ΛCDM – und sonst nix: das Vermächtnis von Planck

7. Februar 2015

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Die finale Intensitätskarte der Kosmischen Mikrowellen-Hintergrundstrahlung, basierend auf allen Planck- und WMAP-Daten sowie Radio-Messungen bei 408 Mhz – ein kleiner Streifen entlang der Milchstraße, 1.6% des Himmels, wurde durch simulierte Daten derselben Statistik ersetzt.

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Das neue Planck-Powerspektrum der Temperatur der Hintergrundstrahlung – unten (rechts von der senkrechten gestrichelten Linie in drastisch größerem Maßstab) die Residuen zu Dem Einen Modell, das die komplette Kosmologie fittet.

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Das Magnetfeld am ganzen Himmel und die Gesamtintensität der Synchrotronstrahlung, aus den Polarisationsmessungen Plancks: Die “Vorhänge” zeichnen – außer in konfusen Regionen – ganz gut das auf die Himmelsebene projizierte Magnetfeld der Milchstraße nach.

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Die Amplitude der Staub-Polarisation bei 353 GHz, aus kombinierten Planck- und WMAP-Messungen.

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Das Magnetfeld und die Gesamtintensität der Staubemission – abermals zeichnen die “Vorhänge” das Feld der Milchstraße nach.

Bis zum Frühsommer werden jetzt die Gesamtergebnisse der Planck-Mission veröffentlicht, und die ersten Papers sind schon da, etwa mit der Zusammenfassung und der umfassenden kosmologischen Analyse; Anfang 2016 soll dann noch “die nächste Generation von Datenprodukten” folgen. Daten wie Konsequenzen stimmen gut mit den Vorab-Ergebnissen von 2013 überein, haben aber nun eine höhere Präzision: Die Korrektur gewisser Systematiken hat zu leichten Verschiebungen von ein paar Parametern geführt, aber jeweils um weniger als eine halbe Standardabweichung (und in Kombination meist unter 0.7 Sigma). Die Powerspektren der minimalen aber deutlichen Temperatur- wie Polarisationsmuster der Kosmischen Hintergrundstrahlung (CMB) passen weiter bestens zur Konkordanz- oder Standardkosmologie mit Dunkler Materie und Energie (ΛCDM) und einem ‘flachen’ Kosmos: “The six-parameter base ΛCDM model continues to provide a very good match to the more extensive 2015 Planck data, including polarization”, schreibt das riesige Planck-Kosmologenteam: “This is the most important conclusion”.

Einige der Schlüssel-Zahlen, direkt aus Planck oder in Kombination mit anderen harten astrophysikalischen Daten, lauten jetzt: OmegaM (die Dichte der kosmischen Materie, Dunkel wie normal, relativ zur kritischen) ist 0.31±0.01, die Raumkrümmung |OmegaK| ist kleiner als 0.005, die Summe der Neutrinomassen kleiner als 0.23 eV, die Zustandsgleichung der Dunklen Energie beträgt -1.01±0.05 (und ist damit ununterscheidbar von Einsteins Kosmologischer Konstante), das Weltalter ist 13.80±0.04 Mrd. Jahre – und die Hubble-Konstante landet bei 67.8±0.9 km/s/Mpc. Damit bleibt eine gewisse “Spannung” zu direkten Ho-Messungen bestehen, die meist auf 70 bis 72 kommen, mit inzwischen auch sehr kleinen Fehlergrenzen. Die Planck-Auswerter bleiben so stur wie 2013, halten die Analyse allein aus der Hintergrundstrahlung für überlegen: “If a persuasive case can be made that a direct measurement of H0 conflicts with these estimates, then this will be strong evidence for additional physics beyond the base ΛCDM model” – für die sie aber ansonsten keinerlei Anzeichen sehen. So gibt es keine Hinweise auf zusätzliche Neutrinosorten oder andere exotische Erweiterungen von Physik und Kosmologie bis hin zu alternativen Gravitationstheorien. Ein paar andere ‘tensions’ gibt es zwar auch, aber keine erscheint problematisch: “If there is new physics beyond base ΛCDM, then the corresponding observational signatures in the CMB are weak and difficult to detect. This is the legacy of the Planck mission for cosmology.”

Wie schon vorab berichtet (“Mon Dieu …”), ist in der gemeinsamen Analyse der Planck- und BICEP2-Daten die Evidenz für primordiale Gravitationswellen in den Polarisationsmessungen der letzteren verschwunden: Planck allein liefert jetzt eine Obergrenze der entsprechenden Tensormoden von r < 0.11 – und sogar r < 0.09, wenn man BICEP2 und den Keck Array hinzu nimmt: Damit sind bestimmte Versionen der kosmischen Inflation ausgeschlossen, die Inflations-Hypothese als solche aber keineswegs. Im Gegenteil: "The Planck results offer powerful evidence in favour of simple inflationary models". Und noch ein Ergebnis aus den (Polarisations-)Messungen von Planck: Die Reionisation des Kosmos begann erst bei z=8.8(+1.7,-1.4), also etwa 550 Mio. Jahre nach dem Urknall – und damit rund 100 Mio. Jahre später als es in älteren WMAP-Daten geschienen hatte (die letzten Elektronen des Dunklen Zeitalters wechselwirkten mit de Photonen der Hintergrundstrahlung hinterließen in deren Polarisation ihre Spuren). Mithin hatten die ersten Sterne und Galaxien – die bei einem Weltalter von 300 bis 400 Mio. Jahren entstanden – genug Zeit, um mit ihrer UV-Strahlung des Kosmos wieder durchsichtig zu machen, exotische andere Prozesse sind nicht erforderlich. Noch bis etwa 900 Mio. Jahre nach dem Urknall hat das komplette Durchsichtigwerden des Alls dann noch gedauert: Press Releases in 3 Sprachen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, [NACHTRÄGE: hier, hier,] hier und hier und mehr Links. Auch neue Instrumente am Erdboden auf der Jagd nach den abhanden gekommenen primordialen Gravitationswellen, und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier weitere Nachrufe auf BICEP2s Ex-Signal.

Crowdfunding gelungen – interstellarum lebt!

6. Februar 2015

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Vor wenigen Sekunden hat große Crowdfunding für den Relaunch der deutschen amateurastronomischen Zeitschrift interstellarum die Fundingschwelle von EUR 100’000 genommen: Das ‘letzte Viertel’ kam innerhalb einer Woche zustande, selbst angesichts “typischer” Dramatik gegen Ende solcher Aktionen eine beeindrückende Welle der Unterstützung. Damit wird der Neustart zur Jahresmitte Wirklichkeit! Aber die fest termininierte Kampagne dauert noch eine ganze weitere Woche, so dass auch das ‘Stretchgoal’ EUR 115’000 nicht mehr utopisch erscheint: Dann würde es auch wieder einen digitalen Newsletter für alle gratis geben, der sonst zwar auch wiederkehrt, dann aber nur für Abonnenten. Es bleibt also weiter spannend! [NACHTRAG: Blog-Eintrag plus Reaktionen zum Erfolg]

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Die drei Jupitermond-Schatten gleichzeitig auf dem Planeten am 24. Januar wurden auch von Hubble verfolgt (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr): Man beachte, dass die Schatten der ferneren Monde erheblich unschärfer sind!

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Das nächste mondlose Lovejoy-Fenster hat sich geöffnet

Und der Komet – heute oben von Martin Mobberley mit einem Remote-Teleskop und unten vom Blogger mit stehender Kamera rechts neben Gamma Andromedae aufgenommen – hat derzeit noch etwa 4.8 mag. und ist ein sehr leichtes Feldstecher-Objekt mit großer Koma: weitere Bilder von heute, gestern (mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr und mehr), dem 3.2. (mehr), 2.2. und 1.2. und Spektren (mehr) – plus Ausbrüche von Schwassmann-Wachmann 1 (mehr und mehr) und Holmes (mehr und früher).

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Lovejoy – hier eine weitere Karte von S&T – steht nach Ende der Abenddämmerung derzeit 70°(!) hoch und ist zirkumpolar: Bis zum Morgen sinkt er langsam auf 5°. Der Mond zieht sich rasant vom Abendhimmel zurück, so dass das dunkle Fenster schon am 9. Februar 5 Stunden lang bis Mitternacht dauert, mit Lovejoy dann noch 30° hoch. Zur Monatsmitte steht Lovejoy bei Dämmerungsende noch gut 60° hoch, und er ist bis zum Beginn der Morgendämmerung an komplett dunklem Himmel zu sehen, mit einer unteren Kulmination im Norden in etwa 10° Höhe. Der Mond beginnt erst wieder nach dem 21. Februar zu stören, aber noch bis knapp vor Monatsende gibt es ein mondfreies Fenster in der 2. Nachthälfte. Bis dahin dürfte die Helligkeit Lovejoys, der am 18. Februar von der Andromedo in den Perseus wechselt, um eine weitere Größenklasse abgenommen haben und sich 6 mag. nähern.

Allgemeines Live-Blog vom 1. bis 5. Februar 2015

1. Februar 2015

5. Februar

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Und hier die neueste Ceres, aus 145’000 km Distanz von gestern, mit klareren großen Kratern – es gibt auch eine etwas schräge Animation. Plus der bevorstehende Tiefflug Rosettas bis 6 km über der Oberfläche am 14. Februar (Artikel) sowie ein kleiner OSIRIS-Teaser und NavCam-Bilder vom 26.1. – und der MRO beobachtet Curiosity (Artikel). [16:15 MEZ] Eine andere Bild-Verarbeitung des Ceres-Bilds. [17:20 MEZ] Und eine bessere Animation der neuen Bilder. [18:25 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: noch mehr Bildverarbeitung hier und hier – und weitere Erwartungen]


4. Februar

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Der Terminator des Merkur, aufgenommen von MESSENGER zur Bestimmung der Gestalt des Planeten. Auch neue Pluto/Charon-Bilder (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), weiter Zweifel an der “Lunar Mission One”, endlich wieder Bilder von Indiens MOM, die jüngsten Erkenntnisse von Oppy, mal wieder ein iranischer Satelliten-Start (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr Links), ein Proton-Start (mehr, mehr, mehr und mehr Links), vorerst keine Dnepr-Starts mehr – und Gerst-Auftritte in Darmstadt hier und hier. [23:55 MEZ. NACHTRAG: die LORRI-Bilder zeigen nur die PSF]


3. Februar

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Weitere Veränderungen am ‘Hals’ – jetzt Hapi genannt – von Komet C-G zeigt diese NavCam-Aufnahme vom 22. Januar im Vergleich mit früheren: auch ein verbessertes Shape Model des Kerns und Artikel hier, hier, hier und hier. Sowie das Ende des Venus Express – und ein Hubble-Betrieb noch bis 2020? [16:00 MEZ] Nochmal die Nicht-Suche nach Philae mit OSIRIS – und hier und hier Dawns Annäherung an Ceres. [23:50 MEZ]

NASA-Plan: 18.5 Mrd.$ mit Asteroidenbesuch, Europareise

Der gestern Abend vorgestellte NASA-Haushaltsentwurf für das Finanzjahr 2016 – ein Fact Sheet, ein OMB Summary, eine Briefing Presentation, eine Bolden-Rede und alle Zahlen – sieht mit 18.53 Mrd.$ 1/2 Milliarde mehr vor als es am Ende für das FY 2015 gab: Enthalten sind u.a. 220 Mio.$ für die Asteroiden-Reise von Orion-Astronauten und der tatsächliche Beginn der Mission zu Europa. Allerdings mit einer so flachen Budget-Rampe, dass wohl erst Mitte der 2020-er Jahrre gestartet werden kann, und auch die Gesamtkosten bleiben mysteriös. Die Mittel für die weitere Vorbereitung der – politisch umstrittenen – Reise zu einem Asteroiden, der zuvor in die Nähe des Mondes gebracht werden muss, verteilen sich auf etliche Bereiche (mehr), wobei nun 50 Mio.$ für die NEO-Jagd vorgesehen sind und v.a. auf einen starken solar-elektrischen Antrieb Wert gelegt wird, den der Asteroienfänger braucht. Die Entscheidung über seinen Missionsplan – kleinen NEO komplett abschleppen oder Stein von großem holen – fällt wohl erst im März. Der Planetenforschung der NASA geht es ganz gut, auch wenn die Abschaltung sowohl des Marsrovers Opportunity wie auch des Lunar Reconnaissance Orbiters im Entwurf steht – das wird aber wohl nicht so bleiben. In Sachen Astrophysik-Planung fällt die nun wieder volle Finanzierung SOFIAs auf, es wird weiter auf einen Start des JWST 2018 hin gearbeitet – und die Förderung des kommerziellen Personentransports zur ISS wird massiv aufgestockt, sonst wäre auch 2017 für die ersten Flüge nicht zu schaffen. Der Budget Request ist erst der Anfang einer langen Prozedur, aber er zeigt die Richtung auf, in die die Planer im Weißen Haus gerne möchten: erste Artikel hier, hier und hier, ein Live-Blog, ein Storify und die Aussichten für die Astronomie insgesamt. [0:25 MEZ] Weitere NASA-Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [2:10 MEZ] Reaktionen hier, hier, hier und hier, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. [15:55 MEZ]


2. Februar

Die neue Ausgabe der Sternstunde Online ist da, u.a. mit Interviews mit einem Astronauten und zu Lichtverschmutzung, Exoplaneten und natürlich der Outer Space-Ausstellung in Bonn, wo vor fünf Tagen gedreht worden war. Und auch im Satelliten-Fernsehen ist die Sternstunde jetzt präsent: jeden Tag drei Mal – natürlich immer dieselbe Halbstunden-Sendung – um 1:00, 12:55 und 23:10 MEZ. [13:10 MEZ] Ein Fan meldet sich zu Wort. [23:30 MEZ]

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Die Abweichung der Globaltemperatur dieses Planeten vom Mittelwert der Jahre 1961 bis 1990, in einer Analyse der World Meteorological Organization aufgeschlüsselt nach Jahren ohne Meeresströmungsanomalien und mit El Niño und La Nina: Bemerkenswert war das Rekord-warme vergangene letzte Jahr (“Das Jahr 2014 war weltweit das wärmste …”) vor allem, weil es keins mit El Niño war. Ob es das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen war, lässt sich allerdings nicht definitiv sagen: 2014 lag die globale Lufttemperatur über Landmassen und Meer um 0.57°C über dem langjährigen Mittel, 2010 um 0.55°C und 2005 um 0.54°C, bei einem Fehler von 0.1°C. [13:00 MEZ]


1. Februar

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Dreimal Komet Lovejoy am 21. Januar: oben von Gerald Rhemann, unten von Michael Jäger – und in der Mitte von jemand auf der International Space Station aufgenommen! Jede Menge weitere Bilder der zweiten Januar-Hälfte, vom 31.1, 30.1. (mehr), 29.1., 28.1. (mehr), 27.1. (mehr und mehr), 26.1. (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 25.1. (mehr und mehr), 24.1. (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 23.1. (mehr und mehr), 22.1. (mehr und mehr), 21.1. (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 20.1. (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 19.1. (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und früher), 18.1. (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 17.1. (mehr, mehr und mehr) und 16.1., eine Serie, eine schöne Komposition, mehr Bilder von der ISS auch hier und hier, Schweifanimationen hier, hier, hier, hier und hier, der Komet mit einem Atlas-Start, Spektren hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier und – mit Erwähnung dieses Blogs! – hier. Plus der ausgebrochene Finlay am 24.1., 21.1., 19.1. und 18.1. (mehr, mehr und mehr) und seine Sichtbarkeit sowie der Ausbrecher Holmes am 30.1. – und was der Kometen-Himmel noch geplant haben könnte. [14:20 MEZ] Während der Deutschlandfunk an den 30. Geburtstag des Print-Vorgängers dieses Blogs erinnert. [22:50 MEZ]

Wie optische Astronomen den Mond des NEOs entdeckten

Was die Radar-Power der NASA über den Erdbesucher 2004 EL86 herausfand (“Hier rotiert Asteroid 2004 BL86 und kreist sein Mond”), wussten optische Astronomen da schon längst (“In drei Stunden ist NEA 2004 BL86 …”, 19:25-MEZ-Update). Und im Electronic Telegram No. 4063 des IAU Central Bureau for Astronomical Telegrams haben sie am 29. Januar auch erklärt, wie sie sowohl auf die überraschend runde Gestalt des Asteroiden als auch die Existenz seines Mondes gekommen waren: Photometrie vom 20. bis 24. Januar hatte eine Rotationsperiode des Hauptkörpers von 2.6205±0.0003 Stunden geliefert, wo die Amplitude der Lichtkurve aber nur 0.17 mag. betrug, “suggesting a nearly spheroidal shape.” Ebenfalls in der Lichtkurve die Signatur des Mondes, mit 13.80±0.05 Stunden Umlaufszeit – und gegenseitigen Verfinsterungen und Bedeckungen mit dem Hauptkörper: “The primary shows a period of Mutual eclipse/occultation events that are 0.05- to 0.07-magnitude deep indicate a secondary-to-primary mean-diameter ratio of 0.21±0.02.” Perfekt: Die Radardaten (ein weiteres Video, auch hier, hier und hier) zeigten später, dass der Asteroid rund 300 und der Mond 50 bis 100 Meter groß sind. Mit Radar sind nunmehr bei schon 44(!) erdnahen Asteroiden Begleiter entdeckt worden (in zwei Fällen sogar mehr als einer) – und bei 8 davon hatten sich diese auch in der optischen Lichtkurve verraten. Auch experimentell gesäte Zweifel an einem globalen Feuersturm nach dem Chicxulub-Impakt. Beachtliche Amateur-Bilder des Europa-Schattens auf Io am 28.1. und des darauffolgenden Transits sowie hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier von drei Mondschatten gleichzeitig auf dem Planeten. Neue Versuche der Sonnenflare-Prognose. Eine genaue Erklärung, warum die Alpha-Com-Prognose falsch war. Die Bedeutung von Laser-AO für die optische und des SKA für die Radioastronomie (mehr, mehr und mehr), der Radio-Smog-Wahn in Green Bank und die Landung des SPIDER-Ballons. Das Galileo-Mobil im Einsatz – und das Int’l Year of Light läuft nun: Aspekte hier, hier, hier, hier und hier. [13:40 MEZ]

Delta II startete Bodenfeuchte-Satellit SMAP

31. Januar 2015

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Die “eigentlich” mit dem Start von NPP Suomi 2011 in den Ruhestand geschickte Delta II ist wieder da! Heute startete sie von der Vandenberg Air Force Base mit dem NASA-Satelliten Soil Moisture Active Passive SMAP, der mit einer Riesenantenne, die sowohl als Radaranlage wie Radiometer dient, die Bodenfeuchte des gesamten Planeten erfassen soll. Dabei lieferte eine Kamera auf der Delta-Oberstufe Live-Bilder vom Aussetzen des Satelliten und der Entfaltung seiner Solarzellen (oben; Zeit von unten): weitere NASA-Fotos, Screencaps und andere Fotos hier, hier, hier, hier und hier, Videoclips von Start und Aussetzen, ein NASA-Blog zur Mission, ein ULA und ein NASA Release, JPL Releases hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Infos zu drei Mini-Satelliten, die die Delta auch noch trug, hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links [NACHTRÄGE: NASA EO Blog, das Video der Delta-Kamera und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier]

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Die jüngste Bohrung des Marsrovers Curiosity in besonders feinkörniges Material hat die fünfte Bodenprobe der Mission geliefert. Auch Argumente gegen biogene Sedimente auf Curiosity-Bildern, Opportunity nunmehr 11 (!) Jahre auf dem Mars unterwegs (mehr, mehr und mehr), Mars-Express-Bilder von Nili Fossae, MRO-Bildern von Veränderungen auf dem Mars (mehr), Indizien für Klimazyklen in Gully-Bildern, eine Hypothese zur Dichotomie des Mars – und Erkenntnisse über die Mars-Kruste aus einem Meteoriten.

Der Venus Express hat sich wohl für immer verabschiedet

Jedenfalls wurde zum letzten Mal am 19. Januar ein Funksignal empfangen – kurz danach dürfte der ESA-Orbiter verglüht sein. Auch russische Visionen neuer Venus-Landungen, die Verzögerung des Crashs vom MESSENGER, wie Titan im Sonnenwind reagiert (alt.), der 213. Saturn-Umlauf Cassinis und die Erwartungen an die Pluto-Atmosphäre von New Horizons. Plus Erkenntnisse über Sonneneruptionen von SOHO und Hinode, das hundertmillionste Sonnenbild des SDO, der 40’000. Orbit von Agile, galaktische Anatomie mit Fermi, die gemeinsamen Pläne der ESA und Chinas für eine Mission, die aktuelle chinesische Mond-Mission – und eine Vorab-Ausschüttung des Google Lunar X Prize, die zwar Fragen aufwirft (mehr) aber immerhein einen Geldregen für den deutschen Bewerber gebracht hat.

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Hier startet die 200. Atlas-Centaur den Satelliten MUOS-3, den militärischen Nachrichtensatelliten Mobile User Objective System (mehr Links). Auch kalte Füße des Kunden der ersten Full-Throttle-Falcon 9, die Startpläne eines Sonnensegel-Demonstrators auf einer Atlas V im Mai, ein detailliertes Paper über die misslungene Rettung von ISEE-3, amerikanische Space Situational Awareness für Deutschland, wohl noch zwei Iridiums von Raumschrott getroffen, ein neuartiger Startracker für den Tages-Einsatz, eine große Google-Investition in Space X (mehr, mehr und mehr Links), die Ozean-Landung der ersten Dragonauten, warum Russland die ISS aufgeben will und das ATV ihre Bahn absenkte, die ISS-Experimente CATS und SPHERES-Slosh – und wohin die bemannte Raumfahrt für die ESA und die NASA jenseits des LEO gehen mag.

Weitere größere Artikel (mit ganz viel Aurora)

31. Januar 2015

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Senja (Tag 2, Teil 3): viele Stunden Aurora vom allerfeinsten in der Nacht 21./22. Januar – Aufnahmen nur von diesem Blogger während einer Kurz-reise nach Senja (Norwegen).

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Wenn hinter dem Polarkreis der Himmel brennt: Best-Of der gesamten Senja-Expedition von mehreren Fotografen, hier Bernd Flach-Wilken. Weitere Echtzeit-Videos auch hier und hier (mit blasendem Wal im grünen Meer). [NACHTRÄGE: mehr Videos aus Senja und – zeitgerafft und teilweise parallel – von einem Hurtigruten-Trip vor Norwegen und aus Finnland.]

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Senja (Tag 3, Teil 3): … schon wieder Polarlicht – und am Schluss das beste überhaupt. Wiederum Aufnahmen nur von diesem Blogger.

Mit 4 mag.: Komet Lovejoy trotzt dem Mondschein! Auch später Prächtiger Lovejoy … nach Mitternacht und schließlich Nach 18 Stunden: schon wieder Lovejoy … – die besten Einzelaufnahmen des Bloggers mit stehender Kamera im Januar in Deutschland.

Spritztour nach Senja (Tag 2, Teil 1): Himmlischer Auftakt mit einem Lovejoy auf 69° Nord. Später Senja (Tag 3, Teil 2): Himmlisch ohne Polarlicht aber mit schmaler Mondsichel und mehr Lovejoy und Senja (Tag 4): Mond auf flacher Bahn mit noch mehr Lovejoy.

Na geht doch: Komet Lovejoy aus dem Mondschein gefischt -> Lovejoy bei Vollmond -> Ein Lovejoy aus dem Ruhrgebiet -> Lovejoy am … Morgen! -> Und ein Abend-Lovejoy -> Bahnhofs-Astronomie: Merkur und Lovejoy (mit Autobahn-Zugabe) -> Und noch ein schwer urbaner Lovejoy: Komplett-Protokoll der deutschen Januar-Beobachtungen dieses Bloggers.

Die Rückkehr der “Bundesbiene” nach Bonn – ein historischer Moment der Raumfahrt-Geschichte … Auch Dreharbeiten in der Bundeskunsthalle u.a. mit Bardenhagen an diesem Tag und früher eine Kuratoren-Führung für einen Gewinner …

Heute vor 10 Jahren: Huygens landet auf Titan: viele Erinnerungen, auch reichlich merkwürdige.

Für “Coherence” bis nach Krefeld: eine Perle des SF-Kinos. Und Hawking-Biopics im Vergleich – 2004 vs. 2014.

Crowdfunding für den is-Relaunch im Endspurt

31. Januar 2015

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Über 77’000 Euro hat die außergewöhnliche Kampagne zum Neustart von interstellarum bereits gewinnen können, aber es müssen mindestens 100’000 Euro werden – in genau 14 Tagen, die nun noch verbleiben! Mitmachen und ein Signal in die astropulizistische Landschaft senden, ist ganz einfach – und es gibt ein neues Angebot für Astrovereine, Planetarien etc. Noch viel mehr Updates – und Antworten auf viele gestellte Fragen – gibt es im Kampagnen-Blog: Schauen Sie rein und machen Sie mit!

Allgemeines Live-Blog vom 26. – 30. Januar 2014

26. Januar 2015

30. Januar

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Irgendwo hier muss Philae auf dem Kometen gelandet sein, besagen die Daten des CONSERT-Experiments, doch auch diese OSIRIS-Aufnahme vom 13. Dezember aus 20 km Höhe zeigt ihn nicht: Man wird nicht mehr weiter mit der Kamera suchen aber natürlich auf ein Wiedererwachen – mutmaßlich im Mai – lauschen, um das wissenschaftliche Programm wieder auf zu nehmen. Auch eine PM des DLR und Artikel hier und hier sowie aktuelle NavCam-Aufnahmen vom 21., 18., 16. und 12. Januar – es gibt auch ein paar Papers mit Orbiter-Science, aber da kommende Woche eine Rosetta-Tagung in Bad Honnef ansteht, folgt eine Gesamtdarstellung erst danach. Aus der Welt der kleinen Körper noch der (erfreuliche) Status von Hayabusa 2 und Dawn – und der Start von SMAP steht nach Verschiebungen wegen zuviel Wind und Raketenproblemen (mehr und mehr Links) nun für morgen 15:20 MEZ auf dem Programm. [23:55 MEZ – Ende]

Mon Dieu! BICEP2 und Planck sehen keine G-Wellen mehr

Noch gibt es kein richtiges Paper (das dem Vernehmen nach Montagnacht kommen soll), nur eine Zusammenfassung auf Französisch – aber das Ergebnis ist eindeutig: Die gemeinsame Analyse der Messungen der Kosmischen Hintergrundstrahlung von BICEP2 und dem Planck-Satelliten zeigt kein signifikantes Signal primordialer Gravitationswellen mehr, das höchstens noch halb so stark sein kann wie von BICEP 2 einst behauptet. Denn was dieses Experiment in der Antarktis gemessen hat, war – wie schon bald geargwöhnt wurde – in viel stärkerem Maße durch Staub in der Milchstraße produziert als seine Betreiber geglaubt hatten: zur vorangegangenen BICEP-Debatte auch Papers hier, hier und hier, ein Press Release und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Und zu anderen neueren Planck-Analysen allerlei Slides von einer Tagung und Artikel hier, hier, hier und hier. [3:25 MEZ] Das französische Statement ist verschwunden aber z.B. hier archiviert – und es wussten eh alle Bescheid. [17:35 MEZ] So, ein langer ESA Release macht den Deckel zu – “a joint analysis of data from ESA’s Planck satellite and the ground-based BICEP2 and Keck Array experiments has found no conclusive evidence of primordial gravitational waves.” Das Ende der Inflations-Hypothese ist das natürlich nicht, halt nur ein noch nicht geglückter Nachweis eines subtilen Effekts. [18:15 MEZ] Auch ein CNRS Release lässt keinen Zweifel am Ausgang der Story – bloß beim BICEP-Betreiber ringt man wohl noch um Worte … [18:45 MEZ] Weitere Nachrufe hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:45 MEZ. NACHTRÄGE: das gemeinsame Paper von Planck & BICEP2 ist schon da! Und JPL, NSF und CSA Releases und weitere Nachgedanken hier, hier, hier, hier, hier und hier]


29. Januar

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Dreimal was mit Sternentstehung, auf jetzt veröffentlichten Bildern: oben eine VLT-Aufnahme der kometaren Globule CG4, wo äußerer Druck die Sternbildung fördert, in der Mitte im Zentrum einer Falschfarben-Aufnahme des Spitzer Space Telescope mehrere “Yellowballs”, von denen Citizen Scientists des Milky Way Project rund 900 entdeckten – Press Releases hier, hier und hier – und die als kompakte Sternentstehungsgebiete in einer frühen Phase identifiziert wurden, und die Galaxie NGC 7714 auf einem HST-Bild, bei der die Wechselwirkung mit NGC 7715 die Sternbildung befördert. Auch ein neues Bild von Hanny’s Voorwerp, das einst auch eine Citizen-Science-Entdeckung war – und wie LOFAR die Galaxie M 82 bei langen Wellen sieht. [23:55 MEZ]

Helligkeitssprung von Komet Holmes – um 4 Größenklassen

Kein Vergleich zu dem Mega-Ausbruch von 2007 aber doch der größte plötzliche Helligkeitsanstieg des Kometen 17P/Holmes seit damals: Eben noch (im R-Band) 18 mag. schwach und völlig ruhig, lag er am 26. Januar bei 14 mag.R – und die Koma expandiert asymmetrisch. Erste Bilder hat’s hier und hier. [1:20 MEZ] Der aktuelle Ausbruch ist wohl nicht weiter gegangen: eine Foto-Sammlung. [16:55 MEZ] Visuell hat Holmes heute 13. Größe; auch mehr Bilder von gestern hier, hier und hier. [20:40 MEZ]


28. Januar

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Die orbitale “Bundesbiene ist nach Bonn zurückgekehrt, womit der ISS-Besuch Alexanders Gersts erst heute sein ‘wahres’ Ende gefunden hat: Stellvertretend lieferte sein astronautischer Vorgänger Reinhold Ewald (r.) das gewesene Insekt (vorne) heute in der Bonner Bundeskunsthalle ab (l.: der Intendant), auf deren Dach es einmal gehaust hatte. Gerst nahm die verblichene Biene zur ISS mit, konnte sie danach aber nicht selbst abliefern, weil sie nach der Landung in Kasachstan zunächst nach Houston entwichen war. Auf den letzten Metern vom Europäischen Astronauten-Zentrum in Köln nach Bonn blieb die Biene auch noch in einem Stau auf der Autobahn stecken, aber nun ist sie Teil der Ausstellung “Outer Space”, die just gestern ihren 100’000. Besucher begrüßte und noch bis zum 22. Februar läuft: noch mehr Bilder vom Tag. [21:55 MEZ]


27. Januar

Dawn sieht Zwergplanet Ceres jetzt schärfer als Hubble

Ab jetzt wird eine neue Welt erforscht: Auf Navigationsaufnahmen von vorgestern aus 237’000 km Entfernung ist der Zwergplanet nun 43 Pixel groß und damit um 30% schärfer als was Hubble im Erdorbit erreichen konnte. Was die noch vagen Features bedeuten, sollte ab März wesentlich klarer werden, insbesondere was es mit dem nun abermals erkennbaren hellen weißen Fleck auf sich hat: weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und Hinweise auf Wasser auf Vesta in Dawns früheren Daten. [16:35 MEZ] Eine PM des MPS und weitere Artikel zu Ceres hier, hier und hier. [23:55 MEZ. NACHTRÄGE: und hier, hier und hier sowie ein PSRD zur wässrigen Vesta, nunmehr kosmochemisch begründet]

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Eine ‘neue’ Blitz-Aufnahme aus der ISS, die zwar schon von 2012 stammt aber erst heute samt zugehörigem Video verbreitet wurde. Auch Zuversicht bei der NASA, dass Boeing & SpaceX ab 2017 Astronauten zur ISS bringen werden (mehr, mehr und mehr), vage Pläne für wieder einen Deutschen auf der ISS – und in der State of the Union Address hat Obama doch tatsächlich den Test der Orion erwähnt und die kommende 1-Jahres-Mission zur ISS (mehr und mehr): Raumfahrt kommt in SotUs nur äußerst selten einmal vor, wie dieser Blogger jeweils durch Volltextsuchen festgestellt hat … [16:25 MEZ]

Hier rotiert Asteroid 2004 BL86 und kreist sein Mond

auf einer Serie von 20 Radar-“Bildern” des Goldstone-Teleskops mit 4 Metern pro Pixel von gestern: Der Hauptkörper ist 325, der Mond 70 Meter groß. [0:15 MEZ] Obiges Video nochmal (wobei noch einmal betont wird. dass der Mond nicht vom Radar entdeckt wurde), Animationen von Amateuraufnahmen hier, hier, hier, hier und hier, ein visueller Bericht, Aufzeichnungen von Webcasts hier, hier und hier und Artikel hier, hier und hier. [14:35 MEZ. NACHTRÄGE: weitere professionelle optische und Radar-Beobachtungen, Animationen & Aufnahmen hier (mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier und hier]


26. Januar

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Vier Raketen starteten heute zur Mesosphären-Forschung der NASA in Alaska, hier in einem Komposit-Bild und hier in Einzel-Bildern: sie gehörten zum Mesosphere-Lower Thermosphere Turbulence Experiment (M-TeX) und Mesospheric Inversion-layer Stratified Turbulence (MIST). Alle Nutzlasten scheinen funktioniert zu haben: Freigesetztes Trimethyl-ALuminium wurde am Boden beobachtet. [20:05 MEZ] Mehr Bilder und ein Artikel. [23:10 MEZ]

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In drei Stunden ist NEA 2004 BL86 der Erde am nächsten

Dann wird der Asteroid Nr. 357439 – wie der rund 500 m große Brocken inzwischen permanent katalogisiert ist – um 17:19 MEZ in 1.20 Mio. km Abstand am Erdzentrum vorbei huschen. Da ist er für Deutschland allerdings noch nicht aufgegangen: Ca. 10° hoch steht er in der Hydra um 19:55, 20° hoch um 20:50, 30° hoch um 21:55 und 40° hoch um 23:10 MEZ. Im Krebs kulminiert der Asteroid schließlich rund 47° hoch um 1:20 MEZ, 1.28 Mio. km von Europa entfernt: Dann sollte die Helligkeit auf 9.3 mag. gestiegen sein, und der zu 47% beleuchtete Mond ist gerade untergegangen. Damit beginnt nun die beste Sicht auf 2004 BL86, der erst gegen 3:30 MEZ wieder unter 40° Höhe sinkt, nunmehr 9.1 mag. hell. Und die größte Helligkeit von 9.0 mag. wird gegen 5:30 MEZ in 26° Höhe erreicht, mit dem Asteroiden immer noch im Krebs: jede Menge Artikel zur nicht besonders nahen Visite, z.T. mit Aufsuchkarten, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [14:20 MEZ] Eine visuelle Sichtung des Asteroiden gerade in Australien. [15:55 MEZ] Noch eine Animation am Himmel. [16:55 MEZ] Und ein Artikel mit beklopptem Storify … [17:15 MEZ] Erste Radar-Beobachtungen zeigen, dass der Asteroid einen Mond hat, was aber nichts Besonderes ist, während zuvor die optische Lichtkurve auf einen eher runden Körper mit 2.6 Stunden Rotationsperiode und ebenfalls den Mond hingewiesen hatte. Bald kann er am Himmel Europas beobachtet werden. [19:25 MEZ. NACHTRAG: ein Radar-Filmchen des rotierenden Asteroiden samt seinem Mond]

Das beste Polarlicht, das dieser Blogger je sah

23. Januar 2015

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Eine kurze aber um so intensivere Reise auf die nordnorwegische Insel Senja hatte bereits zu einer ergiebigen Walsafari, einem visuell wie fotografisch spektakulären Polarlicht von vielen Stunden Dauer und gleich noch einem Wal-Erfolg geführt – aber fünf Minuten am heutigen Morgen zwischen ca. 2:25 und 2:30 MEZ toppten all dies noch einmal. Die Polarlichter in der Nacht nach der großen Show waren zunächst verhalten geblieben, aber um 2 Uhr Morgens zeigte sich beim letzten Kontrollgang auf die Mole von Hamn i Senja ein zwar lichtschwaches aber recht dynamisches Bild: gerade eben genug Motivation, um doch wieder die Kamera zu holen. Und dann passierte es: Vom NNW-Horizont aus wuchs mit hoher Geschwindigkeit am ansonsten weitgehend leeren Himmel ein extrem helles Gebikde in die Höhe, das sich bald über den Zenit hinaus ausbreitete und mit einem Blick gar nicnt mehr erfasst werden konnte. Zugleich war es voller filigranem Detail, etwa auf der rechten (Nord-)Seite einem wallenden Vorhang wie aus dem Lehrbuch. Fotos zeigen trotz kurzer Belichtung ein ganz anderes Bild als was das Auge sieht: viel mehr Farbe aber die rasante Bewegung nur als Unschärfe, und auch das Bildfeld (mit 25 mm KB-Äquivalent-Brennweite) reicht hier nicht annähernd. Aber als Souvenirs der unvergesslichen fünf Minuten – dann verblasste und zerfiel das Polarlicht wieder – sind sie viel wert. Und unten noch der Stackplot der Norwegian Line mit x-Achsen-Ticks im Stundentakt bis 3:00 UTC heute: Der Beginn der bombasischen Show fiel mit einer außerordentich heftigen Schwankung des Erdmagnetfelds in der Region zusammen, die Flanken der Messwerte (ganz rechts bei ~1:30 UTC) verlaufen fast senkrecht! NACHTRAG: eins der Bilder in größer.

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Allgemeines Live-Blog vom 17. – 19. Januar 2015

17. Januar 2015

19. Januar

Hier rotiert der Zwergplanet Ceres auf Dawn-Aufnahmen vom 13. Januar aus 383’000 km Entfernung: Noch wird Hubble nicht ‘geschlagen’ (das passiert erst Ende des Monats), aber allerlei Oberflächendetail zeichnet sich schon ab – auch wenn es jetzt nur um Navigation geht. Auch eine Art Verarbeitung eines Einzelbildes sowie ein Rosetta-Paper, allerdings nur zur irdischen Eichung eines Instruments, ein NavCam-Mosaik vom 12.1. und die üblichen Fragen … [18:50 MEZ] Eine HST-Karte von Ceres mit Orientierung der Dawn-Ansicht und ein direkter Vergleich. [21:40 MEZ] Weitere Ceres-Artikel hier, hier, hier, hier und hier sowie die beginnenden Beobachtungen am anderen Zwergplaneten, ein überraschender Artikel über Proba 3 mit der künstlichen SoFi, eine weitere Verschiebung des DSCOVR-Starts auf einer Falcon, die Startvorbereitungen für das IXV – und bei der Orion müssen die Airbags modifiziert werden. [23:20 MEZ – Ende]

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Lovejoys letzte Woche vor der Rückkehr des Mondes läuft

Und der ganz langsam verblassende Komet – hier gestern von Martin Mobberley aufgenommen – bietet weiter einen schwachen aber seeehr langen Schweif von bis zu 27 Grad Länge: Bilder von heute (mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (hier, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und hier), dem 16. Januar (mehr, mehr, mehr,mehr, mehr und mehr), dem 15. Januar (mehr), 14. Januar (mehr), 13. Januar (mehr, mehr und mehr), 12. Januar (mehr und mehr) und 11. Januar, Spektren von vorgestern (dito) und vom 14.1., Koma-Strukturen vom 16. Januar, Animationen vom 16.1., 15.1. (mehr), 14.1. und 10.1., das Disconnection Event vom 8.1., überraschende Airglow-Probleme und Artikel hier, hier und hier. Auch der ausgebrochene Finlay gestern (mehr, mehr und mehr), was den Main-Belt Comet 313P/Gibbs antreibt – und die Eröffnung des International Year of Light läuft gerade: Hier gibt’s Links zu Live-Streams heute und morgen. [11:25 MEZ]


18. Januar

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Ein Blitz beleuchtet das Auge des Taifuns Bansi auf einer ungewöhnlichen Nachtaufnahme von der ISS – auch das kürzliche Ende des iranischen Raumfahrtprogramms, das nach anfänglichen Erfolgen dahin plätscherte. [23:45 MEZ. NACHTRÄGE: Hier und hier mehr Kontext zu der Blitz-Aufnahme]

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Neuer Typus großer sehr lichtschwacher Galaxien entdeckt

Ausgerechnet mit einem exotischsten optischen Teleskppe, dem Dragonfly Telephoto Array aus damals acht Teleobjektiven (siehe ISAN 206-6; auch eine Cache-Version), ist im Coma-Haufen eine bislang unbekannte Sorte Galaxien entdeckt worden: UDGs, “ultra-diffuse Galaxien” – die kein Modell der Galaxienbildung vorausgesagt hat. Die UDGs sind rot, rund und etwa so groß wie die Milchstraße, manche sogar größer, aber gleichzeitig ist ihre Flächenhelligkeit außerordentlich gering – quasi Riesen-Zwerggalaxien, viel dunkler noch als die schon eine Weile bekannten LSBs (low surface brightness galaxies): Oben ist jetzt eins der 47 in Coma gefundenen Exemplare anderen bekannten Galaxien im gleichen Maßstab gegenüber gestellt worden. Wie die UDGs enstanden sind, ist noch völlig unklar, vielleicht büßten sie schon sehr früh fast alles Gas ein (wozu passen würde, dass sie v.a. nahe des Haufen-Zentrums sitzen). Dann müssten sie einen gewaltigen Anteil an Dunkler Materie haben. [23:35 MEZ]

Hier verglüht die 2. Stufe der letzten Falcon 9 über Russland, auch wenn der Videograf das viel beachtete Ereignis für einen Метеорит hielt; danach blieb eine kurios geformte Wolke am Himmel zurück, die auch dieses Handy-Video zeigt. Auch eine aktuelle handgemalte Jupiter-Karte, Venus & Merkur gestern Abend – und der Komet 15P/Finlay erlebt einen Ausbruch, den z.B. diese Bilder von heute (mehr) und gestern (mehr und mehr) zeigen: Bis auf 7. Größe ist er angestiegen. [17:05 MEZ. NACHTRAG: eine detaillierte Analyse des Falcon-Reentry]


17. Januar

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Lovejoy verblasst leicht – Schweif bleibt komplex und lang

Zwar lässt die Flächenhelligkeit des Plasmaschweifs zu wünschen übrig, doch auf tiefen Aufnahmen – oben vom 16.1. von Martin Mobberley, vom 15.1. von Michael Jäger (4×360 blue, Apo 80/400 field 5×3°) und vom 14.1. von Gerald Rhemann – erreicht er eine enorme Länge und/oder Detailfülle: Bilder vom 17. Januar (mehr und mehr), 16. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 16. vs. 15. Januar, 15. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 14. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und hier), 13. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und hier), 13. vs. 12. Januar, 12. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 11. Januar (mehr, mehr, mehr und mehr). Auch eine Serie des Plasma-Blobs vom 8. Januar, eine Larson-Sekanina-Verarbeitung der Koma vom 10. Januar, ein Bild aus einem Flugzeug, ein verrücktes Komposit, ein Bild mit einem iPhone hinter einem 8-Zöller, Animationen über 5 Stunden, 4 Stunden und 30 Minuten und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Sowie Kometen-Beobachtung mit Spitzer dieses Jahr, Spekulationen über Planeten weit draußen (Artikel hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und v.a. hier]), Venus & Merkur am 14. Januar – und ein heller NEA-Besuch am 26./27. Januar, der mit 9. Größe gut zu sehen sein und auch mit Radar beobachtet werden soll: Artikel hier, hier und hier. [4:15 MEZ]

The dark nebula LDN 483

Lynds Dark Nebula 483 auf einem Bild des MPG/ESO-2.2-m-Teleskops auf La Silla: tief drin gibt’s unsichtbar eiskalte Protosterne. Derweil gab es auf dem Paranal First Light für die Next-Generation Transit Survey aus zwölf 20-cm-Teleskopen für die Jagd auf erdgroße Exoplaneten, für das E-ELT werden schon Teile bestellt, für das LSST sind der Hauptspiegel fertig und die Kamera bezahlt, für ein First Light 2022, das Weiße Haus feiert Bürgerforschung, voran die astronomische, Fiat Physica will Astro-Forschung crowdfunden – und die große Alpha-Com-Kampagne wurde abrupt abgebrochen, als sich herausstellte, dass es zu gar keiner Sternfinsternis kommen wird … [2:40 MEZ]

So “landete” die Falcon auf dem Drohnen-Boot

16. Januar 2015

 

Während Start und Flug des Dragon völlig problemlos gelangen, kam es beim Landeversuch der Falcon-9-Unterstufe zu einer “rapid unscheduled disassembly”, wie sich Elon Musk in einer Tweet-Serie von Standbildern dieses dramatischen Videoclips (alle vier) ausdrückt. Weil die Hydraulik-Flüssigkeit – beim nächsten Mal nimmt man mehr mit – ausgegangen war, traf die Stufe die schwimmende Plattform in einem 45°-Winkel und zerschellte: Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und mehr Links] – und noch dieses Jahr soll die erste Falcon Heavy fliegen.

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Jets aus dem Kern von Komet C-G letzten November auf einer OSIRIS-Weitwinkel-Aufnahme (bis zum Perihel sollte der Komet noch 100-mal aktiver werden) und ein NavCam-Mosaik vom 10. Januar im Ausschnitt und komplett. Und siehe da: Der – scheidende – ESA-Generaldirektor ist auch frustriert über das Fehlen von OSIRIS-Bildern in der Öffentlichkeit! Derweil meldet sich der Venus Express immer noch aus dem Orbit, in dem er sich aber nur noch wenige Tage halten dürfte – und auf dem Mars gibt es neue Bohr-Tätigkeit von Curiosity und den Gipfelsturm von Opportunity.

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So sieht HiRISE Beagle 2: weich auf dem Mars gelandet

Die Briten wissen nicht, ob sie sich freuen oder trauern sollen: Einerseits hat die HiRISE-Kamera des Mars Reconnaissance Orbiter nahezu sicher den kleinen Lander Beagle 2 aufgespürt, den der Mars Express mitgenommen hatte, andererseits deutet der Zustand des Landegeräts wie mutmaßlicher anderer Hardware auf einen völlig nominellen Abstieg und womöglich gar den Beginn der Arbeit auf der Oberfläche hin – das macht es um so ärgerlicher, das dann doch etwas fatal daneben ging und sich der Beagle nie gemeldet hat. Gesehen wurde er auf drei Teleaufnahmen wie derjenigen oben, wobei das Pixel-Muster immer ein anderes war: Das wird so interpretiert, dass sich der Lander teilweise geöffnet hat, und in der Sonne jeweils andere Metallteile aufleuchteten. Die möglichen Fehler-Szenarien lassen sich nun deutlich eingrenzen: Press Releases von Univ. of AZ, Leicester Univ., JPL, ESA, UKSA, NASA, Royal Soc. und ESA Science, der Kontext der Landestelle und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier plus mehr Links].

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Das Jahr 2014 war weltweit das wärmste seit dem 19. Jahrhundert, womit sich gemittelt ein linearer Trend seit Jahrzehnten fortsetzt: Zu diesem Ergebnis kommen unabhängig Auswertungen von NOAA und NASA. Der ‘Sieg’ von 2014 ist statistisch ziemlich klar: Mitteilungen von NOAA und NASA, weitere Versionen der Grafik hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und allmählich wird eine ‘planetare Grenze’ nach der anderen erreicht.

Kepler “2.0” fand ein System mit gleich drei Super-Erden

Die wieder belebte Kepler-Mission kommt in Fahrt: Der ersten Planeten-Entdeckung im neuen Modus (Press Releases hier, hier, hier und hier, ein Science@NASA und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier) ist nun die Entdeckung eines Systems mit 3 Supererden von 1.5 bis 2.1 Erddurchmessern gelungen, von denen sich eine in der Habitablen Zone befindet: Press Releases hier, hier und hier und ein Artikel. Auch ein Jahr NEOWISE mit dem wieder aktivierten WISE-Satelliten, XMM-Beobachtungen einer Kollision von Galaxienhaufen mit XMM-Newton an Abell 4067 (“a compact bullet penetrates an extended, low density cluster”; eine PM der MPG und ein Artikel), neue Webseiten zu Hubbles 25. Start-Jubiläum, die Integration von GOES-R, schon wieder ein Gerst-Interview – und die ESA will Chinesen auf der ISS haben.


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