Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Allgemeines Live-Blog vom 10. bis 16. Juli 2019

10. Juli 2019

16. Juli

14 Tage später: Auf die (To-)SoFi folgt eine (Pa-)MoFi

Und schon ist der Mond wieder halb um die Erde herum gesaust seit der totalen Sonnenfinsternis vom 2. Juli (s.a. ganz unten): hier drei weitere schöne Videos derselben, das mittlere von einer Drohne über dem Cerro Tololo aus gefilmt, weitere gibt’s hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ferner prozessierte Koronen hier, hier, hier und hier, nahe schwache Sterne, den Erdschein, was auf den Bildern von hinter’m Mond drauf ist, eine Montage, weitere Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, weitere Pressemitteilungen von Chile IV. Region hier, hier und hier und Artikel und Bilderstrecken hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Und als Zugabe nun heute Abend eine partielle Mondfinsternis, bei der der Mond – passend zum 50. Jahrestag des Starts von Apollo 11 (mehr als genug Links dazu im nächsten Posting …) – zwei Drittel in die Umbra eindringt: Sonderseiten, Press Releases und weitere Grafiken hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Ankündigungen von Live-Übertragungen hier, hier und hier. [17:55 MESZ] Ein Live-Bild aus Perth ist schon da. [20:45 MESZ] Die Halbschatten-Phase ist schon deutlich zu sehen, auch auf Live-Bildern aus Dubai und Südafrika – und von der VSW München! Und ein Live-Blog. [21:25 MESZ]

Der bleiche aber schon deutlich partiell verfinsterte Mond zeigte sich gegen 22:30 MESZ kurz über einem Bürogebäude an der Castroper Straße in Bochum – seither versteckt er sich leider wieder hinter Wolken … [22:55 MESZ]

… um eine halbe Stunde vor der maximalen Phase wieder aus der Wolkenbank aufzutauchen: Hier steht die MoFi über dem T Rex, der im Rahmen der Aktion „Dino City“ z.Z. vor dem Planetarium in Bochum geparkt ist.

Und die rote Umbra nahe der maximalen Phase: photographisch auch bei der leicht eingetrübten Atmosphäre kein Problem, aber für das bloße Auge allenfalls marginal wahrzunehmen. Jedenfalls wieder eine hübsche kosmische Show – und, erstaunlich für die deutsch Statistik, die letzten drei MoFis im Halbjahres-Takt waren in Bochum allesamt gut zu sehen. [23:55 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: noch viel mehr Bilder (auch kurz vor Ende der Partialität) von der Bochumer Beobachtung, andere Bilder von dort und anderswo hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, die Fortsetzung des München-Streams hier und hier, weitere aus Malaysia und vom MDR und Artikel hier]

Heute vor 25 Jahren traf das erste Fragment von Komet D/1993 F2 (Shoemaker-Levy) den Jupiter, und die Welt schaute gebannt zu: in der Mitte IR-Bilder vom Calar Alto in Spanien bei 2.3 µm Wellenlänge mit einem hellen Lichtfleck durch zurück auf die Atmosphäre stürzende Ejekta, dessen Meldung die die erste Kunde für die Welt überhaupt sein würde (Bericht Nr. 7), und rasch standen auch Bilder des Hubble Space Telescope (bei 48:55) der knapp hinter dem Horizont aufsteigenden und dann einen Pfannkuchen auf der Hochatmosphäre bildenden Wolke (oben) und des dunklen Flecks, der noch länger zurück blieb (unten), zur Verfügung. Die ersten Impakte im Sonnensystem mit Ankündigung können weiterhin auf der legendären SL9-Webseite des JPL nacherlebt werden (die Beobachtungen vom Crash des Fragments A), in den im Juli 1994 täglich veröffentlichten SL9-Jupiter ESO Bulletins – und in zahlreichen Berichten dieses Blogggers für damals nur eine Handvoll Freunde und Mitarbeiter während eines längeren Aufenthalts auf dem Cerro Tololo in Chile, der zufälligerweise mit der Crash-Woche zusammen fiel: eine ungewöhnliche Perspektive. Und die wohl umfassendste Echtzeit-Dokumentation der damals aus aller Welt einlaufenden Beobachtungen, auch schon vor den Impakten, als der Komet dicht neben dem Planeten noch beobachtet werden konnte: auch Artikel hier, hier und hier. [0:00 MESZ. NACHTRAG: Aufnahmen der Flecken nach den Impakten von Don Parker]


14. Juli

Neute Nacht soll Indiens Chandrayaan 2 zum Mond starten

Um 23:21 MESZ bzw. 2:51 Uhr Ortszeit soll das GSLV Mk-III (oben aktuell auf der Rampe) den Stack aus einem Orbiter (mittleres Bild: unten), dem Lander Vikram (darauf sitzend) und dem Rover Pragyan (unteres Bild, beim Rampe-hinab-Rollen) in 16.2 Minuten auf den Weg bringen, für eine Landung auf 71° Süd – was ein neuer Polnähe-Rekord wäre – am 6. September, während der Orbiter ein Jahr in einer 100-km-Kreisbahn verbleibt. Vikram (benannt nach dem ‚Vater‘ der indischen Raumfahrt) wird nominell einen Mondtag – 14 Erdtage – durchhalten, und Pragyan (Sanskrit für Weisheit) kann nur durch ihn mit der Erde kommunizieren, sollte aber 500 Meter schaffen. Wissenschaftliche Instrumente tragen der Orbiter 8, Vikram 3 und Pragyan 2; alle 13 wurden in Indien entwickelt, dazu kommt noch ein passiver Laser-Reflektor der NASA auf Vikram: die Homepage der Mission, ein Press Kit, die Live-Übertragung des Starts (mehr Optionen), Updates, mehr Bilder hier, hier und hier, Video-Clips hier, hier, hier, hier und hier und Artikel (die ersten drei besonders detailliert) hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [19:35, ergänzt 21:05 MESZ] Während Sauer- wie Wasserstoff in die kryogene Stufe des GSLV gefüllt wurden, ist das Deep Space Network komplett für die Mission konfiguriert. [22:15 MESZ] Und der Start wurde verschoben, evtl. wegen eines Problems mit einer Treibstoff-Leitung. [23:05 MESZ] Die ISRO sagt nichts Genaueres – auch nicht wann es einen neuen Termin geben könnte. [23:45 MESZ. NACHTRÄGE: weitere Artikel hier (kein neuer Starttermin in Sicht), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]


13. Juli

Die Proton mit dem Röntgensatelliten SpektrRG ist pünktlich gestartet! Es dauert nun eine Weile mit zum Aussetzen des Satelliten mit u.a. dem deutschen Röntgenteleskop eROSITA: Webcasts laufen hier und hier, mit Updates hier. [14:35 MESZ] Nach dem Start (eine andere Version) war auch der erste Burn des Block 3, der Oberstufe, erfolgreich: Sie muss noch ein zweites Mal ran, bevor um 16:30 SpektrRG ausgesetzt wird. [15:00 MESZ] Die Proton im Flug – und der Start am MPE geguckt. [16:00 MESZ] Wo man gehört hat, der 2. Burn und das Aussetzen seien geglückt. [16:40 MESZ] Und die offizielle Bestätigung des Erfolgs! [16:45 MESZ] Die Solarzellen sind auf, und dem Satelliten geht’s gut. [16:50 MESZ] Pressemitteilungen von Roskosmos (mit vielen Bildern), MPE und DLR, Bilder vom Start hier und hier und von den Feierlichkeiten hier und hier und Artikel hier, hier und hier. [23:45 MESZ. NACHTRÄGE: SpektrRG und die Oberstufe im Teleskop (eine spätere Übersetzung), eine PM aus Tübingen, eine 16-Seiten-Broschüre und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier]


12. Juli

151 Tage: der Asteroid mit dem kürzesten bekannten Jahr

Die ZTF-Entdeckung 2019 LF6 hat eine große Halbachse von 0.556 au, eine Exzentrizität von 0.4 und eine Neigung von 29° – und ist erst einer von nur 20 „Atira“-Asteroiden mit Bahnen komplett innerhalb der Erdbahn: eine der interessanteren NEA-Entdeckungen der letzten Zeit. Auch der offensichtliche Zerfall des Kometen C/2019 J2 (Palomar) [NACHTRAG: ein Bild], zwei Sungrazer/skirter-Kometchen gleichzeitig, ein für 2020 geplantes Kleinkörper-PR-Programm von Alan Hale, Feuerkugeln über Australien und Florida, der Jupiter am 9.7., 7.7., 5.7. (mehr), 2.7. (mehr), 23.6. und 20.6. (mehr), NLC am 11. Juli und 21. Juni (mehr) sowie statistische Trends, der Himmel im Juli, wie die Mondphasen Tier-Verhalten beeinflussen, Gravitationswellen am 7.7. (mehr) und 6.7., das Unterwasser-Teleskop KM3NeT, endlich Baufreigabe für das TMT auf Hawaii (auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier), drei abgeschlossene DESI-Surveys, Ärger mit Russlands 6-m-Teleskop, 40 Jahre Joy-Division-Pulsar, das HQ des SKA, wie man nicht-thermische Strahlung von Exoplaneten mit FAST entdecken kann, Welt-Kultur-Erbe Jodrell Bank (auch ein Press Release und Artikel hier und hier), kuriose Astro-Akronyme, das Galileum Solingen eröffnet und das Planetarium Bochum mit 2.9 Mio. € zu modernisieren. [23:45 MESZ]


11. Juli

Bilder von der zweiten Probenentnahme durch Hayabusa 2 heute um 3:06 MESZ Bordzeit liegen nun vor: oben der Moment des Aufsetzens, gesehen von der (bürgerfinanzierten) Kamera neben dem Sampler-Horn, darunter von der Optical Navigation Camera – Wide angle (ONC-W1) fliegende Steinchen Sekunden und die eingedunkelte Stelle des Bodenkontakts zwei Minuten danach, aus rund 10 bzw. 100 m Höhe. Den selbst gemachten Krater erkennt man auf diesem Bild oben links von der Landestelle, etwa 20 m entfernt – Hayabusa 2 sollte Ejekta im Kasten haben: auch die Pressekonferenz mit Übersetzung, eine JAXA-Notiz und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [16:55 MESZ. NACHTRAG: und hier, hier, hier, hier, hier und hier plus ein Videoclip mit bizarrer Musik – derweil hat ein Problem mit der Proton zu einer Verschiebung des Starts von SpektrRG um zunächst einen Tag geführt. NACHTRAG 2: Der Start am 13.7. um 14:31 MESZ ist bestätigt und soll hier und hier übertragen werden]

