Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Allgemeines Live-Blog ab dem 6. September 2019

6. September 2019

14. September

Spektrum mit dem GTC: Interstellarer Borisov gewöhnlich

Mit dem 10.4-Meter-Teleskop auf La Palma ist trotz schwieriger Sichtgeometrie ein Spektrum von Komet C/2019 Q4 (Borisov) aufgenommen worden (oben; in der Mitte ein Bild der Kometenkoma mit demselben Teleskop) – das genau so aussieht wie von einem typischen Kleinkörper unseres Sonnensystems. In der Heimatwelt, aus der Borisov einst geworfen wurde, geht es chemisch also auch nicht anders zu als im Sonnensystem. Dass der Komet wirklich auf einer Hyperbelbahn anfliegt, wird inzwischen immer klarer: In der Grafik unten hat Terry Lovejoy die Residuen aller Positionsmessungen bis gestern bei einer erzwungenen Parabelbahn in Deklination gegen die Zeit aufgetragen. Es ist jetzt eine klare systematische Zunahme zu sehen, während es mit Exzentrizität 3.2 keinen Trend gibt. Auch eine Aufnahme mit einem 17-Zöller, Infos zur Sichtbarkeit, eine Animation der Bahnen vom ‚Oumuamua und Borisov, die ESA-PM in Deutsch und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein Stern mit 1-mag.-Dimming, ein toller STEVE – und ein Interview mit dem Kite-Surfer, der die Feuerkugel filmte. [13:35 MESZ] Der abgestürzte Mini-Asteroid hatte grob 2 m Durchmesser und 10 Tonnen (Anfangs-)Masse, ergibt sich aus der Explosionsenergie. Und die Interstellar-Reisenden Borisov und ‚Oumuamua sind sich letztes Jahr ‚begegnet‘, in ~9 a.u. Abstand. [23:30 MESZ]

Die Große Magellansche Wolke in nah-infraroten Falschfarben (RGB = 2.2 bis 1.0 µm) aufgenommen mit dem VISTA-Teleskop der ESA im Rahmen der VISTA survey of the Magellanic Clouds system (VMC): Hier geht es um die Morphologie der Stern-Populationen. Auch eine wichtige Linsenlieferung für das und eine neue All-Sky-Kamera bei dem Large Synoptic Survey Telescope, die „Milky Way Imaging Scroll Painting“-Himmelsdurchmusterung (MWISP) mit dem 13.7-m-Radioteleskop des Purple Mountain Observatory mit guten Fortschritten – und die erste Ausgabe des Magazins „Contact“ des Square Kilometer Array. [2:15 MESZ]


13. September

Tageslicht-Feuerkugel mit lautem Knall vor Ostfriesland

Es geschah gestern gegen 14:49 MEZ und wurde von zahllosen Zeugen (Tabelle hinter der Karte) in vor allem den Niederlanden aber auch Deutschland (bis in erhebliche Distanz) gesehen und vor allem gehört: Eine Feuerkugel leuchtete über der Nordsee auf, zufällig gefilmt von einem Kite-Surfer (oben; bei 1:15), einer Kamera in den südlichen NL (unten) oder auch Dashcams hier und hier (ein Standbild Kontrast-verstärkt). Viele Berichte auch in den Kommentaren unter Postings hier (über 600!), hier und hier und in Foren hier, hier und hier sowie Artikel hier (mehr), hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch jede Menge Perseiden 2019, mal wieder Asteroiden in der Nähe und Amateur-Bilder vom Merkur mit Details. Auch jede Menge aktuelle Bilder hier, hier, hier, hier, hier und hier von STEVE (nebst grünem Lattenzaun), einem Verwandten der Aurora aber eben nicht dasselbe, und das Ende der Nord-NLC-Saison 2019. Ferner ein Interview mit dem Astrofotografen Juan-Carlos Muñoz, seltene Einblicke in ein Planetarium, ein besonders verwegenes Astro-Backronym, keine Extra-Flares durch den Besuch von G2 bei Sgr A*, die fliegende Sternwarte SOFIA zu Gast in Stuttgart, Papers hier und hier zum Extreme Universe Space Observatory on a Super Pressure Balloon (EUSO-SPB1), die große weiter reichende Bedeutung des TMT für Hawaii – und ein Breakthrough Prize für das Event Horizon Telescope: weitere Press Releases hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier sowie eine Simulation künftiger SgrA*-Filme, ein Artikel und ein Comic. [1:25 MESZ] Nach Messungen eines IR-Satelliten entsprach die Explosions-Energie 480 Tonnen TNT – auch ein Standbild aus dem Kite-Surfer-Video, eine PM der DGzRS und weitere Artikel zur Feuerkugel hier und hier mit Erwähnung eines Postings dieses Bloggers sowie hier und hier. [12:30 MESZ]

Nach einer Neu-Analyse der Bahn aus gefilterten visuellen Beobachtungen nur der ersten zwei Stunden – danach verblassen Details in der Erinnerung – ergibt sich inzwischen eine andere Flugbahn (linker Groundtrack), die südlich von Rens in Dänemark endet. Und sie passt recht gut zu der Bahn, die aus den Daten des US-Infrarot-Satelliten bestimmt worden war (rechter Track) sowie zu einem deutschen Allsky-Video. Auch das Kite-Surf-Video in Zeitlupe, ein TV-Clip und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Ferner ein Farbbild von Komet C/2019 Q4 (Borisov) von Gemini Nord, vage statistische Überlegungen zu solchen Besuchern, warum das MPC (das in einem Update nun e=3.2 findet) und das JPL weiterhin unterschiedliche e-Werte bestimmen und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und die Gewinner eines Astrofoto-Wettbewerbs, auch animiert und ein Artikel. [21:15 MESZ] Dito hier und hier. [23:35 MESZ]

Ein Hubble-Bild vom Saturn vom 20. Juni, mehr Material hier, hier und hier. Auch eine Aufbereitung des LRO-Mond-Mosaiks, der ehemalige Mars-Rover-Chef nun bei Blue Origin, starke Brände in Indonesien aus dem All, der erste Erd-Beobachter mit KI vor dem Start, mehr zum Fehlstart der Vega-Rakete, die kommende Starlink-Satelliten-Schwemme, Verzögerungen bei Chinas Raumstation – und ein Start einer Langer Marsch 4B gestern. [0:40 MESZ. NACHTRÄGE: die Nutzlast der Rakete – und weitere Verarbeitung der Hubble-Saturne]


12. September

Besser als ʻOumuamua: vermutlich 2. interstellarer Gast

Noch basiert die Bahn von C/2019 Q4 (Borisov) nur auf einem 12-Tages-Bogen, und mehr Positionsmessungen sind wesentlich, aber das Minor Planet Center wie das JPL halten – nach tagelanger Debatte im Netz pro und contra – den von einem Amateur auf der Krim entdeckten Kometen nun tatsächlich für den zweiten Besucher aus dem interstellaren Raum. Denn mit einer Exzentrizität von sagenhaften 3.0 bis 3.5 lässt sich die Bahn mit den geringsten Residuen an die vorliegende Astrometrie fitten: Danach ist das Perihel um den 9. Dezember in ~2.0 au Sonnenabstand, wobei der Komet mit einer Bahnneigung von etwa 44° herein kommt und derzeit in 2.7 au Sonnen- und 3.4 au Erd-Distanz um 18.0 mag. hat. Die Elongation beträgt jetzt 43° und nimmt langsam zu, ebenso die Helligkeit – wesentlich bessere Beobachtungsbedingungen als einst bei ʻOumuamua, der erst im Entschwinden aus dem Sonnensystem entdeckt wurde: allerlei inzwischen ‚historische‘ Tweets & Threads hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein Artikel und eine Wikipedia-Seite. Auch die – winkelmäßig am Erdhimmel – enge Begegnung der Kometen 260P und C/2018 N2 (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und Komet Africano (mehr und mehr) früher im Monat sowie 139 neue Transneptune als Nebenprodukt der Dark Energy Survey. [0:10 MESZ] Der Komet im Orbit-Simulator. [0:45 MESZ] Und seine Bahn am Himmel animiert. [1:30 MESZ] Eine parabolische Lösung scheint weiter nicht ausgeschlossen zu sein … [12:35 MESZ] … auch wenn hier eine weitere e~3-Lösung erschien (ohne Betrachtung von Alternativen). Mit JPL Horizons kann man derweil ausrechnen, dass Borisov bis Mitte Dezember auf ~15 mag. steigen sollte, dann steht er aber nur noch knapp (jetzt: 40°) über dem deutschen Horizont – auch ein Foto von heute, das Entdeckungs-Teleskop und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [14:45 MESZ] Ein weiteres Bild, ein ESA Release, eine Gratulation von Elenin, ein Auftritt auf einer Tagung in Toulouse („Planetary Exploration 2061“) und weitere Artikel hier, hier und hier. [18:10 MESZ] Ein JPL Release, die Bahn am Himmel, eine FAQ und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [23:20 MESZ. NACHTRAG: das erste Paper über Borisov]


10. September

Das ist der Himmel von eROSITA: Quasare und noch mehr

Ende August hat das deutsche Instrument eROSITA auf dem russischen Satelliten SpektrRG hier in der Testphase mit nur einem der sieben Module rund 1° Himmel aufgenommen: Die meisten der Objekte sind ferne Quasare, aber einige entsprechen aktiven galaktischen Kernen nicht sehr ferner Galaxien, und es gibt sogar einige Sterne mit einer sehr hellen Röntgenkorona in unserer eigenen Galaxie; der diffuse Fleck rechts ist ein massereicher Galaxienhaufen mit Rotverschiebung z=0.14. Mit seinen sieben Modulen sollte eROSITA – ein 15-Minuten-Video – wie erhofft mehrere Millionen Röntgenquellen am Himmel sehen. Auch die Evolution des Magnetfelds Merkurs anhand von Daten der Mission MESSENGER, ein Ruf nach neuen Venus-Missionen (PDF-Seiten 23-27), Rechtsfragen zum Mond, jetzt der 10. Oktober als Starttermin für die Mission ICON, eine Instrumenten-Reparatur auf NPP-Suomi, die Luftverschmutzung durch Brände von Sentinel überwacht, rund zwei Dutzend Starlink-Starts 2020 geplant – und ein japanischer Versorgungs-Flug zur ISS ist wegen eines Feuers auf der Startrampe um mindestens einige Tage verschoben worden. [23:45 MESZ. NACHTRÄGE: Artikel dazu hier, hier und hier – und das andere Teleskop auf SpektrRG ART-XC ist auch im Einsatz und eine Galactic Bulge Survey läuft]

Zwei „exotische“ Gravitationswellen(-Kandidaten) binnen 7 Stunden hat es heute früh gegeben: S190910d (Karte; Zirkulare und Diskussion) ist nach erster Einschätzung am ehesten auf den Sturz eines Neutronensterns in ein Schwarzes Loch zurück zu führen, S190910h (Zirkulare und Diskussion) auf die Verschmelzung zweier Neutronensterne – aber leider war nur ein Detektor aktiv, weshalb die Himmelskarte ziemlicher Käse ist. Auch ein Guide to LIGO-Virgo detector noise and extraction of transient gravitational-wave signals nebst deutscher Zusammenfassung, das LIGO Magazine #15 mit ebenfalls viel grundlegenden Informationen zum Umgang mit den O3-Daten – und auf 6 Seiten in Deutsch was zuvor bei den Runs O1 und O2 alles gelernt worden war, inklusive zusätzlicher Ereignisse. [16:05 MESZ] Weitere Erkenntnisse zu S190910h. [20:45 MESZ]

