Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Hayabusa 2: heute Absetzen der ersten Lander!

21. September 2018

Der Abstieg von der 20-km-Parkposition läuft bereits, die Abstiegsgeschwindigkeit wurde planmäßig verringert, und laut der Timeline sollen die zwei MINERVA-Ⅱ1-Rover heute zwischen 6:00 und 6:30 MESZ in 60 Metern Höhe über der Oberfläche abgeworfen werden. Die Annäherung an Ryugu kann hier quasi live verfolgt werden: Animationen der Bilder der Navigationskamera gibt es bereits hier, hier und hier – und die beiden „Rover“, die sich auch hüpfend fortbewegen sollen, tragen etliche Minikameras. Auch ein JAXA Release zur fehlgeschlagenen letzten Annäherung, eine DLR-Vorschau auf die MASCOT-Absetzung, viele Slides eines Vortrags in Tokyo und Artikel hier, hier und hier. [NACHTRAG 1: Die MINERVAs wurden planmäßig abgesetzt, wie es ihnen ergangen ist, weiß man noch nicht.

Aber von der Navigationskamera gibt es zwei tolle Bilder von 6:09 und 6:19 MESZ mit dem scharfen Schatten Hayabusas auf der Oberfläche Ryugus!]

„Aktuelle“ Tektonik auf dem Mars: Diese vom Mars Express aufgenommenen Gräben sind vor weniger als 10 Mio. Jahren entstanden. Auch ein Problem mit dem Daten-Übertragung beim Marsrover Curiosity, einer Shortlist der Namensvorschläge für Chinas nächsten Mondlander Chang’e-4 (mehr, mehr, mehr und mehr) – und eine neu gegründete Organisation europäischer Planetenforscher.

Eine tiefe Milchstraße als Nebenprodukt der Mission der Parker Solar Probe, der sie der Koronakamera WISPR beim First Light vor die Linse geriet. Auch die Startvorbereitungen von Europas Gegenstück Solar Orbiter, ein 20-Minuten-Video mit den besten Sonnen-Eruptionen des 24. Zyklus, das erste Erd-Bild des GOLD-Instruments auf einem wettersatelliten, eine hartnäckige Störung auf GRACE-FO – und Beobachtungen leuchtender Nachtwolken mit einem Ballon diesen Juli, um an deren Mustern Schwerewellen in der oberen Atmosphäre zu studieren.

Und so sieht der Exoplaneten-Jäger TESS den Himmel, ein Bildausschnitt mit R Doradus und einem Teil der LMC aus dem ersten wissenschaftlichen Bild. Derweil sind die Planeten-Entdeckungen von TESS angelaufen: Papers zum ersten und zweiten Fund und Artikel hier, hier und hier.

Raumschrott-Fänger testet erfolgreich ein fliegendes Netz

Der britische Hersteller kann einen Erfolg feiern: Der vor einer Weile aus der ISS ausgesetzte Minisatellit RemoveDEBRIS funktioniert – auch Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Ferner erfolgreiche Starts in China (mehr und mehr) und Indien (mehr), die abgeschlossene Integration des ersten Orion-SM, eine Vorschau auf die nächsten ISS-EVAs, wie die ISS verkauft wird, ein nichtssagendes Statement von NASA & Roskosmos zum Soyuz-Loch (auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier mit kaum Neuem) – und eine angekündigte Mondreise eines Milliardärs aus Japan (mit Künstlern im Schlepptau) auf der „BFR“ von SpaceX: Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

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Allgemeines Live-Blog vom 11. bis 17. 9. 2018

11. September 2018

17. September

Ein exotischer Sonnenuntergang in der Nordsee heute Abend, bei dem ein rotes Band am Horizont noch rund 4 Minuten stehen blieb, bevor es verschwand – vermutlich erst eine „Tin Hat Mirage“, der eine simple Variante des Novaya-Zemlya-Effekts folgte, bei dem Sonnenlicht durch die Atmosphärenschichtung um die Erdkrümmung herum geleitet wird: jede Menge mehr Bilder von heute und auch von gestern am selben Standort an der belgischen Küste, als ebenfalls der Tin Hat aufgetreten war, der angetäuschte NZ-Effekt danach aber nur etwa 20 Sekunden dauerte, bevor der Streifen weg war, und ein vergleichbares Video von 2012. Auch ein Amateur-Spektrum eines STEVE-Phänomens, ein Live-Konzert während einer Aurora in Norwegen, Komet G-Z heute (mehr und mehr), gestern (mehr und mehr) und vorgestern (mehr, mehr und mehr) und die Kometen 38P heute und 64P und 364P am 8. September und eine Lichtkurve des mäßig erdnahen NEO 2018 RC. Und der Mars heute, gestern, vorgestern, am 14. September, 13. September (mehr), 12. September, 11. September, 10. September, 9. September, 8. September (mehr), 7. September (mehr) und 27. August sowie eine animierte Rotation. Sowie die wachsende Rolle von maschinellem Lernen in der Astronomie, eine nun beendete Evakuierung eines Sonnen-Obervatoriums in New Mexico (mehr, mehr, mehr und mehr) – und ein 1-Stunden-Video über das Griffith Obs. in LA. [23:55 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: hier, hier, hier, hier und hier weitere G-Zs von heute und ein weiterer von gestern – und die höchst irdische Erklärung (mehr, mehr und mehr) des Zwischenfalls in New Mexico]


15. September

Die letzte Delta II startete den Laser-Eis-Vermesser ICESat-2

Die Mission des Ice, Cloud and land Elevation Satellite-2 hat heute begonnen: Die allerletzte Rakete des Typs Delta II trug den wichtigen Satelliten mit einem Radarhöhenmesser (Advanced Topographic Laser Altimeter System oder ATLAS) in den Orbit, dazu vier CubeSats. Mehr Bilder hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier und hier – und was dem berühmten Eisberg von 2017 seither widerfuhr. [23:35 MESZ. NACHTRÄGE: mehr Bilder vom Start und weitere Artikel hier und hier]

Jede Menge Fotos von Komet 21P/Giacobini-Zinner rund um’s Perihel am 10. September (das ihm auch nicht mehr half, die Helligkeit blieb bei ~7.5 mag. stehen): vom 14. September (mehr und mehr), 13. September (mehr), 12. September, 11. September (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 10. September (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 9. September (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 8. September (mehr) und 7. September sowie ein SWAN-Bild und eine Zeichnung. [1:10 MESZ] Bilder von heute (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, und mehr) mit GZ bei oder gar über Messier 35. [22:45 MESZ. NACHTRÄGE: auch hier – und am folgenden Tag hier, hier, hier und hier]


11. September

Bis auf 30 m an Ryugu: Generalprobe für den 1. Kontakt

Diese Grafik von Slide 23 dieser englischen Fassung einer Präsentation von einer einer JAXA-PK am 5. September zeigt das bisher kritischste Manöver, das der japanischen Asteroiden-Mission Hayabusa 2 an den kommenden drei Tagen bevor steht: Zwecks Übens der ersten Probenentnahme von der Oberfläche soll es erst schnell von der Parkposition in 20 km Abstand auf 5 km und dann langsam bis auf 30 Meter an Ryugu heran und nach kurzem Aufenthalt wieder zurück gehen. Derweil sind auf der englischen Webseite der Mission Übersetzungen von Postings zur Thermographie von Ryugu, der Natur der Felsen auf seiner Oberfläche, den jüngsten Bahnmanövern und Landestellen erschienen, während weiter nur auf der japanischen Seite über Bilder einer Kamera neben dem Proben-Sammelhorn und die Modellierung Ryugus mit LIDAR berichtet wird – auch eine PM der Uni Frankfurt und Artikel in drei Sprachen hier, hier, hier, hier und hier.

Ein paar frühe Fan-Bearbeitungen von Juno-Bildern vom 15. Perijovium des Jupiter-Orbiters, mehr auch hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier]. Und mal wieder ein endloser Update zu Opportunity, aber wegen des Gezänks um die beste Strategie nach dem Staubsturm vielleicht interessant.

Eine Hubble-Aufnahme des Saturn vom 6. Juni mit dem markanten Sturm – den aber auch manche Amateurastronomen nicht viel schlechter einfangen konnten. Auch ein Emmy Award für die Cassini-PR letztes Jahr – und wie das SDO den letzten Neumond sah: in Gestalt zweier partieller SoFis aus seiner speziellen Position.

