Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Allgemeines Live-Blog vom 6. – 10. Februar 2016

6. Februar 2016

10. Februar

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Das ist die Typ-II-Supernova in der Galaxie Centaurus A

auf einer Aufnahme des südafrikanischen Großteleskops SALT: Wie ihre Farbe – es ist der schwächere Stern neben dem hellen – verrät, sitzt sie tief in deren Staubgürtel. Auch weitere Bilder der Supernova hier, hier und hier, Komet Catalina heute, gestern (mehr) und vorgestern, Ikeya-Murakami vorgestern, wie Impakte Magnetfelder stören könnten, eine Mini-Doku über Sprites bei der ESO und anderswo – und was das chilenische Radioteleskop APEX als nächstes tun soll, nach 10 Jahren Betrieb. [23:55 MEZ – Ende]


9. Februar

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Der Komet Churyumov-Gerasimenko am 28. und 30.1. und 7.2. mit der NavCam und zweimal OSIRIS (jeweils nur Ausschnitte) aufgenommen; derzeit beträgt der Abstand Rosettas 47 km. Auch der Bau des Curiosity-Klons, der NASA Budget Request für das FY 2017 (710 Seiten, auch Zusammenfassungen hier hier und hier und Artikel hier, hier und hier) – und Nordkoreas Unha 3 funktionierte beim aktuellen Start offenbar nicht richtig, weshalb der Satellit fast keinen stabilen Orbit erreichte; auch Artikel hier, hier und hier zu seiner wackeligen Lage im Raum … [23:45 MEZ. NACHTRAG: … die stabilisiert worden sein soll; ein angeblicher Signal-Empfang durch einen Funkamateur ist aber zweifelhaft]

Tod durch Meteorit? Indisches Märchen, versagende Medien

Sicher ist nur eines: Auf dem Campus eines privaten College im indischen Tamil Nadu hat es eine gewaltige Explosion gegeben – und ein Busfahrer wurde dabei getötet. Aber dass ein Meteoriten-Einschlag die Ursache der Tragödie war, wie sogleich indische Offizielle und Medien behaupteten (siehe z.B. hier, hier oder hier), ist eine buchstäblich aus der Luft gegriffene Spekulation: Meteoriten fallen kalt und mit terminaler aerodynamischer Geschwindigkeit zu Boden und durchschlagen schon mal Dächer – aber was sollte da wohl explodieren? Diese offensichtliche Frage stellte sich auch international peinlicherweise kaum jemand, so wurden die Medien bald mit allenfalls schwach qualifizierten Stories über “den ersten Todesfall durch einen Meteoriten” überflutet (z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier oder hier) – ordentlich nachgedacht wurde immerhin hier, und hier wird dieser Blogger zitiert. In der indischen Presse wird die all zu rasch präsentierte Meteoriten-“Erklärung” auch in Frage gestellt, mit sehr irdischen Alternativen, und nach der Ursache der Explosion wird jetzt eingehender geforscht: Noch heute könnte es Ergebnisse geben. Auch eine Spekulation über verwandte Meteoriten und die Tauriden, das immer komplexere Bild der Fragmentation von Komet Ikeya-Murakami – und eine mögliche Supernova 14. Größe in Centaurus A. [0:25 MEZ] Ein Foto der Supernova, inzwischen als Typ II klassifiziert. Und bisher keine neuen Erkenntnisse zur indischen Explosion, aber eindeutige Argumente gegen das Meteoriten-Märchen. Während nach einer hellen Feuerkugel am 6. Februar, die auch in Deutschland gesehen und fotografiert wurde, echte Meteoriten auf Dänemark geregnet sind! [16:10 MEZ] Weiter keine neuen indischen Fakten – aber neue Klarstellungen hier, hier und hier, warum das kein Meteoriten-Ereignis war. [23:25 MEZ]


8. Februar

Ausgasungen einer Atlas-Rakete … vor Deep-Sky-Kulisse

Solch ein Video gab es in dieser Qualität wohl auch noch nicht: Ein australischer Amateurastronom hat während Deep-Sky-Aufnahmen die letzte Phase des unten erwähnten Atlas-Starts eines GPS-Satelliten ins Bild bekommen – u.a. hoch aufgelöst neben Omega Centauri! Auch weitere Überlegungen zum Orbit des neuen nordkoreanischen Satelliten, der im Orbit rumtorkeln soll, und weitere Aspekte hier, hier, hier, hier und hier, was nach einem chinesischen Weltraumstart runter kommen kann – und der nächste Falcon-9-Start soll am 24. sein, wieder mit Boot-Landeversuch. [23:35 MEZ. NACHTRAG: oder doch eher nicht – der Treibstoff wird anderweitig gebraucht]

Drei parallele Pressekonferenzen zu LIGO sind angesetzt!

Das kann keine Übung mit künstlichen Daten sein: Am 11. Februar werden ab 16:30 MEZ parallel in den USA, in Italien und in Deutschland Pressekonferenzen zur Jagd nach Gravitationswellen auf der Erde abgehalten – was ganz unten auf der Seite angedeutet wurde, es könnte wahr sein und mit gleich mehreren Ereignissen zusammen hängen. Erst kurz vorher waren die LIGO-Detektoren mit erheblich gesteigerter Empfindlichkeit wieder in Betrieb gegangen: War das Universum einmal richtig nett zu den Physikern …? [23:20 MEZ. NACHTRÄGE: Es sind sogar mindestens acht parallele PKs, denn auch in den Niederlanden, dem U.K. und Frankreich sind welche angekündigt und weitere in den USA; offenbar handelt es sich bei den meisten Veranstaltungen aber nur um Viewing-Parties der Haupt-PK – die hier frei gestreamt werden soll – mit lokalen Experten]


7. Februar

Nordkoreas ist erneut ein Satelliten-Start gelungen, wie die amerikanische Weltraum-Überwachung bestätigt – der mutmaßliche Erdbeobachter Kwangmyongsong-4 wurde vermutlich mit einer Unha-3 (mehr) auf eine sonnensynchrone 465×502-km-Bahn mit 97.5° Neigung gebracht, nachdem das Startfenster einen Tag vorverlegt worden war: detaillierte Analysen hier und hier, die offiziellen Statements, Updates hier und hier und ein paar Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [13:25 MEZ]


6. Februar

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Heute Morgen: eine Herausforderung für Astrofotografen

vor allem in nördlichen Breiten – kann es hier gelingen, den Merkur bei seiner sehr flachen Morgensichtbarkeit zusammen mit der Mondsichel einzufangen? Etwas einfacher wäre das weiter südlicher wie in den USA (wo auch der Mond noch weiter nach Osten gewandert sein wird). Und das die Situation in Neuseeland heute Morgen: Die anderen drei klassischen Planeten stehen weit weg, so dass von der allseits beschworenen “Aufreihung” keine Rede sein kann. Auch der immer weiter zerfallende Komet Ikeya-Murakami am 5. Februar mit den neuen Fragmenten D und E, am 4. Februar (mehr, mehr und mehr), 3. Februar und 1. Februar mit Fragment D und an mehreren Tagen, Komet Catalina am 5. Februar und am 3. Februar (mehr), ein 30-m-NEO mit unsicherer Bahn im Anflug im März aber ohne Impakt-Chance dieses Mal, wie ein quasi blinder Amateur-Astronom dank ungewöhnlicher Augen-OP mehr als mancher andere im Fernrohr sieht, Fortschritte beim E-ELT in Sachen Vergabe des Haupt-Vertrages, die AURA als neuer Manager von Gemini – und wie sich mit dem Magellan-Teleskop arbeitet. [0:20 MEZ] Das Morgen-Trio aus den USA (mehr), Brasilien, Italien (mehr), Österreich, Slowenien und Australien – und die diversen Ikeya-Murakami-Fragmente am 6. Februar, 5. Februar (mehr) und 4. Februar (mehr). [13:35 MEZ] Weitere Trios aus den USA (mehr und hier), Puerto Rico, Rumänien, Griechenland und Hongkong – und eine tolle Catalina-Schweif-Animation vom Januar. [23:55 MEZ. NACHTRÄGE: das Trio aus Australien am 6. und 7. und aus den USA und Mexiko am 6. Februar]

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Apollo-14-Astronaut Edgar Mitchell mit 85 gestorben – gestern und damit einen Tag vor dem 45. Jahrestag seiner Landung: weitere Nachrufe hier, hier und hier. Auch der Atlas-Start eines GPS-Satelliten: ein Foto und Artikel hier, hier und hier. [0:05 MEZ. NACHTRÄGE: mehr Mitchell-Nachrufe hier (seine ‘andere’ Seite), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Gerüchte über Gravitationswellen-Nachweis nun konkreter