Schicksal von Mondlander Vikram weiter herzlich unklar

Nach Tagen des Schweigens auf allen Kanälen und Gerüchtenebel in indischen Medien hat sich die indische Weltraumbehörde heute zu einem sagenhaft detaillierten Statement hinreißen lassen: „Vikram lander has been located by the orbiter of Chandrayaan-2, but no communication with it yet. All possible efforts are being made to establish communication with lander“ – das war’s! Derweil wurden die Aufzeichnungen des Radioteleskops in Dwingelo weiter analysiert: oben nun die Geschwindigkeiten von Lander (weiß) und Mond (orange) relativ zur Erde – gegen UTC; y-Achse in 200-m/s-Schritten, obere Linie 1 km/s – und der geplante Verlauf für Vikram in blau. Der Funkabriss erfolgte mithin praktisch im Moment des Bodenkontakts, was für eine harte Landung spricht und wenig Hoffnungen macht. Trotzdem wird gegenwärtig u.a. vom Deep Space Network kräftig Richtung Mond gefunkt, und man kann die Echos dieser Rufe empfangen – reflektiert von der Mondoberfläche. Auch weitere unabhängige Analysen hier und hier und Artikel von heute hier, hier, hier und hier und gestern hier (früher), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier (alle weitgehend auf anonymen Quellen unklarer Sachkenntnis und Agenda basierend) sowie zu Parallelen mit Israels Crash, einem gemeinsamen nächsten Versuch zusammen mit Japan – und der indischen Medien-Landschaft … [13:35 MESZ. NACHTRAG: mehr hier, hier, hier, hier und hier]


8. September

Das Ende von Vikram, in Dwingeloo gemessen über den Doppler-Effekt am Funkträger (± ca. 10 kHz) gegen UTC und nun ausgewertet: In weiß die Daten, in orange die Prognose ohne Abstiegsmanöver, in blau der Mond; der Hüpfer am Anfang nach Wiedererscheinen hinter dem Mond wurde durch den Lock mit der DSN-Bodenstation in Madrid verursacht, die den Träger zur Sonde sendet, für maximale Stabilität mit 2-way-Doppler (Seite 6). Auch ein Rekonstruktions-Versuch, ohne Gewähr … [1:45 MESZ] Nach dürrer Auskunft des ISRO-Chefs hat Chandrayaan 2 den Lander Vikram – oder was davon übrig ist – auf dem Mond gesichtet, aber nicht mal mit welchem Orbiter-Instrument das geschah, scheint klar. Ansonsten gibt’s nur Gerüchte – aber auch eine frühe Reaktion des ESA-Chefs. [18:50 MESZ] Mehr konfuse Artikel hier (früher), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – von der ISRO direkt (oder gar das geheimnisvolle Bild) … nix. [23:55 MESZ]


6. September

Funksignal weg um 22:20 MESZ: Vikram wohl abgestürzt

So maßen niederländische Funkamateure den Abstieg des ersten indischen Mondlanders (Frequenz-Abweichung im MHz gegen UTC): Das Rough Braking begann (scharfer Knick links) und endete planmäßig, dann ein paar noch mysteriöse Zacken, dann abrupter Abriss des Funkträgers bereits drei Minuten vor dem erwarteten Zeitpunkt einer weichen Landung. Und gerade hat der ISRO-Chef – nach bald einer halben Stunde ohne Informationen – in einem kurzen Statement gesagt, dass der Abstieg bis in 2.1 km Höhe planmäßig verlief, dann der Funk abriss und die Daten weiter analysiert würden. Derweil ist der Orbiter Chandrayaan 2 mit den meisten Experimenten natürlich wohlauf: Die Gesamtmission kann noch ein Erfolg werden. [22:50 MESZ] Die ISRO hat nun das Statement einfach wiederholt und nichts hinzu gefügt; auch Artikel hier, hier und hier – und der crewlose Testflug von Soyuz TM-14 ist zuende, mit guter Landung. [23:40 MESZ] Weitere Vikram-Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MESZ. NACHTRAG: was sie mit dem DSN in Madrid sahen, Modi hält eine Rede um 4:30 MESZ und eine Aufzeichung der Nacht; weitere Artikel zu Vikram hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und zur Soyuz-Rückkehr eine NASA-Notiz und ein Artikel. NACHTRAG 2: ein weiteres ISRO-Statement ohne Erkenntnisse zur Funkstille (der Orbiter lauscht aber noch zwei Wochen), die Rede Modis (mit dem Eingeständnis des Fehlschlags), ein Thread des Wissenschafts-Beraters der Regierung und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und 164 Tage später immer noch 38% der indischen ASAT-Trümmer im Orbit …]

Der US-Vulkan Mount Rainier von der ISS aus gesehen (zum Vergleich von der Flanke aus) – auch wie Dorian von einem CubeSat durchleuchtet wurde und die Rechtslage in Sachen geheime Satelliten-Bider. Auch Building Small-Satellites to Live Through the Kessler Effect, die russische Verweigerung eines Ausweichmanövers der ISS, was daselbst passiert, ein Test der ersten CrewDragon-Falcin, ein militärischer Rockot-Start – und Press Releases hier und hier und Artikel hier und hier zur Untersuchung des Vega-Fehlstarts, die hier und hier kritisiert wird.

Die Parker Solar Probe ist durch ihr drittes Perihel gegangen: ein Press Release und eine Blog-Story. Auch Fortschritte für Space-Weather-Missionen der NASA, das russische Yarilo-Projekt und der Vorschlag einer Space Mission to Map the Entire Observable Universe using the CMB as a Backlight aus Bonn. Ferner eine Verschiebung der nächsten Aktion von Hayabusa 2, eine Animation der Orbiter-Bilder von Philae auf C-G, die Prozesse des Atmosphären-Verlusts des Mars und zwei Stunden über New Horizons.

Und heute Abend MESZ landet Vikram auf dem Mond, nachdem zwei Deorbit-Manöver (früher) absolviert wurden: eine Simulation der Bahnen, eine Infografik, eine Live-Übertragung ab 21:40 MESZ, ein Live-Blog und Artikel von heute (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und dem 3. September (mehr und mehr). [11:35 MESZ] Auch über den Rover Pragyan ein Video und weitere Artikel hier und hier. [14:20 MESZ] Eine Timeline, ein PM des DLR und ein indisches Live-Blog zur Landung und weitere Artikel hier und hier. [17:55 MESZ] Der Webcast aus Indien – teilweise in Englisch – läuft, in diesem Feed ein paar Sekunden schneller (aber mit mehr lästigen Einblendungen als im o.g. Feed): Beginn des Landeanflugs in 1/2 Stunde! Und Amateurfunker gucken direkt zu, über den Funkträger-Doppler-Effekt. [21:40 MESZ] Der Abstieg hat begonnen! 15 Minuten bis zur Landung um 22:23 MESZ. [22:10 MESZ] Was deutlich im Doppler-Effekt zu sehen ist. [22:15 MESZ] Das Rough Braking – bis in 7 km Höhe – ist beendet: ein Plot des Abstiegs und starker Doppler-Effekt. [22:20 MESZ] Sieht nicht gut aus … und sehr besorgte Mienen im Kontrollraum. [22:30 MESZ]

Lichtverschmutzung: die guten & die schlechten

4. September 2019

Seit der Satellit NPP-Suomi die Erde bei Nacht mit neuer Sensor-Technik überwacht, hat die globale Erforschung der künstlichen Lichtverschmutzung eine neue Qualität erreicht: Aus den Messungen abgeleitet wurde ein viel beachteter Weltatlas der Himmelshelligkeit, während auch zeitliche Trends gesucht werden können. Jetzt hat das große Paper „Light pollution in USA and Europe: The good, the bad and the ugly“ interessante Vergleiche mit Bevölkerungsdichte und Wirtschaftskraft gezogen – und jede Menge weitere Karten produziert. Diese hier zeigt in feiner Auflösung – nach Nomenclature des unités territoriales statistiques Stufe 3, was in Deutschland der Ebene der Kreise und kreisfreien Städte entspricht – die mittlere Zenit-Helligkeit des Nachthimmels, wobei jede Farbstufe einer Verdopplung entspricht.

Ab jetzt wird der Strahlungsfluss nach oben betrachtet: hier nun bezogen auf die Zahl der Einwohner einer Region („Flux per Capita“) – und zwar in der groberen Auflösung NUTS 2, in der Deutschland in 38 größere Regionen zerfällt …

… und wiederum in NUTS-3-Auflösung: je blauer, desto weniger Licht geht pro Einwohner nach oben. Deutschland fällt auf, mit flächendeckend besonders guten Werten v.a. in den ‚alten Ländern‘, was sonst fast nur noch in Südosteuropa der Fall ist (während die gesamten USA dramatisch schlechter da stehen). Ingesamt ist es per Capita nur etwa halb so hell wie der Rest Europas; insbesondere Portugal ist viermal heller!

Hier nun wurde der Lichtfluss auf das Bruttoinlandsprodukt (GDP; NUTS 3) bezogen: Auch auf die Wirtschaftsleistung eines Kreises bezogen – „Flux per Dollar“ – ist Deutschland ein besonders geringer Lichtverschmutzer. (Während wegen der großen Bevölkerung und des hohen GDP die absolute Lichtverschmutzung natürlich ziemlich hoch ist; am absolut dunkelsten in Europa sind drei schottische Provinzen, und in den USA gibt es noch deutlich dunklere Counties.) Nicht-ländliche Gebiete mit hoher Bevölkerungsdichte gewinnen per Dollar generell.

Zu guter Letzt wurden alle NUTS-3-Gebiete bzw. Counties der USA nach Abstrahlung, Abstrahlung pro Einwohner und Abstrahlung pro Dollar GDP in endlose Ranglisten gestellt und aus allen drei Rang-Stellen ein Gesamtranking generiert: Von Top-Rängen 1 bis 25 Europas nimmt Deutschland 17 (!) ein, darunter den ersten (Ammerland in NW-Niedersachsen), dritten und vierten (in S-Niedersachsen und Mittelhessen), während das Ende der Tabelle die Niederlande dominieren, die 4 der letzten 5 Plätze 1355-59 belegen, mit Delft & Westland in Zuid-Holland als Schlusslicht. In der Karte sind Gebiete der Top-25 („the good“) grün, der vorletzten 25 („the bad“) orange und der untersten 25 („the ugly“) rot markiert.

Die wichtigsten Schlussfolgerungen aus dieser Big-Data-Analyse sind, dass sich die Lichtabstrahlung pro Einwohner wie pro Dollar in Europa (wie den USA) zwischen den Verwaltungsgebieten um mehrere Größenordnungen unterscheiden kann, wobei die USA konsistent dreimal so viel Licht pro Einwohner in den Himmel schicken wie die Europäer. Und Deutschland weltweit gesehen pro Kopf am wenigsten – wer hätte das gedacht. Der Lichtverschmutzungsexperte Christopher Kyba sieht vor allem zwei Gründe für das gute Abschneiden Deutschlands: Viele Gemeinden ignorierten EU-Vorschriften und stellten weniger Straßenlampen auf – und der Korruptionsindex des Landes ist besonders gering. Direkte Kausalitäten müssten aber noch ergründet werden. Weitere Lichtverschmutzungs-News der letzten Zeit:

Zum Schluss noch weitere Artikel mit Bezug zur Lichtverschmutzung aus dem vergangenen halben Jahr in drei Sprachen von heute („Hotspots für Astrotouristen in Deutschland“), gestern und dem 26. August, 28. Juli, 13. Juli, 1. Juni, 2. Mai, 1. Mai, 29. April, 21. April, 19. April, 18. April und 16. April – und die Verschmutzung des Radio-Spektrums bleibt auch ein aktuelles Thema. NACHTRÄGE: die Entwicklung von Straßenbeleuchtung mit minimierter Licht-Abstrahlung zum Insekten-Schutz – und ein neues Citizen-Science-Projekt zur Lichtverschmutzung in Deutschland, das Bürger-Helmholtz-Netzwerk für die Erforschung von nächtlichen Lichtphänomenen (Nachtlicht-BüHNE), an dessen Planung dieser Blogger beteiligt ist und auch schon erste Experimente durchgeführt hat.