Fehlstart: Zum 1. Mal versagt – beim 15. Start – eine Vega

Bereits zwei Minuten nach dem Start der Vega-Rakete wich sie nach einer gravierenden Fehlfunktion von der korrekten Bahn ab, dann ging die Telemetrie verloren – und Minuten später schon wurde der Fehlstart bestätigt. Mehr über den Erfolg von Hayabusa 2 – die Bilder vom Anflug animiert – soll es dagegen um 7:00 MESZ auf einer Pressekonferenz geben. [4:05 MESZ] Das komplette Disaster im Webcast, in dem der Kommentator nichts mitbekommt. [4:20 MESZ. NACHTRAG: Arianespace will das verschwinden lassen, aber sowas geht nicht …] Und erste gelehrte Spekulationen zum Szenario. [4:25 MESZ] Artikel zum Unfall (mehr) und zu Hayabusa. [5:45 MESZ] Äußerst knappe Arianespace und ESA Releases und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zum Unfall. [16:15 MESZ. NACHTRÄGE: ein weiterer ESA Release zur Untersuchung und weitere Artikel hier, hier, hier und (lang, aber französisch) hier]

Gleich holt sich Hayabusa 2 seine zweite Bodenprobe

vom Asteroiden Ryugu, aus dem selbst geschlagenen frischen Krater (in der Mitte das Zielgebiet „C01-Cb“ mit 3.5 Metern Radius): Die Zeiten – Sternchen bedeuten die schnellstmögliche Variante der Manöver – sind japanische in Bordzeit bzw. unten auch Erdempfangszeit; für MESZ sind 7 Stunden abzuziehen, es wird also gegen 3:15 MESZ ernst, wenn auch eine Live-Übertragung geplant ist. Der Abstieg läuft schon fast einen Tag (die Fortsetzung des Threads), hier gibt’s Live-Bilder der Navigationskamera. Es war eine schwierige Entscheidung, die zweite Probenentnahme anzugehen, da ja bereits eine Probe an Bord und das Risiko eines Absturzes durchaus real ist: eine Vorschau mit Links zu tieferen Artikeln, übersetzte PK-Slides vom 9. Juli und 25. und 11. Juni, 3D-Bildpaare von Ryugu, Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. Außerdem wird das Öffnen des LightSail 2 verschoben, startet gleich eine Vega und ist morgen abermals Spektrum-RG dran. [0:00 MESZ] Ein um 23:56 MESZ empfangenes Bild. [0:30 MESZ] Und eins von 1:22 MESZ. [2:20 MESZ] Nach Innehalten auf 30 m geht es näher heran. [3:05 MESZ] Applaus im Kontrollraum: Die Doppler-Signatur passt zu einem erfolgreichen Touchdown, und es geht schon wieder aufwärts. Jetzt wird auf Telemetrie gewartet, um Details zu erfahren (wofür die HGA wieder Richtung Erde gedreht werden muss). [3:25 MESZ] Die Live-Übertragung des Vega-Starts hat begonnen. [3:40 MESZ] Telemetrie von Hayabusa 2 wieder da – und keine Hinweise auf Probleme! Aber noch keine Erklärung eines vollen Erfolgs. [3:45 MESZ] Exakt zeitglich sind die Vega gestartet und wurde der Erfolg des Touchdowns bekannt gegeben. [3:55 MESZ]


10. Juli

Noch viel mehr starke Bilder von der Sonnenfinsternis

vom 2. Juli – eine erste Auswahl – sind nun schon veröffentlicht worden: etwa von über dem Large Synoptic Survey Telescope, dem Cerro Tololo Interamerican Observatory oder Gemini Süd; mehr Serien-Montagen hier, hier, hier, hier und hier. Darunter ein Zeitraffer aus Argentinien mit der Sonnen nur noch in geringer Höhe (mehr Videos von diesem Standort hier und hier und mit höherer Sonne hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, z.T. mit originellen Ideen) und eine größere Protuberanz, die vor dem 3. Kontakt erschien. Ferner gibt es schon viele Verarbeitungen der Korona hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Vergleiche mit SOHO hier und hier, mit einer Prognose und mit 2017, Flash-Spektren hier und hier, Vorhersagen der Beads und Beobachtungen [alt.], ein Einstein-Experiment mit TAROT, das Sternfeld um die SoFi, fliegende Schatten am Standort der Expedition dieses Bloggers (eine ~ parallele Reise), hier und hier, Bilder aus zwei Flugzeugen hier und hier (dessen Angebot und ein Artikel) sowie aus dem Orbit und von einem Satelliten, jede Menge Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [1:00 MESZ]

„Apollo 11“: was die gefeierte Kino-Doku bietet

8. Juli 2019

In dem großen Armstrong-Biopic „First Man“ vom letzten Jahr, das unverdient an den Kinokassen floppte, ändert sich die Optik komplett, wenn der Abstieg zur Mondoberfläche beginnt: Sind die Szenen davor auf grobkörnigem Film gedreht, um an Dokumentarmaterial der 1960-er Jahre zu erinnern, wird die Bildschärfe plötzlich grandios und hat IMAX-Auflösung. In der allseits gefeierten Doku „Apollo 11“, die dieser Tage endlich auch – wenige Male! – in deutschen Kinos läuft, in einigen wenigen auch in IMAX-Qualität, ist es dagegen genau andersherum: Reale Bewegtbilder aus dem Raumschiff und vom Mond existieren nämlich ausschließlich auf 16-mm-Film, von den grottigen TV-Live-Bildern ganz zu schweigen. Dagegen gibt es, was bis vor kurzem kaum jemand wusste, jede Menge Aufnahmen vom Boden in atemberaubend scharfer 70-mm-Qualität: vieles davon ursprünglich gedreht für die NASA-Auftragsproduktion „Moonwalk One“ (der komplette Film in leidlicher Qualität), wo sie aber nur beschnitten und in geringerer Auflösung Verwendung fanden.

Ein Teil des seither eingelagerten und fast vergessenen, nun aber aufwändig gescannten Materials ist in „Apollo 11“ erstmals in voller Qualität zu sehen – und weil auch die Kamera-Arbeit Kino-Niveau hatte, steigert es kurioserweise das Realismus-Gefühl erst einmal nicht wirklich. Die perfekten Bilder von den Startabläufen und den Scharen von Zuschauern – diese Frisuren! Diese Brillengestelle! – sowie aus dem Kontrollraum und vom Flugzeugträger, der die Astronauten am Ende abholte, erinnern verblüffend an bessere Weltraum-Spielfilme der Epoche, Stanley Kubrik hätten sie sicher gefallen. Auch die umfangreichen 35- und 16-mm-Filmaufnahmen rund um die Mission (die Astronauten stehen diesmal nicht im Mittelpunkt) sind neu digitalisiert worden, und aus dem Ganzen ist ein von der Erzählweise weitgehend konventioneller Dokumentarfilm im Kino-Stil – kein Off-Kommentar, keine Talking Heads, sparsamste Grafik – komponiert worden. Die Bildqualität springt dabei mit den Quellen erheblich, und manchmal erscheint Material geringerer Schärfe gnädig in Split-Screens verkleinert. Das fehlende hochaufgelöste Filmmaterial vom Flug selbst wie insbesondere vom Mond wird dabei zuweilen durch sanft animierte Mittelformat-Fotos ersetzt, die auch im IMAX-Format beeindrucken.

Der Soundtrack von „Apollo 11“ besteht überwiegend aus O-Tönen der Kommunikation zwischen Boden und Raumschiff – aber überlagert von reichlich lauter elektronischer Musik. Die ist zwar mit Instrumenten der damaligen Zeit eingespielt worden, macht aber das Verständnis der Akronym-reichen Dialoge nicht eben leichter. Praktischerweise kommt die deutsche Version mit Untertiteln, die leider nur den Versuch einer Übersetzung darstellen: Klöpse gibt es mehr als genug, und es bleibt unverständlich, warum man hier nicht einen Raumfahrt-Experten hat drüber sehen lassen. „Apollo 11“ ist damit ein Kinoerlebnis für Nerds einerseits und Fans des damaligen Zeitgeists andererseits, denn so manches kuriose Detail, bislang nur verschwommen wahrzunehmen, tritt nun knackig hervor. Ein frischer visueller Zugang zu einem altbekannten historischen Ereignis fürwahr: Besprechungen und noch mehr Hintergrund gibt’s z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier]. Weiteres superscharfes Filmmaterial, das nur sekundenweise während des Abspanns aufblitzt, lässt derweil erahnen, was da noch alles im Archiv schlummert: ein Assembly Cut aus all den Resten, das wär’s …

Allgemeines Live-Blog vom 18. 6. bis 4. 7. 2019

18. Juni 2019

4. Juli

Jede Menge Visuals von der Südamerika-SoFi vor 2 Tagen

sind bereits verfügbar geworden: z.B. eine Reihen-Montage von La Silla (auch vom Cerro Tololo eine), ein Video der Totalität (mehr), der Schatten auf der Erde von hinter dem Mond (weitere Verarbeitungen hier, hier, hier und hier), ein Zeitraffer (mehr, mehr und mehr) und eine prozessierte Korona, von diesem Blogger weiter verarbeitet. Aus der Nähe von dessen Standort am Puclaro-See in Chile (mehr, mehr und mehr) gibt es auch hier und hier Bilder und von anderswo im Land hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie Berichte in Bildern und Text. Aus Argentinien gibt es mit noch hoch stehender Sonne Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und nahe dem Untergang hier (mehr und ein Bericht), hier, hier, hier und hier, ferner von den Baily’s Beads eine Sequenz, Bilder hier und hier und einen Bericht, ein Flash-Spektrum, Bilder von See (auch ohne Glück; mehr), aus der Luft und dem Orbit (mehr), einen Korona-Vergleich Realität/Prognose, Aufzeichnungen der Live-Streams von La Silla (2. Kontakt bei 2:45) und Cerro Tololo (bei 1:29) sowie Time & Date (bei 2:41), Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und im Vorfeld hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und die chilenische Regierung zählt schon runter zur nächsten SoFi in Südamerika Ende 2020. [23:55 MESZ – Ende]


3. Juli

Der Kernschatten des Mondes quasi in 3D erfasst wird durch das Bildpaar oben und unten während der Totalität der gestrigen Sonnenfinsternis über Chile: Das obere Bild entstand am Stausee Puclaro – eine Bilder-Sequenz dieses Bloggers und ein großes Album vom Tag – südlich der Zentrallinie, das untere auf der Sternwarte La Silla weit nördlich von ihr. Entsprechend ist die Korona (Mitte) mal in der einen und mal der anderen Richtung gegen den Schattenkegel versetzt, der schräg in die Atmosphäre sticht. [5:25 MESZ]


2. Juli

Eine gut 100 Jahre alte Sonnenkorona neu verarbeitet

Eine Kopie einer der Fotoplatten aus Brasilien der berühmten SoFi vom Mai 1919 ist mit moderner Bildverarbeitung auf Vordermann gebracht worden: Nun sind die Korona und die gewaltige Protuberanz gleichzeitig gut zu sehen. Und heute nun die nächste totale SoFi: Impressionen vom Tag davor in Chiles Region IV hier (Thread) und hier. [7:30 MESZ]


30. Juni

Die nächste New-Frontiers-Mission wird der Titan-Flieger

namens Dragonfly, eine Art Helikopter für den Saturn-Mond, hat die NASA bekannt gegeben: Der andere Finalist zwar eine zweite Mission zu Komet C-G gewesen. Jetzt ist Gedukd gefragt, denn erst 2034 wird der Titan erreicht, bei einem Start 2026: auch Artikel hier und hier [NACHTRAG: und mehr Links]. Und es gibt noch weitere Entscheidungen über künftige Missionen im Sonnensysten: Die ESA baut einen Comet Interceptor, der 2028 als ‚Fast-Class-Mission‘ starten und auf einen neuen Kometen lauern soll – und wiederum die NASA hat zwei Missionen zur Sonne-Erde-Beziehung ausgewählt, PUNCH und TRACER (eine Erklärung dazu) sowie drei Finalisten für kleine Satelliten im Sonnensystem (mehrPress Releases hier, hier und hier).