Bisher waren es nur vage Andeutungen gewesen (siehe z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier oder hier), aber in den letzten Stunden sind die Gerüchte über den direkten Nachweis von Gravitationswellen durch die AdvancedLIGO-Detektoren erheblich konkreter geworden: Demnach wurde von zwei Detektoren ein enorm starkes Signal des Verschmelzens zweier Schwarzer Löcher mit 36 und 29 Sonnenmassen zu einem dickeren mit 62 Sonnenmassen beobachtet, und sein zeitlicher Verlauf entspricht theoretischen Vorhersagen. Auch traf es bei beiden Detektoren mit einer Zeitdifferenz ein, die einer Ausbreitung mit Lichtgeschwindigkeit entspricht. Ob das alles stimmt (es könnte sich ja immer noch um ein falsches Signal handeln, das zu Testzwecken zuweilen eingespeist und erst kurz vor der Veröffentlichung enthüllt wird), wird man wohl am 11. Februar erfahren – 100 Jahre ist die Allgemeine Relativitätstheorie gerade alt geworden, da halten wir das auch noch aus … [0:00 MEZ. NACHTRAG: … oder auch nicht: eine detaillierte Diskussion der jetzt behaupteten Zahlen, mehr Verwirrung und Grundlegendes]

Heute vor 50 Jahren: der geklaute Sowjet-Mond

4. Februar 2016

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Am 4. Februar 1966 übertrug der sowjetische Mond-Lander Luna 9 die ersten Bilder direkt von der Mondoberfläche – aber die Veröffentlichung durch die Sowjets selbst war nicht die schnellste. Und so kam es, dass der auch vom Radioteleskop in Jodrell Bank mitgeschnittene Datenstrom zuerst im UK in Bilder umgesetzt und sofort präsentiert wurde: Die Radioastronomen hatten erkannt, dass die Datencodierung das presseübliche Fotofax-System benutzte und sich mit Hilfe von Journalisten die entsprechenden Drucker besorgt. Die Bilder u.a. von Luna 9 in korrekter Darstellung gibt es hier und hier weitere Infos über das Luna-Programm.

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Mal wieder ein Selfie von Curiosity aus diesmal 57 Bildern der MAHLI-Kamera auf dem Arm vom 19. Januar: Die Untersuchung der Dünen dauert immer noch an (Artikel hier und hier) – auch Opportunity 12 Jahre(!) auf dem Mars unterwegs (Bilder und ein Artikel [NACHTRAG: und was letztens geschah]), vom Mars Express keine neuen Phobos-Bilder aber vom Mars mit der HRSC von ferne und aus der Nähe (mehr und mehr), eine französische Rolle in Indiens Marsprogramm, Ideen zur Navigation auf dem Planeten, Mars-Parallelen auf der ISS und in der Antarktis, die Problematik einer Landung von Menschen und wachsende Zweifel, dass die NASA überhaupt auf dem Weg dahin ist.

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Drei kleine Körper aus der Nähe: Komet C-G mit OSIRIS am 30. Januar aus 62 km Höhe, Ceres am 1. Januar aus 368 km Höhe und Plutos Sputnik Planum aus 16’000 km Abstand, 12 Minuten vor New Horizons’ größter Annäherung am 14. Juli 2015 – hier “schwimmen” im Stickstoffeis Berge aus weniger dichtem Wassereis. Auch die schwierige Massen-Bestimmung der Saturn-Ringe (mehr, mehr und mehr), eine Bahnkorrektur von Juno – und anhaltende Konfusion bei der Europa-Mission der NASA.

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Der Hauptspiegel des JWST ist komplett, aber die golden glänzenden 18 Segmente sind unter staubdichten Deckeln verborgen – auch das Ende der Kälte-Tests der Instrumente für das große Weltraum-Teleskop, wie Gaia nach ‘Geschwistern’ der Sonne sucht, Synergien der kommenden Teleskope LSST, Euclid & WFIRST, erste Action auf dem LISA Pathfinder und die 2. ISS-EVA des Jahres. Und was man bereits wissen kann über den bevorstehenden nächsten nordkoreanischen Satelliten-Start-Versuch.

Allgemeines Live-Blog vom 27. 1. bis 2. 2. 2016

27. Januar 2016

2. Februar

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Der 70. erfolgreiche Start einer Ariane 5 in Folge, mit einem Nachrichtensatelliten: Arianespace und ESA Releases, ein Video, mehr Bilder und Artikel hier, hier, hier und hier. Auch Fortschritte bei der Ariane 6 (Artikel hier und hier), der Proton-Start eines Satelliten mit Laser-Nutzlast zur High-Speed-Kommunikation zwischen Satelliten (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und hier), die ersten Startvorbereitungen im neuen Kosmodrom in Sibirien, ein Auftritt von Gerst in Neuseeland, welche Mini-Satelliten das erste SLS mitnehmen wird (ein Fact Sheet, ein Video, eine Infografik, und Passagiere freuen sich hier und hier), wie auch die erste Orion-Kapsel Form angenommen hat und am Cape eingetroffen ist – und Fotos vom Reentry einer chinesischen Rakete über Hawaii. [18:50 MEZ] Ein Artikel zu den SLS-Passagieren. [23:35 MEZ. NACHTRÄGE: weitere hier und hier sowie weitere Press Releases hier und hier] Und die Ankunft der Orion am KSC. [23:55 MEZ – Ende]

Die Zwerggalaxie IC 1613 auf einer Aufnahme des Very Large Telescope; sie fällt durch besonders wenig Staub auf. Auch neuer Ärger in Brasilien um den ESO-Beitritt, die ersten Daten der Dark Energy Survey, ein neues Eich-Tool für Exoplaneten-Suche, ein angeblicher Ausbruch von Delta Sco, der offenbar nicht echt ist, wie das Magnetfeld der Sonne erforscht wird und Gewitter auf der Erde beeinflussen könnte, irdischer Wind im Weltraum, massig Perlmutt-Wolken über den Britischen Inseln dieser Tage – und El Nino wohl nahe dem Maximum der Ausprägung. [18:30 MEZ. NACHTRAG: Perlmutt auch über Deutschland]

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Wassereis ist auf der Oberfläche Plutos weit verbreitet, zeigen Daten von New Horizons‘ Ralph/Linear Etalon Imaging Spectral Array – auch ein Paper über Sputnik Planums Alter unter 10 Mio. Jahren, Plutos Atmosphäre im Gegenlicht im Infraroten und noch mehr NewHo-Stories hier, hier und hier sowie eine neue Bahn für Cassini und Erkenntnisse über die Ionosphäre Titans, ein möglicher separater Start des Europa-Orbiters & -Landers, was man mit den Chang’e-3-Bildern vom Mond in neuer Qualität anfangen kann (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), die Geschichte des Mare Frigoris – und Indiens erster Sonnen-Satellit nun für 2019 geplant. [18:20 MEZ. NACHTRÄGE: ein weiteres Chang’e-3-Panorama und weitere Artikel hier und hier]

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Bei Ikeya-Murakami tut sich was: Primärfragment heller

Die östlichste Komponente (und vermutlich das primäre Fragment; linker Pfeil) des zerbrochenen periodischen Kometen P/2010 V1 ist plötzlich hell geworden, wie dieses Bild vom 31. Januar mit einem LCOGT-2-m-Teleskop und weitere Aufnahmen vom 1. Februar, 31. Januar und 29. Januar zeigen: Ein neuer Ausbruch und bald noch mehr Trümmer, derer letztens ein Hubble-Bild schon etwa 20 zeigte? Nach einer Analyse von Z. Sekanina (CBET 4250 von heute) erleidet der Komet bereits seit Ende 2012 – zwei Jahre nach seinem Helligkeitsausbruch – eine kaskadierende Fragmentation, nichts Ungewöhnliches übrigens: Damals trennten sich das Primärfragment C (linker Pfeil) und Fragment A (rechter). Die Trümmerwolke bei C (mittlerer Pfeil) ist jüngeren Ursprungs, hier ist aber noch vieles unklar. Auch Catalina am 1. Februar, 31. Januar, 29. Januar (mehr und mehr) und 28. Januar (mehr und mehr), die Entdeckung von Hyakutake vor 20 Jahren, ein sehr später Perseiden-2015-Bericht, eine Feuerkugel mit möglichen Meteoriten über den Ost-USA, die neue NEO-Seite des JPL, der Abschlussbericht über Jupiter 2014/15 und Jupiter heute – und Sedna von deutschen Amateuren aufgenommen! [16:30 MEZ. NACHTRAG: ein 20 Jahre altes IAUC mit großen Erwartungen an Hyakutake – die erfüllt wurden]

