitenbeobachter als Daten-Relais-Satelliten für die eigentlichen Aufklärungs-Satelliten der NRO identifiziert. Denn der relativ helle Satellit wurde geostationär über dem Atlantik geortet: Damit dürfte er zum Satellite Data System der Behörde gehören. (Spaceflight Now 17.7.2012)

„New European Launch Service“ soll Europa konkurrenzfähig halten, für Regierungs- wie private Starts gleichermaßen: Derzeit läuft’s mit Ariane, Soyuz und Vega ganz gut, aber das Marktumfeld entwickelt sich weiter – vor allem vor SpaceX und deren billigen Falcon-Raketen hat die ESA mächtig Respekt. (AW&ST 27.3., ESA Release 25., Space News 13.7.2012) Mit einer „Clean Space“-Initiative läßt die ESA Methoden zur Reinhaltung des erdnahen Weltraums zu entwickeln – und der Umwelt-Impakt der europäischen Weltraumaktivitäten soll generell verringert werden. (ESA Release 10.7.2012)

Weltraumstarts aus der Luft mit Virgin ab 2016

verspricht die Firma unter dem Label „LauncherOne“, nachdem man bereits seit 2009 mit der Idee gespielt hat: Das Trägerflugzeug WhiteKnightTwo soll dazu eine Zwei-Stufen-Rakete ausklinken. Bis zu 225 kg in den Orbit für 10 Mio.$ werden versprochen, und eine Anzahl Kunden sollen schon reserviert haben, die Asteroiden-Bergleute inklusive, die gleich reihenweise Arkyd-100-Satelliten zum NEAs-Suchen starten wollen. Für das suborbitale SpaceShipTwo sollen derweil schon 529 zahlende Passagiere angeheuert haben – und man spricht jetzt von 2013 für den Beginn der Flüge. Bisher hat das SS2 allerdings noch nicht einmal das Triebwerk gezündet und nur einen Gleittest nach dem anderen absolviert. (Virgin Release 10., Virgin Blog, Parabolic Arc, BBC, Hollywood Reporter, New Space Journal, Spaceflight Now, Space Today 11., New Space Journal, MarketWatch 12., New Scientist 13.7.2012)

Großbritannien würde seinen Luftraum für Weltraumflugzeuge öffnen, um Projekte wie „Skylon“ („Grünes Licht für die nächste Phase …“) zu ermöglichen – solcherlei Vehikel, die als Flugzeug starten und als Rakete weiter fliegen würden, kommen in den heutigen Regularien nicht vor. Das entscheidende SABRE-Triebwerk macht angeblich bedeutende Fortschritte … (BBC, SEN, Science Journalism Tracker 11.7.2012)

Und noch kurz gemeldet

Das Ende des Shuttle-Programms ist jetzt markiert: Eine Gedenkplatte am KSC wurde an genau der Stelle angebracht, wo die Atlantis nach STS-135 vor einem Jahr zum Stehen kam. (CollectSpace 5.7.2012) Das Space Launch System hat eine kombinierte System Requirements Review und System Definition Review passiert und kann damit in die preliminary design phase eintreten: Der erste Testflug bleibt für 2017 geplant. (NASA Release 25.7.2012)

Der Galileo-Testsatellit GIOVE-B wird still gelegt und in einen Graveyard-Orbit verfrachtet: Das Galileo In-Orbit Validation Experiment war wichtig für die Demonstration der Technologien für die europäischen Navigationssatelliten. Da die ersten beiden operationellen Galileos, die letztes Jahr starteten („Der erste Start …“) bestens funktionieren, werden die GIOVEs – der erste wurde schon 2009 in den Ruhestand geschickt und jetzt von der ESA aufgegeben – nicht mehr benötigt. (ESA Release 24., SSTL Release 5., ESA Release 3.7.2012)