Was Hayabusa 2 bei der jüngsten Annäherung PPTD-TM1B an Ryugu und insbesondere den selbstgemachten Krater vom 11. bis 13. Juni sah: Es ist immer noch nicht entschieden, ob dort eine Probe eingesammelt werden soll. Auch Felsen auf Bennu, bereits 10 Jahre Lunar Reconnaissance Orbiter im Orbit – und die Fahrt von Yutu II bisher.

Während der Start von Spektr-RG auf frühestens Juli verschoben wurde, hat der erste Nachtstart einer Falcon Heavy mit der Nutzlast STP-2 (darin das zweite LightSail) stattgefunden: weitere Bilder hier, hier und hier und auch hier, hier und hier, ein Video-Clip und Artikel hier, hier und hier. [3:45 MESZ]


29. Juni

So soll die Korona der Sonne in drei Tagen aussehen

während der totalen Finsternis in Südamerika (die finale Vorhersage), wo der Rummel im Vorfeld bereits erheblich ist: ein Thread dieses Bloggers mit allerlei Beobachtungen aus dem chilenischen Teil. Auch Berichte aus Argentinien und ein Verzeichnis von Webcasts. [14:40 MESZ. NACHTRAG: auch hier, hier und hier]


28. Juni

Zum vierten Mal: Mini-Asteroid vor Airburst beobachtet

Diesmal waren es die Himmelsüberwacher ATLAS und Pan-STARRS, die den 3 bis 4 m großen 2019 MO auf dem Schirm hatten, noch bevor er am 22. Juni in einem Airburst über der Karibik sein harmloses Ende fand, das mit mehreren Methoden beobachtet wurde: Artikel hier und hier. Das CBET #4638 weist heute darauf hin, dass solch ein Fall bereits zum 4. Mal eingetreten ist … aber bei Chelyabinsk halt nicht, da kam der Impaktor aus einer ungünstigen Richtung. [14:45 MESZ]


18. Juni

Die erste Totale Sonnenfinsternis seit fast zwei Jahren

(als es die USA traf, wovon erst jetzt ein vielseitiges Video fertig wurde) wird in zwei Wochen am 2. Juli den Südpazifik und zum Schluss Chile und Argentinien heimsuchen (obige Karte mit dem dahinter liegenden interaktiven Tool von Xavier Jubier erzeugt) – weshalb dieser Blogger die nächsten gut zwei Wochen auf Reisen ist und dieses Live-Blog nur mit den wichtigsten Nachrichten gefüllt wird. Es gibt weitere Karten und -Tools hier, hier und hier (z.T. mit Bergschatten, wichtig wegen der tiefen Sonne), Simulationen der Baily’s Beads, der Gestalt der Sonnenkorona und des Anblicks des Himmels, Press Releases zu geplanter Forschung auf La Silla und CTIO und von der Regierung der IV. Region Chiles vom 14.6., 3.6., 30.5. (wichtig!), 23.5., 17.5. und 7.5., regionale Webseiten hier, hier, hier, hier und (na ja) hier, ein lokales Werbe-Video, angekündigte Webcasts von ESO und CTIO und Artikel vom 14.6. (mehr), 13.6., 7.6., 2.6., 30.5., 27.5., 20.5., 3.5., 2.5. und 25.3.

Bereits heute kommt es zu einer engen Konjunktion von Merkur und Mars, allerdings nur mit Mühe tief in der Abenddämmerung zu beobachten wie hier vorgestern über Bochum – auch der Jupiter vorgestern und am 15. Juni (mehr, mehr und mehr), 14. Juni (mehr), 13. Juni (mehr, mehr, mehr und mehr), 12. Juni (mehr), 11. Juni und 10. Juni [NACHTRÄGE: der Jupiter heute (mehr und mehr) und gestern (mehr und mehr) – und der Kauf von S&T durch die AAS für $1.2m (mehr, mehr und mehr)].

Und die NLCs können es einfach nicht lassen! In der Nacht 16./17. Juni schon wieder ein beachtliches Display, von dem dieser Blogger in Witten die (hellere) linke Hälfte verfolgen konnte: hier Bilder von 2:46, 3:12 und 3:24 MESZ, viel mehr in Alben hier und hier, Live-Berichte hier, hier, hier bzw. hier und hier und Best-Ofs hier und hier. Als besonders gut für die ’situational awareness‘ erwiesen sich diesmal Webcams in Hagen und im Sauerland. Und in der Nacht 17./18. Juni gleich die nächste Riesen-Show: sehr früh und sehr ausgedehnt, hoch über NRW in der hellen Abenddämmerung (wie dieser Blogger – kameralos – aus dem Raum Bonn bestätigen kann) und erst recht in Niedersachsen aber auch weiter südlich [NACHTRÄGE: Zeitraffer hier und hier, völlig Krasses über Kiel, ein Panorama, ein typisches Einzelfoto und ein relevanter und ein kurioser Vordergrund].

Der Asteroid Bennu aus dem niedrigsten stabilen Orbit, den je eine Raumsonde um einen Kleinkörper hatte: 690 Meter über der Oberfläche, am 18. Juni. Auch weitere Engineering-Aufnahmen von BepiColombo, der Ariane-Start-Vertrag für JUICE, die verbleibenden Hürden für Psyche, mehr Wissenschaft auf der ISS – und aktive Erforschung von Reentry-Prozessen von Satelliten.

Und zwei interessante Raketenstarts stehen an – neben der Proton mit Spektr-RG am 21. [NACHTRÄGE: der Countdown, der genaue Zeitplan des Starts, eine PM und ein Video des DLR und ein Artikel] kommt nicht vor dem 24. Juni eine Falcon Heavy mit dem Space Test Program-2 (STP-2) dran, das aus 24 kleinen Satelliten mit unterschiedlichen Zielorbits besteht, u.a. mehreren der NASA und dem zweiten LightSail der Planetary Society: Purdue, JPL und NASA Releases (mehr, mehr und mehr), Planetary-Society-Stories hier, hier, hier, hier, hier und hier und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [1:00 MESZ]

Highlights von der 234. AAS-Tagung diese Woche

16. Juni 2019

in St. Louis vom 9. bis 13. Juni – überwiegend von den sechs Pressekonferenzen, von denen es auch wieder komplette Aufzeichnungen gibt:

In der ersten – ein Sprecher hatte kurzfristig abgesagt, weil er seine eigenen Ergebnisse inzwischen anzweifelt – ging es um den jungen Hot Jupiter CI Tauri b, die Habitable Zone für komplexes Leben, die schmaler als für mikrobielles sein dürfte, und …

… die Häufigkeit von Super-Flares auf sonnenähnlichen Sternen, die aus dem Daten-Fundus von Kepler und Gaia abgeschätzt werden kann: Flares bis zu 5 x 10^34 erg, 500-mal so stark wie die stärksten bekannten Sonnenflares, sind dort (und mithin auch hier?) möglich.

In der zweiten PK stand die Sonne im Mittelpunkt, zuerst von der EUV-Raketen-Kamera Hi-C 2.1, die in der Sonnenkorona eine Auflösung von 0.2 bis 0.3 Bogensekunden schafft:

Andere Präsentationen befassten sich u.a. mit Dynamo-Wellenmustern im Inneren der Sonne, die sich durch Torsions-Schwingungen verraten (einige Visuals dazu, und der Sonifikation von Helioseismologie, die sogar Musiker inspirieren soll.

PK Nr. 3 war ganz Spiralgalaxien gewidmet – hier eine Visualisierung von Daten des Instruments HAWC+ der fliegenden Sternwarte SOFIA, die zeigen, wie Magnetfelder interstellarem Gas beim Strömen in Richtung Sgr A* helfen:

Andere Referenten fanden neue Belege für die klassische Dichtewellen-Theorie der Entstehung der Spiralarme – und es wurde für das Zooniverse-Projekt „Spiral Graph“ geworben, bei dem es die Krümmung von Spiralarmen zu bestimmen gilt: siehe auch ein früheres Paper nebst Press Release zu Bürgerforschung vs. Spiralstruktur.

In der vierten PK ging es um Simulationen des Sonnen-Inneren, die auf zwei Sonnenzyklen gleichzeitig hindeuten, um Mechanismen zur Schaffung von C60-Molekülen im USM und wie der Sternenstrom GD-1 auf eine dunkle Substruktur im Halo der Milchstraße hinweist.

In Nr. 5 wurde abermals der Sonnenzyklus behandelt: ein möglicher Zusammengang mit El-Nino-Ereignissen (nebst Erklärung des letzten tiefen Minimums und Prognose des nächsten Maximums als so wie das letzte) und eine weitere Vorhersage-Methode (die ein Rekord-niedriges kommendes Maximum voraussagt – in 10 Jahren wissen wir, wer Recht hatte). Sodann wurde der Erfolg von Citizen Scientists beim Finden von Yellow Balls thematisiert – und die Rolle der Zwerggalaxie Antlia 2 beim Erzeugen von Rippeln am Rand der Milchstraße: ein paar Slides und Artikel hier und hier.

Die letzte PK schließloch stellte die Entdeckung von „Cold Quasars“ vor (eine seltene und kurzlebige Population), und die ‚tension‘ bei der Hubble-Konstanten wurde von zwei Seiten beleuchtet: lokale Dichte-Effekte sind es nicht, die die auf 20 Sigma gewachsene Diskrepanz erklären können – während ein quantenkosmologischer Ansatz vielleicht zu neuer Physik führt. Auch Tagesberichte aus St. Louis Nr. eins, zwei und drei und Artikel zur Decadal Survey 2020 und erhoffter Erhöhung der Produktivität von SOFIA.