Allgemeines Live-Blog vom 27. 8. bis 2. 9. 2019

27. August 2019

2. September

Dorian heute von der ISS, Dünen auf dem Mars, die Victoria-Fälle von der ISS (noch mehr Hurricane-Bilder) – und der Lander Vikram hat sich von Chandrayaan 2 gelöst, der im finalen Mondorbit ist: die weitere Timeline [NACHTRAG: mehr] und Artikel hier, hier und hier und zuvor hier und hier. Plus der Kampf um den Mars-Maulwurf, der Start von Kuaizhou-1A in China mit zwei Satelliten – und ein ESA-Satellit musste einem Starlink ausweichen, weil SpaceX nichts tat … [22:15 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: ein Statement von SpaceX, die Darstellung der ESA (die englische Fassung), Artikel hier, hier, hier, hier (früher), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und noch viel mehr Starlink-Starts dieses Jahr sowie Fragen zur Verantwortung bei Mega-Konstellationen]

Irgendwo hier sind – vielleicht – gerade zwei Neutronensterne verschmolzen, was unter den Gravitationswellen-Ereignissen eine Rarität wäre, doch leider hat LIGO WA letzte Nacht nicht gearbeitet, so dass diese „Karte“ nur auf LIGO LA Und Virgo basiert und das Suchgebiet für eventuelles elektromagnetische Strahlung tausende Quadratgrat groß ist. Auch war das Signal als solches nicht besonders überzeugend: laufende Updates, das Neueste unten. Auch was die Achsen von Uranus & Neptun gekippt haben könnte (keine Kollisionen erforderlich) und ein schöner kanadischer STEVE gestern hier und hier – während die magnetische Missweisung in Europa fast null geworden ist, da der Magnetpol gerade jenseits des Nordpols liegt. [16:10 MESZ] Komet Africano gestern. [21:50 MESZ. NACHTRAG und hier und hier heute sowie eine Karte]


31. August

Iranischer Fehlstart – amerikanisches Aufklärungs-‚Leck‘?

Erst misslingt ein iranischer Raketenstart mit einer Explosion noch auf der Startrampe, und Aufnahmen kommerzieller Satelliten – wie auch diese – werden bald publik. Aber vor ein paar Stunden hat Donald Trump ein weit schärferes Bild der Unfallstelle getweetet, zusammen mit einer Art Kondolenz-Botschaft – und Experten für Bild-Aufklärung sind gelinde gesagt erstaunt (mehr und mehr): Derart scharfe Bilder eines sensitiven Vorgangs haben die USA noch nie geteilt. Das getweetete Bild wurde – siehe den Reflex in der Mitte – von einem Bildschirm oder Foto-Ausdruck abgeknipst, mutmaßlich gestern während eines Geheimdienst-Briefings für den Präsidenten: Weder ist bisher klar, ob Trump seine Verbreitung mit den Diensten absprach noch ob es von einem Satelliten oder einer Drohne wie der RQ-180 stammt, aber in so manchen Land wird man sich über die Preisgabe der Qualität der aktuellen amerikanischen Bild-Aufklärung freuen … Auch ein langes Paper über „Space Pirates, Geosynchronous Guerrillas, and Nonterrestrial Terrorists“, der teure Verlust von Chinasat-18, Fortschritte beim Weltraum-Teleskop WFIRST, wie SCISAT die Erdatmosphäre durchleuchtet (und was das für das JWST vs. Exoplaneten bedeutet), die geplanten EVAs zur Reparatur des AMS02 auf der ISS, ein langer Thread über Raumfahrt-Rituale in der Sowjetunion wie Russland, ein Vortrag von Maurer über den Mond, eine Entdeckung von Yutu-2 auf der Rückseite desselben – und eine mögliche Lösung des Methan-Problems auf dem Mars. [0:20 MESZ] Es ist höchst wahrscheinlich, dass das Bild von einem Satelliten stammt – und Amateur-Analysten hier und hier sind sich einig, dass es USA 224 war, ein KH-11-Fotosatellit. [1:40 MESZ] Ein Artikel über die Aufklärung des Aufklärers – und man kann ausrechnen, dass die Auflösung aus 380 km Abstand mindestens 10 cm beträgt. Das wäre 1/20 Bogensekunde. [2:20 MESZ] Eine simulierte Sicht von USA 224 auf die Startrampe, eine detaillierte und eine wunderliche Analyse des Bildes und weitere Artikel hier und hier. [22:45 MESZ] Und ein Video dazu. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: eine detaillierte Analyse und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier – und dieser Artikel wird hier zitiert. Plus was der Iran sagt]


29. August

So sieht das Radio-Interferometer ALMA die Ringe des Uranus bei 97.5 und 144 GHz, insbesondere den Epsilon-Ring – der synthetisierte Beam ist unten links eingezeichnet, der sehr radiohelle Planet maskiert. Das sind die ersten thermischen Beobachtungen der Ringe, die nur aus großen Brocken bestehen, die ~77 K ‚warm‘ sind, und praktisch staubfrei sind. Auch aktuelle Merkur-Bilder, die schnelle Erwärmung Europas, der Komet C/2018 W2 (Africano) am 27. August (auch mehr Bilder, visuelle Beobachtungen, eine Extrapolation, wo der Komet jetzt ist und Karten hier und hier), die Feuerkugel vom 16.8., wie Meteoriten in Form kommen, das Phänomen der diffusen Aurora, ein ISS-Transit vor untergehender Sonne, schon 3 Jahre FAST, der Sensor MKID – und ein Nachruf auf Lodewijk Woltjer (1930–2019). [22:35 MESZ] Mysteriöse visuelle Meteore am UT-Morgen des 25. [23:45 MESZ]


28. August

Die beiden Hälften des JWST sind erstmals zusammen gefügt

worden, ein kleiner Meilenstein für das Weltraumteleskop [NACHTRÄGE: Artikel hier, hier und hier], bei dem zuletzt auch der Sekundärspiegel-Mechanismus getestet worden war (mehr und mehr und weitere Schritte hier, hier, hier und hier), bei dem es aber weiter Fragen nach Kosten und Zeitplan gibt, bevor es vielleicht 2021 los geht. Auch Hightlights von 16 Jahren Spitzer Space Telescope, mit dem es bald zuende geht – und die Rolle von XMM-Newton und Cluster für den Solar wind-Magnetosphere-Ionosphere Link Explorer (SMILE).

Ein 9 Meter breites Stück Bennu aus 700 Metern Höhe. Auch endlich wieder ein Eintrag im InSight-HP3-Blog (27. August), mit keinen großen Fortschritten bei der Maulwurfs-Befreiung, das dritte Mond-Manöver von Chandra (mehr und mehr), Strahlungs-Tests für JUICE bei CERN – und der NASA wird dringend empfohlen, das SLS nicht als einzige Option für den Start des Europa Clipper zu betrachten und der Kongress gewarnt, sich in Raketen-Angelegenheiten einzumischen.

Da ist er wieder, der Dragon, der als erster dreimal zur ISS und zurück geflogen ist: Zu seiner umfangreichen Ladung gehört auch der deutsche Roboter CIMON, der allerdings in seinen 14 Monaten auf der ISS kaum eingeschaltet wurde. Auch die Helligkeit der Starlink-Satelliten, die sehr wohl (an dunklem Himmel) für’s freie Auge sichtbar bleiben, der erste Monat Sonnensegeln mit dem LightSail 2, die Aktivierung er Deep Space Atomic Clock im Orbit (Artikel hier und hier), ein Interview über Asteroiden-Bergbau – und ein Ballon mit Sonnen-Koronograph vor dem Start. [18:05 MESZ]

Kam heute dasselbe Gravitationswellen-Signal gleich zweimal innerhalb von 21 Minuten an – dank einer Gravitationslinse? Dies sind, übereinander gelegt, die verdächtig ähnlichen Unschärfe-Bereiche der Events S190828j und S190828l – und nun wird emsig spekuliert, dass es dasselbe Signal sein könnte, das von einer Masse im Weg auf zwei Wege etwas unterschiedlicher Länge gespalten wurde: Das wäre eine Premiere. Derweil sind zwei Wochen seit dem spannenden Ereignis vom 14. August vergangen, das vielleicht aus guten Gründen ohne elektromagnetisches Gegenstück blieb: ein Press Release und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [17:15 MESZ. NACHTRAG: schwere Zweifel an einer Linse, auch schon vorher im amtlichen Zirkular zum 2. Event – in den Karten steckt Systematik … NACHTRAG 2: ein Artikel]

Der große Hüpfer des SpaceX Starhopper ist soeben gelungen

Ein Screenshot aus dem Webcast der Firma, dessen entscheidende Sekunden und mehr Screenshots – unabhängige Webcasts von Fans laufen noch hier (mit frenetischem Gebrüll) und hier. Einen Tag früher war das Experiment abgebrochen worden: wiederum drei Webcasts hier, hier und hier und der Moment des Abbruchs hier und hier. Im Juli war dagegen ein Mini-Hüpfer gelungen: Bilder und Artikel hier und hier. [0:05 MESZ] Mehr Screenshots von heute hier und hier und ein Video aus der Ferne. [0:15 MESZ] Erste Fotos des Flugs hier, hier und hier. [0:25 MESZ] Und Artikel hier, hier und hier: Es ging um den Test des Raptor-Triebwerks für angedachte Großraketen. [0:35 MESZ]

Ein SpaceX-Foto des Starhopper im Flug, aufgenommen von einer Drohne aus – auch Videos von Fans aus der Ferne hier, hier und hier, zum Vergleich ein Flug des DC-X von 1993 (!), weitere Fotos und weitere Artikel hier und hier. [2:15 MESZ] Und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – „Elon Musk ist entzückt“ … [11:45 MESZ. NACHTRAG: weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier]


27. August

Eine weitere Mond-Ansicht von Chandrayaan 2 aus dem Orbit, von der Rückseite am 23. August aus etwa 4375 km Höhe mit der Terrain Mapping Camera 2. Auch das erneute Erwachen der chinesischen Hardware auf der Rückseite, das Verstauen der Bodenproben von Ryugu durch Hayabusa 2, das Vermächtnis von Rosetta für Europas Pläne, der Mars in Sonnen-Konjunktion, die ersten Daten und echten Bilder von eROSITA auf SpektrRG – und Veränderungen von Cas A über die Jahre aus der Sicht von Chandra.