Ist die „Pioneer Anomaly“ jetzt bitte endgültig tot …? Nachdem der winzige Bahneffekt der Raumsonden schon unzählige Male begraben („Pioneer-”Anomalie” noch besser ad acta gelegt“) wurde, hat sich abermals bestätigt, dass es die anisotrope Wärmeabstrahlung und nichts weiter ist, das hinter dem ein Jahrzehnt lang künstlich am Leben erhaltenen ‚Mysterium‘ steckt. (Turyshev & al., Preprint 11., Physics World 16., Planetary Society Blog 19.4., NASA, JPL Releases, Science Blogs 17., Universe Today, LA Times, Centauri Dreams, KosmoLogs, Spiegel 18., Focus 20., New York Times, Discovery 23.7.2012)

Aufblasbarer Hitzeschild suborbital gut getestet

23. Juli 2012

Das Inflatable Reentry Vehicle Experiment (IRVE-3) der NASA hat heute morgen auf einer Black-Brant-Höhenforschungsrakete von der Insel Wallops aus einen erfolgreichen Test hingelegt: In 450 km Höhe wurde der pilzförmige Schild auf 3 m Durchmesser aufgeblasen – und der Überschallsturz durch die Atmosphäre verlief nach Plan. 20 Minuten nach dem Start fiel IRVE-3 in den Atlantik und kann vielleicht sogar geborgen werden. Eine mögliche Anwendung der Technologie: künftige Marslandungen u.ä.

Und auch noch ein paar Szenen von der Shefex-Kampagne auf Andøya vor einem Monat: Die Montage von Rakete und Reentry-Experiment ist gut zu sehen, die Probleme mit Datenempfang und Bergung fehlen.

Heute vor 40 Jahren startete der erste Satellit der Landsat-Serie, von dem hier ein NASA-Film von 1973 schwärmt: Landsat ist heute das längste kontinuierliche Erdbeobachtungs-Programm, das 2013 mit dem nächsten Satelliten fortgesetzt werden soll – allerlei Bildbeispiele hier, hier, hier und hier. Kurioserweise wurde übrigens just heute die Fusion von DigitalGlobe & GeoEye bekanntgegeben, der beiden kommerziellen Betreiber amerikaner Erdbeobachter (mehr und mehr).

Heute vor 50 Jahren ermöglichte Telstar die erste TV-Übertragung über den Atlantik, bei der die Welt zuschauen konnte – das Vergnügen am ersten TV-Satelliten (hier ein Wochenschau-Beitrag kurz nach dem Start am 10. Juli 1962) währte indes nicht lang, dank der damals noch üblichen Nukleartests in der Atmosphäre …

Und noch ein Zeitraffervideo aus der ISS, diesmal nur mit – ziemlich hektisch aneinander gereihten – Nachtsequenzen, in denen natürlich Polarlichter nicht zu kurz kommen.

Polarlicht-Action in Neuseeland & Nordamerika

16. Juli 2012

nach dem Eintreffen der CME vom X-Flare: hier ein Video vom Lake Tekapo auf der Südinsel Neuseelands (wo gerade das größte Int’l Dark Sky Reserve ausgerufen wurde). Während es in der Nacht 14./15. Juli in Deutschland ruhig blieb, tat sich in Nordamerika um so mehr: Bilder auch hier (mehr), hier, hier (Video!), hier, hier, hier und hier; auch ein Video aus der Antarktis. In der Nacht 15./16. Juli gab’s dann in Deutschland zumindest violette Beamer, dito in den Niederlanden, und dann war wieder Nordamerika dran. Und wer weiß, vielleicht geht es noch weiter.

Ein kurzer Zusammenschnitt von ISS-Zeitraffer-Sequenzen mit der Erde bei Tag und Nacht, reichlich Airglow (der übrigens vorletzte Nacht über Deutschland ungewöhnlich stark gewesen zu sein scheint), Aurora und Sternenhimmel inklusive.

Der Start von Soyuz TMA-05M zur ISS am 15. Juli mit drei Weltraum-Veteranen, die sich der „Expedition 32“ anschließen und später zur Expedition 33 werden sollen.

Der Kugelsternhaufen Messier 107 auf einer HST-Aufnahme, heute ohne besonderen Anlass veröffentlicht – in dem Haufen stehen die Sterne nicht ganz so eng wie in manch anderem.

