Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Allgemeines Live-Blog ab dem 11. November

11. November 2019

21. November

Ein möglicher starker spitzer Meteorschauer Freitag früh

könnte am 22. November gegen 5:50 MEZ von den Alpha-Monocerotiden verursacht werden, die zuweilen für scharfe Ausbrüche der Zenitstundenrate sorgen: zuletzt 1995 auf einen auf eine ganze Stunde hochgerechneten Wert um ZHR_effektiv = 400, wobei auch das obige Komposit-Bild entstand (aber 1985 wurden rund 700 und 1925 und 1935 über 1000 Meteore pro Stunde erreicht, bezogen jeweils auf einen einzelnen visuellen Beobachter unter hypothetischen Idealbedingungen). Dies war immerhin der erste – und korrekt – vorhergesagte Ausbruch, weshalb die Prognose für 2019 [alt.] durchaus ernst zu nehmen ist. Gerechnet wird mit einem knapp 15 Minuten langen Maximum der „AMOs“ und der gesamten Aktivität in nur 40 Minuten: Beobachtet werden sollte ab etwa 5:00 MEZ, und die ZHR_effektiv könnte zwischen ein paar 100 und über 1000 liegen. Da allerdings der Radiant etwas südlich von Procyon ziemlich tief am Himmel stehen bzw. schon die Dämmerung einsetzen wird, sind auch während des absoluten Maximums statt der theoretischen vielleicht 7-10 Meteore pro Minute nur ein paar zu erwarten, zudem noch statistisch verteilt, mit auch mal einer ganzen meteorlosen Minute: Ein Sturm-Gefühl wie bei den Leoniden vor zwei Jahrzehnten dürfte da schwerlich aufkommen. Dafür regnet es aber schon reichlich Artikel, etwa hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [3:20 MEZ]


19. November

Wenn der Schwarm der neuen Starlink-Satelliten einem 4-Meter-Teleskop begegnet, das gerade mit CCD-Mosaik-Kamera eine Himmelsdurchmusterung durchführt, dann sieht das so aus: auch ein Weitwinkel-Zeitraffer, Reaktionen hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, frühere Artikel hier und hier, die Landung ihrer Falcon – und ein mysteriöses Manöver eines früheren Starlink, der einem anderen sehr nahe kam. Ferner ein chinesischer Start mit geheiner deutscher Fracht (weitere Artikel hier und hier, Updates und weiter führende Tweets hier, hier, hier, hier und hier), die hohe Startrate Chinas, ein Statement von Boeing zum IG-Report (Kurzfassung) – und eine erfolgreiche Fernsteuerung eines Erdrovers von der ISS aus.

Die erste globale geologische Karte des Saturn-Monds Titan ist fertig geworden – auch die berühmte orografische Wolke auf dem Mars, der schrumpfende Asteroid Ryugu in Gesichtsfeld von Hayabusa 2 während der Abreise, mögliche chinesische Langzeit-Pläne mit den Mond oder auch nicht, angebliche Antworten zum Vikram-Crash, das 200-millionste AIA-Bild des SDO, die Erklärung eines Suborbital-Versagers – und der erfolgreiche Start der Rakete Texus 56 u.a. mit mal wieder einem Experiment zur frühen Planetenbildung.

Heute früh vor 50 Jahren, um 7:54 MEZ, landete das Lunar Module LM-6, Rufzeichen „Intrepid“, der Mission Apollo 12 auf dem Mond, und um 12:32 MEZ sowie 4:54 MEZ am nächsten Tag begannen die beiden EVAs von Pete Conrad und Alan Bean von jeweils knapp vier Stunden Dauer, bevor noch am 20. die Rückreise begann: hier drei auswählte Bilder aus den 6×6-Archiven hier, hier und hier. Richtig knackige Aufnahmen sind erstaunlich rar, dafür verblüffend viele von z.T. krassen Lensflares verziert: Stand die Sonne tiefer als zuvor geübt? Auch NASA-Stories zur Mission bis zur Landung Nr. eins, zwei und drei, ein Univ. AZ Release zur Landestelle, eine australische Seite zum Funkverkehr, ein Artikel über die entspannte Mission und noch mehr Bild-Selektionen hier, hier und hier. [1:25 MEZ] Die Ausstiege von Conrad und Bean nach der Landung, die Bestätigung der Identität des deutschen China-Kunden – und Ryugu verlässt das Gesichtsfeld von Hayabusa 2. [14:35 MEZ] Artikel zu Starlink als Himmels-Störer hier, hier und hier sowie zum orbitalen Risiko – und ein LRO-basierter Videoclip zur Landestelle von, hier und hier Artikel über und hier, hier, hier und hier weitere Threads zu Apollo 12. [22:55 MEZ]


17. November

Bilder bis 12/2018 zurück: Borisov wurde bei > 8 au aktiv

Eine intensive Suche nach Pre-Discovery-Aufnahmen des interstellaren Kometen (oben eine weitgehend kaum prozessierte Hubble-Aufnahme von gestern) war über frühere derartige Funde hinaus erfolgreich: Auf Archiv-Bildern der Zwicky Transient Facility ist er bereits im Dezember 2018 in ~7.8 au Sonnenabstand nachweisbar, wenn man viele stackt, während er im November in ~8.6 au unsichtbar blieb. Damit hat seine Aktivität rund 8 au von der Sonne entfernt eingesetzt: Die Autoren tippen auf sublimierendes CO oder CO2 als Antrieb, aber ein anderes Paper tippt auf große Wassereis-Teilchen, die der Kern schon in > 10 au Abstand absonderte und die zu sublimieren begannen (und die jetzt noch in der Koma zu sehen seien). Auch eine coole Bahngrafik, ein Thread, ein Artikel und ein neuer Borisov, diesmal aus dem eigenen Sonnensystem. So wie ein paar Meteore von Komet 289P/Blanpain, im IMO-Realtime-Viewer vielleicht die Andeutung erhöhter Leoniden-Aktivität und ein vermeintlicher Sonnenfleck des 25. Zyklus, der aber keiner war und gleich wieder weg. Die EHT-Bilder von Sgr A* werden nun vor Sommer 2020 erwartet (auch ein Paper und ein Arikel über die Rolle von ALMA beim M87-Bild und dessen öffentliche Inszenierung und Wirkung), die Heimkehr von Tombaughs Blinkkomparator an den Einsatzort in Flagstaff, was aus Yerkes noch werden könnte, 10 Jahre 1. Dark Sky Park des UK (und ein langer Artikel zu Lichtverschmutzung) – und ein Grundsatzpapier zur Wissenschaftskommunikation des BMBF: dazu auch eine PM, ein Interview und Reaktionen hier, hier, hier und hier. [22:30 MEZ]


15. November

Ein besonders psychedelischer Jupiter von der JunoCam in Bearbeitung von Seán Doran und diesem Blogger; auch dieser kann sich sehen lassen. Ferner weitere Verwirrung über Spurengase in der Marsatmosphäre und Spekulationen über aktuelles Leben daselbst, Mond-Topografie von Chandrayaan 2 mit TMC 2 und eine angebliche Mission Chandrayaan 3 (auch im Print, ein weiterer Artikel und Zweifel, die Crash-Stelle von Longjiang-2 mit dem LRO [NACHTRAG: mehr dazu], 60 Jahre Messungen des Earth Radiation Budgets aus dem Orbit, neue Anwendungen der Erdbeobachtung und Mond-Beobachtung mit U2 zwecks Satelliten-Eichung. Sowie zwei chinesische Starts binnen drei Stunden: zuerst eine Kuaizhou 1a (Visuals und mehr), dann eine Langer Marsch 6 (mehr und mehr), ein sehr kritischer Bericht des Inspector General der NASA (Tweets hier und hier und Artikel hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]), ein Static Fire der Fluchtraketen eines Crew Dragon diesmal ohne erkennbare Zwischenfälle (Artikel hier, hier, hier und hier), neue Forschung zu Plasmakristallen und in 1/2 Stunde ein Live-Talk über das Instrument OCO 3 auf der ISS – und eine Galerie mit detailreichen Bildern der ISS von Amateuren.

Die erste EVA zur Reparatur des Kühlsystems des Alpha Magnetic Spectrometer (AMS-02) auf der ISS – das neueste Paper über seine Messungen an kosmischen Helium-Isotopen – von Luca Parmitano und Andrew Morgan soll heute gegen 13:05 MEZ beginnen: ein Thread, ein kurzes Video, Live-Übertragungen hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [3:25 MEZ] Die laufende EVA in Updates und einem Thread. [14:30 MEZ] Der AMS Debris Shield ist weg geworfen worden: Stills hier und hier. [15:35 MEZ] Die drei Handgriffe für kommende EVAs sind installiert – und diese ist schon 90 Minuten „zu schnell“. [16:45 MEZ] Und wieder wurde ein Teil über Bord geworfen. [17:25 MEZ] Weil diesmal alles so schnell ging, müssen die nächsten AMS-EVAs stark umgeplant werden. [18:00 MEZ] Und die Klappe ist zu! Im ESA-Webcast hoffen sie nach der problemlosen und rasanten Arbeit – die Teile der nächsten EVA vorweg nahm – bereits, dass das AMS-02 schneller als gedacht wieder in Betrieb genommen werden kann. [19:20 MEZ] Und die Statistik zu dieser EVA. [19:30 MEZ] Beide Spacewalker haben die Luftschleuse verlassen. Auch ein Video-Clip, eine NASA-Blog-Notiz zur EVA, der komplette ESA-Webcast – nur bis Klappe zu aber mit viel AMS-Science in den ersten Stunden; AMS PI Ting 2:10-40 – und ein Artikel. [20:05 MEZ. NACHTRAG: auch hier, hier, hier in einer Serie Postings, hier und hier]


13. November

Mehrere Satelliten verfolgten den Merkur-Durchgang im UV

Neben dem Solar Dynamics Observatory (mit mehreren Kameras bei vielen Wellenlängen) haben auch der Wettersatellit GOES-R und der gerade 10 Jahre alt gewordene ESA-Satellit Proba-2 (oben eine Animation) den Transit jeweils im Extrem-UV verfolgt. Umgekehrt gibt es von der Erde Bilder der Sonne mit Merkur und Hubble und (beinahe) mit Merkur und Falcon 9. Und weitere Berichte und Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein kurioses Video, Bildersammlungen und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und TV-Berichte aus Hawaii und, nun ja, Deutschland.

Ein großes Feuerkugel-Ereignis in der Nacht 11./12. November über dem Mittleren Westen der USA ist von zahlreichen Videokameras aufgezeichnet worden: Das obige Video zeigt einige Highlights, weitere Clips gibt es hier, hier und hier und Artikel hier, hier und hier. Und gleich noch eine Feuerkugel, aus Okinawa. [0:25 MEZ] Jetzt gibt es auch eine NASA-Analyse der obigen Feuerkugel auf der Basis diverser Daten: Der Impaktor war demnach rund 40 cm groß und hatte knapp 100 kg Masse. [15:55 MEZ]

Der Merkurtransit mit dem Swedish Solar Telescope auf La Palma aufgenommen, vor der Granulation der Sonnenoberfläche bei 400 nm im Kontinuum, mit weiterer Verarbeitung durch diesen Blogger – auch Impressionen vom Big Bear Lake in Kalifornien, dem Kitt Peak in Arizona, dem Planetarium von Medellin und einem Hügel bei Wien sowie eine weitere Sammlung und ein Scherzchen. [20:45 MEZ. NACHTRÄGE: Berichte und Bildstrecken nochmals vom Big Bear Solar Observatory, von der Open University, von eVscope-Betatestern, aus La Palma und Kanada und Paris und der Rhön und Cambridgeshire und von der Amateur Astronomers Association aus New York, ein gutes H-Alpha-Bild eine schöne Montage und wie der Merkur-Transit 2016 zur Bestimmung der au verwendet wurde (Paper endlich open access) – und eine hohe ausgesetzte Belohnung für den ersten Meteoriten von der obigen Feuerkugel]


12. November

So sieht die Parker Solar Probe ihren Himmel mit WISPR

Hier ein stark prozessiertes Bild des Wide-field Imager for Parker Solar Probe vom 6. April; die Daten der ersten beiden Sonnen-Besuche sind seit heute öffentlich: auch eine kleine WISPR-Animation, ein CfA Release und eine NASA-Blog-Notiz. Weiterhin wird Hayabusa 2 Ryugu morgen verlassen, mit zwei Bodenproben zurück zur Erde (weitere Artikel hier und hier und die Folien von einer PK auf Japanisch). Das zweite von New Horizons besuchte KBO 2014 MU69 heißt jetzt Arrokoth (letzte Seite; auch JHU APL und NASA Releases, Bilder einer Geheim-Zeremonie hier und hier, wie man „Arrokoth“ aussprechen soll und Artikel hier und hier). Und ein Video-Clip über Rosettas Vermächtnis, mysteriöse Atmosphären-Messungen durch Curiosity auf dem Mars – und eine Verbesserung neuer Wind-Daten von Aeolus. [22:35 MEZ. NACHTRAG: interessante Amateur-Verarbeitung der WISPR-Bilder – und ein Orden. Und Hayabusa 2 hat Ryugu mit 9.2 cm/s verlassen, wie einem JAXA Release (kürzere englische Fassung) und diesem Thread zu entnehmen ist – und dem Strom von Abschiedsbildern, hier das erste nach dem Manöver. NACHTRAG 2: die PK-Slides englisch, ein älterer PR aus Australien, ein Ryugu in Stereo, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und der Zeitplan für OSIRIS-REx bei Bennu sowie ein NASA-Videoclip und eine berechtigte Frage zur Taufe von 2014 MU69]