Allgemeines Live-Blog vom 10. bis 14. Juni 2019

10. Juni 2019

14. Juni

Letzte NLC-Nacht endete in großartigem Morgen-Display

Die zweite Nacht in Folge hat spektakuläre Leuchtende Nachtwolken gebracht und diesmal war das Morgen-Display das beeindruckendere, wie selbst diese Fotos dieses Bloggers (Reihenfolge ~ invers) trotz Horizont-Problemen zeigen: berichtet wurde zeitnah hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Aufnahmen anderer aus der Nähe gibt’s hier und hier und von anderswo hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein weiteres Zeitraffer-Video, eine PM der Stadt Osnabrück und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. Und gerade geht es abermals los, wie z.B. dieses Bild zeigt. [23:40 MESZ – Ende. NACHTRAG: ein schöner Zeitraffer aus Dänemark – und in der Nacht 15./16.6. passiert schon wieder was … NACHTRAG 2: … z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, plus weitere Artikel hier und hier]

NASA-Chef packt aus: Mond-Crashprogramm = 20-30 Mrd.$

Bisher hatte die NASA-Führung eisern geschwiegen, was das plötzlich vom Himmel gefallene Crash-Programm mit einer Astronaut(inn)en-Landung auf dem Mond 2024 denn wohl kosten solle, egal ob Journalisten oder Politiker fragten – aber jetzt hat der NASA-Chef in einem TV-Interview ausgepackt: Es sollen zusätzlich zum normalen NASA-Haushalt in den kommenden 5 Jahren 20 bis 30 Milliarden Dollar sein! Artikel dazu auch hier und hier – das Apollo-Programm hat übrigens rund 25 Mrd. damalige Dollar gekostet, was heute rund 180 Mrd.$ entspricht und nach einer anderen Berechnung an die 300 Mrd.$. Ferner ein offener Brief von Mond-Beratern, ein NASA Release zur Rolle der Industrie, ein ganzes Paket Artikel zum Themen-Komplex mit u.a. diesem, diesem, diesem und diesem und weitere Artikel hier und hier.

Die Proton mit Spektr-RG – auch ein Podcast und ein Artikel – ist heute pünktlich auf der Startrampe angekommen! Noch eine Woche … Auch Fermis energiereichste GRBs, das lange Leben des Spitzer Space Telescope, ein weiterer Orbit-Rekord von OSIRIS-REx, im InSight-Missions-Blog der Hinweis auf die beginnende Rettung des Maulwurfs, neue Erkenntnisse aus Cassini-Daten über die Form-Kräfte der Saturnringe, ein Meeting von ESA und JAXA, die weitere Orbit-Entwicklung der Starlink-Satelliten, die ihre Zielbahnen weitgehend erreicht haben – und der Start der Rakete MAPHEUS-8. [22:55 MESZ]


13. Juni

So endete das NLC-Spektakel von Bochum im Morgengrauen

Nachdem die Leuchtenden Nachtwolken (s.u.) gegen die wahre Mitternacht fast unsichtbar geworden waren, wurden sie ab etwa 3 Uhr MESZ wieder von der Sonne angestrahlt, aber der Anblick war weniger spektakulär als am Abend: hier Bilder von 3:11, 3:30 und 3:40 MESZ, während hier die gesamte Nacht in ungefähr umgekehrter Zeitfolge zu sehen ist und mehr hier und hier. [4:35 MESZ] Und hier, hier, hier, hier und hier. [5:00 MESZ]

Ein toller Zeitraffer aus Niedersachsen, auch Artikel dieses Bloggers (31 Bilder mit Zeiten und Sonnen-Depression) und eines anderen, weitere Zeitraffer hier, hier und hier und weitere Bilder hier, hier, hier, hier, hier und hier. [13:35 MESZ] Und hier (!), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – während es gerade wieder los geht: Tweets hier, hier und hier. [23:00 MESZ] Auch über Bochum durch eine Wolkenlücke zu sehen, weitere Bilder aus der Nähe und hier, hier, hier, hier und hier von anderswo. [23:45 MESZ. NACHTRÄGE: dito hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Hayabusa 2 sieht wieder seinen eigenen Schatten auf einem um 3:09 MESZ empfangenen Ryugu-Bild – der direkte Bilder-Strom wird wieder vor der größten Annäherung abreißen; vielleicht ist dies das letzte. [3:35 MESZ] Nein, eins kam noch – und die Sonde ’schwebt‘ 35 m hoch. [4:00 MESZ] Es geht weiter abwärts … [4:05 MESZ] … und wieder aufwärts. [4:15 MESZ. NACHTRAG: Die Operation war erfolgreich]

Ein NLC-Zeitraffer von heute Nacht aus Belgien, auch ein weiteres Video und viele weitere Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [3:05 MESZ]

Ein um 1:39 MESZ empfangenes Bild von Hayabusa 2, der sich beim neuerlichen Abstieg zu Ryugu inzwischen auf weniger als 700 m genähert hat.

Und ein Foto der nach dem Start aus dem kalifornischen Küstennebel steigenden Falcon 9 mit den drei kanadischen Radarsatelliten. [2:15 MESZ. NACHTRAG: ein weiterer Artikel] Ein um 2:40 MESZ empfangenes Bild von Hayabusa 2; größte Annäherung soll um 4:11 MESZ Erd-Empfangs-Zeit sein. [3:00 MESZ]

Prächtige Leuchtende Nachtwolken am Abend – was folgt …?

Die Vorzeichen waren viel versprechend gewesen, und dann kamen gleich Webcam-Sichtungen aus Bayern: Das musste das werden mit den NLC in der Nacht 12./13. Juni – und es wurde! Hier Aufnahmen dieses Bloggers von Witten-Herbede / Ruhrhöhe Richtung Bochum (mit der Universität prägnant am Horizont) von 23:26, 23:29, 23:33, 23:35, 0:02, 0:03 und 0:21 MESZ – erst gegen 1:00 MESZ verblassten der Streifen am Nordhorizont. Viele Aufnahmen in groß in diesem Album, einem Tweet-Thread und FB-Postings hier, hier, hier, hier und hier sowie Bilder anderer hier (mehr und mehr), hier und hier. Auch der Jupiter gestern (mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr) und am 10. Juni (mehr, mehr und mehr) sowie Fortschritte beim LSST und möglicherweise seine Benennung nach Vera Rubin – und ein Katalog mit astronomischer Musik. [1:55 MESZ]


12. Juni

Da steigt die Falcon 9 aus dem Nebel über Vandenberg – die Stufen haben sich getrennt, und die erste Stufe ist auf dem Rückweg zur Landing Zone 4 auf der AFB. [16:20 MESZ] Und hat im Nebel butterweich aufgesetzt. [16:25 MESZ] So sah das aus – weiter geht’s um 17:07 MESZ. [16:30 MESZ] Alle drei sind abgesetzt, wobei es die Abreise nur der ersten beiden live zu sehen war: ein Artikel. [17:30 MESZ] Auch hier. [18:55 MESZ] Und hier. [19:50 MESZ] Und ein CSA Press Release. [20:35 MESZ]

Drei kanadische Radar-Satelliten auf einer Falcon 9

warten in Kalifornien auf ihren Start heute zwischen 16:17 und 16:30 MESZ, der hier live übertragen werden soll: zur RADARSAT Constellation Mission (RCM) auch Artikel hier, hier und hier. Auch die Bestimmung von Gletscher-Masse durch den Radarsatelliten TanDEM-X – und die operationelle Verwendung von Soil Moisture and Ocean Salinity (SMOS) für Wetterprognosen.

Abermals steigt Hayabusa 2 zur Oberfläche von Ryugu hinab, um morgen früh MESZ ein weiteres Mal den frischen Krater zu inspizieren: Updates und ‚Live‘-Bilder. Auch ein ESA-Wettbewerb im Vorfeld des Ministerrats zwecks Verfilmung der Weltraum-Träume von Europas Öffentlichkeit, in der US-Politik Diskussion über die ‚Decadals‘ – und ein faszinierend-erschreckendes Video mit dreidimensionaler Video-Animation auf der Basis eines einzelnen 2D-Bildes, in dem es von 2:02 bis 2:08 auch einen Moonwalker erwischt … [13:45 MESZ] Die Rakete im Morgengrauen – auch neue NASA-Tech-Investitionen und die Lage in Sachen Raumschrott. [15:35 MESZ] Und Nebel verhüllt alles … während neun Experimente – davon zwei astronomische, eins mit deutscher Beteiligung – für Chinas Raumstation ausgewählt wurden. [16:10 MESZ. NACHTRÄGE: Artikel dazu hier, hier und hier – und die Auswahl der Deep Fields für den Satelliten Euclid]


11. Juni

Wie Mikrometeoriten-Einschläge Wasserspuren aus dem Mond befreien: die längere Fassung eines Videos zu einem aktuellen Paper über Daten der LADEE-Mission. Auch wie weit Yutu II bereits kam auf der Mond-Rückseite (mehr, mehr, mehr und mehr), die wichtigsten Grafiken aus einem Paper über das Aitken-Becken, die Dynamik von Aurora-Substürmen aus Satelliten-Daten von Jahrzehnten – und was das Trio der Swarm-Satelliten erreicht hat.

Der größte Felsen auf Asteroid Bennu auf einem Bild von OSIRIS-REx vom 11. April, das Bildfeld hier ist rund 50 m groß. Auch neue Details zum zweiten Target-Marker-Abwurf von Hayabusa 2 auf Ryugu, was Dawn über das Innenleben von Ceres und (über die HED-Meteoriten) das Alter von Vesta heraus fand, Grünes Licht für die Phase C der NASA-Asteroiden-Mission Psyche, ein Jahr Verstummen des Mars-Rovers Oppy – und nach neuen Modellen kein Magma-Ozean unter der Oberfläche des Jupitermonds Io aber andererseits ein möglicher Wasser-Ozean unter der Kruste von Pluto.

Die Proton-Rakete mit dem Satelliten Spektr-RG wird zusammen gesetzt: auch ein früheres Video von der Betankung des Satelliten, Pressemitteilungen der MPG hier, hier und hier zum Teleskop eRosita und Artikel hier und hier zum Projekt insgesamt, das für Russland wichtig ist. Auch das endgültige Ende der Mission von Spektr-R und damit der Weltraum-Interferometrie RadioAstron – und ein neuer Kontrollraum für den Röntgensatelliten Chandra.

Ein Flugzeug von der ISS aus fotografiert – solche Aufnahmen (hinter dem Bild mehr) gelingen nicht oft! Auch Forschung auf der ISS, die künftigen Dragon-Astronauten, eine kommerzielle ISS-Touristen-„Buchung“, wie der Abbruch des MOL-Projekts der NASA half, eine ESA-Astronautin im Deep-Space-Training unter Wasser, OHB-Jubel, die NASA zu den Orion-Fenstern und Artikel hier und hier zur Artemis-Vision – und warum Matthias Maurer zum Mond will.

Zwei Starlink-Satelliten bei einem Stern, weitere Statements zur Satelliten-Plage von SKA, AAS und VdS, eine Petition, Artikel hier, hier, hier, hier und hier – und ein russischer Satellit mit Zwei-Triebwerk auf Kurs, eine mysteriöse GPS-Störung und NASA-Forschung zur Strahlungs-Härtung von Raumschiffen. [23:50 MESZ]


10. Juni

Das erste auffällige NLC-Display der Nord-Saison 2019

für viele europäische Beobachter hat sich in der vergangenen Nacht 8./9. Juni ereignet: Hier rahmen zwei Videos aus dem UK drei Aufnahmen dieses Bloggers aus Witten um 0:17, 0:39 und 3:20 MESZ ein – weitere Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, NLCs auch heute Nacht (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und früher über Kanada, Sprites über der Rhön, jetzt mehr CO2 in der Erdatmosphäre denn je (die letzten zwei und alle Mess-Jahre) und der Himmel im Juni.

