Allgemeines Live-Blog vom 28. 3. bis 1. 4. 2016

28. März 2016

1. April

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C-G im Gegenlicht während der Koma-Exkursion Rosettas

aufgenommen mit der NavCam am 27. März aus 329 km Abstand: Im vorwärts gestreuten Licht ist immer noch viel strukturierter Staub in der innersten Koma zu sehen. Auch eine irdische Testaufnahme mit OSIRIS bzgl. der (improvisierten) Nahfokus-Möglichkeiten der WAC, jede Menge Ceres-Kram von der LPSC und die neueste Dawn-Blog-Story, eine lange PK zu Akatsuki im Venus-Orbit, leider nur japanisch, Data Mining mit dem Mars Express, ein russisches Dementi von Briz-Problemen beim Start des ExoMars TGO, was Opportunity so treibt, der Mechanismus der Geysir-Aktivität auf Enceladus – und was vom Pluto in 3D, von dem weiter erst die Hälfte der Daten auf der Erde ist. [23:55 MESZ – Ende]

Ein Mosaik aus Hubble-IR-Aufnahmen des Galaktischen Zentrums aus 9 Bildfeldern der WFC3, die mit 1.3 bis 1.5 µm Wellenlänge den Staub besser durchdringen als sichtbares Licht: mehr und ein Hangout dazu – und die Trümmerkette des Satelliten Hitomi, von dem sich 5 Teile abgelöst haben und zu dessen Status es schon seit 3 Tage keine Updates mehr gab: weil sich der Satellit seit dem 29. März gar nicht mehr gemeldet hat … [23:50 MESZ]

Eine formidable Feuerkugel von heute, mit schöner Fragmentation gegen Ende – auch der Komet 252P/LINEAR heute mit viel und wenig Aufwand fotografiert und eine Astro-Vorschau auf den April. [23:45 MESZ]

63P

Da kommt der neueste Progress – von der ISS aus gesehen in der Nähe einer westasiatischen Stadt – nach dem gestrigen Nachtstart: weitere Bilder von der ISS (und dem Boden) hier, hier, hier, hier und hier, der erreichte Orbit und Artikel hier, hier und hier. Plus die Probleme der Atlas beim Start des Cygnus (mehr und mehr), die unklare Lage von Chinas 1. Raumstation (mit Experten-Kommentar eins, zwei, drei, vier und fünf) – und ein neuer DMSP-Satellit ist hinüber, muss die Air Force eingestehen. [2:35 MESZ] Die Tiangong-Einschätzung in einem Stück. [21:30 MESZ]

mou

MOU unterzeichnet: Indiens „3. LIGO“ ist auf dem Weg

Mit der gestrigen Unterzeichung eines Memorandums of Understanding zwischen der amerikanischen National Science Foundation und den indischen Departments of Atomic Energy und of Science and Technology ist der Bau eines dritten LIGO-Detektors in Indien – den die indische Regierung kürzlich zu finanzieren versprach – in die Wege geleitet worden: Wenn LIGO-India zusammen mit den beiden amerikanischen beobachtet, werden sich Quellen viel genauer am Himmel lokalisieren und ggf. konkreten Objekten zuordnen lassen. Auch neue Papers mit einer Spekulation über die Natur der Schwarzen Löcher hinter dem September-2015-Event als Vertreter Dunkler Materie (auch hier und hier diskutiert), eine andere Spekulation zum Progenitor zwecks Erklärung des umstrittenen zeitgleichen Gamma-Signals, die erfolglose Suche nach Parallel-Signalen bei vielen Wellenlängen (mehr dazu), speziell die Suche mit der iPTF, und wie man mit Gravitationswellen Kosmologie „across 29 decades in frequency“ betreiben kann, weitere Überlegungen zu einem GW-Hintergrund von Schwarzen Löchern und primordialen GW, neue Artikel zum Stand der Forschung und den Folgen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und eine Tagung zum September-2015-Event im Mai in Hannover. [1:20 MEZ]


31. März

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Komet 252P/LINEAR heute Morgen über Österreich von Michael Jäger aufgenommen, der dazu schreibt: „Obwohl der nahe Mond noch ziemlich störte, zeigt der Komet weiterhin eine beachtliche Koma von 40 Bogenminuten. Visuell aber Achtung, die Koma ist wenig verdichtet! Die Aufnahmen deuten einen schwachen Schweifansatz nach Westen an“ – auch eine Karte der Bahn in den nächsten Wochen, die bevorstehende neue Bohrung im Chicxulub-Krater und ein besonders detailreiches Komposit der Korona vom 9. März. [18:00 MESZ. NACHTRAG: ein weiterer heutiger LINEAR und dessen Entwicklung bisher – und eine 20-Minuten-Doku über die SoFi in Spanisch]


30. März

fast

Chinas „Arecibo“ FAST ist fast fertig, wie dieses aktuelle Bild der Riesen-Radioschüssel zeigt – auch die Instrumente NN-EXPLORE Exoplanet Investigations with Doppler Spectroscopy (NEID; mehr) und New Adaptive Optics Module for Interferometry (NAOMI), die indische Karte für das TMT, ein spanisches Observatorium für NEOs und Raumschrott und ein russisches Teleskop in Brasilien ebenfalls für Weltraum-Überwachung, wobei die Daten von PanEOS auch für Astronomen nützlich sein sollen. [23:45 MESZ]


29. März

BA14

venti

osi-latest

Dreimal Aktuelles aus dem Sonnensystem: oben weitere Radar-„Bilder“ des erdnahen Kometen P/2016 BA14 (PANSTARRS) mit der Goldstone-Antenne vom 22. März, darunter kuriose Winderosion auf dem Mars von Curiosity aufgenommen, und unten ein OSIRIS-Detail von Komet C-G aus 12 km Abstand am 19. März – im Sommer soll es übrigens eine große Rosetta-Bilder-Ausstellung in Berlin geben, bei der es sich wohl um die hier schon 2014 angekündigte handelt [NACHTRAG: So ist es]. Inzwischen hat Rosetta den Kometen-Abstand stark vergrößert, um Plasma, Gas und Staub in der Koma zu erkunden. [23:05 MESZ]

Weiter gelegentlich kurze Signale vom Satelliten Hitomi

hat die Bodenkontrolle empfangen können (Mar. 29 Update) – leider zu kurz, um irgendetwas über den Gesundheitszustand des havarierten japanischen Röntgensatelliten (siehe unten) erfahren zu können, was mit der verloren gegangenen Stabilisierung zu tun haben dürfte. Dass er aber überhaupt noch senden kann zeigt, dass die 4 abgebrochenen Teile nicht lebenswichtig waren, die Möglichkeit einer Rettung wird damit wahrscheinlicher: auch ältere Artikel hier, hier und hier. Sowie die 2. Chance für InSight, ein geplanter indischer Start von 22 Satelliten gleichzeitig, das aufblasbare ISS-Modul BEAM und das SLS. [20:50 MESZ] Die JAXA geht davon aus, dass Hitomis Ärger mit dem Verlust der Lageregelung begann – dadurch drehten sich die Solarzellen aus der Sonne und der Strom fiel aus. Und eine Kollision mit Raumschrott war nicht der Grund für die gravierenden Probleme, die zu beheben Monate dauern dürfte. [21:10 MESZ] Das Radiosignal kommt und geht, während der Satellit herum eiert, was auch erneut von einem Amateur direkt beobachtet wurde, während ein anderer die Bahnänderung am Anfang der Krise analysiert hat. [22:50 MESZ. NACHTRÄGE: weitere Beobachtungen am Himmel hier und hier und Artikel zur (nicht mehr ganz so düsteren) Lage hier, hier, hier, hier und hier]


28. März

jupflare

Offenbar wieder ein Impakt auf dem Jupiter gefilmt wurde am 17. März von zwei Amateuren: Erst wurde das obige Video publik (Diskussionen hier, hier und hier), dann das untere, aus dem auch der Screenshot stammt. Auch Komet LINEAR gestern in Australien und München und vorgestern – und eine Supernova 15. Größe. [21:10 MESZ. NACHTRÄGE: gleich noch eine, in NGC 3631. Und ein Interview mit dem 1. Videographen und hier bzw. hier, hier und v.a. hier (ein Kommentar dazu) verarbeitete Bilder vom und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und (von diesem Blogger) hier Artikel zum Jupiter-Impakt und ein früheres Paper zur Häufigkeit solcher Impakte sowie am 26. März die Kometen PANSTARRS mit mehr Schweif und Catalina bei zwei Sternhaufen]

Röntgensatellit Hitomi schweigt, Trümmerwolke gesichtet

Während die japanische Weltraumbehörde bislang nur einen Kontaktabriss mit dem neuen Satelliten gemeldet hat, hat die US-Weltraumüberwachung mehrere zusätzliche Objekte an seinem Ort registriert, während sich die Bahn abrupt verändert hat – alles Zeichen für einen schweren und möglicherweise fatalen Zwischenfall während der Inbetriebnahme: erste Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. [1:00 MESZ] Nach visuellen Beobachtungen des Satelliten ist er schwer ins Taumeln geraten, spekulare Reflexionen inklusive; Fragmente wurden nicht gesehen. Die JAXA betont derweil, dass „kurze Signale“ vom havarierten Satelliten empfangen wurden, aber ob das wirklich nach der Fragmentation war, scheint nicht eindeutig zu sein; weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [11:30 MESZ] Zusammenfassungen des – wenigen – Bekannten über den destabilisierten Satelliten durch diesen Blogger und einen US-Kollegen. [14:05 MESZ] Der Satellit zerlegte sich bereits um 2:42 MEZ ±11 Minuten am 26. März, wobei das nicht dramatisch zu sein braucht und noch kein Nachruf gerechtfertigt ist; weitere Artikel hier, hier, hier und hier. [18:50 MESZ] Eine weitere visuelle Beschreibung und Artikel hier und hier. [21:00 MESZ. NACHTRÄGE: ein Video des Satelliten am Himmel und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Die farbigen Eigenvektoren von Pluto & Charon

27. März 2016

gehören zu einer Reihe neuer Erkenntnisse aus dem unvermindert eintreffenden Datenstrom vom New-Horizons-Encounter im letzten Juli, über den gerade auf einer Tagung in Texas nebst einer Pressekonferenz und Reden hier und hier (Bilder dazu und Artikel hier, hier, hier und hier) und in fünf detaillierten Papers (Open Access; Zusammenfassungen hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier) berichtet wurde:

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Das ist der Pluto aus Sicht der Farbkamera MVIC, wobei die Aufnahmen durch den blauen, roten und Nah-IR-Filter den Farben B, G und R zugeordnet wurden.

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Eine Hauptkomponentenanalyse der insgesamt vier MVIC-Farben, bei der die Helligkeitsvariation auf eine orthogonale Basis projiziert wird, wobei nacheinander jeweils der verbliebene Rest dargestellt wird. In der ersten principal component (links) stecken 98.8% der Variation, überwiegend Beleuchtungseffekte und die extremen Variationen der Albedo über die Oberfläche. In der zweiten und dritten landen dann 1% (Mitte) und 0.1% (rechts) der Variabilität, eher subtile Farbunterschiede.

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Hier wurden nämliche principal components verschiedenen Farben zugeordnet und zu einem Falschfarbenbild („Mal ein Pluto in sehr falschen Farben“) zusammen gefügt, das unterschiedliche Farb-Einheiten der Oberfläche dramatisch hervortreten lässt.

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Dieselbe Prozedur bei Charon: Wieder blau, rot und Nah-IR-Filter den Farben B, G und R zugeordnet.

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Und die principal components 1 und 2, 97.3% und 2.7%: letztere geht v.a. auf die deutlich gerötete Polkappe des Mondes zurück, eine stärkere Farbabweichung als sie irgendwo der Pluto zeigt (dessen 2. principal component kleiner ist). Dafür ist Charon sonst eintönig grau und von Wassereis dominiert und zeigt viel weniger Farbeffekte als der Pluto. Auf letzterem hingegen sind die flüchtigen Substanzen Methan, Kohlenmonoxid und Stickstoff durch Sublimation, Kondensation und gletscherartige Bewegungen auf jahreszeitlichen bis geologischen Zeitskalen auf komplexe Weise verteilt worden, während solcherlei Prozesse auf dem Charon fehlen (der dafür in ferner Vergangenheit gewaltige tektonische Prozesse erlitten haben muss, bei denen sogar ein Ozean eine Rolle gespielt haben könnte). Auf Pluto dagegen spielte und spielt sich eine Menge ab, bis hin zu Bergen, die in – heute festem – Stickstoff regelrecht ’schwimmen‘ könnten. Der Schlüssel ist fraglos Sputnik Planum, vermutlich ein uraltes Impaktbecken aber heute noch Schauplatz aktiver ‚Geologie‘, denn das Fehlen jedweder Impaktkrater belegt ein Alter von weniger 10 Mio. Jahren.

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Eine ganz neue Einsicht ist, dass der Atmosphären-Druck um einen Faktor 1000 bis 10’000 schwanken kann, als Folge von langfristigen Klimazyklen analog der Eiszeiten-Mechanik der Erde: Derzeit ist der Druck an der Oberfläche mit 10 µbar eher gering, aber er konnte auch schon mal so hoch sein, dass flüssiger (!) Stickstoff auf der Oberfläche möglich war. Einige Features in Sputnik Planum könnten heute noch von solch einer Epoche zeugen, inklusive eines gefrorenen Sees. Die Klimazyklen sollten auch für einen Transport flüchtiger Substanzen zwischen Polen und Äquator sorgen, wobei der dunkle Streifen entlang Plutos Äquator jener Zone entspricht, wo – mit Ausnahme der Sputnik Regio – Flüchtiges vor allem entfernt wurde. Allmählich formt sich aus den vielen Details ein Bild des Pluto-Systems und seiner Geschichte.

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  • Aus Krater-Zählungen auf Charon, Nix und Hydra ergibt sich, dass alle drei ungefähr 4 Mrd. Jahre Oberflächen besitzen: Der Riesen-Impakt, der das Pluto-Charon-System schuf, fand also noch früher statt.
  • Überraschenderweise sind dabei aber außer den fünf bekannten Monden keine weiteren entstanden: Die intensive Suche mit New Horizons‘ Kameras fand nichts größer als 2 km in 5000 bis 80’000 km Abstand.
  • Die Albedos der kleinen Monde (äquivalente Kugeldurchmesser ~40 km für Nix und Hydra und ~10 km für Styx und Kerberos) sind mit 50 bis 90% viel höher als bei den kleinen Körpern des Kuiper-Gürtels: Sie sind also sicher keine eingefangenen Objekte sondern – wasserreiche – Splitter von der großen Kollision.

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  • Die Atmosphäre des Pluto enthält mindestens 20 separate Dunstschichten, die sich aber keineswegs homogen um den Zwergplaneten ziehen: Hier z.B. sinkt eine Schicht von 5 km links auf die Oberfläche ab (rechts). Die Entstehung des Dunstes aus flüchtigen Gasen unter solarem UV-Beschuss scheint gut verstanden – und für die verblüffend komplizierte Schichtung könnten orografische Wellen-Effekte über den Gebirgen Plutos sorgen.
  • Während die Struktur der unteren Atmosphäre nach New Horizons-Messungen genau den Erwartungen nach Sternbedeckungs-Beobachtungen von der Erde entspricht, hat sich die obere Atmosphäre als viel kälter und kompakter als vermutet erwiesen: Damit sind aber auch die Verlustprozesse in den Raum wesentlich geringer als vermutet, beim Stickstoff um einen Faktor 10’000.
  • Entsprechend zaghaft sind die Wirkungen Plutos auf den Sonnenwind: Wie ein Komet – was man erwartet hatte – verhält er sich nicht, eher wie der Mars. In Richtung Sonne sind vor Pluto kaum Moleküle zu finden, aber immerhin ist der Sonnenwind hinter ihm noch rund 400 Pluto-Radien weit gestört.

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Noch viele andere und zum Teil kuriose Messungen sind inzwischen bekannt geworden: So hat der Student Dust Counter auf New Horizons in der Nähe des Zwergplaneten exakt ein eindeutiges Staubteilchen detektiert (was bedeutet, dass Plutos Umgebung frei von jedem zusätzlichen Staub ist, verglichen mit dem Kuiper-Gürtel seiner Region). Und es ist gelungen, mit einer Antenne auf der Erde ein Echo des Sondenfunks von der Oberfläche nachzuweisen: bistatisches Radar über 33 au hinweg, ein Rekord, der lange bestehen dürfte. Bis jetzt ist erst etwa die Hälfte der Encounter-Daten auf der Erde, und die Analyse und weiter reichende Schlüsse werden noch viele Jahre dauern. Schon jetzt aber ist klar: Die drei großen festen Körper dieser sonnenfernen Region des Sonnensystems, Neptuns Mond Triton, Pluto und Charon, weisen jeweils mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten auf – dort draußen gibt es noch reichlich zu entdecken!

Allgemeines Live-Blog vom 24. bis 26. März 2016

24. März 2016

26. März

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Nah-Komet LINEAR wird sichtbar – aber vom Mond blockiert

Ein selten blödes Timing hat sich der Komet 252P/LINEAR ausgesucht, um kurz nach seiner Erdnähe an den Nordhimmel zu wechseln: Am Ostersonntag wird er zwar – geometrisch gesehen – abrupt in Deutschland sichtbar, aber leider am Morgenhimmel arg vom noch reichlich hellen Mond bedrängt, der bis zum 30. März immer zusammen mit dem Kometen am Himmel steht und das auch noch nah.

  • 27. März: 8° Höhe bei Beginn der astronomischen Dämmerung (d.h. z.B. 5:30 MESZ in Bonn), Mond 88% beleuchtet in 38° Abstand.
  • 28. März: 13° bei Dämmerungsbeginn, 82%-Mond in 26° Abstand.
  • 29. März: 17° bei Dämmerungsbeginn, 74%-Mond in 13° Abstand.
  • 30. März: 20° bei Dämmerungsbeginn, 65%-Mond in 2°(!) Abstand.
  • 31. März: 10° bei Mondaufgang (55% in 12° Abstand) und dann 23° bei Dämmerungsbeginn.
  • 1. April: 18° bei MA (45% in 25° Abstand), 25° bei Dämmerung.
  • 2. April: 25° bei MA (35% in 38° Abstand), 27° bei Dämmerung.
Mondfrei und halbwegs hoch zu sehen ist LINEAR also erst ab April – aber wie wird er dann aussehen? Auf dem obigen Foto von G. Rhemann vom 18. März war er 6 Mio. km entfernt, eine rund ein Grad große diffuse Gaswolke, deren visuelle Gesamthelligkeit zwischen 4 und 5 mag. geschätzt wurde (100-mal heller als erwartet übrigens), so auch noch – bereits mondgeschädigt – in den vergangenen Tagen. Im hier betrachteten 7-Tages-Zeitraum steigt die Erddistanz von 7 auf 12 Mio. km, und es darf allein schon deswegen mit einem Helligkeits-Abfall von 1 bis 2 mag. gerechnet werden – was der weitere April dann bringt, darüber kann nur spekuliert werden: weitere Vorschauen und Aufsuchkarten hier, hier, hier, hier und hier, eine visuelle Beobachtung von heute aus Sizilien und die letzten Bilder von heute (auch mit weiterem und noch weiterem Feld) und gestern. Sowie der andere Nah-Komet C/2016 BA14 (PANSTARRS) mit noch deutlicher gewordenem kurzem Schweif gestern und vorgestern, allerlei Theorie zu Ikeya-Murakamis Fragmentation, eine Feuerkugel über BeNeLux, die einsame Galaxie Wolf-Lundmark-Melotte mit dem VLT Survey Telescope, ein Datenkubus des Pferdekopfs von SOFIA, First Light am LBT für LUCI1 & AO – und eine indische Vision für das TMT, sollte das 30-m-Teleskop heimatlos werden. [22:05 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: mehr LINEAR-Vorschauen hier, hier und hier und vom 27. März eine Detail-Aufnahme und ein Weitwinkel-Bild aus Wien – plus PANSTARRS am 27. März und 24./26. März und Catalina am 26. März]

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Da kommt der Cygnus angeflogen, derzeit noch 250 Meter von der ISS geparkt: mehr frühe Blicke hier und hier – und der Ärger mit der Atlas V beim Start (mehr und mehr). Der Einfang ist für 11:40 MEZ geplant: Live-Bilder. [10:50 MEZ] Die Bahn des Cygnus, der sich der ISS auf 100 m genähert hat und nun gegen 11:47 geschnappt werden soll. [11:05 MEZ]

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Die Sicht auf den anfliegenden Cygnus, wie sie Tim Peake auf seinem Display hat, der in der Cupola auf den Einfang wartet. [11:15 MEZ] Im Orbit geht die Sonne auf, während sich der Cygnus den 30-m-Holdpoint erreicht hat. [11:20 MEZ]

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Der Cygnus im 30-Meter-Hold. – gleich geht es weiter. [11:25 MEZ] Der finale Anflug beginnt. [11:30 MEZ]

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Die letzten Meter. [11:35 MEZ] Der Cygnus hat den Capture-Point erreicht, jetzt kann der Robotarm – der Blick seiner Kamera – zugreifen, das „Go“ dafür ist da. [11:40 MEZ] Ein Videoclip aus Sicht des Arms, der sich jetzt nähert. [11:45 MEZ] Und nach gaaanz vorsichtiger Bewegung ist der Einfang um 11:51 MEZ geglückt: diverse Screenshots und ein Instant-Artikel. [11:55 MEZ] Und noch einer – jetzt sind erstmal mehrere Stunden Pause bis zum Berthing. [12:00 MEZ]

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Ein echtes Foto des Cygnus kurz vor dem Einfang. [13:00 MEZ] Das Berthing macht Probleme und zieht sich hin – und fehlende Videobilder helfen auch nicht. [15:25 MEZ] Na, geht doch – das Anschrauben beginnt! [15:45 MEZ] Und um 15:52 MEZ war das Mating abgeschlossen: Bis zum 20. Mai bleibt der Cygnus nun hard-mated. [15:55 MEZ] Die amtliche Mitteilung dazu. [16:05 MEZ] Und ein Artikel. [17:20 MEZ] Ein Highlights-Video der Ankunft, CASIS und Orbital Releases und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [21:05 MEZ]


25. März

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Heute Nacht vor 20 Jahren: ein Foto dieses Bloggers

vom Kometen Hyakutake Stunden vor der Erdnähe, das sich heute noch im JPL-Archiv befindet: Laut der dortigen BU entstand es mit einem 50-mm-Objektiv mit Blende 2 auf Fujichrome 100, der auf ISO 200 gepuscht wurde, und war 10 Minuten lang nachgeführt worden; im Archiv gibt es auch noch ein weiteres Bild dieses Bloggers vom 27.3. Der Überraschungskomet war in diesen Tagen am schönsten zu sehen, mit einem Plasmaschweif für das bloße Auge quer über den Himmel: Viele Kometenveteranen halten Hyakutake für beeindruckender als Hale-Bopp, der ein Jahr später kam aber trotz viel größerer Helligkeit wegen erheblichen Erdabstands nie Hyakutakes schiere Größe am Himmel erreichen konnte. Der damit leider der bis heute letzte ‚Große Komet‘ für die Nordhalbkugel geblieben ist. [1:30 MEZ: NACHTRÄGE: Noch wer erinnert sich – und eine detaillierte Zeichnung vom 25. März 1996]

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Ein NavCam-Bild Rosettas vom 19. März aus 12 km Abstand mit einem kuriosen Kometen-Knubbel, leider auf einem OSIRIS-Bild vom selben Tag nicht enthalten. Auch eine Planetary-Defense-Rolle der ARM, ein Rosetta-Special des CAP Journal zur Outreach-Fragen, der Mondatlas von Chang’e-1, was die HiRISE-Kamera auf dem MRO in 10 Jahren erreicht hat, die Ahnungslosigkeit der ESA (der Russland nichts sagte) in Sachen Briz-Anomalie (mehr und mehr [NACHTRAG: und mehr]), die höchsten Berge auf dem Titan, die diversen Wolken & Dünste im Sonnensystem, wie Gaia einen Sonnenfleck ’sah‘, was beim ISS-Bakterien-Experiment MERCCURI heraus gekommen ist, der nächste Progress-Start zur ISS, ein Problem beim Cygnus-Start mit der Atlas (mehr und mehr), ein erfolgreicher Soyuz-Start (Bilder) und Fortschritte bei der Vulcan-Rakete. [1:10 MEZ]


24. März

Der Mond im Halbschatten der Erde gestern im Untergang

von North Carolina aus beobachtet – weitere frühe Visuals aus dem Web, weitere Bilder hier, hier, hier und hier, eine Beobachtungs-Party in Malaysia (clouded out) und Artikel hier, hier und hier. Auch von der SoFi 2 Wochen vorher ein Protuberanzen-Detail, ein Komposit, ein Rundum-Bild, eine Bilderserie, ein Zeitraffer-Video und ein Artikel, Messungen des ‚true polar wander‘ des Mondes (mehr und mehr), der mühsame Nachweis von Aktivität des Kometen PANSTARRS am 22. März (mehr), 21. März und 20. März, der sonst nur wie ein Punkt oder ein Strich erscheint, Komet LINEAR gestern und vorgestern und Catalina vorgestern. Sowie TMT-Manager auf den Kanaren gesichtet, während sie offiziell in Hawaii bleiben wollen, neue Spektrografen am LBT und die Instrumente HIRES & MOSAIC für’s E-ELT. [0:15 MEZ] Von der HaSchaMoFi ein Bericht von den Philippinen, weitere Bilder hier und hier und Galerien hier und hier. [14:10 MEZ]

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Radarbilder des Kometen PANSTARRS, die einen Durchmesser von etwa 1 km ergeben, im Einklang mit der Bestimmung der Albedo per IR zu nur 2-3% mit entsprechend großem Durchmesser [NACHTRÄGE: Artikel hier und hier]. Auch eine Animation der Rotation und ein Amateur-Bild neben M 106, zum nordwärts strebenden Komet LINEAR Aufsuchhilfen hier, hier und hier (Marken alle 8 Stunden, Daten = Positionen um 8:00 UTC), ein neues Kuiper-Gürtel-Objekt auf extremer Bahn, das zur Hypothese mit dem ‚9. Planetgen‘ passen würde, zur HaSchaMoFi weitere Links, von der ToSoFi Bilder von einem Schiff, ein Artikel über Eclipse-Chaser und ein Press Release zu einem Webcast [NACHTRÄGE: und detailreiche Korona-Komposite hier und hier, ein Weitwinkel-Bild, wolkige Bilder hier, hier und hier und ein paar Videoclips mit Palme im Weg], Bilder von Doppeltransits von Jupitermonden hier und hier – und weiter Hoffnung auf eine deutsche SKA-Rolle: Auch ein CDU-MdB engagiert sich. [23:50 MEZ]

Wieder ein Cygnus per Atlas zur ISS unterwegs

23. März 2016

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Problemlos hat vergangene Nacht eine Atlas V einen weiteren reich beladenen Cygnus-Transporter in Richtung ISS geschickt: Press Releases hier, hier, hier, hier und hier, weitere Start-Fotos aus der Nähe hier und hier, aus der Ferne hier und hier und lang belichtet hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (Hintergrund), hier, hier und hier.

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ExoMars-Oberstufe kurz nach dem Aussetzen exoplodiert

Diese teleskopische Aufnahme zeigt die Briz-Oberstufe kurz nach dem Aussetzen des Trace Gas Orbiters als Trümmerwolke im linken Bildteil: Das sollte aber nicht sein und deutet auf eine gravierende Fehlfunktion hin, die die Mission leicht ruiniert haben könnte. Die ESA aber schweigt bislang eisern zu den Zwischenfall, auch in einem jubilanten Status-Update heute … Auch noch frühere Press Releases zum Start hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

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Ein Teil des westlichen Kraterrandes des 2200 km großen Hellas-Impaktbeckens auf dem Mars aus 3D-Daten des Mars Express in Schrägsicht dargestellt: Im aufgewölbten Rand des Hellas-Kraters kam es während und unmittelbar nach dem Einschlag zu massiven tektonischen Verwerfungen, die sich als stufenförmige Terrassen in das Innere des Einschlagsbeckens erstrecken. Die Landschaftsmerkmale zeigen Spuren flussartiger Aktivitäten sowie des Transports von Material durch Täler.

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Die ersten Aufnahmen des Satelliten Sentinel-3A vom 29. Februar und 1. März zeigen u.a. den Terminator bei Svalbard und die iberische Halbinsel: Sie stammen vom Ocean and Land Colour Instrument (OLCI) mit 21 Spektralbändern und einer Auflösung von 300 Metern – ein Nachfolger eines ähnlichen Hyperspektral-Instruments auf dem EnviSat.

Allgemeines Live-Blog vom 22. März 2016

22. März 2016

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Endlich Close-Ups der hellen Flecken im Krater Occator

auf Ceres hat der Zwergplaneten-Orbiter Dawn kürzlich geschickt (durch Zufall war er erst ganz am Ende der ersten Abtastung im LAMO unter die Kamera geraten) – auf einer Pressekonferenz wurden diese und andere neue Dawn-Ergebnisse heute präsentiert: eine Video-Zusammenfassung, Press Releases hier, hier, hier, hier und hier, Verarbeitungen der Bilder hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Auch eine japanische Rakete für den arabischen Mars-Orbiter und Zusammenarbeit mit der JAXA, wie ein Sonnensturm Jupiters Aurora steuert ([NACHTRAG: mehr Releases hier und hier und] ein Artikel) – und eine animierte Protuberanz vom SDO. [23:05 MEZ – Ende]

Ein nett geschnittenes Video zur Sonnenfinsternis am 9. März, weitere Videos hier und hier und noch viel mehr, Reiseberichte mit Bildern hier, hier und hier, ein iPhone-Foto und ein Artikel. Plus der erdnahe Komet LINEAR heute und vorher neben der LMC (mehr), Artikel zu dem Kometen-Doppelbesuch hier, hier, hier, hier und hier, zwei mutmaßliche Supernovae gleichzeitig in derselben Galaxie – und die Konstruktion eines Mess-Turms für das GMT. [21:55 MEZ]

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Mit dieser Atlas V zur ISS soll heute Nacht der nächste Cygnus starten, voll wissenschaftlicher Nutzlast und ungewöhnlichen Experimenten: mehr Bilder auf der Rampe und Artikel zum Start (mehr, mehr und mehr), zu einer Meteor-Kamera (auch ein Video dazu), dem viel beachteten Feuer-Experiment (mehr), vielen neuen Dove-Satelliten und einem kleinen Satelliten von den Philippinen. Mit dem Cygnus-Start beginnt eine Serie von Versorgungsflügen, die auch den nächsten Dragon umfasst (mehr und mehr); zuvor waren drei neue Besatzungsmitglieder eingezogen: Bilder vom Start und Artikel hier, hier, hier und hier, während man wenig vom 1-Jahres-Flieger Kelly hört. Derweil ist Chinas erste Mini-Raumstation Tiangong 1 abgeschaltet worden (eine Spur am Himmel und ein weiterer Artikel), während ein Weltraum-Teleskop auf Tiangong 2 soll, der 1. Start der Falcon Heavy ist auf November gerutscht, ein SLS-Triebwerk wurde getestet (mehr plus Pläne für die Rakete), Russlands Raumfahrt-Budget für die nächsten 10 Jahre ist vorgestellt worden [NACHTRAG: mehr dazu], die NASA wird die 35. Jahrestage der ersten zwei Shuttle-Starts begehen, es gibt eine Galerie verlassener Start-Anlagen, eine berühmte Werbe-Kampagne endet mit einem Mars-Start ohne Wiederkehr – und so mancher Start lässt tolle Lichteffekte am Himmel erstrahlen. [19:25 MEZ]

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Die Optik des James Webb Space Telescope ist fertig geworden, mit der Installation des Sekundärspiegels auf einem riesigen Dreibein über dem segmentierten Hauptspiegel – und auch die Kryotests aller wissenschaftlichen Experimente sind abgeschlossen.

Zahlreiche Galaxien in einem Parallel-Feld, das sich während der Hubble-Beobachtungen der Frontier Fields einer der Kameras präsentierte – auch HST-Beobachtungen von Aurorae auf Europa, was Österreichs kleine Brite-Satelliten heraus fanden, die Aktivierung von Chinas DAMPE (mehr), die Rückkehr der Science Alerts von Gaia und die K2-Mission des Kepler-Satelliten.

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Das modellierte Magnetfeld der Sonne am 12. März auf einem Bild des SDO eingezeichnet – auch PAMELA-Daten zur Kosmischgen Strahlung bei Sonnenstürmen, ein Jahr MMS-Satelliten im Erdorbit, der Beginn der wissenschaftlichen Mission des LISA Pathfinder zum Testen von Gravitationswellen-Detektion im Weltraum und die Startvorbereitungen von Microscope, der einen anderen Aspekt der Gravitation, das Äquivalenz-Prinzip, im Weltraum testen soll. [0:00 MEZ]

Pluto bedeckt 14-mag.-Stern für Europa im Juli – vielleicht

Bisher mussten die Beobachter von Sternbedeckungen durch den Pluto – hochinteressant, um die Entwicklung seiner Atmosphäre zu verfolgen – in exotische Länder wie Chile oder Neuseeland reisen, um sich den Schatten des Zwergplaneten zu stellen, aber es könnte am Abend des 19. Juli zu einer Bedeckung ideal für Europa kommen, sogar mit Chance auf den Central Flash, wo die Atmosphäre das Sternlicht fokussiert. Doch noch ist die Astrometrie des Kandidatensterns nicht zuverlässig, und der Track könnte sich noch verschieben. Auch ein Foto von heute und ein Foto und eine visuelle Beobachtung von 252P/LINEAR gestern und Fotos von P/2016 BA14 (PANSTARRS) gestern (ein Mini-Video, ein anderes Bild und ein Live-Event) und vorgestern, dem Kometen-Paar, das gerade in Erdnähe ist, die Gefährdung alter Harvard-Fotoplatten durch eine Überschwemmung, der Messbeginn von BICEP3 und die Vermessung der Erde mit VLBI. Ferner ein Polarlicht über Europa am 6. März (Beobachtungen, ein Bild und viele mehr), wie Aurora-Beobachter der Forschung helfen, ein weiterer Aurora-Beobachtungsflug, eine ARD-Doku über Aurorae und ihr Making-of, eine neue Ausstellung in Oberhausen mit Riesen-Erde – und Erkenntnisse über den Mond … in Entenhausen. [0:00 MEZ]

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Neue Blicke auf kleine Körper des Sonnensystems: Ahuna Mons auf Ceres (auch ein Release und Artikel hier, hier und hier zu erdgebundenen Beobachtungen zeitlicher Veränderungen der hellen Flecken und eine Nahaufnahme der Flecken in Occator von einer Konferenz – heute soll noch mehr gezeigt werden), Komet C-G auf aktuellen OSIRIS-Aufnahmen aus 11, 14 und 17 km Abstand (auch ein NavCam-Bild aus 13 km und der sehr lange Dusttrail des Kometen auf erdgebundenen Aufnahmen) und ein Krater-Duo über Fossae auf dem Saturnmond Dione (auch Pulse in der Magnetosphäre Saturns). Ferner OSIRIS-REx in Thermal-Vakuum-Tests, Japans Venus-Orbiter Akatsuki bereit für die Arbeit, MESSENGER-Erkenntnisse über Merkurs Hollows und die Dunkelheit der Oberfläche, eine meue Schwerkraft-Karte des Mars, wie der Komet Siding Spring das Mars-Magnetfeld störte, Erkenntnisse von 10 Jahren MRO im Orbit, das Go für InSight im Fenster 2018 (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und hier), die Mars-Pläne Chinas und Europa-Pläne der NASA, neue Technologien für Deep-Space-Missionen, wie die Planetenforschung reicher werden könnte – und die erste Episode (alle neune) einer Video-Serie über den Google Lunar X Prize. [0:00 MEZ. NACHTRÄGE: das erste OSIRIS-Bild weiter aufgehellt hier und auch hier]

Elf Tage nach der SoFi: neue Visuals ohne Ende

20. März 2016
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kommen herein seit der ersten Sammlung noch am Tag der Sonnenfinsternis vom 9. März, etwa Videos mit mal weniger und mal mehr Wolken, aus Flugzeugen (auch hier und hier sowie in der Kabine, ein TV-Bericht und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und sogar hier) und aus dem All (auch vom fernen DSCOVR, erwähnt auch hier, hier und hier). Es gibt ganz unterschiedlich verarbeitete Korona-Bilder (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), Bilder von Chromosphäre & Protuberanzen (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), Flash-Spektren hier, hier, hier und hier, angedeutete fliegende Schatten, Baily’s Beads hier, hier, hier und hier, Weitwinkelaufnahmen hier, hier, hier und hier, Beobachtungs- und Reise-Berichte und Bilderserien hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (mehr), hier, hier und hier, Serien-Montagen hier und hier, Bilder-Sammlungen hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (mehr), hier, hier (mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, TV-Berichte aus Indonesien und Deutschland, noch mehr Links – und ein Google-Doodle zur SoFi.

Zwei sehr nahe Kometenbesuche morgen und übermorgen

erhält die Erde durch 252P/LINEAR und P/2016 BA14 (PANSTARRS), die in 5.2 bzw. 3.5 Mio. km Entfernung vorbei ziehen werden – und vermutlich auf denselben Kometen zurück gehen, der vor Jahrhunderten zerbrochen war. Der Komet LINEAR ist in den letzten Tagen rapide heller geworden: Bilder vom 18. März (mehr, mehr und mehr), 16. März (mehr), 15. März, 14. März und 13. März. PANSTARRS dagegen blieb winzig: Bilder vom 18. März und 16. März. Auch ein Meteor-Schauer durch den Staub LINEARs erscheint möglich: Artikel zum Kometen-Duo hier, hier (mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Plus die Kometen Catalina am 15. März, 12. März (mehr), 10. März und 6. März, der C/2014 S2 (PANSTARRS) am 17. März, Ikeya-Murakami am 13. März und 6. März – und mal wieder ein neuer Kowalski.

Eine beachtliche Feuerkugel über dem UK hat sich am Morgen des 17. März ereignet und wurde vielfach beobachtet: eine detaillierte Analyse, ein Dashcam-Video, ein Foto und Artikel hier, hier, hier und hier. Und nach einer Feuerkugel über Bayern am 6. März, die viel Beachtung fand, sind sehr schnell die ersten Meteoriten gefunden und analysiert worden: eine weitere Pressemitteilung in Tschechisch und Englisch und Artikel hier, hier, hier und hier.

Allgemeines Live-Blog vom 5. bis 15. März 2016

5. März 2016

14. März

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Der ExoMars Trace Gas Orbiter ist gut weg gekommen – jedenfalls hat die Proton die ESA-Roskosmos-Sonde nach dem Start vor einer Stunde problemlos in einer Parkbahn um die Erde abgeliefert, und die Briz-Oberstufe hat das erste Mals gezündet. Dreimal muss sie aber noch ran in den nächsten 10 Stunden, bevor der TGO wirklich auf dem Weg zum Mars ist: Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [11:30 MEZ] Drei der vier Briz-Manöver sind absolviert, und der TGO kommt immer weiter voran; das letzte, entscheidende Manöver beginnt erst um 19:50 MEZ – wobei die ersten Signale vom TGO um 22:28 MEZ erwartet werden. [15:35 MEZ] Mehr Fotos vom Start und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [19:00 MEZ – Ende. NACHTRAG: 4. Zündung, Separation, AOS – alles hat perfekt geklappt, der ExoMars TGO ist unterwegs zum Mars! Auch der TGO am Himmel über Oz und die Erwartungen an die Mission]


9. März

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Erste Eindrücke von der totalen Sonnenfinsternis heute

Nacht deutscher Zeit: oben ein Screenshot aus einem Webcast von einem Pazifik-Atoll (siehe auch unten), darunter ein Video aus einem Linienflug aus Alaska, der extra für die SoFi umgeleitet worden war (Bilder hier, hier, hier und hier, ein TV-Bericht und Artikel hier, hier und hier sowie ein Bild von einem anderen Linienflug) und unten ein Bild dieses Bloggers von der indonesischen Insel Belitung, wo eine Wolkenflucht in letzter Minute immerhin die Sicht verbessern konnte (und es auch schon am Vorabend einiges zu sehen gegeben hatte). Auch die wohl beste Korona und beste Protuberanz (von diesem Fotografen), erste Berichte hier, hier und hier, jede Menge Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, TV-Übertragungen und Amateurvideos hier, hier, hier, hier und hier, Webcasts (zahlreiche Screenshots mehrerer) hier, hier (Hintergrund) und hier (Hintergrund, eine Kurzfassung und eine Rezension), die Umbra aus dem Weltraum hier, hier und hier, die SoFi aus Sicht von Proba 2 und Bildersammlungen und Medienberichte hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MEZ]


5. März

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Eine Langzeit-Aufnahme des Dämmerungs-Starts der Falcon 9 (s.u.) aus der Bilder-Sammlung von SpaceX – noch eine weitere, ein Zeitraffer-Video aus der Ferne und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. [3:25 MEZ] Noch mehr ungewöhnliche Fotos, die erreichte Bahn, wie gewünscht, und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. [4:00 MEZ]

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Das ist der (ganze) Beweis für die Galaxie mit dem z=11.1!

Die allseits gefeierte Hubble-Entdeckung einer Galaxie mit einer Rotverschiebung von 11.1±0.1 – Press Releases hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier – basiert auf genau diesem rauschigen Bild: oben ein (spaltloses) GRISM-Spektrum der WFC3 von der schwachen Quelle, bereits gestackt aus Bildern (senkrechte Skala in Bogensekunden) mit zwei Orientierungen und von anderen Galaxien bereinigt, in der Mitte ein Modellspektrum und unten was nach dessen Abzug übrig bleibt. Das Spektrum ist ein kontinuierliches ohne erkennbare Linien, das bei der Lyman-Alpha-Frequenz hart abbricht („continuum break“): Aus der Wellenlänge der Kante folgt – mangels überzeugender Alternativen – die enorme Rotverschiebung, die einen Rekordwert darstellt und die Galaxie 400 Mio. Jahre nach dem Urknall platziert. Wo sie in der frühen Reionisations-Ära mit ihren rund 1 Mrd. Sonnenmassen schon erstaunlich gut entwickelt und hell ist, eine der hellsten Galaxien mit z > 6 überhaupt: Ihre Existenz ist ein gutes Omen für künftige Teleskopsatelliten wie JWST und WFIRST, die sich Hoffnung auf noch Urknall-nähere Galaxien machen können. [2:55 MEZ]

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Viel los in diesem namenlosen Krater auf Ceres, den Dawn am 24. Januar aus 385 km Höhe aufnahm – auch Startvorbereitungen von OSIRIS-REx, Umplanungen bei der Asteroid Redirect Mission, die Rolle von Amateurastronomen bei Rosetta, ein See auf Titan, wie das Video mit allen Cassini-Bildern gemacht wurde, möglicher Methan-Schnee auf Pluto (mehr und mehr), die exakten Größen von Pluto & Charon und die Vergangenheit des letzteren sowie mögliche Wolken in Plutos Atmosphäre – und der nächste Startversuch mit der Falcon 9 gleich um 0:35 MEZ: das Drohnen-Boot aus dem Weltraum erspäht und diverse Webcasts. [0:10 MEZ]

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Wow, da ist sie doch tatsächlich gestartet! [0:35 MEZ] Bilder aus der Ferne hier und hier; die zweite Stufe hat übernommen – und bei SpaceX wird mal wieder gebrüllt so laut es geht … [0:40 MEZ] Während die 2. Stufe und der Satellit die Parkbahn erreicht haben, gibt es keine Infos über den Landeversuch auf dem Boot: Man sah in einem Videofeed etwas Helles anfliegen, dann fiel er aus. [0:45 MEZ] So sah das aus, zu Beginn und dann unmittelbar vor dem Ende der Übertragung. [0:50 MEZ] Und das Ganze in Bewegung – plus erste Gerüchte eines Erfolgs bei der Landung sowie eine Langzeit-Belichtung des Starts und die hohe Wolke im Sonnenlicht. [1:00 MEZ] Dito; nach einem 2. Burn der Oberstufe ist der Satellit ausgesetzt. [1:10 MEZ] Ein Clip davon, der gesamte Webcast und erste Artikel hier, hier und hier. [1:20 MEZ] Wie erwartet, ist die Landung misslungen, aber beim nächsten Mal sind die Chancen besser. [1:50 MEZ]

Das Sternentstehungsgebiet RCW 106 auf einer Aufnahme des VLT Survey Telescope (VST) auf dem Paranal – auch ein Paper und ein Press Release zur Astrokamera CHIMERA, die 40 Bilder pro Sekunde aufnimmt, und EU-Mittel für den SKA. Sowie die beiden bald erdnahen Kometen 252P und LINEAR gemeinsam am 2. März (auch ersterer allein), Komet C/2014 S2 (PANSTARRS) am 4. März mit seltsamer Gestalt, Catalina 29. Februar, 27. Februar und 23. Februar und der zerfallende Ikeya-Murakami am 1. März, 27. Februar (Animation) und 26. Februar, eine Feuerkugel über Schottland (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), bevorstehede Bohrungen im Chicxulub-Krater, geplante Untersuchungen der inneren Korona während der SoFi in Indonesien, die Vorhersage der Sonnenaktivität, eine Amateur-Supernova vom Januar plötzlich eine Nachricht, ein Video von geostationären Satelliten, ein Porträt einer Astro-Aktiven – und bald Baubeginn des „Galileums“ in Solingen. [0:05 MEZ]

ExoMars 2016 wird eingekapselt: Am 2. März werden der Trace Gas Orbiter und der darauf sitzende Lande-Demonstrator in die Nutzlast-Verkleidung der Proton gesteckt, nachdem sie zuvor mit der Briz-Oberstufe verbunden worden waren: ein Video und Artikel hier und hier. Auch weitere Ergebnisse von Indiens Mars Orbiter Mission (auch hier und hier erwähnt), die Reaktivierung der Mini-Kamera VMC auf dem Mars Express, die bevorstehende Entscheidung über InSight, die beginnende Auswahl des Landeplatzes für den 2020-er NASA-Rover – und ein Verkippen des Mars vor gut 3 Mrd. Jahren. [0:00 MEZ]

Falcon 9: 3 Verschiebungen und ein Startabbruch

1. März 2016
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Auch heute Nacht wird die Falcon 9 mit einem TV-Satelliten von SES wieder nicht starten, weil die Windscherung zu stark ist: Frühestens in der Nacht 4./5. März wird man es erneut versuchen. Das ist dann bereits der fünfte Termin für den Start: Vier der Verschiebungen waren schon vor dem Betanken der Rakete oder währenddessen erfolgt, die vorletzte allerdings war ein Startabbruch bei bereits laufenden Haupttriebwerken (Video), deren Schub sich nicht ordentlich aufbaute. Zuvor hatte ein Boot in der Gefahrenzone zu Verzögerungen geführt, was wiederum dem empfindlichen Treibstoffsystem die entscheidenden Probleme bereitet haben könnte: Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier mit mehreren Updates [NACHTRÄGE: andere Perspektiven des Startabbruchs hier und hier und weitere Artikel zur Wind-Verschiebung hier, hier und hier].

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Kleine Körper aus der Nähe: Komet-CG, Phobos und Ceres – das OSIRIS-Bild entstand am 27. Februar aus 30 km Abstand, das Phobos-Bild nahm der Orbiter MAVEN im Ultravioletten auf (der Hintergrund bei 122 nm ist an Wasserstoff in der Hochatmosphäre des Mars gestreutes Sonnenlicht), und das Bild von Dawn aus 388 km Höhe zeigt eine Teil des 41-km-Kraters Sekhet. Auch die Startvorbereitung des ExoMars TGO, mal wieder Finsternis-Saison für den SDO, Fortschritte bei der Inbetriebnahme des Röntgensatelliten Hitomi, detaillierte Gaia-Spektren einer nahen Supernova – und der LISA Pathfinder bei der Arbeit mit seinen Gold-Würfeln.

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Die erste Ein-Jahres-Reise zur ISS geht heute Nacht zuende

mit der Rückkehr von Scott Kelly (hier in der Cupola; eine Auswahl seiner Fotos) und Mikhail Kornienko sowie Sergey Volkov; gelandet werden soll um 5:25 MEZ: die Verabschiedung, das Schließen der Luke, ein Live-Blog zur Landung und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch der für dieses Jahr geplante Start von Tiangong 2 (mehr, mehr und mehr [NACHTRAG: und mehr]), eine Beobachtung von Koreas neuem Satelliten und der taumelnden Oberstufe am Himmel, ein absurdes Amateur-Projekt aus Russland für einen extra-hellen Satelliten – und nach der Mondlandung, wenn sie denn kommt, soll gleich der nächste Weltraum-X-Prize ausgelobt werden.

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NACHTRAG: Pünktlich hat die Soyuz abgelegt, erst sehr langsam, dann schneller nach mehreren Düsen-Zündungen, die dank krasser Lichtverhältnisse teilweise auch zu sehen waren. Mit dem Moment des Abdockens hat dann auch auf der Station die Expedition 47 begonnen und die Nr. 46 geendet. NACHTRAG 2: Mal was Neues – via Periscope streamte der NASA-Chefphotograph den Beginn der Bergungsoperation mit der Hubschrauber-Flotte live aus dem kasachischen Жезказган; Clips hier, hier und hier (Abflug des Medien-Choppers). Kurz danach ein guter De-Orbit-Burn der Soyuz: Die Action findet jetzt wieder in NASA-Stream statt. NACHTRAG 3: Keine Live-Bilder von der Kapsel am Schirm, aber 2 Minuten nach dem Aufsetzen um 5:26 MEZ die amtliche Bestätigung der Landung, die auf dem großen Schirm anzeigt wird. Bis zu ersten TV-Bildern dauert’s noch. NACHTRAG 4: Diesmal dauert’s aber bis zu den ersten TV-Bildern. Aber ein NASA-Mann ist am Telefon: Die Kapsel steht aufrecht, die Leiter ist angebracht, die Crew wird bald heraus geholt. NACHTRAG 5: Und nach gut 20 Minuten die ersten Bilder! Die Kapsel ist dicht umlagert, und als erster wird Volkov geborgen, der in der Mitte saß, gefolgt vom glücklicher drein schauenden Kelly und schließlich Kornienko – und damit alle wieder am Boden.

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NACHTRAG 6: Ein erstes Foto und Videos hier und hier der Kapsel am Fallschirm aus Helikopter-Sicht, mit Standbildern daraus hier, hier, hier und hier – und ein NASA-Album mit mehr Fotos vor und nach der Landung! Auch die geleerte Kapsel am Boden (die Landung selbst konnte wegen niedriger Wolken diesmal offenbar nicht aufgenommen werden) – die Crew trennt sich nun bald nach ein paar schnellen medizinischen Experimenten, mit Kelly schon in 24 Stunden wieder in Houston. Plus ein NASA Release und Artikel hier, hier, hier, hier und hier zur Landung. NACHTRAG 7: Eine Galerie mit Agentur-Fotos vom Landeplatz, Videos mit der Crew etwas später hier (Interviews ab Minute 7) und hier und weitere Press Releases hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Allgemeines Live-Blog vom 18.-26. Februar 2016

18. Februar 2016

26. Februar

Eine expandierende Blase um den Wolf-Rayet-Stern WR 31a auf einer Hubble-Aufnahme. Derweil zeigt der Kern von Komet C-G auch diesen Monat noch allerhand Jet-Aktivität, wenn man tief genug schaut wie OSIRIS am 18. Februar und die NavCam am 22. Februar – während der Falcon-Start (s.u.) jetzt für die Nacht 28./29. Februar angesetzt zu sein scheint, wieder um 0:47 MEZ, und auch klarer geworden ist (Update 26.2.), was letzte Nacht schief ging. [23:55 MEZ – Ende]

So erklärt man die Gravitationswellen … im Fernsehen

Unter all den Versuchen in den letzten zwei Wochen, das Phänomen der Gravitationswellen in Fernsehauftritten oder Videoclips begreiflich zu machen, sticht dieser 8-Minuten-Auftritt des Physikers Brian Greene in der Late Show des US-Senders CBS hervor – er brachte sogar ein funktionierendes Laser-Interferometer mit, in das der Host Stephen Colbert eine Welle rufen konnte. Auch ein lebendiges 12-Minuten-Video der MPG (mit deutschen Untertiteln) und ein erfreuliches 2-Stunden-Hearing eines Kongress-Ausschusses mit originellen Fragen, ein später Press Release eines Statistik-Instituts, hilfreiche Zusammenfassungen des ganzen Dutzends LIGO-Papers, Antworten auf häufige Fragen aus der Öffentlichkeit, weitere Artikel zu diversen Aspekten hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein früheres unterhaltsames Interview mit dem deutschen GW-Pionier Karsten Danzmann – und ein Paper zur GW-Jagd mit Pulsaren: dazu ein Press Release und ein Artikel. [22:50 MEZ]

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Plutos Nordpolar-Region, heftig konstrastverstärkt (wobei dieses Blog noch mal kräftig nachgelegt hat): lange Canyons – und vielleicht Methan-Ablagerungen. Auch der Status von Opportunity, wo der Marsrover 2020 Mikroben suchen könnte, Erkenntnisse der Van Alleen Probes, von Voyager 1 und IBEX über die Strahlungsgürtel der Erde, die Wirkung der Sonne auf Kosmische Strahlung und das interstellare Magnetfeld, der Endspurt beim Bau des JWST, Artikel hier, hier, hier, hier und hier zum baldigen Ende der 1-Jahres-ISS-Mission – und Aussagen eines russischen Militärs aus der Weltraumüberwachung, die Erkenntnisse insinuieren, dass Nordkoreas neuer Satellit ein Erdbeobachter ist und funktioniert, wie immer das festgestellt worden sein soll. [19:55 MEZ. NACHTRAG: das Management der Daten von New Horizons]

Mehr Daten: NEO 2013 TX68 kommt später, bleibt ferner

Anfang des Monats sorgte der Asteroid 2013 TX68 für moderates Aufsehen, da wegen eines winzigen alten Bahnbogens sein Abstand von der Erde bei der nächsten Annäherung Anfang März höchst unklar war: Er würde irgendwo zwischen 17’000 und 14 Millionen Kilometern liegen. Jetzt sind aber weitere Beobachtungen des Objekts im Archiv von Pan-STARRS gefunden worden, die den Bahnbogen auf 10 Tage verlängern: Die revidierte Bahnanalyse kommt auf einen wahrscheinlichen Abstand von grob 5 Mio. km, bei einem garantierten Mindestabstand von 24’000 km von der Erdoberfläche. Und das auch erst am 8. und nicht wie zunächst berechnet 5. März, wobei laut dem JPL-Ephemeriden-Rechner maximal 20 mag. zu erwarten sind. Nicht nur dieses Mal ist eine Kollision des etwa 30 m großen Brockens mit der Erde kategorisch ausgeschlossen, nunmehr auch irgendwann sonst in den nächsten 100 Jahren: Bereits am 11. Februar war der Asteroid aus der Liste der Risiko-Objekte entfernt worden. [4:35 MEZ]

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Und wieder steht ein Landeversuch der 1. Stufe einer Falcon 9 bevor, erneut auf dem ferngesteuerten Boot und diesmal mit aus orbitmechanischen Gründen noch geringeren Erfolgsaussichten als sonst: Der Webcast soll gegen 0:25 MEZ beginnen, der Start um 0:47 MEZ erfolgen, und 10 Minuten später wäre es dann so weit. Gestern war der Start aus technischen Gründen abgesagt worden, heute sind dafür die Wetteraussichten besser: Bilder der Rakete auf der Rampe und von einem Triebwerkstest, unabhängige Updates und frühere Artikel zu Auftrag und Landeversuch hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – auch ein weiterer Ariane-Auftrag vom Galileo-Projekt und ein offenbar bald geplanter Satelliten-Start im Iran. [0:10 MEZ] Startabbruch bei t-1m41s – damit ist ein Start heute wohl unmöglich. [0:45 MEZ] Offenbar ging das LOX-Tanken zu langsam; ein neuer Starttermin wird nicht genannt, es werden „a couple of days“ sein. [0:50 MEZ] Welch ein Aufschrei im Kosmos! Und ein Artikel zum Scrub. [0:55 MEZ] Auch hier und hier – während man bei SpaceX etwas ratlos zu sein scheint. [1:15 MEZ] Weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [3:55 MEZ]


25. Februar

Mehrere Feuerkugeln sorg(t)en für Aufregung im Februar

Da war (neben bereits hier und hier [„in der Tabelle der irdischen Airbursts …“] erwähnten Fällen) z.B. dieser Bolide über Spanien vorgestern – oder eine Sonnen-helle Feuerkugel am Tage heute über Frankreich, die auch in Luxemburg und im Westen Deutschlands gesehen werden konnte. Und ein Bolide in der Nacht 3./4. Februar könnte nach Auswertung von Fotos der Leuchtspur zu einem Meteoritenfall in Oberfranken geführt haben, wie lokalen Artikeln hier = hier und hier zu entnehmen ist. Auch Artikel hier und hier zum Ende des Int’l Year of Light und was sein Vermächtnis sein könnte – und ein möglicher Magnetsinn auch bei Hunden und Affen … [21:55 MEZ]


24. Februar

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Die Karte des Kerns von Komet C-G ist nun vollständig, nachdem Rosetta auch seime Südhemisphäre im Sonnenlicht gesehen hat; drei Regionen wurden hier hinzu gefügt. Auch ein paar aktuelle Bilder hier und hier, der Missionsplan des Orbiters für die letzten Monate, Nachrufe auf Philae hier, hier und hier – und wieder eine Erfolgsmeldung vom LISA Pathfinder. [18:35 MEZ. NACHTRAG: ein Artikel zu den Fortschritten]


23. Februar

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Der 20-km-Krater Juling auf dem Zwergplaneten Ceres mit interessanten Hangrutschungen, die wegen eines offenbar noch geringen Alters deutlich zu erkennen sind – auch Labor-Experimente zu Impakten auf diesem Himmelskörper: Die meiste Impaktormasse verbleibt in oder bei den Kratern. [23:50 MEZ]

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Der ExoMars Trace Gas Orbiter wird betankt (oben drauf der Lande-Demonstrator Schiaparelli), wobei die insgesamt 2.5 Tonnen MON und MMH aus Deutschland kamen: Das Startfenster für die europäisch-russische Mission mit vielen Problemen im Vorfeld reicht vom 14. bis 25. März. Auch Titan-Temperatur-Karten von Cassini über viele Jahre hinweg: Wärmer als -180°C wird’s nicht. [23:45 MEZ]

Neues Kuiper-Gürtel-Objekt mit 500-1000 km in den Top 20

Der neu entdeckte Transneptun 2015 KH162 dürfte es mit seiner Absolut-Helligkeit von 3.7 je nach Albedo auf 500 bis 1000 km Durchmesser (oder konservativer 350 bis 1100 km) bringen: Das stellt ihn gemäß der Tabelle der absolut hellsten KBOs in die Top 20 und im Falle einer besonders niedrigen Albedo sogar die Top 10 der größten bekannten Exemplare. Auch die Kometen Catalina am 19.2. und Ikeya-Murakami am 14.,15. und 16.2., ein neuer Meteorstrom am Südhimmel, die Volantiden, eine präzisere Bahn des Asteroiden 2014 AA, der die Erde traf, offenbar zwei Erd-Impakte vor ca. 790’000 Jahren in < 30'000 Jahren Abstand, denn die Tektite sind nicht alle chemisch gleich, in der Tabelle der irdischen Airbursts aus IR-Satelliten-Daten ein 13-Kilotonnen-Event am 6.2., zwar das größte seit Chelyabinsk aber ca. 33-mal schwächer, ein Katalog mit über 900(!) Videos der Chelyabinsker Feuerkugel und ihrer Folgen, weitere Papers hier und hier zu möglichen Verwandten, die aber ohne klare Resultate bleiben – und eine wachsende Sammlung mit zahlreichen Links zur ToSoFi in Indonesien am 9. März. [21:55 MEZ]


22. Februar

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Charon hat sich in der Vergangenheit ausgedehnt, wobei diese tektonischen Strukturen entstanden – und das wiederum deutet auf einen gefrierenden Ozean hin: Artikel hier und hier sowie ein Paper und ein Artikel über die Sternbedeckung durch Pluto letzten Juni. Auch der immer noch aktive Mond-Lander Chang’e-3, Chinas kühne Mars-Pläne für das Startfenster 2020, Japans Erforschung der Venus, die aktuelle Lage in Sachen Raumschrott – und Nordkoreas fette Party nach dem letzten Satelliten-Start. [18:45 MEZ]


20. Februar

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Abschied vom Cygnus gestern: ein NASA-Blog-Bericht, Artikel hier, hier, hier und hier und mehr Bilder hier und hier. Auch Gezänk um das SLS und seine Oberstufe, Spekulationen über Tiangong 2 und die nächsten Besucher, Erinnerungen an die Mir, die vor 30 Jahren startete (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und Bilder) – und der Roll-Out des 2. SpaceShipTwo, der die Katastrophe vergessen machen soll: Statements von Virgin Galactic (mehr) und Virgin, ein Werbefilm, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (mehr), hier, hier und hier und ein TV-Clip. [13:45 MEZ] Mehr Fotos vom Event und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:30 MEZ. NACHTRÄGE: und hier, hier und hier]


18. Februar

Ein kurioses Video von einer Feuerkugel über Südfrankreich gestern Abend, auch ein Dashcam-Video derselben aus Italien, ihre Rauchspur am Himmel und erste Analysen. Plus der zerbrochene Komet Ikeya-Murakami gestern, vorgestern, am 14. Februar und an mehreren Tagen – und ein neues teures Forschungsprojekt, um den Ursprung des Wassers auf der Erde zu klären. [21:05 MEZ]

Hubbles Nach-Nachfolger WFIRST ist jetzt ein NASA-Projekt

Mit dem Beginn der Phase A für das Weitwinkel-Weltraumteleskop auf der Basis geschenkter Optik eines eingestellten Geheimprojekts ist das Wide Field Infrared Survey Telescope ein Stück realer geworden, auch wenn es erst Mitte der 2020-er Jahre starten soll: weitere Press Releases hier, hier und hier, ein kurzes Video und ein langer Hangout. Auch der Bau des JWST, die baldige Demonstration eines virtuellen Teleskops im Weltraum mittels CubeSats, die Aktivierung einer Mini-Kamera auf einem Cluster-Satelliten, die in 16 Jahren im All nie benutzt wurde, der Plan für Feuer-Experimente in einem Raumschiff, das neue Kontrollzentrum Nordkoreas und das alte der NASA – und was der US-Haushalts-Wunsch 2017 für die Astronomie bei der NASA und anderswo und für die Planetenforschung ersterer enthält. [20:55 MEZ. NACHTRAG: weitere WFIRST-Artikel hier, hier, hier und hier]

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Ein Ausschnitt aus einem OSIRIS-Bild vom 13. Februar aus 46 km Abstand; auch ein Mars-Express-Bild der Arda-Täler, eines uralten Entwässerungssystems auf dem Mars – und die NASA hat einen konkrete(re)n Plan für die Asteroid Redirect Mission: Laut dem 130-Seiten-Dokument (S. 3) soll Ende 2020 ein Roboter zu Asteroid 2008 EV5 fliegen und einen Felsbrocken abholen und Richtung Mond befördern, wo ihn Ende 2025 Astronauten unter die Lupe nehmen. [20:45 MEZ. NACHTRAG: noch ein Artikel dazu]

Röntgensatellit ASTRO-H – als Hitomi – im Orbit

17. Februar 2016

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Nach 5-tägiger Verschiebung wegen schlechten Wetters ist der Start heute planmäßig erfolgt, und nach wohlbehaltenem Erreichen des Orbits hat Japans ASTRO-H den Namen „Hitomi“ erhalten, der Pupille (des Auges) bedeutet. Der Satellit – Homepages hier, hier, hier, hier und hier – soll mit 4 Teleskopen und 4 Instrumenten diverse Phänomene des heißen Universums untersuchen dabei v.a. mit hoch aufgelösten Spektren ausgedehnter Quellen punkten. Und weil viele internationale Partner mitmachen, gibt es auch Press Releases von der ESA (früher), der NASA, der kanadischen Regierung (früher) und der Uni Yale – auch ein Storify des Starts und Artikel hier, hier (früher), hier, hier, hier und hier. [NACHTRÄGE: die amtliche Bahn, Fotos vom Start, ein später NASA Release zu einem Instrument und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.]

Ein Zeitraffer vom SDO mit der Auflösung einer Protuberanz, die sich Anfang des Monats ereignet hat – derweil wurden vergangene Nacht trotz hellen Mondlichts Polarlichter über Norddeutschland fotografiert, zuweilen auch schwach mit dem Auge gesehen und gefilmt – während sich die NASA mal wieder über die Auswirkungen großer geomagnetischer Stürme sorgt.

Wird China eLISA mit eigenen Satelliten zuvor kommen?

Der Rummel um den ersten direkten Nachweis von Gravitationswellen hat auch politische Folgen: So hat Indien plötzlich grünes Licht für einen 3. LIGO-Detektor gegeben, jedenfalls „im Prinzip“ (Artikel hier, hier und hier), der ab ~2023 mitmachen könnte [NACHTRÄGE: noch ein Press Release und ein Artikel] – und China spricht von mehreren Satelliten zur Erforschung von Gravitationswellen: einer Dreier-Konstellation, die schon um 2030 fliegen und damit eLISA der ESA um mehrere Jahre zuvor kommen würde. Alternativ wäre aber auch ein Einstieg bei eLISA denkbar, was schon seit Jahren eine Option ist, während sich die Schwerkraft-Forscher munter austauschen. Chinas Langzeit-Planung der Weltraumforschung ist jedenfalls so kühn, dass einen nichts mehr zu wundern bräuchte …


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