Die gelegten Brände im Amazonas-Gebiet – eine detaillierte Einordnung – vom ISS-Bewohner Luca Parmitano aufgenommen. Derweil hat Soyuz MS-14 doch noch angelegt, nachdem MS-13 umgesetzt wurde, da der vorgesehene Stutzen defekt war: auch Artikel hier, hier, hier und hier und zuvor hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Als nächstes reist heute der Dragon ab – während Berichte über das möglicherweise erste Verbrechen im Weltraum wie hier, hier, hier, hier, hier und hier von der Verdächtigten ziemlich vage dementiert werden. Auch eine Statistik des Raumschrotts unterhalb und oberhalb von 500 km – und Sorgen von Radioastronomen über OneWeb-Interferenz. [12:25 MESZ] Der Dragon ist abgereist – was an Bord ist – und soll um 22:21 MESZ wassern. [17:30 MESZ] Der entschwebende Dragon, der inzwischen zuhause angekommen ist – und es könnte gleich einen Hüpfer geben; gestern war bei t=0 abgebrochen worden. [23:35 MESZ]

Aktuelle Veröffentlichungen aus der Astrophysik

25. August 2019

Eine ‚Karte‘ der Erde ausschließlich aus Ein-Pixel-Fotometrie

Die ‚Erde als Exoplanet‘ ist ein beliebtes Experiment: Man messe ihr Licht auf eine Weise, wie auch die Strahlung eines erdähnlichen Exoplaneten eines Tages gemessen werden kann – und versuche zu rekonstruieren, was für eine Welt man da vor sich hat. In diesem Fall hier sind es die Erdbilder der Kamera EPIC auf dem Satelliten DSCOVR, der immer eine voll beleuchtete Scheibe sieht: Kontinente, Meere und vor allem helle Wolken, wobei im Jahreslauf mal auf den Äquator und mal mehr auf den einen oder anderen Pol geschaut wird. Rund 10’000 Bilder in 10 Farbkanälen wurden dann jeweils zu einem Punkt zusammen gerechnet, so dass 10 „Lichtkurven“ heraus kamen: Diese plus vorausgesetzte Kenntnis über die Rotationsperiode der Erde und die jeweilige Lage der Achse – die man auch bei Exoplaneten gewinnen könnte – wurden dann mathematisch analysiert, und zwar mit Principal Component Analysis. Die Lichtkurven lassen sich nahezu komplett mit nur den ersten zwei Komponenten beschreiben, die – wie der Vergleich mit den Bildern selbst lehrt – durch die Wolken und die Kontinente erzeugt werden. Aus der Kontinente-Komponente wurde dann die obige Erdkarte erzeugt: Afrika (in der Mitte), Nordamerika (oben links) und Asien (oben rechts) sind zu erahnen, Südamerika macht sich rarer. Trotzdem gilt das Bild als Durchbruch: Es ist die erste 2D-Karte nur aus Lichtkurven ohne Kenntnis, was die einzelnen Farben eigentlich bedeuten. Und das wird bei einem Exoplaneten schließlich auch keiner wissen …

Die ganze Erdatmosphäre als „Linse“ für die Astronomie

ist jetzt mal in großem Detail durchgerechnet worden: Die bündelnde Wirkung der Gashülle der Erde könnte die Zahl der Photonen von einer fernen kosmischen Quelle, die ein kleines Teleskop auf einem Satelliten in der Nähe des ‚Brennpunkts‘ solch eines „Terrascope“ (auf ca. 85% des Wegs zum Mondorbit) einfangen könnte, dramatisch steigern, locker um das Mehr-Zehntausend-fache. Auch die Extinktion durch die Atmosphäre macht den Gewinn nicht wieder zunichte. Die drastische Kostensteigerung von Teleskopen mit steigendem Durchmesser – die in nicht so ferner Zukunft die beobachtende Astronomie in eine tiefe Krise zu stürzen droht – würde durch solch ein kühnes Projekt im Prinzip ausgehebelt, um dessen praktische Umsetzung sich allerdings andere kümmern müssten: Artikel hier und hier.

Ein Weltraumteleskop aus Schwärmen diffraktiver ‚Linsen‘

ist ein anderer nur in Ansätzen durchdachter Vorschlag für ein „Very Large Aperture, Ultralight Space Telescope Array for Atmospheric Biosignature Surveys“ alias Nautilus, das auf einer erheblichen Weiterentwicklung der altbekannten Fresnel-Zonenplatte basiert und speziell zwecks Exoplaneten-Spektroskopie Photonen satt sammeln soll: Dabei wird das Sternenlicht weder per Reflexion noch Brechung sondern durch Beugung plus Interferenz gebündet. Solche“MODE“ genannten Quasi-Linsen ließen sich in Massenproduktion herstellen und trotz 8 Metern Durchmesser kostengünstig in den Weltraum befördern. Dort schauen sich die Satelliten die Zielquellen gemeinsam an, und die Signale werden einfach (inkohärent) addiert: Die Arbeiten an diesem Konzept stehen noch ganz am Anfang, auch wenn es schon – siehe Foto – handliche Prototypen vom MODE-Linsen gibt.

Komet 29P/Schwassmann-Wachmann, Centaur „vor der Tür“

Der kuriose Komet 29/Schwassmann-Wachmann 1 mit seiner fast kreisförmigen Bahn in ~6 au Sonnenabstand und häufigen Helligkeitsausbrüchen bewohnt eine besondere dynamische Zone im Sonnensystem, das „Gateway to the Jupiter-Family Comets“, durch Transneptune schnell hindurchschlüpfen, wenn sie als Centauren ins innere System unterwegs sind und schließlich unter die Kontrolle Jupiters geraten: Das legen neue umfangreiche Simulationen nahe, die die ‚Benutzung‘ dieses Gateways quasi als Normalfall zeigen. Typischerweise bleiben Kometen keine 10’000 Jahre in diesem temporären Zustand geringer Exzentrizität außerhalb der Jupiter-Bahn (bei 5.7 bis 7.8 au): SW1 ist offenbar gerade erst angekommen, aber künftige Astronomen-Generationen sollten markante Veränderungen seiner Bahnelemente sehen. Insbesondere dürfte er bei weiterer Reduzierung der Halbachse wesentlich heller werden, denn seine jetzigen Aktivitätsschübe haben noch nichts mit sublimierenden Wasser zu tun, das Kometen in Sonnennähe antreibt. Auch wenn der Weg durch’s Gateway der Regelfall ist: Dass dort gerade jetzt mit SW1 ein besonders großer Komet bzw. Centaur sitzt (neben drei viel kleineren bekannten), ist ein glücklicher Zufall.

Mira-Stern T Ursae Minoris entwickelt sich „in Echtzeit“

Es kommt nicht oft vor, dass Astronomen direkt zuschauen können, wie sich die Eigenschaften eines Sterns verändern, aber bei T UMi ist offenbar ‚Stellar Evolution in Real Time‘ zu bewundern. Der Stern, der lange ein gewöhnlicher Mira-Veränderlicher war, hat offenbar letztens einen thermischen Puls erlitten: Die Lichtkurve (überwiegend von Amateur-Astronomen; große Marken oben 1995 bis 2015 in 5-Jahres-Schritten) veränderte sich deutlich. Insbesondere hat die Periode kontinuierlich abgenommen, und der Stern ist jetzt ein semiregulärer Veränderlicher – aber Modellen zufolge sollte sich das Bild in ein paar Jahrzehnten abermals ändern. Ein erstaunliches Beispiel für „slow science“ mit notwendigerweise Datenreihen über viele Jahrzehnte – das Amateurastronomie und modernste Stern-Modellierung zusammen bringt.

Sgr A* im Galaktischen Zentrum dieses Jahr variabler denn je

Das mutmaßliche massereiche Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße zeigt dieses Jahr stärkere Variabilität im nahen Infraroten als je zuvor – genauer gesagt als in den vergangenen 22 Jahren, denn durch Neuanalyse alter Daten konnte gerade die Fotometrie von Sgr A* viel weiter in die Vergangenheit als bisher rekonstruiert werden. Insbesondere hat es hellere IR-Flares denn je gegeben (um bis zu einem Faktor 2 über dem bisherigen Maximum im K‘-Band): eine Animation vom Mai und Standbilder daraus. Eine offensichtliche Erklärung der Beobachtungen ist erst einmal nicht zu erkennen, aber ein gesteigerter ‚Appetit‘ des Schwarzen Lochs braucht es keineswegs zu sein: Vielleicht strahlt es nur effizienter als zuvor. Jedenfalls sieht auch SpektrRG die ungewohnt hohe Flare-Aktivität von Sgr A*.

Durchbrüche – aber kein Durchblick – bei Fast Radio Bursts

Welches kosmische Phänomen hinter den Fast Radio Bursts steckt, ist eines der hartnäckigsten Rätsel der heutigen Astrophysik: Lange wurde immer nur ein einziger Blitz irgendwo am Himmel gesichtet, der sich nie wiederholte und keiner Quelle zugeordnet werden konnte – bis auf eine Ausnahme, den „Repeater“ FRB 121102, der schließlich ein einer fernen Galaxie lokalisiert werden konnte, doch seine Beziehung zu all den anderen FRBs blieb unklar. Aber in den letzten Monaten hat sich einiges getan:

Es geht nach langem Stillstand nun also flott voran mit der Gewinnung neuer Daten über das Phänomen FRB, und das weite Feld der Hypothesen könnte bald deutlich eingedampft sein (so deuten sich etwa subtile systematische Unterschiede in den Eigenschaften der Repeater und der Nicht-Repeater an): diesjährige Bestandsaufnahmen in Artikeln vom 14. August hier und hier und vom 13. August, 27. Juni, 14. Februar, 7. Februar und 16. Januar. NACHTRAG: noch ein weiterer Repeater – mit einem starken und sonst nur ganz schwachen FRBs! (Und Radio-Bursts von einem Magnetar könnten ein verwandtes Phänomen sein.)

Allgemeines Live-Blog vom 13. – 23. August 2019

13. August 2019

23. August

Der Start der letzten Delta IV in der „Single Stick“-Version gestern mit einem GPS-Satelliten: ULA und USAF Releases, der Webcast (Clips und hier und hier Screenshots), zahllose Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Videos aus der Ferne hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel zum Start, den auch nur noch fünf Starts der dicken Delta IV Heavy und der immensen wirtschaftlichen Bedeutung des GPS. Plus eine Analyse des Galileo-Ausfalls, die Bedeutung von BeiDou, die Ergebnisse von Gersts 2. ISS- Mission und dem neuem Gewächshauskonzept für zukünftige Raumfahrtmissionen EDEN-ISS – und µg vs. das Mikrobiom des Verdauungstrakts von Astronauten.

Endlich MASCOT-Bilder von der Oberfläche von Ryugu sind fast ein Jahr nach der der Landung auf dem Asteroiden veröffentlicht worden – damals wurden nur Bilder vom frühen Abstieg gezeigt, so dass die Bilder der MINERVA-Lander die einzigen von der Oberfläche geblieben waren. Die MASCOT-Bilder (oben eine Farbaufnahme dank bunten Lichts im Dunkeln, unten zwei aus der Abstiegs-Sequenz) sehen auch nicht anders aus, aber nun gibt es mehr Wissenschaft dazu: auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Ebenfalls gestern wurde auf einer PK in Japan das Wieder-Erwachen eines MINERVA-Landers Anfang des Monats (Slide 11) bekannt gegeben wie auch die Planung (Slides 12-13) für das Absetzen des dritten. Und auch die Rückkehr der Kapsel mit beiden Bodenproben wird konkreter und auch in Australien vorbereitet.