Das geflickte Soyuz-Loch in größerem Kontext, aus einem kurzen Roskosmos-Video, in dem ein Kosmonaut erklärt, alles sei gut. Auch in Russisch – man nehme Yandex zum Übersetzen – Artikel zu dem Video, der erfolglosen Suche nach dem, der gebohrt hat, was weitere Untersuchungen erfordert, und wildere Spekulationen (wie auch schon früher) …

Die ISS von oben von einem Satelliten aufgenommen, nämlich Jilin-1 aus 640 km Höhe gegenüber ihren 400 km. Auch die Verschiebung der nächsten Versorgungsmission wegen Taifun-Problemen in Japan – und schon wieder ein Video-Anruf Gersts, diesmal beim Bundespräsidenten.

Der Hurricane Florence gestern aus der ISS aufgenommen: Er wird auch sonst intensiv aus dem Orbit überwacht und stellt eine große Gefahr für die Ostküste der USA dar.

Ein seltenes Video von einer Kamera auf der Nutzlast-Verkleidung einer Rakete, die gerade in China startete – und erstmals mit einem Gleitschirm ausgestattet war, der zukünftig Raumschrott-Fall auf bewohntes Gebiet reduzieren soll. Auch die Live-Übertragung eines Falcon-9-Starts letzte Nacht: Artikel hier, hier, hier und hier, eine Tele-Aufnahme – und unzählige Strichspur-Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [1:00 MESZ] Und noch eins, aus der SpaceX-Sammlung … [2:15 MESZ] … und ein Press Release zur Nutzlast. Inzwischen gibt es Rohbilder der Navigationskamera Hayabusas während des Abstiegs, auch als Animation (immer neue Updates anhängend), ein NASA-JAXA Joint Statement on Collaborative Efforts for Lunar Exploration and Beyond, einen laaangen Artikel zu den Gateway-Plänen und ein neues Statement von Rogozin zum Loch in der Soyuz – die erste Untersuchung hat nichts ergeben, es sei kompliziert, nun werde energischer vorgegangen. [20:15 MESZ] Der ISS-Commander sagt jedenfalls, die Crew sei’s nicht gewesen. Auch ein Album mit Florence-Bildern aus dem All. [22:10 MESZ. NACHTRAG: Der Hayabusa-Abstieg ist in 600 m Höhe abgebrochen worden, weil der Laser-Höhenmesser versagte – vermutlich ist die Albedo Ryugus zu gering. Aber auf dem letzten Bild war Hayabusas Schatten auf dem Asteroiden zu sehen, auch in einer Animation. Und eine erneute HTV-Startverschiebung, während sie die Verschwörungstheorie zum Soyuz-Loch in Russland ernsthaft weiter verfolgt wird …]

Allgemeines Live-Blog vom 30. 8. bis 7. 9. 2018

30. August 2018

7. September

Chinesischer Erdbeobachtungssatellit filmte Raketen-Start

Solch ein Video aus dem Erdorbit gab es wohl noch nie: Der chinesische Erdbeobachtungssatellit Jilin-1 filmte den Suborbital-Start einer Rakete in der Wüste, wie sie in China derzeit populär werden. Auch der Langer-Marsch-2C-Start eines Satelliten zur Ozean-Beobachtung, was der Marsrover Curiosity trotz staubiger Atmosphäre gerade so treibt, ein JPL-Event zum baldigen Missionende von Dawn, das gerade hier und hier streamt, New Horizons vor MU69, die laufende Analyse der ersten TESS-Daten, schon wieder ein Live-Chat mit Gerst auf der ISS – und weiter Unklarheit über den Sinn des Gateways am Mond. [20:05 MESZ] Ein Press Release zum Dawn-Event. [23:10 MESZ – Ende. NACHTRAG: eine PM des DLR und Artikel hier und hier zum Missionsende]

Wärmekarten des Jupitermonds Europa – von der Erde aus erstellt mit dem Radiointerferometer ALMA! Auch der Mars gestern (mehr), vorgestern (mehr) und am 4. September, 3. September (mehr, mehr, mehr und mehr), 2. September und 27. August sowie ein Rotations-Clip, eine Rückschau auf mehrere Perihel-Oppositionen, Untersuchungen am einzigen Mars-Trojaner im L4 und der Status von Opportunity. Plus eine DWD-Analyse des Sommers 2018 und der Einfluss der Sonne auf’s Erdklima.

Komet 21P/Giacobini-Zinner vorgestern von Michael Jäger aufgenommen: weitere Bilder von heute, gestern (mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr und mehr) und dem 4. September, 3. September, 2. September und 20. August sowie eine Zeichnung. Auch das komplette Kreuz des Südens von Teneriffa aus (Refraktion + Kimmung heben Acrux genug an), ein NOSS-Duo beim Flaren, ein Breakthrough-Preis für die Pulsar-Entdeckerin (Reaktionen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier) – und eine heftige Initiative für Open Access: auch Artikel hier und hier. [14:15 MESZ]


5. September

Der Zwergplanet Ceres aus geringer Höhe von Dawn im Juli

aufgenommen, aus 43, 76 und 116 km Höhe: Ausschnitte aus drei der letztens in der Bildersammlung aufgetauchten Aufnahmen. Auch hier und hier ausführliche Worte zum baldigen Missionsende und ein Live-Chat zur Mission am 7. September um 20:00 MESZ, wie Funkamateure mit Chinas Mini-Mondorbiter Bilder machen, die Inbetriebnahme der Parker Solar Probe, eine große Exoplaneten-Strategie für die USA (im Weltraum & am Boden) der National Academies, immer noch Messungen mit dem Kepler-Satelliten (Update von heute), dessen Treibstoffreste unklar sind, Kommunikationstests für das JWST – und Aeolus leuchtet in den Wind mit seinem Laser. [22:25 MESZ]


4. September

Loch in Soyuz eindeutig von Bohrer – aber wer war’s?

Gestern bestätigte auch der Chef von Roskosmos, dass das kleine Leck in der Soyuz, durch das letzte Woche etwas Luft entwichen war („ISS verliert etwas Luft“), von Menschenhand entstand: „Es ist eine Art technologischer Fehler eines Spezialisten“, sagte er (in Google-Übersetzung), ein „Bohrer rutscht[e] über die Oberfläche“. Doch: „Wo haben diese Aktionen stattgefunden – auf der Erde oder schon im Orbit?“ Es sei eine Frage der Ehre, „den Schuldigen für die Luftleckage zu finden“ und ob es ein Unfall oder Vorsatz gewesen sei: „Die Kommission wird die für den Vorfall verantwortliche Person bestimmen.“ Einige Stunden vorher war unter Bezug auf eine „Quelle in der Raumfahrt-Industrie“ berichtet worden, die Panne sei bei der Montage der Soyuz am Boden passiert: Der namentlich bekannte Verantwortliche habe das Loch dann mit einer Art Klebstoff gefüllt, was zunächst hielt, aber als dieser im Orbit aushärtete, sei das Leck entstanden. Auch Artikel in Englisch (mehr und mehr) und Deutsch (mehr und mehr) – und ein Videokanal für eine Gerst-Show für Schulen heute von 13:40 bis 15:40 MESZ: mehr dazu hier und hier; gegen 15:10 MESZ ist darin auch ein Live-Call geplant. [0:00 MESZ]

Und die Show läuft jetzt hier – während in Russland alle Soyuzze und Progresse fertig oder im Bau überprüft werden, dass da keiner rumgebohrt hat … [13:40 MESZ] Ein Bilder von der Show hier, hier und hier – die erste Stunde war eine typische Physik-Show. [14:50 MESZ] Während des Live-Calls mit Gerst wird die Zeitkapsel versiegelt. Auf Wiedersehen 2068. [15:20 MESZ] LOL, bei einer Frage zu Raumschrott erwähnt Gerst das ‚ähnliche‘ Soyuz-Loch – wie es wirklich entstand, sagt er nicht … [15:25 MESZ] … während die Saga um das Loch in Russland immer bizarrere Züge annimmt: „A Russian MP who is a former cosmonaut suggested that a psychologically disturbed astronaut could have done it to force an early return home“ – mehr von Максим Сураев im O-Ton. [16:15 MESZ] Ein PM des Veranstalters und ein Artikel zur Show, während die Spekulation von Surayev – ein Gerst-Kollege 2014 – zum Soyuz-Loch die Runde macht. [21:10 MESZ] In einem russischen Artikel von gestern – eine manuelle Übersetzung – erzählt einer, dass ungebetene Löcher in Soyuzzen schon öfters vorkamen. [22:25 MESZ] Noch mehr Artikel zur Show und zum Loch hier, hier, hier und hier. [23:50 MESZ. NACHTRAG: und hier, hier, hier, hier und hier – während die ESA nichts Sachdienliches dazu mitzuteilen hat und Roskosmos flehentlich bittet, die Presse möge nicht weiter bohren …]


3. September

Bestes Fenster für Komet GZ – aber kaum mehr als 7½ mag.