11. November

Das war der Merkurtransit: 10 Bogensekunden Faszination

Oben eine Aufnahme der Klostersternwarte Münsterschwarzach von Christoph Gerhard um 14:40 MEZ, in der Mitte eine Szene der erfolgreichen öffentlichen Beobachtung in Bochum am Planetarium (unter den Bildern vom 3-Stunden-Event überraschend viele Handy-Schnappschüsse durch’s Okular, die klar den Merkur zeigen) und unten ein Bild des SDO-Satelliten: auch weitere seiner Bilder und Animationen hier, hier, hier und hier. Und aus zahlreichen Ländern Animationen hier und hier, weitere aufgezeichnete Streams hier und hier, Videoclips hier, hier, hier und hier, Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Serien und Sammlungen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier. [23:45 MEZ. NACHTRAG: SDO-Animationen kombiniert]

Und die nächsten 60 Starlink-Satelliten sind im Orbit in 280 x 300 km Höhe, wobei dieses Bild vom Aussetzen nach dem pünktlichen Start zu belegen scheint, dass angeblich geplante Maßnahmen zur Verringerung der Helligkeit bisher nicht umgesetzt wurden: auch Start-Fotos hier und hier, Videoclips vom Start (alt. und frühe und spätere Stills), dem Abwurf der Fairings, der Landung der 1. Stufe (zum 4. Mal; alt. und Stills) und dem Aussetzen der Satelliten sowie Artikel hier und hier. [17:35 MEZ] Und hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie weitere Start-Fotos und Videos vom Start, dem De-Orbit-Burn über Österreich und der frischen Starlink-Kette über Spanien. [20:30 MEZ] Mehr Start-Fotos hier, hier und hier. [21:10 MEZ. NACHTRÄGE: Die Satelliten-Kette in Videoclips hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, in Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, per Radar, gemalt (!) und visuell beschrieben hier und hier sowie ein weiteres Video des Deorbit-Burns, wo man die Dinger findet und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Letzter Merkur-Transit für 13 Jahre bis zur Mitte sichtbar

Während der letzte Durchgang des Merkur vor der Sonnenscheibe vor 3 1/2 Jahren – übrigens das kürzeste Intervall zwischen zweien in diesem Jahrhundert – in Deutschland komplett zu sehen war, wird die Sonne diesmal kurz nach der Mitte untergehen. Auch ist das Planetenscheibchen mit 10″ noch etwas kleiner als damals (12″) – aber andererseits ist es der zentralste Durchgang des Jahrhunderts: Ein Blick lohnt sich, wofür mindestens ein Fernglas benötigt wird. Durch das man natürlich nicht direkt hindurch schaut, wenn kein nachgewiesen geeigneter Filter sicher davor montiert ist: Die einfachste Methode ist Projektion auf ein weißes Blatt im Schatten, wie die Erfahrung von 2016 gezeigt hat. So entstand freihändig das Bild in der Mitte; diesmal gibt’s allerdings nicht einen Sonnenfleck: mehr Lektionen von damals hier und hier, weitere Bilder von 2016 hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, angekündigte Webcasts oder heiße Bilder vom SDO, aus München, Italien, South Carolina, Arizona, Kalifornien und Neuseeland, allgemeine Webseiten zum Transit hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Ankündigungen öffentlicher Beobachtungen hier, hier, hier (Diskussion) und hier, ein Online-Rechner, eine interaktive Karte, Transits von Merkur und ISS gleichzeitig nur in Südamerika, zumindest der Versuch, mit dem Transit die Astronomische Einheit abzuschätzen, Press Releases von SDO (früher), RAS, Williams College und DLR, werbende Tweets hier, hier und hier, Videos hier, hier und hier, ein Live-Blog und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (mit Tweets dieses Bloggers), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (wie der Text entstand), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [1:45 MEZ] Und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein Thread aus afrikanischer Sicht – und noch mehr Webcasts werden hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie in dieser Liste angekündigt. [11:35 MEZ] Die besten Bilder liefert derzeit dieser Webcast aus La Palma – und trotz dichter Wolken ist der Merkur auch (schemenhaft aber eindeutig) vom Bochumer Planetarium aus zu sehen, in einem Refraktor mit Herschelkeil und ohne weiteren Filter: ganz schön klein … [14:55 MEZ] Die Sicht wurde bis 15:30 MEZ immer besser, und der Merkur war am Ende sehr deutlich im Refraktor und auch einem H-Alpha-Teleskop zu sehen. Inzwischen hat es sich wieder zugezogen – aber auf dem Live-Bild aus La Palma sieht man den Merkur praktisch in der Sonnenmitte. [16:20 MEZ] Ein paar Bilder-Funde im Internet hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [17:30 MEZ]

Berlin bei Nacht aus der ISS vor 3 Jahren aufgenommen – West und Ost lassen sich an unterschiedlichem Straßenlicht unterscheiden. Auch eine Erklärung des Fallschirm-Versagens beim Starline-Abort-Test (mehr, mehr und mehr und die Fallschirm-Problematik generell), heute um 15:56 MEZ der Start einer Falcon 9 mit den nächsten 60 Starlinks (ein Webcast, Updates hier und hier, die Sperr-Zone und Artikel hier und hier zum Start und hier, hier, hier und hier zur Starlink-Problematik) und wie es zum Totalausfall des Galileo-Systems kam. Sowie ein NASA-Instrument für ARIEL der ESA, marginale Fortschritte bei InSight – und die NASA dementiert die 2 Mrd.$ nicht, die jeder SLS-Start kosten dürfte. [1:10 MEZ. NACHTRÄGE: mehr zum Starlink-Start und zu ARIEL]

Asteroid Sylvia wurde von vielen „Sehnen“ durchschnitten

bei der Sternbedeckung am 29. Oktober: Das Profil aus dem Verschwinden des Sterns an verschiedenen Orten ist nochmals deutlich genauer geworden, nachdem weitere Beobachtungen für die Gesamtauswertung eingegangen sind. Auch durch (3200) Phaeton schneiden inzwischen schon drei Sehnen. Ferner die Prognose eines Ausbruch der Alpha-Monocerotiden am Morgen des 22. November, der Impaktkrater Gosses Bluff aus dem Orbit, der Uranus am 6. November und das erste Int’l Dark Sky Reserve in Australien. Sowie endlich eine Bestätigung durch die Univ. of Chicago, dass es mit dem Yerkes Observatory weiter geht (auch Artikel hier, hier und hier), Gravitationswellen-Ereignisse vorgestern (mehr und mehr) und gerade eben (ein ungewöhnlicher Fall: mehr und mehr; ein weiterer Alarm war nix gewesen) – und ein Ballon-Test der SwRI Solar Instrument Pointing Platform (SSIPP). [0:55 MEZ. NACHTRAG: ein weiterer Thread zum seltsamen Gravitationswellen-Kandidaten … NACHTRAG 2: … der doch keiner war, die Trauer ist groß]

Facetten von der 38. Bochumer Herbsttagung

9. November 2019

Sie fiel auf durch den großen schwarzen Pudel eines Referenten, der in einem Kinderwagen immer wieder einmal heraus und wieder hinein gefahren wurde, die nahezu komplette Abwesenheit von Frauen (neben zweien mit Vereins-Posten waren nur ca. drei weitere im ganz gut gefüllten Hörsaal der Uni zu sehen) – und das gewohnte Spektrum an durchweg hochkarätigen Vorträgen aus vielen Bereichen der aktuellen Amateurastronomie: die 38. Ausgabe [alt.] der BoHeTa.

Da war z.B. der Vortrag von Sighard Schraebler, einem der Zufallsbeobacher des Impakts auf dem Mond während der MoFi im Januar, der das größte Amateurteleskop eingesetzt hatte und damit in diesem Paper Erwähnung fand.

Bernd Gährken berichtete über Erfahrungen mit NightSpace-Fotografie, inklusive Messungen der Polarisation der Aufhellung auch dunklen Wüsten-Himmels zwischen den Sternen (ohne einleuchtende Erklärung), Wolfgang Bischoff über präzise Farbfotos des Mondes, und Rolf Hempel stellte seinen Planetary System Stacker vor.

Udo Backhaus berichtete von langjährigem Bemühen, die Parallaxe von Barnards Pfeilstern zu messen: Aus Daten allein der MONET-Teleskope kamen zunächst erfreuliche 0.56 (Literatur: 0.55) Bogensekunden heraus, aber nach der Hinzunahme von späteren LCGOT-Daten verdüsterte sich das Bild aus mysteriöse Weise (was aber für diesen Blogger nach einem Astrometrie-Problem klingt).

Der 2. Reiff-Preis ging an die Sternwarte Fulda – die damit ein Projekt zur Messung der Aberration des Sternlichts fortführen wird, auf das sie durch einen Artikel dieses Bloggers in astronomie – das magazin Nr. 1 aufmerksam geworden war, der über dieses Paper berichtet und zum Mitmachen aufgefordert hatte. Der 1. ging an ein Gymnasium in Südtirol, das – dort eine Seltenheit – Deutsche und Italiener zusammen bringt.

Im Reiff-Vortrag machte Dietrich Baade von der ESO eloquent Werbung für Be-Sterne, zu deren Erforschung auch Amateurastronomen beitragen können, wenn sie über ordentliche Spektrografen verfügen.

Erst Pollmann berichtete mit Begeisterung über (auch) Amateurbeobachtungen der gerade zuende gegangenen Bedeckung des Partners von VV Cephei (Objekt Nr. 9), aus denen ein überaus komplexes Modell des Betragens des ersteren gewonnen werden konnte.

Peter Köchling startete kabarettreif im Duktus von Heinz Strunk, um Fehler bei der Bildebnung aufzuspießen, bevor er im Detail erklärte, wie man’s richtig macht.

Peter Slansky ging auf den kuriosen Perseiden von 2018 mit mutmaßlich großräumigen Leuchteffekten ein, den auch Gährken beobachtet hatte, und die Mondfinsternis diesen Januar – bei der sich der Mond im Blauen um 16 und im Roten um 14, im Nah-IR (bis 1.1 µm) aber nur um 10 Blendenstufen verdunkelte, „echt krass“. Und Kai Wicker verstärkt den H-Alpha-Anteil von Deep-Sky-Aufnahmen durch Kombination eng- und breitbandig gefilterter Aufnahmen, wobei der Farbeindruck aber erhalten bleibt. Allerdings sind dafür oft Gesamt-Belichtungszeiten von über 30 Stunden und bei Jones-Emberson 1 sogar 45 Stunden erforderlich … Na ja, bis zur nächsten BoHeTa ist ja auch noch Zeit: wahrscheinlich am 31. Oktober 2020.

Allgemeines Live-Blog vom 30. 10. – 7. 11. 2019

30. Oktober 2019

7. November

So sieht der Exoplaneten-Jäger TESS – 29 Entdeckungen, 1000+ Kandidaten – den Himmel: ein Mosaik aus Bildern des ersten Betriebs-Jahres. Auch Russlands Millimetron-Pläne mit Frankreich, 10 Jahre Sonnen-Satellit Proba 2 im Einsatz, ein virtuelles Instrument für das SDO und der Bau des Solar Orbiter zeitgerafft. Ferner was Voyager 2 am Rande zum ISM sieht (mehr und mehr, eins der Papers und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier), die Bilder der JunoCam vom 23. Perijovium in Fan-Verarbeiting hier, hier und hier, ein Modell von Juice, wie es MINERVA II2 bei Ryugu und den anderen Landern erging, eine FAQ von NASA und DLR zum Status des Maulwurfs HP3, der ein Opfer mangelnden Wissens über die Physik des Marsbodens wurde, ein Paper über Hot oxygen and carbon escape from the martian atmosphere, die bisherige Reise des Mond-Rückseiten-Rovers Yutu 2 und der LRO 10 Jahre im Orbit um den Mond. Und „Surface Biology and Geology“ der NASA, wie kleine Privat-Satelliten die Erde beobachten, zwei Cygnusse gleichzeitig unter Kontrolle, Kosten von 2 Mrd.$ pro SLS-Start (oder eigentlich 4 Mrd.$, Entwicklung inklusive), eine US-Senats-Initiative zur Verlängerung des ISS-Betriebs bis 2030 (mehr und mehr) – und heute Orts- bzw. morgen deutscher Zeit vor 50 Jahren startete der erste deutsche Satellit Azur! [19:00 MEZ – Ende. NACHTRAG: ein langer Artikel dazu]


6. November

Heute vor 100 Jahren: Was Eddington & Co. gefunden hatten

Auf einem gemeinsamen Meeting der Royal Society und der Royal Astronomical Society in London wurden am 6. November 1919 die Ergebnisse der beiden Expeditionen zur Sonnenfinsternis am 29. Mai bekannt gegeben, bei der die Lichtablenkung am Sonnenrand gemessen werden sollte: der erste neue Test der gerade vier Jahre jungen Allgemeinen Relativitätstheorie. Darüber gibt es einen detaillierten zeitgenössischen Bericht, Erwähnungen in zwei Briefen an Einstein von de Sitter und Eddington, eine historische Einordnung (Seite 16), einen Thread und Artikel hier, hier und hier über den an diesem Tag begründeten Weltruhm Einsteins. Auch eine Art Deklaration [alt.] über eine Rettung des Yerkes Observatory mit unklarem Status, zum Anschluss der fränkischen Simon-Marius-Feierlichkeiten nun auch eine englische Ausgabe der gefeierten Monografie, deren deutsche Kapitel hier verlinkt sind, und zu der Himmelsscheibe von Nebra eine reichlich spekulative Pressemitteilung, die hier und hier aufgegriffen wird. Ferner gibt’s die erste Gravitationswelle vom Run O3b (mehr, mehr und mehr plus ein Stachelschwein), eine detaillierte Datenpolitik für das LSST, von dem z.B. Unmengen Asteroiden erwartet werden, Unterstützung von LOFAR durch den Supercomputer JUWELS im Forschungszentrum Jülich, einen Vortrag über Key Inventions Behind the Modern Telescope, ein Town Hall Webinar Update on the Decadal Survey on Astronomy and Astrophysics und von einer laufenden Tagung über Exoplaneten jede Menge Vorträge live & archiviert. Und schließlich Artikel zu Lichtverschmutzung hier, hier und hier und der Komet C/2017 T2 (PANSTARRS) vorgestern (auch sein Orbit am ganzen Himmel) und 260P/McNaught am 23. Oktober. [23:45 MEZ]


5. November

Ein Test des Astronauten-Rettungssystems des Starliner von Boeing gestern … mit gemischtem Ergebnis: Die Kapsel ist nach dem Mini-Ausflug zwar weich gelandet, aber nur mit zwei der drei Fallschirme, was Stoff für jede Menge Meinungen z.B. hier, hier, hier, hier und hier liefert – auch Boeing sah sich genötigt, einem Jubel-Press Release noch ein weiteres Statement folgen zu lassen. Auch ein komplettes Video der Aktion (Ausschnitte hier, hier und hier und Screenshots hier, hier und hier), zwei Fotos, ein NASA Release und Blog-Stories davor und danach, ein Boeing-Feature und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und die Atlas V für den echten Flug des Starliner bereits „on Stand“ sowie die laufenden Fallschirm-Tests des Crew Dragon: eine Präzisierung und Artikel hier und hier.

