Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Allgemeines Live-Blog ab dem 21. Oktober

21. Oktober 2017

21. Oktober

Zwei Monate sind schon seit der Sonnenfinsternis vergangen

und einer seit der letzten Link-Sammlung dazu (vorangegangene hier und hier und auf den drei Seiten davor): Immer noch kommt täglich was Neues dazu, allmählich auch Wissenschaftlich(er)es. So gibt es einen Vergleich der Korona-Prognose mit der Realität, es gibt Strahlungs-Messungen von RAVAN auf einem CubeSat, die RIT Polarization Imaging Camera wurde bei der SoFi getestet und die Polarisation des Himmelslichts gemessen, das Eclipse Ballooning Project hat schon mal einen Orden bekommen, Hinode sah die SoFi partiell, es gab viel Citizen Science, etwa mit Beobachtungen der SoFi-Reaktionen von Vögeln und Bienen oder Wolken-Statistik. Die öffentlichen Büchereien waren fleißig, es gibt eine große soziologische Studie über die Reaktion der Amerikaner auf die SoFi (die leider vergaß, zwischen partieller und totaler Finsternis zu unterscheiden) – und es gab sogar eine Anhörung(!) über die SoFi im US-Kongress vor dem Joint Subcommittee on Research and Technology and Subcommittee on Space! Darin bei 34:15 ein Korona-Clip von Citizen CATE – mehr zum Hearing hier, hier und hier, ansonsten weitere Berichte und Bilderstrecken von Beobachtern hier, hier, hier (alt., alt. und alt.), hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Fotos hier, hier, hier, hier (mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Bilder-Sammlungen hier, hier und immer noch wachsend hier, Videos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Sowie der ultimative Kommentar, SoFi-Jokes vorher und nachher – und was als nächstes kommt. [20:25 MESZ]

Der Schatten von Amalthea auf dem Jupiter, aufgenommen von Juno am 1. September – auch mehr Juno-Erkenntnisse, ein sehr tiefes HST-Bild von 2014 MU69 (nichts in der Umgebung des 2. NewHo-Ziels), ein Manöver des ExoMars TGO beim Aerobraking, was der MRO von Komet Siding Spring sah, Marswolken-Überwachung mit dem Mars Express und seiner Webcam, MAVEN-Erkenntnisse zum Sonnenwind am Mars, eine mögliche elektrische Aufladung der Marsmonde, weitere Analyse der Itokawa-Proben von Hayabusa, eine zweite Missionsverlängerung für Dawn mit erneuter Annäherung an Ceres, wo die Sonde schon einiges herausfand, die Kamera und Laser-Kommunikation der Psyche-Mission, offenbar ausgedehnte Höhlen auf dem Mond – und Aufzeichnungen mehrerer Pressekonferenzen von der Planetentagung DPS 49 diese Woche. Ferner eine Verschiebung des Starts von Euclid wegen Ärger mit einem NASA-Detektor, eine Independent Review von WFIRST (NASA-Antwort und ein Artikel), wie das JWST gegen künftige Extrakosten abgesichert wird und das HST als Messier-Beobachter. Und schließlich ein Druckabfall während einer Soyuz-Landung im April, der mysteriöse Progress-Sensor, eine weitere EVA und eine kommende Social-Media-Aktion mit der ISS – und langsame Fortschritte in Sachen Deep Space Gateway, während zu Vorsicht gemahnt wird. [16:05 MESZ]

Spektrum: Kleinster Quasimond der Erde ist natürlich

Der kleinste und nächste Quasimond der Erde, der Asteroid (469219) 2016 HO3, ist nicht etwa Raumschrott sondern meteoritischer Natur, haben Beobachtungen mit dem LBT gezeigt: Spektrum und Rotation sind typisch für erdnahe Asteroiden. Derweil ist der kürzliche Erdbesucher 2012 TC4 nach neuer Bahnvermessung dabei von der Liste potenzieller Impaktoren getilgt worden. Auch erste Ergebnisse der Mond-Impakt-Überwachung NELIOTA, Komet C/2017 O1 am 20.10., 19.10., 16.10. (mit dem eVScope: mehr und mehr), 14.10. (mehr) und 13.10. sowie die Kometen C/2015 V1 und C/2015 ER61, die Eichung der Mond-Helligkeit, Chi Cygni nahe dem Maximum, ein Versuch, die Aurora-Phänomene Steve & Co. einzuordnen und eine Aurora-Show am 13.10.. So wie das langlebige Observatorium in Kapstadt, der bevorstehende Planetariums-Abriss in Halle, eine Spinne auf dem Chip, letzte Hoffnungen auf La Palma, doch noch das TMT auf die Insel zu holen, Erlebnisse von Astronomen an entlegenen Orten – und die seit 2010(!) vorbereitete Webseite „Astronomie in Deutschland“ ist tatsächlich online gegangen. [2:30 MESZ] Verrückte oder bahnbrechende Idee in der wissenschaftlichen Publizistik? Eine Fachzeitschrift für unfertige astronomische Forschung ist jetzt an den Start gegangen … [15:25 MESZ] … und richtet sich auch an Amateur-Astronomen, die was zu berichten haben! [15:50 MESZ. NACHTRÄGE: Und schon ein erstes Beispiel, was da rein passt! Plus C/2017 O1 von heute früh mit großem und etwas kleinerem Gerät sowie die Lichtkurve. Auch ein paar nette Protuberanzen von heute, während die große September-Fleckengruppe wieder da ist, nun arg geschrumpft – und Chi Cygni nähert sich dem Maximum, wie zuletzt vor einem Jahr. Oh, und die VdS hat einen neuen Vorsitzenden, nach Jahrzehnten]

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Die Kilonova vom August in 7 Schlüssel-Grafiken

20. Oktober 2017

So fing es an mit dem bahnbrechenden kosmischen Ereignis („Die Ära der Multi-Messenger-Astronomie hat begonnen“) vor zwei Monaten, das auch längere Artikel dieses Bloggers hier, hier („Meine Kilonova, Deine Kilonova? Von wegen!“) und hier diskutieren und das insbesondere auch dieser Insider-Bericht, ein Paper eines triumphierenden Theoretikers und dieser lange FAQ-Artikel beleuchten: erst ein Gravitationswellen-Signal (das nachträglich bis 6 Minuten in die Vergangenheit nachgewiesen werden konnte; unten), 1.7 Sekunden später ein Gammastrahlen-Blitz der kurzen Art, den zwei Satelliten sahen.

So ging es weiter in den Stunden nach den Detektionen des offensichtlich identischen Ereignisses auf den beiden „Kanälen“ um 12:41 UTC: Die – damals geheim gehaltenen – entsprechenden GCN-Zirkulare sowie dieses Paper (S. 5) dokumentieren es genau. Um 13:21 UTC gab es den ersten Alarm mit noch sehr ungenauem Ort, gefolgt von etwas genaueren Koordinaten um 13:47 UTC – die ersten Gruppen begannen bereits mit dem Absuchen von passenden Galaxien rund um die Position, fanden aber nichts. Um 17:55 UTC wurde dann die genauestmögliche Ortsbestimmung aus den Messungen der drei GW-Detektoren mitgeteilt (grüner Streifen; andere Farben = viel gröbere Ortsbestimmung nur aus dem Gammablitz), inklusive einer Entfernungs-Schätzung von 40±8 Mpc. Und um 1:05 UTC am 18. August wurde dann die erste Sichtung der offensichtlichen Quelle im Optischen gemeldet (gelbes Sternchen), die mit dem 1-m Swope Telescope auf dem Las Campanas Observatory um 23:33 UTC oder 10.9 Stunden nach der Neutronenstern-Verschmelzung gelungen war. Ihr folgten noch 5 weitere unabhängige Entdeckungen innerhalb einer Stunde, bevor diese Nachricht verbreitet wurde: alle ebenfalls in Chile, wo die Galaxie – auf 23° Süd – noch 45° hoch stand.

Was danach passierte, fasst diese Grafik zusammen, in der die Zeit nach dem Bruch nicht mehr linear sondern logarithmisch verläuft: Während die UV- bis IR-Astronomen der – verglichen mit allen bekannten kosmischen Quellen „in der Nähe“ – äußerst rasanten Helligkeitsentwicklung der Kilonova folgen (das spektrale Maximum rutscht rasch ins nahe Infrarote), sehen die Röntgen- und Radioastronomen erst nach 9 bzw. 16 Tagen etwas. Letztere sind auch die einzigen, die der Kilonova länger als ein paar Wochen zuschauen konnten, denn die Sonne rückte immer näher und macht NGC 4993 derzeit für alle anderen unsichtbar.

Das waren die Lichtkurven vom UV bis IR: oben sind Kreise Messungen, Dreiecke Obergrenzen. Die Magnituden-Skala links gibt die tatsächlichen Messwerte an (wobei die Kurven für die einzelnen Farben – in der Grafik unten definiert – um die angegebenen Differenzen nach oben bzw. unten verschoben sind, so dass sie sich nicht groß überlappen), die Skala rechts die Absoluthelligkeit in der Distanz von NGC 4993. Man darf wohl vermuten, dass es ohne die Nachrichtensperre manchen B-, V- und R-Wert von erfahrenen Amateurastronomen mit großem Gerät mehr gegeben hätte. (Zwar war das iTelescope-Netz im Einsatz, aber von koreanischen Profi-Astronomen gesteuert.) Unten die rasante Veränderung der spektralen Energieverteilung der Kilonova in der ersten Woche mit schneller Wanderung Richtung Infrarot bei gleichzeitigem Schwund der Helligkeit.

Die Lichtkurve der Kilonova – in einzelnen Farben bzw. bolometrisch – und Modelle dazu: Es passt! In der unteren Kurve in blau die Gesamtstrahlung aus Photometrie in zahlreichen Wellenlängen im Vergleich mit einer theoretischen Vorhersage von 2010 für eine Kilonova, die von 1/100 Sonnenmasse neu gebildeten Elementen aus dem r-Prozess angetrieben wird, die mit 1/10 Lichtgeschwindigkeit expandieren. Wobei ein Mehrfaches dieser Menge an schweren Elementen erzeugt worden sein dürfte, da deren Radioaktivität nur zum Teil als Wärme zur Verfügung steht. Freut sich der Theoretiker: „As information on the discovery percolated in, I was overtaken by the degree to which the optical and infrared transient being observed agreed with those predicted by myself and colleagues, such as work I led in 2010 (Fig. 1). Seeing Nature agree so well with our basic ideas is a triumph for astrophysics theory.“

Allgemeines Live-Blog vom 12. bis 16. 10. 2017

12. Oktober 2017

16. Oktober

Raumschrott verglühte spektakulär über arabischen Ländern

heute Abend: sehr wahrscheinlich die Oberstufe der Soyuz mit dem Progress, wie auch Analysen in der Region besagen: weitere Videos hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Bereits im September ist das InflateSail verglüht, während es Sentinel-5b gut geht, und die Einschlagstelle von SMART-1 ist gefunden. Und es gab heute noch eine Pressekonferenz: über allerlei Erkenntnisse von Cassini am Saturn, am Rande einer Tagung in Utah. [21:05 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: eine Aufzeichnung der PK („DPS 49“, 1. Eintrag), weitere Cassini-Items hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und ein 7-Minuten-Video über den Reentry und hier und hier weitere Visuals]

Die Ära der Multi-Messenger-Astronomie hat begonnen

mit der Beobachtung der ersten „Kilonova“ per Gravitationswellen und Gamma-Blitz gleichzeitig am 17. August nach der Verschmelzung zweier Neutronensterne und der weiteren Verfolgung der Explosion in zig Wellenlängen des elektromagnetischen Spektrums in den folgenden Wochen: oben ein Bild mit dem VISTA-Teleskop der ESO (es ist der rötliche Punkt links oberhalb des Zentrums der Galaxie NGC 4993), unten die Lichtkurve bei verschiedenen Wellenlängen, dazwischen eine Mini-Doku aus Sicht des Las Cumbres Observatory mit seinen Teleskopen rund um die Welt; aktuelle Papers zum Kilo-Nova-Komplex gibt es hier und hier – und da war auch ein möglicher früherer Fall. Zum neuen jedenfalls beginnen in dieser Minute Pressekonferenzen an vielen Orten auf der Welt, wie Einladungen z.B. hier, hier, hier, hier, hier und hier zu entnehmen ist: Die zentrale PK in Washington, DC wird hier, hier und hier gestreamt, die der ESO hier – und es gibt schon seit ein paar Stunden eine Bingo-Karte dazu … [16:00 MESZ]

Ein weiteres Video aus einem Info-Paket von LIGO: Dort gibt’s auch das Paper zum GW-Ereignis, während am Ende des ESO-Releases weitere sechs Papers verlinkt sind – alles open access! [16:20 MESZ] Noch mehr Papers hier = hier und hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein Factsheet und eine Infografik – während eine weitere NSF-PK beginnt. [17:15 MESZ] Ach du gute Güte, noch mehr Papers, ebenfalls open access, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein Review – und wie die erste Meldung (leider bis eben geheim gehalten) aussah. [17:25 MESZ]

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Drei weitere Videoclips, noch jede Menge mehr Papers, noch mehr hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier plus ein Review, auch alles open access, sowie auch eine frühe Timeline, eine detaillierte Zusammenfassung, tonnenweise weitere Press Releases hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Interviews hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auf der zweiten PK haben sie derweil zugegeben, dass Amateurastronomen die Kilonova hätten – sinnvoll! – beobachten können, schon mit einem 16-Zöller, wenn man es ihnen denn gesagt hätte. Künftig – wann genau, wurde nicht gesagt – würden die LIGO-Alerts aber öffentlich sein, und dann hätte jeder eine Chance, von Anfang an dabei zu sein, vielleicht sogar als erster. [18:15 MESZ] Es soll ab dem Beobachtungslauf O3 – siehe Abschnitt 2 dieses Papers – so weit sein, teilt LIGO mit, also vielleicht schon in etwa einem Jahr. Und demnächst kommt mit Japans KAGRA ja schon der vierte GW-Detektor ins Spiel.

Das laaange Signal vom 17. Augustin Echtzeit sowie noch mehr Press Releases hier, hier, hier, hier, hier und hier, noch mehr Papers & Hintergrund und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und jede Menge alte Visuals zu fusionierenden Neutronensternen. [20:25 MESZ. NACHTRÄGE: eine Art Homepage für Kilonovae, 65 Papers allein der Beobachter und insgesamt 76 am 1. Tag auf ArXiv, darunter eins zur Bedeutung, dass GW so schnell wie Gammastrahlen sind (ist tödlich für viele alternative Gravitationstheorien), die erste Kontroverse (über die Distanz der Kilonova und die resultierende Hubble-Konstante), alle GCNs zusammen, die Swope-Story damals auf Slack (S. 14) und jetzt in 38 Tweets und als AMA, eine Einordnung, Notizen von ener weiteren PK in Oz, Podcasts hier, hier und hier, wie VIRGOs Nicht-Detektion trotzdem half und weitere Videos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (mehr und mehr), hier, hier und hier, Press Releases u. ä. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier (früher), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Ein „neues“ Bild vom Trace Gas Orbiter (11 Monate alt)

ist heute veröffentlicht worden: Lavaströme, Windeffekte und Wolken über der Tharsis-Region am 22. November 2016 – ein Ergebnis von Testaufnahmen mit CaSSIS vor dem langen Aerobraking; die reguläre Marsbeobachtung aus einem fast kreisförmigen 400-km-Orbit beginnt erst Anfang 2018. Auch wie Beagle 2 gefunden wurde und was jetzt kommt – und farbige Opportunity-Bilder, von Sol 4880. Derweil macht das German Experimental Space Surveillance and Tracking Radar (GESTRA, beschrieben hier, hier und hier) Fortschritte: Artikel hier und hier. Und der Progress hat problemlos an der ISS angedockt (mehr). [15:25 MESZ]


15. Oktober

Ein Atlas-V-Start im fünften Anlauf ist heute früh gelungen – Nutzlast mal wieder unbekannt und Video entsprechend abrupt zuende: auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier (Tage vorher geschrieben, wie dieser Screenshot von gestern beweist, LOL) und hier, ein weiteres Video und weitere Fotos. Sowie die Heimkehr der beiden Falcon-Unterstufen der letzten zwei Starts kurz nacheinander (mehr) – und ein Falcon-Start mit mysteriöser Nutzlast im November. [21:15 MESZ. NACHTRAG: eine geniale „Astro-Aufnahme“ des Atlas-Starts]


14. Oktober

Progress auf einer 2-Tages- statt 2-Orbit-Reise zur ISS

Der Start von Progress-MS-07 heute Morgen ist problemlos verlaufen – aber wegen des Abbruchs zwei Tage vorher passten wohl die Orbits nicht mehr zusammen, und die Reise zur ISS dauert zwei volle Tage anstatt der eigentlich geplanten 3 1/2 Stunden: viele weitere hochauflösende Bilder, ein kurzes und ein längeres Video und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch die Aufzeichnung eines Orbit-Gesprächs über Erdbeobachtung und -fotografie aus der ISS, die ersten vier Triebwerke des SLS, Berechnungen hier, hier und hier zum Absturz von Tiangong-1 um den Jahreswechsel, das Colorado Ultraviolet Transit Experiment, Messungen des Satelliten OCO zu CO2-Schwankungen der Erde, schwere Stürme auf Titan, mögliche NASA-Beiträge zu russischen Mond-Missionen – und widersprüchliche Andeutungen zum Status des SpaceShipTwo. [23:35 MESZ]


13. Oktober

Das „WorldWide Telescope“ gibt’s jetzt im Webbrowser ganz unabhängig vom Betriebssystem: Dafür hat die American Astronomical Society gesorgt, die jetzt für dieses 10 Jahre alte Betrachtungstool für den Himmel in vielen Wellenlängen und Auflösungen – hier ein Zoom auf h & chi Per – zuständig ist (und deren Mitglieder überwiegend keine Windows-Rechner benutzen). Auch Instrumenten-Entwicklungen am LBT (mehr) und Lesedi-Teleskop und Infrastruktur für’s VLA und das Dunlap Institute sowie die Sonnenaktivität im September, Komet C/2017 O1 vorgestern, Veränderungen der Rotation von Komet 41P in Erdnähe – und energische Meteoritensuche in China nach dem Boliden vom 4. Oktober. [23:20 MESZ]


12. Oktober

Was für ein Central Flash von der Atmosphäre des Triton!

Diese spektakuläre Lichtkurve der Sternbedeckung durch den Neptunmond nahmen Rui Goncalves und Maximo Ferreira in Portugal in der Nähe der Zentrallinie auf: Der Central Flash durch von Tritons Atmosphäre exakt auf die Beobachter fokussiertes Licht des Sterns (siehe auch Papers hier, hier und hier zu Central Flashs vom Pluto 2007 und 2015 mit der Physik dazu) ist viel höher als das Sternlicht ohne den Mond davor! Viel Glück war im Spiel: „We (me and Maximo Ferreira from CCVC) had very lucky to be at the right place at the right time“, schreibt Goncalves – überdies war es vor dem 5. Oktober wolkig gewesen und danach die Luft voll Qualm von Waldbränden. Weitere Lichtkurven mit weniger starken Central Flashs gibt’s z.B. hier und anderswo in dem Thread und hier aus dieser Seite, plus ein Flash-loses Video aus dem UK mit dieser Lichtkurve und ein Fehlschlag in der Schweiz. [1:45 MESZ] Die obige Grafik im Original – und ein paar Gedanken dazu. [2:30 MESZ. NACHTRAG: ein Podcast und Bilder zu SOFIAs Triton-Generalprobe]

Heute kommt ein 20-Meter-Asteroid in 50’000 km Abstand

am Erdmittelpunkt vorbei – aber viel zu sehen gibt es nicht von 2012 TC4, der eher eine Art Generalprobe für das Verfolgen erdnaher Asteroiden ist: weitere Animationen hier und hier (hier beschrieben) ebenfalls mit Lichtwechsel, Bilder hier (von Kanadas Mini-NEA-Satellit), hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch Komet C/2017 O1 am 10. Oktober, 2. Oktober (mehr), 30. September und 23. September (mit Labels), ein besonders langsamer Bolide über Deutschland (mehr, mehr und mehr), mehrere Meteor-Schauer über Kreta, ein Draconid plus Aurora aus einem Flugzeug (auch Details und ein Video dazu), Rants gegen Draconiden-Unfug hier und hier und passende Satire. Sowie der Sonnenaufgang am Südpol, weitere ‚Steves‘ mit Lattenzaun hier und hier, wie Astrofotografie mitten in London gehen kann, erste Pulsar-Entdeckungen mit FAST, der Nutzen von „beam-shaping diffusers“ für schärfere Bilder, ein BlackGEM-Teleskop für La Silla, wie das TMT auf Hawaii zu halten wäre – und die Vision eines 4.5-m-Sonnenteleskops für Europa. [1:15 MESZ. NACHTRÄGE: von 2012 TC4 weitere Videos hier (mit der Lichtkurve daraus), hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein NASA-Clip mit noch einem, eine weitere Lichtkurve, die Aufzeichnung eines Webcasts und Artikel hier, hier und hier]

Die Erde und der Mond aus der Sicht von OSIRIS-REx

am 2. Oktober zehn Tage nach dem Erd-Vorbeiflug aus 3’180’000 km Abstand [NACHTRAG: und eine Vegetations-Analyse der Erde]. Auch Hinweise auf eine frühe Atmosphäre des Mondes, eine geologische Karte Merkurs, das Ende Cassinis in mehr Detail (sowie Erkenntnisse der Mission über das Magnetfeld und allerlei Bildverarbeitung durch Amateure), ein Interview zum JWST, das erste Jahr vom ScatSat-1, ein Testflug eines ‚Stratolliten‘, eine weitere ISS-EVA, was auf der ISS & anderswo in den letzten 2 Monaten geschah – und warum es Scott Kelly nicht gefallen hat (alt. und mehr) bei seinem 1-Jahres-Aufenthalt daselbst.

Das Aussetzen eines der 10 Iridium-Satelliten (im Hintergrund weitere), die mit einer Falcon-9 gestartet sind (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) – weitere Starts gab’s in den letzten Tagen in China (mehr, mehr, mehr und mehr) und Japan (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr; auch hier und hier Amateur-Aufnahmen des Ausgasens der Oberstufe) und vor wenigen Minuten wieder mit einer Falcon 9 (Vorschauen hier und hier). Und bald sind ein Progress zur ISS auf besonders schneller Bahn und mit mysteriöser Zusatz-Nutzlast dran und eine Rockot mit Sentinel-5P in Plesetsk. [1:00 MESZ] Die Landung der 1. Falcon Stufe gelang erneut. [1:05 MESZ. NACHTRAG: dito das Abliefern des Satelliten im GTO; auch Fotos vom Start hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. NACHTRAG 2: Der Soyuz-Start wurde kurz vorher abgebrochen (mehr und mehr) und soll nun am 14. Oktober stattfinden – und die Rückfahrt der Unterstufe vom ersten und Bilder vom zweiten erwähnten Falcon-Start. NACHTRAG 3: Der Start der 30. Rockot mit Sentinel 5b ist gelungen: das Start-Event, ein Foto, mehr Bilder, die AOS und Artikel hier, hier, hier und hier]

Dieser Tage … vor 250, 100, 60, 50 & 25 Jahren

10. Oktober 2017

Neben den 75 Jahren A 4 und 60 Jahren Sputnik 1 („Heute vor 60 Jahren …“) gibt es diesen Oktober noch jede Menge weitere ‚runde‘ Jahrestage mit mehr oder weniger direktem Weltraum-Bezug. Z.B. auch diese fünf, die ersten beiden inklusive Feiern:

Vor 250 Jahren wurde die Vermessung der „Mason-Dixon-Linie“ abgeschlossen, die ungefähr entlang 39°43’20“ Nord die Grenze zweier US-Staaten festlegte und damit zugleich später die Nord- und Südstaaten trennte – und Charles Mason war ein Astronom, der auch sonst öfters auf Expeditionen ging und sich ständig mit Kollegen in Großbritannien austauschte. Das Aufstellen des letzten Markers der „Linie“ [NACHTRAG: was laut diesem Artikel am 18. Oktober 1767 geschah] wird kommendes Wochenende ausgiebig gefeiert, siehe auch hier, hier und hier.

Vor 100 Jahren nahm das Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik seine Arbeit auf, in Berlin in der Wohnung des ersten Direktor Albert Einstein: das spätere MPI für Physik, das sich heute in München vor allem mit (Astro-)Teilchenphysik befasst. Zwei ehemalige Teilinstitute sind zudem die eigenständigen Max-Planck-Institute für Astrophysik bzw. extraterrestrische Physik in Garching. Am 12. Oktober gibt’s einen Festakt.

Vor 60 Jahren fand ein kurioses Raketen-Experiment statt, bei dem der Astronom Fritz Zwicky glaubte, zwei kleine Splitter auf Fluchtgeschwindigkeit gebracht zu haben: An dieser Interpretation von Beobachtungen der Explosion vom 16. Oktober 1957 – auch hier und hier erwähnt – wurden allerdings 1961 erhebliche Zweifel angemeldet, und es hat wohl nichts den Erdorbit verlassen (eine komplette Analyse fehlt aber immer noch).

Vor 50 Jahren wurde die Sekunde neu definiert und von einem direkten astronomischen Bezug getrennt: Die Definition vom 13. Oktober 1967 als „das 9’192’631’770-fache der Periodendauer der dem Übergang zwischen den beiden Hyperfeinstrukturniveaus des Grundzustands von Atomen des Nuklids 133Cs entsprechenden Strahlung“ hat heute noch Gültigkeit und wird auch eine Ende 2018 anstehende Neuorganisation des internationalen Einheitensystems überdauern.

Vor 25 Jahren kam es zum Meteoritenfall von Peekskill in den USA, als am Abend des 9. Oktober 1992 zunächst eine spektakuläre Feuerkugel vielfach gefilmt wurde – und dann ein Meteorit in ein altes Auto krachte, dessen (Sammler-)Wert sich dadurch vervielfachte und das bald in dieser Ausstellung in Paris gezeigt wird: Artikel auch hier und hier.

Allgemeines Live-Blog vom 2. bis 6. Oktober 2017

2. Oktober 2017

6. Oktober

Die Nacht ist da: Neptuns Mond Triton bedeckt einen Stern

Diverse Augen in mehreren Ländern und wohl auch auf der fliegenden Sternwarte SOFIA auf Kurs zum Kreuzungspunkt mit der Zentrallinie starren derzeit auf ein Bild genau wie dieses (hier vom University of Hertfordshire Observatory in Bayfordbury): links der Neptun, dann sein Mond Triton und rechts der eine Größenklasse hellere Stern, den er in Kürze bedecken wird und dem er sich nun zügig nähert – mehr zum warum und wie siehe unten („Derweil wird eine …“). [0:50 MESZ] Mehr Bilder aus Bayfordbury – und was von den Kanaren; diverse andere Beobachter melden dagegen Wetter-Ärger. Auch frühere Bilder mit großen und kleinen Teleskopen – und eine Webseite zum Sammeln von Beobachtungen. [1:20 MESZ] Auf dem Calar Alto gucken sie auch – nur noch etwa 3 Minuten, bis es in Europa passieren wird. [1:45 MESZ]

Vorher und während der Bedeckung, von den Kanaren – und da ist der Stern wieder! Und Wolfgang Beisker berichtet auf Mailing-Listen, er habe möglicherweise in Portugal einen Central Flash gesehen, während erwartungsgemäß ein anderer Beobachter bei Mainz keinen sah. [2:00 MESZ] Bilder während und nach der Bedeckung in Bayfordbury, ein Erfolg auch in Georgia – und auf den Kanaren haben sich Triton und Stern wieder getrennt. [2:10 MESZ] Ein Zeitraffer aus Bayfordbury! Und in Calern in Südfrankreich haben sie möglicherweise auch den Central Flash gesehen – aber viele andere Beobachter in Europa waren clouded out. [2:20 MESZ] Das Ganze mal in einem Posting – auf den Kanaren sahen sie mit dem Nordic Telescope übrigens keinen Flash. [2:35 MESZ]

Eine rohe Lichtkurve aus Bayfordbury – dass die in England einen Central Flash sahen, ist reichlich unwahrscheinlich, dafür wird aber eine Sichtung desselben aus Bologna berichtet. Und eine weitere Lichtkurve aus upstate New York. [2:55 MESZ] Auch SOFIA sah die Bedeckung – aber keine Erwähnung des Flashs. [3:10 MESZ] Im Ast. Obs. C.C.V. Constancia in Portugal gab es in der Nähe der Zentrallinie einen geradezu dramatischen Central Flash, wie eine rohe Lichtkurve zeigt, die diesem Blog vorliegt – wow! Eine andere schöne Lichtkurve mit Flash kommt aus Südwest-Frankreich, auf dem Pic du Midi gab es hingegen keinen. Insgesamt liegen eine Menge Beobachtungen aus Südeuropa vor: Wolkenpech gab es v.a. weiter nördlich, während England wieder Glück hatte. [14:15 MESZ] Eine Zusammenfassung der Ergebnisse bisher – mit einer sauberen Lichtkurve mit Central Flash! Dagegen eine Lichtkurve aus New York, nahe dem Nordrand – und ein Video von den Kanaren (mehr und mehr) … [17:00 MESZ] … wo jede Menge Teleskope Daten aufnahmen. Auch der Flug von SOFIA animiert – aber was zu den Beobachtungen? Fehlanzeige. [18:35 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: SOFIA hat den Central Flash ausgiebig aufgezeichnet – auch R. Ewald an Bord beim Flug, weitere Lichtkurven mit Central Flash und wohl ohne, mehr Zeitraffer-Clips hier, hier und hier, ein Vorher/Währenddessen-Blink und eine Sequenz vom Austritt]

Sanddünen in einem namenlosen 48-km-Krater auf dem Mars, aufgenommen vom Mars Express diesen Mai auf seinem 16’934. Orbit. Auch Phobos in IR von Themis auf Odyssey, die erstaunlichen Kameras von Chinas Mars-Orbiter 2020, der Erdmond von OSIRIS-REx gesehen, mal wieder ein neues Dawn Journal, eine Anhörung zum Plutonium-Produktions-Problem für Raumsonden, ein Besuch von Parker bei Parker, nämlich dem Sonnenforscher bei der nach ihm benannten Sonde, deren Start im Juli 2018 geplant ist – und wie das JWST junge Galaxien beobachten soll. [0:40 MESZ]

Besonders strukturreiche Aurora letztens von der ISS aus im Zeitraffer aufgenommen – auch eine EVA gestern (Artikel hier und hier) und das vermutlich erste 360°-Video einer EVA zuvor. Sowie die unklare Zukunft der ISS, die mögliche Verlängerung des BEAM-Tests mit dem Aufblas-Modul (Artikel hier, hier und hier), die erste Sitzung des Nat’l Space Council mit Mond-Visionen (Artikel hier, hier, hier und hier und gesammelte Tweets), ein Interview mit Thomas Reiter zu ESA & Mond – und der suborbitale ASPIRE-Test. [0:30 MESZ]


4. Oktober

Langzeitaufnahme des ‚persistent trains‘ eines Meteors, während die selbstleuchtende Spur vom Winde verweht wird: ein Zufallstreffer des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert Systems, das sich eigentlich um erdnahe Asteroidchen auf Kollisionskurs kümmert; auch etliche Videos einer hellen Feuerkugel über China. Derweil wird eine sehr große Beobachtungskampagne für eine Sternbedeckung durch den Neptun-Mond Triton in der Nacht 5./6. Oktober vorbereitet, bei der es v.a. um die Untersuchung seiner dünnen Atmosphäre geht – von der fliegenden Sternwarte SOFIA bis zu etlichen Amateurastronomen wollen viele mitmachen (der Stern hat 12.7, Triton 13.5 V-mag.): Mitteilungen von Gaia (man half mit Sternkoordinaten), NASA und ESA. Auch ein kurioser Doppel-Sonnen-Transit der ISS und eines Vogels, der Wert historischer Sonnen-Beobachtungen und die Analyse eines starken Sonnensturms, der im 18. Jh. Polarlicht über Japan erzeugte, wie stark Vögel von New Yorker „Tribute in Light“ abgelenkt werden, vor dem Pariser Observatorium wurde eine neue Statue von F. Arago enthüllt (Bilder und Artikel hier und hier) – und das Zeiss-Großplanetarium in Berlin feiert 30. Geburtstag. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: ein Artikel und ein Video-Clip zum China-Boliden und ein Gaia-Update, ein weiterer Aufruf, eine 1/2-h-Live-Sendung, ein Thread und ein Tumblr zum Triton-Event]

Ein schräger Astro-Bezug auch beim Chemie-Nobelpreis

ist diesem Blogger durch Zufall untergekommen: Einer der drei Preisträger für Kryo-Elektronenmikroskopie ist der deutsch-amerikanische Biophysiker Joachim Frank – der nebenher Fiktion schreibt und darüber bloggt. Dort findet sich der Hinweis auf seinen unveröffentlichten Roman „The Observatory“, von den in Web immerhin den Prolog „Downpour“ nebst Interview dazu gibt. Die Handlung spielt rund um die Alte Sternwarte in Bonn – die nach dem Auszug der Astronomen von einem zwielichtigen Investor in ein dubioses Etablissement verwandelt wird, worauf sich ein eskalierender Bonner Gesellschafts-Skandal entwickelt. Das sei „inspired by a real story at that location“, schreibt Frank – na ja, die Astronomen haben das Gebäude tatsächlich 1973 verlassen, aber der Rest der Geschichte … [23:05 MESZ. NACHTRAG: Die Story wird auch hier am Ende erwähnt]

Heute vor 60 Jahren startete Sputnik 1, der erste künstliche Erdsatellit – mitten in der Nacht Ortszeit, d.h. die vermeintlichen Aufnahmen des historischen Starts bei Tageslicht, die man allerorten findet, zeigen ein anderes Abheben der R7-Rakete: Artikel zur Geschichte des Satelliten, dem Start und wie der Flug von Deutschland aus verfolgt wurde, der Wahrnehmung in der SU und in den USA hier und hier, eine detaillierte Timeline der Raumfahrt vom Anfang bis Sputnik plus 5 Jahre, weitere Artikel zum Jahrestag hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Video-Clips hier und hier. [1:35 MESZ] Und noch einer, über Sputnik-Beobachtungen in Jodrell Bank. [3:30 MESZ] Ein indonesischer Artikel – mit noch verrückterem falschem Start-Bild. [4:15 MESZ. NACHTRAG: entfernt, ist aber auch das Slide 6 hier …]

Ein Video und ein Artikel von Roskosmos, ein weiteres Video und ein Radio-Beitrag. [11:45 MESZ] Weitere Artikel hier, hier und hier. [13:20 MESZ] Ui, auch von der NASA eine Gedenkseite, eine alte Frontpage heute noch mal, noch mehr davon, weitere Artikel hier, hier und hier und noch ein TV-Clip. [14:50 MESZ] Lange Artikel hier, hier und hier, ein Statement der NSF – und ein Artikel von damals. [16:35 MESZ] Und noch zwei hier und hier und weitere heutige Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [18:55 MESZ] Die ersten Orbits neu visualisiert und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [22:35 MESZ. NACHTRÄGE: und hier, hier und hier – plus das kanadische Radio damals]


3. Oktober

Natürlich LIGO: Nobelpreis für die Gravitationswellen

Als zu Beginn der Pressekonferenz in Stockholm von einer „Entdeckung, die die Welt erschütterte“, die Rede war, gab es schon keinen Zweifel mehr, und dann erschien auch schon die Folie: Der Physik-Nobelpreis 2017 geht „für entscheidende Beiträge zum LIGO-Detektor und die Beobachtung von Gravitationswellen“ an Rainer Weiss (1/2) und Barry C. Barish und Kip S. Thorne (je 1/4). Weiss wurde zwar in Deutschland geboren, aber die Familie floh bereits Monate später vor den Nazis erst nach Prag und dann in die USA: zweifelsohne ein amerikanischer und kein deutscher Physiker. [12:05 MESZ] Gratulationen von MPG, CERN und AEI, ein Live-Blog und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [12:45 MESZ]

Rainer Weiss Ende der 1970-er Jahre in einem MIT-Labor: Damals arbeitete er an kryogenen Detektoren für die kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlung. Auch eine LIGO-Seite zum Preis mit (unten) der Ankündigung von PKs an MIT und Caltech, ein Kommentar aus Sheffield, ein Interview mit dem DPG-Präsidenten und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [13:50 MESZ] Das Paper von Weiss von 1972, mit dem alles begann, MIT und Caltech Releases, eine PM der DPG, ein STFC Release, Forscher-Soundbites vom AEI und der Univ. of Birmingham und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. [14:55 MESZ]

Kip Thorne heute früh um 3:15 Uhr kalifornischer Ortszeit, nicht lang nach Erhalt der Kunde – ein offizielles Foto seiner Frau im Auftrag des Nobel-Komitees … auch Telefon-Interviews mit Weiss, Barish und Thorne, Jubel am MIT, Press Releases von NSF, IOP, CNRS, APPEC, ANU und In2P3, ein weiteres Soundbite, Artikel hier, hier und hier – und hier streamt in 15 Minuten eine MIT-PK mit Weiss. [16:15 MESZ]

Während der PK hat Weiss (Screenshot) mehrmals ziemlich deutlich angedeutet, dass Gerüchte letztens über eine LIGO-Beobachtung verschmelzender Neutronensterne – siehe z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – zu stimmen scheinen, mit der Verkündung am 16. Oktober. Und er erzählt, dass der deutsche Detektor GEO 600 eigentlich größer werden sollte, wegen der deutschen Einheit aber so klein ausfiel, dass es jetzt nicht direkt mitspielen kann: auch ein Statement zum Feiertag … [16:55 MESZ] Weitere Press Releases von Perimeter, LSU und Northwestern, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, die ganze Sendung des DLF – und in 15 Minuten treten hier die anderen beiden Laureaten auf. [18:45 MESZ]

Barish und Thorne beim Caltech-Auftritt – ersterer hatte tatsächlich den Wecker gestellt, es rief aber erst keiner an, und er guckte schon den Webcast aus Stockholm, um zu sehen, wer stattdessen – dann klingelte sein Handy, trotz streng geheimer Nummer … Auch AAAS, GA Tech und JPL Releases und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [19:35 MESZ] Barish auf der PK: Richtige Rückschläge bei der LIGO-Entwicklung gab es nicht, bei jedem Run lernte man dazu und erreichte wieder neue Limits – bloss bis zur ersten Detektion dauerte es am Ende doppelt so lange wie gedacht. [19:50 MESZ] Noch drei Artikel in Deutsch hier (von diesem Blogger), hier und hier. [23:55 MESZ]


2. Oktober

Ein neuer Flug durch die Sternwolken des Gaia-Satelliten aus dem ersten Data Release von vor einem Jahr – in dem sind letztens sogar mehrere Gravitationslinsen nachgewiesen worden. Auch ein 12-Minuten-Beitrag über das Hubble Space Telescope aus dem bekannten CBS-Nachrichten-Magazin „60 Minutes“ letzte Nacht und wie es dem JWST zuarbeitet, das auch die CBS-Soundbites hier und hier diskutieren, die Vorbereitungen des Wettersatelliten JPSS-1, die Ankunft weiterer Galileo-Satelliten in Französisch-Guyana, die Russland-Premiere (und kurze Ausschnitte) des Spielfilms „Salut 7“ – und Tests für den „Stratolliten“ von World View. [23:40 MESZ]

Zwei kleine Astro-Bezüge des Medizin-Nobelpreises 2017

Er wurde heute vergeben „für Entdeckungen von molekularen Mechanismen, die den zirkadianen Rhythmus steuern“, also die innere Uhr des Menschen – und die kurze wie die lange Erläuterung des Nobel-Komitees verweisen auf den (u.a.) Astronomen Jean-Jacques d’Ortous de Mairan, der 1729 mit Experimenten die innere Uhr von Pflanzen nachwies (und ansonsten u.a. den Nebel Messier 43 entdeckte und eine Monografie über die Physik der Polarlichter veröffentlichte, die wie viele andere frühere Ideen auch freilich reichlich daneben war). Und heute berühren sich Chronobiologie und Astronomie erneut, beim Studium der Lichtverschmutzung und ihrer Folgen: Sie kann die Ausschüttung des Hormons Melatonin stören und in den den ausgeklügelten Tagesrhythmus des Menschen eingreifen, mit diversen Konsequenzen. [14:05 MESZ. NACHTRAG: diesbezüglich später eine Reaktion der Int’l Dark-Sky Association: „Elevation of circadian biology to Nobel-worthy science affirms many of the concerns IDA has raised since 2010 regarding known and suspected hazards to human health and wellbeing. […] The potential for circadian rhythm disruption to cause or contribute to human disease should be evaluated cautiously and skeptically. IDA urges further research into artificial light exposure and its effects on biology.“]

Wurde vor 75 Jahren „der Weltraum“ erreicht?

1. Oktober 2017

Es naht – übermorgen – ein runder Jahrestag, mit dem umzugehen nicht leicht ist: Am 3. Oktober 1942 gelang nach drei Versagern der erste Flug eines Aggregat 4, bei dem diese spätere Massenvernichtungswaffe nicht nur 190 km weit flog sondern dabei auch bis in 84.5 km Höhe aufstieg. Das war ein neuer Rekord – und wird gerne als erstes Erreichen des Weltraums betrachtet. Anlässlich des 50. Jahrestags wollte das die damalige Bundesregierung 1992 sogar groß feiern (nach Protesten wurde es eine eher verhaltene Gedenkstunde in Peenemünde, an der auch dieser Blogger teilnehmen konnte; Berichte erschienen seinerzeit im gedruckten Skyweek und SuW), jetzt will man den Termin allerorten möglichst lautlos verstreichen lassen [NACHTRAG: weitere neue Artikel hier und hier]. Aber abseits der düsteren Hintergründe und diffizielen Erinnerungskultur bleibt eine ganz konkrete Frage: Hat das A4 – hier eine Rekonstruktion auf den Gelände des ehemaligen Peenemünder Kraftwerks – Nummer 4 tatsächlich 1942 „den Weltraum erreicht“?

Wo der überhaupt beginnt, darüber wird seit gut einem halben Jahrhundert gestritten: Die bei weitem populärste Definition lautet 100 km, die in den 1950-er Jahren eingeführte „Kármán-Linie“, oberhalb derer die Orbital- die Aerodynamik dominieren soll. Aber bereits seit Anfang der 1960-er Jahre feierte die U.S. Air Force ihre Piloten als „Astronauten“, sobald sie – mit dem Überschallflugzeug X-15, hier 1965 eins nach dem Abheben – höher als 50 Landmeilen = 80.5 km gekommen waren. Bei acht X-15-Piloten war das der Fall: Während die fünf, die zur USAF gehörten, ihre „Astronaut Wings“ verliehen bekamen, gingen die anderen drei in Diensten der NASA leer aus (was 2005 schließlich symbolisch „korrigiert“ wurde; einer von ihnen hatte übrigens auch die 100-km-Marke geknackt). Die Vereinten Nationen haben offenbar überhaupt keine amtliche Meinung, wo denn nun der Weltraum beginnt, in Papieren von einzelnen Raumfahrtagenturen tauchen zuweilen sogar Höhen über 100 km auf, und so müssen wohl die Astronomen ran:

Das sind die Schlussfolgerungen einer Analyse des Raumfahrtchronisten Jonathan McDowell, die demnächst auch als Paper erscheinen soll: Die wahre Kármán-Linie liegt demnach deutlich erdnäher als seinerzeit abgeschätzt, nämlich (Zufall?) just bei den USAF-bevorzugten 80 km! Eine gewisse Art Luftfahrt ist demnach noch bis rund 50 km Höhe möglich, dann beginnt eine 30 km breite Übergangszone – und Raumfahrzeuge können sich ab etwa 80 km Höhe eine Zeitlang im Orbit halten. Nach dieser Definition hätte das A4 Nr. 4 tatsächlich „den Weltraum“ erreicht, wenn auch als Abfallprodukt einer Waffenentwicklung (emsige Beteuerungen in der Nachkriegszeit, dass von Braun und Co. ja eigentlich immer zum Mond statt nach London wollten, mal beiseite). Und auch wenn man auf der 100-km-Regel beharrt, „gewinnt“ erneut ein Aggregat 4, wenn auch ein viel späteres: Am 20. Juni 1944 gelang auf der vorgelagerten Insel Greifswalder Oie ein Senkrecht-Schuss, der bis in 174.6 km Höhe führte. Und es gab tatsächlich Pläne, das A4 mit Meßgeräten für echte Weltraumforschung zu nutzen, doch dazu kam es in Deutschland nicht mehr, sondern erst später in den USA mit erbeuteten Raketen in White Sands, wo bereits am 10. Mai 1946 abermals die 100-km-Marke überschritten wurde. Und diesmal als öffentliches Spektakel – mit der Rakete in gelb:

Allgemeines Live-Blog vom 16. bis 30. 9. 2017

16. September 2017

30. September

Die beiden großen Fleckengruppen sind wieder da, nach erneuter Rotation auf die Sonnenvorderseite mit neuen Nummern – aber sie haben beide magnetisch stark abgebaut und dürften für keine nennenswerten Flares sorgen. Auch Chi Cygni vor dem Maximum, ein beindruckendes 360°-Panoroma einer Aurora nebst „Steve“ in Kanada, das die klare räumliche Trennung beider Phänomene hervorhebt [NACHTRAG: die Szene anders projiziert – und ein ähnliches Bild 2015 in Neuseeland], ein Echtzeit-Clip besonders hektischer Aurora über Island (vorher Ton runter drehen!), hübsche Sprites über der Slowakei, Dark-Sky-Tourismus in Utah – und Arbeit am Gammastrahlen-Observatorium H.E.S.S. in Namibia. [15:55 MESZ] Ein Komet O1 heute früh aus Teneriffa. [23:10 MESZ. NACHTRÄGE: und am Morgen des 1.10. beim California-Nebel und früher bei den Plejaden mit PANSTARRS sowie eine Lichtkurve] Und ein fetter isolierter „Steve“, auch wieder aus Kanada. [23:25 MESZ – Ende]

MAVEN sah nach Sonnensturm starke Aurora auf dem Mars

Am 13. September hat der Marsorbiter NASA-Orbiter MAVEN starke Aurora am Mars-Rand – 25-mal heller als je beobachtet – gesehen, in der Folge eines großen Sonnensturms, der auch die Strahlungssituation am Boden verdoppelt hatte: hier UV-Bilder vorher und während des Ereignisses. Auch der Skycrane für den Marsrover 2020 der NASA, sehr hitzebeständige Elektronik für extreme Planeten-Missionen – und es sind ein Jahr seit Rosettas Ende und 10 Jahre seit Dawns Start. [15:50 MESZ]

Der 81. erfolgreiche Start einer Ariane 5 in Folge vergangene Nacht: Arianespace und ESA Releases, Ausschnitte aus dem Webcast hier und hier, Screenshots hier und hier, zwei Tele-Fotos und Artikel hier und hier – zuvor waren eine Langer Marsch 2C mit geheimnisvoller Fracht (mehr, mehr und mehr) und eine Proton M mit einem Nachrichtensatelliten (mehr, mehr und mehr) gestartet. Derweil haben auf dem dem International Astronautical Congress in Adelaide das DLR allerlei Kooperationen unterzeichnet, die ESA, Lockheed Martin (Artikel hier und hier) und Elon Musk (seine Slides und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier) in Visionen geschwelgt und der Gastgeber von Größerem geträumt – und die UNO möchten den Dream Chaser mieten. [15:45 MESZ]


28. September

Amateurastronomie aus der ISS (am 18. September): Anklicken liefert eine Animation. Auch ein Citizen-Science-Aufruf zur Sichtung von Erd-Aufnahmen von der ISS, der Komet C/2017 O1 heute hier und hier und eine Analyse sowie ein heller Kreutz-Komet letztens, der schon Geschichte ist. Sowie eine wichtige Entscheidung pro TMT auf Hawaii (345 Seiten; Reaktionen hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier und hier), das VLT-Instrument MUSE beobachtet einen Planetarischen Nebel, ein aktualisierter Science Case für den Cherenkov Telescope Array – und ein 44-Seiten-Paper über Measuring night sky brightness: methods and challenges. [23:55. NACHTRÄGE: obiges Bild ohne Labels – und Komet O1 letzte Nacht, beim California-Nebel, und 29P mal wieder hell vorgestern]

Start des James Webb Space Telescope auf 2019 gerutscht

Nun ist passiert, was viele kommen sahen – aber der erwartete Grund, eine Kollision des Starttermins mit dem von BepiColombo, wird in der Mitteilung der NASA heute mit keinem Wort erwähnt. Stattdessen heißt es nun, beim Weltraumteleskop selbst „the integration of the various spacecraft elements is taking longer than expected.“ Wirkliche Probleme gäbe es nicht, aber der Zusammenbau des komplexen Satelliten und manche Tests dauerten etwas länger als gedacht, und die „additional environmental testing time of the fully assembled observatory – the telescope and the spacecraft – will ensure that Webb will be fully tested before launching into space.“ Das soll nun im Frühjahr 2019 passieren, keine Extrakosten verursachen und der Wissenschaft nicht schaden – jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Merkurmission BepiColombo den ursprünglichen Termin Oktober 2018 halten kann und nicht erneut dem JWST in die Quere kommt … [21:35 MESZ]

Neuer Komet kommt im August 2018 der Sonne recht nahe

Mal wieder herzlich wenig ist klar über das Schicksal eines neu entdeckten Kometen, der relativ nahe an die Sonne heran kommen wird: Die erste Bahn von C/2017 S3 (PANSTARRS) ist schon recht zuverlässig, da Astrometrie seit Mitte August vorliegt – und sie führt den derzeit 5 au von Sonne wie Erde entfernten Kometen kommenden August bis auf 0.21 au an die Sonne heran. Wie hell er dann ist, hängt von seiner Reaktionsfreudigkeit auf die Sonnenwärme – dem berühmt-berüchtigten Faktor „n“ in der Kometen-Helligkeitsformel – ab: Für den Standardwert 4 hat PANSTARRS nur eine Absoluthelligkeit H von 11 und wird nicht heller als +4 mag. (in rund 12° Sonnenelongation), für – unerklärlicherweise von JPL Horizons verwendete – höhere H- und n-Werte wären dagegen mehrere Größenklassen mehr drin. Nach deren Ephemeride würde der Komet -4.6 mag. erreichen, und zuvor mit -2 mag. in 14° Elongation (8. August) und 0 mag. in 23° Elongation stehen (4. August): Just aus deutschen Breiten wäre er dann noch vergleichsweise am besten zu sehen, 12° hoch bei 12° Sonnendepression – man darf ja mal hoffen … [21:20 MESZ]

Arecibo-Teleskop überstand Hurrikan fast unbeschadet

Während die Gesamt-Lage auf der Insel Puerto Rico katastrophal ist, haben die 300-Schüssel in einer Bodensenke und die Antennentechnik des Radioteleskops von Arecibo den Hurrikan Maria ohne großere Schäden überstanden, und womöglich schon morgen können einige Beobachtungen wieder aufgenommen werden. Etwas Antennentechnik stürzte im Sturm auf die Schüssel und beschädigte 15 Panele, aber die können leicht ersetzt werden. Lediglich die Atmosphärenforschung ist deutlich beeinträchtigt, während die Radioastronomie und Planetenforschung per Radar weiter gehen können: Für Strom sorgt ein Generator, Wasser kommt aus einem Brunnen – von beidem kann ein Großteil der Bevölkerung Puerto Ricos nur träumen, für die aber von Arecibo aus Hilfe organisiert wird. Auch ein früherer Update, Zustandsberichte hier, hier und hier und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [20:25 MESZ]

So passen Rosettas letzte zwei Bilder zusammen, das schon seit dem Tag der „Landung“ bekannte rechts und das in der Telemetrie erst mehrere Monate später gefundene noch spätere („Man fasst es nicht: Ein allerletztes Bild von Rosetta“) links: Vier Monate nachdem es bereits bei diversen Gelegenheiten herumgezeigt worden war, hat es die ESA heute als, hüstel, Neuigkeit präsentiert. Als Höhen der letzten beiden Bilder werden jetzt 24.7±1.5 m und 19.5±1.5 m angegeben, mit 2 mm/Pixel Auflösung für das allerletzte; oben ein Bild, ebenfalls der Weitwinkel-Kamera, aus 331 m Abstand. Derweil wird das JWST allmählich erwärmt, denn der Kryo-Test in der großen Kammer endet bald. [18:15 MESZ. NACHTRÄGE: auch das allerletzte Bild scharf gerechnet- und dass es überhaupt keine Neuigkeit ist, wird am Ende der deutschen Fassung der PM zugegeben und wurde auch in der englischen ergänzt …]


27. September

Drei Detektoren sahen selbes Gravitationswellen-Ereignis!

Wie in diesem Paper, einem Press Release und einer gerade begonnenen und hier gestreamten Pressekonferenz bekannt gegeben wurde, haben am 14. August die beiden LIGO-Detektoren in den USA und der erst am 1. August in Vollbetrieb gegangene VIRGO-Detektor in Italien gemeinsam ein Gravitationswellen-Signal empfangen. Wie bei den drei zuvor von den LIGOs gesehenen Ereignissen war der Auslöser die Fusion von zwei Schwarzen Löchern (diesmal etwa 31 und 25 Sonnenmassen), und der Verlauf war „wie üblich“ – aber dank der nun drei Detektoren konnte der Ort am Himmel rund 10-mal genauer bestimmt werden: in der Grafik gelb nur die LIGOs, darin zwei Analysen mit VIRGO dabei. Frühere statistische Aussagen zur Häufigkeit solcher Schwarzloch-Fusionen ändern sich durch den vierten Fall nicht nennenswert – und frühere Gerüchte, man habe eine andere Quelle, gar mit optischem Gegenstück, beobachtet, bestätigen sich nicht. [18:50 MESZ]

Die Wellensignale der Dreifach-Detektion, auch ein VIRGO-Press Kit, eine hübschere Himmelskarte und der Vergleich zu früher, die SL-Fusionen hinter allen vier Events und die Virgo-Nachrichten-Seite. Die Empfindlichkeit der Detektoren wird jetzt verbessert, und beim nächsten gemeinsamen Run ab in etwa einem Jahr sollten sie doppelt so empfindlich sein, heißt es auf der Pressekonferenz – damit verachtfacht sich das überwachte Volumen des Kosmos, und es gibt vielleicht ein Signal pro Woche. [19:15 MESZ] Ein 4-Seiten-Flyer, weitere Press Releases in 3 Sprachen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Visualisierungen hier, hier und hier und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [20:10 MESZ]

So sah OSIRIS-REx die Erde (na ja, überwiegend das Wasser des Pazifik) beim Vorbeiflug vor 5 Tagen, um Schwung zu holen: auch Spektren von IR-Instrumenten auf der Asteroiden-Sonde und Artikel hier, hier, hier und zuvor hier. Plus die vergebliche Suche nach Kleinkram am Pluto (Minimonden und Ringen) durch New Horizons, ein Heli-Test für das Juice-Radar, deutsche Visionen für einen Europa-Lander (mit EurEx-SiLaNa, was für ein Akronym!), Indiens Mars Orbiter Mission schon drei Jahre im Orbit bei einer Design-Dauer von 6 Monaten, Opportunity weiter unterwegs, Details eines Instruments auf dem 2020-Rover, Chinas Pläne einer Mars Sample Return Mission im kommenden Jahrzehnt, noch mehr Eis auf dem Merkur, Chinas Verschiebung der nächsten Mondmission wegen Raketen-Problemen – und eine neue Karte von Wasser auf dem Mond aus neu analysierten Daten von Indiens Chandrayaan 1 [NACHTRÄGE: Chandrayaan II startet wohl nächsten März – und weitere OSIRIS-REx-Bilder, auch hier diskutiert, und ein laaanger Artikel über den Swing-By].

Das ULA-Pop-Video zum jüngsten Atlas-Start – auch der Reentry vin Tianzhou 1 nach erfolgreicher Versorgung von Chinas Raumstation, die Ankündigung einer Raumfahrt-Agentur Australiens (auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier), mal wieder Verspätungen beim SLS-Erstflug (eine Art Bestätigung sowie der NEA Scout an Bord) und auch beim Starliner, ESA-Visionen für den Mond und ein Call for Ideas für die angedachte „Gateway“-Station in der Nähe, die auch ein Sonnensegel tragen könnte – und Forschung hüben wie drüben zur Strahlenbelastung von Astronauten. [11:45 MESZ] Ein faszinierendes Info-Portal der NASA über alles, was in der weltweiten bemannten Raumfahrt beinahe oder völlig schief ging. [13:40 MESZ] Roskosmos und NASA Releases und Artikel hier, hier und hier zu einem russisch-amerikanischen Abkommen über Vorarbeiten zum Deep Space Gateway. [15:00 MESZ. NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – plus ein kritischer Kommentar dazu]


26. September

Da rollt das erste Segment des Hauptspiegels des GMT aus der Fertigung in Tuscon in eine Lagerhalle, damit das nächste hergestellt werden kann. Auch Sternwarten-Bau in Tibet bei Ngari, ein neues 1-m-Teleskop des LCOGT in Texas, australische Technik für Effelsberg, ein Fotograf im Auftrag der ESO, die Rückkehr der Sonnenflecken-Gruppe 2673 – und der Komet 2017 O1 am 25., 24. und 23. September. [23:55 MESZ]


22. September

Die Kanarischen Inseln von der ISS aus gesehen: Wolkenmuster zeichnen die Windströmungen nach. Auch die heutige Erdpassage von OSIRIS-REx (auch eine FAQ zur Sichtbarkeit, frühe Nachweise hier und hier und ein späterer), das nahe Ende der GRACE-Satelliten – und ein Abkommen von DLR & JAXA mit interessanten Plänen. [12:10 MESZ]

Helle Feuerkugel über BeNeLux und Westdeutschland

Noch sind die einlaufenden Berichte widersprüchlich, aber eine grob Vollmond-helle Feuerkugel hat gestern Punkt 21:00 MESZ v.a. in den Niederlanden und dem westlichen Deutschland für einiges Aufsehen gesorgt, z.B. in Köln – Meldungen bitte hier! Eine eventuelle Restmasse wäre allerdings in die Nordsee gefallen. [NACHTRAG: Nach einer genaueren Bahnanalyse war’s ein früher nördlicher Taurid, also ein Stück Encke.] Auch Komet C/2017 O1 (ASASSN) am 19.9. (auch mit den Plejaden), 18.9. und 17.9. (auch mit PANSTARRS) sowie 29P/S-W am 17.9.

Schöne – aber undatierte – Aurora von der ISS aus gesehen. Auch ein besonders fetter „Steve“ (frühere Bilder und Animationen dieses neu beschriebenen Auroraphänomens hier, hier, hier, hier, hier und hier) – und die Reise des Mondes am 18./19.9. entlang an der Venus (Malaysia), dem Regulus (Deutschland) und Merkur & Mars (Japan). [11:35 MESZ]

Kein Kontakt mehr mit dem Radioobservatorium von Arecibo besteht seit 1 1/2 Tagen in der Folge des schweren Hurricans Maria (oben im Sat-Bild vom 20. September genau über Puerto Rico): ein magerer Update der USRA und Artikel hier und hier (früher). Auch ein neues Riesen-Projekt am VLA – und ein Paper über Extragalactic Radio Continuum Surveys and the Transformation of Radio Astronomy durch den Big Data-Boom in der Folge. [0:15 MESZ] Ein Arecibo-Update um mehrere Ecken: „some damage (apparently the legacy 430-MHz antenna is no more), but otherwise minimal damage to the main telescope. Apparently the 12-m satellite telescope also blew away.“ [10:05 MESZ]


20. September

Das Komposit der SoFi 2017, auf das wir gewartet haben, hier etwas knackiger gerechnet: Einen Monat „danach“ hat Miloslav Druckmüller geliefert … Auch ein weiteres Flashspektrum animiert, Berichte hier und hier, Bilder hier, hier, hier und (gut gemalt) hier, Videos hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [23:45 MESZ]


16. September

Eine zerfallende Feuerkugel über der Insel Mauritius – derweil suchen Meteoritensucher Augenzeugen einer Feuerkugel in Kanada, wurde ein Meteorit vom Steinheimer Becken-Impakt in einem Museum (!) entdeckt und staunt ein Astronaut über das benachbarte Ries. Auch Komet O1 – jetzt ~8.5 mag. – am 14.9. und 13.9. und eine Amateur-Aufnahme von OSIRIS-REx. Plus Artikel über das ELT hier, hier und hier, Pläne für ein neues Teleskop in der Antarktis, ein Zwischenfall bei ASTRON, was das evScope mitten in New York City kann – und Aspekte der Lichtverschmutzung hier, hier und (LOL) hier. [19:20 MESZ. NACHTRAG: zum Vergleich ein Reentry über Australien heute, der auf diese Raketenstufe zurück ging]

Live-Blog zum Ende der Cassini-Mission

15. September 2017

So wurde das Ende der Mission verfolgt: Die Antenne 43 des Deep Space Network im australischen Canberra schaut auf den Saturn, der am klaren Abendhimmel sichtbar geworden ist. „We got every last second of data“, heisst es auf der PK; weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [15:45 MESZ]

Ein neues Bild aus der PK: Saturn im thermischen Infraroten, erst gestern vom VIMS-Instrument auf der Nachtseite aufgenommen – mit der Einschlagsstelle markiert. [15:55 MESZ] Das X-Band-Signal – und damit die Telemetrie – ging um 13:55:39 MESZ verloren. Und die allerletzte Erwartung war 13:55:16 gewesen: Cassini kam wohl ein – winziges – bisschen spät. Das S-Band, ein reiner Träger für Radio Science, war dann um 13:55:46 weg; das scheinbare Kommen und Gehen hat wohl mit Seitenbändern zu tun. Auch der Loss of Signal bei der ESA in New Norcia. [16:10 MESZ]

Das allerletzte Bild von Cassinis Kamera (auch hier und hier in Farbe): Alles hier – die Einschlagsstelle ist drauf – ist auf der Nachtseite, wird aber durch Sonnenlicht beschienen, das andere Teile der Ringe reflektieren. Auch mehr Fotos aus Mission Control. [20:45 MESZ] Ein dritter & letzter Artikel dieses Bloggers zu Cassinis letzten Minuten und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und hier … [22:05 MESZ] … und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie eine Verbindung zum Mauna Kea. [23:55 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: Porcos Gedanken, LOS in Canberra, das VIMS-Bild der Einschlagsstelle, Frontpages hier, hier und hier und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links]

Loss of Signal – End of Mission: Um 13:55:46 MESZ

(so die offizielle Zeitansage) war auch das S-Band-Signal vom Spectrum Analyzer verschwunden, bereits etwas vorher (Screenshot) war das X-Band weg. Im Kommentar war zuvor nur zu hören gewesen, dass die Lageregelungsdüsen zuvor immer stärker arbeiten mussten, wie erwartet: Wie es den wissenschaftlichen Instrumenten ergangen ist, insbesondere dem INMS zur Atmosphärenanalyse, wurde nicht verraten, geschweigedenn irgendwelche Live-Daten gezeigt. Vielleicht auf der PK um 15:30 MESZ. [14:05 MESZ] Aha, UVIS-Bilder der Saturn-Aurora von gestern. Auch der LOS aus Sicht des JPL-Auditoriums – und ein kleines Stück Cassini ist immer noch im Orbit … [14:25 MESZ] Ein längerer Mitschnitt der letzten Minuten. [14:55 MESZ] Eine Auswahl der letzten Bilder, wie in der Live-Sendung gezeigt. Auch NASA, ESA und JPL Press Releases und ein Artikel. Und z.B. hier beginnt nun die Post-Mission-PK. [15:30 MESZ]

Der Funkträger von Cassini auf zwei Frequenzen, die traditionellen Erdnüsse stehen bereit – aber natürlich sendet da am Saturn längst niemand mehr. Auch Blicke in den „Kontroll“-Raum und ins Auditorium am JPL und auf ein Public Viewing am Caltech. Und Cassinis letztes Bild, in einer improvisierten Farbversion. [13:35 MESZ]

Und die finalen Rohbilder von Cassini strömen nun erneut

nach einer Pause von mehreren Stunden. Auch ein weiteres Fan-Mosaik das andere überarbeitet, noch ein Artikel – und ein Press Release aus Oz, wo gerade ein Neuseeländer die DSN-Station besucht und das Wetter dort für gut befindet. [8:05 MESZ] Die ESA-Antenne in Australien empfängt Cassini – der gerade Ring-Nahaufnahmen wie diese schickt, nur 1/2 Tag alt. Und ein deutscher Artikel. [8:35 MESZ] Die Live-Übertragungen kommen: Hier gibt’s bereits ein Bild aus dem Kontrollraum, hier ab 13:00 Uhr auch Kommentar. Dramatische neue Bilder sind in den letzten Stunden nicht dazu gekommen, von den Ringen und Saturn selbst: Das ist das jüngste. [12:55 MESZ] Da Cassini bereits nicht mehr existiert, konnten alle Notfallpläne feierlich zerrissen werden. Noch aber läuft der Datenstrom (inzwischen ‚live‘) und wird nicht nur vom DSN in Canberra sondern auch von der ESA-Schüssel bestens empfangen. [13:10 MESZ] Auf diesem Kanal gibt’s ein 360°-Live-Video aus dem Kontrollraum – der natürlich nichts mehr zu kontrollieren hat, weil ja Cassini … Noch 1/2 Stunde bis zum Loss of Signal an der Erde. [13:25 MESZ]

Blick in die Mission Control während des Daten-Downloads, hinten der Status des Deep Space Network und Cassinis Signal auf einer Spektrum-Analyzer – in dem wachsenden NASA-Album auch Portraits von Cassinis Programm-Manager Earl Maize und Spacecraft operations team manager Julie Webster daselbst. [2:55 MESZ] Der ‚Untergang‘ von Enceladus animiert, als Bilderserie und in Farbe, dito der Mond im Saturnschein vorher und die Ringe hier und hier. [3:20 MESZ] Länger keine neuen Bilder, aber noch ein paar Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [4:15 MESZ] Und ein bunter Titan aus den neuen Bildern sowie eine Collage und noch ein Enceladus-Untergang. [4:35 MESZ] Ein komplettes Farb-Mosaik des Saturn aus den neuen Bildern, ein neuer farbiger Enceladus-Untergang und ein Artikel. [5:40 MESZ] Drei der besten Fan-Farb-Produkte der Nacht sind in diesem Artikel zu sehen! [6:45 MESZ]

Einige der ersten Bilder der allerletzten Aufnahme-Serie

von Cassinis Kamera für sichtbares Licht, die vorgestern entstanden und gerade zur Erde übertragen werden und auf der Rohbilder-Seite bzw. in diesem Twitter-Feed erscheinen (zuvor waren bereits die letzten Vorbeiflug-Bilder vom Titan eingetroffen, aus denen dieses Farbbild entstand). In 12 Stunden wird es um den Saturn-Orbiter geschehen sein: ein Überblick zum Missionsende mit insbesondere dem aktuellen Status und Ort Cassinis und dem Fahrplan, der hier im Detail diskutiert und auch hier, hier und hier erwähnt wird. Ferner ein zweifelhafter Versuch, etwas mit Hubble zu beobachten (ein motivierendes Paper, die geplanten STIS-Messungen [„2017.258 12:07:38 …“ im Dokument] und ein Artikel), die Medien-Aktivitäten, Aufzeichnungen einer Pressekonferenz am 13.9. (Bilder) und einer Telecon am 29.8. und Press Releases und Statements von diversen Seiten vom 14. September hier, hier, hier, hier, hier und hier, 13. September hier, hier, hier, hier und hier, 12. September hier, hier und hier (alt.) und 11. September hier, hier und hier (alt. und alt.). Sowie Erinnerungen aus Sicht der Kamera und von CIRS, ein eBook der NASA, Artikel hier (Seiten 24-30), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Videoclips hier, hier, hier, hier und hier. [1:35 MESZ] Und hier. Plus schon ein Farbbild aus den neuen Aufnahmen von einem Stück Saturn – und gerade kommen viele Bilder vom fernen Enceladus hinter dem Saturnrand rein. [2:25 MESZ] Abschied von Enceladus … jetzt kommt ein ferner Titan – und Dan Rather hat was zu sagen. [2:45 MESZ]

Allgemeines Live-Blog vom 8. bis 14. 9. 2017

8. September 2017

14. September

Erste kleine wissenschaftliche Ergebnisse von der SoFi

im August tauchen jetzt hier und da auf (wobei nicht diese rudimentäre Verarbeitung der Koronen dieses Bloggers durch P. Hombach gemeint ist): Es gibt z.B. eine neue Version des Korona-Films von Citzen CATE, der leider künstlich verschlechtert wurde (aber immer noch weit besser als der Mega-„Movie“ ist), Korona-Animationen von Einzelbeobachtern hier und hier, Messungen zur Radio-Ausbreitung, vom Lärmpegel, der Temperatur (mehr [alt.], mehr und mehr) und mehrerer Daten der hier und hier, Spektren der Chromosphäre (mehr und mehr sowie aus der Partialitäts-Zone) und Protuberanzen, Beobachtungen des Verhaltens von Tieren und Wetter-Meldungen aus dem ganzen Land. Auch Beobachtungen der Umbra von einem Dove-Satelliten und anderen Satelliten (mehr), Berichte hier, hier, hier und hier, z.T. erstaunliche Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, z.T. ziemlich schräge Videos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier (ein Standbild mit Flugzeug), ein Podcast, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, noch mehr Links – und weitere Facetten der großen Waldbrände, die inzwischen weithin die Astronomie stören, noch hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MESZ – Ende]

Die gesammelten Bruchlandungen von SpaceX-Raketen – zusammengestellt von der Firma selbst. Auch ein Robotic External Leak Locator auf der ISS, die Wiederaufnahme des Aerobrakings des TGO nach der Konjunktion, was Curiosity (mehr) und ExoMars treiben – und der jüngste Winterschlaf von New Horizons ist zuende, einer folgt noch vor 2014 MU69. [21:55 MESZ. NACHTRÄGE: Standbilder & Story zu einem der SpaceX-Crashs und ein Artikel zur Zukunft von New Horizons]


12. September

Und wieder sind drei zur ISS unterwegs, nach dem problemlosen Start in der letzten Stunde von zwei Amerikanern und einem Russen mit Soyuz MS-06: auch allerlei NASA-Fotos – angedockt werden soll morgen um 4:57 MESZ. Auch ein ISS-Bild mehrerer Inseln nach Irma, das dritte Dock-Manöver von Tianzhou-1 & Tiangong-2 heute, ein erfolgreicher Proton-Start (Videos hier und hier, Screenshots und weitere Artikel hier und hier), ein vage mögliches drittes Ziel für New Horizons im Kuiper-Gürtel, die heutigen 58. bzw. 47. Jahrestage der Starts von Luna 2 (erster Mond-Treffer) und Luna 16 (erster Mond-Sample Return) – und das Magazin der Uni Stuttgart über die fliegende Sternwarte SOFIA. [23:55 MESZ. NACHTRAG: Aufzeichnungen der Live-Übertragung und diverser Replays vom Soyuz-Start, mehr Screenshots hier, hier und hier, ein besonders cooles Foto, ein NASA-Blog-Eintrag und weitere Artikel hier und hier. NACHTRAG 2: Der Anflug hat begonnen! Weitere Start-Artikel hier und hier sowie Artikel zum China-Manöver hier und hier, Matthias Maurer quasi auf dem Weg dorthin – und das KSC nach Hurrikan Irma, der jede Menge Rekorde aufgestellt hat.

NACHTRAG 3: die ISS aus rund 500 Metern Abstand aus Soyuz-Sicht, kurz vor einer Umfliegung – andere Zeitschritte hier, hier, hier, hier und hier.

NACHTRAG 4: die ISS nun genau im Fadenkreuz, 200 Meter entfernt – der endgültige Anflug beginnt! NACHTRAG 5: Um 4:55 MESZ ist das Andocken erfolgt – auch ein NASA Release. NACHTRAG 6: Und Artikel hier und hier. Die Tür ist endlich auf – und mal wieder ist das NASA-TV-Bild verzerrt, weshalb dieser Blogger bei dieser Szene und auch beim folgenden Event mit den Familien selber nachhelfen musste. Bei Roskosmos selbst stimmt die Aspect Ratio übrigens … NACHTRAG 7: ein Foto von der Soyuz im Anflug, ein weiterer Artikel – und ein Videoclip von Chinas Manöver]


10. September

Ein X8.2-Flare zum Abschied von der Gruppe 2673 heute um 18:06 MESZ, die bereits über den Rand rotiert ist (der Anblick gestern): Effekte u.a. hier, hier und hier. Auch der größte Einbruch von „Tabby’s Star“ seit Beginn der Überwachung vom Erdboden aus, eine zerbrechende russische Feuerkugel, die Technologie des CHIME-Teleskops – und die Frage, ob Irland in die ESO sollte. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: Animationen des Flares u.a. hier, hier, hier und hier, die folgende CME aus SOHO-Sicht, ihre möglichen irdischen Auswirkungen (zu denen etwas Polarlicht in Norddeutschland gehört haben mag, die sonst aber gering blieben), eine tolle Bogen-Protuberanz nach dem Flare frisch hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und später hier und hier – und die mögliche Physik hinter der Flare-Flut im fallenden Zyklus]


8. September

In genau einer Woche ist es mit Cassini vorbei …

… der bekanntlich am 15. September in den Saturn entsorgt wird: Erinnerungen an die Ergebnisse der Mission (oben ein neues Detailbild der Ringe in verstärkten Farben; alt.), auch allerlei Finsternisse im Saturnsystem und die Mission aus europäischer (alt.) und deutscher Sicht sowie Artikel hier und hier. [NACHTRAG: Auch die letzte Ring-Ebenen-Durchquerung ist erfolgreich absolviert worden, jetzt folgt noch ein letztes Manöver …]

Ein Fan-verarbeitetes Bild der Jupiter-Wolken vom Juno-Perijovium vor einer Woche. Der weil hat das LBT OSIRIS-REx aufgenommen, als Lichtpunkt 25. Größe: In Australien wird die Sicht am besten sein für irdische Beobachtungen auch mit kleinem Gerät, wenn die Asteroiden-Sonde am 22. September an der Erde vorbei huschen wird. Auch ein kommender NASA-Call for Proposals für kommerzielle Mond-Lander.

Der neue große Eisberg in der Antarktis auf einem Sentinel-Bild heute: Dank Föhn-Bedingungen dürfte er bald freie Bahn haben. Auch ein neuer ISS-Film von Hurrikan Irma, auf den sich u.a. das Kennedy Space Center vorbereitet (das viel Erfahrung mit Wirbelstürmen hat), dessen Bahn weiter Europa am bestem im Griff hat – und der keine Haie eingesaugt hat … [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: Der Eisberg auf der Reise, wie sie weiter ging – und ein Hurrican-Trio wie jetzt (s.a. hier und hier) ist zwar so selten nicht, aber in dieser geballten Stärke schon]

Die Coronal Mass Ejection vom X9-Flare hat die Erde erreicht und sollte zumindest in hohen Breiten für verstärktes Polarlicht sorgen: Hervorgehoben sind in diesen Plots gegen UTC = MESZ – 2 Stunden das Magnetfeld mit vorteilhafter Südausrichtung der z-Komponente und die Geschwindigkeit des Sonnenwinds – beide hatten sich gegen 0:28 MESZ schlagartig verändert. Auch ein weiteres Diagramm dazu sowie ein neuerlicher X1.3-Flare gestern (mehr, mehr, mehr und mehr sowie Updates) und die Sonnenflecken gestern (mehr, mehr und mehr). [2:15 MESZ] Der Kp-Wert ist von 2 auf 8 gesprungen, was neuerliche Hoffnungen auf Aurora schürt (in Edinburgh klappt’s) – und von der Gruppe kam noch ein M3.9-Flare hinterher … [2:35 MESZ] Ganz nette Bilder aus dem nördlichen U.K., z.B. auf 55.8°N oder 56.0°, aber nichts Dramatisches bisher. Dafür glüht’s in Arkanas auf 35°N … [3:50 MESZ] … und im Staat New York auf 43°N. [4:00 MESZ] Und in Deutschland passiert: exakt nichts! [4:20 MESZ] Heute gab’s u.a. noch einen M8-Flare aus der wegrotierenden Gruppe, deren Entwicklung dieses SDO-Video zeigt. Noch nette Aurora aus dem Norden Russlands – und erneut z.B. hier, hier, hier, hier oder hier vollmundige Ankündigungen für diese Nacht … [22:55 MESZ. NACHTRAG: … und natürlich war wieder nix in Deutschland, aber dafür erneut in den USA]

Die ersten Pluto-Features haben jetzt offizielle Namen

wie die IAU und die NASA mitgeteilt haben: auch Artikel hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier und hier]. Derweil ist die Vorbeiflug-Distanz von New Horizons am 2. Ziel 2014 MU69 festgelegt worden (nur 1/3 des Abstands vom Pluto), denkt die NASA über einen preiswerteren Europa-Lander nach, haben auch weitere Ceres-Features amtliche Namen bekommen, gibt es neue Werkzeuge zum Zugriff auf Mars-Karten, wird weiter am streikenden Bohrer von Curiosity gearbeitet und macht Opportunity immer weiter.

Hurrikan Irma gestern um 17:20 MESZ vom Satelliten Terra aufgenommen (dem Radioteleskop von Arecibo passierte nichts, als er über Puerto Rico zog): auch neue Bilder von der ISS, wo er wohl weiter hin ziehen wird, wie es mit Harvey & Irma zwei starke Hurricans kurz nacheinander geben konnte und wie sich Irma mit Andrew vergleicht – und da sind jetzt zwei Stück, nein, drei Stück gleichzeitig aktiv.

Abermals ist eine Falcon-Unterstufe nach einem Start gestern sauber am Cape gelandet: die komplette Aufzeichnung der Live-Übertragung, weitere Videos aus größerem Abstand hier, hier und hier, Fotos hier und hier [NACHTRAG: und hier] und Artikel hier und hier – und ein Rant wider explodierende alte Nachrichtensatelliten wie zuletzt Telkom-1. [1:45 MESZ]

Live-Blog zur Raumfahrt am 6. September 2017

6. September 2017

X9.3! Der stärkste Sonnenflare des laufenden Zyklus

hat sich heute Mittag ereignet: die stärkste Sonneneruption seit 12 Jahren und die 15.-stärkste, die jemals aufgezeichnet wurde – hier ein SDO-Bild und Röntgen-Plots von GOES sowie Radio-Effekte; auch eine CME ist losgeflogen. Verursacher war natürlich die magnetisch verwickelte Fleckengruppe 2673, die bereits drei Stunden früher einen X2.2-Flare produziert hatte und später noch einen M2.6: auch irdische Bilder von heute hier, hier, hier und hier – und ein fleckiger Sonnenuntergang gestern. [18:55 MESZ] Die Sonnenflecken heute, im Detail 2673 und 2674 sowie Diskussionen und ein Artikel. [20:20 MESZ] Und noch ein M1.4-Flare hinterher – auch die großen Flecken und was zuvor geschah. [22:10 MESZ] Laut SOHOs LASCO-C3-Bildern – nun übertragen – ist die Halo-CME vom X9-Flare stark asymmetrisch: „Die Hauptstoßrichtung des CMEs ist nicht erdgerichtet.“ [22:25 MESZ] Da ist der C3-Film der CME – und dasselbe in Differenz-Bildern: „It does seem that sunspot region 2673 has rotated a bit too far to the west already for a real head on collision with the plasma cloud. Nonetheless there is a clear earth-directed component and an impact is likely to occur“ – ungefähr am Morgen des 8.9., aber mit einem großen geomagnetischen Sturm ist dann nicht zu rechnen. [23:15 MESZ. NACHTRÄGE: der X9-Flare gefilmt von GOES-16 bei 20 nm und in H-Alpha von einem Amateur fotografiert, eine aufgeregte Video-Show und nicht minder blubbernde Artikel hier, hier, hier und hier – die frühere CME war jedenfalls kein Gewinn]

Dreimal Hurrikan Irma aus dem Weltraum, oben von NPP Suomi mit dem day-night band von VIIRS gestern am frühen Morgen im Mondschein, darunter ein IR-Bild desselben Instruments (I-Band 5) heute am frühen Morgen, und ganz unten eine Aufnahme des Wettersatelliten GOES-16 von heute Mittag MESZ – die Folgen sind noch nicht absehbar, zumal der weitere Weg schwer zu berechnen ist. [18:30 MESZ. NACHTRAG: Wobei weiter das europäische Modell das beste zu sein scheint; auch Irma von der ISS aus heute]

Die Bilder von Junos 8. Perijoviums-Durchgang sind da

bzw. dem 7. mit eingeschalteten Instrumenten: Hier wurden einfach mal von diesem Blogger Helligkeit, Kontrast und Sättigung stürmisch angehoben, elegantere Verarbeitungen des blassen Materials sind z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zu finden und ganze Sammlungen hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier].

Ein Festakt zum 40. Jahrestag des Starts von Voyager 1 gestern Nachmittag im NASM – auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie zu Opportunitys Fortschritten und dem aktivierten CLARA-Instrument auf NorSat-1 zur Messung der Total Solar Irradiance (TSI).

Ein seltener Startabbruch einer Ariane 5 nach Zündung des Vulcain-Triebwerks aber vor Zündung der Booster natürlich hat sich gestern Abend ereignet: erste Artikel hier, hier und hier. [3:15 MESZ. NACHTRAG: Den Abbruch verursachte ein Elektrik-Problem an den Boostern, das Vulcain war unschuldig – nächster Startversuch Ende des Monats]