Der Mond zieht sich vom Nachthimmel zurück, und der Komet 21P/Giacobini-Zinner – gerade bei Capella unterwegs und damit leicht zu finden – erreicht seine größte Helligkeit um den 10. September: Die Hoffnung auf ein auffälliges Himmelsobjekt ist offensichtlich dahin, denn die Helligkeits-Schätzungen liegen seit Mitte August um 7.5 (Lichtkurve), auf Bildern mit kleinem Gerät macht er weiter wenig her, und da ist allenfalls noch 1/10 mag. mehr drin. Wenigstens passt die Bahngeometrie: Bei Dämmerungsende heute steht GZ 10°, bei Mondaufgang (nach Mitternacht) 20° hoch, und die mondlose Morgenhöhe verbessert sich jede Nacht stark. Am 8. September ist der Mond dann weg, und der Komet steht zwei volle Wochen lang vor Beginn der Morgendämmerung ungestört rund 50° (am Intervallende noch 40°) hoch, während 25° gegen 2-3 Uhr morgens erreicht werden. Erst am 23. September beendet der schon wieder fast volle Mond abrupt das Sichtfenster, und GZ sollte dann auch wieder ein paar Zehntel mag. gefallen sein.

So gut konnte man den Mars in Erdnähe in Namibia aufnehmen: animierte – und zugegebnermaßen recht heftig prozessierte – Amateurdaten, denen auch der damals noch tobende Staubsturm wenig anhaben konnte! Auch der Planet gestern (mehr) und vorgestern, eine Versicherung der NASA, Oppy retten zu wollen, warum die Konzentration auf 45 Tage aktive Suche Sinn macht, automatische Perseiden-Beobachtung mit einem Raspberr – und Chinas Rolle beim SKA und Datenaustausch zwischen FAST und MeerKAT. [0:20 MESZ] Mehr aktuelle Bilder von Komet GZ gibt es hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch Bilder aus dem großen Museum in Rio, das letzte Nacht niederbrannte, wobei zumindest der berühmteste Meteorit unbeschädigt blieb – und ein Feature über deutsche NLC-Forscher an der Ostsee. [13:35 MESZ] Der große Meteorit nach dem Brand (sonst haben wohl nur etwa 10% der Sammlung überlebt) – und wie klein Komet GZ wirklich ist, im Vergleich mit M 31: weitere Bilder hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:30 MESZ. NACHTRÄGE: ein kurzes Video aus der Museums-Ruine – mit zwei großen Meteoriten in gutem Zustand, auch eine Infotafel steht noch und weitere wurden geborgen. Und weitere Fotos und mehr zur Bedeutung …]


2. September

Der Nebel IRAS 05437+2502 auf einer Hubble-Aufnahme mit der ACS: von der IR-Satelliten entdeckt und seither kaum erforscht. Auch das Portrait eines Hubble-PR-Manns, eine Studie über Robot-Servicing des JWST, Tests mit CHEOPS und das Stacking von BepiColombo. Und weiter nur Spekulationen über das Loch in der Soyuz – und angeblich 7 Monate bis zum 1. Crew Dragon mit Crew und 6 Jahre bis zur Mond-Raumstation am Platz. [23:25 MESZ]


1. September

Der 2 Mrd. Jahre alte Vredefort-Impaktkrater in Südafrika ist natürlich stark erodiert, aber auf diesem Landsat-Bild fällt die Ringstruktur doch auf (dieser Blogger war 2004 dort und fand dank geologischer Fachliteratur spektakuläre Shattercones im Gelände). Auch die Amateur-Entdeckung des Asteroiden mit dem drittstärksten Yarkovsky-Effekt (mehr, mehr und mehr), Komet Giacobini-Zinner (eine Aufsuchhilfe, eine Übersichtskarte und Artikel hier, hier, hier und hier) heute, gestern (mehr), vorgestern und am 27. August, 22./23. August in Bewegung, 17. August und 12. August, wie lange die Entstehung des Lebens auf der Erde dauerte (200 bis 800 Mio. Jahre), der Mars heute (mehr), gestern, vorgestern und am 29. August, die NASA-Strategie für die Kontaktaufnahme mit Oppy (und Artikel hier, hier und hier über eine Verschwörungstheorie dazu), der Saturn am 27. August und eine Vorschau auf den September. [23:45 MESZ]


30. August

Das Hubble-Gesetz möge fürderhin Hubble-Lemaître-Gesetz heißen, hat die General Assembly der International Astronomical Union heute Nachmittag mit deutlicher Mehrheit beschlossen, aber die Rechtmäßigkeit der folgenden elektronischen Abstimmung ist herzlich unklar. Wie auch immer: Das ist das Paper, mit dem die Resolution begründet („Generalsekretär …“) wurde, und zum Beispiel so war darüber diskutiert worden. Ein weiterer Beschluss (der IAU-Exekutive): Die GA 2024 geht nach Kapstadt und damit erstmals nach Afrika. [19:45 MESZ. NACHTRÄGE: Press Releases von der IAU selbst, UNAWE und der TU Wien, Grußworte hier und hier, ein Gruppenbild mit einem Teil der 3000 Teilnehmer, eine Galerie und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier]

ISS verliert etwas Luft – mysteriöses Loch in einer Soyuz

Gefahr besteht erst einmal nicht, aber ein geringer Druckverlust in der ISS, der letzte Nacht auffiel, geht offenbar auf ein kleines Loch in der Soyuz MS-09 zurück, die derzeit angedockt ist. Die Ursache scheint unklar zu sein, war es ein MMOD-Einschlag (Micrometeoroid / orbital debris) oder hat eine alte Bohrung etwas damit zu tun? Jedenfalls ist das Leck bereits behelfsmäßig abgedichtet worden, über weitere Schritte wird beraten. Auch Spekulationen über Anti-Sterne wegen AMS-02-Daten von der ISS, auch mal kritische Stimmen zur Katastrophen-Vorhersage mit ICARUS und eine Vorschau auf EVAs im September. Sowie die erste Sichtung von 2014 MU69 durch LORRI auf New Horizons (Artikel hier, hier, hier und hier), Nachrufe hier und hier auf den Mondforscher und -fan Paul Spudis, weiter keine Kontrolle über IMAGE (Update von vorgestern) – und von der IAU-Tagung die Vorzüge einer Verlängerung der Mission von Gaia. [13:20 MESZ] Der Druck in der ISS ist nun stabil, aber warum, weiß man nicht – vielleicht haben thermische Verformungen das Leck geschlossen. Jetzt wird die Lage erst einmal analysiert und dann ggf. mit einem speziellen Reparatur-Kit weiter geflickt. [13:55 MESZ] Der Druck hält, aber ein permanenter Fix muss her, offenbar wird bereits etwas in das Loch gespritzt – während Roskosmos schon mal das Problem für gelöst erklärt. [14:15 MESZ] Hmm, der Druck sinkt immer noch ganz leicht … [15:45 MESZ. NACHTRAG: reichlich knappe Statements von Roskosmos, NASA und ESA sowie Updates und ein Artikel über die heutigen Reparaturen. NACHTRAG 2: ein weiterer NASA-Update (genau dieses Inhalts). NACHTRAG 3: ein Kurz-Statement von Gerst, Updates von Roskosmos und später ESA und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. NACHTRAG 4: offenbar Bilder des Lochs und der Reparatur gestern (das Video wurde nach wenigen Minuten wieder gelöscht) – die Arbeiten, übrigens in der Soyuz-Toilette, müssen aber heute fortgesetzt werden … NACHTRAG 5: wovon aber in diesem NASA-Update keine Rede ist. Und eine Kopie der ursprünglichen Version des später zensiert erneut veröffentlichten Videos]