Die Ankunft des neuesten Cygnus ebenfalls gestern: ein Video-Clip (früher und Screenshots), spätere Astronauten-Fotos hier und hier, eine NASA-Blog-Story (früher) und Artikel hier, hier und hier. Auch chinesische Starts eines Navigations-Satelliten (mehr, mehr und mehr und Visuals hier und hier) und des Erdbeobachters Gaofen-7 (der Orbit, Artikel hier, hier, hier und hier und Visuals hier und hier) – und frühestens am 11.11. der nächste Start einer Falcon 9 mit dem nächsten Schwung Starlink-Satelliten, wobei gerade derartige Mega-Konstellationen auf der World Radio Conference diskutiert werden. [17:30 MEZ] Ein Static Fire der Falcon war gut, der Start zielt damit auf den 11.11. – und der Cygnus wird entlanden, der u.a. ein Wein-Experiment an Bord hat … [21:45 MEZ] Bei pünktlichem Start der Falcon könnten die neuen Starlinks noch am 11.11. zu sehen sein, danach schlechter. [22:10 MEZ]


3. November

Neue Daten, alter Schluss: Interstellar-Borisov ganz normal

Nach den Molekülen CN und C2 (wobei letzteres von weiteren Beobachtungen nicht bestätigt wird) ist im Spektrum des interstellaren Kometen 2I/Borisov nun auch verbotene Emission des Sauerstoff-Atoms [OI] bei 630 nm nachgewiesen worden, das wahrscheinlich aus dem Wasser-Molekül entsteht: Damit ergibt sich ein für Kometen des Sonnensystems nicht ungewöhnliches CN/H2O-Verhältnis von ~1/2%. Und eine Wasser-aktive Fläche auf dem Kometenkern von ~1.7 km²: Je nach seinem weiterhin umstrittenen Durchmesser (zwischen wenigen 100 m und 3 km) sind zwischen 1 und 150% seiner Oberfläche aktiv, in letzterem Fall spräche man von Hyper-Aktivität. Ein weiteres dickes Borisov-Paper präsentiert derweil Pre-Discovery-Beobachtungen von Borisov mit der Zwicky Transient Facility (oben und ganz links in der Lichtkurve unten), die auf damals noch von CO getriebene Aktivität hindeuten (blau in der Grafik), denn damals war es noch zu kalt für HO-Sublimation (orange Kurve). Und die Grafik in der Mitte zeigt, dass die Farbe Borisovs (g-r vs. r-z) nicht sonderlich aus dem Rahmen fällt. Weitere neue Papers wittern alte cm-große Teilchen in der Koma auf dem Hubble-Bild, betonen die Schwierigkeit der Beobachtung von Sternbedeckungen durch den Kern und stellen Parallelen zu 8 Kometen aus unserer Oort-Wolke mit ähnlicher Periheldistanz und guten Daten fest; auch Bilder von gestern, vorgestern (mehr) und dem 30. und 26. Oktober sowie Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Sowie Komet 260P gestern, der Uranus am 21. Oktober, eine Visualisierung der sonnennächsten Sterne [NACHTRAG: alles Material dazu in GitHub zur freien Verfügung] – und ein neues Zooniverse-Citizen-Science-Projekt zur Klassifizierung von Stern-Lichtkurven der ESO-Durchmusterung VVV. [21:30 MEZ. NACHTRÄGE: In diesem Borisov-MPEC von heute – mit viel neuer Astrometrie, die die Bahn weiter verbessert hat, die hier über Jahrhunderte geplottet ist – taucht auch eine ZTF-Sichtung vom Dezember 2018 auf. Und im CBET #4691 wird ein marginaler Nachweis des OH-Radikals mit dem Nancay-Radioteleskop gemeldet]


2. November

Hier wartet eine Antares mit dem nächsten Cygnus für die ISS in Wallops unter der gestrigen Mondsichel – das 5-minütige Startfenster beginnt heute um 14:59 MEZ: weitere Bilder hier und hier, Infos zur Nutzlast hier, hier (zur EVA-Reparatur vom AMS-02) und hier und Artikel hier, hier und hier. Auch die Abreise des jüngsten HTV gestern (früher, Bilder hier und hier und Artikel hier und hier), der kommende Abort-Test des Starliner von Boeing (mehr und mehr) und die entsprechenden Probleme des Dragon, die Rückkehr der Langer Marsch 5 inklusive Chang’e-5 zum Mond, Beobachtungen von von Argon 40 daselbst durch Indiens Chandrayaan-2, 25 Jahre Satellit Wind im Einsatz, das NASA-Budget des Senats – und mal wieder Indiens ASAT-Müll weiter im Orbit. [2:15 MEZ]

Der Solar Orbiter ist am KSC ist am KSC gelandet [NACHTRAG: Fotos hier und hier und ein Artikel], Indien will’s mit der Mondlandung noch mal versuchen – und der Cygnus wartet auf der Antares von Northrop Grumman auf den Start um 14:59 MEZ: Die Sonne ist aufgegangen, und die Wetter-Chancen sind 100%. [13:55 MEZ] Der Webcast hat begonnen. [14:35 MEZ] Was alles an Bord ist. [14:40 MEZ] Der Start ist pünktlich erfolgt (weitere Screencaps) – und die 2. Stufe brennt schon. [15:05 MEZ] Und Cygnus ist im Orbit ausgesetzt! [15:10 MEZ]

Das erste NASA-Foto des Starts: Die lebenden Fotografen hatten Gegenlicht; bessere Bilder dürfte es von automatischen Kameras geben – die aber erst eingesammelt werden müssen. [15:20 MEZ] Fotos anderer hier und hier sowie aus der Ferne, ein Tele-Video der Rampe, allerlei Screencaps aus dem Webcast und Artikel hier und hier. [15:35 MEZ] Und hier sowie ein Video aus Distanz, eine NASA-Blog-Story und weitere Fotos von nah und ganz fern. [16:30 MEZ] Fotos mit der Sonne im ‚Rücken‘ / von automatischen Kameras hier, hier, hier, hier und hier, ein weiteres im Gegenlicht, ein besserer Amateurfilm und weitere Artikel hier und hier. [18:35 MEZ] Was im Orbit ist, ein NASA Release und eine Blog-Story und mehr Bilder hier und hier. [20:40 MEZ] Und hier, hier, hier und hier sowie weitere ferne Amateurfilme hier und hier und ein Thales Release. [23:45 MEZ. NACHTRÄGE: Videos aus der Nähe hier, hier und hier und aus der Ferne, mehr Fotos hier, hier und hier und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier – und das HTV ist verglüht (ein JAXA Release dazu), während der Cygnus Montagfrüh ankommt]


1. November

So viele Sehnen schneiden bereits durch (87) Sylvia

Die Liste erfolgreicher Beobachtungen der Sternbedeckung durch den Asteroiden und seine beiden Monde (siehe vorgestern) wird immer länger: Hier sind die positiven ‚chords‘ auf ein 3D-Modell des zu 277±2 x 230±4 km groß bestimmten Körpers geplottet, während in dieser Grafik auch Bedeckungen durch die beiden Monde gezeigt werden. Nach gegenwärtiger Datenlage ist Romulus mindestens 22.3 und Remus mindestens 11.5 km groß. Von den derzeit sichtbaren Kometen Bilder von 260P und C/2018 N2 vom 30. und C/2017 T2 vom 27./28. Oktober sowie mal wieder ein LTP-Projekt, ein Paar Sonnenflecken vom neuen Zyklus 25 und die Nova Scuti 2019. Außerdem der Auftrag zum Bau der Struktur des GMT u.a. an eine Tochter von OHB in Mainz: noch mehr Press Releases hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und verspätet hier aus Italien], die Baustelle in Chile und Artikel hier und hier – und das Projekt hat diesem Blog gestern mitgeteilt: „Yes, the current timeline for the GMT expects first light in 2029.“ Damit dürfte das GMT mit seinen 24.5 Metern nie das größte optische Teleskop werden, denn das ELT mit 39 m soll – wie der ESO-Chef im September sagte – Ende 2025 sein. Weiterhin ein neues 1-m-Teleskop in Texas (vom LCO), der Haus-Coyote von LIGO-WA (alle drei Gravitationswellen-Detektoren laufen seit heute wieder für den Run O3b), eine Neu-Organisation der US-Sternwarten und Streit in den Niederlanden … [23:30 MEZ]


31. Oktober

Ein Hubble-Bild der Spiralgalaxie NGC 1706 – auch von Arp-Madore 2026-424 sowie ein Spitzer-Bild eines O-Sterns mit Umgebung aus dieser Arbeit. Ferner die Rolle des DESY beim israelischen UltraSat, der unglückliche eROSITA-Vorgänger ABRIXAS und vielleicht doch noch der Satellit NEOCam. Sowie die Frage, ob der Erfolg von InSight von HP3 abhängt [NACHTRAG: der zumindest stabil im Loch hängt], das Ende des Aufenthalts von Hayabusa 2 an Ryugu, weitere Anaglyphen-Bilder möglicher Landeplätze von OSIRIS-REx auf Bennu hier, hier und hier, ein deutscher Prototyp für ein Europa-Uboot, weitere Pläne Chinas für Forschungssatelliten, wie die ESA Wissenschaft bis 2050 denkt, ein Pluto-Orbiter unter den 10 Ideen, die im Vorfeld des nächsten NASA-10-Jahr-Plans untersucht werden, der Mini-Satellit HARP und die Identifikation mysteriöser Satelliten. Und der nächste Cygnus zur ISS, die kommenden Abort-Tests beider Commercial-Crew-Projekte, große Töne von SpaceX und einem Verehrer aber Kritik an den Mega-Konstellationen wie den Starlinks, was vor STS-51L gesprochen wurde – und ein suborbitaler Fehlstart. [17:00 MEZ]


30. Oktober

Sternbedeckung durch Sylvia an mehreren Orten gesehen!

Die große Beobachtungskampagne heute Nacht war ein Erfolg: oben die erste publizierte Lichtkurve, von Pierre-Michel Bergé, Jean Christophe Lachurie, Frédéric Pailler und Pascal André in Belesta en Lauragais in Frankreich mit einem 30-cm-Spiegel, für den der Stern mehr als 20 Sekunden verschwand. Und mehrere andere berichten von Bedeckungen von 1 Sekunde bis 22 Sekunden Länge, so dass etliche ‚Sehnen‘ durch den Asteroiden Nr. 87 geschnitten wurden – und vielleicht auch eine durch Mond Remus. Auch die Arecibo-Analyse von Asteroid 2019 OK, die superschmale Mondsichel vorgestern, das neue Instrument DESI auf dem Kitt Peak (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) – und das Projekt Straßen-Spektren in Spanien. [2:15 MEZ] Christian Weber in Berlin war auch wieder erfolgreich: 20 Sekunden saubere Bedeckung! [2:45 MEZ] Weitere Erfolge im Bereich 10 bis 15 Sekunden sind bekannt. Und in Biesental im Landkreis Barnim in Brandenburg bedeckte erst Romulus den Stern für 0.6 und später Sylvia für 19.5 Sekunden, während es in La Bastide des Jourdans in Frankreich zu einer 0.3-Sekunden-Bedeckung vermutlich durch Remus kam! [14:15 MEZ] Eine andere Beobachtung von Remus. Die Sammlung aller Beobachtungen füllt sich mit reichlich Erfolgen – und die Gestalt von Sylvia wird bereits grob erkennbar. [21:30 MESZ. NACHTRÄGE: Das Bild Sylvias wird immer besser, das die Sehnen formen – und eine tolle Lichtkurve mit Romulus und Sylvia aus Berlin]

Es steht 2 zu 1 für eine Hubblekonstante um 74

29. Oktober 2019

km/s/Mpc, wenn man die drei wichtigsten und in sich stabilsten – und gänzlich voneinander unabhängigen – Methoden zur Bestimmung der Expansionsgeschwindigkeit des Universums nach Lage aktueller Papers vergleicht, von denen gerade dieses Jahr mehrere wichtige erschienen sind. Die Planck-Kollaboration kommt aus den Eigenschaften der kosmischen Mikrowellen-Hintergrundstrahlung (unter Annahme der Standard-, also ΛCDM-Kosmologie) in ihrem jüngsten Paper von Mitte 2018 auf H0 = 67.4±0.5 km/s/Mpc, was sich – bis auf einen halbierten angegebenen Fehlerbalken – kein Bisschen vom ersten Ergebnis fünf Jahre früher unterscheidet, mit dem die ‚tension‘ zu fast allen anderen Methoden zur H0-Bestimmung ihren Anfang nahm, die heute allerdings signifikanter denn je geworden ist, weil zwar die Zahlen aller Beteiligten inetwa gleich geblieben, die Fehlerbalken aber überall geschrumpft sind.