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Kleine Körper ganz groß: Ausschnitte aus drei OSIRIS-Aufnahmen von Komet C-G von Ende Januar, dessen gespaltener Schweif (alle Komponenten aus Staubteilchen) von der Erde am 19. Januar mit dem 2.5-m-Isaac Newton Telescope und einem Rotfilter, und Ceres aus dem LAMO mit dem Nordrand des Kraters Toharu. Auch ein prozessiertes OSIRIS-Bild und NavCam-Bilder, der Abschied von Philae, das neueste Dawn Journal, ein buntes Überflugs-Video (das hier, hier und hier angepriesen wird) – und weitere Fortschritte bei der ARM. [0:00 MEZ]


29. Januar

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Das. 18 Spiegel-Segment des JWST wird gerade installiert

Auf dem Webcam-Bild gegen 21:00 MEZ sieht man die letzte Komponente des Hauptspiegels am Robotarm über ihrem Platz – auch sonst scheint der Bau des Weltraumteleskops gut im Zeitplan für den Start 2018 zu sein. Auch die aktivierten Photometric Science Alerts von und Beobachtungen an Kugelsternhaufen durch Gaia, ein viel beachteter Wiedereintrit über Bolivien am 15. Januar (Korrektur und viele Videos), eine kuriose Anomalie des GPS-Systems ohne viele Folgen, eine geplante 900-Satelliten-Konstellation für “OneWeb”, der bevorstehende Start eines Satelliten mit einem EDRS-System, die Vibrationen der ISS – und ein Porträt der DLR-Chefin. [22:55 MEZ. NACHTRAG: ein langer Artikel zum JWST-Status]


28. Januar

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Es war heute – um 17:39 MEZ – vor 30 Jahren … Auszüge aus dem Untersuchungs-Bericht, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Erinnerungen hier und hier und Videos ganz verschiedener Länge hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:35 MEZ. NACHTRÄGE: und ein Radio-Beitrag und weitere Artikel hier und hier]


27. Januar

So sieht ein echter Transit der ISS vor dem Saturn aus!

Aufgenommen von einem ungarisch-britischen Amateur auf Gran Canaria – ein perfekt getimeter Kontrapunkt zum falschen Transit eines deutschen Amateurs, der inzwischen z.B. hier, hier und hier ein umfassendes Geständnis ablegt hat: Ihm waren überhaupt keine Bilder gelungen – und da hatte er aus älterem Material verschiedener Daten etwas Spektakuläres zusammengebastelt. Und dann als echt ausgegeben, was ihm gar ein APOD einbrachte (inzwischen ersetzt, ein extrem seltener Vorgang). Vor allem dieses Aufsehen hatte viele schärfer hinsehen und Fehler finden lassen, z.B. hier und hier – und natürlich gibt es längst auch schon Meta-Diskussionen wie hier, hier und hier über die Grenzen der Bild-Schönrechnung. Auch Jupiter am 23.1., die Physik der Uranus-Hochatmosphäre, die Freisetzung 100’000-er alter Kometenbeobachtungen und Übernahme des ICQ-Archivs in COBS, wie ein NEOWISE-Komet entdeckt wurde, Catalina am 22.1., 21.1. (mehr), 19.1., 16.1. und 11.1., I-M am 19.1., wie helle Boliden Radioastrahlung produzieren, eine US-Tages-Feuerkugel am 24.1., ein aktuelles Aurora-Video einer Hurtigruten-Rundtour, der DeCALS-Viewer, das MOIRCS-Instrument, der DR8 de SDSS – und mal wieder das global wärmste Jahr seit Messbeginn (mehr und mehr) 2015. [0:00 MEZ] Und da druckt heute die FAZ den Fake-Transit riesengroß … besser bei diesem Blogger informieren – und noch mehr Nachdenken in der Amateurastronomie. [17:55 MEZ] Und noch ein Artikel. [20:35 MESZ]

“New Shepard” zum 2. Mal im All und zurück

24. Januar 2016

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Dieselbe “New-Shepard”-Rakete, die im November knapp suborbital in den Weltraum flog und dann – wie auch die Kapsel, die sie trug – sanft landete, ist am 22. Januar erneut bis jenseits von 100 km geflogen und wieder heil gelandet: ein Artikel dieses Bloggers, ein Blue Origin Press Release und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

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Der Schneesturm über den USA von der ISS aus aufgenommen – auch der ESA-Beitrag zum Dream Chaser, der bald zur ISS fliegen darf, eine im Orbit zerbrochene Russenrakete und generelle Sicherheitsfragen zu Raumschrott.

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Ein OSIRIS-Bild vom 17. Januar – auch der Status von und ein Insider-Buch über den Marsrover Curiosity, der 30. Jahrestag des Uranus-Flybys von Voyager 2 heute (der erste und auch noch lange der letzte) und die Ankunft des LISA Pathfinder am L1-Ziel und seine Düsen im Test.

Allgemeines Live-Blog von 17. – 21. Januar 2016

17. Januar 2016

21. Januar

Der Sternhaufen Trumpler 14, leicht ins Rote geschoben

Denn auf dieser Hubble-Aufnahme mit der ACS wurden zwar den Farben Blau, Grün und Rot die entsprechenden Filter-Bilder zugeordnet, zusätzlich aber noch nahinfrarotes 850 nm in Violett addiert, so dass der Nebel um einen der jüngsten, reichsten und sternbildungsfreudigsten offenen Sternhaufen im Carina-Nebel bestens zum Leuchten kommt. Auch eine Gaia-Beobachtung von Charon neben Pluto, neue Bilder von Enceladus, C-G und Mimas, Chinas nächste Mars-Mission mit Anspruch, Kameratests in der Antarktis und eine denkbare Verschiebung des Starts von ExoMars 2018, ein irdischer Dämpfer für Mars-Lebens-Optimismus, wie die van Allen Probes die Strahlungsgürtel neu vermessen, ein weiterer PSLV-Start (mehr Bilder) mit dem 5. Navigationssatelliten, ein neuer ESOC-Direktor – und eine ‘erste Blüte’ auf der ISS, die keine war (unten): ein weiterer Vorgänger, erste korrigierte Artikel hier und hier, eine NASA-Story mit mehr Kontext und schließlich alle LEO-Blüten zusammen. [23:50 MEZ – Ende]


20. Januar

Woher die Vermutung eines fetten “neunten Planeten” gekommen ist: ein Artikel dieses Bloggers, noch mehr Visuals, das Original-Paper, ein Caltech Release, ein Blog-Posting eines der Autoren, ein AAS Nova, andere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und ein echter Planet wäre es jedenfalls nach der vorgeschlagenen quantitativen Definition. [19:10 MEZ] Mehr Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [20:30 MEZ] Wie man den Planeten finden könnte und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MEZ. NACHTRÄGE: ein Statement des NASA-Planetenchefs, ein NASA-Statement, genauere Zahlen zum Planeten-Kriterium, ein kurzer und längerer TV-Bericht, ein Radio-Feature und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]


19. Januar

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So sieht der vierte (Teil-)Spiegel für das 24.5-m-GMT aus

Vier Monate nach seinem Guss und langsamen Kühlen wurde erstmals der Ofen-Deckel gelüftet. Auch ein Ballon-Start zur Sonnenbeobachtung (GRIPS), die Übernahme des World Wide Telescope durch die AAS und was Astronomen davon haben, die anhaltende Hoffnung der IAU, dass jemand die kuriosen Exoplaneten-Namen benutzen wird, ein Theaterstück über Vera Rubin in einem Planetarium und das Pale Red Dot-Projekt, bei dem Exoplanetenjägern live zugeschaut werden kann (mehr und mehr). Und dann werden da noch allerorten ab exakt morgen früh Fünf Planeten Gleichzeitig!!! angepriesen (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), indes: Der Merkur hat morgen +2 mag. und steht bei Sonnenaufgang(!) in Deutschland noch keine 7° hoch. Bis Monatsende steigt die Helligkeit zwar auf 0 mag., aber mehr als 4° (was i.d.R. starke Extinktion bedeutet) bei Beginn der bürgerlichen Dämmerung, wenn der Himmel auch schon ziemlich hell ist, und 8° bei Sonnenaufgang sind nicht drin. Die Venus geht ja noch (-4 mag. und ~9° bei Beginn der Bürgerlichen), Saturn und Mars bleiben dagegen Suchbilder zwischen den Sternen, und erst Jupiter fällt dann tatsächlich auf, wobei der Bogen Merkur – Jupiter auch noch einen Großteil des Himmels überspannt: Das soll eine Sehenswürdigkeit sein? [23:45 MEZ]

