Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Neue AMS-Mysterien und andere Teilchen-News

19. April 2015

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60 Milliarden Teilchen der Kosmischen Strahlung hat der riesige AMS-02-Detektor seit seiner Installation auf der ISS vor 4 Jahren schon registriert: Das bereits in den Jahren 2013 (“ISS-Detektor AMS-02 bestätigt Positronen-Überschuss in der Kosmischen Strahlung”) und 2014 diskutierte Positronen/Elektronen-Verhältnis als Funktion der Energie kann weiterhin sowohl durch zerstrahlende Dunkle Materie wie allerlei ‘normale’ Astrophysik, v.a. Pulsare, erklärt werden, aber nun gibt es auch ein Antiprotonen/Protonen-‘Problem’ (Grafik: Das Verhältnis gegen die kinetische Energie in GeV). Wie man sieht, ist das von AMS-02 gemessene Verhältnis beider (rote Datenpunkte) von 20 bis 450 GeV konstant, was überhaupt nicht zu Sekundäreffekten in der Kosmischen Strahlung (beige Zone) als Ursache passt. Außerdem liegen sowohl der Protonen- wie der Helium-Fluss bei hoher magnetischer Steifigkeit (Impuls/Ladung) deutlich über dem Trend durch die Daten unter dem Schwellenwert, der für die Protonen bei 300 GV und dem Helium bei etwas über 100 GV liegt. Und das alles bedeutet … erst einmal nur, dass das mit der Kosmischen Strahlung – ihren Quellen und der Beschleunigung der Teilchen – komplexer ist als gedacht Auf jeden Fall treiben nunmehr die AMS-02-Daten die Theoretiker an, und mit noch mehr Daten wird hoffentlich der Durchblick steigen. Außerdem Beobachtungen mit dem manche enttäuscht habenden Auger-Observatorium von subtilen Effekten der Kosmischen Strahlung – und Vulkan-Forschung mit Myonen derselben.

So klingt das Higgs-Boson … als Heavy-Metal-Stückchen: eine originelle Sonifikation der LHC-Daten, die vor dem Umbau zum Nachweis des Teilchen geführt hatten (und Nachrufe hier und hier auf einen der Theoretiker, die es voraussagten). Inzwischen hat die Beam-Energie 6.5 TeV erreicht und Vorbereitungen der Kollisionen bei 13 TeV laufen: weitere LHC-Artikel hier, hier, hier, hier und hier, auch zum Vermächtnis des Tevatron, dem weiteren Betrieb des RHIC, einem kleinen chinesischen Collider und amerikanischen und chinesischen Visionen jenseits des LHC. Plus eine Bestätigung der Theorie der starken Kraft, ein exotisches Hadron aus Jülich, frühere LHC-Beobachtungen von W-W-Kollisionen und dem Zerfall des Higgs in Fermionen und nicht nur Bosonen, wie tausende LHC-Forscher Papers schreiben, Gründe warum jenseits des Standardmodells “neue Physik” nötig ist, die mühsame Messung von G (mehr, mehr und mehr) – und andauernde Bemühungen um eine neue Definition der Einheit der Masse, also des Kilogramms.

Zwei Mio. € für die Bestimmung der Masse der Neutrinos

stellt die DFG einer deutschen Forschergruppe zur Verfügung: Die “Neutrino Mass Determination by Electron Capture in Holmium-163″ (ECHo) soll langfristig zur empfindlichsten direkten Methode zur Bestimmung der Masse von Neutrinos werden. Zur weltweiten Neutrinoforschung weitere Press Releases hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier (früher), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und zum Versuch des direkten Nachweises von Dunkler Materie mit allerlei Methoden sowie theoretischen Überlegungen dazu Press Releases hier, hier, hier, hier und hier, ein halbstündiger Kavli-Hangout und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier,hier, hier, hier und hier – plus speziell zur Schnapsidee, dass Dunkle Materie die Dinos killte, ein paar Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Eine 20-Minuten-Doku über die LIGO-Gravitationswellen-Detektoren, die nach dem großen Upgrade nun tatsächlich bald ein kosmisches Signal einfangen sollten – oder geht’s auch viel kleiner? Auch ein geplantes Raketen-Experiment zum Test der GR, ein neuer Test der SR, eine Idee für den Materie-Überschuss gegenüber der Antimaterie (nebst Press Release und Artikel), die Messung der Elektronen-Masse, der Ladung des Anti-Wasserstoffs und des magnetischen Moments des Protons, weiter kein Protonen-Zerfall, verwirrende Messungen der Lebensdauer des Neutrons, neue Quantenzustände des Atoms, der Fund von Majorana-Quasi-Teilchen (mehr und mehr), ein Quantum Droplet, mal wieder keine Änderung der Naturkonstanten mit der Zeit, Unfung bzgl. Urknall-Zweifelei, das kuriose “Holometer” in Bildern sowie Diskussion über Superstrings, Supersymmetrie, die Kosmologische Konstante, eine Schaumigkeit der Raumzeit und Viele-Welten-Theorien hier und hier.

Allgemeines Live-Blog vom 16. bis 18. April 2015

16. April 2015

18. April

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Home Videos: Raketen-Mix, Kometen-Vortrag, Trailer-Mix

Oben die beinahe geglückte Landung der Falcon-9-Unterstufe auf dem dabei leicht beschädigten Drohnen-Boot von einem Fan zeitsynchron zusammengeschnitten aus Aufnahmen von einem Flugzeug und von Bord der Plattform aus (auch eins der neuen Experimente, die der Dragon an der ISS abgeliefert hat), in der Mitte ein halbstündiger Vortrag über moderne Kometen-Anateur-Beobachtung von einem Treffen der BAA (auch ein Vortrag über ausbrechende Kometen sowie neue Erkenntnisse zu Wellen in der Jupiter-Atmosphäre aus New-Horizons-Daten von 2007 und die nun beginnende Abendsichtbarkeit Merkur, die beste des Jahres) – und unten ein wiederum von einem Fan aus Szenen der beiden bisher veröffentlichten Teaser zusammengeschnittener Quasi-Trailer für Star Wars VII: The Force Awakens: Ihm war aufgefallen, dass etliche Einstellungen beider Teaser zusammen zu gehören scheinen. [3:45 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: Musk erklärt den Lande-Lapsus mit einem Ventilproblem – und erinnert an diesen Test vor einem Jahr; weitere Artikel zu Test und Dragon-Ankunft hier, hier, hier und hier]


17. April

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Churyumov-Gerasimenko vorgestern aus 170 km Entfernung von Rosettas NavCam gesehen – und heute aus 398 Millionen km Abstand aus Chile von einer Feriensternwarte aus aufgenommen; auch das Warten auf Philaes Reboot und der Status der Asteroid Impact Mission der ESA, die frühestens 2016 genehmigt wird. Das Asteroiden-Horror-Planspiel auf der “Planetary Defense”-Konferenz (s.u.) ist derweil dramatisch zuende gegangen: Zwar trafen die meisten kinetischen Impaktoren und schoben den Killer-NEO aus der erdgerichteten Bahn – aber ein Strück brach ab und blieb auf Erdkurs, nunmehr weiter westlich mit Bangladesh im Fadenkreuz des 80-m-Brockens. Da die Simulation auf einen Crash aus war, scheiterte ein chinesisch-indischer Versuch einer Nuklear-Abwehr des Fragments als Notlösung, doch der Vorläuf von mehreren Monaten erlaubte eine ordentliche Evakuierung von Dhaka und Umgebung vor dem Tunguska-ähnlichen Airburst. [20:55 MESZ]

Der Marsrover Curiosity ist inzwischen 10 km weit gefahren

und bekommt auf seiner bald 3 Jahre langen Reise immer wieder Interessantes zu sehen. In den Daten von Mars Odyssey sind Hinweise auf Wasser in Sulfaten unter der Oberfläche gefunden worden. Und mit französischer Unterstützung (vorletzter Absatz) ist eine Mars-Mission der Vereinigten Arabischen Emirate für 2020 in Planung, die als “arabisch-islamisch” deklariert wird: “Mars Probe is a joint Arab-Islamic project we want the Arab youth to share” …

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Wie die Geysire auf dem Mond Enceladus fingerartige Strukturen im E-Ring des Saturn verursachen, ist nun mit Simulationsrechnungen nachvollzogen worden, während das Dünenmuster auf Titan durch wilde Methan-Stürme und die großen Stürme auf Saturn selbst durch feuchte Konvektion erklärt werden könnten. Reine Theorie sind dagegen noch Weltraumteleskope aus winzigen Partikeln (“Orbiting Rainbows”), während das DLR seine Unterstützung für den amerikanischen Dream Chaser erneuert hat – und den 200. Flug der Sternwarte SOFIA im März feiert. [20:35 MESZ]

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Die “Enthüllung des ersten Steins” für den Bau des LSST auf dem Cerro Pachon in Chile vor drei Tagen – auch ein ausnehmend kluger Artikel über die Bekämpfer des TMT auf Hawaii – und ein Polarlicht über Norddeutschland letzte Nacht sowie die detaillierte Physik hinter Aurora-Ausbrüchen. [20:15 MESZ. NACHTRÄGE: weiter Verzögerungen beim TMT und mehr deutsches Polarlicht vom 15.-17. April sowie ein Echtzeit-Video aus Island und ein Zeitraffer aus dem Flugzeug vom März]

Heute Mittag (MESZ) soll der Dragon eingefangen werden

Wie man gestern Abend am Himmel Europas sehen konnte, sind sich die Kapsel und die ISS bereits nahe gekommen, wo sie gegen 13:00 MESZ ergriffen werden soll: Updates hier und hier. Auch die zusammen mit ihr gestarteten CubeSats, von der Bruchlandung der 1. Stufe der Falcon 9 ein weiteres Video, auch hier, hier und hier erwähnt, eine Hypothese zur Ursache, der (trotzdem gute) Zustand der schwimmenden Plattform, der nächste Landeversuch vermutlich auf festem Boden sowie die weiteren Startaktivitäten von und ein verrücktes Musikvideo über SpaceX. Und die neue Vulcan-Rakete von ULA, die die Delta und Atlas ablösen soll: die PK mit der Präsentation, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links sowie eine Kontroverse um den Antares-Unfall leztes Jahr (früher, noch früher und mehr), wie der Alarm auf der ISS klingt, die letzten 5 Jahre der NASA aus der Sicht des Chefs – und kein Mars-Flug vor 2050 für Wörner. [2:05 MESZ]

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Der Dragon ist erfolgreich eingefangen worden: mehr Bilder hier und hier und ein Artikel. [15:45 MESZ] Der Dragon ist inzwischen mit dem Modul Harmony verbunden: Die 7. erfolgreiche Ankunft solch einer Kapsel. Ausgepackt wird ab morgen. [16:05 MESZ] Das Dragon-Drohnen-Boot nach dem Landeversuch, eine Detail-Aufnahme der Schäden und ein Landebein der 1. Stufe; auch das NASA-Blog und ein Artikel zur Dragon-Ankunft. [17:30 MESZ]


16. April

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Ein paar der 12’000 Staubteilchen von Komet C-G, die das Rosetta-Instrument COSIMA bisher eingefangen hat (“Der Staubanalysator COSIMA …”), auf einer der Target-Platten, die in die Koma gehalten wurden – sie wurden nach Projekt-Mitarbeitern und Anhang getauft. Auch ein NavCam-Bild vom 12. April, die Suche nach Philae, die lange Lebensdauer des indischen Mars-Orbiters, Indiens 2. Mond-Orbiter – und in 5 Minuten feiert die NASA das baldige Ende von MESSENGER. [18:55 MESZ] Ein Press Release zur Party und die Top Ten der Ergebnisse zum Merkur. [20:05 MESZ]

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Und es gibt eine rotierende Ceres-Sichel vom 10. April aus 33’000 km Abstand! [20:50 MESZ] Und die Animation wieder zerlegt – nein, die Weißen Flecken sind nicht drauf. [22:25 MESZ] Artikel zu Ceres hier, hier und hier, von der Merkur-Party Press Releases hier und hier, ein paar Bilder und Artikel hier, hier und hier – und die Wiederentdeckung von Komet C-G durch Amateure. [23:55 MESZ]

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Asteroiden-Planspiel bei der ESA: Die Lage spitzt sich zu

Das große Planspiel für einen Asteroiden-Impakt während der laufenden Planetary Defense Conference bei der ESA in Italien (“Edward Teller?” ab 17:40 MESZ) hat ungeahnte Entwicklungen genommen: Inzwischen steht fest, dass der vielleicht 400 Meter große “Asteroid” in das südchinesische Meer stürzen wird, und eigentlich ist beschlossen, dass ihn sechs kinetische Impaktoren nach und nach aus der Kollisionsbahn mit der Erde schieben sollen. Doch die Nerven liegen blank: Auf den Philippinen wurde bereits der Präsident gestürzt, China und Indien wollen nun doch gemeinsam Kernwaffen gegen den Himmelskörper einsetzen – und in Deutschland hat eine bizarre Koalitionsregierung soeben beschlossen, dass man gar nichts unternehmen wird und stattdessen fünf Jahre lang den Bundesrechnungshof die Vorgänge bisher prüfen lassen wird. Die Präsentatoren der einzelnen sozialen Gruppen (im Bild “die Medien”) kommen mitunter ganz schön in Rage. Ende offen, und noch drei Jahre bis zum Impakt 2022 … Von der Tagung – die formellen Vorträge sind vorüber, jetzt wird nur noch gespielt – auch ein Gruppenfoto, die Aufzeichnungen des Webcasts, allerlei Slides und eine neue ESA-Webseite der Space Missions Planning Advisory Group (SMPAG) gegen NEOs. [17:55 MESZ]

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Komet Lovejoy kann es immer noch! Hier Ausschweifungen im Sonnenwind gestern Abend eingefangen von Michael Jäger – auch der Komet vorgestern, SWAN-Xingming gestern und Siding Spring vorgestern, die Sonne gestern (Details hier und hier) und eine tolle aber kurzlebige Protuberanz vorgestern. Außerdem hat die IAU heute das Cosmic Light im IYL 2015 gestartet, das sich vornehmlich gegen Lichtverschmutzung richtet, eine Suche nach Galaxien, die Aliens umgebaut haben im WISE-Katalog hat nur wenige Kandidaten geliefert, der deutsche IfA-Direktor erklärt Hawaii den Mauna Kea – und ein kandadischer Astro-Verein hat eine große Sternwarte geschenkt bekommen, das David Dunlap Observatory bei Toronto. [14:55 MESZ. NACHTRAG: mehr dazu]

Abendlicher Besuch von Falcon, Dragon und ISS

15. April 2015
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Ein neues Video von der beinahe geglückten Landung der ersten Stufe der Falcon 9 [NACHTRÄGE: ein paar Standbilder daraus, eine gezoomte Fassung und eine Analyse des alten Videos] – und unten deren 2. Stufe und 1:42 später der Dragon in der heutigen Abenddämmerung über dem Garten dieses Bloggers, hier jeweils bei der Passage zwischen Arktur und Mufrid tief im Osten:

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Bei der Kulmination waren beide Objekte deutlich heller und inetwa gleich hell gewesen, gestern kurz nach dem Start dagegen war die Raketenstufe deutlich heller als der Falcon, für den sie zunächst alle gehalten hatten. Und hier noch eine ISS-Passage durch die Hyaden 75 Minuten später (und derselbe Transit aus den NL, plus die Befindlichkeit der NASA genau 5 Jahre nach Obamas KSC-Rede):

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Allgemeines Live-Blog vom 14. April 2015

14. April 2015

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Die Venus im Goldenen Tor der Ekliptik heute Abend, auch weitere Bilder und ein Ausschnitt nur mit den Plejaden, eine Serie vom 8.-14. April, ein tiefer Anblick gestern (mehr; unten) und die größte Nähe am 11. April (mehr und eine Serie 9.-11. April) sowie Sonnenflecken heute (mehr, mehr und mehr), gestern und vorgestern, ein Bericht und eine Korona aus Svalbard, Jubel in Südafrika über den Kometen MASTER, das west-östliche Oster-Problem, ein Astro-Mitmachbuch, warum Teleskope auf den Mauna Kea gehören (mehr, mehr und mehr und Artikel hier, hier und hier), eine Vision für Keck, ein Trailer für “The Astronomer” – und die erfolgte Grundsteinlegung für das LSST. [23:55 MESZ – Ende]

Landung der 1. Falcon-Stufe: nächster Versuch in 1 Stunde

Nachdem der Start gestern aus Wettergründen verschoben werden musste, könnte es eine Falcon 9 mit einem Dragon für die ISS heute um 22:10 MESZ erneut versuchen, wobei die Wetterchance allerdings nur bei 60% liegt: Updates gibt’s hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie Go-Pro-Videos zweier ISS-EVAs – und eine kuriose Vison des Noch-DLR/Bald-ESA-Chefs über eine Basis auf der Mondrückseite … [21:20 MESZ] Weniger als eine halbe Stunde vor der entscheidenden Minute alles auf Grün, Wetter inklusive. [21:45 MESZ] Und die Falcon kam gut weg! [22:15 MESZ] Während der Start selbst ein voller Erfolg war und der Dragon ausgesetzt wurde und seine Solarzellen problemlos geöffnet hat, womit die Hauptaufgabe erfüllt wurde, ist die erste Stufe unsanft auf die Landebarke gekracht, “too hard for survival”. [22:30 MESZ] Ein Überflug des Dragon über England, auch an Venus & Plejaden vorbei. [22:50 MESZ] Die Blitze neben der Spur verursachen wohl die Abdeckungen der Solarzellen. [23:05 MESZ]

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Der Start bis zum Staging (auch das Aussetzen des Dragon nach dem SECO) – und der heutige Landeversuch: erst gut aufgesetzt, aber eine seitliche Geschwindigkeits-Komponente ließ die Rakete danach umkippen. Auch weitere Strichspuren mit Panel-Covers und 2. Stufe daneben hier und hier und Artikel zum Start hier, hier und hier. [23:15 MESZ] Wie sie auf der ISS den Start guckten, weitere Strichspuren hier und hier und ein weiterer Artikel. [23:35 MESZ] Die Stufe war etwas zu hart aufgekommen, auch wenn alle Burns eigentlich korrekt waren – der nächste Versuch ist im Juni. [23:45 MESZ. NACHTRÄGE: Auch ein Bild eines Ausgasens des Dragon, dessen erster Orbit, seine blinkenden Begleiter, das komplette Start-Video (1/2 Stunde), ein Video-Clip des Landeversuchs aus einem Flugzeug, die Arkyd-3-Nutzlast und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

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Ein Ausschnitt aus der ersten (falsch-)farbigen Karte des Zwergplaneten Ceres, die auf Dawn-Aufnahmen bei 440, 550 und 920 nm Wellenlänge basiert – wobei visuell hellen Flecken unterschiedliche IR-Helligkeiten haben, was die Erklärung wieder erschwert (mehr). Auch das Asteroiden-Ziel für Procyon, eine Startverschiebung des Solar Orbiter der ESA auf 2018, wie der Laser-Höhenmesser dem finalen Tiefflug von MESSENGER hilft, allerlei Ideen für Venus-Missionen, indirekte Hinweise auf mögliches flüssiges Wasser auf dem Mars in Curiosity-Wetterdaten ([NACHTRAG: mehr,] mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), eine NASA-Einladung für eine ESA-MFG zu Europa und die Physik der großen Stürme auf dem Saturn. Und um 19:00 und 20:30 MESZ gibt’s heute zwei PKs zu Pluto, genau drei Monate vor New Horizons’ Vorbeiflug. [18:20 MESZ] Von der ersten ein erstes Farbbid von P & C, nicht aufgelöst, und der Downlink-Plan für die Encounter-Woche. [20:05 MESZ] Und in der 2. PK hieß es, dass Bilder in den letzten Juni-Wochen so viel mehr als die besten von der Erde aus zeigen werden, dass man die Sicherheit im Pluto-System abschließend beurteilen kann: Ggf. wird die Hauptantenne als Schild gegen Staubteilchen benutzt. [21:15 MESZ. NACHTRAG: ein Press Release und Artikel hier, hier und hier]

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Edward Teller? Bruce Willis? Nein, sie würde den Killer-Asteroiden mit Kernwaffen angreifen: Kirsten Howley vom LLNL trug gerade auf der 4th IAA Planetary Defense Conference in Frascati über die Segnungen von Neutronenbomben bei der Ablenkung von bösen Kleinplaneten vor. Der Konferenz – die heute Mittag von einem Astro- in eine Art Militär-Modus geswitcht hat – kann über diesen Webcast gefolgt werden. [14:45 MESZ] Auch schön: Experimente mit einer Strahlenkanone – den Studenten mache es großen Spaß, alles mögliche in die Luft zu sprengen … [15:50 MESZ] Und das Asteroid Deflection Research Center hat ausgerechnet, wie man einen Asteroiden 2000 km vor der Erde mit ICBMs zumindest beschädigen kann. [16:30 MESZ] Während der Tagung läuft auch ein Disaster-Planspiel: “Infos” von gestern und heute. [17:40 MESZ] Ende des Planspiels für heute – mit der dringenden Empfehlung der Expertengruppe für ein 20-Mrd.$-Crashprogramm zur Abwehr von “2015 PDC”. [18:10 MESZ]

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Der schon reichlich aktiv gewordene Komet C-G am 25. März aus 87 km Distanz (dahinter eine Galerie von allen NavCam-Jet-Bildern) und zwei Viewgraphs aus einer Rosetta-PK von heute in Wien, zur weiter erhofften Reaktivierung Philaes (dessen räumliche Lage ziemlich unklar ist) und zur Abwesenheit eines Magnetfelds des Kerns, die Philae festgestellt hatte. Darüber hatte dieser Blogger bereits vor 2 Monaten berichtet, aber für den Rest der Welt war die Kunde davon – mit unklarer Relevanz für die Prozesse bei der Entstehung des Sonnensystems – wohl eine Neuigkeit, wie Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zeigen; auch einer zur neuen Bahn-Planung nach dem Ärger in Kernnähe. [14:30 MESZ. NACHTRÄGE: weitere Artikel hier, hier und hier]

Yuri’s Night … Weltraumparty zum 1. Mal in Köln

12. April 2015

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Zum ersten Mal in 15 Jahren hat die internationale Weltraum-Party “Yuri’s Night” heuer auch in Köln – einem der ‘Herzen’ des deutschen Raumfahrtgeschehens – Inkarnation gefunden, als eine der 11 deutschen von weltweit über 200 Veranstaltungen dieses Jahr: Gastgeber war ein Lokal in der nördlichen Altstadt, Promi-Gast natürlich Astronaut Reinhold Ewald, links.

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Der Organisator Jürgen Hill, eine Video-Adresse von Samantha von ganz oben und eine Rede Ewalds:

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Marco Carrano von der italienischen Firma “Ready to Lunch” referierte angeregt über ISS-Catering, bei dem Samantha ein gewichtiges Wort mitzureden hatte und von dem dann – leckere! – Proben zur Verköstigung kamen (und von denen dieser Blogger später bei einer Tombola jede Menge gewann, als ersten Preis):

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Und zum Schluss um 21:45 MESZ noch eine ISS-Passage an der immer noch nahe der Plejaden stehenden Venus vorbei und durch den Zenit – so [NACHTRAG: eins der Bilder größer] muss das:

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Allgemeines Live-Blog vom 6. bis 10. April 2015

6. April 2015

10. April

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Die restliche Rosetta-Mission wird komplett neu geplant

Nach den gravierenden Problemen beim letzten nahen Vorbeiflug (“Rosetta geriet in kometennahe Notlage”) wird die weitere Bahn der Kometensonde um den Kern (hier vorgestern aus 137 km Distanz) nun ganz neu entworfen – was aber das Lauschen nach Philae nicht beeinträchtigt: Ab dem 12. April ist Rosetta wieder ganz Ohr. Auch GIADA-Resultate zur Staub-Konsistenz und ein paar Bilder mehr. Sowie ein Artikel, das erste Bahnmanöver MESSENGERs ohne Treibstoff, nur mit Helium, der Status Opportunitys, bald 4000 Marstage auf der Oberfläche – und schon wieder Gegenwind für die Asteroid Redirect Mission der NASA [NACHTRAG: noch mehr Konfusion].

Anlässlich des 25. Start-Jubiläums des HST ein Geburtstags-Video, ein NASA-Artikel über Hubble in der Pop-Kultur und ein Bild von Messier 22, auch die Yellow Balls von Spitzer, das Ende der TRMM nach 17 Jahren samt Video-Nachruf, der 5. Orbit-Geburtstag des CryoSat – und CubeSats als Erdbeobachter: die vielen Doves von Planet Labs. [23:55 MESZ – Ende]

Der Bau des Large Synoptic Survey Telescope beginnt

in Chile am 14. April mit einer traditionellen Zeremonie auf dem Cerro Pachon: Fertig sein soll die permanent den Himmel scannende Giga-Kamera 2022. Auch GALAH am AAT, ein VLT-Bild der Ara OB1, zwei Kometen mit und ohne Name direkt nebeneinander und der namenlose im Detail, Lovejoy gestern, eine Auswertung der Sternbedeckung durch Kleopatra, die Venus nahe der Plejaden gestern (mehr), eine Hecken-Protuberanz am Sonnenrand gestern, was CMEs mit Planeten machen können, die Erforschung “Schwarzer Auroras” mit Cluster, was ein Teilchen-Beschleuniger im Orbit für die Aurora-Forschung brächte, der Strom-Effekt, ein Video mit Fliegenden Schatten, ein Weitwinkel-Video und ein Bericht aus Svalbard, ein bewölkter Färöer-Bericht und rumänische Action von der März-SoFi – und wachsender Ärger über LED-Straßenlampen: tja, wenn die Lichtverschmutzung so direkt spürbar wird … [18:45 MESZ]

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Die Venus weiter im Anflug auf die Plejaden heute Abend (unter schlechten Bedingungen; auch hier, hier und hier) – während die beiden lange namenlos gebliebenen Kometen nun C/2015 F5 (SWAN-Xingming) bzw. der oben erwähnte C/2015 G2 (MASTER) heißen: auch ein Ausblick auf dessen Erscheinung; 8 mag. könnten drin sein. [23:05 MESZ]

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Polarlicht über Alaska heute Morgen, nachdem eine CME vom 6. April die Erd-Magnetosphäre getroffen hatte; zuvor hatte es auch vor Schottland und in Irland etwas zu sehen gegeben. Und noch einmal Venus und die Plejaden heute – mit der ISS zusammen. [23:30 MESZ. NACHTRÄGE: dasselbe Trio, von woanders, das Paar allein in Rumänien und den USA und die Nacht davor aus Schweden und (vermutlich) Dänemark zusammen mit dem Polarlicht, aus Italien mit Zodiakallicht und aus Chile ganz anders herum orientiert – während ein Iraner extra nach Deutschland kam, um das Paar aufzunehmen … Und noch die letzte MoFi und die Sonne gleichzeitig am Himmel Kaliforniens, ein Selenelion]


9. April

Wo “NASA findet Aliens in 20 bis 30 Jahren” herkommt

Es waren Bemerkungen der NASA-Chefwissenschaftlerin Ellen Stofan während des Q&A dieser Podiums-Diskussion im NASA HQ vorgestern, die zu Artikeln wie hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier u.v.a. führten: Ganz am Schluss, ab 55:30, “hängte sie sich aus dem Fenster”, wie sie sagte, mit der Vorhersage, dass es in 10 Jahren starke Anzeichen für Leben anderswo geben werde, gefolgt von “definitiven Beweisen” in 20 bis 30 Jahren – denn die Technologie dafür sei schon da und die NASA dabei sie einzusetzen. (Die oft zitierte folgende Einschränkung auf mikrobielles Leben kam dann übrigens nicht.) Auch Wassereis-Gletscher-Zonen auf dem Mars, der 1000. Orbit von MAVEN, die 2000 Schrauben von MOM, der Mars in 3D vom MRO, die sechs Bohrungen Curiositys bisher, wie Oppy doch noch finanziert werden könnte, allerlei Gedanken zu bemannten Mars-Missionen hier, hier und hier, das Grüne Licht für die Solar Probe Plus nach Passieren der CDR, das Manöver MESSENGERs am 6. April, eine Karte der Blitz-Häufigkeit auf der Erde, die Kandidaten für die “Earth Venture”-Satelliten der NASA, Tests an Sentinel-2A der ESA, ein 3-Minuten-Video zu Rosettas Entdeckungen und ein weiterer Hinweis auf die Amateur-Kampagne dazu, ein Ziel-Asteroid für Procyon, Japans Minisatellit, der mit Hayabusa 2 zusammen startete, der Bau von OSIRIS-REx, so weit alles gut auf Dawn, die Vorschläge für die nächsten Discovery-Missionen der NASA, die zweite Approach-Phase von New Horizon, eine Verlängerung des Namens-Wettbewerbs für Features auf Pluto & Co. und ein Jux-Paper über Plutos schrumpfende Masse – und die Ankündigung von Blue Origin, dieses Jahr mit Testflügen zu beginnen (mehr Links). [2:35 MESZ]


8. April

Annama

Der 23. Meteoriten-Fall mit bestimmter Bahn des Meteoroids ist “Annama” geworden, der letztes Jahr über Russland gesehen wurde (“Und mal wieder eine schöne Feuerkugel mit Dashcams”): Wie die Analyse der Videos nun ergeben hat, kam der gewöhnliche H5-Chondrit (jeder 3. Meteorit ist einer) auf einem Orbit angeflogen, der verdächtig dem des PHA 2014 UR116 ähnelt, der viel später im Jahr entdeckt wurde. Vielleicht brach das Meteoroid vom Asteroiden ab, als dieser früher mal einem Planeten nahe kam. Auch zwei neue noch namenlose Kometen, die bereits unter Amateur-Beobachtung sind: “XMAAGS” (in Bewegung, mehr und mehr) und “M503ujx”. Plus Lovejoy gestern und vorgestern (mehr), gleich vier Kometen für SWAN, bald Venus bei den Plejaden, ein Schwingen der Erde erklärt durch Ozeanwellen, die erneut fallende Lichtkurve der Nova Sgr 2015 No. 2, die Rötung des tiefen Vollmonds als MoFi in Deutschlnd missverstanden, jede Menge astro-nahe IYL-Action wie etwa die Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit mi der Methode Rømer per Crowd Sourcing – und der Pionier der Amateurastronomie Walter Haas ist tot, er gründete 1947 die ALPO. [23:55 MESZ]


7. April

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ALMA + Gravitationslinse = ein Superteleskop für Galaxien

Die ersten Forschungsergebnisse mit ALMA bei großen Antennen-Abständen bis zu 15 km und damit der größten Winkelauflösung des chilenischen Radio-Interferometers bisher (23 Millibogensekunen) liegen vor: Man kann dem Asteroiden (3) Juno beim Rotieren zuschauen, die Rillen in der Scheibe um den Stern HL Tauri bewundern – oder einer Galaxie mit einer Rotverschiebung von 3.04 auf den Zahn fühlen, mit einer Gravitationslinse als ‘Zusatzoptik’. Die macht das ferne Sternsystem mehr als zehnmal heller und zeigt es als vier verzerrte Bilder, die ein schwacher ‘Einstein-Ring’ zu einem geschlossenen Ring verbindet (oben bei 236 GHz in zwei verschiedenen Auflösungen, in der Mitte ein Komposit daraus) – und weil die Geometrie der Linse gut verstanden ist, lässt sich das echte Aussehen der gelinsten Galaxie HATLAS J090311.6+003906 alias SDP.81 rekonstruieren (unten), die 1.9 kpc groß ist. Damit sind dann auch quantitative Auswertungen der Staub-Emission möglich: Die gesamte Sternentstehungsrate liegt bei 315±60 Sonnen pro Jahr. Dabei erfolgt die Sternbildung aber stark klumpig erfolgt, mit zwischen 20 und 200 Sonnenmassen pro Jahr pro Quadratkiloparsec: ein weiteres Paper zu Molekül-Beobachtungen, Press Releases hier, hier und hier und Artikel hier und hier. Auch der Beginn der Radio-Astronomie in Ghana mit einer umgebauten 32-Meter-Schüssel – und Press Releases hier, hier und hier und Artikel hier und hier sowie ein älterer zum großen Einstieg Kanadas, 180 Mio. Euro über 10 Jahre, ins optische Thirty Meter Telescope auf Hawaii. [23:15 MESZ. NACHTRÄGE: Dessen Bau in der Folge neuerlicher Unruhe – auch lokale Artikel hier, hier und hier – allerdings gerade für eine Woche ruht …]


6. April

Der Griffith-Webcast der Mondfinsternis im Zeitraffer: Da die Belichtung nachgeregelt wurde, ist nicht klar erkennbar, ob es zu einer Totalität kam oder nicht, dito in einem originellen Mosaik der Erd-Umbra und Serienmontagen hier und hier. Auch ein neues HDR-Komposit der Sonnenkorona aus Svalbard-Bildern in quasi nachgebauter Druckmüller-Style-Verarbeitung, die mit steilerem Gamma noch gewinnt, eine ähnlich starke Verarbeitung von Bildern von vom Beobachtungsflug AB 1020, ein weiterer Bericht vom Flug AB 1000, eine Animation einer Protuberanz vom 3. April, die wieder helle Nova Sgr 2015 No. 2 (mehr und mehr) – und jede Menge britische aktuelle Planeten-Beobachtungen. [16:25 MESZ. NACHTRAG: eine aufschlussreiche Beschreibung der MoFi, bei der “near mid eclipse, a thin sliver of sunlight remains near the lunar north pole.” Und der Beobachter bestätigt auf Nachfrage: “I think at least the mountain peaks would have seen some part of the sun” – die ganze Zeit. NACHTRAG 2: unschlüssige Artikel hier und hier und ein verwirrender Bericht von den Philippinen. NACHTRAG 3: auch hier keine Klarheit]

pegasus

25 Jahre Pegasus-Rakete, 50 Jahre kommerzielle ComSats

Am 5. April 1990 startete zum ersten Mal eine geflügelte Rakete von einem Flugzeug aus und brachte kleine Satelliten in den Orbit – damals wurde der privat entwickelte Träger noch von einer B-52 Stratofortress NB-008 der NASA abgeworfen, seit 1994 von einem firmeneigenen Jet (oben), der mal ein Linienflugzeug war. Von den 42 Starts in einem Vierteljahrhundert gelangen 37 ganz und 2 ein bisschen. Und am 7. April 1965 (MEZ) startete mit Intelsat I alias ‘Early Bird’ der erste kommerzielle Nachrichtensatellit in eine geostationäre Umlaufbahn, der bis 1969 funktionierte. Der nächste Meilenstein der Raumfahrt kommt vielleicht schon nächste Woche: wenn am 13. April nach einem Falcon-9-Start abermals ein Landeversuch der ersten Stufe auf der schwimmenden Plattform geplant ist. [16:15 MESZ]

In CERNs LHC kreisen jetzt wieder die Protonen!

5. April 2015
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Die Wiederinbetriebnahme des Large Hadron nach zwei Jahren Stillstand und dem großen Upgrade hat heute begonnen, wie im obigen Video (mehr CERN-Produktionen) und auch in diesem Liveblog dokumentiert wird: Heute liefen erstmals wieder Protonenstrahlen in beiden Richtungen um, erst in einer, dann der anderen Richtung. Allerdings nur mit je 450 GeV Injektionsenergie: Bis mit Kollisionen bei voller Wucht die neue Phase des Projekts beginnen kann, dürfte es Juni werden. Während der ersten Betriebsphase lief der Large Hadron Collider mit einer Energie von 3.5 TeV pro Teilchenstahl, also einer Kollisionsenergie von 7 TeV, später auch mit 8 TeV. Diese Kollisionsenergie wird nach dem Wiederanlauf auf fast das doppelte ansteigen: 13 TeV oder 6.5 TeV pro Teilchenstrahl. Diese höhere Energie, hoffen die Physiker, wird nicht nur bei der genaueren Untersuchung des Higgs-Teilchens helfen, sondern auch ganz neue Phänomene aufdecken – zum Beispiel Teilchen, die auf die Existenz von Dunkler Materie hindeuten. Aber die höheren Energien und eine veränderte Konfiguration der Teilchenstrahlen bedeuten auch Veränderungen bei den Detektoren, die alles aufzeichnen, was bei den Kollisionen passiert.

Ein Kurzschluss-Problem war Ende März viel rascher als befürchtet gelöst worden, nun läuft alles wieder reibungslos – und es werden (mitunter allerdings auch absurde) Erwartungen an den Beschleuniger geschürt, während in den Daten der ersten Phase immer noch Entdeckungen warten: CERN Releases von heute, dem 2. April, 31. März und 17. März 2015 und 12. Dezember, 20. November, 19. November, 11. November, 23. Juni, 19. März und 6. Februar 2014, ein Fermilab Release von heute, STFC Releases vom 17. März 2015 und 12. Dezember, 19. November und 10. April 2014, ein Chalmers Release vom 26. Februar 2015, ein LBL Release vom 6. Juni 2014, ein Trailer für die CERN-Doku “Particle Fever” (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), der Doku-Klassiker “The Geneva Event” und Artikel von heute (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), dem 31. März (mehr), 25. März (mehr, mehr und mehr), 24. März (mehr und mehr), 21. März, 20. März (waaah!), 19. März, 13. März (mehr und mehr), 11. März, 7. März, 6. März, 5. März (mehr), 2. März, 18. Februar, 15. Februar (mehr) und 12. Februar 2015 und 14. Dezember, 20. November, 8. Oktober (mehr), 25. August, 24. Juli, 11. Juli, 27. Juni, 23. Juni, 14. Juni, 7. Juni, 6. Juni, 16. Mai, 10. April, 9. April, 7. April, 4. April, 5. März und 28. Februar 2014. Ab 2016 ist übrigens die frühere ATLAS-Sprecherin CERN-Chefin, die erste Frau an der Spitze der enormen Forschungseinrichtung, die aus mehr als ‘nur’ dem LHC besteht. Dessen Daten man auch in Musik verwandeln kann:

Allgemeines Live-Blog vom 2. bis 4. April 2015

2. April 2015

4. April

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Tiefer rein geht’s nicht: die ungefähre Mitte der Totalität

oder Beinahe-Totalität aus dem Griffith-Observatory-Stream. Wo man im Kommentar betont, dass auch dann der silberne Streifen am Rand nicht wirklich verschwunden sei (den man auch auf diesem Bild aus Arizona sieht). Was immer das bedeutet. [14:05 MESZ] Nur anhand des Stream kaum zu entscheiden. [14:10 MESZ] Auch erste Standbilder aus Austrakien, Neuseeland und Kalifornien bringen keine Klarheit. [14:15 MESZ]

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Die MoFi ist jetzt eher eine ostasiatische Angelegenheit: aus einem Webcast des Tainan Science Education Museum auf Taiwan. Auch live: dieser Stream aus Japan. [14:30 MESZ] Eine Screenshot-Sammlung aus dem Griffith-Stream. [14:45 MESZ] Ein tiefes Foto aus Australien. [14:55 MESZ] Und “there was always a little hint of that silver” während der gesamten Vielleicht-Totalität in Kalifornien. [15:05 MESZ] Weitere gute ‘Totalitäts’-Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Bildersammlungen hier und hier, der Griffith-Webcast, ein wolkiger totaler und ein partieller Bericht und ein Artikel – aber keine neuen Einsichten … [18:55 MESZ] … auch weitere Stunden später nicht, aber es sieht eher schlecht für eine totale MoFi aus. Auch ein partieller Bericht aus Chile, ein Selenelion-Nachweis aus den USA und in dieser Sammlung noch viel mehr Bilder. [22:45 MESZ] “It never reach totality from what I saw,” schreibt Christina Feliciano-Rivera: “The upper edge never completely went into the shadow. I was sitting hear watching the clock wondering when it would fully cover but I never did see it either.” [23:50 MESZ – Ende. NACHTRAG: Eine kurzbelichtete Serie scheint das zu bestätigen: keine Totalität]

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Das Bild vom Griffith Observatory von vor wenigen Minuten, etwas aufgehellt – wo weiter Konfusion in Sachen Totalität herrscht. [13:55 MESZ] “I’ve never seen a totality look like that”, sagt einer im Live-Stream von Slooh. [14:00 MESZ]

Experten ratlos: heute etwa keine totale Mondfinsternis?

In den Kernschatten wird der Mond heute Mittag MESZ schon eindringen – aber ob es es minutenlang komplett tun wird, darüber ist plötzlich Unsicherheit unter MoFi-Profis entstanden: Welche Rolle die Abplattung der Erde bei der genauen Form des Mondschattens haben wird, scheint nie mit hinreichender Präzision durchgerechnet worden zu sein. Wie auch immer: Im obersten Artikel hier gab es schon 12 Links zur angenommen totalen MoFi, die dann die kürzeste des Jahrhunderts und die dritte einer Tetrade wäre, das Wetter in Australien ist bedenklich, und geplante Webcasts sind z.B. hier, hier, hier, hier und hier verlinkt und solen auch von dieser Sternwarte in Arizona per Periscope-App kommen; die URL wird dabei aber erst bei ‘Sendebeginn’ generiert und über diesen Twitter-Feed verbreitet. Ansonsten Amateur-Nahaufnahmen von Io, die Bedeutung der Sonnenflecken-Zahlen, eine schwache Nova Ophiuchi 2015 (mehr und Bilder vom 30. März [mehr und mehr], 29. März und 27. März), während die Nova Sgr 2015 No. 2 wieder auf 4. Größe gestiegen ist, Supernova-Suche in australischen Profi-Daten als Citizen-Science-Projekt – und schon wieder Krach um den Mauna Kea: als ob das Behindern von Astronomie ein Beitrag zur “Kultur” sei … [1:20 MESZ]

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Noch eine Stunde bis zum Maximum der Finsternis, ob nun total oder nicht: ein Live-Bild vom Griffith Observatory in Los Angeles, zum Stream gucken anklicken. Und bei längerer Belichtung ist bereits die Umbra zu sehen. Auch eine frühere partielle Phase im Untergang aus Chile – dann war er weg. [13:05 MESZ]

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Ein Foto aus San Jose – weitere Partialitäten mit roter Umbra hier, hier und hier. [13:40 MESZ] Die Totalität(?) ist schon sehr nahe wie die Bilder hier, hier und hier zeigen. [13:45 MESZ] Und weitere bunte Bilder hier, hier und hier – jetzt Griffith gucken! [13:50 MESZ]


3. April

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Ein besonders seltsamer Stein auf dem Mars ist vom alten Rover Opportunity am 24. März – dem 3968. Marstag auf der Oberfläche und dem Tag der Vollendung des “Marathons” – aufgenommen worden. Auch die Rolle von flüssigem Wasser bei den Recurring Slope Lineae auf dem Mars, neue Erkenntnisse über den Mond vom Lunar Prospector (!) und der ARTEMIS-Mission, wie das HST Juno helfen könnte, den Jupiter zu verstehen – und wieder eine neue Missionsphase Cassinis mit Nahaufnahmen der Monde wie diesen oder diesen: weitere Artikel hier, hier und hier. [23:20 MESZ]

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MESSENGERs Merkur-Crash jetzt für den 30. April geplant

Mit einer Serie von letzten Bahnanhebungen – bei denen der praktisch gesamte Rest des Treibstoff an Bord verbraucht werden soll; das zweite der Manöver erfolgte gestern – wird das unausweichliche Ende des langen Merkur-Besuchs von MESSENGER noch ein wenig hinaus gezögert: Die Grafik zeigt die Höhe über Grund in Kilometern, der Crash wird am 30. April erwartet. Es gibt auch neuere MESSENGER- oder auch Labor-Erkenntnisse über elektrische Ströme in Merkurs Kruste, die Rolle von Kometen bei Merkurs Färbung (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und die Wechselwirkung des Sonnenwinds mit seiner Magnetosphäre – während der Start der nächsten Merkur-Mission auf 2017 gerutscht ist, das 2016-er Startfenster für BepiColombo war nicht mehr zu halten. [21:50 MESZ]

Eine 1-Stunden-Doku über die letzte Hubble Servicing Mission, bisher unveröffentlicht und nur hier und da aufgeführt, ist im Rahmen der Feierlichkeiten zu Hubbles 25. Start-Jubiläum diesen Monat nun frei zu sehen. Zu den “Hubble25″-Events gehören auch Enthüllungen eines Bildes an vielen Orten, auch in Deutschland. Ferner wie es sich als Swift-Wissenschaftler lebt, die Kühlungs-Tests des “Hubble-Nachfolgers” JWST – und 319 Seiten über WFIRST-AFTA, gewissermaßen Hubbles Nach-Nachfolger. [21:30 MESZ]

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Rosetta geriet in kometennahe Notlage – neuer Missionsplan

Die zunehmende Aktivität des Kometen C-G macht Rosetta zu schaffen: Während eines Überflugs in 14 km Höhe am 28. März (oben ein Bild aus 19 km vom Kernzentrum) wurden die Startracker durch den Koma-Staub irritiert, die Hauptantenne drehte sich von der Erde weg, und die Sonde geriet in einen Safemode. Aus dem wurde sie zwar wieder befreit, aber das wissenschaftliche Programm ist zeitweise unterbrochen – und künftig wird man sich noch vorsichtiger in der Nähe des Kerns bewegen. Auch Artikel hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier] und hier, ein neues Dawn Journal mit dem Plan zum Beginn der Ceres-Forschung im Orbit (und der Wortschöpfung “Apodemeter” für den Ceres-fernsten Bahnpunkt), ein neues Citizen-Science-Tool zur Analyse der Vesta-Bilder von Dawn (alt., alt. und mehr), der Baubeginn von OSIRIS-REx mit Erreichen der ATLO-Phase (mehr, mehr, mehr und mehr) – und die ESA träumt weiter von der Mission AIM & DART, der einen Asteroiden-Mond kicken würde (mehr und mehr), finanziert ist dies nach Informationen dieses Blogs aber noch nicht. [1:15 MESZ]

Ein deutsches experimentelles Weltraum-Radar wird gebaut

In vier Jahren und für 25 Mio. Euro wird das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik bei Bonn mit GESTRA, dem German Experimental Space Surveillance and Tracking Radar, im Auftrag des DLR ein leistungsfähiges Radar zur Überwachung und Verfolgung von Objekten im erdnahen Weltraum bauen: Bahndaten von Satelliten und Trümmern im niedrigen Erdorbit in einer Höhe zwischen 300 und 3000 Kilometern sollen damit – ab Ende 2017 – erfasst werden. Auch der Spin-Up der SMAP-Antenne, der bevorstehende Flug des LightSail, die Rückkehr des IXV nach komplettem Erfolg beim Testflug, NextSTEP-Partner der NASA für Flüge mit dem SLS, wie der Orion-Testflug lief, wieder mal Palaver über die ARM, der Beginn des 1-Jahres-Fluges (mehr und Bizarres vor dem Start) und Pflanzen auf der ISS, eine glatte Falschmeldung (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) über eine angebliche 2. ISS (mehr), denn klar ist nur, dass die aktuelle bis 2024 betrieben werden soll – und mit einem chinesischen (mehr Links) und russischen (mehr Links) hat es nun acht Starts in sechs Tagen gegeben, alle erfolgreich. [0:35 MESZ]


2. April

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Klaus Tschira, Mäzen der deutschen Astronomie, 1940-2015

Völlig überraschend ist vorgestern mit Klaus Tschira eine außergewöhnliche Persönlichkeit der deutschen Industrie- wie Forschungslandschaft verstorben. “Klaus Tschira ist allgemein bekannt als einer der Gründer von SAP”, schreibt der Präsident der Astronomischen Gesellschaft in einem Nachruf, “für uns Astronomen war er aber mehr: ein großer Förderer der Astronomie und Ehrenmitglied der Astronomischen Gesellschaft. Um nur die sichtbarsten Beispiele seines Wirkens zu nennen: die Gründung des Heidelberg Institute for Theoretical Studies, ausgestattet u.a. mit 2 Professuren für theoretische Astrophysik, das Haus der Astronomie auf dem Königstuhl oder, derzeit im Bau, die „Supernova” der Europäischen Südsternwarte in Garching. Die Astronomie verliert einen großen Freund und Förderer.” Weitere Nachrufe mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten sind hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zu finden. [3:15 MESZ]

Und wieder einmal ist “Global Astronomy Month” mit allerlei Angeboten. Auch der Sternhimmel im April 2015, eine Puppe mit Galileoscope, über die u.a. hier (Forts., Forts.) und hier diskutiert wird und die bereits ausverkauft ist, eine astronomische Frage in die Runde des kanadischen Star-Astronauten Hadfield beantwortete dieser Blogger mit einem deutschen Amateur-Projekt, was dann Hadfield für die beste Antwort befand – und der Honest Trailer für den Film “Interstellar” spießt elegant dessen Schwächen auf und zeigt zugleich die besten Visuals: 3 Stunden im Kino hocken gespart … [2:40 MESZ]

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Mars-Ganglagerstätten aus hellem und dunklen Material

hat der Rover Curiosity in der ‘Garden City’ an den Hängen des Aeolis Mons vorgefunden: Diese ‘two-toned veins’, die bis zu 6 cm aus dem Untergrund ragen, zeugen von mehreren Episoden einer feuchten Vergangenheit: Dabei sind nacheinander zwei verschiedene Flüssigkeiten in Risse im Felsen eingedrungen und haben dort Mineralien abgelagert – die sich dann als erosionsfester als die Matrix erwiesen. Bei der allmählichen Fahrt den Berg hinauf ändert sich die Mineralogie immer wieder: Es handelt sich zugleich um eine Zeitreise, in immer jüngere Epochen und eine sich verändernde Umwelt. Auch Xenon-Messungen mit SAM auf dem Rover und wie die Spuren der Landung verblassen (mehr und mehr). Sowie erneute Amnesie des alten Rovers Opportunity, der aber schöne Aussicht hat (früher und mehr) und auf dem Weg zu einer mythischen Gestalt ist. Plus Untersuchungen eines alten Sees mit CRISM auf dem MRO, die Grenze zwischen Hoch- und Tiefland in Mars-Express-Bildern, ein Test der LDSD-Landetechnik im Labor – und Verzögerungen bei Chinas Marsprogramm, das erstmal keine Rover schicken kann. [2:15 MESZ]

Allgemeines Live-Blog vom 29. bis 31. März 2015

29. März 2015

31. März

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Die Sonnenkorona vom 20. März 2015 in all ihrer Detailfülle

aus dem Hause Druckmüller, basierend auf 29 Aufnahmen mit einem 12-cm-Refraktor auf Svalbard und Belichtungszeiten zwischen 1/1600 und 4 Sekunden. Auch ein weiteres Amateur-Komposit, weitere Berichte vom Schiff, von den Färöer und aus Svalbard (auch ein Weitwinkel-Video), eine Montage partieller Phasen, eine Partiell-Beobachtung per Drohne, mehr zum SoFi-Schul-Problem, SoFi-Marken von Svalbard, den Färöer und der Isle of Man, der größte SoFi-Unfug und Links zu allen früheren Sammlungen von Links zu dieser SoFi. Als nächstes gibt’s am Mittag MESZ des 4. April eine 5 Minuten totale MoFi, in Europa natürlich unsichtbar (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr). Plus mal wieder eine Studie ohne jeden Mond-Effekt auf das menschliche Verhalten, Mutual Events vom 30.3. und 11.3., ein neuer Komet Jacques von den brasilianischen Amateuren, die Kometen Siding Spring heute und Lovejoy am 20.3., ein optisches Spektrum der Nova Sgr 2015 No. 2, ein rumänischer Bericht über eine ‘rote Nova’ (mutmaßlich eine Fusion zweier Sterne) – und die ersten 32 Exoplaneten, die Namen bekommen dürfen, stehen fest, auch die drei Planeten eines Pulsars sind dabei. [23:57 MESZ – Ende]


30. März

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Kernoberfläche und Jets gleichermaßen heraus gekitzelt wurden bei dieser NavCam-Aufnahme vom 22. März aus 78 km Abstand: auch eine Amateur-Kampagnen-Seite für Komet C-G, der im weitren Laufe dieses Jahres allmählich wieder sichtbar werden sollte, ein Video mit etwas Wissenschaft, weitere Kern-Ansichten, die Suche nach Philae und die Mechanik seiner Landung(en) – und Gedanken zu Ceres und Pluto, zu dessen Nomenklatur der Oberflächen-Features bereits ein Vorschlag publiziert wurde. [23:30 MESZ]


29. März

Gute Sicht auf die SoFi auch von einem Kreuzfahrtschiff aus

zeigt dieses heute aufgetauchte Video von der MS Boudicca, von der auch dieser detaillierte Bildbericht stammt: Damit lässt sich konstatieren, dass vor neun Tagen alle “Verkehrsmittel” von Raumsonden über Flugzeuge – ein Zeitraffer, ein TV-Beitrag und Bildbericht von den Stratosphären-Fliegern, ein spanischer Artikel über AB 1000, ein deutscher und ein englischer über AB 1234 und der Luftraum zur Totalitätszeit – bis zu Schiffen an der Totalität teilhaben konnten. Und Beobachter auf Svalbard – Weitwinkel-Bilder hier und hier, die Kontakte, ein Komposit, ein Video-Clip für ein Filmprojekt, Stories hier, hier und hier und wie Nordnorwegens TV-Nachrichten die Sache sahen; auch Vorberichte ab 6:45 – und den Färöer (auch Bilder hier und hier, noch ein Video und eine Story) natürlich, dazu eine 2-stündige Radiosendung aus Island. Und aus der partiellen Zone in Mitteleuropa Wetterbeobachtungen hier und hier, aus Deutschland Berichte und Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier (Aua …), von anderswo hier, hier, hier und hier und Sammlungen hier, hier und hier. Und wenn die SoFi eine Woche später stattgefunden hätte, dann hätte sie so ausgesehen (wie 1919), denn am 27. März stand eine gewaltige Proberanz über dem Sonnenrand: Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Und noch Daten zu Nanoflares von NuSTAR, wie ein Aurora-Amateur THEMIS unterstützt – und ein weiteres Video vom Aurora-Flug vor zwei Wochen. [22:45 MESZ]

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Das High Altitude Water Cherenkov Experiment in Mexiko hat jetzt den vollen Betrieb aufgenommen, das größte Gamma-Observatorium auf dem Planeten (mehr und Bilder). Auch ein Paper über LHAASO, den leistungsfähigsten Detektor für Extensive Air Shower, der in China entsteht, Probleme bei der ESO (inzwischen überwunden) durch Unwetter in Chile, diverse Press Releases zum SKA-Projekt hier, hier und hier, mal wieder Lichtverschmutzung als Gesundheitsproblem, ein cleveres Pop-Up-Buch, aus dem auch ein Planetarium wächst – und erste Experimente hier und hier mit Astronomie live per Periscope-App; leider ‘versendet’ sich alles sofort, es bleibt keine öffentliche Aufzeichnung zurück. [15:35 MESZ] Aha, geht wohl doch. [18:05 MESZ. NACHTRAG: Frisst aber jede Menge Daten-Volumen!]

Die Rotationsperiode Saturns beträgt 10 h 32 m 45 s ± 46 s

Diese Zahl basiert auf der Abplattung und dem Gravitationsfeld des Riesenplaneten und ist kleiner als was Cassini (10:47) und die Voyagers (10:39) aus Radio-Daten ermittelt hatten – aber das nahezu der Rotationsachse parallele Magnetfeld Saturns runiert diese Methode ohnehin. Das neue Verfahren wurde auch auf den Jupiter angewandt, wo die Radiomethode ein eindeutiges Ergebnis liefert, und lieferte genau diesen Wert. Auch Mutual Events der Jupiter-Monde am 24. März (Kallisto/Ganymed und Kallisto/Europa), 18. März, 14. März und 9. März, die Kometen Siding Spring heute dicht bei Messier 92 und Lovejoy am 24. März, der neue Komet Polonia, das Warten auf den nächsten großen Nord-Kometen – und am angeblichen Riesen-Impaktkrater in Australien (mehr, mehr und mehr) gibt es doch einige Zweifel, wie hier, hier und hier artikuliert wird. [12:35 MESZ]

nov

Die Nova Sgr 2015 No. 2 erholte sich noch mal nach ihrem Einbruch und verharrt jetzt bei etwa 5.3 mag.: Artikel zum zwischenzeitlichen Anstieg hier, hier und hier, Beobachtungen am 28. März, 26. März (mit einer Webcam in der Antarktis!), 25. März und 22. März und Spektren im Sichtbaren und NIR. [12:20 MESZ]

Neue Konfusion um angebliche Planeten von Alpha Centauri

Immer noch gibt es keine Bestätigung – oder klare Widerlegung – des schwachen Radialgeschwindigkeits-Signals von Alpha Centauri B (ganz unten), und auch die Suche nach Transits mit Hubble hat kein klares Ergebnis erbracht. Die geometrische Wahrscheinlichkeit lag bei 1:11, dass der angebliche Alpha Cen Bb zu bestimmten Zeitpunkten vor dem Sternscheibchen her ziehen würde, und dem Weltraumteleskop gelang trotz des für solch ein Instrument sehr grellen Ziels hochpräzise Fotometrie. Der erhoffte Planet ließ sich in den Daten nicht blicken, aber dafür findet sich darin ein möglicher Transit eines anderen etwa erdgroßen Planeten mit längerer Umlaufzeit, den zu bestätigen praktisch unmöglich ist: Hubble müsste permanent auf Alpha Centauri starren … Auch ein Planet eines Vierfach-Sterns (30 Ari; mehr, mehr und mehr), das 2. Mehrfach-System der K2-Mission (EPIC201505350; mehr), ein massereicher Planet eines Roten Riesen (Kepler 432b; mehr, mehr und mehr), unser Jupiter als Exoplanet (mehr), die Erforschung von Exo-Wolken mit Kepler (Kepler-7b; mehr), eine angebliche ‘Wiedergeburt’ von Gliese 581d (mehr) und weiter bleibende Zweifel (mehr) sowie Status & Zukunft der RV-Methode zur Planetensuche (mehr), wie man nach Exo-Ringen suchen kann (mehr) und vergeblich in Kepler-Daten nach Exo-Monden gesucht hat, Überlegungen zu Biosignaturen auf Exoplaneten (mehr, mehr und mehr) – und der ultimative Exoplanet … [11:55 MESZ]

Fünf Raketenstarts in 51 Stunden: drei schon o.k.

27. März 2015
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Schwer was los zwischen Erde und Himmel: In den 51 Stunden zwischen 19:36 MEZ am 25. und 22:46 MEZ am 27. März soll(t)en gleich 5 Starts in den Erdorbit erfolgen, von denen die ersten 3 auch schon gelungen sind (und in 65 Stunden sind es sogar 6 Starts). Zuerst war eine Delta IV in Cape Canaveral mit einem GPS-Satelliten dran: das nebulöse Abheben in Zeitlupe (die Rakete kam aber bald wieder zum Vorschein), Bilder hier, hier und (mit besonderem Vordergrund) hier, Artikel hier, hier und hier und mehr Links. Es folgten eine Dnepr in Yasny mit einem koreanischen Erdbeobachter und eine H-IIA in Tanegashima mit einem japanischen optischen Aufklärer: der Start (los geht’s bei 23:00), Bilder und Artikel hier, hier und hier.

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Expedition 43 Soyuz Rollout

Expedition 43 Soyuz Rollout

Als nächstes ist heute um 20:42 MEZ Soyuz TMA-16M in Baikonur dran, an Bord Scott Kelly und Mikhail Kornienko, die als erste ISS-Besucher ein Jahr bleiben sollen, und Gennady Padalka: viele Aufnahmen rund um den Start (hier der Roll-Out vorgestern), ein Zeitplan und meist Kelly-zentrische Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Und um 22:46 MEZ folgt eine Soyuz in Sinnamary mit den nächsten Galileo-Satelliten: Releases zur Vorbereitung hier und hier. [NACHTRAG: Beide Soyuz-Raketen sind gut weg gekommen – Bilder und ein Video aus Baikonur und Bilder und ein Video aus Sinnamary – und die Soyuz-Kapsel nähert sich bereits der ISS … NACHTRAG 2: … und hat angedockt, 5:51 nach dem Start. NACHTRAG 3: ein tolles Foto vom Anflug der Ein-Jahres-Besatzung! NACHTRAG 4: ein Artikel zur Ankunft – und beide Galileos sind im Zielorbit angekommen; man ließ sich diesmal Zeit mit der Bestätigung, aber nun ging die PM raus. NACHTRAG 5: Die ISS-Langzeitbewohner sind eingezogen, womit nun wieder sechs an Bord sind. Auch mehr Links zu den Dnepr- und H-IIA-Starts – und der Countdown für Start Nr. 6 läuft schon. NACHTRAG 6: NASA-Blog-Story, früherer NASA Release und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier und zur ISS-Verstärkung und eine unabhängige Bestätigung des erfolgreichen Galileo-Starts – der letzte war problematisch gewesen. NACHTRAG 7: Auch der PSLV-Start mit einem Navigations-Satelliten ist pünktlich erfolgt (auch mehr Links): Es hat tatsächlich 6 Starts in 65 Stunden gegeben! Zum Galileo-Start noch Bilder, eine DLR-PM, Artikel hier, hier, hier und hier und mehr Links und zur neuen ISS-Besatzung Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links]

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Indiens Mars-Orbiter 1/2 Jahr im Einsatz – und macht weiter

Die nominelle Missionsdauer von einem halben Jahr hat die Mars Orbiter Mission der ISRO nun absolviert, hier aus einem neuen Schwung Bilder die Valles Marineris von oben und in 3D rekonstriert [NACHTRAG: alle Bilder bisher], aber es wird einfach weiter gemacht: Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. Derweil hat der fast zeitgleich angekommene MAVEN der NASA Polarlichter und Staub rund um den Mars beobachtet: Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. Ferner stellt sich heraus, dass es keinen (schnellen) Klimawandel auf dem Mars gibt, Curiosity hat biologisch “nützlichen” Stickstoff (mehr, mehr und mehr) und Organisches gefunden, Opportunity eine Marathon-Distanz geschafft [alt.] und einen reformatierten Speicher (mehr, mehr, mehr und mehr) und das Autonomous Descent and Ascent Powered-flight Testbed eine Marslandung geübt. Anderswo im Sonnensystem feierte MESSENGER 4 Jahre im Orbit, kurz vor dem Crash, fand der LRO einen frischen Krater, bei dem der Impakt beobachtet wurde, und Yutu auch so einiges, lieferte Cassini einen Film des F-Rings und sah schon wieder Veränderungen auf Titan – und die IAU ruft schon mal auf, von New Horizons zu entdeckende Features auf dem Pluto zu taufen.

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Die Milchstraße bei 65 bis 140 µm Wellenlänge gesehen vom IR-Satelliten Akari: Hier ein Ausschnitt rund um Eta Carinae in Falschfarben – All-Sky-Karten von 65 bis 160 µm sind nun veröffentlicht worden. Auch die Veröffentlichung von Daten von NEOWISE, Hisaki-Beobachtungen von UV-Explosionen auf dem Jupiter, mal wieder amtliche Zweifel am Zeitplan des JWST (mehr und was es zu Pop.III-Sternen zu sagen haben wird), der kommende MinXSS-Cubesat zur Sonnenforschung, der Status der Missionen MMS, Cluster und SMAP nebst Riesenantenne, Sternsensoren für Mikrosatelliten, ungewöhnlicher Treibstoff für CubeSats, ein neuer Rekordversuch mit einem Langzeit-Ballon (ein Album mit Bildern vom Start), die teure russische Raumfahrt, das Manifest von SpaceX, Russlands neues Kosmodrom, eine Gegendarstellung zur Gegendarstellung (mehr und mehr) zu der heftig gewordenen Kritik an Mars One, das mal wieder verschoben wurde (mehr, mehr, mehr und mehr, mehr Links und ein Jux) und auch nicht zu versichern wäre – und es sind 50 Jahre seit der ersten EVA von Alexei Leonov vergangen, woran auch hier, hier, hier, hier und hier erinnert wird.


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