Die Gashülle um den Stern U Camelopardalis auf einer HST-Aufnahme: Der Kohlenstoffstern ist am Ende seines Lebens instabil geworden und stößt alle paar tausend Jahre besonders viel Gas ab; dies ist der Überrest des letzten derartigen Vorgangs.

Das Herbig-Haro-Objekt 110 auf einer HST-Aufnahme – hinter diesem Ausfluss steckt offenbar nicht wie üblich ein junger Stern, vielmehr hat ein anderes HH ein interstellares Hindernis getroffen, das seinen Jet um 60° umgelenkt hat.

Die Vela-C-Region aus der Sicht von Herschel bei 70 bis 250 µm Wellenlänge: Für den ‚blauen Schmetterling‘ sorgen junge, heiße Sterne, die den interstellaren Staub aufheizen.

Der „Flame Nebula“ aus der Sicht von WISE bei 3.4 bis 22 µm: Die große interstellare Struktur liegt ‚an der Hüfte‘ des Orion; auch der Pferdekopfnebel und NGC 2023 sind im Bild.

Die Spiralgalaxie NGC 4565 genau von der Seite gesehen vom HST, was ihr auch den Spitznamen „Needle Galaxy“ eingebracht hat.

Leuchtende Nachtwolken mal von der Seite

25. Juni 2012

von Bord der ISS aus am 13. Juni als polare mesosphärische Wolken aufgenommen, bei denen es sich um dasselbe Phänomen handelt: Die 2012-er Saison hat sich schon gut entwickelt (letzter Absatz), und die vergangene Nacht brachte v.a. im nördlichen U.K. eine besonders gute Show, wie Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein Bericht (unnötig knatschig, angesichts der Bildergebnisse …) belegen.

Sozusagen Mitternachtssonne für die ISS, jedenfalls ein ‚missglückter‘ Sonnenuntergang in einem ungewöhnlichen Video. Die Telemetrie von der Raumstation kann jetzt übrigens teilweise live verfolgt werden.

Eine neue „Blaue Murmel“, diesmal mit der Arktis dominant: wie die anderen auch zusammengesetzt aus zahlreichen Scanstreifen des Satelliten NPP Suomi.

Ein altes Landsat-7-Bild von Tahiti von 2001 ist jetzt noch einmal veröffentlicht worden, zu Ehren der dortigen Beobachtungen des Venustransits 1769.

Der Lago Trasimeno aus 32.3 km Höhe aufgenommen während des StratoSpera-4-Ballonfluges über Italien am 27. Mai – 1/3 Raumfahrt sozusagen, da der Weltraum bekanntlich in 100 km Höhe beginnt.

Und mal wieder ein fetziges Startvideo der United Launch Alliance, diesmal von der Atlas V, die am am 20. Juni NROL-38 startete – da der so was von geheim war, bricht das Video leider ohne sein Happy End ab …

Ein junger Einschlagskrater auf dem Mond mit noch ausgeprägtem Strahlen-System: Das besteht aus hellerem Bodenmaterial, das bei der Entstehung des 80-m-Kraters – am Rand des viel größeren Kraters Lomonosov übrigens – heraus flog und sich über die verwitterte Oberfläche legte.

Die Krater auf dem Asteroiden haben jetzt Namen bekommen, die sämtlich welche von Edelsteinen sind: Im September 2008 war Rosetta vorbei geflogen, wobei sich der scheinbar eckige Asteroid als ein Trümmerhaufen entpuppte.

Ein besonders starker Jetstream auf dem Saturn bei 42°N auf einer Falschfarben-Aufnahme Cassinis vom 13.1.2008: Angetrieben werden diese besonders starken atmosphärischen Strömungen durch Wirbel, die wiederum die Folge starker lokaler Temperaturunterschiede sind. Wobei die Energiequelle nach einer neuen Untersuchung die Wärme aus dem Planeteninneren und nicht die Sonneneinstrahlung ist: Der lange Aufenthalt Cassinis im Saturnsystem hat Klarheit geschaffen, indem 120’000 Windvektoren aus einer langen Bilderserie gemessen werden konnten.

So kam der Dragon von der ISS zur Erde zurück!