Die erste Mond-Aufnahme von Chandrayaan 2 aus dem Orbit, vorgestern aus 2650 km Höhe: laufende Updates und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Auch ein radikalerer Plan für die Maulwurfs-Rettung von InSight, die ‚Taufe‘ eines Steinchens vor dem Lander (mehr, mehr, mehr und mehr), testweise Jupiter-Aufnahmen von JUICE, der nahende 30. Jahrestag von Voyager 2 am Neptun (eine Live-Sendung von damals) – und ein japanischer Test zur Pulsar-Navigation mit dem Hard X-ray Modulation Telescope (HXMT). [14:50 MESZ] Ein Interview zu MASCOT. [20:45 MESZ] Auf SpektrRG wird jetzt auch eRosita in Betrieb genommen. [23:25 MESZ – Ende. NACHTRAG: weitere Erinnerungen an Voyager 2 beim Neptun hier und hier]

So sieht das Radiointerferometer ALMA den Planeten Jupiter

Der Blick bei 1.3 mm Wellenlänge (Seite 12) reicht 50 km unter die sichtbaren Wolken, und die Daten von Anfang 2017 sind wichtig für das Verständnis der Konvektion in der Tiefe. Auch offizielle Namen für 5 weitere Jupitermonde, alte Daten von Herschel, die Enceladus‘ Fontänen als Quelle von Saturns Wasser nahelegen, Papers hier und hier über Saturns südpolare Wolken aus Cassini-Sicht, die Vermessung eines Transneptuns per Sternbedeckung, der Sensor für das Large Synoptic Survey Telescope, Papers über die schnellen und super-schnellen Kameras OPTICAM und Aqueye+ & Iqueye, die Unterschrift der Niederlande für den SKA – und ein Totalversagen eines Teils der ’normalen‘ Medien im UK mit einer komplett erfundenen Story über Komet 168P hell am Himmel, der in Wirklichkeit schwächer als 17. Größe ist … [3:35 MESZ] Ein umfangreicher Rant dazu. [13:25 MESZ. NACHTRÄGE: parallele Jupiter-Beobachtungen im fernen Infraroten mit dem Subaru-Teleskop, ein Artikel zum ALMA-Jupiter – und wie die Jupitermond-Namen bei einem IAU-Wettbewerb gefunden wurden]


21. August

Der Einschuss von Chandrayaan 2 in den Mondorbit gestern früh, beobachtet über den Doppler-Effekt am Funkträger: blau = Vorhersage ohne Manöver, gelb = gemessen mit dem Radioteleskop von Dwingeloo, gegen 5:35 MESZ begann die Kurve planmäßig abzuweichen. Bis zur Landung am 7. September wird die Bahn nun schrittweise abgesenkt: ein ISRO Press Release, ein weiterer Plot und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und früher hier, hier und hier. Auch die Lokalisierung der Crash-Site von DSLWP-B, endgültig grünes Licht für den Europa Clipper der NASA (auch Artikel hier und hier und wie die NASA Missionen auswählt), die Messung von Wasser-Mengen durch GRACE FO – und EDRS-C in Betrieb.

Die Milchstraße über der ISS und weitere aktuelle Bilder von oben – gerade läuft, zur Halbzeit problemlos, eine EVA auf der ISS, und kommende Nacht startet eine unbemannte Soyuz zu Testzwecken, die aber Fracht zur Station bringt. Zuletzt war Ende Juli ein Dragon zur ISS geflogen (ein Standbild, eine NASA-Blog-Story und mehr Links), während Anfang August der Cygnus ablegte (Artikel hier und hier). Auch die Raketen-Buchung für den Dream Chaser (ein Video von der Verkündung und Artikel hier, hier und hier) weitere Planung in Sachen Commercial Cargo und Commercial Crew, eine Amateur-Beobachtung von Soyuz MS-13 im Anflug auf die ISS, der Verbleib von BEAM daselbst, was Luca wissenschaftlich treibt – und ein Auftritt als DJ für eine Techno-Kreuzfahrt: auch ein ESA Release, ein Artikel und Vorschauen hier, hier und hier.

Der vorgestrige Nachtstart einer Electron in Neuseeland mit vier kleinen Satelliten: der aufgezeichnete Webcast (Ausschnitte und Standbilder hier, hier und hier) und Artikel hier und hier. Fast zeitgleich startete eine Langer Marsch 3B, doch die Nutzlast hat Probleme: Artikel hier, hier und hier. Zuvor war ebenfalls in China der erste Orbitalstart einer Smart Dragon 1 ein Erfolg: Bilder und weitere Artikel hier, hier und hier. Ferner ein chinesischer ICBM-Test als Himmels-Show, ein Roll-Out-Test für die Ariane 6, der Status von LightSail 2 (und wie man es selber beobachten kann) und Starlink – und der „Spaceport America“ für das SpaceShip2. [17:35 MESZ. NACHTRAG: Die EVA war erfolgreich, auch Artikel hier und hier. NACHTRAG 2: Und die Soyuz kam gut weg (mit diesem Herrn an Bord) – auch Artikel hier, hier, hier, hier und hier]


17. August

Feuerkugel vor Sardinien – Aufsehen in mehreren Ländern

Hier die aus visuellen Beobachtungen – Meldungen hinter dem Bild – rekonstruierte Bahn des Ereignisses westlich von Sardinien von gestern abend: auch Videos hier = hier und hier und mehr Visuals. Und vorgestern hat es mal wieder einen schönen Sungrazer erwischt: eine Animation und ein Einzelbild. [15:45 MESZ] Ein Mini-Artikel zur Feuerkugel. [19:35 MESZ. NACHTRAG: eine Zusammenfassung der Erkenntnisse darüber: ~1.4 Meter und 4 Tonnen, 90 t TNT Explosion]

Ein Stern mit origineller Lichtkurve ist TESS aufgefallen, dem Satelliten, der eigentlich Exoplaneten jagt: Als Doppelstern war dieser Stern bislang nicht verdächtig – auch der Mond hell für Fermi und warum teure Weltraum-Teleskope weiter sinnvoll sind. Ferner mehr Messzeit für die Parker Probe, zwei Smallsat-Studien für interplanetare Studien ausgewählt (einer soll fliegen), die Nacht-Ionosphäre aus GOLD-Sicht, weitere Manöver von Chandrayaan 2, nur wenig Fortschritt bei InSight und mehr Bohren für Curiosity. Und legale Fragen in der Bärtierchen-Affäre, die der Verursacher jetzt zum Nicht-Ereignis erklärt – während die AAS eine Open-Access-Zeitschrift für Planetologie an den Start bringt. [3:05 MESZ]


15. August

Ein ungewöhnlich spannendes Gravitationswellen-Ereignis

ist gestern um 23:11:18 MESZ von allen drei z.Z. aktiven Detektoren in den USA und Italien registriert worden, weshalb der Usprungsort am Himmel rasch auf nur 23 Quadratgrad eingeschränkt werden konnte (Grafik), während die Wahrscheinlichkeit für eine terrestrische Störung mikroskopisch klein ist. Vor allem aber war es wahrscheinlich keins der ‚üblichen‘ verschmelzenden Schwarz-Loch-Paare sondern ein anderes kompaktes Objekt im Spiel, vermutlich ein Neutronenstern, der in ein Schwarzes Loch fiel – weshalb bereits eine intensive Suche nach Gegenstücken bei anderen Wellenlängen läuft, bisher allerdings ohne signifikante Kandidaten. Auch 12 Mio.$ für das Radioteleskop von Arecibo, große Erwartungen an den Hydrogen Epoch of Reionization Array (HERA) und a das Dark Energy Spectroscopic Instrument (DESI) am Mayall-Teleskop, die Rückkehr zur Arbeit auf dem Mauna Kea (um den mit harten Bandagen gekämpft wird), wobei prompt ein interessanter Asteroid wieder gefunden und ein Impakt endgültig ausgeschlossen werden konnte, und die mögliche Rolle von Impakten bei der Biogenese auf der Erde. Sowie Mythen & Fakten zur Aurora, eine Demo des EnhancedVisionScope und ein Video einer Saturn-Bedeckung durch den Mond in Australien, der Jupiter am 10. August – und immer noch 8 mag. Spitze für Komet C/2018 W2 (Africano) zu erwarten: die Helligkeiten bisher, Bilder vom 9. und 4. August und eine weitere Webseite. [18:20 MESZ]


13. August

Vier Finalisten für den Probenentnahme von OSIRIS-REx auf Asteroid Bennu sind jetzt ausgesucht worden: Während Hayabusa 2 bereits zwei Proben auf Ryugu entnahm, steht OSIRIS-REx die eine Landung noch bevor. Auch eine Fan-Entdeckung eines temporären 4-Meter-‚Möndchens‘ von Komet 67P – und eine Doku über New Horizons bei 2014 MU69 um den letzten Jahreswechsel.

Die Parker Solar Probe ist nun ein Jahr im Weltraum und pirscht sich immer näher an die Sonne heran: auch Artikel hier und hier. Und die ESA bestätigt das erneute Fallschirm-Versagen beim ExoMars-Lander (auch Artikel hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier und hier]), während sich der Mars-Lander InSight emsig weiter müht, den Boden um den hilflosen Maulwurf fester zu klopfen und das Mars-Methan-Rätsel weiter geht. Und Chandrayaan 2 verlässt morgen den Erd-Orbit Richtung Mond.

Ein HST-Bild der wechselwirkenden Galaxien UGC 2369 – auch ein Spitzer-Bild einer Galaxie exakt von der Seite, wie der das Iceye-Radar die Erde sieht, neue Grafiken zur Bahn des LightSail 2, eine geplante Wiederverwendung der ersten Stufe bei Starts der Electron mittels Einfang per Hubschrauber, die angeblich größte unbemannte Struktur im Weltraum, Lageregelung eines Würzburger CubeSats mit elektrischen Düsen – und Untersuchungen bzw. Konsequenzen von Problemen mit Intelsat-29e, dem Advanced Baseline Imager von GOES-17 und dem Crew Dragon. [1:15 MESZ] Die Trans-Lunar Injection von Chandrayaan 2 ist erfolgt! Auch die Auswahl von zwei kleinen NASA-Missionen zur Erforschung des erdnahen Weltraums, wie die gemeinsame Planung von NASA & ESA zur ersten Mars Sample Return Mission voran kommt, die Bemühungen von InSight zeitgerafft, Indizien für einen fetten Tsunami auf dem jungen Mars – und Nachbeobachtungen zu TESS mit irdischen Teleskopen. [23:50 MESZ. NACHTRÄGE: Bahn-Details und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zu Chandrayaan 2 sowie etwas mehr zu den Fallschirmen von ExoMars und der unklaren Zukunft des Mars-Programms der NASA]

Die SoFi ist da!!! Es war heute vor 20 Jahren …

11. August 2019

… als der Kernschatten des Mondes zum ersten Mal seit 1887 wieder durch Mitteleuropa zog (vgl. die 2-Dekaden-Karten des 20. Jh., „World Atlas of Solar Eclipse Paths“), was erst 2081 das nächste Mal passieren wird. Oben zwei „druckmüllerisierte“ Korona-Bilder aus Ungarn, darunter die Chromosphäre und Protuberanzen von diesem Blogger während einer Reise nach Bulgarien [alt.] mit einer Russentonne auf Diafilm aufgenommen. Es folgen die Live-Übertragungen der ARD (die Fortsetzung), des ZDF (noch mehr), der BBC (auch eine seltsame Show; es gibt auch Live-Aufzeichnungen aus Belgien und Ungarn), Erinnerungen die Sendung mit der Maus, die gleich drei Teams im Einsatz hatte, und die Tagesschau vom SoFi-Tag (auch in der Mediathek, dito vom Vortag, mit Wirbel um dubiose Brillen) – und ganz unten noch der Kernschatten auf Europa aus der Raumstation Mir gesehen; auch ein Zeitraffer aus Satelliten-Sicht. Die Sonnenfinsternis versetzte damals einen ganzen Kontinent (und Teile Asiens) in Aufruhr: aktuelle Erinnerungen oder historische Webseiten aus dem U.K. (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), Frankreich (mehr), Deutschland (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr [Bilder] und mehr), Österreich, der Schweiz, Rumänien, dem Schwarzen Meer (mehr) und der Türkei sowie aus drei Concorde-Flugzeugen (Seiten 6-12, auch Präziseres zu einem der Flüge und ein Passagier-Bericht) und einem anderen Flugzeug – auch weitere Bemerkungen und zeitgenössische Linksammlungen (was davon wohl noch geht?) hier, hier (mit auch ein paar neuen Links) und hier.