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Der Zerfall des Kometen Ikeya-Murakami ist weiter gegangen – zu diesem 2-Meter-Bild des interessanten Objekts (“Fragment erneut zerbrochen …”) von gestern schreibt der Beobachter Man-To Hui: “The middle component seems to be comprised of several parts. The eastmost component seems to be travelling the slowest. By this token, it is possibly the primary of the comet, which is supported by my simulation code.” Auch PANSTARRS heute, Catalina – das mondfreie Morgen-Fenster schließt sich schnell – heute (mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mit M 101; mehr, mehr, mehr, hier, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), am 16. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 15. Januar (mehr, mehr und mehr) und ein schöner persistent train eines Tauriden. [23:35 MEZ. NACHTRÄGE: Ikeya-Murakami heute und gestern und Catalina heute hier und hier und gestern hier und hier – und ein Spektrum im Vergleich mit Lovejoy]


17. Januar

Falcon bereit an Westküste – Landung auf Boot geplant

Mit dem Meereshöhen-Satelliten Jason 3 an Bord wartet diese Falcon 9 auf ihren Start heute um 19:42 MEZ in einem 30-Sekunden-Fenster, wobei die Wetteraussichten perfekt sind: Diesmal soll die 1. Stufe wieder auf einem Boot landen; auch ein Video zum Satelliten und weitere Artikel hier, hier und hier. Derweil wurde die gelandete Stufe erneut am Boden gezündet, ein Triebwerk machte dabei Probleme. Auch eine ISS-EVA vorgestern, die wegen Wasser in einem Helm abgebrochen wurde (Artikel hier, hier, hier und hier), ein kleines Video von UrTheCast auf der ISS, eine Budget-Erhöhung der ESA (auch eine Pressekonferenz und ein Interview mit dem Chef), mehr letzte Bilder von Cassini, 10 Jahre Rückkehr von Stardust – und Ende einer alten ESA-Bodenstation in Australien. [0:30 MEZ] So weit keine Probleme für Satellit, Rakete oder Landeschiff. [18:30 MEZ] Eine Live-Übertragung bereits hier: Gerade wurde mitgeteilt, dass es weiterhin keinerlei Wetterbedenken gibt für den Start in weniger als einer Stunde. [18:45 MEZ] Alles reichlich nebulös, aber kein Problem. [19:00 MEZ] Und der alternative Webcast von SpaceX hat begonnen. [19:20 MEZ] Alles ist go – und es gibt Live-Video vom Landeboot “Just Read the Instructions”! [19:30 MEZ]

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Erfolgreicher – nebulöser – Start der Falcon (mehr Webcast-Bilder) – und der Return-Burn der 1. Stufe hat gerade stattgefunden. [19:50 MEZ] Leider ist die Satelliten-Verbindung zum (menschenleeren) Boot abgerissen, was mit der rauhen See zu tun haben könnte – der SpaceX-Webcast ist erst einmal unterbrochen, während sich Jason 3 und die zweite Stufe bereits auf der korrekten Parkbahn befinden. [19:55 MEZ] Weiter keine Informationen über den Ausgang des Landeversuchs – aber ein ungewöhnliches Video des Starts aus sehr großer Distanz. [20:05 MEZ] Die Landung war hart, und ein Bein knickte ein. Noch keine Bilder. [20:10 MEZ] Was bisher geschah. [20:20 MEZ] Nach der kurzen zweiten Zündung der 2. Stufe wurde Jason 3 auf der korrekten Bahn ausgesetzt. [20:40 MEZ] Der Moment der Freisetzung aus dem NASA-Webcast – was bisher geschah. [20:45 MEZ] Die 1. Stufe kam mit der richtigen Geschwindigkeit herein, aber eins der Beine rastete nicht ein, und die Stufe kippte um – das war das Hauptproblem, nicht die unruhige Plattform. [21:20 MEZ] Die Sonnensegel sind draußen, die Mission von Jason 3 kann beginnen! [21:25 MEZ] Das Launch-Video der NASA (die keine Kameras so nah an der nebligen Rampe hatte wie SpaceX) und weitere Artikel hier und hier. [21:35 MEZ] Ein NASA Release, die ersten Bahnelemente, ein EUMETSAT-Interview und weitere Artikel hier und hier. [22:00 MEZ]

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Das kam diesmal zurück: schon deutlich besser erhalten als bei früheren Bruchlandungen auf den Drohnen-Booten. Die Schiffe sind für Landungen nach sehr schnellen Starts notwendig, denn dann kann man die Stufe nicht zurück zum Ausgangspunkt bringen: Die Schiffs-Option erweitert deutlich den Bereich der Möglichkeiten. [23:45 MEZ. NACHTRÄGE: ein Standbild der Stufe kurz vor der Landung, ein Video vom Aufsetzen und Umfallen [alt.], die Ankunft der Überreste der 1. Stufe und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Impressionen von einem “extremen” Seminar

16. Januar 2016

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Kurt Roessler hatte geladen, zum 21. Mal, und wieder waren rund 150 Gäste zum Bad Honnefer Winterseminar gekommen, das diesmal “Leben in extremen Umgebungen” behandelte, in einem sehr breiten astronomischen Kontext freilich – genau diese Interdisziplinarität macht den Reiz dieser für jeden zugänglichen Veranstaltungen aus. Und wenn man auch mal ausstieg, wenn ein Chemiker allzu begeistert Strukturformeln über die Leinwand wirbeln ließ, ein anderer sich für höchstselbst erfundene abgedrehte Analyse-Verfahren feierte oder sich ein Biologie in Gensequenzen verwickelte, so eröffnete gerade das Einblicke in Wissenschaftsbereiche, mit denen man als ‘Normalastronom’ sonst kaum in Berührung kommt. Und die für die hinter allem lauernde Frage nach Leben anderswo entscheidend sind.

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Die besten Plätze im Sonnensystem für die Suche nach weiteren Biosphären sind für den Altmeister der europäischen Planetenforschung Gerhard Schwehm eindeutig die Ozeane unter den Eiskrusten der Jupiter- und Saturnmonde Europa und Enceladus. Den beiden für 2022 geplanten Großmissionen der ESA (“JUICE” – keiner mag dieses Akronym) und der NASA ins Jupiter-System kommt daher besondere Bedeutung zu.

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Immer ganz vorne bei der Suche nach prä(!)biotischen Mechanismen ist die Kometenforschung vor Ort: Rosetta war vor einem Jahr das zentrale Thema des BHWS gewesen, aber da war vieles entweder noch unklar oder durfte nicht im Detail diskutiert werden. Die Lage hat sich entspannt, nachdem inzwischen rund 120 Rosetta-Papers erschienen sind: Martin Hilchenbach konnte aus dem Vollen schöpfen und auch eine Galerie von COSIMA eingefangener Staubteilchen zeigen. Während Uwe Meierhenrich die 16 Moleküle diskutieren konnte, die COSAC auf Philae in den immerhin 427 empfangenen Massenspektren des Abydos-Bodens sah. Das Bild passt zu Laborexperimenten mit künstlicher Kometenmaterie.

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Eine ganz andere Perspektive auf Leben unter Extrembedingungen lieferte Volker Damann, bis vor kurzem ‘Weltraumarzt’ bei der ESA – explizit nicht für Experimente an Astronauten zuständig sondern für deren Wohlergeben. Eingehend schilderte er z.B. den Ablauf des jüngsten Auswahlverfahrens der ESA, das 2009 sechs neue Astronauten hervor gebracht hatte: Psychologische Auswahlschritte kommen zuerst, erst ganz am Schluss die viel teureren (und auch ethisch kritischen) harten medizinischen Tests – bei denen zur Überraschung der Ärzte jeder zweite ausschied. Insgesamt kostete die Prozedur rund 5 Mio. Euro. Damann, der soeben zur International Space University wechselte, warf auch die interessante Frage auf, warum es auf der ISS keinen Bordarzt gibt (wo der doch schon vor Jahrhunderten auf Forschungsschiffen üblich war) und nur minimales Equipment: Eigentlich sollte mal ein Crew Return Vehicle permanent angedockt sein, mit dem es in sanftem Gleitflug geradewegs zur nächsten Klinik hätte gehen können – aber das CRV wurde gestrichen, während die medizinischen Möglichkeiten an Bord unverändert marginal blieben. Es war halt nie etwas passiert, und statistisch gesehen (hochgerechnet aus typischen Erfahrungen am Boden) wäre ein schwerer medizischer Notfall auf der ISS schon lange überfällig: Bei einer 6-köpfigen Besatzung sollte das eigentlich alle 5 1/2 Jahre passieren und der mit Abstand wahrscheinlichste Grund für eine Notevakuierung sein. Auch interessant: Trotz über 50 Jahren Erfahrung gibt es immer noch unverstandene Effekte der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper wie den VIIP-Effekt, bei dem ein Augapfel von hinten eingedrückt wird. Und auch auf der ISS die Strahlenbelastung enorm: Sie entspricht einer Röntgenaufnahme der Lunge pro Tag.

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Der Archaeen-Spezialist Reinhard Wirth machte fulminant Werbung für diese erst 1977 entdeckte dritte Domäne des Lebens auf der Erde: Man findet diese genetisch am Fuße des ‘Tree of Life’ angesiedelten Mikroben keineswegs nur in extremen Umgebungen mit heißen Temperaturen, starkem Salzgehalt etc. – sie sind viel weiter verbreitet und machen z.B. 40% der Prokaryoten in tiefem Meerwasser aus. Auch in und auf dem menschlichen Körper können Archaeen vorkommen, etwa im Darm oder – sehr anhänglich – auf der Haut. So gelangen sie auch gerne in Reinräume, was wiederum ein Problem für die Planetary Protection darstellt: Fände z.B. eine bestens sterilisierte Raumsonde auf dem Mars Archaeen-artige DNS-Spuren, dann kann man praktisch sicher sein, dass es blinde Passagiere von der Erde sind. Ach ja, das bei weitem schnellste Lebewesen der Erde – bezogen auf die eigene Körpergröße – ist auch eine Archaee …

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Auch die Tiefsee kann man als extremen Lebensraum auf diesem Planeten betrachten – und sie ist sogar volumenmäßig der größte Lebensraum auf der Erde, da 54% der Erdoberfläche mehr als 3000 Meter unter Normal Null liegen, wie Hartmut Arndt betonte. Zwar hält sich die Lebensfreundlichkeit in engen Grenzen, aber es haben sich viele Nischen gefunden, etwa an den Black Smokern, die wiederum Analoga auf anderen Planeten – etwa auf dem Boden der o.g. Eismond-Ozeane besitzen könnten.

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Am Ende gab Rüdiger Vaas noch einen spekulationsreichen Ausblick auf das “Leben in sehr ferner Zukunft” – vom Unbewohnbarwerden der Erde durch die Evolution der Sonne bis hin zu wilden Überlegungen, wie es sich sogar nach dem Zerfall aller Materie durch Manipulation des Raumes selbst bewahren könne. Das führte dann zwangsläufig zur Begrifflichkeit der Ewigkeit: vielleicht ein Thema für ein künftiges Bad Honnefer Winterseminar, denn die Reihe geht weiter mit dem 22. vom 12.-14. Januar 2017 (wobei dessen Thema noch offen ist). Auch dies Mal gab es wieder reichlich Rahmenprogramm, so diskutierte Roessler eingehend die Geschichte des Hauses (an der Wand Elly Hölterhoff geb. Böcking, die für die entscheidende Stiftung gesorgt hatte), und es wurde auch wieder reichlich Wein verköstigt:

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Allgemeines Live-Blog ab vom 9.-15. Januar 2016

9. Januar 2016

15. Januar

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Das schärfste Bild von Plutos Dunstschichten im Gegenlicht, aus schwarzweißen LORRI-Bildern mit Ralph-Farben, die ungefähr natürlich sind – auch der mögliche Kryo-Vulkan, die kleinen Monde und Artikel hier, hier und hier. Plus ein weiteres LAMO-Bild von Dawn, was China auf dem Mond plant (mehr), der Satellit Astro-H startklar und Jason 3 erst recht – und drei neue Kontrakte für kommerzielle ISS-Frachter, diesmal auch mit dem Dream Chaser: Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier. hier, hier und hier. [2:25 MEZ]


14. Januar

First Light für das GRAVITY-Instrument des VLTI

Noch ist die Auswertung der Daten vorläufig, aber diese Bilder des neuen GRAVITY-Instruments am VLT-Interferometer deuten an, was möglich sein wird: Die beiden Doppelsterne im Trapez des Orion haben 25 Millibogensekunden Abstand (theta1 Ori C; rechts) bzw. rund 5 Millibogensekunden Abstand (theta1 Ori F). Das Bild von C ist dabei ein echtes solches, das von F ein Modell-Fit. “theta Ori1 F ist das erste Objekt, bei dem nicht auf dem Stern selbst, sondern auf einem nahen Begleiter (C) getrackt wurde”, erklärt Markus Schoeller von der ESO gegenüber diesem Blog: “F ist zu schwach, als dass man ihn einfach aufnehmen koennte. Daher hat auch niemand bisher den Companion gefunden.” Auch die Baustelle des GMT aus der Luft, eine neue LOFAR-Station in Irland, Komet Catalina (mehr, mehr, mehr und mehr) heute (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mit zwei Galaxien; mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern (mehr), Komet PANSTARRS vorgestern, der Asteroid (85990) 1999 JV6 mit den Goldstone-Radar aufgenommen – und interaktive Asteroiden-Familien. [23:20 MEZ]


13. Januar

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Ein OSIRIS-Telebild vom 2. Januar im Ausschnitt – auch die Bestätigung durch VIRTIS, dass die hellen Flecken auf dem Kern wirklich freiliegendes Wassereis sind, der bevorstehende Phobos-Besuch vom Mars Express, ein neuer Solar-Power-Rekord von Juno und was dessen Kamera treibt, die vermutliche Identifizierung von WT1190F als Raketenstufe des Lunar Prospector – und wie die NASA kosmische Proben verwaltet. [23:55 MEZ. NACHTRAG: in der heutigen Stargazing Live-Folge werden von 26:30 bis 31:30 das obige Bild und die VIRTIS-Daten diskutiert]


12. Januar

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Endlich neue Ceres-Bilder aus der niedrigsten Umlaufbahn

von Dawn, dem LAMO in 385 km Höhe, aus der die deutschen Framing Cameras 35 Meter Auflösung schaffen (mehr, mehr und mehr Pressemitteilungen und ein Artikel): hier der 26-km-Krater Kupalo mit glänzenden Wänden, ein namenloser 32-km-Krater und ein Teil des 40-km-Kraters Messor. Auch die erneute OSIRIS-Suche nach Philae, der nach dem Versuch, ihn zu drehen, Staub aufgewirbekt haben könnte, was die nächste New-Frontiers-Mission der NASA sein könnte, die Start-Kampagne für Astro-H, die Inbetriebnahme des LISA Pathfinder, neue bessere Video-Clips der Falcon-Landung und der nächste geplante Start mit Landeversuch auf dem Schiff (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) in 5 Tagen, die unklare Zukunft des SLS, schon wieder ein Interview mit Alexander Gerst – und eine detaillierte Analyse von Beobachtungen eines Soyuz-Starts von der ISS und vom Boden aus. [21:55 MEZ]

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Heute Abend beginnt die bereits 6. Staffel von “Stargazing Live” der BBC mit mehreren Stunden Astronomie zur besten Sendezeit: heute, morgen und übermorgen, dazu noch ein Special zur EVA des britischen ISS-Bewohners Peake am Freitag, der dieses Jahr im Zentrum steht; gesendet wird aber wieder vom Radioteleskop Jodrell Bank (Bild). Gesehen werden kann das Ganze jeweils ab 22:00 MEZ z.B. hier (“UKBBC2”), während es die Folgen der 1. Staffel hier, der zweiten hier und hier sowie die Sondersendung zur März-SoFi innerhalb der 5. und Sondersendungen zu Peakes Reisebeginn hier und hier im Vorfeld der 6. zu sehen gibt. [20:30 MEZ]

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Fragment erneut zerbrochen: Komet I-M zerfällt weiter

Wie diese Aufnahme mit einem 2-m-LCOGT-Teleskop von vorgestern zeigt, hat sich das Fragment B – links – des Kometen Ikeya-Murakami selbst wiederum gespalten, womit dieser periodische Komet nunmehr aus drei (oder in manchen Zählungen sogar vier) Teilen besteht. Nach einer schnellen Analyse von Zdenek Sekanina (CBET 4235 vom 10.1.) dürfte es zur ursprünglichen Spaltung bereits während des letzten Periheldurchgangs 2010 gekommen sein, wohl im Zusammenhang mit einem großen Ausbruch. Der hatte um den 20.11.2010 begonnen, ca. 3 Wochen nach dem Perihelk, und überhaupt erst zur Entdeckung des Kometen geführt. Das nun erneut zerbrochene Fragment B war wohl das größere und wird von großen, alzem Staubteilchen aus der Zeut der ursprünglichen Spaltung begleitet, während A zur Zeit verstärkt neue Aktivität zeigt. Auch Komet Catalina heute, die junge Mondsichel gestern – und die unterschiedlichen Maxima des Mira-Sterns Chi Cygni in den letzten Jahren. [11:55 MEZ] Das neue Fragment C, von B abgebrochen, auf bereits gestern gezeigten Bildern vom 11.1. und auch 8.1. ebenfalls identifiziert sowie ein Beobachtungs-Aufruf; auch Catalina heute (mehr) und gestern. [17:55 MEZ] Und noch zwei japanische vom 9.1. und ein iranischer vom 30.12.2015, die gerade veröffentlicht wurden, sowie das laufende Sichtfenster Catalinas. [19:50 MEZ]


11. Januar

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Und Philae schweigt weiter – das war’s dann so ziemlich

mit den letzten Versuchen, noch einmal Kontakt mit dem Lander auf dem Kometenkern (oben eine OSIRIS-WAC-Aufnahme von vorgestern) herzustellen; auch Artikel hier, hier und hier. Sowie die Kometen Catalina heute (mehr, mehr und mehr), gestern (mehr), vorgestern (mehr, mehr und mehr) und am 8. Januar (mehr) und 2. Januar (sowie eine seltene Beobachtung mit dem bloßen Auge und Artikel hier und hier), der ausgebrochene PANSTARRS gestern (mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr und verglichen mit dem 2.1.) und am 8. Januar (Schweif verstärkt; mehr und mehr), 7. Januar und 6. Januar und der doppelte Ikeya-Murakami heute (mehr) und am 8. Januar und 4. Januar. [23:55 MEZ. NACHTRAG: ein Quasi-Nachruf auf Philae aus Frankreich]


9. Januar

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Das superenge Paar Venus & Saturn heute über Malaysia

um 6:30 (oben) bzw. 6:45 Uhr Ortszeit aufgenommen, was kurz vor Mitternacht MEZ war (plus noch mal die superschmale Mondsichel, hier größer, um 7:00 Uhr Ortszeit), auch Bilder aus Japan um 21:42 MEZ, Pakistan um 2:00 MEZ und Indien – die größte Annäherung der Planeten (s.u. für Bilder der drei vorangegangen Tage) ist um 5:12 MEZ, wenn sie nur 5 Bogenminuten trennen. [3:35 MEZ] Ein weiteres Bild aus Indien um 1:31 MEZ. [4:15 MEZ] Der malaysische Fotograf hat die engste Konjunktion am Nachmittag beobachten können. [5:55 MEZ] Ein Bild aus Deutschland, auch eine japanische Mondsichel und deutsche Catalinas von heute. [7:55 MEZ] Weitere deutsche Erfolge hier und hier – und was dieser Blogger mit letzter Kraft erreichte … [8:35 MEZ] Ein Konjunktions-Bild mit als solchem erkennbarem Saturn. [9:10 MEZ] Dito – wie oben beschrieben – am Tage aus Malaysia, nochmal aus der Türkei, aus dem UK, aus Chile und Argentinien sowie weitere deutsche Bilder hier, hier und hier, Bilder aus Chile, Venezuela und Mexiko hier und hier und noch viel mehr. Auch die Kometen Catalina heute hier, hier, hier und hier und gestern und PANSTARRS gestern sowie diverse Daten zu ihm. [23:40 MEZ. NACHTRAG: das Paar am folgenden Morgen in Japan und Indien]

Eine Hubble-Aufnahme der Spiralgalaxie NGC 4845, deren Kern 2013 einen gewaltigen Flare gezeigt hatte – auch das erste Dutzend Spiegelsegmente des JWST montiert (es sind bereits wieder mehr), was Chinas erster Astro-Satellit bringen soll, wie Gaia einen Perseiden-Treffer registrierte, offenbar reichlich Verschwendung der USAF bei einem Wettersatelliten, die letzten GOES-Satelliten im Bau, die Startvorbereitungen von Jason 3, dessen Falcon wieder eine Landung versuchen soll, aber nun wieder auf der schwimmenden Plattform, angebliche Zweifel Deutschlands und Frankreichs and der ISS – und auch wenig nationale Begeisterung für die Visionen des ESA-Chefs und anderer in der Agency von Action auf dem Mond, den wiederum Russland angeblich weiter mag. [3:15 MEZ]

Wie sich Venus und Saturn immer weiter annäherten

in den vergangenen Tagen, während der Mond am Paar vorbei sauste, zeigen Bilder vom 8. Januar aus Teneriffa, Deutschland (mehr und mehr) und Rumänien, vom 7. Januar aus Venezuela, den USA, Teneriffa, dem UK, Deutschland (mehr), Italien, Israel, Indien (mehr), Pakistan, Malaysia und Australien und vom 6. Januar aus Kanada, auch der Mond gestern mit dem Eintritt eines Sterns sowie hier, hier und hier plus der Jupiter am 6. Januar und 4. Januar, auch im Methan-Band. Weiter gut beschweift – und immer bequemer zu beobachtenKomet Catalina am 8. Januar (mehr und mehr), 7. Januar (mehr, mehr, mehr und mehr) und am 6. Januar (mehr, mehr, mehr und mehr) sowie ein Spektrum. Ohne Zweifel im Ausbruch – wie diverse Kurven zeigen – ist PANSTARRS: am 8. Januar, 7. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 6. Januar (mehr, mehr und mehr) sowie mit kleiner Technik. Und ein Bild vom SWAN-Instrument auf SOHO mit den Wasserstoff-Komae beider Kometen und die Fragmente von Ikeya-Murakami gestern sowie ein neues Quadrantiden-vom-Stratosphären-Ballon-Video mit Erläuterung, das neue Asteroiden-Amt PDCO, ein Meteoriten-Fund in Australien nach einer Feuerkugel, wie Amateurastronomie in Afghanistan und das Galileomobil funktionieren, warum die Exoplaneten-Taufe kein Erfolg unter den Fachleuten ist, wie Australiens Astronomie weiter gehen soll – und wie ArXiv-basierte Fachzeitschriften Fahrt aufnehmen. [3:00 MEZ]

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Mal wieder neue Bilder vom Pluto: oben (ein Gegenlichtblick mit Bergen am Horizont und Dunstschichten) und unten roh, in der Mitte das obere Ende eines langen Streifens quer über Sputnik Planum mit 77-85 m Auflösung – auch ein Press Release dazu [alt.] und eine eingefärbte andere Region. Derweil ist ein allerletzter Kontaktversuch mit Philae geplant (die Dezember-Signale waren wohl doch keine; auch Artikel hier und hier) sowie mal wieder NavCam-Bilder. Auch die Integration eines Studenten-Experiments auf OSIRIS-REx, die Bio-Prüfung des ESA-Marslande-Demonstrators von ExoMars, noch keine Entscheidung bzgl. InSight, die Taufe von Chinas Mond-Landestelle, weitere Finanzierung von LRO und Oppy, wie es Akatsuki im Venus-Orbit geht – und wie die NASA die Daten ihrer Planetensonden aufhebt. [2:40 MEZ]

Live-Blog zur 227. AAS-Tagung in Florida

6. Januar 2016

8. Januar

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Die Sloan Digital Sky Survey liefert immer weiter Science

Bald zwei Jahrzehnte steht das speziell für effiziente Himmelsdurchmusterungen entwickelte Teleskop nun schon in New Mexico und arbeitet inzwischen an der 4. Generation von Projeken, eBOSS, MANGA und APOGEE-2 – von dieser SDSS IV wurden auf der letzten PK der Tagung folgende Ergebnisse präsentiert:

  • Eine Alters-Karte der Sterne der Milchstraße im Rahmen von APOGEE-2 anhand von fast 100’000 Roten Riesen zeigt, dass die Milchstraße von innen nach außen gewachsen ist (Grafik: je blauer, desto älter; auch Artikel hier, hier, hier und hier).

  • Das LINER-Phänomen betrifft nicht nur die Kernregionen mancher Galaxien, zeigen MaNGA-Bilder, weshalb man das “N” aus den ‘Low-Ionization Nuclear Emission-line Regions’ korrekterweise streichen und sie damit zu “LIERs” erklären müsste: Für diese spezifische Anregung des Gases überall in diesen Galaxien sorgen vermutlich alte Sterne in bestimmten finalen Lebensphasen und (offensichtlich) weder Aktive Kerne noch Sternbildung.

  • Manche Quasare gehen urplötzlich “aus”, und nur noch die Galaxie strahlt: Ein Dutzend solcher ‘Changing-Look Quasars’ sind überraschend von der Time-Domain Spectroscopic Survey (TDSS) gefunden worden, die zu eBOSS gehört – rasante Veränderungen des Akkretionsverhaltens sind wohl die Erklärung (auch ein Artikel).
Ansonsten von der nunmehr zuende gehenden Tagung in einem kuriosen Hotel noch Notizen vom Hack Day, ein VLA-Witzchen – und Aufzeichnungen aller 7 Pressekonferenzen (und von früheren Tagungen). [23:55 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: die Highlights-Berichte vom letzten Tag hier und hier, ein ‘Eventifier’ von “aas227”, ein weiterer Press Release zum Quasar, die Ballistik von Stardust, ein Poster zu Astronomy Fashion – und ein blauer L-Zwerg war auch da]

Ein Schwenk über die Milchstraße im “Licht” neutralen Wasserstoffs aus Daten des Arecibo-Radioteleskops, wobei die Radialgeschwindigkeit ständig variiert wird: Das ist im Poster-Saal der Tagung – ein etwas hektisches Video eines Ausstellers – ebenso zu sehen wie ein Ausschnitt aus der Andromeda-Galaxie in riesengroß, denn es sind Hubble-Aufnahmen einer Teil-Durchmusterung, oder dieses kuriose Detail. Und das World Wide Telescope ist jetzt ein AAS-Projekt. [0:30 MEZ] Das LSST verspricht eine solche Datenflut, dass selbst gestandene Astronomen nicht mehr mitkommen … [1:10 MEZ] Highlights vom 3. Konferenztag hier und hier. [16:35 MEZ]


7. Januar

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6+ Jahre Fermi: der Gamma-Himmel bei 50 GeV bis 2 TeV

Sämtliche Daten des Large Area Telescope (LAT) auf dem Fermi Gamma-ray Space Telescope sind in dieser Gesamtkarte des Himmels vereinigt, Hochenergiephotonen gesammelt in über 6 Jahren: Die Quellen beschreibt der Second Catalog of Hard Fermi-LAT Sources (2FHL), der gerade auf einer weiteren PK vorgestellt wurde. 360 Einzelquellen sind erkennbar, was für harte Gammastrahlung eine Menge ist: 75% sind Blazare bis zu einer Rotverschiebung von 2, 11% galaktische Quellen , 14% unidentifiziert. Speziell in der Milchstraßen-Ebene gibt es 39 galaktische Quellen mit meist über 1 TeV Energie (überwiegend Pulsar-Wind-Nebel und Supernova-Überreste), 42 Blazare (Maximum um 100 GeV) und 22 unbekannte Quellen. Andere Themen der PK waren mögliche Spuren der 1. Sterngeneration oder Population III in einem Lyman-Limit-System bei z=3.5 mit 1/2500 der Metallizität der Sonne (ein Minus-Rekord aber nicht eindeutig), der massereichste Galaxienhaufen mit z > 1.5, den man so früh in der kosmischen Geschichte (z=1.75) gar nicht erwartet hätte (Press Releases hier, hier, hier, hier und hier) sowie die “galaktoseismologische” Suche nach Zwerggalaxien mit viel Dunkler Materie durch charakteristische Störeffekte auf die Milchstraße. [22:35 MEZ. NACHTRÄGE: ein weiterer Press release und ein Artikel dazu und ein Artikel und ein Poster zur Population III]

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Sternbedecker vs. New Horizons: Pluto-Widersprüche adé

Kurz bevor New Horizons letzten Juli am Pluto vorbei gezischt war und mit mehreren Techniken dessen dünne Atmosphäre durchleuchtet hatte, hatte der Zwergplanet von der Erde aus gesehen einen vergleichsweise hellen Stern bedeckt: Erfolgreich beobachtet wurde das vom Boden in Neuseeland aus – und von der fliegenden Sternwarte SOFIA, hier deren noch während der Mission aufgrund neuester Astrometrie veränderte Route. Damals schienen sich die Atmosphärenprofile aus den irdischen Messungen im sichtbaren Licht (insgesamt 11 Lichtkurven in 8 Farben [NACHTRAG: hier zu sehen]) und den Vor-Ort-Daten im Radio- und UV-Bereich (“Und so sah ALICE …”) stark zu widersprechen, doch das ist Geschichte: In einem Seminar “Science from SOFIA” wurde gerade verkündet, dass es jetzt ein plausibles Modell gibt, das alle drei Datensätze – die sich auf jeweils andere Höhenbereiche beziehen – gemeinsam beschreibt.

Details wurden allerdings noch keine verraten, die wird es erst nach dem Erscheinen einer Icarus-Spezialausgabe zu Plutos Atmosphäre geben, auf jeden Fall befindet sich Plutos Atmosphäre nicht in einem schnellen Kollaps. Das Modell liefert Temperatur, Dichte und Teilchenzahl als Funktion der Höhe, und aus der Beobachtung des Central Flash, in dessen Genuss sowohl eine Gruppe am Boden wie SOFIA nach dem Kurswechsel kam, haben sich auch Eigenschaften des atmosphärischen Dunstes wie die Teilchengrößen und eine etwaige Abplattung der Atmosphäre ableiten lassen. Noch steht der Pluto von der Erde aus gesehen in der galaktischen Ebene und bedeckt alle paar Monate einen Stern: Das soll weiter für solche Beobachtungen ausgenutzt werden, von SOFIA vielleicht schon wieder 2017. Und auch Sternbedeckungen durch andere Transneptune stehen auf dem Programm, was allerdings (noch) schwieriger zu planen ist: Ihre Bahnen sind, da meist erst seit ein paar Jahren unter Beobachtung, schlechter bekannt und die Schattenpfade schmaler.

Andere SOFIA-Highlights des Seminars waren die Mineralogie des von Novae produzierten Staubs, den die IR-Spektren vollständiger als bisher charakterisieren, die Untersuchung von Debris Disks bei 45 µm, die die Wirkung von Planeten zeigen können, und die Temperaturmessung des Windes von Betelgeuze, die (nach früheren Radiomessungen nicht unerwartet) ziemlich niedrig ausfällt, was wiederum nur mühsam zu modellieren ist [NACHTRAG: ein Artikel dazu). Ansonsten gibt es von der Tagung noch ein Briefing der National Science Foundation (mit der Zukunft diverser Einrichtungen und finanziellen Aussichten der nächsten Jahre), Highlight-Berichte hier, hier und hier, den guten Zustand der Kosmologie mit der Erwartung neuer Daten und Komplikationen am Rande, große Erwartungen an das Event Horizon Telescope, gute Fortschritte beim JWST, das im Zeitplan bleibt und erste Wissenschaft im April 2019 liefern soll, das Ziel, das TMT doch auf dem Mauna Kea zu bauen – und ein feucht-fröhliches Poster zu Astronomy on Tap. [19:55 MEZ. NACHTRAG: ein weiterer Artikel zum Event Horizon Telescope]


6. Januar

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So sieht Spitzer die Bugschocks rasender Sterne im IR

Zwei Beispiele massereicher Sterne, die die Milchstraße sausen und deren Sternwind mit dem interstellaren Gas wechselwirkt: Aufnahmen des Spitzer Space Telescope, die auf einer der ersten drei Pressekonferenzen während der 227. Tagung der American Astronomical Society diese Woche in Kissimmee [NACHTRÄGE: Artikel hier und hier]. Andere Themen waren u.a.

Kurios schließlich waren Überlegungen zur Besiedlung von Kugelsternhaufen durch intelligente Zivilisationen, die es wegen der Nähe der Sterne zueinander besonders einfach hätten [NACHTRÄGE: Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier] – Planeten in Habitablen Zonen sind möglich, besonders alte Zivilisationen, so es sie denn gibt, besonders dort zu vermuten:

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Auch die Folien eines Vortrags des NASA-Astrophysik-Chefs über die nächsten Jahrzehnte, Berichte von den ersten Konferenztagen hier, hier und hier, was der Galaxy Zoo zu bieten hat, die ersten Kepler-Entdeckungen im K2-Modus und ein Review der Erkenntnisse von New Horizons bis jetzt (mehr und mehr). [20:15 MEZ. NACHTRAG: ein weiterer Artikel zum K2-Ertrag] Das Hubble Space Telescope ist so gut in Form, dass man auf Science noch nach 2020 hofft! Derweil wird in einem Seminar Stimmung für Hubbles Nach-Nach-Nachfolger gemacht, ein optisches Teleskop (“LUVOIR”) im Weltraum mit 8 bis 12 Metern Hauptspiegel. [20:30 MEZ]

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Das soll in 15 bis 20 Jahren fliegen – und die Realisierbarkeit von Hubble war zu einem vergleichbaren Zeitpunkt viel unklarer gewesen. [21:10 MEZ] Etwa 10 Jahre nach dem Start des Hubble-Nach-Nachfolgers WFIRST ca. 2024, womit wieder NASA-Geld für große Dinge frei wird, könnte LUVOIR starten: Viele Vorarbeiten laufen schon jetzt, man würde ‘hit the ground running.’ [21:20 MEZ. NACHTRAG: ein Artikel zu dem Seminar] Jetzt online: die Folien vieler Vorträge eines Workshops zu den Zeitschriften der AAS. [21:25 MEZ]

Allgemeines Live-Blog vom 3. bis 5. Januar 2016

3. Januar 2016

5. Januar

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Ein Curiosity-Blick auf die Namib-Düne vor dem Aeolis Mons in 360°-Panorama vom 18. Dezember (Ausschnitt), das es auch als VR-Bild und als GigaPan zum Eintauchen gibt. Plus ein Artikel dazu, das Schiaparelli-Modul in Baikonur, die französische Untersuchung des InSight-Problems, der Status von Dawn im niedrigsten Orbit um Ceres, wie ein Europa-Lander aussehen könnte, grünes Licht für WFIRST, den Hubble-Nach-Nachfolger, 2015 die höchste Startrate am Cape seit 2003 (und die globale Start-Statistik 2015) – und Fallturm-Forschung zur Zusammenballung von Partikeln bei der Bildung des Sonnensystems. [23:55 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: auch ESA-Interesse an einer Europa-Beigabe und mehr zu WFIRST]

Komet C/2013 X1 (PANSTARRS) nach Ausbruch mit 8 mag.

Der bisher im “Schatten” von Catalina stehende Komet im Pegasus hat offenbar gerade einen – moderaten – Helligkeitsausbruch erlitten und ist plötzlich rund eine Größenklasse heller: Gestern schätzte ihn Neil Norman in Ipswich, England, mit 8 mag., einem Durchmesser von 7.5′ und einem Kondensationsgrad von 5. “Sky conditions cleared of high cloud to leave perfect conditions. The comet is stunning and possibly a tad higher than mag 8”, so Norman: “The best way to describe it to someone who hasn’t seen it but has seen C/2013 US10 (Catalina) is imagine Catalina 1.5 mag dimmer and .5′ smaller […]. The coma was larger and more condensed than on the 29th, with a stellar-like central point, not seen by myself before”; damals hatte Norman 9 mag., 4′ und einen Kondensationsgrad von 4 geschätzt. Bilder von gestern gibt es hier, hier, hier und hier: Derzeit steht PANSTARRS nach Ende der Abenddämmerung mondfrei ~55° hoch und sinkt bis Mitternacht langsam auf ~10°. Die Geometrie wird bis Monatsende nur langsam schlechter (am 31.1. bei Dämmerungsende noch ~30° hoch), wobei der Mond vom etwa 14. bis 26. Januar stört; Aufsuchkarten werden z.B. hier erstellt oder sind hier und hier.

Auch weitere Bilder des in zwei Teilen wiedergekehrten Kometen Ikeya-Murakami hier, hier und hier, Komet Catalina mit viel Schweif gestern und in Bewegung vorgestern sowie Kompositbilder der Quadrantiden hier (die Story dazu), hier und hier sowie aus einem Stratosphären-Ballon (ein Ausschnitt) in Nachfolge dieses Projekts gefilmt, die kommende Venus-Saturn-Konjunktion am Morgenhimmel, mal wieder eine Initiative für mehr Astronomie in deutschen Schulen, die unsichere Zukunft der Stuttgarter Sternwarte nach dem Anschlag – und allerlei Astro-Bezüge im neuen Album von Enja. [1:50 MEZ] Ein Beobachtungsaufruf für PANSTARRS – und das Ikeya-Murakami-Fragment hat endlich eine offizielle Mitteilung bekommen. [14:50 MEZ] Der ausgebrochene Komet PANSTARRS heute Mittag MEZ und gestern Abend, wie ihn Alan Hale heller werden sah (2015 passierte nix) und noch ein Bericht von Norman von heute: “A brief 30 minute clear spell allowed to see the comet for a consecutive night. It is a tad brighter than last night at magnitude 7.9, it also appears slightly larger in coma diameter. The coma is very condensed and a central condensation is notable with direct vision.” [23:25 MEZ. NACHTRÄGE: die Lichtkurve PANSTARRS’ – und die prinzipielle Möglichkeit, dass der Ausbruch nur eine Illusion ist]


4. Januar

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So gut erhalten ist die erste Stufe der Falcon 9 zurück gekehrt, nach dem dramatischen Test am 22. Dezember – diese Rakete (ein äußerer Vorher/Nachher-Vergleich) kann wieder gezündet werden, aber an der Rampe festgehalten: mehr Bilder von SpaceX (alt.) und einem anderen, die Landung in einem stabilisierten Webcast und aus der Ferne, was Elon danach sagte, laufende Fan-Updates, eine Web-TV-Sendung, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, mehr Links und ein Cartoon. [23:15 MEZ]

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Ausschnitt aus einem OSIRIS-Tele-Bild vom 31. Dezember aus 80 km Abstand vom Kometenkern, auch zwei andere Bilder bearbeitet bzw. roh – während die Hoffnung für Philae nahe Null angekommen ist: Bis auf die zwei Piepser im Dezember kam nichts mehr, und um den 15. Januar wird der Lander zu kalt. Auch ein Insider-Buch über Curiosity, das nächste Ziel von New Horizons – und die Geschichte der ESA. [1:55 MEZ. NACHTRAG: was der neue Chef jetzt vor hat]


3. Januar

Aurora über Neuseeland zum Jahreswechsel – auch ein Bild und ein Artikel aus Australien sowie dieselbe Aktivität auf der schottischen Isle of Lewis, in Nordirland, Cumbria, Northumberland, Yorkshire, Dänemark und Norddeutschland, wo auch diese Bilder und dieses Video sowie dieses entstanden (visuell war allerdings viel weniger zu sehen):

Auch eine Feuerkugel über Spanien, Komet Catalina in der Nähe des hellen Arktur am 1. Januar (früher; mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 31. Dezember (mehr und mehr), 30. Dezember (mehr), 29. Dezember (mehr und mehr), 28. Dezember, 21. Dezember (mehr) und an mehreren Tagen (mehr und mehr), ein kurioser Flare eines sonst schwachen Sterns zufällig gefilmt, die Erneuerung des 2.2-m-Teleskops auf dem Mauna Kea, ein Portal für Remote-Teleskope in aller Welt, ein Reentry über Thailand auch gefilmt – und Artikel über ein Dunkel-Dorf in den USA in Georgia und Astro-Tourismus als next big thing. [2:05 MEZ, aktualisiert 18:30 MEZ]

Ein gutes Video des Reentry in Thailand von einem, der sich gerade selbst mit einem Selfie-Stick filmte, Catalina heute und gestern – und ein von PANSTARRS entdeckter periodischer Komet in zwei Teilen, bei dem es sich um den zurückgekehrten 331P/Ikeya-Murakami zu handeln scheint. [19:35 MEZ. NACHTRÄGE: ein weiteres gutes Video – und in Vietnam gelandeter Raumschrott stammt sehr plausibel von dem Reentry, auch wenn das manche auch Tage später noch nicht mitbekommen haben. Auch hier und hier noch zwei Catalinas von heute]

Eine aktuelle Einladung & weitere größere Artikel

2. Januar 2016

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“Leben in extremen Umgebungen”: das 21. Bad Honnefer Winter-Seminar 2016 – noch sind Anmeldungen für die ungewöhnliche Veranstaltung möglich; oben das Cover und der Ablaufplan aus dem soeben finalisierten 68-seitigen Skript (und passend dazu ein aktuelles Interview mit Lisa Kaltenegger über Leben im Weltraum).

Schon wieder Mond vs. Aldebaran: diesmal Ein- und Austritt mit einfacher Technik gefilmt (auch ein weiterer Bericht).

Die letzte Sternstunde … auf einem Röhrenfernseher via Satellit betrachtet.

Künstlicher Meteor mit Ansage: das Ende von WF1190F.

Neutrinos in Bonn: eine Veranstaltung zum Physik-Nobelpreis 2015.

Kürzere Artikel

Catalina! Na ja … was man mit Simpeltechnik aus dem Schwach-Kometen herausholen konnte. Und: Komet Catalina verharrt bei 6. Größe – mit 8° langem Plasmaschweif und kurzem Staubschweif.

Abnehmender Mond aus der freien Hand – plus eine kuriose Anzeige und ein Planetariums-Konzert.

Crazy Contrail Contortions und Schon wieder Crow Instabilities: zwar keine Astronomie aber bemerkenswerte Physik am Himmel.

Found in TIME … auf Papier! Kurioses auf dem Year-Ahead-Heft, weltraumnah.

Ihre Macht ist wieder da … Allerlei wunderliche Links um SW VII TFA.

Gravitationslinse liefert Supernova auf ‘Bestellung’.

Ein Quantum VLT in ‘Spectre’ – ein bisschen Astro bei Bond geht immer …

Plötzlicher Bilderregen von Rosettas bester Kamera mit 2014-er Archiv und ein bisschen ‘live’.

Indonesien-Paket und Stonehenge-Perspektiven im Landesmuseum Bonn.


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