Denn zwei andere Techniken, die oft als „lokal“ bezeichnet werden, auch wenn sie auf Messungen in Galaxien in bis zu einigen Milliarden Lichtjahren Entfernung basieren, und die besonders gut abgesichert sind, liefern konsistent Hubble-Konstanten von etwa 72 bis 76, mit ebenfalls immer kleineren statistischen wie (so hofft man) systematischen Fehlerangaben. Der Klassiker ist die kosmologische Entfernungsleiter, bei der Supernovae in fernen Galaxien als Standardkerzen verwendet werden, wobei die Galaxien-Entfernungen wiederum über andere Sterne bekannten Verhaltens, am liebsten Cepheiden, heraus kommen, deren Parameter wiederum tatsächlich lokal – in den Magellanschen Wolken etwa oder gar in der Milchstraße – geeicht werden. Hier wird als bestes Paper derzeit meist Riess et al. von Anfang 2019 zitiert, die auf H0 = 74.0±1.4 (genauer: 74.03±1.42) km/s/Mpc kommen. Was in jenem Rahmen liegt, den 20 Jahre früher das Hubble Space Telescope Key Project on the Extragalactic Distance Scale auf demselben Weg ermittelt hatte, H0 = 71±7 km/s/Mpc.

Und just dieses Jahr ist auch Methode Nr. 3 quasi erwachsen geworden, die zwar bereits 1964 erstmals vorgeschlagen wurde, für die aber erst jetzt die notwendigen guten Daten zur Verfügung stehen: Time-delay Cosmography. Dabei werden Gravitationslinsen beobachtet, bei denen die Quelle im Hintergrund, deren Bild von der Schwerkraft des Vordergrundobjekts verformt wird, zeitlich variabel ist. Ihr Licht erreicht uns auf verschieden langen Wegen aus etwas anderen Richtungen, und wenn man den zeitlichen Versatz der Lichtkurven dieser Bilder misst und die Massenverteilung der linsenden Vordergrund-Galaxie gut kennt, kommen – da die Lichtgeschwindigkeit bekannt ist – die Distanzen beider Beteiligten direkt heraus. Woraus sich dann über ihre gemessenen Rotverschiebungen abermals eine Hubblekonstante ergibt, die weder von Informationen über die Hintergrundstrahlung oder anderen Gesamt-kosmischen Strukturmessungene einerseits noch der ‚lokalen‘ Entfernungsleiter andererseits abhängt.

Die Time-delay Cosmography ist nun dieses Jahr in einen Genauigkeitsbereich vorgedrungen, der die anderen beiden Methoden einzuholen beginnt. Da ist zum einen das H0LiCOW-Projekt, das im Juli mit drei analysierten Linsen [alt.] auf 76±3 bzw. 77±3 km/s/Mpc gekommen ist, je nach Methodik bei der hochauflösenden Abbildung der Linsen-Galaxie (was jetzt zu diesem, diesem und diesem Press Release geführt hat, letzterer mit arg reißerischer Überschrift), und mit sogar sechs Linsen auf 73±2 km/s/Mpc – was nur noch ein Fehler von 2.4% ist und geradezu perfekt zu dem besten Supernova-Resultat passt. (Erlaubt man sich etwas exotischere Kosmologien, so ist das konservative Fazit dieser Arbeit übrigens H0 ~ 73 bis 78 km/s/Mpc.) Und eine andere Gruppe, STRlDES, ist mit einer einzelnen besonders guten Linse auf 74±3 km/s/Mpc gekommen, was hier gewürdigt wird.

Beide Gruppen sind sich einig, dass es eingehender Untersuchungen von etwa 40 Graviationslinsen bedarf, um den Fehler von H0 auf 1% zu drücken, was dann die ‚Spannung‘ zu Planck – die schon jetzt bei 5 Standardabweichungen liegt – endgültig etablieren würde, aber das ist keine Utopie mehr. Und die H0-Forschung macht auch anderswo gerade Fortschritte:

  • Eine alternative Verwendung von Gravitationslinsen mit Lichtlaufzeiten und mehr Geometrie, die dafür weniger kosmologischer Annahmen bedarf, kommt mit zwei starken Linsen auf 82±8 km/s/Mpc, was angesichts des 10%-Fehlers derzeit nur generell in Richtung eines hohen H0 weist.

  • Statt Cepheiden lassen sich auch Mira-Sterne für die untere Stufe der kosmologischen Leiter-Methode verwenden, was aber mühsam ist (laaange Perioden, besser im Infraroten) – doch es gibt nun eine Entfernungsbestimmung von NGC 1599 mit 115 Mirasternen, und weil es in dieser Galaxie auch eine Supernova des Typs Ia gab, kommt via Leiter ein H0 = 73±4 km/s/Mpc heraus, was hier bewundert wird.

  • Wichtig ist auch eine Neuberechnung der Entfernung von NGC 4258 über Wasser-Maser in Bewegung, eine direkte geometrische Technik unter Umgehung der Entfernungsleiter, weshalb sich viele Arbeiten zur Hubblekonstanten hier ‚bedienen‘: 7.6±0.1 Mpc. Und daraus folgt über Cepheiden-Eichung und Supernovae ein H0 = 72±2 bzw. zusammen mit weiteren Informationen 73.5±1.4 km/s/Mpc.

Und zu erwähnen ist schließlich noch diese Analyse zahlloser Supernovae, die ausschließen kann, dass ‚lokale‘ Hohlräume und große Strömungsbewegungen von Galaxien ein zu großes H0 vortäuschen: Die bald 7 Jahre alte ‚tension‘ zwischen zwischen H0 aus der Urknall-Reststrahlung und zig anderen Methoden will nicht weichen – und das intensive Nachdenken über Erweiterungen der ΛCDM-Kosmologie, die alles unter einen Hut bringen könnten, ist mehr als gerechtfertigt. NACHTRAG: Das sagt auch dieser Artikel, der leider die Linsen als 3. großen Test nicht kennt.

Allgemeines Live-Blog vom 18.-28. Oktober 2019

18. Oktober 2019

28. Oktober

Asteroid Hygiea verblüffend rund: Kandidat für Zwergplanet

Oben ein – stark prozessiertes (‚entfaltetes‘) – Bild des Asteroiden (10) Hygiea mit 20 Millibogensekunden Auflösung, das mit dem Instrument SPHERE erstellt wurde: Im Gegensatz zu Erwartungen einer zerbeulten Form mit einem dominanten Impaktkrater ist der 430-km-Körper ziemlich rund. Nach neuen Simulationen könnte sich der Körper nach dem großen Impakt eines rund 100 km großen anderen Asteroiden (von dem seine riesige ‚Familie‘ von ~7000 kleinen Asteroiden zeugt) in nahezu Kugelform wieder zusammengefügt haben, weil sich sein zertrümmertes Material zeitweise wie eine Flüssigkeit verhielt. Und das könnte ihn nach den IAU-Kriterien als Zwergplanet qualifizieren , wobei er kurioserweise in der großen Kandidaten-Tabelle fehlt: Die Annahme war, dass im Hauptgürtel nur die 950-m-Ceres massiv genug sei, um von selbst Kugelgestalt anzunehmen. Hygiea ist der viertgrößte Asteroid dort (unten SPHERE-Aufnahmen aller vier) und der einzige mit Ceres-ähnlicher Oberflächen-Zusammensetzung. Die Zahl der amtlichen Zwergplaneten ruht seit September 2008 bei fünf: Vor Hygiea ständen etwa 130 Bewerber aus o.g. Liste in der Schlange, alle im äußeren Sonnensystem, von denen allerdings noch keiner per direkter Abbildung seine Quasi-Kugelgestalt beweisen kann. Die doppelt logarithmische Grafik ordnet einige Planeten (blau), Zwergplaneten (gelb) und Asteroiden (weiß) nach mittlerem Radius in km (x-Achse) und der Asphärizität – so dargestellt ist Hygiea ein Schwesterchen von Ceres … [19:55 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: warum Hygiea die IAU-Definition doch nicht erfüllen dürfte (es könnte am Wörtchen „rigid“ scheitern), weitere Verarbeitungen der Rohbilder und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Ein farbiger Komet 260P/McNaught von den zwei (!) Kloster-Sternwarten Münsterschwarzach vom 22. Oktober gleichzeitig aufgenommen – die L-Information stammt vom bewährten 30-cm-Newton, RGB vom 18-cm-EDT-Refraktor der neuen Sternwarte. „Die RGB-Information ist alleine vom Refraktor“, so Pater Christoph: „Der hatte einen Reducer von 0,65 – ein Prototyp von der Astro-Optik-Manufaktur, und damit 1080 mm Brennweite. Die L-Information wurde aus den L-Aufnahmen des Newton (1123 mm Brennweite) und den L(aus RGB)-Aufnahmen des Refraktors gewonnen. Dadurch konnte ca. 0,7 mag mehr an Tiefe erreicht werden.“ Auch der Uranus am 22.10., der Saturn am 26.10. und eine ‚innere Uhr‘ der Sonne. Sowie ein kurioser Zwischenfall mit einer alten Nachführung über Gewichte, wie der Supercomputer Summit den SKA simulierte – und der erste Urban Night Sky Place (eine neue Kategorie der IDA), eine Dark-Sky-Konferenz in Neuseeland und wie künstliches Licht das Verhalten von Tieren stört. [2:10 MEZ]


27. Oktober

Drama auf dem Mars: „Mauswurf“ aus dem Boden gehüpft!

Es hatte alles so gut ausgesehen: Nach monatelangen vergeblichen Versuchen, den deutschen ‚Mars-Maulwurf‘ HP3 des NASA-Landers InSight in den Boden zu hämmern, schien das mit Hilfe von seitlichem Druck der Schaufel des Robotsarms endlich in die Wege geleitet zu sein – aber in den letzten Stunden angekommene Bilder der Arm-Kamera zeigen, wie HP3 plötzlich wieder an die Oberfläche kommt. Oben ein Bild von Sol 325 um 15:30 Uhr Ortszeit …

… und hier Aufnahmen von 12:28 und 12:48, die zeigen, wie schnell das gegangen ist. War es ein technisches Versagen der Hammer-Technik, ist der Marsboden derart widerspenstig, dass sie nie funktionieren konnte? Spekulationen in diesem Forum (bereits über mehr als eine Seite) in Deutsch und diesem Thread in Französisch – offizielle Stellungnahmen von DLR oder NASA gibt es so früh noch nicht. [11:45 MEZ] Eine längere Animation des Herauskommens, nachdem weitere Bilder eingetroffen sind. [13:15 MEZ] Und noch eine, mit Zeitmarken. [17:55 MEZ] Die NASA glaubt, dass unerwartete Eigenschaften des Marsbodens die Ursache des Problems sind – morgen soll es Details geben. [19:35 MEZ] Ein Artikel ohne Neuigkeiten, woher auch. [23:45 MEZ. NACHTRÄGE: im Missions-Blog ein Eintrag vom 28.10. und weitere Artikel hier, hier, hier und hier]


26. Oktober

Das meist-zitierte Paper von der ISS … stammt von AMS-02

In dem dicken Dokument „Benefits for Humanity“ zu überwiegend wissenschaftlichen Ergebnissen von Forschung auf der Raumstation findet sich auf den Seiten 39 bis 42 eine selten diskutierte Statistik: Welche wissenschaftlichen Arbeiten wurden am meisten in anderen zitiert (was bei allen Mängeln immer noch der Gold-Standard für Bedeutung ist)? Und auf Platz 1 liegt nicht etwa eine Arbeit zu Forschung unter Mikrogravitation (das sind die Plätze 2-4) sondern „First Result from the Alpha Magnetic Spectrometer on the International Space Station: Precision Measurement of the Positron Fraction in Primary Cosmic Rays of 0.5–350 GeV“ – dabei ist der gewaltige Teilchendetektor auf der Station, dem bald eine EVA angedeihen soll, durchaus umstritten gewesen. Und auf Platz 5 schon wieder Astronomie: „Discovery of the Onset of Rapid Accretion by a Dormant Massive Black Hole“ mit (u.a.) dem Röntgenteleskop MAXI auf dem Kibo-Modul! [NACHTRAG: die wirtschaftliche Bedeutung der ISS aus demselben Dokument.] Derweil hat das deutsche Hyperspektral-Instrument DESIS auf der ISS den Betrieb aufgenommen, es gab zeitweise Probleme mit der Küche, und der Kauf weiterer Soyuz-Sitze scheint unausweichlich: Updates zu den beiden Commercial-Crew-Programmen hat’s hier, hier, hier und hier.

Ein neues ‚Selfie‘ von Curiosity aus 57 Bildern mit der Kamera auf dem Arm – auch ein Update von gestern zum InSight-Maulwurf, der auch ohne den seitlichen Druck vom Arm langsam weiter in die Tiefe geht, und die ersten Daten vom Seismometer InSights. Sowie Chinas Mars- und Mond-Pläne 2020, das erneute Erwachen auf der Mondrückseite (mehr und mehr), der NASA-Mond-Rover VIPER für 2022 (mehr, mehr, mehr und mehr [NACHTRAG: und mehr]), ein Anaglyphen-Bild von Bennu, der beginnenden Bau von JUICE – und was New Horizons so treibt, wobei in dem Text der umstrittene inoffizielle Name von 2014 MU69 nicht mehr vorkommt: Gibt es womöglich bald einen richtigen?