Allgemeines Live-Blog vom 5. bis 9. August 2019

5. August 2019

9. August

Start einer Atlas V mit einem Kommunikationssatelliten des US-Militärs im gestrigen Morgengrauen Floridas: ein Highlights-Video, weitere Fotos vom Start, mit weitem Feld hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, und lang belichtet hier, hier, hier, hier, hier und hier, der Webcast, ein paar Clips und hier and hier Screenshots daraus, ein Tele-Video, Amateur-Videos hier, hier, hier, hier und hier, Press Releases hier und hier und Artikel hier, hier und hier.

Der Große Rote Fleck Jupiters und seine Umgebung auf einer Hubble-Aufnahme vom 27. Juni (mehr, mehr und mehr plus animiert), die seinen veränderten Zustand dokumentiert (andere Verarbeitungen der Bilddaten hier und hier [NACHTRAG: und hier und hier]) – auch die Bedeutung von ‚Tafelsalz‘ auf Europa, die Taufe weiterer Features auf Asteroid Bennu und Zwergplanet Pluto, aller Wahrscheinlichkeit nach keine lebenden Bärtierchen auf dem Mond und die Beobachtung des ersten interplanetaren Schocks durch die MMS-Mission.

Ein simulierter Schräg-Blick auf den Mars aus Mars-Express-Bilddaten, diesmal von Terra Cimmeria mit deutlichen Farbunterschieden. Auch (von der ESA noch nicht offen bestätigte) Berichte aus Russland hier und hier über einen neuerlichen Fehlschlag bei Fallschirm-Tests für den ExoMars-Lander, bei dem diesmal auf ESRANGE in Schweden ein Modell des Landers zerstört worden sei, der Marsrover Curiosity kurz vor Sol 2500 bzw. sieben Jahre nach der Landung mit Bohrer-Problemen, was seine erratischen Methan-Messungen wohl bedeuten mögen – und NASA-CubeSats für die Asteroiden-Forschung durch Minorities. [23:10 MESZ – Ende]

Möglicherweise wieder ein Impakt-Blitz auf dem Jupiter

ist vorgestern um 6:07 MESZ in Texas gefilmt worden (auch eine verlangsamte Version), hier ein gestacktes Bild und eine RGB-Erweiterung – eine Bestätigung der Beobachtung von anderer Stelle fehlt zwar, aber die Ähnlichkeit zu Impakt-Flashes der Vergangenheit ist hoch: auch Artikel hier und hier. Sowie eine Reihe weiterer Pro-Am-Projekte, ein PANSTARRS heller als erwartet (aber immer noch sehr schwach), ein weiterer Asteroid auf Kometen-Bahn, ein schönes grünes Segment aus Chile – und neue Modelle zur Erd-Erwärmung, die einen stärkeren Response erwarten lassen. [22:35 MESZ]


7. August

Was das LightSail 2 im niedrigen Erdorbit wirklich erreicht hat, zeigt dieses Diagramm: oben die Apogäums-Höhe (in km gegen den Tag des Jahres), die durch die Sonnensegel-Wirkung kontinuierlich angehoben wird, unten die Perigäumshöhe, die wegen der Reibung an der Atmosphäre ständig sinkt, und in der Mitte die mittlere Bahnhöhe, die inetwa gleich bleibt (während die Exzentrizität zunimmt). Und ein weiteres Diagramm zeigt, dass die Bahnperiode sogar leicht sinkt: Ob man dies so überschwänglich als Durchbruch im Sonnensegeln feiern sollte, wie es z.Z. die Planetary Society tut? Mehr Statements hier und hier, Threads hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und die einzige bekannte Mission in Planung, die Solar Sailing operativ nutzen soll. Auch Bahnkorrekturen von Spektr-RG, die Orbit-Entwicklung der Starlink-Satelliten – und Chandrayaan 2 hat bereits 5 Manöver im Erdorbit ausgeführt: Artikel hier, hier und hier sowie weiter Action auf der Rückseite des Mondes [NACHTRAG: ein Artikel dazu].

Der Start einer Falcon 9 mit dem Nachrichten-Satelliten AMOS-17 letzte Nacht und der erste gelungene Einfang einer der Hälften der Nutzlastverkleidung mit einem Netz (Video hinter dem ersten Bild): der Webcast von Start bis Aussetzen des Satelliten, Ausschnitte daraus hier und hier, ein paar Screenshots, weitere Start-Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Amateurfilm und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Weitere Starts: eine Proton eine Nacht früher (Artikel hier, hier und hier), Soyuzze mit Progress MS-12 (Bilder vom Start und von der Ankunft an der ISS nach nur 3:18 Flug hier und hier und Artikel hier, hier und hier sowie das Ablegen von MS-11 zuvor) und Meridian (Bilder und ein Artikel) und eine Langer Marsch – und morgen früh um 11:44 MESZ startet eine Atlas V; der geplante Webcast, allerlei Updates und Bilder, z.B. vom Roll-Out. [23:45 MESZ]


6. August

5 Wochen sind seit der Totalen Sonnenfinsternis vergangen

Und immer noch taucht viel neues Material auf: neben Videos – mehr hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – auch detaillierte (Reise-)Berichte hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, weitere Korona-Verarbeitungen hier, hier, hier, hier, hier und hier, Montagen hier und hier, andere Bilder hier, hier, hier, hier, hier und hier, Shadow Bands hier, Artikel hier, hier, hier, hier und hier und viele Links zu noch mehr. Auch ein Press Release und Artikel hier und hier zu absurdem Hype um den folgenden Neumond, wie Meteoriten in Form kommen, eine Feuerkugel über Ontario, ein angeblicher Fall in Indien, ein Asteroid auf nahem Besuch und ein überfälliger Komet. [23:05 MESZ]

Pünktlicher Start der Ariane 5 zu Flug VA249 vor einer Viertelstunde mit dem Satelliten EDRS-C für den ‚Space Data Highway‘ der ESA: der Webcast, Ausschnitte mit Start & Booster Sep, mehr Screenshots hier und hier und im Vorfeld Pressemitteilungen von ESA, DLR und Arianespace und Artikel hier und hier. [21:45 MESZ] Intelsat 39 ist ausgesetzt – aber applaudiert werden darf erst, wenn beide Nutzlasten abgesetzt sind. [22:00 MESZ] So, jetzt aber! [22:05 MESZ] Press Releases von Arianespace (mehr) und ESA. [22:35 MESZ. NACHTRÄGE: eine PM des DLR, mehr Fotos und Artikel hier, hier, hier und hier]

Ein Stern saust in weniger als 10 Jahren einmal um Sgr A*

(das wahrscheinliche Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße) und kommt ihm dabei auf seiner extrem ellptischen Bahn bis auf 5.2 au nahe, das nächste Mal Ende 2022: Zwar gibt es bisher nur eine magere Meldung der Entdeckung von S62 mit zwei Instrumenten am Very Large Telescope, aber die extreme Bahn mit 9.9 Jahren Periode erregt Physiker, könnten sich doch so neue Test-Möglichkeiten der Allgemeinen Relativitätstheorie ergeben. Allein die erwartete Periastron-Drehung von 10° wird schon spannend. Derweil hat es Ende Juli drei weitere Gravitationswellen-Detektionen gegeben, alle wahrscheinlich von verschmelzenden Schwarzen Löchern: am 28. Juli (mehr), 27. Juli und 20. Juli – der O3-Run läuft ziemlich gut, mit allen Ergebnissen publik und schon 22 Kandidaten in den ersten vier Monaten. Auch 10 Jahre GranTeCan auf La Palma, der zweite Spiegel für das GMT, die ersten Spiegel für das ELT bei REOSC, die Erwartungen an’s LSST, die vielen Teleskope auf Cerro Tololo und Pachon, das Chilescope Observatory und Teleskope in Chile insgesamt – und Fakten zum TMT, das weiterhin auf Hawaii gebaut werden soll: aktuelle Entwicklungen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [11:15 MESZ] Und hier, hier, hier und hier sowie interessanter Kontext. [17:30 MESZ. NACHTRÄGE: die neueste Umfrage und ein weiteres Statement aus Hawaii und eine Studie von 2017 zur Option auf La Palma]


5. August

Eine Aufnahme der Erde von Chandrayaan 2 auf dem Weg zum Mond mit Baja California gut zu erkennen: auch Artikel – mit weiteren Bildern – hier, hier, hier, hier und hier sowie zu den Bahnanhebungen N. 4 und Nr. 3. Derweil ist Chinas Mini-Orbiter Longjiang-2 planmäßig auf den Mond gestürzt, wie erst Amateurfunker bestätigten und später offiziell mitgeteilt wurde [NACHTRAG: sein Vermächtnis an Bildern].

Eine 3D-Darstellung von Ahua Mons, dem größten Berg auf dem Zwergplaneten Ceres, aus Bilddaten der Dawn-Mission. Auch weiteres Bildmaterial von der zweiten Landung von Hayabusa 2 auf Ryugu zur Probenentnahme aus dem selbstgemachten Impaktkrater

Neue Animationen bearbeiteter Bilder der OSIRIS-Kamera auf Rosetta – auch ein Artikel aus Braunschweig zur nächsten ESA-Kometen-Mission Comet Interceptor, eine Animation von InSights Bemühungen, den Marsboden um den armen Maulwurf fest zu klopfen, sieben Jahre Curiosity auf dem Mars und was aus der Mars Sample Return Mission geworden ist, die letztes Jahr NASA und ESA beschlossen hatten.

Ein aktuelles JunoCam-Bild von Jupiter und dem Großen Roten Fleck – dessen Veränderungen munter weiter gehen, wie etwa diese Bilder-Serie zeigt – vom 21. Perijovium im Juli in Verarbeitung von Kevin Gill. Und wie Gaia geholfen hat, eine Sternbedeckung durch den Jupitermond Europa zu beobachten, während die Funktionsweise von Ios Vulkanismus im Detail erforscht wird.

Die Röntgenquelle Centaurus X-3, gesehen mit dem russischen Teleskop auf SpektrRG am 30. Juli – auch eine frühere Pressemitteilung von Roskosmos zum First Light des Satelliten sowie US-Entwicklungen in Sachen Röntgen-Spiegel. Ferner das erste Jahr von TESS im Orbit – und Start klar für und Europas CHEOPS nach der finalen Review, im letzten Quartal 2019. [23:15 MESZ]

Besuch an der Grenze von Kreide und Paläogen

30. Juli 2019

Vier Jahrzehnte ist es her, dass vier US-Geologen (darunter Vater und Sohn Alvarez) auf eine weltweite starke Anreicherung einer dünnen Sedimentschicht an der Grenze von Erdmittelalter und Erdneuzeit mit dem seltenen Element Iridium hinwiesen, die einen kosmischen Impakt als Auslöser des großen Artensterbens vor 66 Mio. Jahren ins Spiel brachte – und den entscheidenden Fund hatten sie genau hier in Stevns Klint an der dänischen Ostküste gemacht, wo diese Fischton genannte Schicht besonders reich an Iridium ist. Die entscheidende Probe hatten sie nahe dieser Stelle unterhalb der Kirche von Højerup genommen …

… wo sich auch jene Tafel befindet, die die gesamte 15 km lange Steilküste seit 2014 zum Welt-Naturerbe erklärt. Diese Auszeichnung hat in der gesamten Gegend – in welche dieser Blogger heute nach 29 Jahren (damals auf dem Weg zur Sonnenfinsternis in Finnland) zum ersten Mal zurückkehrte – einiges in Bewegung gesetzt: Besserer Zugang zur Fischton-Schicht, die heute nur mit Mühe erreichbar ist, soll geschaffen werden und ein großes Besucherzentrum entstehen.