Der Carina-Nebel in nahinfraroten Falschfarben mit dem VISTA-Teleskop der ESO aufgenommen: rot = 2.2 µm, grün = 1.3 µm, blau = 880 nm. Auch Fortschritte beim FlyEye-Teleskop der ESA, eine weitere Fotometrie der letzten MoFi, Radio-Amateur-Beobachtungen von Pulsaren, ALMA mit höchsten Frequenzen, ein Upgrade von Arecibo für 6 Millionen Dollar, Chinas FAST als Touristen-Ziel, die Zukunft der Radioastronomie, ein chinesischer 4-Meter-Spiegel, ein Update zum TMT von der IAU-Tagung (First Light 2028, egal wo; mehr und mehr), was nach GMT, ELT und TMT kommen kann, eine neue Liste bedeutender historischer Sternwarten (inkl. der Alten Bonner, Hinterlassenschaften von Warren de la Rue demnächst in einer Ausstellung in London, eine Aurora-Spezialistin porträtiert, ungewöhnliche NLC noch Ende August, die Bedeutung von Lichtverschmutzung für Fledermäuse (eine PM und eine Diskussion – und die Bedeutung von Unpaywall für die Befreiung wissenschaftlicher Papers von Paywalls. [2:05 MESZ]

Eine Sternbedeckung durch Pluto – mit dem EVT gemessen!

Ein Prototyp des nur vierzölligen Enhanced Vision Telescope hat bei einer Sternbedeckung durch Pluto am 15. August tatsächlich wissenschaftliche Daten liefern können, die ein Screenshot während eines Vortrags von Frank Marchis auf der IAU-Tagung in Wien vor einer Woche genauer zeigt (Signal/Rausch vs. Zeit): Das graduelle Verschwinden und Wiedererscheinen des Sterns durch die immer noch vorhandene Atmosphäre des Zwergplaneten ist deutlich zu sehen! Derweil wurde dieser 2006-er Artikel dieses Bloggers zur Planeten-Definition in Prag auf diesem Slide eines Vortrags des damaligen IAU-Präsidenten auf der laufenden Tagung explizit hervor gehoben. Das waren die damals diskutierten Ideen gewesen – und nun wird offenbar über eine erweiterte Definition nachgedacht, die auch auf Exoplaneten passt. Auch der Mars gestern (mehr und mehr), vorgestern, am 27. August (mehr und mehr), 26. August (mehr, mehr, mehr und mehr), 25. August (mehr, mehr, mehr und mehr), 24. August (mehr, mehr und mehr), 23. August (mehr), 22. August, 21. August, 20. August (mehr, mehr, mehr und mehr), 19. August, 18. August (mehr und mehr), 17. August (mehr), 16. August, 15. August (mehr), 9. August, 6. August, 24. Juli und 19. Juli sowie eine Serie (er schrumpft wieder), eine Zeichnung und der Status von Opportunity, der weiter schweigt: technische Details und Artikel hier, hier, hier und hier. [1:45 MESZ]

Eine beachtliche Feuerkugel über West-Australien, von vielen Videokameras erfasst und z.B. auch hier (früher), hier, hier und hier erwähnt sowie eine frühere über Alabama. Auch wie Gaia-Lichtkurven Formen von Hauptgürtel-Asteroiden enthüllen, Komet Giacobini-Zinner vorgestern und am 26. August (mehr), 25. August (mehr), 24. August (mehr und mehr), 23. August (mehr), 22. August (mehr, mehr und mehr), 21. August (mehr), 20. August, 19. August (mehr), 18. August (mehr), 17. August (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 16. August (mehr, mehr und mehr) und 12. August sowie Sammlungen hier und hier und Artikel hier und hier, plus Komet 64P/Swift-Gehrels am 17. August und 16. August und Wirtanen am 14. August sowie eine Vorschau. [1:00 MESZ]

Dreimal Astronomie im Natur-Museum von Wien

29. August 2018

Das Naturhistorische Museum Wien bietet derzeit mehr Astronomie als üblich. Noch bis zum 12. September wird die Wanderausstellung zu Rosetta des DLR und der MPG gezeigt (mehr, mehr und mehr), die im Wesentlichen …

… aus riesigen selbstleuchtenden Bild- und Schrifttafeln besteht, die eine Menge zu erzählen haben und insbesondere einige OSIRIS-Bilder quadratmetergroß zur Geltung bringen: allesamt schwarzweiß, auf künstliches Herausarbeiten der subtilen Farbinformationen wurde – wohl auch um der Ästhetik willen – verzichtet.

Ein wenig Original-Hardware gibt es auch zu sehen, etwa das Rasterkraftmikroskop MIDAS vom Orbiter und das Boden-Referenzmodell der Abstiegskamera ROLIS und ein Strukturqualifikations-Modell der Kamera CIVA auf dem Lander Philae.

Das Schicksal des letzteren ist im Logbuch des Operations-Direktors im ESOC festgehalten: erst Landung, dann „frequent link breaks“, schließlich „no evidence of contact with surface“ …

Auch Komet Borrelly kommt zu Ehren, immerhin der zweite überhaupt, dessen Kern eine Raumsonde aus der Nähe sah, …

… und der Abschied von der Kometen-brachten-das-Wasser-auf-die-Erde-Hypothese, den Rosettas Messungen beschleunigt haben.

Inmitten der Ausstellung mit geboten geringer Albedo ein Modell des Kerns von Churyumov-Gerasimenko im Maßstab 1:1000, in Vergleich gesetzt auch mit dem Zentrum Wiens – insgesamt ein würdiges Tribut an eine kühne interplanetare Mission, die in dieser Form so schnell nicht wieder kommen wird. Die Ausstellug kann hier virtuell „besucht“ werden, erstaunlich realistisch!

Astronomischer Kern des NHM ist die Meteoriten-Dauerausstellung, in der seit 2012 „nur“ noch 1100 der über 7000 Inventar-Stücke ausgestellt werden – darunter einige enorm große Exemplare …

… wie hier Eisen- …

… und Steinmeteoriten.

Auch Impakte werden ausgiebig thematisiert, etwa mit Shattercones aus dem Steinheimer Becken bzw. der kanadischen Presqu’île-Krater – oder dem nachgebildeten Streufeld des Meteoritenschauers von Mocs in Rumänien von 1882 mit Stücken von 1.6 bis 3.4 kg: Damals fielen rund 300 kg in eine 15 x 3 km große Ellipse, und von den ~3000 Fundstücken landeten 1600 in der Wiener Sammlung.

Radioechos von Meteoren können hier live betrachtet werden (wobei das Wasserfall-Diagramm auch live gestreamt wird) …

… und natürlich gibt es auch ein paar ordentliche Brocken von Chelyabinsk-Fall …

… und ein gewichtiges Stück Mondgestein: Das Fragment #15555,1052 lunaren Basalts von Apollo 15, 83,7 Gramm (ein anderes Stück desselben Steins war 2010 in Oberhausen zu sehen).

