Bedeutendes am Himmel im Jahr 2016

1. Januar 2016

swP1830943

Erste Januar-Woche: Eine kleine Abendsichtbarkeit des Merkur geht zuende, die Helligkeit fällt schon stark.

4. Januar gegen entweder 1 oder 9 Uhr MEZ: spitzes Maximum der Quadrantiden, Mond stört mäßig.

9. Januar: Enge Konjunktion Venus / Saturn am Morgenhimmel, Minimalabstand 5 Bogenminuten.

Mitte Januar: einfachste Sicht auf den weiterhin ~6.5 mag. hellen Kometen Catalina, der mondfrei auch schon um Mitternacht hoch steht.

8. März: Opposition des Jupiter, -2.5 mag. hell.

9. März: Totale Sonnenfinsternis in Indonesien und dem Pazifik.

Ab der 2. April-Woche die beste Abendsichtbarkeit des Merkur, fast bis Monatsende.

9. Mai: Durchgang des Merkur vor der Sonne, nicht leicht zu beobachten.

22. Mai: Opposition des Mars – nur 75 Mio. km entfernt aber sehr südlich.

3. Juni: Opposition des Saturn.

12. August: Maximum der Perseiden am Nachmittag MESZ, vielleicht auch Extra-Aktivität am Morgen.

27. August: enge Konjunktion von Venus und Jupiter tief am Abendhimmel, Minimalabstand 4 Bogenminuten um Mitternacht MESZ.

1. September: Ringförmige Sonnenfinsternis in Afrika.

16. September: Halbschatten-Mondfinsternis am Abend.

Ab Ende September die beste Morgensichtbarkeit des Merkur, bis Mitte Oktober.

11. Oktober: Konjunktion von Merkur und Jupiter (knappes Grad Abstand) – schwierig.

14. November: Vollmond nur zwei Stunden nach dem Perigäum – welches wiederum das nächste zwischen 1990 und 2020 ist.

Ende Dezember wird eine anfangs schlechte Abendsichtbarkeit der Venus plötzlich besser.

Weitere “kosmische” Ereignisse, für 2016 geplant

Japans Röntgenastrononomie-Satellit ASTRO-H startet auf einer H-IIA am 12. Februar.

Die erste ExoMars-Mission startet voraussichtlich am 14. März mit dem Trace Gas Orbiter und dem Lande-Demonstrator Schiaparelli auf einer Proton.

Der erste Ein-Jahres-Flug auf der ISS endet im März, wenn Scott Kelly und Mikhail Kornienko zurückkehren.

Die erste Falcon Heavy soll im April zu einem Demonstrationsflug starten – und bei einem weiteren Start im Herbst (auch) das zweite LightSail.

Juno erreicht den Jupiter am 4. Juli – an Bord des Orbiters auch eine ‘Volks’-Kamera.

Die nächsten beiden chinesischen Forschungssatelliten starten, einer für Quantenkommunikations-Tests im Juni, das Hard X-ray Modulation Telescope gegen Jahresende – und die nächste Raumstation, Tiangong-2, soll auch starten.

Die Asteroiden-Mission OSIRIS-REx startet am 3. September auf einer Atlas V, um 2018 von Bennu Proben zu entnehmen und sie 2023 zur Erde zu bringen.

Der Rosetta-Orbiter landet auf dem Kometenkern, um die Mission voraussichtlich am 30. September mit einem Paukenschlag zu beenden.

Der erste Gaia-Katalog erscheint irgendwann im Sommer mit den Örtern und Helligkeiten von 1.5 Mrd. Sternen, die das Weltraumteleskop immer wieder beobachtet.

Chinas Riesen-Radioteleskop wird fertig, das 500-meter Aperture Spherical Radio Telescope (FAST): voraussichtlich im September.

Der erste Testflug des Mini-Shuttles Dream Chaser erfolgt nach einer 2 Jahre alten Ankündigung am 1. November mit einer Atlas V – noch ohne Besatzung.

Der LHC entscheidet über ein wunderliches Signal bei 750 GeV, das schemenhaft in den Daten aufgetaucht ist – und bei der 2016 vorgesehenen Menge der Kollisionen entweder signifikant werden oder aber verschwinden muss.

Die AdvancedLIGO-Detektoren könnten Gravitationswellen nachweisen, denn dieses Jahr sind die Chancen dank der enorm gesteigerten Empfindlichkeit so hoch wie nie.

Drei SF-Kino-Sequels haben Premiere: am 24. Juni (USA; Deutschland: 14. oder 28. Juli) Independence Day: Resurgence, am 22. Juli (21. Juli) Star Trek Beyond und am 16. Dezember (beide Länder) Rogue One: A Star Wars Story, gewissermaßen Episode III 1/2.

Runde Jahrestage im Jahr 2016

Vor 250 Jahren

… erscheint der erste Nautical Almanac mit Mondberechnungen (1766) für das Jahr 1767, mit deren Hilfe die Länge auf See nach Nevil Maskelyne ermittelt werden kann.

… findet Johann Daniel Titius eine Formel für die Planetenabstände von der Sonne (1766), die aber erst Johann Elert Bode 1772 bekannt macht.

Vor 200 Jahren

… wird die Sternwarte in Göttingen fertig (1816).

Vor 150 Jahren

… teilt Angelo Secchi die Sternspektren erstmals in (drei) Klassen ein (1866, publiziert 1867).

Vor 125 Jahren

… wird mit (323) Brucia der erste Asteroid fotografisch entdeckt (durch Max Wolf am 22.12.1891).

… hält Hermann Ganswindt in Berlin einen Vortrag über Raumfahrt (27.5.1891), der auf wenig Resonanz trifft, und macht sich Konstantin Ziolkowski Gedanken, wie man einen Raumfahrer durch Einbettung in eine Flüssigkeit schützen könnte.

… wird der Chandler wobble entdeckt, eine freie Nutation der Erdachse.

Vor 75 Jahren

… wird die Astronomische Einheit aufgrund von 3000 Positionsmessungen des Asteroiden Eros so exakt bestimmt, dass der Wert Jahrzehnte lang verbindlich bleibt (1941).

… gelingt der Nachweis, dass das vermeintliche ‘Coronium’ in der Sonnenkorona in Wirklichkeit hochionisiertes Eisen ist.

Vor 70 Jahren

… beginnt die Radar-Astronomie mit dem Project Diana und dem ersten Echo vom Mond am 10.1.1946.

… beginnen Starts erbeuteter V2-Raketen in den USA (erster: 16.4.1946), ab dem 13.6.1946 auch mit wissenschaftlichen Nutzlasten.

Vor 60 Jahren

… wird durch Mikrowellen-Messungen die hohe Temperatur der Venus entdeckt (Mai/Juni 1956).

… wird das Radioteleskop auf dem Stockert errichtet (17.9.1956).

… wird erstmals das vorhergesagte Neutrino nachgewiesen (Telegramm an Pauli am 14.6.1956).

Vor 50 Jahren

… haben fast gleichzeitig die Science-Fiction-TV-Serien Star Trek und Raumpatrouille Premiere in den USA (8.9.1966, in Deutschland ab 27.5.1972) bzw. Deutschland (17.9.1966) – die erste begründet ein immer noch neue Blüten treibendes gigantisches Franchise, die andere wird immerhin Kult.

… landen die ersten Sonden weich auf dem Mond (die sowjetische Luna 9 am 3.2.1966 und der amerikanische Surveyor 1 am 2.6.1966) und startet der erste Lunar Orbiter der NASA (10.8.1966) und macht das erste Bild der Erde aus Monddistanz (23.8.1966).

… kommt es zum letzten großen Leoniden-Sturm (17.11.1966) mit in der Spitze rund 100’000 Meteoren pro Stunde.

… koppeln erstmals zwei Raumflugkörper aneinander (Gemini 8 und eine Agena-Stufe, 16.4.1966).

… wird die 64-Meter-Schüssel (später auf 70 m vergrößert) im kalifornischen Goldstone aufgestellt, die überwiegend der Kommunikation mit Raumsonden aber auch Radio- und Radarastronomie dient.

Vor 40 Jahren

… treten die Viking-Orbiter der NASA in Mars-Orbits ein (19.6. bzw. 7.8.1976) und setzen ihre Lander ab (20.7. bzw. 3.9.1976), die beide lange arbeiten.

… startet die zweite Sonnen-Sonde des deutsch-amerikanischen Helios-Programms (15.1.1976).

Vor 30 Jahren

… geht der Halleysche Komet durchs Perihel (9.2.1986) und fliegen zahlreiche Raumsonden am ihm vorbei (6.-13.3.1986).

… geht der Space Shuttle Orbiter Challenger beim Start verloren (28.1.1986) und wird die Raumstation Mir gestartet (20.2.1986).

… fliegt Voyager 2 am Uranus vorbei (24.1.1986).

Vor 25 Jahren

… wird erstmals ein Asteroid von einer Raumsonde besucht (Gaspra von Galileo am 14.11.1991).

… gibt es in Mexiko eine fast sieben Minuten lange totale Sonnenfinsternis (11.7.1991).

… verglüht die sowjetische Raumstation Salut 7 (6.2.1991).

… wird die Natrium-Atmosphäre des Mondes erstmals direkt fotografiert.

… setzt der Space Shuttle Atlantis (Start 5.4.1991) das Compton Gamma Ray Observatory aus, nach Hubble der zweite Astro-Groß-Satellit der NASA.

Vor 20 Jahren

… steht der Komet Hyakutake eine Woche mit extrem langem Gasschweif am Nordhimmel (Erdnähe am 27.3.1996).

… starteten der Mars Global Surveyor (7.11.1996) und der Mars Pathfinder (4.12.1996) zum Mars und NEAR Shoemaker (17.2.1996) zum Asteroiden Eros.

Quellen: Himmelsereignisse 2016, IMO Meteor Shower Calendar 2016, Best Astronomical Events in 2016, Das bieten Sonne, Mond und Sterne 2016, Comets to Catch in 2016, The Top 101 Astronomical Events for 2016, Meteor Showers in 2016, Der Sternhimmel im Monat Januar, JPL Space Calendar, The Science to look out for in 2016, The Science stories we’ll be watching im 2016, A science preview of the year 2016, China’s top 5 scientific plans for 2016, The world of physics in 2016, 2016 Will Be a Big Year for Space, Spaceflight Now Launch Schedule, 2016 aboard the International Space Station, die Sputline – und Paturi, Schlüsseldaten Astronomie sowie diese Seite vor einem Jahr.

Noch einmal die SoFi 2015 erlebt – hach …

31. Dezember 2015

P1830887

P1830891

P1830892

P1830898

P1830902

Nein, unsägliche Jahresrückblicke gibt es hier nicht (man kann ja einfach die letzten 12 Monate zurückblättern …), aber etwas nostalgisch wurde es heute dann doch noch, beim Ausmisten eines Festplatten-Recorders. Oben Screenshots aus der BBC-World-Live-Berichterstattung von der Sonnenfinsternis vom 20. März (siehe auch deren Live-Blog und noch viel mehr in den folgenden beiden Artikeln), mit einer sehr wahren Aussage, dem Gestänge der Sekundärspiel-Halterung des Radioteleskops von Jodrell Bank als Lochkameras für die Sonnensichel und Live-Bildern von einem BBC-Flugzeug über den Färöer-Inseln und dann von NRK aus Svalbard.

Derselbe hochqualitative norwegische Feed (auch hier und hier verwendet) war auch während einer gut besuchten Live-Veranstaltung im Bochumer Planetarium an die Kuppel projiziert worden, wo dieses just gestern entdeckte Zeitraffer-Video entstand. In der langen Live-Sendung von n-tv zur Sonnenfinsternis (deutscher Suchbegriff des Jahres bei Google!), mit einem ganz gut informierten Außenreporter am AIP in Potsdam und Kuriosa satt im Kölner Studio (bis hin zur Wirkung von SoFis auf die Börse), gab es keine Live-Bilder von den Färöer und eine viel schlechtere SoFi aus Svalbard, dafür aber ein paar schöne atmosphärische Einstellungen von dort während der Totalität, wenn auch keine mit der Sonne im Bild:

P1830908

P1830915

P1830919

P1830923

P1830929

P1830931

P1830938

Allgemeines Live-Blog vom 24. bis 30. 12. 2015

24. Dezember 2015

30. Dezember

jwst

Der Hauptspiegel des JWST ist jetzt zur Hälfte komplett

mit dem Einsetzen des 9. der 18 Segmente, die dem übernächstes Jahr startenden IR-Teleskop zu einem 6.5 m großen Primärspiegel verhelfen sollen; auch den Sekundärspiegel gibt es schon. Ferner die ersten Signale von DAMPE aus dem Orbit, die Ankunft von ExoMars in Baikonur (mehr und Bilder hier und hier), mal wieder CO2 als Agent der Mars-Gullies, wie auch schon 2000, 2010 (“Manche Mars-Gullies …”) und 2014 (“Mal wieder Trockeneis …”) diskutiert, bereits mindestens zwei kurze Kontakte mit Philae (die ESA wie DLR bislang keiner Erwähnung wert waren), ein neuer chinesischer Erdbeobachter im Orbit (mehr und mehr), eine Anweisung des Kreml, mal wieder die russische Raumfahrt neu zu ordnen – und ein lebhaftes 45-Minuten-Interview mit Alexander Gerst. [14:30 MEZ – Ende]


28. Dezember

So “erfuhr” Rosettas OSIRIS-Kamera Komet C-G im Sommer 2014: alle Rohbilder der Telekamera vom Kern bis Mitte September – nach Helligkeitskorrektur – einfach mal als Film aneinander gepappt! Auch Catalina gestern, eine irdische Natrium-Beobachtung als Nebenwirkung seiner Spektroskopie, Amateur-Papers zu Komet SW3 und seinen Ausbrüchen, warum Meteore & Co. so populär sind, wie die Kontinuität der Sonnenflecken-Zahlen beim Übergamg Zürich/Brüssel gewahrt wurde, das Defacto-Dementi eines der beiden angeblichen Großobjekte im fernen Sonnensystem (“Fand ALMA …”) – und die TAZ über Astro-Tourismus auf La Palma und einen kanadisch-deutschen Kämpfer gegen die Lichtverschmutzung. [14:15 MEZ]


24. Dezember

cat23

Komet Catalina hat immer noch einen schönen Gasschweif

wie auf dieser Aufnahme Michael Jägers von gestern oder Bildern von heute (mehr, mehr und mehr) oder dem 20., 19. oder 18. Dezember – aber konfusen Artikeln wie diesem zum Trotz ist er weder ein ‘Weihnachtskomet’ (die Koma hat weiter nur 6. Größe, und ab heute stört der Mond erheblich), noch wird er am 1. Januar mit dem bloßen Auge sichtbar (die geringe Helligkeit und die Mondstörung bleiben). [23:45 MEZ. NACHTRAG: ein aktuelles Spektrum des Kometen und montierte Bilder vom 22., 23. und 25.12.]

proton-sw

Und wieder ein gelungener Proton-Start kann heute Abend kann abgehakt werden, auch wenn sich die Nutzlast, ein Nachrichtensatellit, erst in 8 Stunden von der Oberstufe trennen soll: ein anderer Screenshot der Live-Übertragung und ein schneller Artikel. Auch ein IR-Bild der Erde von Hayabusa 2, ein weiteres OSIRIS-Bild und ein arg bunter Pluto, der bereits wieder zerlegt wurde sowie allerlei Erläuterungen zu plutonischen Farben. [23:25 MEZ. NACHTRAG: ein Video vom Proton-Start und die geplanten Manöver – der zweite Briz-Burn war o.k., aber drei weitere Zündungen stehen noch an. NACHTRAG 2: Alles perfekt gelaufen bei der Mission (die erreichten Orbits von Satellit und Briz) – ein Proton-Start noch, bis ExoMars dran ist. NACHTRAG 3: ILS und RSCC Releases und weitere Artikel hier, hier und hier]

swP1830281

Eine weitere Bedeckung des Aldebaran durch den Mond

wurde gestern Abend von diesem Blogger (hier kurz vor dem Eintritt) und vielen anderen beobachtet: weitere Videos hier, hier, hier, hier und hier, eine Serie von Video-Stills, die zeigt, dass sich die Bedeckung des Riesensterns über mehrere Frames hinzog, Foto-Animationen hier und hier und Einzelfotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch ein Video der ISS vor dem Mond, der Vollmond am 1. Weihnachtstag (auch ein Artikel mit Senf dieses Bloggers dazu, der sogar zitiert wurde) – und was man an Weihnachten auch feiern kann: den Saturn! [0:10 MEZ. NACHTRAG: eine detaillierte Webseite und weiteres Video vom Eintritt Aldebarans sowie das größere Bild, noch mehr Kontext und ein städtischer Tweet zum Weihnachts-Vollmond]

Hier verglüht die Soyuz-Oberstufe des jüngsten Progress zur ISS, wo er inzwischen angedockt hat, am 22. Dezember über dem Südwesten der USA: eine Animation der Flugbahn, die amtliche Mitteilung, mehr Visuals hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch ein aktuelles OSIRIS-Bild mit viel Staub und die heiße Phase von ExoMars mit den Startvorbereitungen des TGO. [0:05 MEZ. NACHTRÄGE: ein weiterer Artikel zum Reentry, der lange Schweif von Komet C-G gestern und wann welche ExoMars-Hardware in Baikonur ankam – als letztes der Orbiter TGO gestern]

sd220

2003 SD220: kosmisches ‘Weihnachtsgeschenk’ von 1.1 km

Heute fliegt er in 11 Mio. km Entfernung an der Erde vorbei: der Kleinplanet 2003 SD220, der wiederholt mit Radar untersucht wurde (“Asteroiden-Radar-Beobachtungen …). Oben Goldstone-‘Bilder’ vom 17. und 22. Dezember, hier eine Arecibo-Sammlung – und 2018 wird sich der Körper sogar auf 2.8 Mio. km nähern: auch ein TV-Interview mit einem Astronauten und Unfug satt. Plus Komet Catalina am 23. Dezember (mehr, mehr, mehr und mehr), 22. Dezember (mehr), 21. Dezember, 20. Dezember (mehr und mehr) und 19. Dezember, ein neues Pulsar-Paar ideal für ART-Tests – und ein experimentelles Astronomie-Journal neues Typs ist gestartet, das das überaus erfolgreiche ArXiv weiter entwickelt. [0:00 MEZ]

Leck-Problem: Marslander InSight startet nicht!

23. Dezember 2015

Anhaltende Vakuumprobleme mit einem der beiden Hauptinstrumente auf dem NASA-Marslander InSight haben heute abrupt zur Absage seines Starts im kommenden März geführt: Vielleicht geht es im nächsten Startfenster im Mai 2018 auf die Reise, vielleicht aber auch nie – denn als Mission der Discovery-Serie sind die Kosten InSights streng gedeckelt. Verantwortlich für die Misere – mit noch nicht absehbaren Folgen auch für andere Programme – ist das primär von Frankreich beigestellte Seismometer: Da eventuelle Marsbeben extrem schwach sein dürften, muss es zwecks enormer Messgenauigkeit im Vakuum arbeiten. Die in Jahrzehnten verfeinerte Messtechnik funktioniert perfekt, doch die Kapsel drum herum zeigt seit August immer wieder Lecks. Die schienen gestopft zu sein, der Marslander wurde bereits zum Startplatz gebracht, und noch vorgestern ging man von einem Start nächstes Jahr aus – aber gestern trat bei einem Kältetest des Instruments in einem französischen Labor erneut ein so starkes Leck auf, dass das Seismometer unter Marsbedingungen nicht gearbeitet hätte. Da die Zeitreserven fast aufgebraucht sind und das Problem wohl doch grundsätzlicher Natur zu sein scheint, wurde – angeblich einvernehmlich von allen Beteiligten – beschlossen, den Start abzusagen.

Ob dies auch das deutsche Raumfahrtmanagement einschloss, das für das andere Hauptinstrument InSights sorgte, ist nicht bekannt: Auf einer hastig einberufenen Telecon wurde dieser dritte Missionspartner nicht einmal erwähnt. Auch gibt es Berichte, dass der Chef der französischen CNES noch Hoffnung habe, dass das Problem bis Anfang Januar zu lösen sei: Davon sagten die CNES-Vertreter bei der Telecon jedoch nichts, und seitens der NASA war klar von einer “final determination” die Rede, nicht zu starten. Die Franzosen gaben sich immerhin zuversichtlich, das Leckproblem in ein bis zwei Monaten verstehenen und bis 2018 lösen zu können, wenn es sogar eine besonders günstige Flugbahn zum Mars gäbe. Doch die NASA-Manager konnten keine Zusage für einen Start dann oder irgendwann geben: Von den 675 Mio.$, die InSight maximal ausgeben darf (alles inklusive), sind 525 Mio.$ schon weg. Jetzt gibt man erst einmal die schon gekaufte Atlas-Rakete zurück, dann sieht man weiter – auch ein Einstellen des ganzen Projekts ist wegen der strengen Costcap denkbar: weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

lamo1

lamo2

Die ersten Bilder von Ceres aus der niedrigsten Umlaufbahn

von Dawn in 385 km Höhe haben die Erde erreicht: hier zu sehen die Umgebung der Kraterkette Gerber Catena und die Umgebung des Südpols mit langen Schatten. Dawn soll unbegrenzt in diesem niedrigen Orbit verweilen, aus dem seine Kameras 35 Meter Auflösung schaffen – hier wurde mal zur Abwechslung das Ersatzgerät eingesetzt. Auch allerlei neue Detail-Erkenntnisse über Pluto, dessen Oberfläche weiter viel mehr Fragen aufwirft als es Antworten gibt – und ein Paper über Messungen des chinesischen Mondrovers Yutu mit zwei Instrumenten, bei denen ein neuer Typ Basalt gefunden wurde: Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier.

NAC_2015-12-18T03.43.31.844Z_ID10_1397549002_F41

Philae hat sich gemeldet, aber noch keine neuen Daten

in einer kurzen Übertragung geschickt, die etwa 10 Sekunden dauerte über die bislang weder ESA noch DLR sondern nur finnische Rosetta-Wissenschaftler berichten: z.B. in diesem Artikel oder diesem samt englischer Übersetzung wie auch diesen übersetzten Zusatzinformationen, nach denen sogar schon rudimentäre Zweiweg-Kommunikation bestehen müsste. Auch (oben) ein OSIRIS-Bild aus 96 km Abstand vom 18. und ein erdgebundenes Bild mit langem Schweif vom 19. Dezember, das erste MastCam-Selfie von Curiosity, die Wiederaufnahme der Plutonium-Produktion in den USA, was gut für sonnenferne Missionen ist, der heute bevorstehende Reentry des Mini-Satelliten Arkyd-3R, mit dem Planetary Resources Technologien testen wollte (und nie über Ergebnisse berichtete), die ersten Funkkontakte mit Chinas DAMPE – und Press Releases hier und hier zu Japans Zusage, bis 2024 bei der ISS zu bleiben.

Allgemeines Live-Blog vom 20. bis 22. 12. 2015

20. Dezember 2015

22. Dezember

falc4

Da steht die gelandete Falcon-9-Stufe, fast wie neu

nach ihrem Flug bis in rund 200 km Höhe und der weichen Landung in der “LZ 1”, auch aus einer anderen Perspektive – und noch eine weitere Langzeit-Aufnahme mit Abreise und Wiederkehr. [4:40 MEZ] Ein Mini-Video von der gelandeten Rakete. [4:34 MEZ] Weitere Artikel hier, hier und hier (während auf Twitter gestritten wird, ob man nach der Landung – aber vor dem Aussetzen der Satelliten – jubeln durfte). [5:00 MEZ] Die Landung aus einer anderen Perspektive – und noch ein Artikel (während Bezos & Musk wieder rumalbern). [5:10 MEZ] Und noch ein deutscher Radio-Beitrag. [5:15 MEZ] Startfotos aus der Nähe, die Landung aus dem anderen Winkel gefilmt und weitere Artikel hier, hier und hier. [14:35 MEZ]

falc1

falc2

Die Landung von einem Helikopter aus gefilmt, eingerahmt von Fotos aus dem SpaceX-Album, auch die gelandete Stufe am Tag danach, Visuals-Sammlungen hier und hier – und ein Interview mit einem DLR-Vorstand, der schwer beeindruckt ist. [19:20 MEZ] Press Releases hier und hier, Artikel und Kommentare hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, hier, ein Radiobeitrag, der Sonnenaufgang hinter der Stufe und Bildergalerien hier, hier und hier. [23:55 MEZ – Ende]

falc3

Alle 11 Satelliten sind frei, hier driftet gerade der letzte davon. Damit endet auch der Webcast – mit den Worten: “And remember, the goal is Mars, because nobody wants to go back to Jakku.” [2:50 MEZ] Die Oberstufe sollte in einer halben Stunde versenkt werden – nach dem 100-prozentigen Erfolg heute. [2:55 MEZ] Die Landung in 30 Sekunden, das Aussetzen im Zeitraffer, ein paar andere Screenshots vom Start, dem Abheben, der aufsteigenden und einschwebenden Rakete, dem Aufsetzen, der gelandeten Stufe (mehr Zeitschritte hier, hier und hier) und einem früheren Aussetzen – plus ein schneller Artikel. [3:05 MEZ]

Und hier ist schon der komplette Webcast von SpaceX: Start bei 32:20, Landung ab 41:45, Aufsetzen 42:05 (hier wird Geschichte geschrieben), Aussetzen der Satelliten 48:00 bis 51:30. [3:10 MEZ] Langzeit-Aufnahmen hier, hier und hier von Start bis Landung – und der Deorbit-Burn der 2. Stufe hat stattgefunden. [3:20 MEZ] Weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [3:30 MEZ] Eine interessante himmelsmechanische Perspektive und weitere Artikel hier, hier, hier und hier. [4:00 MEZ] Die Landung aus großer Distanz hier (mit Überschall-Knall bei 1:11) und hier gefilmt. [4:10 MEZ]

falc2

Superweiche Landung!!! Es hat alles perfekt geklappt

mit der Rückkehr der ersten Stufe: Der Webcast zeigte erst einen grell orange Punkt einschweben, aus dem sich die Raketenstufe heraus schälte – und plötzlich stand sie da, ohne zu schwanken, wie dieser Screenshot zeigt. [2:40 MEZ] Und das Aussetzen der Satelliten im Orbit läuft auch gut, auch davon gibt’s tolle Live-Bilder. [2:45 MEZ]

falc1

Pünktlicher Start der Falcon 9, gutes Staging – die erste Stufe ist auf dem Weg zurück zum Cape! Derweil arbeitet auch die zweite Stufe einwandfrei, und die Nutzlastverkleidung ist abgeworfen. [2:35 MEZ]

falco

Heute Nacht: Falcon-Start mit Stufen-Landung – am Cape

Da steht die Falcon 9 – und hier soll ihre erste Stufe landen, wenn es heute zwischen 2:29 und 2:34 MEZ zum Start der ORBCOMM-Satelliten kommen sollte: Gemäß der Timeline folgt der Lande-Versuch auf festem Boden nahe des Startplatzes 10 Minuten nach dem Start und 5 Minuten vor dem beginn des Aussetzens der Satelliten. Auch Updates und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [0:00 MEZ] So weit keine Probleme – bekannt, jedenfalls. Es regnet zwar gerade, aber ein Hinderungsgrund scheint das nicht zu sein. [0:40 MEZ] Das Wetter ist “go”, weniger als eine Stunde vor dem Start. Und noch ein Live-Blog läuft. [1:40 MEZ] Der Webcast auch – und weiter “no issues. All systems are go”. Ein längerer Artikel von Musk noch. [2:20 MEZ]


21. Dezember

cas1

cas2

cas3

cas4

cas5

Abschied von Enceladus: fünf Rohbilder Cassinis von vorgestern, die heute (obere 3) oder gestern eintrafen, aus der Nähe und Ferne – auch Mosaike der Sichel und der Oberfläche hier und hier (und auch der Mars Express hat was geschickt, und Curiosity guckt weiter Dünen, während der Exomars-Landedemonstrator in Baikonur angekommen ist). [20:55 MEZ] Und soeben aufgetaucht: ein Enceladus-best-of vom JPL. [21:05 MEZ]

prog

Die ISS-Action hat begonnen: 1. Progress-MS auf guter Bahn

Mit dem pünktlichen Start und Aussetzen hat der erste Flug eines überarbeiteten Progress-Transporters schon mal gut begonnen. Um die Systeme zu testen, dauert die Reise zur ISS diesmal zwei Tage. Auch deutsche Zeitungen zu den Soyuz-Dock-Problemen und die Geheimniskrämerei von SpaceX um die überarbeitete Falcon 9. [9:55 MEZ] Der Progress als erster der Serie hat übrigens keine Nummer – derweil laufen die Vorbereitungen für die EVA heute Nachmittag MEZ. [10:10 MEZ. NACHTRAG: Manchmal ist’s doch MS-01] Die wohl früher beginnt; weitere Artikel zum Progress-Start hier und hier. [11:20 MEZ. NACHTRAG: und hier] Die EVA von Kelly & Kopra geht gleich los, um den Robot-Transportwagen zu befreien. [12:50 MEZ] Ab in die Luftschleuse, wo bereits die Luft raus gelassen wird. [13:15 MEZ] Die EVA hat um 13:45 MEZ begonnen: Klappe auf! [13:50 MEZ]

da

Und schon ist die Aufgabe gemeistert: Der Karren wurde 10 cm an die richtige Stelle bewegt, viel schneller als geplant – jetzt dauert’s etwas bis zur Verankerung. [14:25 MEZ] Und der Transporter ist fest – der Progress kann kommen, der auch korrekt manövriert. [14:50 MEZ] Zwei Stunden nach Beginn der EVA diverse kleine Arbeiten bzgl. künftiger Operationen. [15:50 MEZ] Die EVA ist zuende. [16:55 MEZ] Ein erster Artikel zum erfolgreichen Verlauf. [17:05 MEZ] Und der NASA-Bericht dazu – die Spacewalker werden gerade eingeholt. [17:20 MEZ] Weitere Artikel hier und hier – und wie sich eine Soyuz-Landung anfühlt. [20:45 MEZ]

austroauro

Polarlicht über den Alpen gestern abend! Hier aufgenommen um 18:00 MEZ von einer Foto-Webcam auf der Lorenzalm (Kräuterwiese) in der Gemeinde Mörtschach im Mölltal in Österreich: weitere Webcam-Bilder der Aktivität aus diesem Land gibt es hier und hier, aber auch in Bayern war etwas nachzuweisen; richtig groß wurde die Aurora allerdings offenbar erst in Dänemark oder auf den Britischen Inseln. [2:45 MEZ]


20. Dezember

NAC_2015-12-18T12.09.47.257Z_ID10_1397549001_F22 (2)

Das erste “Live”-OSIRIS-Bild aus weniger als 100 km Distanz

ist im neuen Feed des MPS: entstanden am 18. Dezember aus 98 km Abstand mit der Telekamera. Und gerade ist der Return to Flight der Falcon 9 um 24 Stunden verschoben worden, weil dann die Chancen für eine Landung der 1. Stufe besser sein sollen: Die ursprüngliche NOTAM und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [22:10 MEZ] Die Verschiebung hängt mit dem Test zusammen, sagt dagegen der Kunde. [23:15 MEZ] Am 22.12. um 1:33 MEZ ist die Wetterwahrscheinlichkeit noch 80%, gegenüber den 90% von jetzt. [23:45 MEZ. NACHTRÄGE: weitere Artikel zur Verschiebung hier, hier, hier und hier – und für den 21.12. stehen der nächste Progress-Start um 9:44 MEZ und die EVA an der ISS (ab 14:10 MEZ) auf dem Programm]

Das war der Start des chinesischen Satelliten DAMPE mit seinen Teilchendetektoren für Dunkle-Materie-Forschung (“Neuer chinesischer Satellit …”): ein weiteres Video und ein Standbild, die einen – planmäßigen – Regen aus Isolationsplatten zeigen. Auch weitere Artikel hier, hier und hier sowie ein Bild des Soyuz-Starts mit den jüngsten Galileo-Satelliten, die inzwischen in die Konstellation aufgenommen wurden, der Start der Soyuz mit der jüngsten Crew von der ISS aus aufgenommen, dito der letzte Cygnus im Anflug, dazu auch ein Video des Einfangs, ein Orbital Press Release und Artikel hier, hier und hier. [15:15 MEZ]

cat20

Der Plasmaschweif von Komet Catalina verblasst allmählich, wie diverse Beobachter und Fotografen berichten, auch wenn man das diesem Bild von Michael Jäger heute Morgen nicht ansieht, anderen aber schon: weitere Bilder von heute (mehr, mehr, mehr, mehr und hier sowie ein Video), gestern (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern sowie vom 14. Dezember [alt.], plus ein aktuelles Bild von C-G vom Boden mit einem größeren irdischen Teleskop, die überraschende Retraction eines falschen NEA (mehr und mehr), das wohl erste Foto eines Skifahrers vor einer totalen SoFi, das diesen März auf Svalbard entstand – und ein Panorama der Milchstraße von Horizont zu Horizont aus Arizona. [14:55 MEZ. NACHTRÄGE: weitere Catalinas von heute hier, hier (Mosaik) und hier]

Ein neuer Pluto-Überflug, von Fans erstellt auf der Basis des neuen LORRI-Mosaiks (“Drei Ausschnitte aus einem neuen Streifen Pluto …”) – auch plutonische Mathematik, die fast simultane Ankunft der Marssonden InSight und ExoMars TGO in Vandenberg bzw. Baikonur, was auf dem AGU FM zu der Siliziumdioxid-Entdeckung zu hören war, und die Entsorgung von Progress M-28M. [3:30 MEZ] Auch ein Video aus dem schärfsten Streifen von LORRI – und es ist der 2. Jahrestag des Starts von Gaia. [10:15 MEZ] Die Ankunft von InSight in Kalifornien. [14:00 MEZ]

Ein Quasi-Foto der Erde über dem Mondrand

19. Dezember 2015

lro-compo

mit erheblichem Aufwand aus Bildstreifen des Lunar Reconnaissance Orbiter zusammen gesetzt, die von den Kameras NAC und WAC in teilweise sehr speziellen Aufnahmemodi produziert wurden: Das Video zeigt eine Animation der WAC-Aufnahmen, während die Szene über die 5 Farbfilter (415 bis 689 nm) wanderte – und die Erde dabei hinter dem Mondrand verschwand. Auch ein weiteres aktuelles OSIRIS-Bild, eine Aufnahme der Kamera IR2 auf dem neuen Venus-Orbiter Akatsuki, der Orbiter der ExoMars-Missionen schon mal bis Turin gekommen, die Kartierung der Seen auf Titan, erste Ergebnisse der MMS-Mission – und das private LightSail hat einen Review bestanden.

hh24

Das Herbig-Haro-Objekt 24 auf einer Hubble-Aufnahme mit den markanten Jets eines Protosterns – aufgenommen im Infraroten, das besser durch seine staubige Geburtswolke schaut: Press Releases hier und hier, ein Artikel – und Kritik an der platten Vermarktung dieses Bildes. Auch Beobachtungen von NUSTAR an der Umgebung eines Schwarzen Lochs, ein anschaulicher Beweis für die Leistung des Gaia-Satelliten, die Montage des 7. Spiegelsegments des JWST, für das die Ariane nun fest gebucht ist [NACHTRAG: ein Artikel], die bestandene Preliminary Design Review des Astro-Satelliten Euclid (mehr und mehr) – und Hinode überstand eine unheimliche Begegnung mit altem Raumschrott.

soyuzplane

So sah der Soyuz-Start zur ISS aus einem Flugzeug aus

Aufgenommen vom Copiloten einer Lufthansa-Maschine, als die Rakete schon durch die obere Atmosphäre schoss – auch vom Boden in Sibiren aus war die expandierende Abgaswolke in der Sonne aber vor dunklem Himmel ein toller Anblick.

Was dann passierte, war natürlich weniger schön: Inzwischen gibt es einige Informationen wie Gerüchte über das problematische Dockmanöver – möglicherweise kam es dabei auch zu einer kritischen Situation mit der Möglichkeit einer Kollision wie 1997 bei einem Progress-Manöver an der Mir.

.

Wieder etwas später konnte der Reentry der Soyuz-Rakete über Kanada bestens beobachtet werden: Charakteristisch für den Eintritt eines Körpers aus einer niedrigen Umlaufbahn ist sind die geringe Winkelgeschwindigkeit und der gemächliche Verlauf des Zerfalls am Himmel.

Der britische Passagier hat es sich inzwischen auf der ISS gemütlich gemacht und gestern dieses Live-Interview gegeben: Die größte Überraschung bisher sei die Schwärze des Weltraums gewesen. Auch ein Press Release der RAS zu seinem Start und Artikel hier und hier sowie eine PM des DLR und ein Bericht über eine Telepräsenz-Demonstration mit der ISS, ein NASA Release zur Bestellung eines weiteren Taxi-Flugs zur ISS bei Boeing – und kommende Woche wird eine ungeplanten EVA stattfinden, um den Weg für den nächsten Progress frei zu machen, den das Fahrgestell des Robotarms blockiert.

Allgemeines Live-Blog vom 14. – 18. 12. 2015

14. Dezember 2015

18. Dezember

2nea

Ein Asteroid, 15 Jahre Radar-Astronomie, ein Vergleich: Radar-‘Bilder’ von 1998 WT24 mit der Goldstone-Antenne von 2001 und dem 11. Dezember 2015 (als das Green Bank Telescope der Empfänger war), die Auflösung auf dem 400-m-Brocken konnte von 19 auf 7.5 m gesteigert werden. Auch der Weihnachts-Besucher (163’899) 2003 SD220 (mehr, mehr und mehr), Citizen Science bei der Suche nach aktiven Asteroiden im Hauptgürtel, Komet Catalina heute (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mit 8.4°-Schweif; mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern (mehr, mehr und mehr) sowie vom 6.12. neu. Auch Komet C/2015 S2 (PANSTARRS), ein altes Mutual Event der Jupiter-Monde neu anmiert, Labor-Experimente zum Saturn, Einfluss irdischer Radiowellen auf die van-Allen-Gürtel, die XXL-Survey der ESO (mehr), weiterer Fortschritt bei FAST, das Instrument CARMENES, ein Abkommen von ESO & CERN, der Gouvernor weiter für das TMT auf Hawaii – und es gibt Vollmond am Weihnachtstag, na so was. [21:30 MEZ – Ende]


17. Dezember

galiup

Jetzt sind ein Dutzend Satelliten von Galileo im Orbit

Mit dem heutigen Soyuz-Start der Nummern 11 und 12 in Französisch-Guyana ist die Konstellation weiter gewachsen, womit der Beginn des europäischen Navi-Services allmählich näher rückt. Heute soll auch ein kurzer Triebwerks-Test auf der Rampe am Cape für den noch nicht mit Termin versehenen ersten Falcon-9-Start seit dem Unfall stattfinden. [21:50 MEZ] Ein weiterer Artikel zum Galileo-Start – und ein teleskopisches Video der zweiten Zündung der Soyuz-Oberstufe! [22:55 MEZ] Kein Static Firing der Falcon 9 bislang – aber die Anzeichen mehren sich, dass beim Flug selbst eine Landung der ersten Stufe am Cape versucht werden soll. [23:55 MEZ. NACHTRAG: Sieht ganz so aus. Der Static-Fire-Test soll nun am 18.12. stattfinden, mit dem Start “ein paar Tage” später; mehr hier und hier. NACHTRAG 2: Der Test war erfolgreich, gestartet werden soll am 20.12. NACHTRAG 3: Artikel dazu hierhier und hier]

plu500strip1

plu500strip2

plu500strip3

Drei Ausschnitte aus einem neuen Streifen Pluto mit 500 m Auflösung: Das 1400 x 9000 Pixel große Mosaik – entstanden ’nebenher’, während LEISA Spektren aufnahm – enthält manch interessantes Detail. Auch ein halb beleuchteter Nix, der Curiosity-Fund von viel Siliziumdioxid im Marsboden, der Abtransport des Mars-Landers InSight zum März-Start in Kalifornien, LADEE-Erkenntnisse zur Variabilität der lunaren Exosphäre in Folge von Meteoroid-Impakten – und ein Ersatz-Sensor des OCO für die ISS in Planung. [20:45 MEZ] Ein aktueller Blick auf die Dünen vor Curiosity. [21:10 MEZ. NACHTRÄGE: ein kleines Video-Update dazu, ein Artikel und ein Mosaik] Und schon hat einer das neue Pluto-Mosaik eingefärbt mit alten Ralph-Daten. [21:35 MEZ]

dampe

Neuer chinesischer Satellit sucht nach Dunkler Materie

Um 1:12 MEZ hat China den DArk Matter Particle Explorer (DAMPE) gestartet, der kürzlich noch zusätzlich nach einem Affenkönig getauft worden war: Mit mehreren Detektoren für energiereiche Teilchen, die beim Zerfall von Dunkler Materie entstehen könnten, ist der aufwändige Satellit mit entsprechenden Instrumenten auf der ISS zu vergleichen – längere Artikel zum Start hier, hier und hier und ein Video-Clip davor. Auch wie eine Weile der ESA-Satellit Integral für einen Asteroiden gehalten wurde, der letzte Enceladus-Besuch Cassinis morgen, Erkenntnisse von CRISM auf dem MRO, wie Satelliten den starken El Nino überwachen, ein Foto und ein Video eines PSLV-Starts aus der Ferne, wie ein Test die Vorhersage von Satelliten-Abstürzen verbessern soll, eine gewisse Ähnlichkeit von Chinas nächster Raumkapsel mit US-Vorbildern – und wahrscheinlich 19.3 Mrd. Dollar für die NASA im FY 2016, was insbesondere der Planetenforschung zugute kommen wird (wobei ein Europa-Lander verlangt wird): mehr hier, hier, hier, hier und hier. [2:55 MEZ] Viele weitere Details zum US-Haushalt 2016 aus Weltraum-Sicht und weitere Start-Fotos und Artikel hier und hier zum DAMPE-Start sowie die aktuelle Bahn des Satelliten. [17:45 MEZ] Noch mehr Artikel zu ihm hier, hier, hier und hier – und Chinas Raumfahrt heute insgesamt. [20:35 MEZ]


16. Dezember

Heute vor 50 Jahren: die erste Live-Musik im Erdorbit! Während der Gemini-VI/VII-Mission mit der ersten Kopplung zweier Raumschiffe im Orbit kam es vor genau 50 Jahren noch zu einer weiteren Premiere, von der dieses verrauschte Tondokument existiert: Die beiden Gemini-VI-Astronauten brachten erkennbar “Jingle Bells” zu Gehör, wobei Wally Schirra auf einer kleinen Mundharmonika spielte und Tom Stafford … Bells jingelte. Der Beginn einer großen Tradition von Live-Musik im LEO. [1:00 MEZ]

effel

Der gesamte Nordhimmel im Licht neutralen Wasserstoffs

(H I), aufgenommen im Rahmen des “Effelsberg-Bonn HI Surveys” (EBHIS) mit dem 100-m-Radioteleskop in der Eifel: Die Milchstraße, erscheint hier als leuchtendes Band quer über den Himmel, die Wasserstoffstrahlung von der Andromeda-Galaxie (M 31) ist als helle Ellipse gerade unterhalb des Bandes der Milchstraße leicht zu erkennen. Bei den rötlich erscheinenden Flecken auf der entgegengesetzten Seite handelt es sich um nahegelegene Galaxien in nur wenigen Millionen Lichtjahren Entfernung. Die Bewegung des Wasserstoffgases relativ zur Erde ist farbkodiert dargestellt, wobei die Helligkeit der Farben der Intensität der aufgenommenen Wasserstoffstrahlung entspricht. Derweil gibt es wieder Hoffnung auf einen Wiedereinstieg Deutschlands beim SKA. Auch Sorgen vor Lichtverschmutzung in Chile, der Komet Catalina am 15.12., 14.12. (mehr und mehr), 13.12., 12.12., 11.12., 10.12. und 9.12., ein Beitrag von Extra 3 zur ungelösten Krise um das Horizont-Observatorium – und die ersten ‘amtlichen’ Namen für Exoplaneten aus der IAU-Aktion (mehr, mehr, mehr und mehr): Man kann sie verwenden … oder auch nicht. [0:45 MEZ. NACHTRAG: das Paper zum Survey]


15. Dezember

Remote camera D4

Die nächsten drei Crew-Mitglieder haben die ISS erreicht: Der Soyuz-Start um 12:03 MEZ – viele weitere Bilder der ESA, ein Mini-Video und der Anblick vom Boden und von der ISS aus – verlief problemlos, aber angedockt wurde um 18:33 MEZ manuell, nachdem das automatische System KURS im Anflug ausgefallen war. Auch das letzte Bahnmanöver des LISA Pathfinder absolviert – und die nächste Soyuz-Rakete ist bereit für den nächsten Galileo-Start. [19:35 MEZ] Mit einiger Verspätung ist die neue Crew eingeschwebt: Nun sind wieder sechs auf der ISS. [21:05 MEZ] Die Erklärung für den Ausfall von KURS, eine PM der ESA, ein NASA Release, ein Video vom Start, Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier – und die Soyuz für Galileo ist fertig für übermorgen. [23:55 MEZ]

gemrad

essen

Radio-Beweise: Die Geminiden sind weiterhin schwer aktiv

für das Canadian Meteor Orbit Radar, das den gerade aufgehenden Radianten bereits als starkes Signal zeigt, und die Einzelantenne in Essen mit zahlreichen Einzelmeteoren, die sich als quasi senkrechte Striche bemerkbar machen – Schnappschüsse von kurz vor Mitternacht, Anklicken liefert die jeweils neueste Grafik. Und auf diesem Plot stündlicher Raten (nicht für die Radiantenhöhe korrigiert) aus dem UK sind sie jetzt aktiver als 24 Stunden zuvor.

gemsum

Und hier noch ein NASA-Summenbild von über 200 Geminiden über New Mexico der vergangenen Nacht, auch ein ein Komposit-Bild und eine Animation mit Persistent Train. [0:00 MEZ] Video-Komposite mitten aus Singapur heute Nacht – und die Radio-Rate bleibt hoch. [1:45 MEZ] Weitere Kompsosit-Bilder aus Mauritius, aus Chile und dem UK. [19:05 MEZ. NACHTRÄGE: und hier und hier]


14. Dezember

osimine

Tausende (frühe) Bilder von OSIRIS jetzt frei verfügbar!

Es sind ja auch erst 16 Monate seit der Ankunft von Rosetta an Churyumov-Gerasimenko vergangen … und nun sind doch tatsächlich heute früh mehrere tausend der bisher größtenteils geheim gehaltenen Aufnahmen der besten Kamera OSIRIS (bis September 2014) über das Datenarchiv der ESA verfügbar geworden – und seit ein paar Minuten auch über das grafische Interface mit Preview-Bildern. Die besten bisher – oben eins vom 16. September 2014 aus 28 km Höhe – sind in den Alben 006 und 007 zu finden, jeweils von der Telekamera NAC und der Weitwinkelkamera WAC.

osi2

Auch von den neuerdings publik gemachten aktuellen OSIRIS-Bildern ist das zweite da: von vorgestern und so lang belichtet, dass das komplizierte Geflecht der Staubjets in Erscheinung tritt, das schon mal jemand weiter heraus gearbeitet hat.

20151214_hayabusa2_2

Und hier noch eine weitere Erd-Aufnahme von Hayabusa 2, die am 4. Dezember aus 340’000 km Abstand mit der Optical Navigation Camera entstand, die 7 Farbfilter besitzt. Der Flyby selbst verlief perfekt – plus NIUSAT-Keralshree, ein Mikrosatellit aus Kerala zur Erdbeobachtung von der Noorul Islam University, der nächsten März starten soll. [13:25 MEZ] Laut einer Blog-Notiz gibt’s den nächsten Schwung OSIRIS im Januar: inklusive der Bilder aus 10 km Höhe. Und Obacht: Für die volle Auflösung müssen die FITS-Files geladen werden! Und die Bildverarbeiter jubilieren … [14:50 MEZ] … und prozessieren schon. [16:25 MEZ. NACHTRÄGE: allerlei Ergebnisse davon, 3D-Bilder hier, hier und hier, ein Mosaik und eine Mini-Animation aus NAC-Bildern, ein Spreadsheet zu den WAC-Bildern und Artikel hier und hier]

aktuell

Maximum der Geminiden irgendwann heute erwartet

Laut dem Meteor Shower Calendar 2015 der IMO (Seiten 20-21) sollte das Maximum der Geminiden dieses Jahr heute gegen 19:00 MEZ eintreten und eine maximale Zenitrate von 120 Sternschnuppen pro Stunde erreichen, wobei der Zeitpunkt der größten Aktivität aber nach den Erfahrungen vergangener Jahre irgendwann zwischen 2:30 und 24:00 MEZ eintreten kann und es eh relativ flach ist und ungefähr einen Tag anhält. Leider gibt es von der IMO noch keine Live-Daten visueller Beobachtungen, die dank Neumond diesmal besonders ergiebig sein sollten, aber eine Alternative bieten Radioechos eines Senders unter dem Horizont: oben ein Plot der WHS Essen der vergangenen Minuten (Anklicken liefert das aktuelle Bild): x = Zeit, y = Frequenz = Dopplerverschiebung = Bewegung der Quelle. Schräge Echos sind von Flugzeugen, de facto senkrechte aber von den Ionisationsspuren von Meteoren — nach dieser Analyse anderer Echo-Daten hat es bereits einen überraschenden Vor-Peak gegeben. Auch Press Releases hier, hier (zur Entdeckung der Urspungskörpers der Meteore) und hier und Artikel hier, hier und hier. [0:00 MEZ] Eine automatische Zählung von Echos zeigt gerade einen deutlichen Anstieg. [0:20 MEZ] Und die deutschen Wetter-Aussichten für den Maximums-Zeitraum. [0:25 MEZ]

gem

Starke Geminiden-Aktivität auf einem automatisch erzeugten Radianten-Diagramm des Canadian Meteor Orbit Radar, das auch ein paar schwächere Ströme zeigt – schon vor ein paar Tagen waren die Geminiden deutlich zu sehen . [9:55 MEZ] Ein Geminid in the Hyaden – das beste von 600 Bildern des Fotografen letzte Nacht. [11:45 MEZ] Radio-Echo-Messungen aus aller Welt – auch aus Essen – werden hier zusammen geführt und grafisch dargestellt. Aber Obacht: Der Effekt der variierenden Höhe des Radiaten (der zeitweise sogar unter den Horizont sinkt) ist nicht heraus korrigiert, so dass der gegenwärtige Abfall der dominierenden europäischen Raten nicht dem Gang der Aktivität entspricht. [13:15 MEZ. NACHTRÄGE: ein Video mit möglichen Mond-Impakten von Geminiden (nicht klar, ob jeweils durch Doppelbeobachtungen verifiziert), eine Bildersammlung – und die Geschichte der Geminiden-Forschung]

Heute vor 3 Jahren: Chang’e-2 bei NEA Toutatis

13. Dezember 2015

tou1

tou2

tou3

Über den ersten chinesischen Asteroiden-Flyby 2012 – mit 770±120 Metern unverhofft knapp ausgefallen – sind in drei Jahren seither eine Reihe englischsprachige Papers erschienen, etwa open access 2013, diesen April und vergangenen Monat dieses, dieses und dieses. Zu den – auch hier und hier zusammengefassten – Erkenntnissen über den Asteroiden (4179) Toutatis gehören die exzellente Übereinstimmung der rund 425 Bilder der technischen Kamera (mit bis zu 3 m/Pixel Auflösung), die 45% der Oberfläche zeigen, mit einem Modell aus Radarechos (oben; zweite Reihe: wo es nicht so stimmte) und die Statistik der Impaktkrater (mittlere Reihe; wegen der Sonne im Rücken sind die Krater allerdings oft nur unsicher auszumachen) und der über 200 Felsbrocken auf der Oberfläche (Grafik unten). Generell erweist sich Toutatis als Contact Binary und zumindest mechanisch Verwandter von Komet C-G – und sein Inneres dürfte ein Schutthaufen (rubble pile) und kein monolithischer Körper sein: Eine 800-Meter-Depression am Ende der langen Hälfte des 4.6 m langen Körpers deutet auf einen gewaltigen Impakt hin, der ihn zerbröselt haben muss. Auch interessant: Chinas Pläne für die dezidierte Asteroidenmission “Multiple Asteroids Rendezvous and in-situ Survey” (MARS) zu drei Kleinplaneten (mit Apophis unter den Kandidaten) mit sieben Instrumenten an Bord, auf die Google nur in einem der November-Papers und Artikeln darüber Hinweise findet.

tou4

tou5

Curiosity ist jetzt ein Dünen-Forscher: Zum ersten Mal ist der Marsrover mit klassischen Sanddünen beschäftigt, die nun seine Sicht dominieren: Amateur-Bearbeitungen hier und hier und ein Artikel. Derweil hat sich Philae leider bisher nicht wieder gemeldet, obwohl die Geometrie zu Rosetta besonders gut war – aber man gibt den Kometenlander immer noch nicht auf.

tou6

Das schärfste Stück vom Pluto, eingefärbt: Über den LORRI-Bildstreifen aus größter Nähe wurden hier falsche Farben der Kamera MVIC mit geringerer Auflösung (600 statt 80 m/Pixel) gelegt, die 25 Minuten früher aufgenommen wurden. Und die kuriosen Gruben in Sputnik Planum (“So geht der super-scharfe Pluto-Bildstreifen “unten” weiter!”) sind nun auch mit Bildunterschrift & Kontext verfügbar: offenbar ein sehr junges Phänomen, das etwas mit dem Austausch von Stickstoff und anderen flüchtigen Substanzen zwischen Körper und Atmosphäre zu tun hat, der sich überwiegend in Sputnik Planum abspielen dürfte. Auch Artikel hier, hier und hier – und was der Student Dust Counter auf New Horizons gebracht hat.

tou7

Jetzt sind schon 5 Spiegelsegmente des JWST installiert: Diesen Fortschritt des Projekts kann man auch mit einer Webcam (Bild von heute) verfolgen. Derweil hat die NASA weiter Hoffnung, STEREO-B wieder zu kontaktieren, es gibt einen Start-Termin für Japans Röntgensatellit ASTRO-H (12. Februar), der LISA Pathfinder hat 5 von 6 Bahnmanövern absolviert (plus eine teleskopische Sichtung) – und der ESA-Satellit EDRS-A samt seinem Laser für schnelle Datenübertragung ist startklar.

Die Soyuz für den #BritinSpace rollte heute auf die Rampe

für den Start von Tim Peake zwei Tage später (mehr, mehr und mehr): weitere Bilder in dieser und dieser Sammlung und hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch ein Besuch in Baikonur, die perfekte Bilanz der Vega-Rakete, der jüngste Proton-Start heute früh, der wohl erfolgreich war – und die Rückkehr der Falcon 9 mit dem ersten Start seit dem Unfall mit dem Dragon wohl am 19. Dezember, mit weiteren Starts u.a. mit Jason 3 am 17. Januar, denn diese NASA ist wohl zufrieden mit der Aufklärung des Fehlschlags. NACHTRÄGE: weitere Artikel zum Soyuz-Rollout, dem Proton-Start und der Falcon-9-Planung.

Allgemeines Live-Blog vom 10. bis 12. 12. 2015

10. Dezember 2015

12. Dezember

refsdal_redux

Physik funktioniert: Supernova-Bild pünktlich erschienen!

In solchen Momenten wird einem so richtig bewusst, dass Wissenschaft – und nur sie – das Universum richtig beschreibt: Im Galaxienhaufen MACS J1149.6+2223 ist eine neue Punktquelle aufgeflammt (als “SX” markiert) – genau wie bereits im April vorhergesagt und dann im November noch einmal genauer. Denn der Haufen wirkt als Gravitationslinse und hatte eine Supernova in einer Galaxie weit hinter dem Haufen bereits viermal ‘abgebildet (rechts markiert), was für großes Aufsehen gesorgt hatte. Und weil sich die Lichtwege und das Schwerefeld des Haufens gut modellieren ließen, kam bald auch die Vorhersage eines fünften Bildes zustande, das wegen des längeren Lichtweges später erscheinen sollte. Nun ist es da, pünktlich zum 100. Geburtstag der Allgemeinen Relativitätstheorie, die diesen Linsen-Effekt vorraussagt: Ein Hubble-Bild vom 30. Oktober zeigte es noch nicht, im November war da “marginal” etwas gewesen, und am vom 10. Dezember (oben) war das 5. Bild schon deutlich, wenn auch – der Voraussage entsprechend – deutlich schwächer als die anderen vier Bilder der Supernova. [23:35 MEZ – Ende. NACHTRAG: ein weiterer Artikel]

2013us10_20151212_1224_mpm

Der Schweif von Komet Catalina ist wieder “ganz” nach den gestrigen Disconnection Events: eine Aufnahme von heute von Martin Mobberley, weitere hier, hier, hier und hier. Auch ein angebliches Geminiden-Foto von der ISS, die Rolle der Sonne für’s Klima präzisiert (und eine Reaktion der AGU auf das Pariser Klima-Abkommen heute), neue Laser-AO für und das gefeierte öffentliche Archiv des Keck Observatory, Diskussionsbeiträge hier, hier und hier zur Mauna-Kea-Krise, der Prototyp des Cherenkov Telescope Array – und das ewige Thema Farbe in der Astronomie. [23:15 MEZ]

Hans-Peter Röser, deutscher Vater von SOFIA, 1949-2015

Am 8. Dezember ist mit nur 66 Jahren der langjährige Direktor und Leiter des Instituts für Raumfahrtsysteme (IRS) der Universität Stuttgart, Prof. Hans-Peter Röser, verstorben: Die Universität trauert um den Gründer des Deutschen SOFIA-Instituts und Initiator des Raumfahrtzentrums Baden-Württemberg. Röser war von Hause aus Radioastronom – und wollte immer schon hoch hinaus, wo die Atmosphäre nicht stört: Zu Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn arbeitete er am MPIfR in Bonn an der Entwicklung von Beobachtungsinstrumenten (Heterodyn-Spektrometer) für den Einsatz an Bodenteleskopen und auf dem Kuiper Airborne Observatory (KAO). 1994 wechselte Röser an die Technische Universität Berlin, wo er die Professur für Weltraumsensorik übernahm. Bis 2002 war er zugleich Direktor des Instituts für Weltraumsensorik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Im September 2002 wurde Röser dann zum geschäftsführenden Direktor des Instituts für Raumfahrtsysteme (IRS) der Universität Stuttgart berufen und übernahm den Lehrstuhl für Raumfahrtsysteme und Anwendungen. Und Röser war Gründer des Deutschen SOFIA Instituts (DSI) an der Universität Stuttgart, welches verantwortlich ist für die Erfüllung des deutschen Anteils am deutsch-amerikanischen Stratosphären Observatorium für Infrarot Astronomie (SOFIA). [0:15 MEZ]


11. Dezember

cat11

Ein super-komplexes Disconnection Event im Schweif von Komet Catalina konnte heute Morgen beobachtet werden: ein Bild von Michael Jäger mit 10″/4.0 Moravian G3-11002 (zwei Felder, jeweils 3 x 450 Sekunden blau), weitere Bilder von heute hier, hier (Animation), hier und hier und von gestern hier, hier (Update), hier und hier. [23:45 MEZ. NACHTRAG: farbige und/oder weiter verarbeitete Versionen hier erwähnter Bilder hier (auch entsternt), hier und hier]

Osi-Now_detail1

Osi-Now_full

Osi-Now_detail2

ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

Ein Bild der Top-Kamera OSIRIS auf Rosetta. Von gestern!

Sechzehn Monate nach der Ankunft der Raumsonde Rosetta am Kometen Churyumov-Gerasimenko ein verblüffendes Geschenk zur zweiten Kometen-Weihnacht – und ein Kulturschock. Bislang waren die Bilder ihrer bei weitem schärfsten Kamera OSIRIS bis auf winzige Kostproben eisern unter Verschluss gehalten worden, bis heute ist kein Rohbild seit Juni 2014 im öffentlichen Archiv verfügbar (nächste Woche soll es immerhin alle Bilder bis September 2014 zu sehen geben), und aller Unmut bis weit ins Missions-Management hinein half nichts: Erst wollte das Instrumenten-Team genug eigene Papers verfassen, damit sich die Mühen von Kamera-Entwicklung und Betrieb in zitierfähigem Ruhm auszahlen sollten, der ‘Währung’ der Wissenschaft. Dieser Punkt scheint nach der Veröffentlichung oder Einreichung dutzender Arbeiten nun erreicht zu sein: Völlig überraschend wurde soeben die Veröffentlichung aktueller OSIRIS-Bilder im Wochen- bis Tagestakt angekündigt, die in diesem Archiv landen. Schon diese erste Kostprobe von gestern aus 103 km Abstand mit 1.9 m/Pixel Auflösung – in der Mitte der ganze Kern, oben und unten Ausschnitte mit voller Auflösung – demonstriert die Qualität von OSIRIS gegenüber der Navigationskamera, von der bisher praktisch alles aktuelle Bildmaterial stammte. Irgendwie ist es nun wieder wie im Sommer 2014: Abstand 100 km, langsame Annäherung, diesmal sogar bis zum Aufsetzen im September 2016. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass die Öffentlichkeit jetzt endlich mit der optimalen Sicht quasi live dabei sein darf. [16:45 MEZ] Und hier ein aktuelles NavCam-Bild mit 8.8 m/Pixel zum Vergleich. Derweil hofft das Rosetta-Management, dass bald unabhängige Geister mit den rohen OSIRIS-Daten arbeiten können: “long overdue, IMO”. Und dass es so lange dauert: “no comment” – nicht wirklich. Der frühere Projetmanager Rosettas kann es kaum fassen, dass da nun was kommt, andere spotten nur – und OSIRIS ist jetzt auf Twitter angekommen: welch Outreach-Offensive … [18:05 MEZ] Versuche von Bildverarbeitung am Premieren-Bild hier und hier – und ein böser Kommentar zu den verpassten Chancen bisher. [19:20 MEZ. NACHTRAG: weitere Verarbeitungen hier und hier]

reentrysoyuz

Spuren des Reentry der Soyuz TMA-17M mit Expedition 45, von der ISS aus gesehen: Von der Nacht-Landung liegen wegen sehr widriger Umstände bislang keine Bilder vor. Nur 1/2 Stunde später startete die vielleicht letzte Zenit-Rakete, ebenfalls in Kasachstan. [14:50 MEZ] Ein erster Video-Clip der zurückgekehrten Crew (mehr, mehr und mehr) – und die letzte Zenit hat erfolgreich die Parkbahn erreicht. [15:15 MEZ] Zur Soyuz-Landung ein NASA Release und Artikel dazu und zur Nutzlast der Zenit. [15:35 MEZ. NACHTRÄGE: noch ein ISS-Bild vom Rückstand, Fotos von der Landestelle in Schnee & Nacht, ein sparsamer JAXA Release und mehr Soyuz-Artikel hier, hier, hier, hier und hier und zum Zenit-Start Artikel hier, hier und hier]

Heinrich Wänke, Pionier der Weltraumforschung, 1928-2015

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist am 21. November der ehemalige Direktor des Max-Planck-Instituts für Chemie, Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Wänke, im Alter von 87 Jahren verstorben: Der promovierte Kernphysiker und Meteoriten-Fan leitete von 1967 bis 1996 die Abteilung Kosmochemie am MPI für Chemie. Zu den Höhepunkten seiner wissenschaftlichen Karriere zählten die Untersuchung des Mondgesteins aus der Apollo 11-Mission sowie 1997 der Mars Pathfinder: Dessen Rover Sojourner hatte ein APX-Spektrometer aus Mainz an Bord, das die ersten chemischen Gesteinsanalysen auf dem Mars lieferte. Wänkes Forschungsarbeit fand breite internationale Anerkennung und wurde mit Preisen und Auszeichnungen geehrt. Bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1996 legte er eine umfangreiche Sammlung von 1900 Meteoriten aus allen Kontinenten an, die nach der Schließung der Abteilung Kosmochemie 2005 als Dauerleihgabe an das Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt kam. [1:15 MEZ]

radar1

radar2

radar3

Asteroiden-Radar-Beobachtungen mit dem Arecibo-Teleskop findet derzeit viele statt: oben vom 2-km-Brocken 2003 SD220 (dessen ‘Bilder’ sogleich die Coverstory einer Zeitung in Puerto Rico wider irgendeinen Impakt-Unfug zierten), unten von (163696) 2003 EB50. Plus tödliche Algenblüte nach dem K/PB-Impakt vor 65 Mio. Jahren in den Meeren. [1:05 MEZ]


10. Dezember

cat1

swP1830246

Die beiden Gesichter des Kometen Catalina – heute früh

im direkten Vergleich: oben eine weitere Aufnahme von Michael Jäger aus den Alpen mit einem 10-Zöller, unten ein Bild dieses Bloggers aus dem suburbanen NRW mit einer Bridgekamera auf einem Stativ (Kometen ganz oben links; man erkennt einige der Sterne aus Jägers Bild wieder, unten die Venus) – Anklicken liefert weitere Bilder und technische Daten. Das untere Foto entspricht auch ganz gut dem Anblick im Fernglas: Catalina ist schwach und klein, die Koma ist so winzig, dass sie bei zu geringer Vergrößerung mit einem Stern verwechselt werden könnte. Und auch die Schweife machen sich rar: Dafür lohnt das frühe Aufstehen – kurz vor Beginn der Dämmerung steht der Komet am höchsten, heute 20° – nicht wirklich. Weitere Aufnahmen von heute hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, von gestern hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, von vorgestern im Detail hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mit größerem Feld hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, vom 7. Dezember hier (aus solchem Material) und hier und vom 6. Dezember hier und hier, plus weitere Bilder und eine Übersicht – und ein neuer Komet Elenin, aber schwach. [23:35 MEZ]

iss1

iss2

iss3

Der Himmel über der Erde aus der Raumstation in den letzten Tagen aufgenommen – unten mit der Venus zwei Tage bevor Akatsuki ankam (und sie mancherorts vom Mond bedeckt wurde, wovon noch dieses hochauflösende Video des Eintritts aufgetaucht ist). Drei Besatzungsmitglieder kehren morgen zurück, etwas früher als geplant: eine Spätfolge des Progress-Fehlstarts. [22:50 MEZ]

Fand ALMA etwas Großes am Rand des Sonnensystems?

“Comments/suggestions on the nature of the source extremely welcome” bzw. “Comments very welcome!” Ungewöhnlich explizite Bitten um Hilfe begleiten “The serendipitous discovery of a possible new solar system object with ALMA” und “A new submm source within a few arcseconds of α Centauri: ALMA discovers the most distant object of the solar system”, die seit heute Nacht für Aufsehen unter Spezialisten für das äußere Sonnensystem sorgen. Was da berichte wird, sind Detektionen sich langsam bewegender Radioquellen durch das Rieseninterferometer, die die Entdecker mit aller Vorsicht dem fernen Sonnensystem zuschreiben – was sie ungewöhnlich groß machen würde. Und sofort regte sich Widerspruch: Andere Himmelsdurchmusterungen im Infraroten hätten derlei kategorisch ausgeschlossen, die Entdeckungen bei nur wenig abgesuchtem Himmel würden eine absurde Anzahl solcher Körper implizieren – und womöglich seien eh alles nur Artefakte. Beide Papers sind noch nicht ‘referiert’, und es ist wohl völlig offen, ob da nun etwas fundamental Neues über das äußere Sonnensystem gelernt wurde – oder über unbekannte Störungen des aufwändigen Radioteleskops … [11:30 MEZ] Artikel zu den Papers auch hier, hier und hier. [19:55 MEZ] Und die detaillierteste Hinterfragung der Papers bisher und gleich noch eine. [21:25 MEZ. NACHTRÄGE: dito hier, hier und hier – und ein Interview mit einem der Autoren]

Ceres’ helle Flecken: Magnesiumsulfat + Nebel

9. Dezember 2015

cer1

cer2

cer3

Während die Raumsonde Dawn gerade die niedrigste Umlaufbahn um den Zwergplaneten Ceres – den ca. 375 km hohen “LAMO” – eingenommen hat, gibt es die Erklärung der mysteriösen superhellen Flecken auf dessen Oberfläche, basierend auf Beobachtungen aus größerem Abstand. Ursache der enormen Helligkeit der markantesten Flecken im Krater Occator – rund 78 Mio. Jahre alt – sind demnach zum einen Salze aus hydriertem Magnesiumsulfat und zum anderen ein Nebel, der sich bei Sonneneinstrahlung ausbildet und damit auf mobilisierbares Wasser(eis) dicht unter der felsigen Oberfläche hinweist, das durch Öffnungen entweicht. Viele der anderen hellen Bereiche auf der Ceres-Oberfläche bestehen wahrscheinlich inzwischen ausschließlich aus ausgetrockneten Mineralsalzen. Die neuen Ergebnisse zeigen, dass gefrorenes Wasser seit der Geburtsstunde des Sonnensystems nicht nur in dessen entlegenen Ecken überdauern konnte, sondern auch im vergleichsweise nahen Asteroidengürtel.

Das Bild gahz oben ist eine 3D-Darstellung Occators, die mehrere helle Teilflecke erkennen lääst. Den innersten Teil des Kraters bildet eine Art ‘Krater im Krater’ mit einem Durchmesser von zehn Kilometern und einer Tiefe von etwa einem halben Kilometer. Darunter ein Mosaik der Ceres-Oberfläche: Die meisten der 130 hellen Flecken, rot markiert, stehen in Zusammenhang mit Kratern, von denen drei heraus vergrößert sind- Oben links: Über Occator zeigt sich bei Sonneneinstrahlung eine Art Nebel, der Krater könnte deshalb gefrorenes Wasser enthalten. Oben rechts: Oxo ist die zweithellste Struktur auf Ceres; auch hier tritt eine Art Nebel auf. Unten: Ein typischer wasserloser Krater – die helle Färbung hier rührt unter anderem von Mineralsalzen her, die wahrscheinlich im Laufe der Zeit ausgetrocknet sind. Ganz unten nochmal Occator, aus 4425 km Höhe in Falschfarben, um Unterschiede in der Chemie der Oberfläche erkennen zu könen: Rot entspricht dem Wellenlängenbereich 970 nm (nahes Infrarot), Grün 750 nm (rotes, sichtbares Licht) und Blau 440 nm (blaues, sichtbares Licht).

Das Licht, das die insgesamt mehr als 130 hellen Ceres-Flecken reflektieren, unterscheidet sich deutlich von dem aus anderen Regionen: So enthält es etwa einen größeren Blauanteil. Das zeigen Auswertungen der Kameradaten Dawns, die mithilfe unterschiedlicher Farbfilter aufgenommen wurden. Vergleiche mit verschiedensten Materialien, die im Labor untersucht wurden, deuten darauf hin, dass sich dort auch hydrierte Magnesiumsulfate finden: Solche Minerale kommen auch auf der Erde vor – nicht selten am Rande von Salzseen. Occator sticht zusätzlich hervor: Der zentrale Fleck im innersten Teil des Kraters ist deutlich heller als anderen hellen Bereiche auf der Oberfläche. Er liegt in einer Art ‘Krater im Krater’ – und auf einigen Aufnahmen aus schrägem Winkel lässt sich zudem ein Schleier über dem Kraterboden erkennen! Dieser Dunst tritt in einem täglichen Rhythmus immer dann auf, wenn Sonnenlicht den Kraterboden erreicht: Offenbar verdampft dort Wasser und trägt kleine Teilchen mit sich: eine Art langsames Ausdünsten, viel sanfter als etwa auf Kometenkernen. [NACHTRÄGE: ein JPL Release, auch zu einem 2. Paper mit Ammoniak-Überraschung, ein PSI Release, der Mission Status mit 385 km als mittlerer LAMO-Höhe und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.]

Der Industrie-Vertrag für den Jupiter-Orbiter JUICE der ESA

ist heute unterzeichnet worden , über eine Summe von 350 Mio. Euro, und der Hersteller Airbus D & S hat schon mal ein schmissiges Werbefilmchen produziert – wenn’s bloß nicht so lange bis zum Ziel dauern würde [NACHTRAG: ein Press Release derselben und ein Artikel]. Derweil versucht Rosetta unermüdlich, mit Philae noch einmal Kontakt aufzunehmen, “as time is running out” – immerhin hat sich der Orbiter inzwischen wieder auf 100 km an den Kern heran getraut, und es gibt immer noch ein paar Ideen …

Und ebenfalls in den Tiefen des Sonnensystems: das Weltraum-Wetter in der Nähe von Pluto in den vergangenen Monaten in einem jetzt aktualisierten Modell des interplanetaren Mediums, durch das New Horizons in der Nähe des anderen prominenten Zwergplaneten unterwegs war. Die Modellrechnung setzt bereits im Januar ein, denn die Teilchen – inklusiver koronaler Massenauswürfe – brauchen ein halbes Jahr von der Sonne bis zum Pluto, an dem die Sonde im Juli vorbei flog.

aka1

aka2

aka3

Akatsukis Venus-Orbit: 400 x 440’000 km, bald ~312’000 km

Alle 13 Tage und 14 Stunden “kreist” Japans Venus-Orbiter nun um den Planeten, kommt ihm bis auf 400 km nahe und entfernt sich bis auf 440’000 km: Das haben Messungen der vergangenen zwei Tage nach dem improvisierten Bahneinschuss im zweiten Anlauf und mit gar nicht dafür vorgesehenen Triebwerken der Lageregelung (“Jetzt gilt’s: zweiter und letzter Venus-Versuch …”) gezeigt. Die Triebwerke waren effizienter als erwartet, daher ist die die Apoapsis bereits geringer als erwartet; die Umlaufrichtung entspricht dabei der Planeten-Rotation. Die nächsten Monate werden die restlichen drei wissenschaftlichen Instrumente in Betrieb genommen, die drei Kameras arbeiteten bereits während des Orbit-Einschusses (hier Aufnahmen im UV und langwelligen IR aus 72’000 km Abstand am 7. Dezember). Gleichzeitig wird die Apoapsis der Bahn weiter verringert, auf 310’000 bis 314’000 km (Grafik) mit 9 Tagen Umlaufszeit: Noch näher geht nicht, mit dem verbliebenen Treibstoff. Ab kommendem April soll dann die reguläre Venus-Mission laufen, am liebsten mehrere Jahre lang – nach einen neuen Plan, der schon vor 5 Jahren erdacht wurde, nachdem der ursprüngliche Orbit-Einschuss gescheitert war. [NACHTRÄGE: weitere Artikel hier, hier und hier.]

cygda

Der Cygnus hat an der ISS festgemacht: Der Transporter wurde weitgehend problemlos eingefangen und dann an der ISS angedockt (mehr) – entladen wird ab morgen. NACHTRÄGE: noch ein Pretty Picture von der ISS und weitere Artikel hier, hier und hier.


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 334 Followern an