Heute führt der populärste Weg über eine steile Treppe von der Højeruper Kirche an den Strand, wo die Schichten-Folge besonders gut aufgeschlossen ist (der Fischton allerdings mehrere Meter hoch über Grund liegt) – hier der Blick nach Norden:

Unten ist weiche Kreide aus der Kreidezeit zu erkennen, die besonders stark erodiert und deshalb weiter angefressen ist als die Schichten darüber. Es folgen der Fischton und dann harter Bryozoen-Kalk aus dem Danium, der ältesten Stufe der Erdneuzeit (in der Serie Paläozän und dem System Paläogen, weshalb die Grenze in der geologischen Zeitskala heute „Kreide-Paläogen-Grenze“ und nicht mehr „Kreide-Tertiär-Grenze“ wie zu Alvarez‘ Zeiten heißt) – die scharfe Abbruchkante entspricht also genau der Grenze und der Fischton-Schicht.

Ein Aufschluss auf der anderen Südseite der Treppe bietet leider ebenfalls keinen direkten Zugang zu ihr, dafür sind in den Bryozoen-Kalk eingelagerte Schichten aus Feuerstein zu sehen (die man von Ferne leicht mit der Fischton-Schicht verwechseln könnte).

Ein Blick von etwas weiter südlich über die Kirche und den Aufschluss – der mit einem fest montierten ziemlich edlen 15×80-Fernglas inspiziert werden kann:

Drei Aufnahmen der K/Pg-Grenze durch nämliches Gerät (wie übrigens alle Bilder dieser Seite mit einem Mobiltelefon) …

… und die 1928 teilweise abgestürzte aber danach stabilisierte Kirche von Højerup von der Seite, von unten – und über den gut gefüllten Parkplatz hinweg.

Die Zukunftspläne der Region für mehrere Stellen entlang der Klippe verkünden inzwischen Info-Tafeln allerorten – und dem Vernehmen nach soll die Finanzierung tatsächlich stehen. Während in Højerup nur geringe Veränderungen geplant sind …

… steht dem 1978 aufgegeben Kalksteinbruch Boesdal Großes ins Haus: Ab Ende 2020 soll hier ein großes Besucherzentrum gebaut werden! Hier liegt die Fischton-Schicht mehrere Meter unter dem Meeresspiegel, und nur der Danium-Kalkstein ist – dafür um so schöner – aufgeschlossen, inklusive des reichlich vorhandenen Feuersteins, der auch für das Ende des Abbaus gesorgt hatte. Es wird aber erwogen, bis in die K/Pg-Schicht zu hinab zu bauen, um den Fischton direkt greifbar zu machen.

An den zwei Leuchttürmen – Stevns Fyr – liegt er zwar über dem Meeresspiegel, ist aber derzeit unerreichbar: Auch das soll sich durch die Konstruktion einer Treppe an der Klippe ändern.

Eine weitere Stelle, wo die entscheidende Schicht – mit gewisser Mühe – zu sehen ist, liegt übrigens ganz im Süden der Klippen beim Fischerdorf Rødvig.

Und was schon jetzt auffällt: Mehrere gesichtete Info-Tafeln zur Bedeutung des kosmischen Impakts für das Massensterben verweisen stets auf den zeitgleichen starken Vulkanismus in Indien als zumindest einen Co-Faktor. Mehr und größere Bilder gibt es hier – und noch fünf besonders umfangreiche Quellen:

NACHTRAG: Auch im zwei Tage später besuchten Geomuseum Faxe – mit dem Stevs-Klint-‚Anfänger‘ beginnen sollten – wird der indische Vulkanismus prägnant dargestellt, sogar größer als der Impakt und ihm von der Rolle beim Massensterben ebenbürtig (zahlreiche Bilder in diesem Album, auch von den vielen gezeigten Fossilien von vorher & nachher). Und es gibt ein Stück Fischton im Original und geologischen Kontext zu sehen sowie diesen am Aufschluss Højerup erläutert:

Allgemeines Live-Blog vom 20. bis 26. Juli 2019

20. Juli 2019

26. Juli

Der gelungene Start des nächsten Cargo Dragon vor einer halben Stunde: ein paar Screenshots aus dem SpaceX-Webcast bis zum Entfalten der Solarzellen, auch der Start aus NASA-Sicht (andere Kameras als bei SpaceX), ein Foto davon und die Landung der ersten Stufe am Cape, die bereits zum 3. (!) Mal benutzt wurde. Auch der erste Start-Erfolg einer privaten chinesischen Rakete (mehr und mehr), eine neue Missionsphase von TESS, Bahnkorrekturen von SpektrRG und Chandrayaan 2 (mehr Updates), der Ausfall einer Van Allen Probe – und wie JunoCam den Großen Roten Fleck sah, beim Perijovium 21. [0:30 MESZ] Fotos vom Start der Falcon mit dem Dragon (mehr und mehr) und der Landung der 1. Stufe (mehr und mehr). [1:35 MESZ] Mehr Fotos hier, hier und hier, ein NASA Release und Artikel hier, hier und hier. [23:00 MESZ – Ende]


24. Juli

Hier entfaltet sich gestern das Sonnensegel des LightSail 2

über Mexiko – das Manöver ist gelungen, wie rasch in der Telemetrie und heute auch in Bildern und Videos erkennbar wurde: Das Segel spürt bereits den Strahlungsdruck der Sonne und wird ihn zur Anhebung der Bahn nutzen. Leider kann es sie nicht zirkularisieren, und der Luftwiderstand im Perigäum dürfte das LightSail 2 binnen eines Jahres zum Absturz bringen. Ist halt auch wieder nur ein Technologie-Demonstrator: Updates immer hier – und hier alle Bilder. Derweil steht der Start des nächsten Crew Dragon heute Nacht wegen schlechten Wetters auf der Kippe. Und mit Chris Kraft ist – mit 95 – der erste Flug-Direktor der NASA gestorben: einige Bilder und Nachrufe hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [22:45 MESZ. NACHTRAG: Wie erwartet, hat das Wetter den Dragon-Start verhindert. Nächster Versuch: 26. Juli, 0:01 MESZ]


22. Juli

Ein Hubble-Bild der Spiralgalaxie NGC 2985 – auch die Galaxie NGC 1156 mit viel Sternentstehung, 18 Jahre Röntgenhimmel von XMM-Newton und der Satellit SpektrRG am Himmel, von russischen Astronomen und einem Amateur verfolgt. Sowie die bevorstehende Entfaltung des LightSail-2 morgen und der Start des nächsten Cargo Dragon übermorgen, eine Ariane-Verschiebung wegen Vega – und der Wiedereintritt von Tiangong-2 selbst gefilmt.

Der Start von Chandrayaan-2 aus dem Missions-Fotoalbum der ISRO – in dem auch die 7500 Zuschauer ausgiebig vorkommen – und weitere Artikel hier (es bleibt bei der Landung am 6. September), hier, hier, hier, hier, hier und hier. [15:45 MESZ] Und hier (von einem Augenzeugen), hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [19:30 MESZ. NACHTRÄGE: und hier (über wahrscheinliche Beobachtungen von Venting am Himmel), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie Video von Bord und die Mission aus Sicht einer Tracking-Station in Canberra]

Der nächste Start-Versuch von Indiens Chandrayaan-2 zum Mond ist in einer Stunde (11:13 MESZ): Live-Übertragungen sind u.a. hier, hier, hier, hier und hier angekündigt, Updates hat’s hier, hier und hier, jede Menge Links gab’s schon vor einer Woche, und weitere Artikel sind hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [10:15 MESZ] Jede Menge Webcasts aus Indien – leider kaum einer mit korrekter Aspect Ratio … [11:00 MESZ]

Der Start – hier von Hand entzerrt – hat pünktlich stattgefunden, und der Flug verläuft nach Plan: Die kryogene Oberstufe hat gezündet und läuft einwandfrei! [11:20 MESZ] Und sie hat fertig: Jubel im Kontrollraum. [11:30 MESZ] Chandrayaan 2 hat sich nach dem Aussetzen gemeldet: Die Bahn ist 6000 km höher als vorgesehen, aber das geht klar – man ließ die Oberstufe komplett ausbrennen, damit Chandrayaan selbst später weniger Sprit braucht. [11:35 MESZ] Erste Artikel hier, hier und hier. [11:50 MESZ] Und hier, hier, hier, hier und hier sowie ein ISRO Release: Der nach dem Start erreichte Orbit der Oberstufe und ihrer Nutzlast ist etwa 140 x 45’000 km – und so geht’s weiter bis September. [15:10 MESZ]


21. Juli

Soyuz MS-13 nach 6 Stunden und 19½ Minuten an der ISS

Auf der schnellen Route hat die neue Besatzung ihr Ziel um 0:48 MESZ erreicht (Video-Clips davor hier und hier) – die Luke soll um 2:50 MESZ geöffnet werden. Und Stunden später ist das 50. Jubiläum des ersten Betretens des Mondes: eine weitere bearbeitete Version der TV-Übertragung. Während die mysteriösen Bänder davon (schon scankonvertiert) 1.8 Mio.$ erbracht haben. [1:15 MESZ. NACHTRAG: weitere Artikel zu dieser und anderen Apollo-Auktionen hier, hier, hier und hier] Die Luke ist offen – und irdische Fotos der ISS und der Soyuz dicht nebeneinander in hoher Auflösung, auch ein Video davon, und vorher als parallele Strichspuren. Derweil steht die nächste NASA-„Live“-Sendung zu Apollo an, diesmal zur EVA. [3:05 MESZ] Ein ESA Release, ein paar Fotos vom Anflug und ein Artikel zum Soyuz-Flug. [19:10 MESZ. NACHTRAG: Fotos rund um den Start]


20. Juli

Perfekter Start der Soyuz mit schönen Live-Bildern von außen inklusive der finalen Stufen-Trennung (unten; auch ein Replay der ESA-Übertragung und weitere Fotos aus Baikonur und ein Artikel): Das Andocken ist für 0:50 MESZ geplant. [19:15 MESZ] Ein weiterer Artikel und mehr Visuals hier und hier. [21:00 MESZ] Und hier – sowie ein ISS-Überflug über Bochum zum Ende des Mondfests dort und derselbe über Stuttgart, wohl mit der Soyuz. [23:50 MESZ]

Ein Tag voller Weltraum-Aktivitäten nimmt seinen Lauf …

Die Crew von Soyuz MS-13 beim Verlassen des Kosmonauten-Hotels und auf dem Weg zur Startrampe in Baikonur. Zu sehen gibt’s den Start um 18:28:21 MESZ nicht nur auf den ‚üblichen Kanälen‘ aus Russland, den USA und Europa sondern auch als ‚Zugabe‘ eines Vortrags von Alexander Gerst in Berlin, der ab 17:00 MESZ hier gestreamt wird. Den ganzen Tag gibt es vielerorts Apollo-bezogene Veranstaltungen wie Tabellen hier und hier zu entnehmen ist, etwa in Bochum. Und die Ereignisse rund um die Mondlandung werden ab 22:00 MESZ auf diesem NASA-Kanal genau 50 Jahre danach quasi nachgespielt. [13:00 MESZ] Bilder von den Bochumer Feierlichkeiten rund um das Planetarium. [15:25 MESZ. NACHTRAG: ein weiteres Album und Artikel hier und hier darüber]

Der arme deutsche Maulwurf auf dem Mars ist inzwischen freigelegt worden, womit die Rettungsarbeiten in eine neue Phase getreten sind: ein JPL Release und Artikel hier und früher hier (aber es fällt auf, dass es schon mehrere Wochen keine Updates mehr gab).

Der Marsrover Curiosity am 31. Mai von der HiRISE-Kamera des MRO aufgenommen. Auch Staubsturm-Beobachtungen durch den Mars Express – und vier Satelliten aus Berkeley, die Mars und Erde erforschen könnten.