Eine Hubble-Aufnahme der Galaxie IC 4653 – während das Missionsende des Spitzer Space Telescope immer näher rückt. Auch die Arbeit deutscher Radar-Satelliten, ein Sonnensegel-Problem eines Eutelsat, gemeinsame deutsch-schwedische Raketen-Entwicklung (aber die kuriose Forderung nach einem deutschen ‚Weltraumbahnhof‘ macht natürlich keinen Sinn), ein baldiger Lande-Test mit dem „Starship“ von SpaceX (sowie das Wesen von dessen Fans, große Sprüche über die Konkurrenten und die Starlink-Plage animiert mit ’nur‘ 12’000 Satelliten) und diverse Vereinbarungen Australiens mit u.a. Deutschland in Sachen Raumfahrt. Sowie der Börsengang von Virgin Galactic (mehr und mehr und frühere Artikel hier und hier), ein Raktenstart auf Wallops (Visuals hier, hier und hier) – und die Ballonfahrt von BEXUS 29 hat begonnen, zu u.a. Planeten-Entstehungs-Forschung, gefolgt von BEXUS 28. [2:15 MESZ. NACHTRAG: der erste Tag an der Börse von Virgin Galactic]


24. Oktober

Eine Sternbedeckung durch den Geminiden-Macher Phaeton

hat Christian Weber am 15. Oktober westlich von Berlin mit einem mobilen 10-Zoll-Newton aufzeichnen können: Die „conditions were not very good because of high thin clouds, strong dew and nearly full Moon, distance 41°“, schrieb er auf einer Mailingliste, aber ein 0.22-Sekunden-Drop der Helligkeit des 11.3-mag.-Sterns (blaue Kurve, gelb ein Vergleichsstern) um 5 mag. ist deutlich zu erkennen. Auch Upcoming Occultations by New Binary Asteroids für Europa am 25.10. und 8.11., das große Sylvia-Event mit zwei Monden am 29./30.10., mal wieder ein NEA im Anflug, der kaum der Rede wert ist und nur 12. Größe erreichen wird – und die Folien von jeder Menge Talks der International Meteor Conference diesen Monat (ein bildreicher Bericht eines Teilnehmers) sind über die Programm-Seite verlinkt.

Ein fundierter Kurzbeitrag des BR über Lichtverschmutzung, der insbesondere die Initiative „Paten der Nacht“ würdigt (während eine halbstündige Sendung desselben Senders nur temporär online ist) – auch wie in Arizona die Stadt Flagstaff Astronomen-freundlich auf LEDs wechselte, ein sehr bunter Amateur-Mond, der Jupiter vorgestern, ein Artikel über die AAVSO von 1939 (mit Hunde-Story als Zugabe) – und die Erdrotation hält an, jedenfalls ein wichtiger Info-Service darüber. Während die Himmelsscheibe von Nebra von Halle nach London reisen wird … und wieder zurück.

Die Linse L3 des Large Synoptic Survey Telescope ist in einem Cleanroom am SLAC angekommen – und von drei Linsen seiner Kamera ist sie mit ~1 m Durchmesser noch die kleinste … Auch der Long Wavelength Array im Owens Valley (eine Art Prototyp für FARSIDE auf dem Mond) – und große Probleme für die vielen Sternwarten in Chile wegen der Unruhen und des Ausnahmezustands: ein Rundschreiben der ESO (plus Mitteilungen hier und hier) und Tweets von Las Campanas (früher), Gemini Süd und Cerro Tololo (früher). [0:55 MESZ] Ein illustrierter Augenzeugen-Bericht aus einer betroffenen Stadt, Valparaiso. [19:30 MESZ. NACHTRAG: ein AURA Release und Hintergrund-Artikel hier, hier und hier]


22. Oktober

So sieht das deutsche Röntgenteleskop eROSITA auf Russlands SpektrRG die Große Magellansche Wolke: Dieses ‚First Light‘-Bild (das auch das große Gesichtsfeld relativ zum ESA-Satelliten XMM-Newton demonstriert) gehört mit u.a. auch einem Pulsar, einem Supernova-Überrest, einer Seyfert-Galaxie und zwei interagierenden Galaxienhaufen zu den ersten Resultaten, die heute bei einem kleinen Symposium in Garching vorgestellt wurden – kurz zuvor hatte SpektrRG den finalen Orbit am L2-Punkt erreicht. Die Inbetriebnahme von eROSITA dauerte wegen einiger Anomalien in der elektronischen Steuerung der Kameras länger als erwartet, aber die Probleme erwiesen sich als nicht kritisch: Man arbeitet weiter daran, aber in der Zwischenzeit kann das Programm normal fortgeführt werden. Das Teleskop ist nun in einer Phase der Kalibrierung und Überwachung, mit astronomische Beobachtungen, um das Instrument besser zu verstehen [NACHTRÄGE: noch mehr Resultate via Roskosmos, eine Lichtkurve der o.g. Galaxie, ein Vortrag bei AoT Bonn, zwei Video-Clips, ein IAC-Auftritt und eine PM des DLR und Artikel hier, hier, hier, hier und hier]. Auch ein Paper über TESS und Körper in unserem Sonnensystem – und Keplers Exoplaneten-Systeme sonifiziert, was beim Verständnis ihrer Entstehung helfen mag.

Junos 20. Perijovium animiert. Derweil ist InSights Mars-Maulwurf 28 cm tief in den Boden vorgedrungen (die auch in einem Logbuch-Eintrag vom 18.10. beschriebene Rettungs-Methode funktioniert wirklich), und es gibt neue Bilder von Indiens Marsorbiter MOM. Auch das Innenleben von Io, ein 48-Seiten-Dokument der NASA zu neuen Regeln bei der Planetary Protection [NACHTRAG: ein weiterer Artikel], die Voyagers am Rand des Sonnensystems, das Ende der Mission der Van Allen Probes, die USA-Reise des Solar Orbiter (Artikel hier, hier, hier und hier) und das Ozon-Loch diesmal extra klein. Sowie die Orbital-Familien von Satelliten, ein Katalog besonders weit entfernter, ein mysteriöser geostationärer Satellit aus China, das kommerzielle Raketen einführen will, ein USAF-Satellit auf Inspektions-Kurs, diverse Einsprüche gegen die Starlink-Schwemme [NACHTRAG: was SpaceX da plant], der Status des Starliner, das Ende von HDEV von der ISS, ein Auftritt von Samantha, neue Dokumente über Voskhod-1 – und in Washington, DC, läuft der 70. Int’l Astronautical Congress: ausgewählte Live-Übertragungen und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [15:45 MESZ. NACHTRAG: und hier, hier, hier und hier]

Und noch mehr Pretty Pictures aus der Weltraumforschung heute: vom Dual-Frequency Synthetic Aperture Radar (DF-SAR) auf Indiens neuem Mond-Orbiter Chandrayaan-2 liegen die ersten Resultate vor! Drei verschiedene Echo-Typen wurden hier R, G und B zugeordnet, so dass sowohl Ejekta-Felder von Kratern als auch deren Verwitterungsgrad erkennbar werden – und die ISRO betont, so etwa sei bei früheren Radaranlagen im Mondorbit nicht möglich gewesen, auch dem LRO nicht. Auch neue Erkenntnisse über einen Fund von Chang’e-4 auf der Rückseite. [18:05 MESZ. NACHTRAG: Der LRO hat den gecrashten Vikram auch am 14. Oktober nicht gesichtet] Und auch dieses Bild ist bemerkenswert: ein (Fan-)Mosaik des Olympus Mons aus drei Aufnahmen der kleinen Kamera VMC auf dem ollen Mars Express der ESA – die eigentlich nur an Bord war, um den Abflug des (gescheiterten) Landers Beagle 2 zu beobachten. [19:35 MESZ]


20. Oktober

Nach CN jetzt auch C2 im interstellaren Boris nachgewiesen

Nach dem Nachweis von CN in 2I/Borisov (Press Releases hier und hier und Artikel hier und hier) ist nun auch der Nachweis von C2 in der Koma gelungen: Das Verhältnis der Produktionsraten Q(C2)/Q(CN) von 0.5±0.1 würde Borisov im Sonnensystem als „abgereicherten“ Kometen einordnen, was für die Jupiter-Familie typisch wäre – aber die Bedeutung für einen Kometen aus einem anderen Sonnensystem ist natürlich offen. Weitere aktuelle Borisov-Papers behandeln die Geschwindigkeit seiner Staubteilchen (70 bis 90 m/s) und diverse andere Eigenschaften (z.B. dass der Kern wohl nur ein paar 100 m groß ist) – ein Press Release [alt.] und zahlreiche Artikel wie hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier beziehen sich dagegen auf ein altes Paper, dessen generelle Schlussfolgerung, dass sich Borisov nicht von Kometen des Sonnensystems unterscheidet, die neueren allerdings nicht verändert haben. Oben eine Hubble-Aufnahme von Borisov (weitere Press Releases hier, hier und hier, ein Video, Amateur-Bearbeitungen der Rohbilder hier und hier und Artikel hier und hier), und es gibt Bilder vom Boden vom 12., 10. und 4. Oktober, Papers über interstellare Objekte als Quelle langperiodischer Kometen, die möglichen Querverbindungen zwischen solchen Gästen und Bildern zirkumstellarer Scheiben von ALMA (ein Artikel dazu) und die Natur des ersten Besuchers ‚Oumuamua, der mal als eine Scheibe und mal als fraktales Staub-Aggregat betrachtet wird – und die Frage einer Reise zu einem solchen Objekt.

Der Komet 260P/McNaught am 11. Oktober von Pater Christoph mit dem 30-cm-Newton der Klostersternwarte Münsterschwarzach – quasi im Auftrag dieses Blogs – aufgenommen. Auch ein Bild von heute, wie mit dem eVscope eine Sternbedeckung durch den Trojaner Orus beobachtet wurde, einem Ziel für die NASA-Mission Lucy [NACHTRAG: die gerade die Critical Design Review geschafft hat] – und der Status und die Strategie der AAVSO: Die über 100 Jahre alte Gesellschaft für Veränderliche tagt gerade.

Ein großes Citizen-Science-Projekt u.a. zur systematischen Erfassung von Quellen der Lichtverschmutzung im Kontext von Satelliten-Beobachtungen ist am Wochenende in Jena ernsthaft gestartet: ein Artikel mit vielen Links in einem anderen Blog in den Einträgen vom 18. und 19. Oktober und viele Bilder, insbesondere auch von Folien – diesmal ist der Ansatz „Co-Design“, d.h. Bürgerforscher sind bereits in der Planungsphase involviert. Auch ein Artikel zu legalen Aspekten von Lichtverschmutzung, ein besonders absurdes Beispiel unter einer Brücke in Leiden, wie die NASA Nationalparks hilft, u.a. die Wirkung von Licht auf Wildtiere zu tracken, ein großer Plan für ein „Dark Sky Center“ in der Nähe der Großstadt Phoenix in Arizona, Neuseeland auf dem Weg zur ersten Dark Sky Nation – und vom Erfinder ein Buch über das ‚Zooniverse‘, das erste große Citizen-Science-Unternehmen in der Astronomie. [23:55 MESZ]


18. Oktober

Infrarotspektren verschiedener Punkte auf dem Mond vom Imaging IR Spectrometer (IIRS) auf Chandrayaan 2, das 800 nm bis 5.0 µm abdeckt – die Unterschiede hängen sowohl mit Differenzen in der Chemie wie unterschiedlicher Ver(weltraum)witterung zusammen. Auch die Suche des LRO nach Vikram, ein chinesisches Mond-Paper hinter einer amerikanischen Paywall von Chang’e-4, der nun schon 10 Mond-Tage auf der Mondrückseite durchhält, neue Bilder von HiRISE auf dem MRO von Curiosity und InSight, wo die neue Maulwurf-Methode offenbar funktioniert (mehr, mehr und mehr), ein erstes Bild von Chinas Mars-Lander 2020, gewisse Fortschritte beim Fallschirm-Problem des ExoMars-Landers 2020, neue Bennu-Nahaufnahmen hier und hier und ein verrückt entzerrtes Juno-Bild mit GRF. Sowie die 1-m-Bilder von Iceye zu kaufen, das Mikrowellen-Experiment für JPSS-2, die Top-Entdeckungen der Van-Allen Probes, der Starttermin für den Solar Orbiter von ESA & NASA (der 5.2.2020), alle Kameras von eROSITA in Betrieb – und der Flug von CHEOPS nach Französisch-Guyana, mit einem Co-Passagier an Bord. [1:00 MESZ]

Schon wieder eine große Feuerkugel über Mitteleuropa

Diesmal passierte es am 16. Oktober um 20:58 MESZ und wird außer in den Meldungen hinter der Karte von Beobachter-Verteilung und grob rekonstruierter Flugbahn auch in Artikeln hier (mehr) und hier erwähnt. Auch die Kometen Africano gestern und 260P am 29.9., ein Besuch im Meteor Crater, die neueste Ausgabe des Journal for Occultation Astronomy, ein Reiseführer zu dunklen Orten, eine Amateur-Messung der Polarisation des Nachthimmels am Cerro Paranal, die Daten-Verfügbarkeit der VISTA Magellanic Survey, die Astronomie in Argentinien, die La-Palma-Option für das TMT – und wie man mit LOFAR Kosmologie betreiben kann. [1:00 MESZ]

Da sitzt ein 16-Cubesat auf einer gerade abgetrennten Kickstage auf einem Live-Bild aus 433 km Höhe, aufgenommen von der Oberstufe einer Electron-Rakete, die in Neuseeland gestartet war: Es handelt sich um Palisade von Astro Digital. Die Live-Übertragung, daraus das Staging, der Fairing-Abwurf und besagte Kickstage im Abflug sowie Screenshots hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier; später will man mit der Bergung der Raketen beginnen. Ferner was nach Indiens ASAT-Test immer noch im Orbit ist, der Start des Zentralmoduls von Chinas Raumstation 2020, der Bau des Dream Chaser als künftigem ISS-Transporter, der Status der Commercial Crew bei Boeing und SpaceX, die erste EVA nur mit Frauen heute (mehr), ein neuer NASA-HSF-Chef (mehr), was die ESA von den Ministern will, kuriose BDI-Weltraum-Visionen und der XXXII Planetary Congress der ASE in Houston, von dem die Eröffnung und ein paar Sessions online sind. [1:00 MESZ. NACHTRÄGE: die „Berliner Weltraumerklärung“ und eine PM des BDI sowie erste Reaktionen – und zur all-female EVA eine NASA-Notiz, ein Gruppenbild und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Wenn die Uni Bochum bei der ISS anruft …

16. Oktober 2019

Eine Operation fast so komplex wie ein Raumflug: Gestern war der derzeitige ISS-Kommandant Luca Parmitano 20 Minuten lang mit Lehrern in drei europäischen Ländern verbunden, wobei die Übertragung über die ESA im ESTEC in den Niederlanden geschaltet wurde – dieser Live-Call war von der Bildungs-Abteilung der ESA organisiert worden, namentlich den drei European Space Education Resource Offices in Deutschland, Italien und den Niederlanden.