Eine Prognose der Gestalt der Sonnenkorona während der nächsten totalen Finsternis am 2. Juli, gerechnet am 4. Juni und durch Wavelet-Filterung verstärkt. Auch das Verschwinden beider Sonnenflecken, die zuletzt für Aufsehen sorgten, und der heute seine Opposition erreichende Jupiter vorgestern (mehr und mehr sowie Zeichnungen), am 7. Juni, 6. Juni, 5. Juni, 4. Juni (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 3. Juni (mehr), 2. Juni, 1. Juni (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 31. Mai sowie Artikel hier, hier, hier, hier, hier und – übertrieben – hier.

Der Asteroid 1999 KW4 in Erdnähe Ende Mai mit dem VLT und seinem Instrument SPHERE nebst seinem Mond abgebildet (auch Artikel hier und hier sowie ein altes Radar-‚Bild‘ auf Slide 14), der junge Mond mit Mars und/oder Merkur am Abend des 6. Juni, 5. Juni hier, hier, hier und hier und 4. Juni – und da er den Ramadan beendete mal wieder Palaver über die Regeln dafür.

Die Baustelle des Large Synoptic Survey Telescope auf dem Cerro Pachón in Chile – auch ein Paper über das Devasthal Optical Telescope in Indien (3.6 Meter), ein kurioses Projekt zur Überwachung des Mondes auf TLPs, ein dicker Beginner’s Guide to Working with Astronomical Data, mal wieder eine Gravitationswelle am 2. Juni, allerlei astronomische Fehlschläge und 573 White Papers für den nächsten Decadal Report zur US-Astronomie. [2:15 MESZ]

Mehr aktuelle NLCs von einem globalen Ausbruch in diesem Video aus Kanada und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier hier hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und der Jupiter gestern hier, hier, hier und hier. [16:30 MESZ] Und hier heute, mehr NLCs von vorletzter Nacht und letzter hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein möglicher alter Impaktkrater im UK (auch Artikel hier und hier) und das Instrument NEAR am VLT. [21:35 MESZ. NACHTRÄGE: ein Artikel dazu, noch mehr NLCs – auch aus der Nacht 10./11. Juni, die erneut viel bietet – hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und hier und hier Artikel zur Lage]

Live-Blog zur Raumfahrt vom 1. bis 9. Juni 2019

1. Juni 2019

9. Juni

Der Uluru – Ayers Rock – aus der ISS aufgenommen, wo der australische Aufschluss „leicht zu sehen“ ist. Auch offensichtlich Polarlicht am Rand der Erde auf Rosetta-Bildern vom Flyby 2007, die bevorstehende Auswahl von Experimenten für Chinas Raumstation, der Erstflug der Angara-Rakete 2023, der langsame Orbit-Verfall von Indiens ASAT-Schrott und Anstieg der Starlink-Orbits – und zufällige Beobachtungen am Boden und in der Luft von einem chinesischen SLBM-Test. [22:25 MESZ – Ende]


7. Juni

Der russische Röntgensatellit Спектр-РГ sitzt auf der Oberstufe ДМ-03 seiner Протон-М für den Start am 21. Juni (auch ein Video der Operation) – nun gut, eigentlich war der mal für 1992 oder 1993 geplant gewesen, aber Schwamm drüber. Auch ein kurzes Paper über Probleme des Gaia-Satelliten mit hellen Sternen: Glaubt die Parallaxen nicht!

Ein frischer Impaktkrater auf dem Mars, der zwischen September 2016 und February 2019 enstand, als er von HiRISE auf dem MRO aufgenommen wurde. Auch Tests mit dem Mars-Helikopter für die nächste US-Landung und Live-Bilder vom Bau des Rovers dieser Mission – und ein sehr schattiges Bennu-Bild und ein ’normaleres‘ von OSIRIS-REx.

Ein JunoCam-Bild von Jupiter-Wolken vom 29. Mai – auch Statements von ESO und R.A.S. zu den Starlinks, Beobachtungen letztens hier und hier, Artikel hier und hier, ein Statement von Maurer (kürzer), immer noch Debatten zum Impakt – und Fortschritte bei den „Stratolliten“ am hohen Ballon.

Die Premiere der DLR-Raumfahrt-Show 2019 vor 16’000 Kindern und Jugendlichen heute in Erfurt [NACHTRÄGE: eine späte DLR-PM und eine endlose Bilder-Serie] – und die Kommerzialisierung der ISS seitens der NASA inklusive des Angebots der Station als Hotel mit Horror-Tarifen für Privat-Touristen: auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier und hier].

Ein weiteres Mond-Bild vom chinesischen Mini-Mond-Orbiter – auch ein bizarrer Trump-Tweet (ein Versuch einer Antwort der NASA [NACHTRAG: die aber nicht funktioniert und besser so gegangen wäre]), der mal wieder nichts als Chaos im NASA-HSF-Plan verursacht (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), auch frühere und andere Artikel im Kontext hier, hier, hier, hier und hier. [23:40 MESZ. NACHTRÄGE: mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, hier, mehr und mehr dazu]


5. Juni

Der Abwurf des zweiten Target Markers von Hayabusa 2

neben dem selbstgemachten Krater am 30. Mai aus einer anderen Perspektive (mit einer Spenden-finanzierten Kamera) in 9 Metern Höhe: Der Marker und auch sein Schatten sind noch im Fallen klar zu erkennen [NACHTRAG: ein Artikel]! Auch ein Interview über die Rosetta-Mission – und die ESA plant Wissenschaft für die Jahre 2035 bis 2050 und holt dafür Stellungnahmen ein.

Es gibt jetzt einen Plan zur Befreiung des nicht voran kommenden Mars-Maulwurfs: InSights Arm soll ihm helfen [NACHTRÄGE: im Missions-Blog am 6.6. noch mehr Details plus Artikel hier, hier, hier und hier]. Auch weitere und stärkere Erdbeben-Detektionen von SEIS bis Stärke 3 – und anderswo auf dem Mars ein Panorama von MAHLI-Bildern Curiositys.

Mit den meisten Starlink-Satelliten geht es stetig aufwärts und auch einer der drei Problemfälle steigt inzwischen: auch weitere Stellungnahmen von AURA, NSF und LSST, Artikel hier (eine Übersetzung dieses spanischen), hier, hier, hier und hier, ein Thread, ein Witz (!) – und ein älterer Artikel zum Space-Debris-Aspekt.

Abschied auch von einem Progress-Transporter, der die ISS kurz nach dem Dragon verließ. Auch Dutzende von Satelliten demnächst auf Vega-Raketen, der bevorstehende Testflug der Vega C – und wie die enorme Urbanisierung von Ulan Baatar aus dem All zu verfolgen ist.

Der erste chinesische Raketenstart von einem Schiff aus ist heute geglückt: Videos hier, hier und hier, weitere Visuals hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier. [23:55 MESZ]


3. Juni

Der Crew Dragon ist wieder zuhause: Vor wenigen Minuten wasserte die Kapsel, hier unmittelbar vor dem Aussetzen aufgenommen. Auch vielleicht doch noch ein Flug des Crew Dragon dieses Jahr mit Crew, Ärger um das Experiment ISS-CREAM (Cosmic Ray Energetics and Mass for the ISS), ein Statement der IAU, weitere Beobachtungen dieses Bloggers, die erratische Orbit-Entwicklung und der astronomische Impakt der Starlink-Satelliten (und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier), das Ende der Iridium-Flares, ein NASA-Startplatz in Australien in Planung – und eine bunte Webseite zur nächsten Tagung des ESA-Ministerrats in 1/2 Jahr. [23:55 MESZ. NACHTRAG: der zurückgekehrte Dragon]


1. Juni

Der TechDemoSat-1 hat sein Segel zum Abbremsen entfaltet

und wird dank dieses Drag Sail bald aus dem Orbit fallen, wo er seit 5 Jahren 8 Technologien testete. Auch Beobachtungen von Starlink-Satelliten heute Nacht durch diesen Blogger, Aufnahmen von Flares, das Mysterium des einen hellen Satelliten, eine Status-Meldung von SpaceX zum Anheben der Orbits (eine frühere Grafik), ein Statement von Radioastronomen zu Spektrums-Absprachen, detaillierte statistische Überlegungen zur schieren Zahl der Satelliten und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier.

22 Monate Röntgenbeobachtungen des Neutron star Interior Composition Explorer (NICER) auf der ISS an den Himmel projiziert: Bis zu 8-mal pro Orbit wird ein neues Ziel angefahren. Auch das bevorstehende Ende Anfang 2020 des Betriebs des Spitzer Space Telescope – und das JWST bestand des finalen Thermal-Vakuum-Test. Trotzdem gibt’s mal wieder Tadel, denn das Weltraumteleskop trägt – zusammen mit SLS und Orion – maßgeblich zu sinkender NASA-Leistung in Sachen Kosten- und Zeitplan-Einhaltung bei [NACHTRAG: noch ein Artikel dazu] …

Der Jupiter beim 20. Perijovium von Juno, bei dem die JunoCam leider erneut nicht den GRF im Bildfeld hatte: eine Verarbeitung durch Seán Doran. Auch die MastCam des NASA-Mars-Rovers 2020, was nach der Sample Return Mission passieren soll, das Strahlungsproblem für Mars-Fahrer, die Auswahl von drei Firmen für Commercial Lunar Payload Services (CLPS) durch die NASA (Aufzeichnungen eines PR-Events und einer Telecon und Artikel hier, hier, hier, hier und hier), was mit Chinas kleinem Mondorbiter nun möglich ist und wie des großen Orbiters Orbit funktioniert – und ein geplanter Raketenstart zur Schaffung künstlicher Wolken in der Nacht. Sowie der Proton-Start des Satelliten Yamal 601, das vermutliche Ende von StratoLaunch (wo man das bestreitet) und die Rückkehr des Dragon von der ISS am Montag. Und zum NASA-Crash-Programm Mond 2024 jede Menge Slides hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, NASA Releases & Features hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier (mit einem Zitat dieses Bloggers) und hier. [1:05 MESZ]