Noch bemerkenswerter dürfte aber dieser enorme Marsmeteorit vom marokkanischen Fall von Tissint 2011 sein: Insgesamt wurden etwa 15 kg eingesammelt – und dieses Stück hat 950 Gramm Masse. Angesichts von Marktpreisen von gut 1000$/Gramm kann man sich den Wert ausrechnen [NACHTRAG: der Kaufpreis betrug EUR 400’000, quasi ein Schnäppchen] …

… und natürlich hat gibt es noch ein paar dicke Marsianer mehr im NHM – wo überdies noch bis zum 4. November die Ausstellung „Our Place in Space. Astronomie und Kunst im Dialog“ der ESA (eine frühere Version) zu sehen ist (und bei der besonders die Videoinstallation „Welcome Home Hubble“ auffällt, die eine reale Studie zur HST-Entsorgung aufgreift):

Raumfahrt-Nachrichten (mit IAU-GA-Content)

28. August 2018

Die Lande- und Aufsetz-Stellen auf Ryugu sind ausgewählt

und die Termine der kommenden kritischen Manöver auch: In der Karte und auf den Ansichten des Asteroiden – der übrigens „Dschugu“ ausgesprochen wird, mit „sch“ wie in „journal“ und ohne Betonung einer der Silben: auf der IAU-Tagung in Wien gelernt von einem japanischen Weltraumforscher – markieren N6 und MA-9 die Landestellen des ersten MINERVA-Landers (am 21. September) und des deutsch-französischen MASCOT (am 3. Oktober), während die anderen drei die Aufsetzpunkte des Orbiters selbst, zwecks Probenentnahme, sind. Dem ersten Kontakt Ende Oktober gehen zwei Generalproben am 12. September und Mitte Oktober mit extremen Annäherungen voraus: Im September soll eine Minimalhöhe von 30 Metern erreicht werden, das kritischte Manöver bisher. Ab- und Wiederaufstieg in die Standard-Parkposition 20 km von Ryugu entfernt sollen dabei binnen 36 Stunden erfolgen, so o.g. Wissenschaftler: mehr in Slides einer Pressekonferenz (eine alternative Version), einer Pressemitteilung des DLR (weitere Infos früher und noch früher) und einem umfangreichen Missions-Factsheet, das zusammen mit anderen Dokumenten hier zu finden ist. Auch eine Animation der Landestellen-Kandidaten vor der Entscheidung, Artikel hier, hier (früher und noch früher), hier, hier (früher), hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und ein Paper zur ersten Hayabusa-Mission mit einer Altersbestimmung von Itokawa aus den paar zur Erde gebrachten Krümeln.

Topografische Karten von Bennu – und Staub-Trajektorien im schwachen Schwerefeld des Zielasteroiden der anderen Sample-Return-Mission OSIRIS-REx – sind bereits jetzt berechnet worden und wurden auf den Planets Days der Division C auf der IAU-Tagung am 24. August vorgestellt: Zwar stößt der Asteroid aktiv keinen Staub aus, aber von Impakten abgesplitterte Teilchen könnten sich in bestimmten Zonen bevorzugt aufhalten, was ein Sicherheitsproblem darstellen könnte; die Bahnen von 5000 hypothetischen Teilchen wurden daher ein Jahr lang integriert. Die optische Suche nach Staubwölkchen – und eventuellen Monden – ist daher auch Teil der nun laufenden Annäherungs-Phase von OSIRIS-Rex, der Bennu bereits als Lichtpunkt gesichtet hat. Am 3. Dezember wird der Asteroid erreicht und dann zunächst aus 7 bis 19 km Abstand eingehend untersucht: weitere Press Releases hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier und hier.

Die wichtigsten Erkenntnisse über Ceres durch den Orbiter Dawn wurden ebenfalls auf der IAU-Tagung zusammen gefasst: Der einzige Zwergplanet im inneren Sonnensystem hat sich als eine überraschend aktive Welt erwiesen, bei der organisches Material aus dem Inneren an die Oberfläche quillt, Cryovulkanismus stattzufinden scheint und die berühmten hellen Flecken – namentlich im Krater Occator – offensichtlich aus Natriumkarbonat bestehen, das nach dem Impakt im Krater ausblühte.

Eine frühe Lichtkurve des Exoplaneten-Jägers TESS (von einem bekannten Objekt), der eine perfekte Bahn und eine bessere Kamera als erwartet hat und von dem in Kürze die ersten „Alarmmeldungen“ nach Exoplaneten-Entdeckungen eintreffen dürften – während der Satellit auch selbst als ‚Himmelsobjekt‘ beobachtet wird. Derweil ist Kepler schon wieder im Safe-Mode fast ohne Treibstoff, feiert das Spitzer Space Telescope 15 Jahre im All mit seinen greatest hits und wird ein von Studenten gebautes Weltraumteleskop – AAReST – auf den Start vorbereitet. Und die Parker Solar Probe hat erste Meilensteine passiert auf ihrem Weg zur Sonne: ein Blick auf ein paar Bauteile.

Der ESA-Windforscher Aeolus ist auf einer Vega gestartet

und soll nun mit seinem Instrument Aladin per Laser das globale Windfeld mit neuer Technik und höherer Präzision vermessen: ein press Kit, weitere ESA Releases vom 24. August, 23. August, 9. August, 2. August und 24. Juli, Arianespace Releases von 22. August (mehr) und 20. August, DLR-Pressmitteilungen von 22. August und 21. August, Bilder vom Start hier (mehr), hier, hier, hier und hier, Videos hier, hier und hier, allerlei Updates und Artikel hier, hier, hier, hier und hier (früher).

Ebenfalls gestartet sind in China zwei weitere Beidou-Satelliten: einige Fotos. Derweil ist der Start von ICON nun im Oktober geplant – und ein Artikel über ESERO mit leicht missglückter Headline …

Viele Bilder der letzten ISS-EVA während der Installation der ICARUS-Antenne – während das deutsche Hyperspektralinstrument DESIS letzte Nacht per Robot-Arm installiert wurde. Auch ein Video der Telerobotik-Experimente mit Justin, wie es auf der ISS so zugeht, wie die Einsamkeit dort zu schaffen macht – und ein frisch ausgewählter NASA-Astronauten-Kandidat geht weg, zum ersten Mal seit 50 Jahren

Mehr Notizen von der 30. IAU-GA (mit Zugaben)

23. August 2018

Der gestrige Sonnenuntergang über Wien vom Donauturm ganz in der Nähe der IAU-Konferenz gesehen sowie der Mond über dem – allerdings vom dunklen Hochhaus weitgehend verdeckten – Tagungszentrum in der Donau City.

Aus einem gestrigen Vortrag von Heidi Hammel – mehr Slides im Album zur Tagung – über Beobachtungen im Sonnensystem mit dem James Webb Space Telescope: Praktisch alles wird sofort frei verfügbar sein! Und noch zwei Erkenntnisse aus dem Focus Meeting 5: Die Bahn des Halleyschen Kometen in Erdnähe 760 und v.a. 837 konnte anhand chinesischer und irakischer Chroniken besser bestimmt werden (aber neue Erkenntnisse über nicht-Keplersche Kräfte auf den Kern ergeben sich nicht, dazu sind die alten ‚Daten‘ viel zu ungenau). Und es gibt keinerlei eindeutige visuelle Beobachtungen von Plasmaschweifen von Kometen im Jahrhundert rund um’s Maunderminimum. [1:35 MESZ am 23. August]

Mond und Mars über dem Kunsthistorischen Museum und der Hofburg heute Nacht. Und von der Tagung aus dem Focus Meeting 14 zu Outreach-Fragen bemerkenswerte Zahlen zur Volksastronomie in Japan, ein kurioses Diskussions-Tool für Podiumsdiskussionen und Klick-optimierte Astro-„News“. Am Rand gab es auch die Schwarzschild-Medaille der AG während deren MV, und anderswo wurde der Landeplatz für MASCOT ausgewählt und startete der ESA-Satellit Aeolus zur Windmessung. [2:05 MESZ am 24. August]

„Under One Sky“ – eine Art zweites IYA nach 10 Jahren?

Im nächsten Jahr wird die Internationale Astronomische Union 100 Jahre alt, ebenfalls 100 Jahre werden seit jener Sonnenfinsternis vergangen sein, die der Allgemeinen Relativitätstheorie zum Durchbruch verhalf, und 50 Jahre seit der ersten Mondlandung: Anlass für die weltweite Dachorganisation der Astronomie, die letztere als solche, deren immens erfolgreiche letzte 100 Jahre aber auch sich selbst ordentlich zu feiern. Die „IAU100“-Festivitäten haben am Rande der laufenden General Assembly eine dezidierte Webseite bekommen und wurden gestern im Meeting der IAU-Divison C vorgestellt: Analog zum Internationalen Jahr der Astronomie 2009 wird es mehrere Projekte geben, die rund um den Globus von lokalen Aktivisten mit Leben zu füllen sein werden.