An den drei Schaupätzen – in Deutschland einem Hörsaal der Universität Bochum, wo ESERO Deutschland seine Basis hat – gab es vor dem Call umfangreiche Vor-Programme; dieser Blogger nahm an der Bochumer Veranstaltung teil.

Dito zwei Fernsehteams, Fotografen und der der Weltraum-Podcast Auf Distanz, der aber erst in einigen Monaten im Rahmen eines Programms über ESERO allgemein berichten wird.

Die Bochumer Veranstaltung – zahlreiche Fotos in diesem Album und andere Berichte hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier und hier] – beginnt mit Vorträgen über das ESERO-Konzept und die ISS, …

… und dann können die vier für Deutschland ausgesuchten Lehrerinnen und Lehrer sich und ihre Schul-Aktivitäten im MINT-Bereich vorstellen (einer hat bereits über seine Live-Call-Erfahrung berichtet).

Währenddessen eine – gefühlt recht lange – Schrecksekunde, als plötzlich der Feed vom ESTEC mit allen anderen Live-Bildern verschwunden ist und die erneute Einwahl in das gesicherte Konferenzsystem zuerst nicht gelingen will …

… aber dann ist das Signal wieder da, inklusive des Vorschau-Slides des NASA-Fernsehens in bekanntem Design, …

… und ESERO-Deutschland-Chef Andreas Rienow gibt letzte Anweisungen an das Publikum: Auf der Leinwand rechts erscheinen die vorher eingereichten und auch an Parmitano geschickten Fragen in deutscher Übersetzung.

Eigentlich sind es derer zwölf, je zwei aus Deutschland, Italien und Spanien und dann noch eine Runde – doch da die meisten Fragen eigentlich mehrere und ziemlich ausholend sind und auch Parmitano gerne ausgiebig antwörtet, sind schon nach der ersten Runde die 20 Minuten ISS-Zeit um, womit nur zwei der Lehrer in Bochum zu Wort gekommen sind. Aber am Ende herrschte doch große Zufriedenheit, dass nach tagelangen Vorarbeiten vor allem die technische Seite so tadellos funktioniert hatte:

Allgemeines Live-Blog vom 7. – 15. Oktober 2019

7. Oktober 2019

15. Oktober

Ein Hubble-Blick auf die Spiralgalaxie NGC 3717 fast genau von der Seite aber nicht exakt – auch ein HST-Bild des Krebsnebels mit Satelliten-Spur und eine Neu-Analyse der Daten von Planck ohne Überraschungen. Ferner neue Visuals von Chang’e-4, der Mars-Maulwurf wieder etwas tiefer, ein kommerzieller Smallsat zum Mars, New Horizons zurück blickend und das Ende von Jason 2. Sowie das erste Paper über ARISE auf der ISS, Experimente daselbst zu den Grenzen des Lebens und vielem mehr, eine besonders gute ISS-Amateur-Aufnahme, der Status des Starliner und der mögliche Kauf weiterer Soyuz-Sitze, die Apollo-11-Crew vor 50 Jahren in Bonn (mehr und mehr), der Verkauf von Stratolaunch an wen auch immer – und noch mehr Starlink-Satelliten in Planung … [1:00 MESZ – Ende. Artikel dazu hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und eine Statistik sowie Überlegungen zur Sichtbarkeit am Himmel]


13. Oktober

Heute früh: schon wieder eine Feuerkugel über Mitteleuropa

Diesmal passierte es den visuellen Meldungen zufolge wohl ungefähr über Luxemburg, heute früh um 6:50 MESZ: weitere Videos, Bilder und Berichte hier und hier [NACHTRAG: und mehr Visuals und Analyse]. Auch in China hatte zuvor eine schöne Feuerkugel für Aufsehen gesorgt. Derweil wird z.B. hier mal wieder haarsträubender Blödsinn über einen NEA verbreitet, diesmal 2019 SU3 – der gemäß der Umrechnungsformel nur 10 bis 20 Meter groß ist und nur eine winzige Palermo-Zahl hat: Hier gibt es wirklich nichts zu sehen …

Ein schönes Microlensing-Ereignis durch eine Doppelquelle, hier über 4 Monate von Palomar Gattini-IR verfolgt. Auch die Astro-Szene in der Region Antofagasta in China (wo jetzt das ELT gebaut wird), in Südafrika Fortschritte beim SKA und eine Reportage über die Sternwarten am Teide, leider voller Fehler. Und die 50-Jahr-Feier der Walter-Hohmann-Sternwarte, Astronomie für Sehbehinderte – plus hier, hier, hier, hier und hier schon wieder fünf Items mit Bezug zur Lichtverschmutzung. [23:20 MESZ]


11. Oktober

Eine Serie kleiner Sonnenflares, beobachtet von Indiens Mondorbiter Chandrayaan 2 mit seinem Solar X-ray Monitor, vom 30. September bis 1. Oktober (Zeit in UTC, y-Skala W/m logarithmisch), in blau parallele Messungen von GOES-15 – auch Chandrayaan/Vikram-Artikel vom 9. (mehr), 7. und 5. Oktober, neue Erkenntnisse des LRO über die Entstehung der Eis-Vorkommen auf dem Mond und ein alter Fluss auf dem Mars vom Mars Express erspäht. Sowie Versprechungen von Boeing in Sachen Commercial Crew und zum selben Thema Aufzeichungen hier (guter Ton, schlechtes Bild) und hier (umgekehrt) eines gemeinsamen Auftritts der NASA- und SpaceX-Chefs, wo man vom ersten Quartal 2020 für den ersten Flug des Crew Dragon mit Crew spricht – und heute stehen die nächste ISS-EVA und der nächste Start-Versuch von ICON an: die Timeline und Updates hier und hier. [1:45 MESZ] Das Flugzeug mit Pegasus & ICON hat abgehoben – und zum SpaceX-Event ein paar Fotos und Artikel hier, hier, hier und hier. [2:40 MESZ. NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier] Der Abflug des Trägerflugzeugs – und NASA-TV sendet jetzt live. [3:20 MESZ]

Wegen Kommunikationsproblemen mit dem Flugzeug hat der Abwurf um 3:30 MESZ nicht stattgefunden – 1/2 Stunde später gibt es aber noch eine Chance. [3:35 MESZ] Der Drop ist nun für 4:00 MESZ angesetzt. [3:45 MESZ] Und die Rakete ist unterwegs: ein Video-Clip und IR-Aufnahmen der aufsteigenden Rakete vom KSC aus. [4:05 MESZ] Oberstufe und ICON sind im Orbit, wo sie 4 Minuten coasten. [4:10 MESZ] Während auf eine Bestätigung der Abtrennung gewartet wird … eine Strichspur-Aufnahme des Pegasus aus der Ferne! [4:20 MESZ] Der Satellit ist ausgesetzt und die bekommt ersten Solarstrom. [4:25 MESZ] Die Solarzellen sind komplett draußen. [4:50 MESZ] Eine NASA-Blog-Story und ein Northrop Grumman Release zum Start. [4:55 MESZ. NACHTRÄGE: das Flugzeug vor dem Abheben, Releases von NASA und Berkeley und Artikel hier, hier, hier und hier]

Während gerade die nächste ISS-EVA begonnen hat, kommt aus Russland die traurige Nachricht, dass die Kosmonauten-Legende Alexey Arkhipovich Leonov heute mit 85 verstorben ist: Seine zwei Raumflüge 1965 und 1975 waren historisch, denn er unternahm die erste EVA überhaupt, mit großen Problemen, und er war der Kommandant jener Soyuz, die im Orbit an eine Apollo-Kapsel andockte. Und ein begabter Weltraumkünstler war er auch noch, der z.B. die eigene EVA malte – und schien kaum zu altern: Die Aufnahme hier machte dieser Blogger 2013 während eines Astronauten-Treffens in Köln; hier ein weiterer Schnappschuss später in Bonn. [14:45 MESZ] Ein Kondolenz-Schreiben vom Roskosmos-Chef (das Google Translate perfekt on Englisch oder Deutsch übersetzt), ein ESA Release und weitere Erinnerungen hier, hier, hier, hier und hier und Nachrufe hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Video-Clip – und alle Aufgaben der ISS-EVA sind erfüllt, es werden schon welche vorgezogen. [19:05 MESZ] Zur EVA eine Blog-Notiz, ein Tweet und ein Artikel sowie Bemerkungen der Spacewalker zu Leonov – und von diesem ein weiteres Bild aus Köln 2013, Erinnerungen an sein Malen im Orbit und sein Training als erster Moonwalker und weitere Nachrufe hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: ein Videoclip über seine Gemälde, ein Kondolenzschreiben von Wörner, ein Memorial der ASE, ein Farewell von Mike Collins und weitere Nachrufe hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]


9. Oktober

Wer Proton sagt, muss auch Pegasus sagen – oder auch nicht

Heute ist in Baikonur eine Proton mit zwei Satelliten gestartet, einem Eutelsat und dem ersten Mission Extension Vehicle (MEV-1) für eine US-Firma, wobei es bis zum Aussetzen noch dauert: ein paar Fotos, die Live-Übertragung, ein Clip daraus, Standbilder aus Übertragungen hier und hier und weitere Artikel hier und hier. Ob in der Nacht allerdings eine Pegasus-Flügelrakete mit dem – erheblich verspäteten – Satelliten ICON folgen kann, ist unklar, da die Wetterchancen nur bei 30% liegen: eine NASA-Blog-Story, ein Press Release und Artikel hier, hier und hier. Auch Voyager-Messungen vom Rand des Sonnensystems, ein neues Bennu-Bild, die wichtigsten Rosetta-Ergebnisse, vorgestern der erste Blog-Update zum Mars-Maulwurf nach über einem Monat, die feuchte Vergangenheit des Gale-Kraters, wie man andere Planeten schützt und die ARTEMIS-Satelliten am Mond weiterhin aktiv. Sowie ein neues Citizen-Science-Projekt zur Lichtverschmutzung per Analyse von ISS-Nacht-Fotos [NACHTRÄGE: eine Projekt-Seite, ein weiterer Press Release und ein Artikel], der angebliche Status des Crew Dragon (mehr, mehr, mehr und mehr), warum µg-Forschung so langwierig ist, ein Interview mit dem ESA-Chef – und Boeing investiert in Virgin Galactic: auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. [16:05 MESZ] Der Proton-Flug läuft so weit nach Plan, der ICON-Start wurde um 24 Stunden auf 3:30 MESZ am 11.10. verschoben, wegen des schlechten Wetters – und der Mars-Maulwurf hat sich 1 bis 2 cm tiefer in den Boden bewegt! [23:25 MESZ. NACHTRÄGE: eine Animation der Bemühungen, die Orbits beider Proton-Nutzlasten und weitere Artikel hier und hier]


8. Oktober

Nun 82 bekannt: 20 neue Saturnmonde auf einen Streich

sind gestern bekannt gegeben worden, womit der Ringplant wieder vor dem Jupiter mit „nur“ 79 bekannten Monden liegt. 17 sind auf retrograden Bahnen, alle um die 5 km groß, alle Funde des Subaru-Teleskops – und die Öffentlichkeit darf sie nach strengen Regeln taufen: auch Artikel hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier].

Der Komet C/2016 R2 (PANSTARRS) aufgenommen im Januar 2018 mit einem SPECULOOS-Teleskop – auch Komet Africano am 6. Oktober (mehr), 4. Oktober, 2. Oktober, 30. September (mehr, mehr und mehr) und 27. September (mehr) sowie Borisov am 5. Oktober und ein Asteroid mit 90° Bahnneigung, wohl eher ein inaktiver Komet.

Ein möglicher Ausbruch der Draconiden könnte sich heute Mittag UTC – also unsichtbar in Europa – ereignen, jedenfalls sagt das ein Modell für die erhöhte Aktivität letzes Jahr voraus: Die Grafik zeigt die Erdbahn durch Staub, die 21P/Giacobini-Zinner bei vergangenen Perihelia freisetzte (für 2012 lies 1966). Auch der Jupiter am 5. Oktober, ein animierter Infrarot-Uranus von der IRTF, die Häufigkeit extremer Sonnenstürme, die Vorbereitungen für und Kamera des LSST, neuer Glanz für Sunrise und bald macht KAGRA bei LIGO und VIRGO mit: Press Releases hier, hier und hier, eine Zeremonie und ein Artikel. [0:05 MESZ]

Viele Diskussionen hat der heutige Physik-Nobelpreis nach zwei Jahren schon wieder für Astronomie (mehr, mehr, mehr und mehr) ausgelöst: etwa über den krassen Mix eines theoretischen Kosmologen (des ersten überhaupt, alle anderen Nobelpreisträger in diesem Feld waren Beobachter) mit Exoplaneten-Jägern – oder über die Rolle dieser beiden Laureaten im Gesamtgefüge der Geschichte. Peebles wurde eher für sein Gesamtwerk als einer der Väter der heutigen Kosmologie geehrt als für einzelne Papers; in den letzten Jahren hat er vornehmlich Review-Papers über Dunkle Materie wie dieses und dieses geschrieben. Dass Mayor und Queloz – Interviews heute und 2015nicht ersten Entdecker von Exoplaneten um Hauptreihen-Sterne waren, wurde hier schon ausgiebig diskutiert und wird z.B. auch in NASA-Papieren erwähnt: Die Geschichte der Exoplaneten-Suche ist halt ziemlich kompliziert, zumal auch 51 Pegasi b noch mehrere Jahre kontrovers geblieben war (Absätze 4 und 5). Was aber stimmt ist, dass kurz nach 51 Peg die moderne Flut der Exoplaneten-Funde einsetzte, insofern war er schon ein Meilenstein: auch Press Releases anderer Institutionen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [19:45 MESZ. NACHTRÄGE: weitere Press Releases hier, hier, hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein aktueller Vortrag von Mayor am 10. Oktober in Madrid]

Die Draconiden – s.o. – haben kanadischen Radarbeobachtungen (CMOR; hier der Radiant) zufolge mehrere Ausbrüche zwischen 13 und 17 Uhr MESZ gezeigt, mit ZHR-Werten von 50 bis 70: etwa halb so stark wie beim Ausbruch letztes Jahr [NACHTRAG: mit den meisten Meteoren sub-visuell]. Auch eine Animation eines Persistent Trains eines Meteors, der interstellare Komet Borisov heute mit deutlicherem Schweifchen hier und hier, Komet Africano am 5. Oktober und 29. September, kleine Ausbrüche von 260P/McNaught und P/2008 Y1 (Boattini), eine neue Meteorkamera in Tautenburg, was die neuen Regeln zur Lichtverschmutzung in Bayern bringen sollen – und vernetzte Wolkenkameras des DLR. [23:45 MESZ]


7. Oktober

Heute vor 60 Jahren: erste Bilder von der Mond-Rückseite

Am 7. Oktober 1959 gegen 3:30 UTC gelangen der sowjetischen Sonde Luna (oder Lunik) 3 (oder III) die ersten Aufnahmen von der Rückseite des Mondes: auf fotografischen Film, der an Bord entwickelt und abgetastet wurde. Oben ein empfangenes Rohbild aus einer Sammlung der NASA, darunter ein Vergleich mit einem entsprechend gedrehten Mosaik aus Bildern des Lunar Reconnaissance Orbiter und unten ein handmontiertes Mosaik aus sechs Aufnahmen aus einem Paper von 1962, das die Dunkelgebiete gut heraus arbeitete. Auch detaillierte Webseiten zu Luna 3 hier und hier, Artikel hier und hier, ein Podcast und ein Thread – und jede Menge sowjetische Mond-Bilder mehr. Derweil hat gestern die erste von fünf ISS-EVAs zwecks Batterie-Arbeiten diesen Monat stattgefunden: eine NASA-Blog-Story, Artikel hier, hier und hier und Vorschauen hier, hier und hier. [1:00 MESZ]

3 Monate und 3 Tage nach der Sonnenfinsternis

5. Oktober 2019

vom 2. Juli gibt es viele neue (oder neu entdeckte) Visuals und Berichte (frühere Sammlungen hier 2 x oben, hier unten & oben und hier): oben und unten je ein Ausschnitt in Originalauflösung und ein verkleinertes Gesamtbild zweier Verarbeitungen von Miloslav Druckmüller von Bildern aus Chile und in der Mitte ein Video aus der Nähe des Randes der Totalitätszone in Chile. Außerdem Links zu mehr Videos, Seiten mit Berichten und Auswertungen hier (!), hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Bilder hier, hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links.

Allgemeines Live-Blog vom 22. 9. bis 4. 10. 2019

22. September 2019

4. Oktober

So sieht Chandrayaan 2 jetzt die Oberfläche des Mondes

mit seiner Orbiter High Resolution Camera (OHRC) aus 100 km Höhe, wenn ein Pixel 30 cm entspricht, ein Auflösungs-Rekord: ein Ausschnitt in voller Auflösung aus einem Bildstreifen vom 5. September. Es gibt auch Messungen des Geotails der Erde am Mond, aber – siehe z.B. hier und hier – weiter nichts Neues zum Lander-Verlust. Auch das kuriose Studenten-Mond-Projekt GLEE („Great Lunar Expedition for Everyone“), ein schattiges Bild von Bennu, schon mindestens 21 Mars-Beben von InSight gemessen, wo ein neuer Anlauf zur Rettung des Maulwurfs beginnt (mehr und mehr), Indiens Mars-Orbiter bereits 5 Jahre bei der Arbeit – und neue organische Verbindungen in Enceladus‘ Fontänen in alten Cassini-Daten.

Ein Hubble-Bild der Galaxie NGC 4149 alias Medusa Merger – auch das Ende der Mission des Meereshöhen-Messers Jason 2, ein möglicher Neustart des gestörten DSCOVR, die Zukunft der US-Frühwarn-Satelliten, der baldige Betriebsbeginn der kontroversen Swarm-Satelliten, ein weiterer chinesischer Raketenstart (viele Visuals [NACHTRAG: und weitere Artikel hier und hier]), eine Mini-Rakete von OHB, ein 78-Seiten-Report der ESA zur Raumschrott-Lage und was dagegen getan werden könnte und die Umweltfolgen von kommenden Massenstarts von Orbitalraketen.

Die gestrige Rückkehr von Soyuz MS-12 auf Bildern von Roskosmos [alt.], auch die Gegenstücke der NASA und aus der TV-Übertragung das Schließen der Luke, die Abreise und die Landung (Stills hier und hier). Sowie ein NASA Release und Blog-Posting und Artikel hier, hier, hier und hier – plus die Vorbereitungen für einen Crew-Dragon-Flight-Abort-Test und der Status der Verzögerungen bei den beiden Commercial-Crew-Programmen, die den Ankauf weiterer Soyuz-Sitze durch die NASA erzwingen. [23:45 MESZ – Ende. NACHTRAG: ein Video-Clip zu ISS-Aktivitäten]


3. Oktober

Komet C/2018 W2 (Africano) nahe der größten Helligkeit am Abend des 28. September, aufgenommen – in Anwesenheit dieses Bloggers übrigens – auf der Klostersternwarte in Münsterschwarzach, inzwischen hat er ~9.0 mag.: weitere Bilder und Animationen von gestern (mehr), vorgestern (mehr und mehr) und dem 30. (mehr) und 29. September (mehr) sowie eine mögliche Fragmentierung von 29P/Schwassmann-Wachmann 1, der Jupiter gestern, die deutsche Feuerkugel, eine tasmanische und die eMeteor News vom Oktober.

Aufwändige Visualisierungen Schwarzer Löcher mit reichlich Raumkrümmung – auch drei weitere Gravitationswellen-Kandidaten vom 30. September (mehr und mehr), früher am 30.9. (mehr und mehr) und 24. September (mehr und mehr) und ein Rückblick auf den 14. August. Ferner die Bedeutung von VLBI für Geodäsie, der Bau des ELT, die Gründung des National Optical-Infrared Astronomy Research Laboratory der NSF – und ein Besuch im Sternenpark Rhön & der Sternenstadt Fulda, zahlreiche Orden der IDA und das Paper „How dark is a river? Artificial light at night in aquatic systems“. [23:55 MESZ]


2. Oktober

Hayabusa 2 setzt gerade den letzten Lander MINERVA-II2 ab

Der Abstieg hat 2.4 km erreicht, und zwischen 17:00 und 19:00 MESZ soll das Absetzen erfolgen, das aber erst um den 8.10. zur Landung führt, denn die Hauptaufgabe ist die Vermessung des Schwerefelds von Ryugu. Dies ist das letzte große Manöver dort vor der Rückreise Hayabusas mit den beiden Bodenproben zur Erde; oben das jüngste Tele-Bild von Bord, empfangen um 14:53 MESZ. Auch ein großes Manöver von Juno zwecks Vermeidung des Jupiter-Schattens, ein neuer Starttermin für ICON (10. Oktober 3:30 MESZ), was 1/2 Jahr nach Indiens ASAT-Sauerei noch im Orbit ist, kaum mehr Veränderungen bei den ersten Starlinks – und die vielleicht größte Struktur im Orbit neben der ISS, der USAF-Satellit DSX.

Wachwechsel auf ISS: Seit 15:27 MESZ ist Luca Parmitano Kommandant, als der dritte Europäer. Auch was aus Jähns Ersatzmann Eberhard Köllner wurde, Matthias Mauer offenbar für einen ISS-Flug ca. 2021 gesetzt, was Musk in Sachen Crew Dragon verspricht – und in Sachen „Starship“ im O-Ton: auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [15:35 MESZ. NACHTRAG: die ISS-Kommando-Übergabe in Bewegung hier und hier und der Zwist NASA/SpaceX]

Ein um 15:53 MESZ empfangenes Tele-Navigations-Bild von Hayabusa 2, ein Ausschnitt in voller Auflösung und weiter verarbeitet – üblicherweise endet der „Live-Stream“ kurz vor Abwurf-Aktionen, daher ist unklar, mit was für Ryugu-Bildern heute noch gerechnet werden kann. [16:05 MESZ] Das Bild von 16:53 MESZ – da war die Höhe rund 1.8 km gewesen, und der Abwurf ist für 1 km geplant. [17:20 MESZ] Und hat um 17:57 MESZ stattgefunden (Bordzeit). [19:05 MESZ]

Die Abreise von MINERVA-II2 von Hayabusa 2 aus gesehen mit der Weitwinkel-Kamera ONC-W2! Und es wird Funk empfangen. [19:45 MESZ] Das muss gefeiert werden – aber jetzt erstmal die Bahn um Ryugu verfolgen. Und es gibt hier neue Bilder vom erneuten Aufstieg Hayabusas. [20:55 MESZ] Zu Verdeutlichung der MINERVA-II2-Operationen ein Manga … [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: … und Artikel hier, hier, hier, hier und hier]


30. September

Komet C/2018 W2 (Africano) am Abend 26. September aufgenommen von Michael Jäger – weitere Bilder von gestern (mehr), vorgestern (mehr; in Anwesenheit dieses Bloggers aufgenommen), dem 27. September (mehr und mehr), 26. September (mehr), 25. September, 24. September und 21. September (mehr und mehr); die visuelle Helligkeit des Kometen liegt erwartungsgemäß um 8.5 mag. Auch 2I/Borisov am 24. September, eine Feuerkugel über NO-Deutschland am 27. September (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), der Orbit der vom 12.9., eine über Tasmanien, der Neptun mit einigem Detail am 27. September – und ein seeehr langer Artikel über Lichtverschmutzungs-Forschung in Deutschland sowie der Status des neuesten Projekts dazu. [0:15 MESZ]


26. September

Weitere Bilder des Starts von Soyuz MS-15 von der ISS aus

sind jetzt veröffentlicht worden – auch eine PM der ESA, ein Video-Clip einer Launch Party in den VAE und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Heute ist schon wieder eine Soyuz gestartet worden, wobei diesmal weniger der Start in Plesetsk als vielmehr der Reentry der nur marginal orbitalen 3. Stufe über Australien für Aufsehen sorgten: tolle Fotos, ein Video und Analysen hier, hier und hier inklusive der Bahn.

Verschiedene Arten von Felsen auf dem Asteroiden Bennu: Das Bildfeld ist ~9.5 m groß, und der kleine Stein auf der Felsplatte links ist so groß wie ein Corgi. Auch eine weitere Nahaufnahme von OSIRIS-REx, die Phase B für PUNCH = Polarimeter to Unify the Corona and Heliosphere, eine Mission zur Beobachtung der äußeren Sonnenkorona – und der erste Orbitalstart von Virgin rückt allmählich näher. [23:55 MESZ]

Das Bild, auf dem der Lunar Reconnaissance Orbiter den armen Vikram nicht fand, obwohl der verunglückte erste indische Mondlander in dieser Region – zwischen den Kratern Simpelius N und Manzinus C – herunter gekommen sein sollte: Die Sonne stand bei dieser ersten Gelegenheit am 17. September wohl zu schräg, die Schatten sind zu tief; im Oktober wird noch mal bei besserem Licht gesucht. Interessant übrigens die Formulierung der NASA, dass „the precise location of the spacecraft in the lunar highlands has yet to be determined“ – entweder hat man die angebliche Sichtung des Landers durch Chandrayaan 2 (wie der Rest der Welt) nicht zu sehen bekommen, oder man glaubt ihr nicht. Die ISRO schweigt sich weiter aus (der letzte „Update“ vor einer Woche war ein Witz). Auch das vorläufige Ende der Kontaktversuche durch das DSN, da nun Nacht an der Landestelle ist, und Artikel – wieder meist mit dubiosen Quellen – von heute (mehr) und dem 24., 22., 21. (mehr und mehr), 20. (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 19. (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 18. (mehr, mehr, mehr und mehr), 16., 15., 13. (mehr, mehr, mehr und mehr), 12. (mehr, mehr, mehr und mehr) und 11. September (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr). [23:40 MESZ]


25. September

Der nächste Crew-Start zur Internationalen Raumstation

soll in einer Stunde erfolgen, und die Besatzung von Soyuz MS-15 (hier heute früh) ist besonders bunt gemischt: eine NASA-Blog-Story, ein NASA Release, Updates und Artikel hier, hier, hier und hier. Bald nach ihrer Ankunft wird Parmitano Kommandant. Bereits seit gestern unterwegs zur ISS ist der japanische Transporter HTV-8 (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), während China heute früh einen Umwelt-Satelliten startete. Auch der ESA-Satellit FORUM – und Chinas Taurus 1 hat sich entfaltet. [14:55 MESZ] Und die Soyuz ist pünktlich gestartet …. [16:00 MESZ] … und auch der Abwurf der Booster war gegen den Abendhimmel gut zu sehen. Jetzt brennt die 3. Stufe. Und die ersten Sekunden des Starts. [16:05 MESZ]

Spektakuläre Live-Bilder vom Abwurf der 3. Stufe – und die Wolke vom Aufstieg glüht im Gegenlicht im Hintergrund. Und die Szene in Bewegung. [16:10 MESZ] Letzte Blicke auf die Wolke – und die Ankunft an der ISS wird gegen 21:45 MESZ erwartet. [16:20 MESZ]

Und ein tolles Bild des Starts von der ISS aus! Und ein Artikel. [16:30 MESZ] Die Soyuz ist um 21:42 MESZ an der ISS angekommen, umgestiegen wird gegen 23:45 MESZ, womit sie dann kurz 9 Raumfahrer aus 4 Ländern bewohnen – und es gibt jede Menge Bilder der Wolke vom Boden, auch hektisch aninimiert: Das Licht in der späten Abenddämmerung war perfekt! [22:55 MESZ] Das Hatch auf der ISS-Seite ist offen, aber der Druckausgleich mit der Soyuz ist noch nicht komplett. [23:55 MESZ. NACHTRAG: Um 0:12 MESZ war auch das Soyuz-Hatch offen, und die Besucher kamen herein. NACHTRAG 2: Damit ist es nun ziemlich voll auf der Station: das Gewusel in Bewegung]


24. September

Der 2. interstellare Besucher heißt permanent 2I/Borisov

Während die Nummer 1 vor zwei Jahren von ihren Entdeckern getauft wurde und eine Tradition von Namen, die etwas mit Botschaftern zu tun haben, zu begründen schien, hat die IAU heute der Nr. 2 die Nummer 2I verpasst und den Namen Borisov beibehalten – einer anderen Tradition folgend, dass eindeutige Kometen nach ihren Entdeckern benannt werden. Konsistent ist das aber nicht … Jedenfalls gibt es keinerlei Zweifel mehr an der interstellaren Herkunft, mit einer stabilen Exzentrizität der Bahn-Lösungen bei 3.4: Die Grafik oben von Terry Lovejoy zeigt schön, wie bei einer erzwungenen Parabel-Exzentrizität von 1.0 die Residuen der Himmelspositionen in Rektaszension (oben) und Deklination bis zum 21. September davon liefen. Auch das CBET #4670 mit dem Nachweis von CN-Emission durch das WHT und anderen aktuellen Beobachtungen, Papers mit Beobachtungen vom GTC und dem WHT & Gemini North, die alle für einen ausgesprochen ’normalen‘ Kometen sprechen – mit einem kleinen Kern unter 1 km, was wiederum zu einer theoretischen Abschätzung passt. Ferner Bilder vom 21. September (mehr), 20. September (mehr, mehr und mehr), 18. September, 17. September (mehr) und 11. September, die grundlegenden Fakten, eine spekulative Reise zu Borisov und Artikel von heute (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern und dem 20., 18., 17. (mehr und mehr), 16. (mehr und mehr), 15. und 14. September. Sowie der Komet C/2018 W2 (Africano), der ‚planmäßig‘ ~8.5 mag. erreicht hat, am 22. September (mehr), 21. September (mehr, mehr und mehr), 20. September (mehr), 19., 18. und 12. September und Komet C/2018 N2 (ASASSN) gestern hier und hier. Ferner eine Analyse des jüngsten Impakt-Blitzes auf Jupiter (mehr und mehr) und der Planet am 21. September, ein Bolide über Kanada am 31. August und massig interne E-Mails von NEO-Experten, die nun aufgebauscht werden. Ansonsten viel Kohle zum Ausbau des Event Horizon Telescope, weitere Verbesserungen an ALMA, die Wiederbelebung des Allen Telescope Arraym bald internationale Beobachter bei FAST und wie sich mit dem VLT beobachtet. Und zwei neue Gravitationswellen-Kandidaten vom 15. und 23. September, eine IAU-Aktion für Astronomie in Schulen, ein Dark-Sky-Reiseführer – und eine Analyse der Pilot-Beobachtungen von Nachtlicht-BueHNE zur Lichtquellen-Erfassung. [23:45 MESZ. NACHTRÄGE: Papers zur Mikrophysik des Staubs, der potenziellen Herkunft von Borisov, was aber nicht glaubwürdig scheint und statistischen Erwägungen im Kontext der DSHARP-Scheiben-Flut von ALMA]


23. September

Sigmund W. P. Jähn, der erste Deutsche im All, 1937 – 2019

Vorgestern ist der Interkosmos-Kosmonaut (oben mit Вале́рий Ф. Быко́вский beim Einsteigen in Soyuz 31 am 26. August 1978, „Heute vor 40 Jahren …“) und spätere Mittler zwischen der westlichen und östlichen Astronautik (unten mit dem zweiten Deutschen im All Ulf Merbold auf einer Weltraum-Party in Bonn 2014) im Alter von 82 Jahren in Strausberg gestorben; noch am 14. September war er öffentlich aufgetreten: Nachrufe von ESA (auch Englisch) und DLR [NACHTRAG: und GFZ] und in Artikeln hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier] plus ein TV-Clip.

Der Roll-Out von Soyuz MS-15 heute früh für den Start einer dreiköpfigen Besatzung übermorgen um 15:57 MESZ: auch eine NASA-Blog-Story (früher und früher) und ein ESA Release. Und immer noch keine eindeutige Ursache des Soyuz-Lochs vor einen Jahr: eine Zusammenfassung und frühere Artikel hier, hier, hier und hier. Sowie die Rückkehr von ESA-Experimenten, der morgige Start um 18:05 MESZ des HTV-8 zur ISS und die Verbesserung von Fallschirmen im Rahmen von Commercial Crew.

Ein Struktur und Thermal-Modell des ESA-Observatoriums Euclid – auch der Sinn und die Preliminary Design Review [NACHTRAG: und der ungewöhnliche Koronograph] des verwandten NASA-Projekts WFIRST, wie sich eROSITA gegenüber XMM schlägt (und eine Animation), die Exoplaneten-Mission Ariel, ein NASA-IR-Satellit Zur NEO-Suche aus Resten des NEOCam-Projekts [NACHTRÄGE: Slides und ein Thread von Zurbuchen und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier], ein Laser-Prototyp für LISA, chinesische Experimente im Weltraum für ein Gegenstück, erneutes Erwachen auf der Mond-Rückseite von Chang’e-4 und Yutu 2 und ein Resultat von Chang’e-3. Sowie Aspekte hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zur Sicherheitslage im Orbit mit den Mega-Konstellationen und anderen Objekten, ein Start in China mit fünf Satelliten (ein weiterer Artikel, ein Video, viele weitere Visuals und mal wieder reichlich Schrott am Boden) und einer mit zwei – und angeblich große Fortschritte der Großrakete von SpaceX. [21:50 MESZ]


22. September

Der Schatten von Io auf dem Jupiter letztens von der JunoCam aufgenommen und von Kevin Gill verarbeitet: ein weiteres Bild und Artikel hier, hier, hier und hier. Auch ein möglicherweise bevorstehender Ausbruch eines Vulkans auf Io, mal wieder Diskussion über das Alter der Ringe des Saturn – und Enceladus als ‚Schnee-Kanone für die Monde Saturns.

Ein Streifen vom Mars vom alten Mars Express aus Bildern der HRSC vom Orbit Nr. 19550 am 17 Juni 2019. Auch neue Bilder vom ExoMars TGO und vom MRO mit polare Dünen, Messungen des Mars-Magnetfelds durch InSight mit mysteriösen Pulsationen, die Untersuchung irdischer Diust Devils zum Verständnis der marsianischen, die Planung der Mars Sample Return durch NASA & ESA und Regeln zum Schutz der Marsmonde. Sowie immer noch Funksignale von Chang’e 3 nach fast 6 Jahren auf dem Mond, was der Rover von Chang’e 4 auf der Mond-Rückseite fand, eine weitere Verschiebung von Chang’e-5, künftige chinesisch-russische Kooperation bei Missionen zum Mond. Und was Akatsuki auf der Venus findet, eine koordinierte Venus-Kampagne im Oktober 2020, die mögliche Bewohnbarkeit der Venus vor langer Zeit – und wie DoT-1 die Erde sieht.

Das Absetzen des weiteren Target Markers TM-C von Hayabusa 2 auf Ryugu am 17. September in einer Reihen-Montage echter Bilder im 4-Sekundentakt: auch das Absetzen von TM-E kurz davor, Aufnahmen während des Abstiegs (eine Auswahl) und eine Vorschau auf das Manöver plus Artikel hier, hier, hier, hier und hier – und ein Vortrag über den Lander MASCOT. Sowie ein neues Bild von Bennu und die Kandidaten für die Landestelle von OSIRIS-REx – und Bewegungen auf Komet C-G und jede Menge neue Papers zur Rosetta-Mission. [15:35 MESZ]

SOFIAs erster astronomischer Flug über Europa

20. September 2019

hat in der Nacht von vorgestern auf gestern planmäßig stattgefunden (Grafik; im Westen fehlt ein Stück der Route, als SOFIA allen Trackern davon geflogen war) – und ist nach Informationen dieses Blogs „zu hundert Prozent erfolgreich“ verlaufen. Die amerikanisch-deutsche fliegende Sternwarte war vier Tage in Stuttgart stationiert, um erstmals in mittleren nördlichen Breiten Astronomie zu betreiben, wo noch weniger Wasserdampf als über Kalifornien, wo die Flüge normalerweise beginnen, das Fern-Infrarote schluckt. Der mit Verspätung begonnene Aufenthalt SOFIAs in Stuttgart bis heute früh, als es zurück über den Atlantik ging – genau parallel zur zur Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft daselbst – wurde auch groß für die Öffentlichkeit inszeniert: oben fünf der Aufnahmen von Susanne Hüttemeister vom Ankunftstag, weitere hier, hier sowie ein zeitgeraffter Rundgang. An einem Tag wurde – für Dreharbeiten der „Sendung mit Maus“ – sogar ungewohnterweise die große Tür vor dem Teleskop am Boden geöffnet. SOFIA war schon öfters in Deutschland (2/3 runter scrollen), aber immer nur im Zusammenhang mit der Groß-Wartung durch Lufthansa Technik in Hamburg.

Eine Nutzlast für einen Stratosphären-Ballon mit stabilisierter Kamera – von Schülern gebaut, die das System („STRATOSCOPE III“) bereits einmal erfolgreich im Flug getestet und darüber jetzt auf einer Lehrerfortbildung im Rahmen der o.g. AG-Tagung berichtet haben: Noch driftet die Kameraoplattform, die auf einem handelüblichen Gimbal basiert, allmählich weg, aber dagegen soll künftig mit einem Regelkreis vorgegangen werden. Bis zu einer astronomischen Anwendung ist alles allerdings noch ein langer Weg, zumal Nachtstarts in Deutschland kaum möglich sind. Aus Stuttgart selbst soll derweil das European Stratospheric Balloon Observatory (ESBO) kommen, für das auf der Tagung mehrfach geworben wurde: Als erste Nutzlast ist ein 50-cm-Ultraviolett-Teleskop vorgesehen.

„Flying Laptop“ der Uni Stuttgart in der Verlängerung

Kürzlich wurde seine Mission um zwei Jahre verlängert, nachdem der 2017 in Russland gestartete (ganz unten) Kleinsatellit keinerlei nennenswerte Alterungserscheinungen zeigt: Auf der o.g. Tagung wurden im Raumfahrtzentrum BW wurden ein 1:1-Modell und der Kontrollraum gezeigt (dort waren in den ersten Tagen bis zu 20 Personen tätig, jetzt ist er fast verwaist, weil der Satellit weitgehend autonom arbeitet) und über mögliche astronomische Anwendungen vorgetragen. Die gestalten sich als schwierig, da die Kameras an Bord für die Erdbeobachtung gedacht sind (schöne Ergebnisse hängen riesengroß im Foyer des RZBW), aber just die Startracker können ein wenig beitragen. Und in Stuttgart bereitet man bereits den CubeSat SOURCE zur Meteorbeobachtung aus dem Orbit vor: Wie die Auflösung des Akronyms „Stuttgart Operated University Research Cubesat for Evaluation and Education“ verrät, geht es wie beim Flying Laptop in erster Linie um die Ausbildung der Raumfahrtstudenten am echten Objekt.