Allgemeines Live-Blog vom 29. – 31. Mai 2019

29. Mai 2019

31. Mai

Ein restaurierter Film der totalen SoFi des Jahres 1900

ist nun online gestellt worden: vermutlich der älteste erhaltene SoFi-Film überhaupt und auch der älteste eines astronomischen Phänomens in Bewegung. Auch der Jupiter – mit seinem weiter schwer in Wallung befindlichen Großen Roten Fleck – gestern (mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und dem 28. Mai, 27. Mai (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 26. Mai (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 25. Mai (mehr, mehr und mehr) und 23.+24. Mai (mehr vom 24. und 23. Mai), der GRF in Bewegung (mehr) und die Entwicklung seiner Länge … und ein Artikel über einen Jupiter-Fotografen in Australien. Ferner das Ergebnis eines Online-Votings zum Namen eines Kuiperoids, der Komet C/2018 W1 (Catalina) viel heller als erwartet, die Untersuchung des Kohligen Chondriten, der im April in Costa Rica einschlug und ein tolles neues Video der australischen Feuerkugel vom 21. Mai. Und schließlich eine große Sammlung von Aurora-Daten öffentlich gemacht, ein direkter Vergleich Boden vs. Satellit eines Displays – und überraschend schöne Leuchtende Nachtwolken in der Nacht 28./29. Mai: mehr Bilder hier, hier, hier, hier und hier. [1:05 MESZ – Ende]


30. Mai

Der Target Marker ist angekommen! Die Bestätigung des erfolgreichen Abwurfs hat lange gedauert, aber nun gibt es eine Animation (hinter dem Bild) aus 10 bis 40 m Höhe: Der erste Frame hier zeigt ihn noch im Fallen, auf den anderen sitzt er in der korrekten Zielregion C01 auf dem Boden, jeweils hell im Sonnenlicht. Links ein Teil des Sondenschattens. [12:05 MESZ]

In der nächsten Stunde sollte Hayabusa 2 den Target Marker abwerfen – hier ein Bild, das um 3:26 MESZ empfangen wurde, das erste mit klarem Schatten der Sonde. [3:45 MESZ]

Kurz vor dem Abwurf (ein um 3:59 MESZ empfangenes Bild): Nach einer kurzen Schwebephase in 35 Metern Höhe geht es nun weiter abwärts. [4:30 MESZ] Außer dass es aus 10 Metern wieder aufwärts geht (mit Applaus), war danach erstmal nichts zu erfahren. [5:00 MESZ]

Einer der dunkelsten Felsen auf dem Asteroiden Bennu, auch im Kontext – derweil läuft der Abstieg PPTD-TM1A von Hayabusa 2 zwecks Target-Marker-Abwurf: gelegentliche Bilder und Tweets. Auf der Mondrückseite sind sie erneut aufgewacht, ein umfangreicher Bericht zeigt Probleme mit dem Europa Clipper der NASA auf [NACHTRAG: noch ein Artikel], 10 offene Fragen bzgl. der Saturnmonde, Curiosity hat jede Menge Tone gefunden, Chinas Marssonde wird integriert – und es gibt Eis-Messungen von IceSat 2 für alle.

Weiter kaum neue Erkenntnisse über die Zerstörung des ersten Crew Dragon – hier kurz vor der Explosion auf dem Teststand am Cape – sind bei einem Briefing mitgeteilt worden (mehr, mehr und mehr sowie frühere Artikel hier, hier und hier). Und gestern gab es eine russische EVA: Artikel hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier und hier].

Ein Video der Starlink-Satellitenkette mit vielen Flares: auch ein von den Satelliten versautes Bild, Berichte aus den Nächten 29./30. Mai (mehr, mehr – sehr helle Flares bei geringer Grundhelligkeit scheinen nun häufig und erklärlich zu sein – und von diesem Blogger) und 28./29. Mai (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und von diesem Blogger), eine mögliche Interpretation, die Ratlosigkeit von SpaceX, grobe statistische Überlegungen, ein Statement der IDA und Artikel hier, hier, hier und hier. Und eine Kollaboration von ESA & UN und deutsche Entwicklungen von Satelliten-Hardware in Sachen Raumschrott. [0:55 MESZ. NACHTRAG: 4 der 60 Satelliten spinnen, die anderen sind brav; auch ein Video aus Finnland und Artikel hier, hier und hier] Ein Hayabusa-Bild um 2:24 MESZ empfangen … [3:05 MESZ] … und eins um 2:53 MESZ. [3:10 MESZ]


29. Mai

Vor 100 Jahren: Eine Sonnenfinsternis testet Einstein

Über die zwei Expeditionen zur totalen Sonnenfinsternis vor genau 100 Jahren, die – nach der Periheldrehung des Merkur – den nächsten Test der Allgemeinen Relativitätstheorie liefern sollten, hat dieser Blogger bereits detailliert im Print berichtet; oben Bilder von der brasilianischen Seite, vom Royal Observatory, Greenwich, oben und unten und von der Fundação de Amparo à Pesquisa do Estado de São Paulo die Riesenprotuberanz. Aber online gibt’s auch reichlich: Webseiten hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, erhellende Papers aus den Jahren 2018, 2015 = 2014, 2007, 2001, 1960 (die Quelle) und 1920, Pressemitteilungen des DLR und der MPG, einen Press Release der RAS, Kurz-Videos der ESA und aus Brasilien, einen Vor-100-Jahren-Thread (unvollständig und im Wesentlichen Werbung) und Artikel von gestern (mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern, dem 26. Mai, 24. Mai (mehr, mehr und mehr), 23. Mai (mehr), 12. Mai (mehr), 9. Mai, 3. Mai und 15. April 2019 und von 2018 (mehr), 2017 (mehr, mehr und mehr), 2016, 2015 (mehr), 2012, 2010, 2009 (mehr), 2008 und 2007. [1:00 MESZ] Von heute Press Releases von IAU und CNES und Artikel hier, hier und hier. [11:05 MESZ] Und hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein Mini-Video, ein Podcast mit Transkript und Threads hier und hier – und nebulöse Bilder aus Principe von Feierlichkeiten dort. [17:25 MESZ. NACHTRÄGE: weitere Bilder aus Principe hier, hier, hier und hier, ein NOAO und ein IMPA Press Release, ein britischer Vortrag und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Live-Blog zur Raumfahrt vom 24. – 28. Mai 2019

24. Mai 2019

28. Mai

Der zweite Abstieg von Hayabusa 2 zum frischen Krater

auf Ryugu, den die Sonde selbst geschlagen hat, beginnt morgen gegen 5:00 MESZ: Nachdem der erste Abstieg wegen eines LIDAR-Problems abgebrochen wurde (die übersetzten Folien einer PK und ein Artikel dazu), wird nun das Manöver weitgehend identisch wiederholt. Die Grafiken (oben mit japanischer Zeit, die der MESZ 7 Stunden voraus ist) zeigen den ‚Pinpoint Touchdown – Target Marker 1A‘ im Detail, das beim ersten Versuch PPTD-TM1 aus 1/2 km Höhe entstandene Mosaik aus zwei Bildern das Ziel: Der Target Marker soll in Zone CO1 abgeworfen werden, in deren unterer rechter Ecke der Impaktor aufschlug – der dunkle Boden dort ist gut zu erkennen. Zuerst hatte man den Marker in SO1 abwerfen und dort die Probe entnehmen wollen, aber die Aufnahmen von PPTD-TM1 zeigen, dass die direkte Umgebung des Krater auch sicher genug für den Bodenkontakt sein dürfte. Auch allerlei zum europäischen (mehr und mehr) und amerikanischen Mars-Rover 2020, die folgende gemeinsame Sample Return Mission, das Überleben von Mikroben auf dem Mars in seiner Frühzeit – und sie sind wieder aufgewacht auf der Mondrückseite.

Eine Soyuz-Rakete ist beim Start eines GLONASS-Navigationssatelliten von einem Blitz getroffen worden, doch der Zwischenfall hatte keine Folgen: Der Satellit erreichte die vorgesehene Bahn. Auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie die anhaltenden Folgen des indischen ASAT-Tests (immer noch viel im Orbit nach 60 Tagen) und der Test eines hybriden Triebwerks in Deutschland.

Zwei weitere Videos des „Starlink Trains“ und eine dynamische Visualisierung von außen (Link dahinter) von Heavens Above, das nun auch Überflüge und Himmelskarten für den eigenen Standort berechnet: auch weitere Beobachtungsberichte hier, hier und hier, Aufnahmen hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie die Erklärung eines viel geteilten Fotos, als die Starlinks ein Galaxien-Bild ruinierten. Plus die Aufzeichnung des ersten Tages der Space Security Conference der UN, wo die Auswirkungen von Starlink und Co. ein Thema waren. [20:35 MESZ – Ende]


26. Mai

Die Starlink-Kette in der vergangenen Nacht – sie sind nun schwächer geworden und weiter verteilt: aus Beobachtungen berechnete Bahnelemente (heute Nacht sollte es drei Überflüge über Europa geben), weitere Visuals hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie Threads hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zu möglichem Schaden für die Astronomie. [23:15 MESZ] Hmm, keine Detektion gerade auf den Kanaren und in England. [23:45 MESZ] Aber in Deutschland weiter mit bloßem Auge zu sehen. [23:50 MESZ. NACHTRÄGE: die Satelliten im Raum, eine Reaktion von Musk zur Kritik an den Folgen, ein Video aus Stuttgart mit Flares bis -2 mag., eins aus Spanien mit vielen Satelliten aber keinen Flares und eins aus der Schweiz mit viel Variation – während der nächste Überflug wieder anders aussah. Noch mehr Videos hier, hier und hier, ein All-Sky und Fotos – und ein nützliches Tool für Vorhersagen: SET YOUR LOCATION / PREDICT PASSES / einen in der Liste anklicken -> Himmelskarte]


25. Mai

Das war der Falcon-Start der 60 Starlink-Satelliten: einige Aufnahmen von SpaceX selbst, die soeben verfügbar wurden – und die Satelliten-Kette sollte gegen 2:30 MESZ erneut über den Himmel ziehen. [2:00 MESZ] Noch mehr Visuals der Kette hier, hier und hier. [2:35 MESZ] Und vom folgenden Überflug der Niederlande sowie ein Artikel von dort. [3:05 MESZ]

Die Starlink-Satelliten ziehen als kuriose Kette über den Himmel, wie diese beiden Videos von heute Nacht aus den Niederlanden zeigen sowie Fotos hier und hier und ein Bericht aus Kroatien („Im Sternbild Schwan zog eine Art Lichterkette, bestehend aus zahlreichen Mitgliedern über den Himmel..Diese hatten eine Ausdehnung von ca 10 Grad und zogen gemeinsam schnell richtung Osten ab. Sie wurden dabei dunkler..waren aber gut 2 min sichtbar.“) – noch sind sie nah beisammen, was sich bald ändern wird. Auch NLCs von der ISS aus (unklar ob aktuell)- und ein Astronaut zu Besuch bei einer Bettruhestudie, AGBRESA. [1:45 MESZ]


24. Mai

Der dritte Startversuch der Starlink-Satelliten steht bevor

um 4:30 MESZ: Der Webcast liegt hinter dem Screenshot, auch ein Press Kit, die Timeline heute und Artikel hier, hier, hier und hier – keine Probleme so weit, auch beim Wetter nicht. [4:25 MESZ] Und der Start war pünktlich! Auch ein Video-Clip – und ein Blick auf die nächtliche Ostküste von der 1. Stufe nach der Trennung; die zweite brennt gut, und die Verkleidung ist weg. [4:35 MESZ]

Ein Foto von Start und Strichspur-Aufnahmen hier, hier und hier. [4:45 MESZ] Die erste Stufe ist gut gelandet, die zweite hatte SECO und coastet jetzt eine Weile. [4:40 MESZ] Der Starlink-Stack über der Erdsichel … [4:55 MESZ] … und über Ost-Europa am frühen Morgen – bemerkenswerte Bilder. [5:00 MESZ] Weitere Strichspuren hier, hier und hier. [5:05 MESZ]

Der Starlink-Stack über der Tagseite der Erde – und gleich ein 3-Sekunden-Burn der 2. Stufe. [5:15 MESZ] Der hat geklappt, Aussetzen ab 5:32 MESZ – und noch eine Strichspur. [5:20 MESZ] Und hier und hier noch mehr – gleich schlüpfen die Satelliten! [5:30 MESZ] Sie reisten als kompletter Stack ab, der dann langsam zerfällt. Auch eine schöne Tele-Aufnahme und ein Artikel. [5:40 MESZ] Die geborgene Nutzlast-Verkleidung, die Bestätigung 60 aktiver Satelliten, noch mehr Strichspuren hier, hier, hier und hier und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [6:50 MESZ] Und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:35 MESZ]

Ein CubeSat liefert kalibrierte Nachtaufnahmen der Erde im sichtbaren und nah- und mittelinfraroten Licht: Das letztes Jahr gestartete CubeSat Multispectral Observing System (CUMULOS) hatte im Juni First Light und kann nun – trotz seiner Winzigkeit und beschränkten Datenrate – allerlei Projekten nachgehen. Auch der Astro-CubeSat ASTERIA als Erdbeobachter, drohender Funk-Ärger für Wetter-Satelliten, die Präzision der Erdtemperatur-Messung, Umwelt-Tests für den NASA-Marslander 2020 – und eine ausführliche Apogäums-Analyse, nach der die Studenten-Rakete Traveler IV im April mit 90% Wahrscheinlichkeit mindestens 100 km Höhe erreichte. [1:00 MESZ]

Allgemeines Live-Blog vom 17. – 23. Mai 2019

17. Mai 2019

23. Mai

Ein interstellarer Komet im Anflug entdeckt? / Erstaunliche Effekte am GRF Jupiters / Die ersten NLC der Saison 2019!

Es tut sich gerade eine Menge im Sonnensystem! • Erst eine Woche ist der Bahnbogen des neuen Kometen C/2019 K1 (ATLAS) lang, aber nach dem Stand der Auswertung heute ist die Exzentrizität seiner Bahn mit 1.06 ziemlich verdächtig interstellar – so wie 2017 bei ‚Oumuamua, nur ist der Himmelskörper diesmal klar aktiv (10″ Koma, sogar ein Schweifchen angedeutet) und bereits ~17 mag. hell, und das Perihel ist erst in 9 Monaten in 2.1 au Sonnenabstand. Derzeit ist er noch 3.7 au von der Sonne (und 2.7 au von der Erde) entfernt und steht fast genau in Opposition zur Sonne. • Auf einmal macht der Mini-Asteroid 2006 QV89 Schlagzeilen, der seiner Absolut-Helligkeit nach 25 bis 60 Meter groß ist und diesen September eine Impakt-Wahrscheinlichkeit von 1:6700 hat, weil der 2006-er Bahnbogen sehr kurz ist. Der Palermo-Wert ist aber nur -1.9, d.h. es ist fast 100-mal wahrscheinlicher, dass vorher ein unbekannter Asteroid dieses Formats die Erde trifft – und er bleibt vermutlich so weit weg, dass er nie heller als 12 mag. wird (und in Europa kommt er zudem nur wenig über den Horizont). Ebenfalls zu Besuch kommt schon dieses Wochenende 1999 KW4. • Ein beachtlicher Airburst am 21. Mai über Australien hatte eine Äquivalent-Energie von 1.6 Kilotonnen TNT und wurde auch beobachtet: Berichte und Videos hier, hier und hier. Kurz zuvor hatte es schon eine Feuerkugel über Australien gegeben – und in Costa Rica traf ein Meteorit eine Hundehütte.

• Bereits auf JunoCam-Bildern vom Februar – hier in Verarbeitung von David Marriott – war ein gewisses „Auslaufen“ der roten Farbe aus dem Großen Roten Fleck Jupiters zu bemerken, aber in den letzten Tagen hat sich sein Aussehen erstaunlich weiter entwickelt (ganz oben ein Bild von Anthony Wesley von gestern): Insbesondere ist auch noch ein ungewöhnlicher dunkler Ring entstanden. Bilder aus der JALPO-Sammlung und anderswo von heute (mehr und mehr), gestern (mehr und mehr), vorgestern, dem 20. Mai (mehr und mehr), 19. Mai (mehr und mehr), 18. Mai und 17. Mai und Artikel hier (mehr), hier, hier, hier und hier.

• Ein Kurzvortrag über die Rolle, die Amateurastronomen bei der Überwachung des Wetters auf dem Uranus spielen Können. • Mit der eindeutigen Sichtung von Leuchtenden Nachtwolken heute früh über dem U.K. hat die Nord-Saison 2019 begonnen. • Die Baustelle des LSST, auch ESO-Spin-Offs unter ausgewählten Technologien eines EU-Programms – und vorgestern hat es gleich zwei glaubwürdige Gravitationswellen-Ereignisse binnen weniger Stunden gegeben, beide von verschmelzenden Paaren Schwarzer Löcher: das erste (Beschreibung) und das zweite (Beschreibung). Auch wenn der O3-Run nun schon 13 mehr oder weniger eindeutige Signale in den ersten 7½ Wochen geliefert hat, von denen alle Welt auch sofort erfuhr, ist leider bislang zu keinem ein elektromagnetisches Gegenstück gefunden worden. [23:35 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: Die geringe v_inf von 2019 K1 passt schlecht zur mutmaßlich hyperbolischen Bahn – und ein detaillierter Bericht zu den Vorgängen auf Jupiter]

Der Start des PSLV-C46 mit dem Radar-Beobachter RISAT-2B

gestern früh, der Land- und Waldwirtschaft und Katastrophen-Management dienen soll: weitere Fotos hier, hier und hier, einige Video-Highlights, die Live-Übertragung, Ausschnitte und Screenshots daraus hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch jede Menge Visuals eines Starts in China, ein Citizen-Science-Versuch zum Felsen-Zählen auf dem Asteroiden Bennu, der US-Kongress gegen das Weiße Haus in Sachen Wissenschafts-Kahlschlag bei der NASA, ein Papier des BDI zum „Zukunftsmarkt Weltraum“ – und heute weitere NASA-Verkündungen zum unrealistischen Mond-Programm „Artemis“. [2:50 MESZ] Bei dem weiterhin Kanada irgendwie mitmischen will. Und der chinesische Start ist gescheitert – diesen betrüblichen Ausgang hatten Beobachter bereits aus dem Ausbleiben von Bahnelementen bei der US-Weltraum-Überwachung wie auch Videos des Starts geschlossen, nun ist er offiziell. [17:35 MESZ] Der NASA-Auftrag für das Power & Propulsion Element des rudimentären Gateway ist an Maxar Technologies gegangen: ein NASA Release, sechs Slides aus der Bridenstine-Rede hier, hier und hier und Artikel hier, hier und hier. [20:30 MESZ] Ein Press Release von Maxar zum PPE-Auftrag. [20:50 MESZ] Ein kritisches Statement der AAS, eine Artist’s View des PPE und weitere Artikel hier, hier und hier. [22:55 MESZ. NACHTRÄGE: alle Slides von Bridenstine und weitere Artikel hier, hier und hier]


21. Mai

Zirruswolken über dem Mars vor drei Tagen (Sol 2410) vom Rover Curiosity beobachtet: auch Mosaike hier und hier, eine Animation und eine wiederum interpolierte solche. Sowie der Bau der Kamera für den europäischen und die übliche Namens-Mitsende-Aktion für den amerikanischen Marsrover mit Start 2020 – und Messungen Junos von Veränderungen im Magnetfeld Jupiters. [23:55 MESZ]

Wieder Menschen auf dem Mond – oder das große Nichts?

Da hatten sich die großen Raumfahrtagenturen der Welt in den letzten Jahren mehr oder weniger konkret auf die Errichtung einer kleinen internationalen Raumstation – zuletzt einfach Gateway genannt – auf einer hochelliptischen Mondumlaufbahn in den 2020-er Jahren verständigt, die zumindest in den NASA-Haushalten auch schon erkennbar wurde … und der rein politisch motivierte Versuch eines amerikanischen Crash-Programms, binnen 5 Jahren Astronauten kurz auf die Mondoberfläche (und wieder zurück) zu bringen, hat vor zwei Monaten alles über den Haufen geworfen. Gestern ist ein interner NASA-Plan aufgetaucht, der sich 37 Starts bis 2028 ausmalt, darunter etliche mit der (frühestens 2021 überhaupt fertigen) Riesenrakete SLS, und ein stark abgespecktes Gateway, das erst Jahre später zu einer etwas fähigeren Station wachsen mag – mit den internationalen Partnern scheint’s weitgehend vor der Tür. Bei einem Vortrag heute in der Kölner Luftwaffen-Kaserne im Rahmen des DLR-Astroseminars machte ESA-Generaldirektor Jan Wörner keinen Hehl aus seiner Missbilligung für die plötzliche 2024-Aktion (die überdies der US-Kongress nicht zu bezahlen gedenkt, wie es aussieht), in der er als „Return to the Moon“ eine bloße Kopie von Apollo 11 sieht.

Er möchte dagegen „Forward to the Moon“, mit einem nachhaltigen Programm – und deswegen werde, so Wörner auf eine Frage dieses Bloggers, bei der nächsten Tagung des ESA-Ministerrats schlicht das ursprüngliche Gateway-Konzept vorgelegt werden. Mit ESA-Beiträgen dazu (die vor 2024 ohne hin nicht fertig gewesen wären, weshalb der plötzliche US-Alleingang keinen großen Impakt habe) hoffe man sogar, im Tauschgeschäft später einmal eigene Leute auf die Mondoberfläche zu bringen (in einem US-Lander, der heute noch nicht einmal existiert), so wie man derzeit den Aufenthalt von ESA-Astronauten auf der ISS durch die Lieferung von Service Modules für die Orion-Kapsel begleicht. Wie es freilich mit der astronautischen Raumfahrt jenseits des LEO weiter gehen sollte, wenn das neuerdings „Artemis“ genannte Programm – das wiederholten Dementis des NASA-Chefs zum Trotz vermutlich mindestens 6 bis 8 Mrd.$ extra pro Jahr kosten würde – genau so scheitert wie andere Apollo-Nachfolger zuvor, das weiß wohl niemand … Auch ein Video-Bericht und ein Artikel über einen regnerischen Auftritt von Alexander Gerst in seiner Heimatstadt – und während noch die Generalprobe Apollo 10 lief, wurde jetzt vor 50 Jahren bereits Apollo 11 auf die Startrampe gefahren. [20:45 MESZ] Weitere Details aus dem Artemis-„Plan“ der NASA. [22:55 MESZ]


20. Mai

Eine langsame Leuchterscheinung über der Schweiz wurde am 14. Mai um 21:55 MESZ aufgezeichnet und beobachtet: Dass eine kosmische Feuerkugel ausgeschlossen sei, ist aber nicht korrekt. Auch ein bevorstehender Besuch eines bekannten NEAs, der aber nicht heller als 12.5 mag. wird und von der Südhalbkugel aus gut, von Deutschland aber nur schlecht und erst ab dem Abend des 27.5. zu sehen ist, ein weiteres Gravitationswellen-Ereignis vermutlich von Schwarzen Löchern (während ein vermeintlich interessanteres gleich verdächtig erschien und schnell zurückgezogen wurde). Auch die erwartete Datenflut vom LSST, die alte Sternwarte Hoher List aus der Luft von einer Drohne – und die große Reform des Einheitensystems (ohne Ur-Kilogramm) tritt heute in Kraft: eine PM der PTB und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [2:05 MESZ] Und hier (mehrere vom NIST), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier plus eine BIPM-Seite und ein NIST-Video. [21:45 MESZ] Und was aus Stanford und ein letzter (! 🙂 ) Artikel. [23:30 MESZ]


19. Mai

Vor 50 Jahren: Generalprobe Apollo 10 – und wieder Erde

Vom 18. bis 26. Mai 1969 wurden bei der Mission Apollo 10 die meisten Manöver der ersten Mondlandung vor Ort erprobt – und wie 5 Monate früher bei Apollo 8 entstanden auch wieder Bilder der Erde über dem Mondhorizont: hier farbbearbeitete Ausschnitte aus diesem und diesem Magazin, und es gibt auch einen Film-Clip. Während der Mission gab es auch die ersten Farb-TV-Übertragungen: Nr. eins, zwei und drei genau heute vor 50 Jahren – auch kleine Dokus dazu hier und hier und ein zeitgenössischer TV-Bericht. Und wie einem detailarmen Artikel zu entnehmen, soll das Lunar Module letztens im Orbit nachgewiesen worden sein.

Ein 19 Meter langer Felsen auf Bennu: weitere OSIRIS-REx-Steine auch hier, hier und hier, ferner von den 2020-er Mars-Rovern Tests am europäischen und die Montage des amerikanischen, ein Atlas des Mond-Südpols, wie die ESA-Missionskontrolle Wissenschaft rettet, der Start weiterer Beidou-Satelliten in China (mehr und Bilder) – und australische Schwerelosigkeit beim ESC, die aber nur für den 9. Platz reichte. [2:05 MESZ]


17. Mai

Abschied von der Aktivitätsregion (1)2741 in SDO-HMI-Bildern von heute um 2:11, 11:53 und 22:23 MESZ (volle Auflösung aber aufgehellt, konstrastgesteigert und geschärft): auch heutiges Amateur-Bild und die gestrige Sonne vom HMI und hier und hier von Amateuren sowie ein geomagnetischer Sturm. Ferner der Jupiter gestern und eine Auswertung der letzten Zeit, der Mini-Mars mit viel Detail (!) und der Mond mit Goldenem Henkel vor 3 Tagen, Erkenntnisse zum Magnetfeld und Mantel der Erde, noch keine NLC in Sicht und keine Aliens bei 20 Jahren SETI@Home. Und schließlich die Supernova 2019ehk in M 100, die bei 16. Größe hängt – und heute schon wieder eine Gravitationswelle, abermals von verschmolzenen Schwarzen Löchern: Ein LIGO-Tweet zur Distanz (Luminosity Distance ~10 Mrd. LJ) war kosmologisch inkorrekt und wurde korrigiert. [23:15 MESZ. NACHTRAG: hier und hier Jupiter heute]

Live-Blog zur Raumfahrt vom 14. – 16. Mai 2019

14. Mai 2019

16. Mai

Das erste größere wissenschaftliche Paper über 2014 MU69

ist soeben erschienen und open access: daraus dieses vorläufige geomorphologisch-physiographische Karte, über das beste MVIC-Bild gelegt. Natürlich basiert die Arbeit nur auf dem Bruchteil der Daten des Januar-Encounters von New Horizons, die bisher die Erde erreicht haben: Albedo 5 bis 12 Prozent, am größten am „Hals“, wo die beiden Komponenten (22 × etwa 20 × grob 7 km bzw. 14 × rund 14 × grob 10 km groß) vermutlich sanft verschmolzen sind, Rotationsperiode 15.92 Stunden, Achse 98° zur Bahnebene geneigt, die Farbe durchgehend ziemlich konstant rötlich, mutmaßlich durch UV- und Kosmische Strahlung modifiziertes Eis plus Organik (Wassereis und Methanol sind auch spektral angedeutet), ein Defizit an Impaktkratern und weder Monde noch Ringe noch eine Exosphäre.

Viele neue Bilder von Chang’e-4 und Yutu II auf der Rückseite des Mondes sind ebenfalls verfügbar geworden, während in den USA erwartungsgemäß heftig über die 2024-er Mond-Visionen gestritten wird: ein kritisches Statement aus dem Wissenschafts-Ausschuss des Abgeordnetenhaus, ein NASA Release zu Small-Business-Aufträgen in auch lunarem Kontext und Artikel hier und hier.

Eine topografische Karte des Kraters Lowell auf dem Mars aus Daten des Mars Express – auch der Status der Instrumente auf InSight (beide gesund, aber das Seismometer langweilt sich und der Maulwurf hat wohl nicht genug Reibung), Daten von Erdsatelliten zur Luft-Qualität (Sentinel) und Wasser-Verteilung (GRACE), ein Hubble-Bild der Galaxien NGC 4490 und 4485 in Wechselwirkung, eine NASA-Hymne auf das JWST – und interaktive 360°-Panos der großen Satelliten-Antenne des IUZ in Bochum. [21:05 MESZ] Der NASA-Haushaltsplan 2020 des House macht erstmal nicht mit bei der Mond-Geschichte: Da stehen sogar weniger $$ für einen Lander drin als vorher … für den die konfuse NASA gleichwohl Vorstudien in Auftrag gegeben hat. Und zu MU69 ein weiterer Press Release und Artikel hier, hier und hier. [23:55 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: und hier, hier und hier – plus das Problem einer richtigen Namensgebung. Und noch mehr neue Chang’e-4-Bilder, die Fahrt von Yutu II bisher und Artikel hier, hier und hier im Kontext des NASA-Rummels]

Diese Falcon 9 soll gleich 60 Satelliten starten, die dicht an dicht unter der Haube sitzen und die ersten von tausenden des umstrittenen Internet-Sat-Systems Starlink – das für SpaceX Profit abwerfen soll, zwecks Finanzierung anderer Raumfahrt-Projekte – sein sollen: der Live-Kanal (Startfenster 4:30 bis 6:00 MESZ), Updates, die Timeline und Artikel hier, hier (früher und noch früher), hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [0:55 MESZ] Und hier, hier und hier mit Musk-Sprüchen von einer Telecon gerade. [2:50 MESZ]

Ein Stück Ryugu aus der Anflugssequenz von Hayabusa 2, empfangen um 2:50 MESZ – oben fehlte ohnehin was, unten sitzt weiter Dreck auf dem Objektiv. Der Abstand ist auf 750 Meter geschrumpft. [3:15 MESZ] Ein um 2:20 MESZ empfangenes Bild. Und die Falcon auf der Rampe – das Startfenster beginnt in < 1 Stunde, das Wetter ist gut. [3:35 MESZ] Nee, der Start ist auf frühestens 5:00 MESZ verschoben worden. [3:45 MESZ] Und wurde wegen zu starker Höhenwinde ganz abgesagt – während Hayabusa 2 im Anflug inzwischen seinen eigenen Schatten sieht und weniger als 60 m an Ryugu heran gekommen ist. [4:50 MESZ] Morgen um dieselbe Zeit der nächste Falcon-Versuch. [5:00 MESZ] Und Hayabusas Anflug wurde automatisch abgebrochen, in 50 m Höhe – kein Abwurf des Markers. [11:00 MESZ] Artikel dazu und hier und hier zur Falcon-Verschiebung. [12:35 MESZ. NACHTRAG: Auch der nächste Versuch fällt aus – auf Wiedersehen in etwa einer Woche. NACHTRAG 2: weitere Details hier]


15. Mai

Die Impakt-Spuren von Beresheet auf den Mond vom LRO

gesehen in einem kontrastgesteigerten Differenz-Bild nachher/vorher: Es entstand ein etwa 10 m großer dunkler Fleck (durch aufgewühlten Mondboden), umgeben von hellen Ejekta bis 100 m weit. Auch die mögliche Entdeckung von Mond-Mantel-Material durch Yutu II auf der Mondrückseite (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr [NACHTRAG: und aus China ein Press Release, englische Artikel hier und hier und eine lange Blog-Story in Mandarin]) und wiederum vom LRO eine topografische Karte der Landegegend. Derweil hat der neuerliche Abstieg von Hayabusa 2 zum Platzieren eines Zielmarkers am frischen Krater begonnen: Quasi-Live-Bilder einer Navigations-Kamera und gelegentliche Updates. Plus ein Flug über den Aeolis Mons auf dem Mars, 60’000 Mars-Orbits des MRO – und der re-programmierbare Satellit Eutelsat Quantum. [22:15 MESZ]


14. Mai

Zackige Felsen am Äquator von Asteroid Bennu, aufgenommen von OSIRIS-REx am 4. April – derweil müsste Hayabusa 2 abermals zu Ryugu hinab steigen, um eine mögliche Probenentnahme beim frischen Krater vorzubereiten, während ein Paper beschreibt, wie Ryugus Gestalt durch Deformation infolge schneller Rotation entstand. Auch die voraussichtliche Absturzstelle des kleinen Mondorbiters Chinas, eine kuriose Forderung nach (nur) 1.6 Mrd.$ mehr für den Haushalt der NASA im FY 2020, um der verwegenen Idee einer Mondlandung 2024 näher zu kommen (die tatsächliche ARTEMIS-Mission der NASA, deren Manager während einer Telecon letzte Nacht und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier), weitere Vorbereitungen von EM-1, das Experiment NISTEX-II auf dem letzten Dragon zur ISS, schon 10 Jahre seit der letzten Hubble Servicing Mission, der Status von Aeolus, die fortschreitende Entsorgung der Iridium-Satelliten der 1. Generation – und die 6. Nationale Konferenz Satelliten-Kommunikation in Deutschland. [23:45 MESZ. NACHTRAG: ein NASA-Jubel-Video zu HSF-Zukunftsträumen]