Das sind die Ausstellung „Above and Beyond“, deren Tafeln jeder selbst ausdrucken möge (in Wien ist eine Version zu sehen, die auf Wanderschaft gehen wird, allerdings ausgesprochen düster und kaum zu fotografieren), viele Starparties, namentlich eine Wiederholung der IYA-bewährten „100 Hours of Astronomy“ vom 18. bis 21. Januar, ein „Women & Girls in Astronomy“-Tag am 11. Februar, Events rund um das Apollo-11-Jubiläum am 20. Juli, „Dark Skies for all“, die bereits vorgestellte „Inspiring Stars“-Ausstellung (die dem Vernehmen nach demnächst in Chile, Belgien und Italien gastieren wird), die „Einstein Schools“, bei denen Sonnenfinsternisse für die Allgemeine Relativität und MINT allgemein werben sollen, die „Open Astronomy Schools“ zum Lehrer-Training und eine neuerliche Runde ExoWorld-Benennung.

Auch darüber hinaus gehende Initiativen rund um den Globus möge es geben, koordiniert von bereits über 90 IAU100-Nationalkomitees und/oder unabhängig bei der IAU eingereicht – und explizit sollen die rund um das IYA 2009 entstandenen Netzwerke reaktiviert werden. Fragt sich nur, ob sich die am Ende enorme Breitenwirkung des IYA auch nur annähernd wiederholen lässt – und wie sich (der Öffentlichkeit wie auch den Aktiven gegenüber) das Verhältnis von der Feier der Astronomie als solcher einerseits und Werbung für die IAU andererseits darstellt: Die astro-politische NGO tritt im Logo reichlich dominant auf, während das IYA-Logo gänzlich neutral war. Auch ist der Vorlauf diesmal auf wenige Monate beschränkt, während das IYA mehrere Jahre lang vorbereitet werden konnte: Mögen die National-Koordinatoren rasch in die Gänge kommen! [1:00 MESZ am 25. August. NACHTRAG: eine PM der Uni Wien und Artikel hier und hier zu „Above and Beyond“]

Zu Besuch im Globenmuseum in der Wiener Innenstadt: viele Bilder in diesem Posting, hier jeweils die ‚Konfrontation‘ von Krebs und Löwenkopf auf Globen von 1551 (Mercator) und 1621 und nach 1645 (zweimal Blaeu). Jede Menge mehr Wiener Museums-Astronomie folgt! [23:30 MESZ]

So sieht Japans Orbiter Akatsuki die Venus: Bilder der Kamera IR2 (oben bei 1.74 µm in Falschfarben), wie sie auf dem Planet Day der Tagung zu sehen waren – nebst zahlreichen weiteren, die eine Menge neue Einsichten über die Funktion der Venusatmosphäre geliefert haben, etwa zu stationären Wellen, eine Veränderung der Albedo bei 365 nm um einen Faktor 2 in nur 11 Jahren und bisher unbekannten Morphologien in den Wolken, die auf der Tagung noch vor der formellen Veröffentlichung gezeigt wurden. Mehr auf der Homepage der Mission, im Daten-Archiv und auch auf einer Seite für Parallel-Beobachtungen am Boden. [23:55 MESZ]

Heute vor 40 Jahren startete erstmals ein Deutscher ins All: eine Pressemitteilung der ESA und hier, hier, hier, hier und hier Artikel zum Flug des ‚Fliegerkosmonauten‘ Sigmund Jähn, der später auch viele seiner Nachfolger betreute. [0:25 MESZ am 26. August] Ein Grußwort der DLR-Chefin, ein Live-Event mit Gerst und weitere Artikel hier, hier und hier. [13:35 MESZ] Ein Posting von Roskosmos, eine Bilder-Serie, Tweets hier, hier und hier, Bilder vom Event und Artikel von einst und jetzt. [22:15 MESZ. NACHTRAG: noch ein Bericht vom Event]

Strategischer Plan der IAU nennt auch Amateurastronomen

Noch muss die laufende 30. Vollversammlung der Internationalen Astronomischen Union (am 30. August) über die entsprechende Resolution abstimmen, die den IAU Strategic Plan 2020-2030 implementieren soll, aber das gilt wohl als Formalie (wenn man die auf extra-schwerem Papier gedruckte Schrift in Zeiten ‚grüner‘ Papier-Einsparung betrachtet): So umfassend wie noch nie gibt sich die nächstes Jahr 100 werdende wichtigste internationale Vertretung der Fachastronomie mehr oder weniger konkrete Ziele für die kommende Dekade. Als da wären:

Während die Ziele 2 und 3 vornehmlich die freie Entfaltung der Astronomie in allen Ländern und sozialen Gruppen betreffen, wobei sie gleich noch zu den meisten der 17 Entwicklungs-Ziele der UNO für die Welt beitragen möge, haben die Ziele 1 und v.a. 4 und 5 elementar mit Kommunikation zu tun: der (Berufs-)Astronomen untereinander und zwischen Astronomie und Öffentlichkeit, speziell der Jugend aber auch jedem Bewohner des Planeten. Ziel Nr. 4 liegt dabei vornehmlich den Händen des in Japan angesiedelten IAU Office for Astronomy Outreach (OAO) und ihres Netzwerks von National Outreach Coordinators (NOCs), dessen wichtigste Aufgaben nun so ausgedrückt werden:

Hier tauchen im vierten Punkt doch tatsächlich Amateurastronomen auf, die in der IAU eigentlich nichts zu suchen haben (nur Doktores der Astronomie können Mitglieder, lediglich verdiente Mitarbeiter können neuerdings als „Assoziierte“ vorgeschlagen werden): Als Multiplikatoren sind sie freilich gern gesehen. Und im Text heißt es sogar: „Activities to connect professional and amateur astronomers will be strengthened in the coming decade.“ Das klingt nach gezielter Förderung von ‚Pro-Am‘-Projekten, bei denen Profis und Amateure zusammen arbeiten: Erfolge dabei – oft nur durch Zufall zustande gekommen – gibt es genug, aber keine der zahlreichen existierenden Divisions der IAU und ihrer Commissions und Working Groups bietet sich als offensichtliche ‚Heimat‘ für diese neuartige Koordinierungs-Aufgabe an. Anfragen an die Handvoll noch am ehesten passender Suborganisationen laufen … [23:05 MESZ]

Gesichter auf der IAU-Tagung (v.a. beim Focus Meeting 14 „IAU’s role on global astronomy outreach“ sowie beim Meeting der Division C „Education, Outreach and Heritage“) – Vielfalt wie selten in der Astronomie: Padma A. Yanamandra-Fisher, Oana Sandu (Barbulete), Franck Marchis, Richard Tresch Fienberg, Mike Simmons, Zhu Jin, Zara Randriamanakoto, ein Vertreter Ugandas und Jay M. Pasachoff. [22:25 MESZ am 27. August]

Jede Menge Facetten zu Astronomie und Öffentlichkeit

über Kommunikation und Citizen Science bis hin zu Pro-Am-Projekten (oben ein Poster in Sachen SoFi-Kollaboration; an- und mit „>“ weiterklicken) wurden am 23. und 24. August auf den vorgenannten Meetings sowie zahlreichen Postern zum FM 14 präsentiert und diskutiert: Zahlreiche Impressionen von dort und anderen Meetings der zweiten Wochenhälfte gibt es in einem zweiten Bilder-Album von der IAU-Tagung. Eine kleine Auswahl: ‚EuroVO for education‘ aus Italien bringt die Datenfluten des Virtual Observatory in die Öffentlichkeit und speziell an Schulen – die wiederum mit eigenen Remote-Teleskopen dazu beitragen; Esploracosmo bringt die Welten zusammen. Der Citizen-Science-Pionier Zooniverse bietet mit dem Tool ‚Project Builder‘ einen einfachen Weg für Wissenschaftler, sich der Massen zu bemächtigen: Derzeit laufen ~80 Projekte, insgesamt waren es schon 120+, momentan kommt etwa ein neues pro Woche dazu, und 1.7 Mio. Freiwillige machten schon mit. Man ist aber nicht Citizen-Fanatiker: Manchmal läuft maschinelles Lernen parallel, und dann ist der Roboter besser …

Das französische Dark Sky Lab verteilt Ninox-Himmelsmesser für präzise Lichtverschmutzungs-Messung, das CLIMSO-Projekt überwacht die Sonne und das Telescope Bernard Lyot stellare Magnetfelder – alles Pro-Am-Beispiele allein aus Okzitanien. Die Webseiten AAS Nova und Astrobites bereiten aktuelle Forschung auf. DAEPO ist Data-driven Astronomy Education & Public Outreach. Das Planetarium in Kapstadt visualisiert auch Daten für die Forschung. Die Museum Alliance bringt die NASA und (amerikanische) Museen etc. zusammen. Die portugiesischen Dark Skies Rangers klären über Lichtverschmutzung auf. Das Projekt AstroPix akkretiert Astro-Bilder für alle. Die Nr. 25 des CAP Journal wird eine Sonderausgabe zur SoFi 2017. Und die IAU-Kommission C2 „Communicating Astronomy with the Public“ will eine Arbeitsgruppe zu Volkssternwarten und Astrotourismus bilden und ein MOU mit der International Planetarium Society abschließen.

Am 24. August sprang dieser Blogger mehrfach zwischen dem o.g. Meeting der Divison C und dem ersten der „Planets Days“ der Division F hin- und her, wo reichlich Science in Sachen Planeten des Sonnensystems und außerhalb geboten wurde: Erkenntnisse von Raumsonden folgen in einem Extra-Artikel, und es gab reichlich bunte Bilder, aber hier seien zwei Beiträge zu Meteoren und Meteoriten hervorgehoben. Jiri Borovicka fand in den Lichtkurven gut beobachteter Feuerkugeln immer wieder harte Sprünge, die mit Fragmentationen einher gehen: Die Splitter haben dann jeweils eine stabilere Konsistenz als der Gesamtkörper zuvor und können tiefer in die Atmosphäre eindringen. Typischerweise erfolgt die Fragmentation in zwei Stufen.

Gonzalo Tancredi listete 76 Meteoritenfälle vom 18. Jh. bis jetzt auf, die Schäden irgendwelcher Art angerichtet hatten – während es hochgerechnet zu 1700 Fällen pro Jahr auf festem Land kommt. Damit kann man eine Menge Statistik versuchen, aber jährlich wiederkehrende „Meteoriten-Ströme“ gibt es offenbar nicht – und damit auch keine hervorgehobenen ‚gefährlichen Tage‘ (Slide oben). Da kann man ja zu sanften Klängen (vor dem käuflichen Radioteleskop) in die Kaffeepause gehen und zum Strudel greifen (auch aus der Division C; es geht um Neurale Netzwerke, die Exoplaneten in Lichtkurven suchen) … und die zweite Tagungswoche läuft seit heute, über die man per Twitter und Tagungs-Blog auf dem Laufenden bleiben kann. [23:35 MESZ – Ende. NACHTRAG: auch im neuesten IAU Astronomy Outreach Newsletter viele Links]

Auf der IAU GA XXX: Bilder zweier Ausstellungen

22. August 2018

IAU General Assemblies bieten auch immer reichlich Platz für Ausstellungen – und heute waren es sogar mal zwei (mehr andere und größere Bilder wieder im wachsenden Album zur Tagung). Die ganzen zwei Wochen präsentieren sich die IAU selbst (oben) und viele andere Organisationen und Teleskope wie hier die Radioteleskope MeerKAT und FAST …

… aber auch Hersteller moderat großer Teleskope (ja, auch das Radiotelesköpchen kann man kaufen) – oder auch Die Keplarium-Confiserie mit essbaren Sonnensystemen.

Dieser Tagungsteilnehmer geht auch als Exoponat durch … Die Vorderseite seines (gekauften) T-Shirts erinnert an vergangene Zeiten, als Pluto noch irrtümlich als Planet betrachtet wurde, die Rückseite hat er selber gestaltet. 😉

Nur heute auf der Tagung zu sehen gewesen: die Ausstellung „Inspiring Stars“ zur Inklusion (mehr, mehr und mehr). Bemerkenswert z.B. die App von EclipseSoundscapes, bei der Druckmüller-isierte SoFi-Bilder bei Berührung sonifiziert werden: Die Helligkeit unter dem Finger wird gleichzeitig – weil die Geschmäcker verschieden sind – in Lautstärke und Tonhöhe umgewandelt. Und das ganze Tablett vibriert auch noch entsprechend heftig: Man hatte durch viele Versuche – Apple hatte die Zusammenarbeit verweigert – herausgefunden, welche Frequenzen ein iPad in Resonanz versetzen.

Besonders beeindruckend erweist sich der Effekt beim Betasten des Diamantrings – da scheppert die „Rumble Map“, wie man die Technik getauft hat, schon gewaltig. Über 50’000-mal wurde die App anlässlich der SoFi vor einem Jahr herunter geladen.

Zum Anfassen dagegen zahlreiche Modelle kosmischer Objekte, von Galaxien bis zum Verlauf der Totalitätszone von 2017. Inzwischen gibt es auch eine ganze Reihe kommerzieller Hersteller solcher taktilen Produkte.

Wieder was zu hören gibt es hier: Ein Arduino-System wandelt Farben in Tonhöhen an, bisher allerdings ohne Ortsauflösung – bis zu einer sinnvollen astronomischen Anwendung (Sternfarben?) wird’s noch was dauern.

Viel weiter ist da schon das StarSound-Projekt des blinden (!) Astronomen Garry Foran aus Australien: Die Software verwandelt Lichtkurven und Spektren in einen Ton wechselnder Höhe – was mit einiger Erfahrung für bestimmte Anwendungen auf verrauschte Daten sogar besser als Anschauen entsprechender Grafiken sein soll (später sollen komplexe Informationen auch in mehreren Obertönen codiert werden, so dass die „Klangfarbe“ etwa einer Galaxie das Ohr beim Klassifizieren leitet). Foran Kollege Jeff Cooke demonstrierte das in der Ausstellung schon mal mit einem Quiz – für Anfänger in Astro-Akustik allerdings nicht leicht:

Notizen von der IAU General Assembly (+ mehr)

21. August 2018

Eröffnungs-Pressekonferenz gestern der 30. IAU-Tagung in Wien mit President Elect Ewine F. van Dishoeck, …

… die den Strategic Plan 2020 – 2030 und andere Aktionen anlässlich des 100. Geburtstags nächstes Jahr bewarb (etwa eine Webseite, die gerade online ging, oder eine Ausstellung), …

… Generalsekretär Piero Benvenuti, auf dessen Initiative die Resolution zur Umbenennung des Hubble-Gesetzes zurück geht (über das zwar heute beraten und am 30.8. abgestimmt wird, aber gefolgt von einem elektronischen Votum aller Mitglieder, und es soll auch nur eine Empfehlung sein), …

… und Präsidentin Silvia Torres-Peimbert, die etwas über 3000 Teilnehmer erwartet.

Im Focus Meeting 13 u.a. Thomas Zurbuchen von der NASA (später noch exklusiv interviewt), Günther Hasinger von der ESA und Hu Zhan – und auch dieser heutige Gastartikel spielte eine Rolle. Aber besonders intensiv wurde über die Datenfrage gestritten: Fast alle waren der Meinung, gar keine Frist für die Freigabe sei besser, und bei Hubble ist sie tatsächlich praktisch abgeschafft. Dass es Doktoranden demotiviere, wenn sich sogleich andere auf „ihre“ Daten stürzen würden, wurde bestritten.

Im Focus Meeting 5 „Understanding historical observations to study transient phenomena“ schlossen mehrere Referenten wie hier Rainer Arlt, dass das Maunder-Minimum war nicht ganz so schlapp WAR; wie viele meinen: Der Zyklus lief auf Sparflamme weiter, und die – wenigen – Sonnenflecken sahen auch nicht anders aus als zu anderen Zeiten. Aber harte Zahlen gibt’s nicht: Die historischen Quellen sind trotz aller Bemühungen einfach zu unscharf.

In einem Plenar-Vortrag zum kürzlichen Peribothron von S2 wird seitens der GRAVITY-Gruppe (die Amerikaner hatten die Einladung ausgeschlagen) nach weiteren Messungen konstatiert, dass Einstein inzwischen mit 14 statt im Paper 10 Sigma gegenüber Newton gewinnt. Und noch Ende 2019 erwartet man, die Periheldrehung der Bahn zu sehen.