2. Juni 2012

Oben ein Video der Landung des Dragon aus einem Beobachtungsflugzeug (die Physik der Ereignisse im Detail), wobei der Übergang vom Brems- zu den Hauptschirmen perfekt zu sehen ist: diesmal nicht verpixelt und zerhackt mit ein paar baud gesendet sondern das Original. Und darunter vier Szenen der Bergung aus der SpaceX-eigenen Missions-Galerie.

Astronomische Impressionen aus der ISS: oben ein Mondaufgang hinter der Cupola, ‚gefilmt‘ aus dem russischen Segment der Raumstation, darunter eine von zahlreichen kuriosen Strichspuraufnahmen von Sternen wie Lichtern auf der Erde und unten nach Sonnenuntergang über Argentinien.

Der Mount Everest von der ISS aus gesehen von der Expedition 26 – nicht mehr ganz frisch also, aber gerade wieder veröffentlicht, um an die zahlreichen tödlich verunglückten Bergsteiger zu erinnern.

Russische Mega-Erden jetzt in Quasi-Echtfarben

17. Mai 2012

Die kanadische Webseite mit der Aufbereitung russischer Satelliten-Bilder („So sieht der russische Elektro-L die Erde …“) ist nach einem zeitweiligen Ausfall – kaum dass sich die bemerkenswerten Bilder + Videos herumgesprochen hatten – wieder online: Jetzt ist die Farbpalette auch so verändert worden, dass die Vegetation (erkannt durch einen speziellen IR-Kanal) wenigstens grün erscheint …

Die Sonne spiegelt sich im Meer, auf anderen aktuellen ISS-Aufnahmen aus dem Fotostream von André Kuipers, der auch atmosphärisch stark abgeflachte Vollmonde und den Großen Wagen am Horizont enthält.

Ein weiteres Polarlicht-Video von der ISS, entstanden aus DSLR-Bildern vom 28. April – wo sie hier leuchten (die arktische Aurora-Saison ist eigentlich vorbei), wird leider nicht genannt.

Weitere Phasen des Soyuz-TMA-04M-Starts vom 15. Mai mit der Expedition 31, die in ein paar Stunden an die ISS andocken soll. Zu weiterem Bildmaterial der NASA gehört auch ein ‚Kurzfilm‘ vom Abheben. Und im Orbit wurden die Crew abgehört, mit primitiver Technik.

Die Mini-Kamera auf dem Mars Express arbeitet wieder: Hier das erste Bild der VMC seit den gravierenden Störungen auf dem betagten europäischen Marsorbiter im Herbst 2011, das am 6. Mai entstand. Mitte des Jahres soll die Kamera – die eigentlich nur dem unglücklichen Beagle 2 hinterher schauen sollte aber nette Gesamtbilder des Planeten liefert – wieder voll im Einsatz sein.

Jupiter in Konjunktion mit der Sonne, vom 11.-14. Mai ‚gefilmt‘ von SOHO: Zeitweise lösen sich auch zwei Galileische Monde aus dem Blooming des Planeten, ein kleiner Sungrazer fällt in die Sonne, und es gibt eine CME.

Der komplizierte Planetarische Nebel Sharpless 2-71 auf einer Gemini-Nord-Aufnahme durch drei engbandige Filter für H-Alpha He II und [O III]: Welcher der Sterne in der Nähe des Zentrums der Verursacher ist, lässt sich nicht leicht feststellen, dito wie seine Form zustande gekommen ist.

Vielleicht der „tiefste“ Blick in die Galaxie Centaurus A, aus insgesamt 50 Stunden Belichtungszeit mit dem 2.2-m-Teleskop der ESO und seinem Wide-Field Imager durch 5 verschiedene Farbfilter: Letztere lassen oben links die Jets hervor treten.

Ein Ausschnitt aus der Edge-On-Galaxie NGC 891 von Hubbles ACS aufgenommen: Aus der Seitenansicht ist gut zu erkennen, wie Gas und Staub aus der galaktischen Scheibe geblasen werden, wohl durch viele Supernovae oder Sternwind aus Sternentstehungsgebieten.