Das erste MASCOT-Bild von der Oberfläche des Asteroiden Ryugu überhaupt ist 10 Monate (!) nach der Operation dank eines Papers eines anderen Experiments an Bord in die Öffentlichkeit gelangt – der Rest bleibt geheim, wohl ein Minus-Rekord des planetaren Outreachs. Auch Stereobilder des Asteroiden von Hayabusa 2 – und warum die zweite Probenentnahme das Risiko wert war.

So weit ist Yutu II bereits auf der Mondrückseite gefahren – ein Blick zurück auf Chang’e-4: auch ein Panorama und Press Releases aus China und von der ESA und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zu Chang’e-4 und was danach kommt. Während Chandrayaan 2 einen neuen Starttermin hat (22. Juli, 11:13 MESZ): Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Die Erde im Ultravioletten, aufgenommen vom Satelliten GOLD – bisher gab es solche Bilder nur von einer Kamera auf Apollo 16. Auch eine wieder verschwundene Insel, ein Ausfall von DSCOVR und der Beginn des ICARUS-Experiments auf der ISS (weitere Pressemitteilungen hier und hier und Artikel hier und hier). [1:00 MESZ]

Eine totale Sonnenfinsternis für die Crew von Apollo 11

hatte es gestern vor 50 Jahren im Anflug auf den Mond gegeben, der natürlich vom Winkel her schon viel größer als die Sonne erschien: Die Korona ist daher nur auf einer Seite des Mondes zu sehen. Dies ist noch die beste einer ganzen Reihe von Fotos (andere Versionen hier und hier), und es hatte einige Diskussion über die Aufnahme-Technik gegeben (von 071:34 bis :43). Sechs Stunden später waren die Astronauten dann noch – dem Vernehmen nach aufgrund eines Alarms deutscher Amateurastronomen – einem angeblichen Transient Lunar Phenomenon im Krater Aristarchus nachgegangen (von 076:57:07 bis 077:19:19), was auch in diesem Paper (Seite 2) und Artikeln hier und hier erwähnt wird.

Heute um 18:28 MESZ soll die nächste Soyuz zur ISS starten, mit dabei zum zweiten Mal Luca Parmitano (rechts) für die ESA: auch frühere Postings hier, hier und hier und Artikel hier und hier. Zuvor waren Soyuz MS-11 gelandet (mehr), weitere CubeSats ausgesetzt und Gerst ein Ehren-Dr. verliehen worden, und es werden mit ASIM Terrestrial Gamma-ray Flashes erforscht. Am 24. Juli folgt der nächste Dragon mit Fracht zur ISS. Die ist nun wieder die einzige Raumstation im Erdorbit, denn gestern ist Tiangong-2 planmäßig versenkt worden: ein Video von Bord (!) und weitere Artikel hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier] und vorher hier, hier, hier, hier und hier.

Ein Test des Orion-Abbruch-Systems am 2. Juli: auch ein Video vom Boden, Fotos hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier und hier. Derweil ist die Explosion des Crew Dragon beim Abbruch-Test verstanden worden – es war ein Ventil-Versagen: Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. Ein Crew-Flug noch 2019 ist jedenfalls immer unwahrscheinlicher geworden.

Die Tests mit dem „Starhopper“ von SpaceX sind wieder aufgenommen worden, wobei es gleich ein beachtliches Feuer gab. In den Weltraum gestartet sind letztens eine Ariane, eine Soyuz und gleich noch eine (ein Video) und eine Electron – während Launcher One einen Drop-Test durchführte (und Virgin Galactic an die Börse möchte). Und Europa eine Art Falcon 9 haben will, während die Atlas und Delta ein Oberstufen-Problem haben. Auch das Projekt RETro Propulsion Assisted Landing Technologies (RETALT) von DLR und 5 Unternehmen. [1:00 MESZ]

Das Segel des LightSail 2 soll am 23.7. aufgespannt werden

Denn es waren vor dem entscheidenden Moment noch einige Gesundheitschecks nötig (früher und noch früher) – hier schon mal ein Bild von Mexiko der Kamera an Bord, Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier, der Start auf Film aufgenommen und ein Video aus der Nutzlast-Verkleidung der Falcon. Das Entfalten soll live übertragen werden. Auch ein großes Manöver von Gaia, Daten von TESS in MAST, eine Falcon für IXPE (Artikel hier, hier und hier), Science Ops für WFIRST, eine erfolgreiche Senior Review der Astronomie-Missionen der NASA, ein neuer Betriebsmodus für die Voyagers, Argumente für NEOCam und wie man Planeten kartiert. [1:00 MESZ]

Galileo-Navsats nach Totalausfall des Systems zurück

Inzwischen zeigt die Constellation Information für die meisten Galileo-Satelliten wieder „usable“ an, allerdings mit „potential instability“: Nach einem mehrtägigen vollständigen Ausfall der europäischen GPS-Alternative ist der seit 2016 deklarierte „Initial Service“ wieder vorhanden, bei dem der Nutzer auch Satelliten anderer Systeme beachten soll. Erst wenn eine „voll-operative Dienstleistungs-Phase“ beginnt, soll Galileo zuverlässig für sich allein stehen: ein GSA Release (früher und noch früher), eine PM des DLR, ein Advisory und Artikel hier, hier, hier (früher), hier, hier, hier, hier, hier (früher) und hier.

Die Bahnentwicklung der Starlink-Satelliten seit ihrem Start (Höhe in km): Von den 60 wird einer aktiv versenkt, zwei sind vermutlich tot und sinken langsam aus der Bahnhöhe der Aussetzung, und vier hängen auf mittleren Höhen, entweder ebenfalls kaputt oder aber in Reserve gehalten. Dass (mindestens) 5 Prozent der Satelliten verloren gingen, gibt SpaceX selbst zu: Artikel hier und hier. Und weitere Gedanken zu möglichen Funk-Störungen sowie zur Beeinträchtigung des Himmels – mit Parallelen zum Uralt-Projekt West Ford. Und das wurde aus dem Raumschrott nach Indiens ASAT-Experiment. [1:00 MESZ]

Der 25 Meter große Hauptspiegel des Giant Magellan Telescope unterwegs in Tucson – während die Situation um das 30-m-TMT leider angespannt bleibt (mehr und mehr). Auch der Jupiter am 14. Juli und was sich da entwickelt, mal wieder ein potentieller Einschlag abgesagt dank abwesender virtueller Impaktoren – und die Natur des Tunguska-Impaktors. [1:00 MESZ]

Apollo 11: die TV-Bilder, die (fast) niemand sah

18. Juli 2019

Vor 50 Jahren und zwei Tagen begann die Mission Apollo 11 (die damalige Live-Sendung von CBS, mit dem Lift-Off bei 3:27 … und dem ersten und ziemlich kuriosen Commercial danach bei 3:45), und in zwei Tagen jähren sich die Landung und dann der Ausstieg in der Nacht 20./21. Juli 1969. Wie bereits im Zusammenhang mit der neuen Kino-Doku „Apollo 11“ erwähnt, waren an Kameras für bewegte Bilder nur zwei 16-mm-Filmkameras, eine Schwarzweiß-TV-Kamera mit nur 10 Bildern pro Sekunde („slow scan“) für ein Live-Bild von der Mondoberfläche und eine Farb-TV-Kamera an Bord, für deren Benutzung die Telemetrie-Bandbreite aber nur unterwegs zum Mond ausreichte (das gesammelte Film-Material mehrerer Kameras).

In der Landefähre Eagle waren nur eine der 16-mm-Kameras (die die Landung aus einem Fenster – auch parallel mit einem DTM vom LRO geschnitten – und dann im Zeitraffer die EVA) und die schwarzweiße Videokamera, die ohne Unterbrechung übertrug: Diesem Videomaterial kommt daher eine überragende historische Bedeutung zu. Und dabei gibt es ein Problem: Weil die 10 Bilder pro Sekunde und auch geringere Zeilenzahl nicht mit dem amerikanischen Fernseh-Standard kompatibel waren, musste das Signal per Scan-Konvertierung umgewandelt werden – und das wurde durch Aufnahme von Slow-Scan-Monitoren mit TV-Kameras „gelöst“.

Es ist dieses konvertierte Material, das die Basis aller existierenden Aufzeichnungen der Apollo-11-EVA bildet wie dieser von der NASA restaurierten Fassung. Mit heutiger Technik wäre es kein Problem, aus den Original-Slow-Scan-Videos das Beste heraus zu holen – doch trotz aufwändiger Suche war nicht ein einziges Original-Magnetband auffindbar, der Wert dieses Materials für zukünftige Generationen war schlicht nicht erkannt worden. Zwar behauptet die NASA heute (auch im Zusammenhang mit zur Auktion stehenden angeblich einmaligen Videobändern; Artikel hier, hier und hier), es sei doch alles lückenlos in Form der konvertierten Videos im Archiv.

Doch wieviel bei der Scan-Konvertierung and Dynamik und Detail verloren ging, wird erst deutlich, wenn man das bekannte Video mit den wenigen Fragmenten der Original-Übertragung vergleicht, die es gibt – zwar keine Sekunde Original-Slow-Scan-Signal, aber Fotos und diesen Super-8-Film, die von Slow-Scan-Monitoren abfotografiert oder -gefilmt wurden. Wie auf umfangreichen australischen Webseiten dokumentiert, gab es derer mehrere: an der Honeysuckle Creek Tracking Station bei Canberra (der kuriose Name geht auf Geißblattgewächse zurück), in einem Fernsehzentrum in Sydney (Foto unten), wo außer deren Signalen – bereits konvertiert – auch das direkte Slow-Scan-Signal des Radioteleskops von Parkes einlief, und an der NASA-Bodenstation im kalifornischen Goldstone.

Die drei Honeysuckle-Fotos ganz oben zeigen Slow-Scan-Screenshots aus Honeysuckle Creek mit Armstrong neben der Eagle in den Minuten nach seinem Ausstieg (wobei die Zeitangaben z.T. inkorrekt sind, wie der Vergleich mit dem durchlaufenden NASA-Video und dem super-detaillierten Apollo 11 Lunar Surface Journal – auch eine deutsche Version – erkennen lässt), das Parkes/Sydney-Foto darunter später Armstrong und Aldrin zusammen, von denen es kein gemeinsames Foto auf dem Mond gibt. Rund um den TV-Aspekt der Apollo 11-EVA (für deren globales TV-Erlebnis erst Goldstone, dann – in Australien früher als im Rest der West – Honeysuckle und ab etwa Minute 9 bis zum Schluss Parkes sorgten) Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und sogar ein Comic. Und aus der Flut des Apollo-11-Materials im Web auch noch interessant:

Das komplette Sonderheft von LIFE und Artikel aus dem „New Yorker“ von damals, Sonderseiten z.B. von der NASA, dem DLR, dem NASM, den Zeitschriften Air & Space und Astronomy, dem DLF und der Österreichischen Mediathek, Press Releases von NASA, IAU, ESA, MPG (3 Stück), JPL, Univ. of AZ, U. Mich., OSU, UMD, UCSB, DLR (auch eine Art Dia-Schau), FU Berlin und Uni Bern, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und von einer Serie des DLF die Missions-Tage null, eins, zwei, drei und vier. NACHTRÄGE: und fünf, sechs, sieben, acht und neun, weitere Pressemitteilungen von der ESA in Englisch, Deutsch und Spanisch, der NSF, Harvard und ANU, ein Google Doodle, ein Posting von Schott, ein Essay von Michael Collins, ein Video-Clip über Honeysuckle Creek, ein 2½-Stunden-NASA-Event, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein Podcast.