Bei der feierlichen Eröffnung Grußworte vom österreichischen Wissenschaftsminister Heinz Faßmann (der sogar auf S2 direkt Bezug nimmt) und dem Präsidenten der österr. Gesellschaft für Astronomie und Astrophysik Manuel Gündel, die Verleihung des Gruber-Kosmologie-Preises an zwei Planck-Forscher durch Frau Gruber und Statements zum Int’l Council of Science und vom LOC-Chef Gerhard Henseler – viel mehr Bilder hat’s in diesem Album und mehr Tagungs-Facetten in einer Online-Zeitung. [1:10 MESZ am 21. August]

Genau ein Jahr ist seit der SoFi in den USA vergangen, die laut der finalen Version der Soziologie-Studie die Amerikaner für Wissenschaft interessiert hat (Artikel hier und hier). Auch Radio– und Wetter-Effekte, ein kurioses Video, ein NASA-Event heute um 16:30 MESZ, mehr Fundstücke hier, hier, hier, hier, hier und hier – und letztens wurde von der ISS aus der entlegene australische Schauplatz der SoFi 2023 aufgenommen … [1:55 MESZ. NACHTRÄGE: das NASA-Event, allerlei Moments und noch ein Artikel]

Noch mehr Gravitationswellen als bisher bekannt gegeben

haben die LIGO-Gravitationswellen-Detektoren während ihrer ersten beiden Beobachtungsläufe gesehen, allesamt von verschmelzenden Schwarzen Löchern: Das hat dieses Blog auf der IAU-Tagung von einem Projektsprecher erfahren. Im November wird demnach ein Gesamtkatalog aller als bestätigt angesehenen Gravitationswellen-Ereignisse erscheinen, mit neuen Einträgen (über die bisher allenfalls gerüchteweise gesprochen wurde) und neuen Berechnungen zu den bekannten Fällen. Bevor im Februar 2019 der dritte Run beginnt, wollte man die alten Daten fertig publizieren – denn nun geht es vermutlich so richtig los! Mit gesteigerter Empfindlichkeit dürfte es alle paar Wochen eine neue Schwarzloch-Fusion geben – und ein paar Neutronenstern-Fusionen pro Jahr. Nur eine solche wurde bisher gesehen, vor genau einem Jahr – aber ab Run 3 wird nichts mehr geheimgehalten: An der besten Kommunikationsstruktur für Events wird noch getüftelt. An der Positionsgenauigkeit am Himmel könnte es zumindest anfangs aber hapern: Es ist nicht sicher, dass der dritte Detektor VIRGO in Italien ebenfalls ab Februar 2019 bereit ist – und Japans KAGRA läuft erst Ende 2019 oder 2020 an und dann mit noch ziemlich geringer Empfindlichkeit. [20:20 MESZ]

Bei den heutigen Gruber-Vorträgen der Preis-Träger vom Planck-Projekt (s.o.) hat die High-End-Projektionsanlage andere Vorstellungen von Lambda-CDM – und die Forscher erkennen zwar die 3.8-Sigma-‚Tension‘ zwischen ihrer Mini-Hubblekonstanten und den Bestimmungen mit der Distanzleiter an, sehen aber keine Chance, bei sich was zu drehen (wieder mehr Bilder & Screenshots). Mit Planck habe sich die beobachtende Kosmologie insgesamt auf ein derart hohes Niveau geschwungen, dass der nächste Schritt noch viel schwieriger würde. [21:55 MESZ]

Große Geo-Stürme vergangener Jahrhunderte rekonstruiert

anhand von Polarlicht-Meldungen aber auch Strukturen der verantwortlichen Sonnenflecken: Beim Focus Meetig 5 „Understanding Historical Observations to Study Transient Phenomena“ wurden heute interessante Wege aufgezeigt. So wurde in Korea künstliche Intelligenz mit SDO-Magnetogrammen trainiert, die Feldstruktur visuell aufgezeichneter großer Fleckengruppen zu erraten: Das entsprechende Bild für den Monster-Fleck, der mit dem Carrington-Ereignis 1859 einen der großem geomagnetischen Stürme der Geschichte auslöste, wurde dann für die Vorhersage von dessen Stärke verwendet – und ein heftiger gemessener Magnetometer-Ausschlag in Bombay passt perfekt. Japanische Aurora-Berichte von damals zeigen, dass das Oval bis auf 23° magnetische Nordbreite herunter kam (passend zu Meldungen aus der westlichen Hemiphäre; eine komplexe Rekonstruktion aus vielen Dutzend Berichten weltweit liefert übrigens 21.4°). Bei einem enormen Magnetsturm 1770 waren es jedoch 19°, und er dauerte wohl auch länger und war mindestens so stark wie Carrington. Dazu passend zeigen iberische Chroniken eine starke Häufung von Polarlichtern kurz vor dem Jahr 1800, wobei auch die damals förderlichere Lage des Magnetpols half. Andere Beiträge des Meetings behandelten mögliche Beobachtungen veränderlicher Sterne durch Australien Ureinwohner (keine eindeutigen Supernova-Überlieferungen aber wohl Schwankungen von Eta Carinae, Betelgeuze und Antares) und die Rekonstruktion der Verlangsamung der Erdrotation durch den Mond mit Hilfe von Sonnenfinsternis-Berichten seit der Antike: Der Effekt ist deutlich geringer als durch die Gezeitenwirkung zu erwarten wäre. Langsame Verformungen des Erdkörpers – vermutlich Nachwirkungen des Endes der letzten Eiszeit – halten kräftig dagegen und sorgen für ein kleineres „Delta-T“. [22:25 MESZ – Ende]

Das ist Chinas Version von „Hubble“ – Start: 2024

20. August 2018

Bisher waren kaum Details über ein großes optisches Weltraumteleskop Chinas bekannt („China plant optisches 2-Meter-Großfeld-Weltraumteleskop“) – aber heute hat …

… der chinesische Astronom Hu Zhan auf dem Focus Meeting „Global Coordination of International Astrophysics and Heliophysics Activities from Space and Ground“ auf der 30. General Assembly der International Astronomical Union in Wien jede Menge Details vorgestellt (die Bilder in größer).

Der für 2024 geplante Satellit „CSS-OS“ (China Space Station – Optical Survey) – eigentlich ein Modul der ersten großen chinesischen Raumstation, die 2022 fertig sein soll, das meist unabhängig neben ihr fliegen soll – wird mit seinem 2-Meter-Spiegel (dessen Träger bereits fertig ist!) große Himmelsdurchmusterungen durchführen …

… wobei die Großfeld-Kamera dafür auch schon im Bau ist. Es werden aber auch schon weitere Instrumente geplant – und später vielleicht auch welche aus dem Ausland (da China wenig Erfahrungen mit großen Teleskopen, selbst am Boden hat, sei man durchaus an internationaler Kooperation interessert):

Ein Tag auf der Kuffner-Sternwarte in Wien

18. August 2018

Im Rahmen der Tagung des AK Geschichte in der AG daselbst konnte heute die Kuffner-Sternwarte in Wien-Ottakring – gewissermaßen ein Nebenprodukt der dortigen Brauerei (1882) – eingehend inspiziert und am Abend auch genutzt werden [NACHTRAG: mehr und größere Bilder, auch von der Tagung und vom nächsten Tag].

Einführung durch Günther Wuchterl vom Sternwarten-Verein, ein Luftbild der Gesamtanlage und das Hauptgebäude …

… mit dem größten Meridiankreis Österreichs von 1884 mit zahlreichen Zusatzinstrumenten und -anlagen für extrapräzise Messsungen, …

… einem seltenen Vertikalkreis von 1893 für Messungen von Schwankungen der Polhöhe nebst cleveren Liegen, die der Beobachter alleine fahren und einstellen konnte, …

… und dem drittgrößten Refraktor Österreichs (27 cm Durchmesser, 3.5 m Brennweite) von 1886, plus der Mechanik der großen Kuppel (an der sich der Blogger später noch zu schaffen machen sollte).

Im Nebengebäude eine originell beschriftete „Mist“-Tonne …

… und das größte Heliometer der Welt (21.7 cm Durchmesser) von 1893, noch nicht wieder ganz restauriert.

Es wird Nacht über Ottakring …

… und mit dem Refraktor können vier Planeten plus der Mond und (unter Mühen) mit dem Heliometer ein paar Sterne angepeilt werden, die dann alle doppelt erscheinen: