Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Allgemeines Live-Blog ab dem 17. Mai 2019

17. Mai 2019

19. Mai

Vor 50 Jahren: Generalprobe Apollo 10 – und wieder Erde

Vom 18. bis 26. Mai 1969 wurden bei der Mission Apollo 10 die meisten Manöver der ersten Mondlandung vor Ort erprobt – und wie 5 Monate früher bei Apollo 8 entstanden auch wieder Bilder der Erde über dem Mondhorizont: hier farbbearbeitete Ausschnitte aus diesem und diesem Magazin, und es gibt auch einen Film-Clip. Während der Mission gab es auch die ersten Farb-TV-Übertragungen: Nr. eins, zwei und drei genau heute vor 50 Jahren – auch kleine Dokus dazu hier und hier. Und wie einem detailarmen Artikel zu entnehmen, soll das Lunar Module letztens im Orbit nachgewiesen worden sein.

Ein 19 Meter langer Felsen auf Bennu: weitere OSIRIS-REx-Steine auch hier, hier und hier, ferner von den 2020-er Mars-Rovern Tests am europäischen und die Montage des amerikanischen, ein Atlas des Mond-Südpols, wie die ESA-Missionskontrolle Wissenschaft rettet, der Start weiterer Beidou-Satelliten in China (mehr und Bilder) – und australische Schwerelosigkeit beim ESC, die aber nur für den 9. Platz reichte. [2:05 MESZ]


17. Mai

Abschied von der Aktivitätsregion (1)2741 in SDO-HMI-Bildern von heute um 2:11, 11:53 und 22:23 MESZ (volle Auflösung aber aufgehellt, konstrastgesteigert und geschärft): auch heutiges Amateur-Bild und die gestrige Sonne vom HMI und hier und hier von Amateuren sowie ein geomagnetischer Sturm. Ferner der Jupiter gestern und eine Auswertung der letzten Zeit, der Mini-Mars mit viel Detail (!) und der Mond mit Goldenem Henkel vor 3 Tagen, Erkenntnisse zum Magnetfeld und Mantel der Erde, noch keine NLC in Sicht und keine Aliens bei 20 Jahren SETI@Home. Und schließlich die Supernova 2019ehk in M 100, die bei 16. Größe hängt – und heute schon wieder eine Gravitationswelle, abermals von verschmolzenen Schwarzen Löchern: Ein LIGO-Tweet zur Distanz (Luminosity Distance ~10 Mrd. LJ) war kosmologisch inkorrekt und wurde korrigiert. [23:15 MESZ. NACHTRAG: hier und hier Jupiter heute]

Live-Blog zur Raumfahrt vom 14. – 16. Mai 2019

14. Mai 2019

16. Mai

Das erste größere wissenschaftliche Paper über 2014 MU69

ist soeben erschienen und open access: daraus dieses vorläufige geomorphologisch-physiographische Karte, über das beste MVIC-Bild gelegt. Natürlich basiert die Arbeit nur auf dem Bruchteil der Daten des Januar-Encounters von New Horizons, die bisher die Erde erreicht haben: Albedo 5 bis 12 Prozent, am größten am „Hals“, wo die beiden Komponenten (22 × etwa 20 × grob 7 km bzw. 14 × rund 14 × grob 10 km groß) vermutlich sanft verschmolzen sind, Rotationsperiode 15.92 Stunden, Achse 98° zur Bahnebene geneigt, die Farbe durchgehend ziemlich konstant rötlich, mutmaßlich durch UV- und Kosmische Strahlung modifiziertes Eis plus Organik (Wassereis und Methanol sind auch spektral angedeutet), ein Defizit an Impaktkratern und weder Monde noch Ringe noch eine Exosphäre.

Viele neue Bilder von Chang’e-4 und Yutu II auf der Rückseite des Mondes sind ebenfalls verfügbar geworden, während in den USA erwartungsgemäß heftig über die 2024-er Mond-Visionen gestritten wird: ein kritisches Statement aus dem Wissenschafts-Ausschuss des Abgeordnetenhaus, ein NASA Release zu Small-Business-Aufträgen in auch lunarem Kontext und Artikel hier und hier.

Eine topografische Karte des Kraters Lowell auf dem Mars aus Daten des Mars Express – auch der Status der Instrumente auf InSight (beide gesund, aber das Seismometer langweilt sich und der Maulwurf hat wohl nicht genug Reibung), Daten von Erdsatelliten zur Luft-Qualität (Sentinel) und Wasser-Verteilung (GRACE), ein Hubble-Bild der Galaxien NGC 4490 und 4485 in Wechselwirkung, eine NASA-Hymne auf das JWST – und interaktive 360°-Panos der großen Satelliten-Antenne des IUZ in Bochum. [21:05 MESZ] Der NASA-Haushaltsplan 2020 des House macht erstmal nicht mit bei der Mond-Geschichte: Da stehen sogar weniger $$ für einen Lander drin als vorher … für den die konfuse NASA gleichwohl Vorstudien in Auftrag gegeben hat. Und zu MU69 ein weiterer Press Release und Artikel hier, hier und hier. [23:55 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: und hier, hier und hier – plus das Problem einer richtigen Namensgebung. Und noch mehr neue Chang’e-4-Bilder, die Fahrt von Yutu II bisher und Artikel hier, hier und hier im Kontext des NASA-Rummels]

Diese Falcon 9 soll gleich 60 Satelliten starten, die dicht an dicht unter der Haube sitzen und die ersten von tausenden des umstrittenen Internet-Sat-Systems Starlink – das für SpaceX Profit abwerfen soll, zwecks Finanzierung anderer Raumfahrt-Projekte – sein sollen: der Live-Kanal (Startfenster 4:30 bis 6:00 MESZ), Updates, die Timeline und Artikel hier, hier (früher und noch früher), hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [0:55 MESZ] Und hier, hier und hier mit Musk-Sprüchen von einer Telecon gerade. [2:50 MESZ]

Ein Stück Ryugu aus der Anflugssequenz von Hayabusa 2, empfangen um 2:50 MESZ – oben fehlte ohnehin was, unten sitzt weiter Dreck auf dem Objektiv. Der Abstand ist auf 750 Meter geschrumpft. [3:15 MESZ] Ein um 2:20 MESZ empfangenes Bild. Und die Falcon auf der Rampe – das Startfenster beginnt in < 1 Stunde, das Wetter ist gut. [3:35 MESZ] Nee, der Start ist auf frühestens 5:00 MESZ verschoben worden. [3:45 MESZ] Und wurde wegen zu starker Höhenwinde ganz abgesagt – während Hayabusa 2 im Anflug inzwischen seinen eigenen Schatten sieht und weniger als 60 m an Ryugu heran gekommen ist. [4:50 MESZ] Morgen um dieselbe Zeit der nächste Falcon-Versuch. [5:00 MESZ] Und Hayabusas Anflug wurde automatisch abgebrochen, in 50 m Höhe – kein Abwurf des Markers. [11:00 MESZ] Artikel dazu und hier und hier zur Falcon-Verschiebung. [12:35 MESZ. NACHTRAG: Auch der nächste Versuch fällt aus – auf Wiedersehen in etwa einer Woche. NACHTRAG 2: weitere Details hier]


15. Mai

Die Impakt-Spuren von Beresheet auf den Mond vom LRO

gesehen in einem kontrastgesteigerten Differenz-Bild nachher/vorher: Es entstand ein etwa 10 m großer dunkler Fleck (durch aufgewühlten Mondboden), umgeben von hellen Ejekta bis 100 m weit. Auch die mögliche Entdeckung von Mond-Mantel-Material durch Yutu II auf der Mondrückseite (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr [NACHTRAG: und aus China ein Press Release, englische Artikel hier und hier und eine lange Blog-Story in Mandarin]) und wiederum vom LRO eine topografische Karte der Landegegend. Derweil hat der neuerliche Abstieg von Hayabusa 2 zum Platzieren eines Zielmarkers am frischen Krater begonnen: Quasi-Live-Bilder einer Navigations-Kamera und gelegentliche Updates. Plus ein Flug über den Aeolis Mons auf dem Mars, 60’000 Mars-Orbits des MRO – und der re-programmierbare Satellit Eutelsat Quantum. [22:15 MESZ]


14. Mai

Zackige Felsen am Äquator von Asteroid Bennu, aufgenommen von OSIRIS-REx am 4. April – derweil müsste Hayabusa 2 abermals zu Ryugu hinab steigen, um eine mögliche Probenentnahme beim frischen Krater vorzubereiten, während ein Paper beschreibt, wie Ryugus Gestalt durch Deformation infolge schneller Rotation entstand. Auch die voraussichtliche Absturzstelle des kleinen Mondorbiters Chinas, eine kuriose Forderung nach (nur) 1.6 Mrd.$ mehr für den Haushalt der NASA im FY 2020, um der verwegenen Idee einer Mondlandung 2024 näher zu kommen (die tatsächliche ARTEMIS-Mission der NASA, deren Manager während einer Telecon letzte Nacht und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier), weitere Vorbereitungen von EM-1, das Experiment NISTEX-II auf dem letzten Dragon zur ISS, schon 10 Jahre seit der letzten Hubble Servicing Mission, der Status von Aeolus, die fortschreitende Entsorgung der Iridium-Satelliten der 1. Generation – und die 6. Nationale Konferenz Satelliten-Kommunikation in Deutschland. [23:45 MESZ. NACHTRAG: ein NASA-Jubel-Video zu HSF-Zukunftsträumen]

Allgemeines Live-Blog vom 5. bis 13. Mai 2019

5. Mai 2019

13. Mai

Ach ja, der Planet Mars steht immer noch am Abendhimmel

und ist gegen Ende seiner Sichtbarkeit 2017-19 trotz nur noch +1.7 mag. für das bloße Auge gut sichtbar links unten neben dem Fuhrmann, wenn es so klar ist wie heute Abend über Bochum. Auch noch mehr Bilder inklusive des gestrigen Sonnenuntergangs, der Jupiter gestern auf Cebu (eine frühere Version) und in Australien, der GRF animiert, farbliche Veränderungen, der Saturn vorgestern, der erste Kometenfund der ZTF und Feuerkugel-Absurdität made in U.K. Sowie das Ende der langlebigen Fleckengruppe, die bei der 3. Runde zerfallen ist, während die AR 2741 noch eine CME verursacht hat, die Sonne heute (mehr und mehr) und gestern (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), urige Videos von Flash-Spektren aus den 1990-er Jahren, die SN in M 100 und schon wieder zwei Gravitationswellen-Ereignisse gestern (mehr, mehr und mehr) und heute (mehr; beide von Verschmelzungen Schwarzer Löcher). Plus die Ankunft des Hauptspiegels des LSST auf dem Cerro Pachon (ein Press Release, die Timeline und was zu erwarten ist), ein riesiges Bilder-Album aus dem Loumanmuseum in Den Haag mit Unmengen alter Teleskope – und Himmelsfotos mit einem Handy von Huawei (unten). [23:45 MESZ – Ende]


11. Mai

Eine HST-Galaxie, die Wärmestrahlung von Phobos und der Nordpol von Bennu (auch verschieden große Steine) – plus die nächste Ruhephase auf der Mond-Rückseite nach dem 5. Tag (mehr und mehr), die unklare Quelle der Mars-Seismik, die InSight spürt, der Start-Kontrakt für ESAIL, die nächsten Electron-Kunden, allerlei Statistik zu CubeSats aus diesem Vortrag an JPL, immer noch viele Trümmer der Inder im Orbit und Scherereien um Galileo in Europa.

Europas Teil für die erste Orion ist fast fertig: auch das warten auf die Mond-Kosten und die Frage nach der Notwendigkeit des SLs. Sowie die Installation von OCO3 auf der ISS, viele 360°-Panos aus Baikonur, was ISS’ler in der Freizeit machen, Astronaut-in-spe Maurer im Einsatz in einer Bremer Schule – und der Umzug von Virgin Galactic nach New Mexico: ein Press Release, ein kurzes und ein langes Video und Artikel hier, hier, hier und hier. [23:35 MESZ]

Die beiden Fleckengruppen 2741 und 2740 um 18:53 MESZ heute aus SDO-HMI-Sicht: auch weitere Bilder von heute (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und gestern (mehr und mehr), das Magnetfeld von 2741, der Zerfall von und ein Flare in 2740 vor 5 Tagen und ein geomagnetisches Stürmchen heute. Sowie eine norwegische Aurora-Ballade, die Messung des Korona-Magnetfelds mittels ‚koronalem Regen‘, mögliche Optik beim gestrigen Sonnenuntergang, der Jupiter gestern, eine nette Feuerkugel – und die Supernova in M 100 vor 5 Tagen. [19:45 MESZ]


10. Mai

Schon wieder Gravitationswellen von wahrscheinlich dem Verschmelzen zweier Neutronensterne haben die LIGOs und Virgo heute früh registriert: Das Signal ist diesmal ziemlich signifikant, und wenn es wirklich astronomisch (und grob 270 Megaparsec entfernt) ist, dann „there is strong evidence for the lighter compact object having a mass < 3 solar masses […]. Using the masses and spins inferred from the signal, there is strong evidence for matter outside the final compact object". Die Suche nach einem elektromagnetischen Gegenstück läuft und kann wie immer hier verfolgt werden: Das Ereignis heißt „LIGO/Virgo S190510g“. Auch die Sonne heute, der Jupiter gestern – und das Warten auf den nächsten Großen Kometen. [11:15 MESZ]

Die Himmelsposition des heutigen Ereignisses hat sich noch einmal deutlich besser eingrenzen lassen. [13:00 MESZ] Wie hier beschrieben, gibt es einen Gravitational Wave Followup (GWF) Service der NASA/IPAC Extragalactic Database (NED), der für jedes Event automatisch eine „Top 20“-Liste der vielversprechendsten Galaxien ausspuckt und eine Tabelle sämtlicher Kandidaten bereit stellt. [16:05 MESZ] Wobei die Verkleinerung der Suchregion – jetzt mit dem Fall von 2017 vergleichbar, als rasch darin die Kilonova gefunden („Die Ära der Multi-Messenger-Astronomie hat begonnen“) wurde – offenbar etwas problematisch ist. [16:40 MESZ] Hier gibt’s Galaxien-Listen: 353 in der 50%- und 17’197 in der 90%-Zone. Und Swift sucht fleißig … [19:05 MESZ] Aber die GW-Daten bleiben schwierig und könnten fehlerhaft sein. [23:50 MESZ. NACHTRAG: Wahrscheinlich war’s eine Fehldetektion – schade um inzwischen einige EM-Kandidaten …]


9. Mai

Das weitere Schicksal der beiden Sonnenfleckengruppen

auf SDO-HMI-Bildern von gestern um 18:05 und heute um 11:29 und 20:41 MESZ: Die zerfallende 2740 hat jetzt fast die Mitte der Scheibe erreicht. Auch andere Bilder von heute (mehr) und gestern, die CME auf Erdkurs, noch ein paar kleine Flares mehr von der alten 2740 und der Jupiter gestern. Sowie der Beitritt der MPG zur SKA-Organisation (mehr), auch wenn Deutschland weiter nicht zum SKA Observatory gehört (mehr), der fertige Science Data Processor für den SKA (mehr und Soundbites) und noch mehr SKA-Entwicklungen hier und hier, wie die Firma Puzzle Precision beim Bau von ASKAP half, die Fertigstellung des Large High Altitude Air Shower Observatory in China und der Public Data Release 1 der ZTF (mehr und mehr). Plus jede Menge atmosphärische Optik bei Sonnen-Untergängen, ein fetter Sprite, noch mehr Sprites, die Bedeutung von solcherlei Phänomenen – und ein Skandal um falsche Nightscapes bei Nat Geo: auch hier, hier, hier, hier und hier beklagt, eine absurde ‚Erklärung‘ und ein Video, wie man’s richtig machen kann. [21:25 MESZ. NACHTRAG: noch mehr zum Skandal]

Das könnte die Landestelle für OSIRIS-REx auf Bennu sein

Auf dem reichlich felsigen Asteroiden – siehe z.B. hier (mehr) und hier – werden derzeit 12 Kandidaten-Stellen für die Probenentnahme gesucht. Und auch bei Ryugu geht es voran: Auf einer Pressekonferenz heute wurde bekannt gegeben, dass Ende Juni/Anfang Juli eine zweite Landung von Hayabusa 2 geplant ist, um Material aus dem frisch geschlagenen Krater zu sammeln – wenn die weitere Erkundung der Krater-Umgebung eine sichere Stelle ergibt [NACHTRAG: Artikel in Englisch hier und hier – am 16. Mai gibt’s den nächsten Abstieg]. Auch die endlich übersetzten Folien einer PK vom April 11 – und ein Paper zum ersten Hayabusa über Wasserspuren auf Itokawa: Artikel hier, hier und hier.

InSight ist schon mächtig eingestaubt, im Vergleich mit dem frischen Zustand, aber gelegentlich reinigen Windstöße die Solarzellen etwas. Auch nach längerer Zeit ein Update des Blogs zum Zustand von HP3 (weiter Suche nach Lösungen), Instrumenten-Tests beim ExoMars-Rover, eine Hangrutschung auf dem Mond vom LRO, der Europa Clipper im Windtunnel, Wald-Kartierung mit TanDEM-X, Ozon-Überwachung mit Aura, der erste Satellit für’s Europäisches Datenrelais-Satellitensystem EDRS-C und ein Trend zu kleineren Satelliten im GEO.

Ein Porträit des NASA-Chef-Fotografen Bill Ingalls, auch SpaceX-Probleme mit einem Fallschirm, weiterhin kein Kostenplan für die Mond-Visionen der NASA – und zwei Auftritte des ESA-DG Wörner und des Astronauten Gerst gestern in Berlin: erst 1 1/2 Stunden in einem Bundestags-Ausschuss (ein Artikel), wo der Raumfahrt-Koordinator in Echtzeit ausrechnete, dass jeder Deutsche pro Jahr €14.63 für Raumfahrt ausgibt, das meiste für die ESA, und Gerst den ersten Menschen auf der Marsoberfläche in etwa 30 Jahren sah, später dann 1 Stunde auf der Re;publica, wo sie wie Rockstars gefeiert wurden. [13:35 MESZ]


7. Mai

Zwei fette Einzelflecken ziehen über die Sonnenscheibe

Zu (1)2740 hat sich jetzt auch (1)2741 gesellt: Hier Ausschnitte aus dem SDO-HMI-Bild von heute von (von oben) 12:53, 16:41 und 21:41 MESZ, auch Amateurbilder von heute im Weißlicht hier, hier, hier und hier und im Kalzium-Licht sowie die Mondsichel heute aus Malaysia und Japan (mehr). Und von der Typ-Ib-Supernova in Messier 100, die noch 16. bis 17. Größe hat, Bilder hier, hier, hier und hier. [22:25 MESZ. NACHTRAG: Die 2740 zeigt Auflösungs-Erscheinungen und ist kaum mehr aktiv – die zwei Flecken am 8. Mai um 12:41 MESZ. Und eine weitere Mini-Gruppe im NW. NACHTRAG 2: In der 2740 bildet sich eine Lichtbrücke, ein weiteres Zeichen des Zerfalls. NACHTRAG 3: Die Umbra ist komplett durchschnitten um 18:23 MESZ. NACHTRAG 4: Die 2740 hat eine schwache Halo-CME erdwärts abgesondert]


6. Mai

Die Ankunft des Cargo Dragon an der ISS heute: auch ein zunächst mysteriöses Kabel mit einfacher Erklärung, Video-Clips hier, hier und hier, viele Screenshots, eine NASA-Blog-Story und Artikel hier, hier, hier und hier. Sowie die leicht konkreter gewordenen Mond-Pläne der NASA weiterhin inklusive des Lunar Gateway – und in ein paar Wochen der erste private chinesische Raketen-Start, der in den Orbit führen soll. [23:00 MESZ]

Die dritte Runde der großen Sonnenfleckengruppe über die Scheibe läuft: hier die nunmehr AR (1)2740 genannte Gruppe heute um 13:41 MESZ aus der üblichen Quelle, auch gestern (und in H-Alpha hier und hier) und vorgestern (mehr). Sowie der Jupiter am 2. Mai, eine weitere Gravitationswelle von einer Schwarz-Loch-Fusion, ein IAU-Online-Büchlein zu „Astro Literacy“ (beschrieben hier, hier und hier), der 80. Geburtstag des McDonald Observatory – und wie eine Stroopwafel zum Astro-Akronym werden konnte … [14:25 MESZ] Die vielen winzigen dunklen Fleckchen rund um den einen großen scheinen eine Rarität zu sein. [17:20 MESZ] Und die Gruppe macht C-Flares! Derweil ist die Wahrscheinlichkeit, dass das G-W-Ereignis am 26. April („Beide Gravitationswellen-Exoten …“) ein Neutronenstern war, der in ein Schwarzes Loch fiel, nach neuerlicher Analyse gestiegen – diejenige, dass es überhaupt ein echtes Astro-Event war, allerdings nicht. [19:15 MESZ] Da kommt noch ein dicker Fleck auf die Sonnenscheibe! [22:20 MESZ]


5. Mai

Nachtstart eines Cargo Dragon zur ISS gestern früh, gefolgt von der Landung der 1. Stufe auf einem Boot: die Live-Übertragung von SpaceX (drei Ausschnitte und Screenshots hier, hier, hier und hier), weitere Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, die Landung aus der Ferne, die Anlandung der Stufe, ein NASA Release und Blog-Posting, Artikel hier, hier, hier und hier und zu diversen Nutzlasten Press Releases hier (mehr, mehr und mehr), hier, hier, hier und hier sowie ein TV-Clip. Auch der zweite Start einer Electron dieses Jahr in Neuseeland heute (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr [NACHTRAG: und Fotos]) und ein Suborbital-Flug von Japans privater Momo-Rakete gestern bis 110 km Höhe: weitere Artikel hier und hier, Videos hier und hier und ein Bild. [23:45 MESZ]

„Wir sind laut, weil man uns die Fakten klaut!“

4. Mai 2019

Nach 2017 und 2018 der dritte March for Science, Ausgabe Rheinland: Sammeln auf der Domplatte in Köln …

… Abmarsch mit Reinhold Ewaldt und Rangar Yogeshwar in der ersten Reihe …

… Zug durch die Innenstadt, „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Fakten klaut!“ u.ä. skandierend …

… und Abschlusskundgebung auf dem Rudolfplatz, mit u.a. Yogeshwar, Lars Dittrich und Joachim Hecker mit Science-Show (in diesem Album jede Menge mehr):

NACHTRÄGE: Dieser Blogger in Action (dito) und ein weiteres Video, weitere Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Artikel hier, hier und hier und ein Thread aus Köln sowie Videos, Bilder und Artikel aus der Antarktis, Frankfurt (mehr), den Philippinen, Göttingen (mehr und mehr), Ghana, Bremen, Indien (mehr), Nigeria (mehr und mehr), Mexiko (mehr), der Ukraine, Guatemala, Kansas und Chile sowie Threads mit einem Rückblick und im Vorfeld hier und hier – und hier die ‚zentrale‘ 2019-er Veranstaltung in New York City:

Allgemeines Live-Blog vom 29.April – 3.Mai 2019

29. April 2019

3. Mai

So sieht das Australiens ASKAP die Radiogalaxie Fornax A

alias NGC 1316 in polarisierter Strahlung, um Magnetfelder zu untersuchen: eine weitere Demonstration während der schrittweisen Inbetriebnahme des Interferometers aus 36 Antennen à 12 Metern. Auch eine aktuelle Supernova in Messier 100 (15 mag.), eine weitere in NGC 3254, der langsam verblassende SN-Impostor in M 51 und Action auf der ‚Rückseite‘ der Sonne, die übrigens auch helioseismologisch überwacht wird, von SDO und GONG: Die Aktivitätsregionen kommen bald wieder auf die Vorderseite. Und schließlich von der Planetary Defense Conference wie das eVscope beim NEO-Follow-Up helfen könnte [NACHTRAG: wie das gehen soll], noch ein Chat, vom Rollenspiel zum Impakt-Szenario die Tage vier (ein 60-m-Brocken weiter auf sicherem Erdkurs nach nur halb erfolgreicher Abwehr) und fünf (die Zerstörung von New York City steht bevor; gerade läuft die Abschluss-Debatte) und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [17:55 MESZ. NACHTRAG: und später hier] Das PDC-Rollenspiel wird aufregend: New Yorker Wutbürger beklagen sich, dass keiner sagt, was los ist … [18:05 MESZ] Interessante Frage aus dem Publikum: Jetzt habt Ihr Denver gerettet – und New York zerstört. Wer bezahlt? Vage Antwort: Die Entscheidung für den Abwehr-Versuch wurde international getroffen. [18:30 MESZ] Auch ’ne gute Frage: Sollte man New York überhaupt wieder aufbauen – oder in einen Krater-Park verwandeln? [18:40 MESZ] Und siehe da: Alles schon mal da gewesen … [18:50 MESZ] Das Buch ist von 1954. Und bei der Abschluss-Diskussion der Tagung wird um mehr Interaktivität, mehr Chaos und mehr Vorlauf beim Planspiel gebeten. [20:40 MESZ] Am Schluss noch drei verabschiedete Statements, zum Apophis-Besuch in 10 Jahren und den Sonden-Vorschlägen HERA und NEOCam. [20:55 MESZ – Ende]

Der Ries-Krater aus Sicht eines Sentinel-Satelliten: Der Rand des vor 15 Mio. Jahren entstandenen Astroblems ist durch Waldgebiete grob umrissen, während der Kraterboden voller Felder (und der Stadt Nördlingen) ist. Auch die weiter üblen Folgen des indischen ASAT-Tests hier, hier und hier visualisiert, das Versagen eines Nonsense-Satelliten, der direkt zu Raumschrott wurde – und die heutige Verschiebung eines Cargo-Dragon-Starts um knapp 24 Stunden wegen v.a. Problemen mit einem Drohnen-Boot: Artikel hier, hier und hier. [17:30 MESZ]

Beide Gravitationswellen-Exoten leider ohne Gegenstücke

Eine Woche nach den zwei LIGO/Virgo-Ereignissen mit Neutronen-Stern-Beteiligung sind es leider nur Kandidaten geblieben: In den Zonen am Himmel, wo die mutmaßlichen Quellen der Gravitationswellen saßen (hier eine neue Darstellung zum Event am 26. April, bei dem wegen seiner Schwäche die Wahrscheinlichkeit für ein Nicht-Ereignis höher ist, die Zone aber nur 3% des Himmels umfasst; auch die entsprechende Karte für den 25. April von der vielversprechenderen der zwei möglichen Zonen), wurde trotz enormer Investition von Teleskopzeit in beiden Fällen kein Gegenstück gefunden. Der Erfolg vom August 2017 hat sich damit nicht wiederholt, aber wenigstens konnte die Öffentlichkeit diesmal live zuschauen. Wie auf einer Telecon für Wissenschafts-Journalisten gestern berichtet wurde, wird man die Ereignisse nun allein anhand der Gravitationswellen bewerten und publizieren, was besonders beim verrauschten zweiten dauern kann. Erwartet wurden für den Run O3 zwischen einem Neutronen-Stern-Event im Jahr und einem pro Monat: Da die Detektoren jetzt praktisch die volle erhoffte Empfindlichkeit haben, gilt nun die letztere Prognose, und zumindest ein Treffer im Monat #1 – dem noch 11 folgen sollen – würde statistisch schön passen. In den nächsten 5 Jahren soll die Empfindlichkeit um einen weiteren Faktor 2 bis 3 hoch getrieben werden, was ein Fenster zu sogar noch weiteren Klassen kosmischer Objekte öffnen könnte: ein aktueller Vortrag des LIGO-Chefs, dessen vorletztes Slide und zu den April-Kandidaten Press Releases hier [alt., alt., alt.], hier und hier, eine Pressemitteilung und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [0:55 MESZ] Und hier, hier, hier und hier. [10:50 MESZ. NACHTRÄGE: und hier und hier]


2. Mai

Und wieder ein perfekter Flug des New Shepard heute, der nach ersten Berechnungen bis in 105.6 km Höhe und damit nach allen Definitionen in den Weltraum führte: die Aufzeichnung des Webcasts, Ausschnitte hier und hier, Screenshots hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier und hier]. Nach erfolgreicher Reparatur der ISS-Elektrik ist der Start des nächsten Cargo Dragon nun für morgen um 9:11 MESZ geplant. Und von der Pre-Launch-PK ein knapper Update [NACHTRÄGE: ein längeres Video und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier] zum Test-Unfall mit dem ersten Crew Dragon: Die Explosion, die ihn zerstörte, erfolgte unmittelbar vor der Zündung der Abbruch-Raketen.

Sonnenaufgang auf dem Mars am 24. April, gesehen von der Instrument Deployment Camera (IDC) von InSight am Beginn seines 145. Marstages: Beide Kameras haben den Tagesgang der Sonne verfolgt. Auch ein offizielles neues Startfenster für Chandrayaan-2 (9.-16. Juli, Mondlandung 6. September; Artikel hier und hier und zuvor hier und hier, das Hubble Legacy Field mit rund 265’000 Galaxien (mehr und mehr) – und wie Beobachtungen Gaias von der Erde aus wiederum dessen Sternkatalog verbessern. [17:20 MESZ]

Ein Schägblick von Süden auf den Äquator von Norden von Asteroid Bennu am 28. März, Breite des Bildfelds etwa 50 Meter, Größe des Felsens oben links etwa 14.5 Meter. Die Veröffentlichungs-Strategie und Sortierung der Bilder in der OSIRIS-REx-Galerie will sich nicht recht erschließen; weitere sehenswerte Neueingänge sind jedenfalls dieses, dieses und dieses Bild, alle ebenfalls vom 28. März mit der PolyCam. Ein Größenvergleich mit dem Orbiter und einem Astronauten zeigt, wie schwierig das Terrain ist! Außerdem Erkenntnisse über die Rolle von Staub auf dem Mars und den großen Staubsturm von 2018. [23:15 MESZ]


1. Mai

Die Galaxie Messier 100 im nahen IR und mm-Bereich (VLT HAWC bzw. ALMA bei 1.2 mm, in rot) aus dem Programm „Physics at High Angular resolution in Nearby GalaxieS“ (PHANGS) – auch Oral History zu Keck (den Anfängen) und ein Alarm-Ruf in Sachen astronomische Daten und Notwendigkeit ihrer Digitalisierung. Ferner Gault gestern, Jupiter heute, gestern und am 28., 27., 20., 12. und 8. April, ein Vortrag zum Nutzen von SoFis, ein schöner ISS-Transit der Sonne und mal eine Reportage von Aurora-Jagd. Und von der Planetary Defence Conference (alle Vorträge) ein Poster, die Impakt-Simulation am Tag 2 (P_Impakt=10%) und Tag 3 (Denver im Visier), Artikel hier und hier, ein weiterer Chat – und wieder keinerlei MASCOT-Bilder von der Ryugu-Oberfläche … [23:55 MESZ]

Das war die gesamte Reise des Mars-Rovers Opportunity 2004 bis 2018, insgesamt 45.16 km. Auch der Ärger mit dem Europa Clipper, ein Eis-Feature auf Titan, eine chinesische Sample-Return-Mission zu 2016 HO3, der die Erde begleitet, Erkenntnisse von Swarm zum Erdmagnetfeld, die Ursache zweier NASA-Fehlstarts vor Jahren von zwei kleinen Wissenschafts-Missionen [NACHTRAG: mehr, mehr und mehr], die Suche nach der Ursache des Intelsat-Disasters, warum Indiens ASAT-Test rücksichtslos war (mehr), 60 Jahre GSFC, die Probleme mit ICARUS auf der ISS und die Verschiebung des nächsten Cargo Dragon auf frühestens den 3. Mai, weil es elektrische Probleme auf der ISS gibt: Artikel hier, hier, hier (früher), hier und hier (früher). Und die NASA hat einen vagen Plan in Sachen Mond-Landung schon 2024: weitere Artikel im Kontext vom 28., 27., 26. (mehr), 25. (mehr und mehr), 23., 19., 17., 16., 15., 14. und 11. April (mehr) und 27. März. [15:05 MESZ] Eine detaillierte (düstere) Einschätzung der wirren Lunar-Lage – und was das kosten soll, sagen sie nicht. [22:55 MESZ. NACHTRAG: hier und hier mehr dazu]


29. April

Der Stand der NEA-Statistik ist ausgesprochen stabil

Das wurde gerade bei einem Vortrag von Alan Harris auf der heute gestarteten 6. Planetary Defence Conference der IAA deutlich, denn die Zahlen und Kurven haben sich gegenüber dem Status vor zwei Jahren praktisch nicht geändert. In seiner Grafik sind in bewährter Weise in der X-Achse die Absoluthelligkeit H sowie in Grün der Durchmesser D in km und oben die entsprechende Impaktenergie in Mt TNT aufgetragen und in der y-Achse links die kumulative Anzahl der Objekte D sowie rechts das mittlere Intervall zwischen zwei Impakten in Jahren. Der Katalog der erdnahen Asteroiden ist bis 1 km hinab (nun 890 Objekte konkret bekannt) zu ~95% komplett, bis 140 m hinab (H < 22.0) liegt der Wert bei 38%. Die allerletzten großen und potenziell gefährlichen (PHAs) sollten wir bis etwa 2030 kennen: Sie ‚verstecken‘ sich quasi hinter der Sonne in resonanten Orbits und schleichen sich daher auch nur langsam an.

Auch eine interessante Grafik von Tim Spahr: alle heute bekannten Asteroiden, x-Achse = mittlerer Abstand von der Sonne, y-Achsen = Exzentrizität bzw. Bahnneigung: Diverse Familien treten nun sehr klar hervor. Auf dem Meeting – das heute den ganzen Tag hier live gestreamt wird – fiel ein weiterer Vortrag über das NEar real-time MOnitoring system (NEMO) für Feuerkugeln dadurch auf, dass er praktisch identisch bereits letztes Jahr auf einer IMC gehalten wurde, also einer Amateur-Konferenz: Wenn es um systematische Meteor-Beobachtung und -Analyse geht, gibt es kaum mehr einen Unterschied zwischen Profis und Amateuren. Bei der Abwehr eines eventuell bedrohlichen NEA dann wohl doch: Wie hier, hier und hier beschrieben, wird es im Rahmen der Tagung wieder eine Asteroid Impact Exercise geben, die diesmal besonders stark in die Öffentlichkeit gepuscht werden soll. Bereits gestern hatte einen Online-Chat mit dem zuständigen ESA-Manager gegeben, bei dem dieser Blogger die letzte Frage und danach per E-Mail eine Antwort bekam: Die ESA bereitet keine Nuklear-Option vor sondern möchte lieber einen bedenklichen NEA so früh entdecken, dass ein kinetischer Impaktor zur Bahnänderung ausreicht. Auch die öffentlichen Pan-STARSS-Daten zu NEOs – und eine Feuerkugel mit Meteoriten-Fall in Costa Rica. [19:05 MESZ] Wie schon letztes Jahr („Gonzalo Tancredi listete 76 Meteoritenfälle“) weiter keine speziellen Tage für Meteoriten-Fälle – und Freuen auf Apophis in Erdnähe in 10 Jahren. [21:10 MESZ. NACHTRAG: eine Art Gegendarstellung zu Tancredi] Weitere Erkenntnis von der Tagung (Simulationen von Naidu): Das LSST sollte 1-2 Impaktoren von > 1.5 m Durchmesser pro Jahr entdecken, mit einer typischen Vorwarnzeit von > 1 Tag. [22:15 MESZ] Warum die infrarote Mission NEOWISE so wichtig ist: 1/3 aller NEOs, Größe egal, hat sehr geringe Albedo. [22:35 MESZ] Und wie die Riesen-Radars von Arecibo und Goldstone interessante Asteroiden sehen. [22:55 MESZ] Und die Simulation beginnt … [23:15 MESZ]

Hier kommt tatsächlich der russische Astro-Satellit Spektr-RG in Baikonur an, um im Juni zu starten – mit u.a. dem Röntgenteleskop eROSITA aus München. Auch der Kugelhaufen Messier 75 von Hubble, der 1000. Umlauf der MMS-Satelliten, das Erwachen von Yutu II für seinen 5. Mond-Tag und die lange Lebensdauer von Queqiao, dem Relais-Satelliten, der letzte ellenlange Artikel zu den Mars-Rovern, die neueste Ausgabe des AMSAT-Journals open access zur Feier des 50-Jährigen, ein interview zu Es’hail-2, Beobachtungen von rotierendem Raumschrott – und ein seltsamer Artikel über deutsche Industrie-Visionen im Weltraum. [1:15 MESZ] Auch Chang’e-4 ist wach geworden. [10:15 MESZ] Ein Artikel dazu. [14:45 MESZ]

Apollo 11 scheitert: was ARD & ZDF getan hätten

28. April 2019

Aus der Ausstellung „Raumschiff Wohnzimmer. Die Mondlandung als Medienereignis“ im Museum für Kommunikation in Nürnberg sind diesem Blog zwei ungewöhnliche Exponate zugespielt worden: oben ein Fernschreiben des Bayerischen Rundfunks „an die Herren Programmdirektoren und Sendeleiter aller ARD-Anstalten“ …

… mit zur Diskussion gestellten Empfehlungen für den Hörfunk im Falle eines Fehlschlags von Apollo 11 – und hier die detaillierten internen Planungen des ZDF für einen Katastrophenfall während des Mond-Aufenthalts oder beim Rückstart am 21. Juli 1969 (gefischt aus den Archiven des WDR in Köln bzw. des Unternehmens):

Allgemeines Live-Blog vom 19. bis 27. April 2019

19. April 2019

27. April

Erneut Gravitationswellen nicht von 2 Schwarzen Löchern

in Verschmelzung sind nur einen Tag nach dem Event LIGO/Virgo S190425z („Sah ein LIGO gerade zwei Neutronensterne verschmelzen?“) registriert worden, diesmal zwar von beiden LIGOs und Virgo, dafür aber schwächer und weniger sicher: Das Ereignis LIGO/Virgo S190426c – hier eine verbesserte „Aufsuchkarte“ – hat zwar formell die höchste Wahrscheinlichkeit, zwei verschmelzende Neutronensterne gewesen zu sein, wobei eine Verstärkung per Gravitationslinse eine Rolle gespielt haben könnte. Oder aber es fiel ein Neutronenstern in ein Schwarzes Loch, was hier diskutiert wird. Wieder gibt es in den GCN-Zirkularen zu dem Ereignis zahlreiche Follow-Up-Beobachtungen, wobei ein erst interessant scheinender roter Lichtpunkt leider nicht das Gegenstück war. Auch vom Event vom 25. April gibt es eine verbesserte Karte – und einen neuen Kandidaten, den gerade eifrig auch andere suchen: in der neuen Ära der offenen Alerts alles live zu verfolgen. Und noch drei Papers: zu einem möglicherweise gesehenen Signal verschmelzender Neutronensterne schon in LIGO-Daten vom Oktober 2015, angeblichen weiteren Schwarz-Loch-Verschmelzungen in LIGO/VIRGO-Daten vom Run O2 – und zu theoretischen langlebigen Nach-Effekten von Gravitationswellen nach ihrem Durchgang, die mit neuen Methoden sogar beobachtbar sein könnten. [23:50 MESZ – Ende. NACHTRAG: ein später Press Release zu letzterem Paper]


26. April

Ein Blues über das Schwarze Loch in Messier 87 von einer niederländischen Band aus Physik- & Astronomie-Studenten (mehr Titel) an der Radbout-Universität, die beim Event Horizon Telescope eine wichtige Rolle spielte. Im Zusammenhang mit der ersten Veröffentlichung („Wie es mit dem Event Horizon Telescope weiter …“) weitere PR-Seiten hier, hier, hier und hier, eine TV-Doku des Smithsonian Channel (vermutlich recht SAO-lastig) ab heute auch im deutschen Fernsehen, weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier und ein 45-Minuten-Chat. [0:20 MESZ]

Die „Rettungs“-Raketen verursachten das Dragon-Disaster

Denn die normalen Dragon-Raketen brannten problemlos, aber bei der Zündung des SuperDraco-Systems kam es zur Explosion: Zumindest dieses wichtige Detail zum Unfall am Cape ist inzwischen offiziell geworden, aber mehr weiter nicht – während klar wurde, dass danach eine giftige Wolke aufstieg und die Folgen für die US-Raumfahrt gravierend sein könnten. Auch ISS-Experimente mit dem RAVEN, die chinesische Raumstation Tiahe bei Tests am Boden und das kommende Ende einer historischen Startrampe in Baikonur. Sowie Tests mit dem 2020-er Mars-Rover der NASA und kaum Zeitreserven beim ExoMars-Rover, ein neuartiges Instrument für Uranus & Neptun, ein Video zum 29. Start-Jubiläum von Hubble, wie die Hochatmosphäre Satelliten bremst, ein japanischer Satellit im GEO auf Abwegen, eine zerbrochene Raketen-Stufe – und was eigentlich aus dem roten Auto geworden ist, das mit der 1. Falcon Heavy startete. [0:10 MESZ]


25. April

Hayabusa hat den letztens selbstgemachten Krater auf Ryugu gefunden, bei dem Abstieg auf 1.7 km Abstand zu Ryugu letzte Nacht (siehe unten): Das zeigt dieses Vorher/Nachher-Bildpaar aus einem gerade veröffentlichten japanischen PDF und meldet dieser Press Release. Es gibt auch eine Animation – und die Aussage, dass die Krater-Größe noch unklar aber das Terrain großflächiger verändert als erwartet ist. [12:40 MESZ] Die Tweets zur Animation und Analyse auch Englisch – und CRA2 ist abgeschlossen, es geht wieder in Parkposition. [14:05 MESZ] Artikel hier, hier und hier. [19:10 MESZ. NACHTRÄGE: und hier, hier, hier und hier sowie der JAXA Release englisch]

Sah ein LIGO gerade zwei Neutronensterne verschmelzen?

Ein Gravitationswellen-Ereignis heute um 10:18 MESZ, das mal nicht die ‚übliche‘ Verschmelzung Schwarzer Löcher verursacht haben dürfte, haben leider nur der LIGO-Detektor in Louisiana (der in Washington lief nicht) und ziemlich verrauscht VIRGO in Italien registiert: Deswegen ist die Unsicherheits-Region am Himmel auch gewaltig. Der Auslöser war entweder eine Verschmelzung zweier Neutronensterne oder aber eines Neutronensterns mit einem Schwarzen Loch, denn die Distanz von grob 500 Mio. Lichtjahren ist enorm. In den GCN-Zirkularen ist kein klares synchrones Gammastrahlen-Ereignis wie bei der legendären Kilonova 2017 gemeldet worden (wobei der Satellit INTEGRAL vielleicht etwas Verdächtiges sah), dafür aber bereits Jagd nach einem Gegenstück bei anderen Wellenlängen: Es liegen leider rund 45’000 Galaxien in der Zone … Dies war übrigens schon das 4. GW-Event des Runs O3: Die Nr. 3 war auch wieder eine Schwarz-Loch-Fusion gewesen. [12:35 MESZ. NACHTRÄGE: was dieses Mal INTEGRAL gesehen hat … Sie glauben’s aber selbst kaum. Die ZTF hat zwei Kandidaten-Transients im Optischen (die bereits andere beobachten … und sich als Supernovae erwiesen), und Swift sucht > 700 Galaxien ab, aber insgesamt gibt es bislang kein vielversprechendes Gegenstück, allen globalen Bemühungen zum Trotz. Und es wird – ganz generell – über koordinierten Follow-Up derartiger Events nachgedacht]

Der „Asteroid“ Gault mit einem Schweif – aber schon 2013

aufgenommen mit der Dark Energy Camera am 4-m-Blanco-Teleskop auf dem Cerro Tololo, in dessen Bilderarchiv jetzt aktive Phasen überall im Orbit zwischen Perihel und Aphel entdeckt wurden, so wie hier auf halbem Weg dazwischen (was auch für die aktuelle Aktivität gilt) und ebenfalls 2016 im Peri- und 2017 im Aphel. Wenn Gaults Ausbildung von Staubschweifen die Folge von allmählicher Selbstzerstörung durch zu schnelle Rotation ist, dann wäre er – mit diesem Prozess immer wieder präsent, über Jahre hinweg – ein neuer Typ aktiver Asteroiden.

Eine weitere Nahaufnahme des Asteroiden Bennu vom 21. März mit 50 m Feldgröße, diesmal in der Nähe des Südpols in schräger Sicht, da sich OSIRIS-REx damals gerade (3.5 km hoch) über dem Äquator befand. Und unter sich dies sah.

Asteroid Ryugu vergangene Nacht aus 2.6 km Abstand, das letzte publizierte Bild (mit dem großen Krater Urashima links; eine noch krasser verarbeitete Version) während eines Abstiegs auf 1.7 km zwecks Suche nach dem Krater, den der Small Carry-on Impactor geschlagen hat. Eine Stunde wurden Nahaufnahmen der Zielregion gemacht, inzwischen entfernt sich Hayabusa 2 wieder vom Asteroiden: weitere Bilder der Navigationskamera und ein paar Updates zu dieser Operation „CRA2“. [10:45 MESZ]


23. April

Ein knapp 50 Meter großes Stück des Asteroiden Bennu

am 21. März von OSIRIS-REx aufgenommen – auch die Erwartungen an den neuen Krater auf Ryugu, was letztens auf der Mondrückseite passierte (mehr und mehr) und der weit gediehene Mars-Orbiter der UAE (mehr, mehr, mehr und mehr). Während das chinesische 2-m-Weltraumteleskop weiter 2024 starten soll und die letztes Jahr dargelegten Pläne unverändert zu sein scheinen. [13:05 MESZ] Laut dieser Nachricht wird der russische Astro-Satellit Spektr-RG (mit eROSITA an Bord) morgen nach Baikonur verfrachtet – und InSights SEISmometer hat sein erstes Mars-Beben registriert. [19:05 MESZ] Dazu JPL, CNES und NASA Releases. [23:55 MESZ. NACHTRAG: und von UK.gov sowie eine PM des MPS und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]


21. April

Da explodiert der geflogene Crew Dragon bei einem Test

seiner Start-Abbruchsrakete – die er eigentlich bei einem Flug im Juni demonstrieren sollte – gestern am Cape: Eine große Rauchwolke war weithin zu sehen, und der NASA-Chef reagierte prompt. Auch das geleakte Video, aus dem die Bilder sind, und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – während in China ein Start gelungen ist: Artikel hier, hier, hier und hier. [12:35 MESZ. NACHTRAG: und hier] Die Folgen der Explosion des Dragon. [23:45 MESZ. NACHTRÄGE: hier und hier was zwei Tage danach bekannt ist (nichts Neues zu Ursache wie Konsequenzen) – der nächste Cargo Dragon ist nicht betroffen und soll am 30. starten]


20. April

Geht bei dem Wetter: Wintersterne über einem Osterfeuer

heute Abend in Witten-Herbede-Vormholz – mehr Bilder hier und in diesem Album. Auch die Sonne heute (der Fleck ist weg), gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 17. April (mehr und mehr) und an sieben und drei Tagen, der Saturn am 17. April und 7. April, der Merkur am 8. April, ein südlicher Meteor-Ausbruch, absurder Lyriden-Hype, eine Höhen-Triangulation des Aurora-Phänomens STEVE, ein Astro-Test eines 15-mm-Objektivs, eine ganz gute Erklärung des aktuellen Oster-Paradoxons – und möglicherweise Unmengen Sahara-Staub im Anmarsch. [23:55 MESZ. NACHTRAG: ein Update dazu drei Tage und ein Bild 4 Tage später plus die Hintergründe]


19. April

Wie der Galaxie ESO 137-001 ihr Gas geklaut wurde: Der blaue Overlay von Chandra-Daten macht den Verlust sichtbar, der aber auch auf dem HST-Bild angedeutet ist. Auch ein HST-Bild vom Southern Crab zum 29. Geburtstag, ein Jahr TESS in Aktion, der Komet Iwamoto aus NEOWISE-Sicht, wie MESSENGER den inneren Kern Merkurs fand, Arbeiten am 2020-er Mars-Rover der NASA, ein Video des Abstiegs des Impaktors von Hayabusa 2 [NACHTRAG: eine langsamere Version], hier und hier weitere Bennu-Nahaufnahmen von OSIRIS-REx – und hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier und hier] diverse chinesische Pläne von Mond bis Jupiter.

Der Vulkan Mount Erebus in der Antarktis, inklusive Hotspot vom Satelliten Sentinel 2 aufgenommen – auch hier und hier Satelliten-Bilder von Notre Dame nach dem Brand, ein Paper zur Bestätigung von Global-Warming-Trends durch Aqua und die Copernicus-Satelliten auf süßer Mission. Sowie der Total-Ausfall von Intelsat 29e (mehr und mehr) – und was vom Falcon-Heavy-Core zurück kam, nachdem die Rakete auf dem Boot gestürzt war: jede Menge Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Der Einfang des jüngsten Cygnus, der nun mit der ISS verbunden ist: ein Videoclip und Artikel hier, hier, hier und hier – während der nächste Dragon auf den 30. April verschoben wurde. Auch die bevorstehende Rekord-Mission auf der ISS (Artikel hier und hier), ein sehr scharfer ISS-Transit vor dem Mond – und eine Studie hat ergeben, dass Menschen auf dem Mars 2033 nicht machbar ist. [21:35 MESZ]

In MS: „Sommer 1969 – Westfalen im Mondfieber“

18. April 2019

Am Ende stand passend der Vollmond über dem LWL-Museum für Naturkunde in Münster, wo heute Abend eine Wanderausstellung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (vom LWL-Museumsamt für Westfalen) anlässlich von 50 Jahren Apollo 11 eröffnet wurde: Es ist die erste ihrer acht Stationen in Westfalen, bis sie am 29. November 2020 (in Dortmund) endet.

Die dicht gepackte Ausstellung wird von großformatigen Schrifttafeln dominiert, die die wichtigsten Stationen der Monderkundung wie -faszination von den Anfängen der Raumfahrt bis zu den vorletzten US-Visionen (die plötzliche Hektik der letzten Wochen konnte natürlich nicht mehr abgebildet werden) streift. Aber da ist mehr: Kurator Felix Banzhaf war nach einem öffentlichen Aufruf Anfang 2018 mit persönlichen Apollo-Memorabilia aus der Region überflutet worden, so dass am Ende 60 Leihgebern gedankt werden konnte.

Das bedeutendste Original ist ein Röhrchen Mondstaub von der Apollo-15-Mission aus einer bekannten deutschen Privatsammlung

… und an tatsächlich zum Mond zurück geflogener ‚Hardware‘ gibt es von Apollo 12 eine Mondkarte und ein Stück eines Sauerstoffschlauchs, jeweils von einem anonymen Sammler.

Auch echt dieser Telex – hier konstrastgesteigert – mit der ersten AP-Meldung von der gelungenen Landung von Apollo 11 (bei Zeitmarke 102:45:40 des Transkripts) …

… und auch im Original ein paar Aggregat-4-Fragmente: ein zerborstener Mischkopf von der Oberseite der Brennkammer, ein Sauerstoff-Zerstäuber (kennen wir schon aus Peenemünde), ein Ruderzahnrad mit Kette (ebenfalls bekannt, aus Morgenröthe-Rautenkranz) und eine Raketenspitze.

Der Bezug zu Westfalen blitzt immer wieder auf: So wurden etwa Komponenten des A4 in dieser Region gefertigt, und von dort wurde sie als V2 auf Antwerpen abgefeuert. Der Astronaut Ulrich Walter stammt aus Iserlohn. Faksimiles von Lokalzeitungen zeugen von der flächendeckenden Faszination von Apollo 11. Vor allem aber wird gezeigt, wie die Wurzeln von Neil Armstrong im westfälischen Ladbergen zu verorten sind: Der erste Mensch auf dem Mond hätte auch Kötter oder Engel heißen können, wäre da nicht ein schottischer Zweig dazu gekommen …

Rare oder gar einmalige Kuriosa gibt es dank der freigiebigen Leihgeber in der Ausstellung reichlich zu sehen: etwa ein japanisches Modell der Apollo-11-Landefähre Eagle mit 7 Funktionen durch kleine Elektromotoren, ein von Thomas Felder als Kind gebautes Diorama einer Landestelle – oder das Geldspielgerät „Sputnik“ von 1960, das allerdings ein Flop war.

Im Rahmen der Eröffnungsfeier wurden im Museums-Planetarium auch mehrere Simulationen der Apollo-11-Landung gezeigt – inklusive Ausschnitten aus einem neuen Programm (der Häuser in Münster und Berlin) mit raumgreifender CGI dazu, das Ende Juni Premiere hat … und in dem Armstrongs „kleiner Schritt“ zu einem ausgesprochen großen wird:

Allgemeines Live-Blog vom 15. – 17. April 2019

15. April 2019

17. April

Noch eine Dreiviertelstunde bis zum Start der Antares mit dem Cygnus – hier heute früh – auf Wallops Island (mehr siehe weiter unten): eine NASA-Notiz, die Timeline, der Status, Artikel hier, hier und hier, und ein sehr langer Thread und ein Artikel zu zahlreichen Mini-Satelliten mit an Bord. [22:00 MESZ]

Und die Antares ist gut weggekommen – die erste Stufe hat gearbeitet, und es wird ein bisschen gecoastet, bis die zweite Stufe zündet. [22:50 MESZ] Auch das hat geklappt, und der Cygnus wurde soeben ausgesetzt – keine Live-Bilder. [22:55 MESZ] Und über den Verbleib der 61 (!) Mini-Satelliten, die nach dem Cygnus ausgesetzt werden sollten, erfährt man nichts. [23:00 MESZ]

Das erste echte Foto des Starts. [23:05 MESZ] Ein Video aus der Ferne, weitere Fotos hier, hier und hier und Artikel hier, hier und hier. [23:55 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: Der Orbit ist gut, die Solarzellen sind draußen und auch die kleinen alle ausgesetzt – von der NASA ein Release, Features hier und hier und ein Album mit neuen Bildern, Press Releases von Northrop Grumman und zu einem der Mini-Satelliten sowie weitere Alben hier, hier, hier, hier und hier, noch mehr Fotos hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier und hier]

Wie es mit dem Event Horizon Telescope weiter geht, wurde gerade auf einem Vortrag in Heidelberg gezeigt – wo auch zu erfahren war, dass die vermeintlichen Unterschiede der M87*-Bilder von den vier Tagen im April 2017 nicht real sind, weshalb man den Mittelwert aus allen verwenden möge. Auch weiteres PR-Material hier, hier, hier, hier und hier, ein Explainer-Thread zum Spin, ein Paper von 1973 mit dem es irgendwie anfing, ein VLBI-Simulator zur Erzeugung von Bildern, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, mehr Frontpages hier und hier, ein Erklär-Stück aus Bochum und ein langer Talk auf Hawaii.

Zwei bemerkenswerte Feuerkugeln letzte Nacht hat es über dem Osten Deutschlands um 23:51 MESZ (oben ein Bild einer Feuerkugel-Kamera bei Berlin, unten eine vage 3D-Bahn-Rekonstruktion aus vielen visuellen Meldungen, auch ein Video und ein Artikel) und über Delware in den USA gegeben. Und über den sibirischen Fall vom 6. April („Eine Feuerkugel gestern über Russland …“) wird zunehmend berichtet, so etwa hier, hier und hier. [16:45 MESZ] Ein Artikel zum deutschen Fall und ein weiteres Video aus Maryland. [21:05 MESZ]

Weitere Aufnahmen des Asteroiden Bennu von OSIRIS-REx

vom März sind in den letzten Tagen veröffentlicht worden: oben zwei PolyCam-Aufnahmen mit jeweils etwa 57 Meter Breite (in der Mitte der größte Einzelfelsen auf dem Himmelskörper), unten ein MapCam-Bild eines rund 200 m breiten Feldes nahe des Südpols. Auch 5 Jahre Asteroiden mit NEOWISE, alte LADEE-Daten zu Wasser auf dem Mond, das bei Meteorschauern frei wird (nebst Artikeln hier, hier und hier), wie Daten von GRACE zum Erdschwerefeld für die Klima-Forschung nützlich sind – und Interesse von Kosmologen an einem kommerziellen Teleskop-Satelliten, der aus einem 12-fach-CubeSat besteht, mit 21 cm Öffnung gleichzeitig Himmels- und Erdbeobachtung leisten und Ende 2020 starten soll.

Eine Antares mit dem nächsten Cygnus zur ISS, der heute um 22:46 MESZ in Wallops starten soll (Wetter-Wahrscheinlichkeit 95%), beim gestrigen Sonnenaufgang: auch weitere Bilder, ein Video-Clip zur Nutzlast, was gerade auf der ISS so geforscht wird, der Tod des Astronauten Owen Garriott (ein altes Interview), der Verlust des Cores der 2. Falcon Heavy, der vom Schiff fiel (Artikel hier, hier, hier und hier), wie die ESA CubeSat-Projekte unterstützt – und mal wieder ein ‚Plan‘ für orbitale Werbetafeln abgesagt, so er denn je real war … [0:15 MESZ] Die Mond-Landung von Beresheet wurde durch ein falsches Kommando während des Abstiegs verursacht, mit dem eine Störung der inertialen Messeinheit (IMU) behandelt werden sollte, das aber in einer Kettenreaktion zur Abschaltung des Haupttriebwerks führte – auch das allerletzte Bild Beresheets (ein anderes als bisher verbreitet) und frühere Artikel hier, hier, hier und hier. [14:35 MESZ. NACHTRÄGE: ein nur etwas längeres SpaceIL-Statement und auch hier kaum Neues] Der lang ersehnte Tag ist da: Nun sind alle knapp 70’000 Aufnahmen von OSIRIS auf Rosetta über das OSIRIS Image Archive bequem zu finden. [16:20 MESZ]


16. April

Der dicke Sonnenfleck hat sich gut gehalten und kaum verändert, während des Marsches der Aktivitätsregion (1)2738 über die Sonnenscheibe, hier gesehen vom SDO-HMI heute um 1:41 MESZ: Bilder in Weißlicht, H-Alpha und Kalzium von gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr und mehr), dem 13. April (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 12. April und 11. April (mehr). Sowie eine 1000-Stunden-Amateuraufnahme der LMC, neue Verwirrung um die Lichtkurve von Gault, ein Kometen-Fragment in einem Meteoriten (mehr, mehr und mehr) – und der Wert alter Foto-Platten in der Astronomie. [2:20 MESZ]

Auf den neuesten Bildern – hier vom NOT, aber auch hier – hat sich der Komet spielende Asteroid Gault einen dritten schwachen Schweif zugelegt: Dieser Staub wurde um den 10. Februar frei gesetzt, mit deutlich geringerer Rate als bei den ersten beiden Ausbrüchen. Auch ein nettes Video einer Feuerkugel über Brasilien am 12. April, der Sonnenfleck heute hier, hier, hier und hier und im in der Bildebene des 150-Fuß-Teleskops auf dem Mount Wilson aufgenommen – und eine Rolle der IAU beim Shaw-Preis für Astronomie. [22:25 MESZ]


15. April

Der 2. Start einer Falcon Heavy – und der 1. mit Nutzlast

(und nicht nur einem roten Auto auf Mars-Kurs) – ist wie schon kurz gemeldet am Abend des 11. April Ortszeit am Cape geglückt, inklusive der intakten Landung der Core-Stufe auf einem Schiff und der beiden seitlichen an Land: Clips aus der Live-Übertragung von Start, Staging, Fins Deployment, Booster-Landung und Aussetzen des Satelliten, zahlreiche Screenshots & mehr (auch hier, hier, hier und hier), weitere Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, von ferne Start-Videos hier und hier und Lande-Videos hier, hier, hier und hier, der Start von einem Wetter-Satelliten aus (mehr), ein NASA Release, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links.

Die Trümmerwolke einer zehn Jahre alten Raketen-Oberstufe, die letztens zerbrochen ist [NACHTRAG: eine deutsche Fassung] – und auch der aktuelle Ausfall eines Intelsat-Satelliten ging mit der Bildung einer Trümmer-Wolke einher. Ferner der Empfang einiger Sprites aus dem KickSat-2, der erste Flug des Stratolaunch-Trägerflugzeugs (auch ein Video, Fotos, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links), Press Releases hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier zum 1-Jahr-ISS/Zwillings-Experiment – und Yuri’s Night in Nigeria.

Der Marsrover Curiosity hat an seinem 2370. Sol den Stein ‚Aberlady‘ angebohrt. Auch eine Animation älterer Bilder von DSLWP-B im Mondorbit, der Status von Yutu II und Chang’e-4, ein neuer Versuch mit Beresheet, während die Ursache des Versagens gesucht wird (mehr und mehr), ein Q&A dazu und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und Klima-Forschung mit Satelliten-Daten von Erdbeobachter-Startups. [1:00 MESZ]

Auf dem ersten Amateur Astronomy Day der IAU

13. April 2019

Die Internationale Astronomische Union hatte geladen: in denselben Palais des Academies in Brüssel, wo sie vor 100 Jahren gegründet worden war. Und das hatte mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar in jenem (ehemaligen Thron-)Saal stattfgefunden, in dem heute der IAU100 Amateur Astronomy Day abgehalten wurde, als Abschluss mehrtägiger Feierlichkeiten zum Jubiläum: über 100 Bilder dieses Bloggers, auch eine Auswahl und Bilder & Notizen anderer hier, hier, hier, hier, hier, hier (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und hier [NACHTRAG: und ein kurzer Bericht des Veranstalters].

Dass die IAU die Bedeutung von Amateurastronomen für Forschung wie Outreach zunehmend anerkennt, war schon auf der letzten Hauptversammlung 2018 angeklungen („Strategischer Plan der IAU nennt auch Amateurastronomen“), aber auch diesmal wurde nicht wirklich klar, was das für praktische Folgen haben würde. Zwar war die IAU-Präsidentin Ewine van Dishoeck zu Beginn wie Ende des inhaltsreichen Tages – der zeitweise in zwei Parallel-Sessions ablief – des Lobes voll, deutete aber nur an, dass vielleicht in 10 Jahren konkrete Pro-Am-Strukturen etabliert sein könnten. (Sie nahm immerhin den Vorschlag dieses Bloggers wohlwollend zur Kenntnis, verdienten Amateuren bei den sündhaft hohen Tagungsgebüren der Vollversammlungen entgegen zu kommen.)

Ein Running Gag des Tages wurde diese Amateur-Astronomen-Pyramide aus einem Vortrag der AAVSO-Direktorin Stella Kafka: Sie sind schon ein Völkchen mit großer Variationsbreite. In Brüssel standen sowohl Spitzenleistungen auf dem Programm als auch cleveres Crowd-Sourcing, um astronomisch relevante Ergebnisse zu erzielen. (Die AAVSO, einst zur Koordinationen von Amateur-Beobachtungen zur Unterstützung des Harvard Observatory gegründet, hat übrigens schon über 38 Millionen Messungen in ihrer Datenbank.)

Den erstaunlichen technischen Stand der amateurastronomischen Technik verdeutlichte Johan Knapen mit diesem Vergleich von Serien von Spektren – vor 1/4 Jahrhundert mit einem Teleskop der 4-Meter-Klasse und letztens mit einem Celestron 11. Als bedeutenden Amateur-Beitrag zu einem bekannten Stern nannte er die Pulsationen von AR Sco. Knapen verwies auch auf Dwarf Galaxy Survey with Amateur Telescopes, die besonders flächenschwache Strukturen erfassen – und die genaue Bahnbestimmung des Chelyabinsk-Boliden aus zahlreichen Dashcam-Videos: Deren Betreiber waren nun sogar Amateurastronomen ohne eigenes Zutun.

Indem er Zufallsbeobachtungen einer ganzen Reihe von Video- und Fotografen zusammentrug, konnte Jorge Zuluaga aus Kolumbien eine Fülle von Erkenntnissen über den Impakt während der letzten Mondfinsternis gewinnen, die z.T. bereits in diesem Paper stehen. Den Krater-Durchmesser berechnet er jetzt zu 8 Metern – und die Position ist ziemlich genau abgeleitet worden. Zuluaga wusste zu berichten, dass sie der Lunar Reconnaissance Orbiter nun auf der Zielliste hat. Es war nicht sein erster Erfolg mit Crowdsourcing: Vor ein paar Jahren hatte er so die Lichtgeschwindigkeit und Entfernung des Mondes bei einer Mars-Bedeckung durch denselben bestimmen können.

Im Rahmen der Tagung traten auch ein paar Fachastronomen mit aktueller Forschung auf – von denen ausgerechnet Martin Hendry vom LIGO-Projekt wohl den direktesten Bezug zur Amateurastronomie herstellen konnte, dank der nun offenen Datenpolitik des Runs O3. Nach dem ersten Ereignis am 8. April hat es gestern das nächste gegeben, erneut ein verschmolzenes Schwarz-Loch-Paar. Solcherlei Ereignisse werden jetzt etwa 1-mal pro Woche erwartet (passt), die viel interessanteren von verschmelzenden Neutronensternen etwa einmal im Jahr. Clevere Wege müssen noch gefunden werden, für das Dutzend Quadratgrad am Himmel, wo die Quelle irgendwo saß, sofort eine Liste vielversprechender Kandidaten-Galaxien zu erstellen, die dann Amateure mit größerem Gerät systematisch nach der schnell verblassenden Kilonova absuchen könnten.

Einige Prominente hatte die Sprecherliste zu bieten: etwa den Fünffach-Shuttle-Flieger und Hubble-Pfleger John Grunsfeld, der an die letzte Servicing Mission vor 10 Jahren erinnerte – und auf einer Folie eine Deorbit- Mission ca. 2035 aufführte. (Dem Vernehmen nach will er danach Überreste aus dem Meer fischen.)

Guillem Anglada berichtete über die Exoplaneten-Suche bei sonnennahen Roten Zwergen, bestätigte die mögliche Entdeckung eines 2. Planeten von Proxima Centauri (die am Tag zuvor kurios geleakt worden war, während eines offenen Live-Streams von einer anderen Tagung), deutete einen neuen Planeten eines nicht identifizierten Zwergs unter den 15 nächsten an – und wusste auch zu berichten, dass an dieser Charakterisierung von Barnards Pfeilstern etwa 10 Amateurastronomen beteiligt waren.

Und der bekannte Astro- und Nightscape-Fotograf Babak Tafreshi stellte klar, dass nichts über ein gutes Einzelbild geht – und wenn man unbedingt Bilder stacken muss, dann ausschließlich solche von exakt demselben Ort und mit derselben Brennweite. Da es allerdings selbst innerhalb The World at Night unterschiedliche Meinungen gibt, was ’noch geht‘, hat man die internen Regeln bisher nicht öffentlich gemacht.

Am Rande der Tagung präsentierte das National Astronomical Observatory of Japan ein IAU100 Telescope Kit, das im Juli für etwa 35 Euro in den Handel kommen soll: ein Mini-Refraktor mit 50 mm Öffnung und 396 mm Brennweite, das die Nachfolge des vergriffenen Galileoscope antreten soll und ebenfalls eines Extra-Stativs bedarf. Zumindest unter den ‚Laborbedingungen‘ des Saals für’s Catering machte die Optik einen guten Eindruck. Am Abend gab es übrigens noch Teleskope satt – bei einer von der Volkssternwarte MIRA organisierten Starparty auf dem Agoraplein in der innersten Innenstadt, wo natürlich nur der Halbmond ging: