Live-Blog zum (Fehl-)Start von Союз МС-10

11. Oktober 2018

Neue NASA-Photos von Start und Booster-Abwurf-Anomalie

sind gerade im aktuellen Album aufgetaucht, hier Ausschnitte in voller Auflösung. Auf der NASA-Pressekonferenz herrscht derweil Ratlosigkeit: Man weiß weder, wie lange die ISS ohne Besatzung funktionieren kann, noch ob Russland die nächste bereits in Vorbereitung befindliche Soyuz ohne Crew als frisches Rettungsboot zur ISS schicken könnte, um das aktuelle Inkrement über das aktuelle Limit 4.1.2019 hinaus an Bord halten zu können. [18:30 MESZ] Weitere Artikel hier (mehr), hier, hier, hier, hier und hier. [19:05 MESZ] Weitere Zeitschritte des Starts aus Sicht der ISS! [19:15 MESZ] Mehr Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Radio-Stück und die Tagesschau. [21:45 MESZ] Eine – natürlich noch vorläufige – Rekonstruktion der Abläufe: Danach kollidierte einer der Booster in Folge eines Pyro-Problems mit der schon brennenden zweiten Stufe, was in einer Kettenreaktion den Startabbruch auslöste. [22:05 MESZ] Und weitere Artikel hier, hier, hier und hier und ein Radio-Stück. [23.55 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: ungeschnittene Videos des Starts (Anomalie bei 2:43 und 5:57), eine Quasi-Bestätigung des Fehler-Szenarios oben (mehr und mehr), ein nächtlicher NASA Release, ein Tweet von Hague, ein Brief von Wörner, ein Tweet vom Roskosmos-Chef, der das MS-10-Duo „nächstes Frühjahr“ im All sieht, dessen Ankunft bei Moskau, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier (früher) – und die Auswirkungen auf Arianespace und alle russischen Fehlstarts seit 1988 …]

Der Fehlstart von der ISS aus fotografiert – auch weitere Bilder der gelandeten Kapsel hier und hier, eine Spekulation über Pyro-Probleme, ein Mysterium über China, bei dem über einen Zusammenhang mit dem Unfall spekuliert wurde, was aber offensichtlich falsch ist, und ein Artikel. [16:25 MESZ] Und hier, hier, hier und hier – die Crew ist derweil wieder in Baikonur angekommen. [17:00 MESZ] Für 18:00 MESZ ist eine NASA-PK angekündigt worden. [17:20 MESZ] Dort wird die Soyuz-Technik gelobt für den vorbildlichen Ablauf nach Abtrennung der Kapsel vom Stack – und die für diesen Monat geplanten ISS-EVAs sind noch nicht abgesagt, nur fehlt halt mit Hague einer der beiden vorgesehenen Aussteiger. Morgen geht’s nach Moskau für die unfreiwillig Gelandeten. [18:10 MESZ]

Die Besatzung von Soyuz MS-10 wohlauf nach dem Albtraum

in Jezkazgan auf Fotos von Roskosmos, Nick Hague (oben) und Alexey Ovchinin (auch ein Video-Clip davon) – die russische Regierung hat unterdessen ernste Konsequenzen angekündigt. Und eine Zusammenfassung der Lage durch diesen Blogger – mit exklusiver Bildverarbeitung! [14:15 MESZ] Die Bilder auch bei der NASA – und das könnte die Soyuz sein, nach der Notlandung. Plus das NASA-Statement im Original. [14:40 MESZ] Etwas Filmmaterial von der Landestelle und weitere Artikel hier (mit einer Detail-Aufnahme der Anomalie) und hier. [14:55 MESZ] Und hier sowie jede Menge Screenshots und Diskussion seit dem Start. Plus die Abreise von Жезказган nach Байконур. [15:10 MESZ] Weitere Artikel hier und hier – und im NASA-Album ein paar Bilder vom Starttag … [15:35 MESZ] … und die komplette NASA-Version der Start-Sendung. [16:00 MESZ]

Fehlfunktion bei Stufentrennung – Notlandung eingeleitet

Die Lage ist extrem unübersichtlich, aber es ist jetzt klar, dass nach pünktlichem Start beim Abtrennen der Booster etwas schief gegangen ist: Das war nicht das übliche Korolov-Kreuz. Die Kapsel hat sich dann offenbar schnell abgetrennt und einen ballistischen Wiedereintritt eingeleitet; es scheint aber keinen Kontakt mit der Crew zu geben. [10:55 MESZ] Die Rettungsmannschaften sind seit 10:55 MESZ in der Luft, werden aber 1 1/2 Stunden bis zur berechneten Landestelle brauchen, heißt es gerade im NASA-Kommentar – die erste handfeste Aussage übrigens. Und die Russen sagen gar nichts mehr … [11:05 MESZ] Angeblich soll die Notlandung gelungen sein und wieder Kontakt mit der Crew bestehen – nichts auf den offiziellen Kanälen bisher. Eine Parallele zu einem Soyuz-Fehlstart 1975, der auch glimpflich ausging. [11:15 MESZ] NASA TV bestätigt! Gelandet, Crew wohlauf. [11:20 MESZ] Sie sind 20 km östlich von Jezkazgan in Kasachstan gelandet. [11:25 MESZ]

Der Zwischenfall bei der Booster-Trennung aus der russischen TV-Übertragung – auch eine Serie Einzelbilder … in einer Stunde sollten die Rettungsmannschaften vor Ort sein. Die gute Nachricht auch auf Russisch – ein erfolgreicher Fehlschlag sozusagen. Und ein paar frühe Artikel hier, hier und hier. [11:40 MESZ] Die Landestelle ist erreicht, und die Besatzung hat die Kapsel verlassen. Sie soll nun möglichst schnell nach Moskau gebracht werden. [12:10 MESZ] Die kritische Szene in der NASA-Version der Live-Übertragung – und ein Tele-Foto des abnormen Booster-Abwurfs sowie ein Vergleich mit dem letzten Start. [12:50 MESZ] Ein NASA-Statement, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und Details zweier früherer Soyuz-Startabbrüche. Und jetzt – natürlich – erst mal Startverbot für die Soyuz. [13:05 MESZ] Die Crew ist erstmal auf dem Weg nach Baikonur, von wo sie dann ein NASA-Flugzeug nach Moskau bringen wird. [13:20 MESZ]

Heute startet die nächste Soyuz – mit zwei Mann – zur ISS

Oben ein paar Stimmungsbilder des NASA-Fotografen vom Roll-Out vorgestern früh, mit einem Schienen-Kontroll-Hund mit vorwärts streuendem Pelz. Auch ein Roskosmos-Video vom Roll-Out von Soyus MS-10, ein NASA Release und ein Blog-Posting und Artikel hier, hier und hier zum Start um 10:40 MESZ, ein paar 360°-Bilder aus Baikonur, ein Update zum Soyuz-Loch, ein weitgehend missglückter Amateurfunk-Kontakt (aber mit viel Vorprogramm) und ein Video-Livecall mit der ISS. Sowie ein erschreckender OIG-Bericht zum SLS nebst Video-Clip (daraus Schlüsselsätze, die Essenz und Artikel dazu hier und hier sowie zu den SLS-SRBs), just 50 Jahre nach Apollo 7 [NACHTRAG: mehr und viel mehr und ein Video], und der erste Russland-Besuch des NASA-Chefs (mehr und mehr). Plus ein Start in China (Bilder hier und hier), die Rückkehr der Langer Marsch 5 und drei USAF-Raketenentwicklungs-Aufträge (die Details und hier und hier Artikel) u.a. für die ‚New Glenn‘ von Blue Origin. Und schließlich die Ergebnisse des Mini-Observatoriums ASTERIA, Flutbasalt auf Mars & Erde, wie Mars-Fahrzeuge angestrichen werden, die Chemie des Titan-Dunsts, die Orbit-Beobachtung von Hurrikan Michael durch Aqua und Terra – und 100’000 Orbits des letzteren. [1:55 MESZ]

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Hätte Neil Armstrong eine Action-Cam gehabt …

10. Oktober 2018

Und nun sind es tatsächlich drei geworden: aufwändig produzierte Kinofilme, die wichtige Epochen der frühen amerikanischen bemannten Raumfahrt bis 1970 – das Adjektiv passt hier wirklich, denn Frauen flogen auf US-Seite noch lange nicht – packend umgesetzt haben. Nach The Right Stuff von 1983, der den Zeitraum 1947 bis 1963 abdeckt, und Apollo 13 von 1995, der 1969 bis 1970 spielt, schließt First Man perfekt die Lücke: Primär ein Biopic über Neil Armstrong behandelt das streckenweise fast dokumentarisch anmutende Werk den Zeitraum 1961 bis 1969 und mischt die Familiengeschichte der Armstrongs mit Facetten der X-15-, Gemini- und Apollo-Programme. Während der Film in zahlreichen Ländern zwischen heute und übermorgen in die Kinos kommt, ist Deutschland (wo er „Aufbruch zum Mond“ heißen wird) mysteriöserweise erst am 8. November dran – dieser Blogger hatte aber das Vergnügen, schon gestern einer Pressevorführung in Köln mit First Man in der Originalfassung beiwohnen zu können.

Während all die Dokumentarfilme über das Apollo-Programm kaum mehr zu zählen sind, war die Mission von Apollo 11 bislang nur ein einziges Mal Thema eines größeren Spielfilms, der 1996 in Folge des Kinoerfolgs von Apollo 13 für das US-Fernsehen produziert wurde – und nach Erinnerung dieses Bloggers auch gar nicht schlecht war und der doch vermeintlich auserzählten Geschichte neue, auch visuelle, Aspekte abgewinnen konnte. Von konkreten Plänen, die autorisierte Biografie First Man: The Life of Neil A. Armstrong von 2005 für die Leinwand zu verfilmen, war erstmals 2008 zu hören gewesen, nebst Spekulationen über zum Beispiel Brad Pitt als offensichtlichem Titelhelden. Geworden ist es aber Ryan Gosling, mit Damien Chazelle als Regisseur, ein inzwischen bewährtes (und reichlich Oscar-gesegnetes) Team.

Gosling gibt einen wundervollen – und diesem Blogger spontan sympathischen – Astro-Nerd, dessen trockene und präzise Antworten auch in emotionsgeladenen Situationen eins ums andere Mal ein wenig comic relief in den durchweg angespannten 2 Stunden und 20 Minuten beisteuern (und unter den Kölner Kritikern auch manchen Lacher produzierten). Denn auch wenn seine brillant von Claire Foy gespielte Frau Janet (die sich 1994 scheiden ließ und diesen Juni verstarb) zunehmend an Armstrongs weltraumwärts gerichteter Persönlichkeit verzweifelt, zeigt er doch gelegentlich Herz – auch in der Schluss-Szene des Films, die übrigens den Weg in einen der Trailer gefunden hat. Die Verschränkung der rasanten Raumfahrt-Geschichte mit den Härten des Astronauten-Lebens gelingt First Man durchweg souverän, der damit ein breites Publikum ansprechen dürfte: Die Balance kommt hin.

Der Erzählrhythmus ist allerdings etwas uneinheitlich und immer wieder von harten Sprüngen gekennzeichnet: Die betreffen insbesondere das Raumfahrtprogramm, wo jede Menge weg gelassen wurde (insbesondere die Mission Apollo 8, bei der Ende 1968 immerhin Menschen zum ersten Mal um den Mond kreisten). First Man beginnt mit einem Flug Armstrongs in einer X-15 am 20. April 1962, der beinahe schief geht: Das erlebt der Zuschauer völlig unvermittelt – einen Vorspann gibt es nicht! – und weitgehend aus der gebeutelten Perspektive Armstrongs, ganz so als ob der eine Action-Cam am Helm getragen hätte. Dieses Stilmittel durchzieht den ganzen Film, was Fans pathetisch ins Bild gesetzter L&R-Technik enttäuschen mag, aber einen ganz anderen Zugang zu der Materie und einen ungewöhnlichen Realismus der Erfahrung schafft. Wozu auch die schon von Apollo 13 gewohnte Flut von NASA-Abkürzungen in den Dialogen beiträgt …

Auch Armstrongs ersten seiner beiden Raumflüge erlebt der Zuschauer fast nur aus der Sicht der Hauptfigur: die Mission 1966 von Gemini 8 mit dem Andocken an ein Agena Target Vehicle – was bekanntlich beinahe in einer Katastrophe endete. Die heftige Rotation der Gemini-Kapsel wird allerdings derart schwungvoll ins Bild gesetzt, dass nicht nur die beiden Astronauten irgendwann die Orientierung verlieren; hier wären ruhige Blicke von außen durchaus hilfreich gewesen. Schon bald folgen das Feuer beim Apollo-1-Test im Januar 1967 (wie qualvoll die drei Astronauten starben, wird taktvoll ausgelassen) – und abrupt danach der Absturz von Armstrongs Lunar Landing Research Vehicle (alias „fliegendes Bettgestell“) im Mai 1968: nicht nur ein all zu harter historischer Sprung von mehr als einem Jahr sondern auch ein krasser emotionaler, denn wie Armstrong den Tod der drei Kameraden letztlich verarbeitet hat, bleibt unerzählt. „Hier fehlt doch was“, mag der Rezensent denken – aber angesichts der Länge des Gesamtwerks kann das auch ein Vorteil sein.

Als Film-Biografie unterscheidet sich First Man deutlich von den anderen beiden o.g. Meisterwerken (wobei Hidden Figures als später ‚weiblicher Begleiter‘ des Right Stuff nicht unerwähnt bleiben sollte): Die anderen Astronauten entwickeln nur wenig eigene Persönlichkeit, mit Ausnahme des schlecht weg kommenden Mond-Begleiters Buzz Aldrin, der öfters mal mit taktlosen Bemerkungen auffällt und allmählich eine eigenes Biopic verdient hätte. Das riesige Team in der Flugkontrolle – in Apollo 13 die eigentlichen Helden – und erst recht im Hintergrund bleibt Staffage. Und die amerikanische und globale Öffentlichkeit sowie die sowjetische Konkurrenz kommen praktisch nur indirekt vor, mit Ausnahme einer Demo schwarzer Aktivisten gegen das ‚weiße‘ Apollo-Programm. Ein ‚traditionellerer‘ Raumfahrt-Spielfilm wird First Man erst gegen Ende, wenn der Start von Apollo 11 nun doch in klassischer Weise bebildert wird und bekannte O-Töne zu hören sind bzw. nachgesprochen werden: Beim „giant leap for mankind“ kracht es erst etwas später.

Über die künstlerischen Freiheiten, die sich First Man – mit dem Autor der Buchvorlage als Co-Produzent – genommen hat, wird noch zu diskutieren sein, insbesondere was Abläufe während der EVA auf der Mondoberfläche betrifft. Aber die Optik vor allem der lunaren Szenerie – z.T. im IMAX-Format gedreht – und der immer wieder hautnah gezeigten Weltraumtechnik kann sich sehen lassen, wobei der überraschend kurze Abspann andeutet, dass viel mit echten Modellen und wenig mit Scharen von Computer-Künstlern gearbeitet wurde: ein würdiges Monument für das Apollo-Projekt, ein Dreivierteljahr vor dem 50-Jährigen der ersten Mondlandung. Und nun? Kein Kinofilm über das folgende halbe Jahrhundert US-Raumfahrt mit Skylab, Space Shuttle und ISS ist je gedreht worden – aber auch das ändert sich jetzt: Die Produktion von The Challenger über den Unglücksflug STS-51L von 1986 kommt nun voran, wohl wiederum primär als Biopic, über Christa McAuliffe.

Allgemeines Live-Blog vom 7.-9. Oktober 2018

7. Oktober 2018

9. Oktober

Ein stattlicher Ausbruch der Draconiden heute früh zwischen etwa 0:00 und 4:00 MESZ ist sowohl visuell als auch über Radioechos nachgewiesen worden: Da werden Erinnerungen an 2011 wach, aber wie hoch die ZHR dieses Mal stieg, ist noch nicht klar. In der globalen Radioecho-Grafik oben ist die Rate in eine Art ZHR umgerechnet worden, die y-Achse geht bis 150 (und die x-Achse ist in Sonnenlänge), und visuelle Beobachter sind sich ebenfalls sicher, dass die 100-er Marke deutlich übertroffen wurde: etwa in Slowenien (der Beobachter sah das Maximum gegen 1:10 MESZ und evtl. ein sekundäres gegen 2:00 MESZ), Kanada oder den USA; auch aus Deutschland gibt es Beobachtungen, die den kanadischen Eindruck eher schwacher Meteore bestätigen.

Und noch die Lage des Radianten am Himmel, ermittelt mit dem Canadian Meteor Orbit Radar gegen 2:00 MESZ. Der Ausbruch war ganz gut vorausgesagt worden, etwa in einem Paper über mögliche Effekte auf Satelliten, so dass die Meteorszene gewarnt war: Der Zeitpunkt wurde sehr gut getroffen, die Stärke des Ausbruchs aber unterschätzt. [5:55 MESZ]

Das war der Draconiden-Ausbruch 2018: oben die globalen Radioechos in rot (und die 2011-er Kurve in grün), dazu in schwarz die visuelle Rate aus weltweiten Beobachtungen der IMO (die ZHR-Skala geht nun bis 200), darunter die IMO-Daten in besserer Zeitauflösung (21:30 MESZ gestern bis 4:30 MESZ heute, ZHR bis 180), und ganz unten die Radiantenpositionen von Draconiden (rot) und anderen Meteoren der Nacht (schwarz; das Feld reicht von 220-310° RA und 30-80° Dek.) aus Video-Daten aus dem BeNeLux-Raum. Der ersten Analyse nach trat das Maximum zwischen 0:00 und 2:00 MESZ auf, und die meisten Meteore hatten nur 4. bis 5. Größe: auch ein paar weitere Berichte – und keinerlei Vorfälle auf Gaia, die o.g. Paper für möglich hielt. [22:20 MESZ – Ende]


8. Oktober

Start, Landung & kalifornische Himmels-Show der Falcon 9

Bilder der USAF (oben, nach der Stufentrennung) und von SpaceX (zwei Langzeit-Belichtungen, die Landung der 1. Stufe und der Start) des himmlischen Spektakels heute Nacht, von dem unten schon zahlreiche Bilder verlinkt wurden. Und da gibt’s natürlich noch mehr: die gelandete Stufe, ihre Rückkehr, Start & Landung aus derselben Perspektive montiert, noch viel mehr Bilder v.a. der Himmelsshow hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Langzeit-Aufnahmen hier, hier, hier und hier, diverse Videos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier (für Hektiker) und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Eine besondere Zugabe folgte gegen 5:43 MESZ (1:20 nach dem Start) in Europa: Der Deorbit-Burn der 2. Stufe konnte bestens gesehen werden (die Einzelbilder des Videos und ein Bericht dazu; es gingen zwei weitere beim Planetarium Bochum ein und hier und hier auch) – siehe hier, hier, hier und hier zur eindeutigen Identifizierung! In Sachen Hubble-Safemode gibt es keine weiteren Neuigkeiten, nur einen dürren NASA-Tweet – die Artikel hier, hier, hier, hier und hier basieren auch nur auf diesem und den unten verlinkten Tweets. Aber noch eine gute Nachricht: Die Erdvermessung von TanDEM-X ist frei, die Wissenschaft kann das superpräzise DTM nun nutzen. [21:05 MESZ] Ein detaillierterer Hubble-Update: Ein Ersatz-Gyro will nicht recht, man sucht nach Alternativen, und Hubble ist weiter „expected to produce excellent science for years to come.“ [21:35 MESZ] Eine Detektion des Reentry Burn über Finnland, ein weiteres Bild aus den USA, Artikel hier und hier und Video-Clips. Sowie der Status von Hubbles 6 Gyros und eine Info-Grafik – und Bennu wird heller für OSIRIS-REx. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: weitere Burn-Beobachtungen aus Deutschland, mehr sehenswerte US-Videos hier und hier und -Fotos hier, hier, hier und hier – und kurz vorher die Startrampe aus dem Orbit gesehen]

Der Near Earth Asteroid 2018 EB ist ein doppelter, haben Radarbeobachtungen des Objekts mit Goldstone und Arecibo gezeigt. Auch eine Feuerkugel über Florida, Komet GZ vom 6. bis 8. Oktober, der Komet Wirtanen am 6. Oktober und mit einem 2.7-m-Teleskop spektroskopiert, der Mars heute und gestern (früher und mehr) [NACHTRAG: und vorgestern] – und der Special Report des IPCC zu 1.5°C: auch die Pressekonferenz in Korea und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [20:45 MESZ]

Geniale Himmels-Show bei Falcon-Abendstart in Kalifornien

Die Falcon 9 startete in Vandenberg, und die erste Stufe landete dort – und weil das Ganze vor anderthalb Stunden in der tiefen Abenddämmerung stattfand, zeichneten sich zahlreiche optische Effekte im Sonnenschein brillant vor den dunklen Himmel ab: die Live-Übertragung von Space X, Screencaps der Schlüsselmomente hier, hier, hier, hier, hier und hier, vom Boden ein weiteres Video und zahllose Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (mehr und mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Langzeit-Belichtungen hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier. Und Hubble ist im Safe Mode, weil ein Gyroskop ausgefallen ist: Die Lage ist aber halb so wild, weil der Fall eingeplant war und es eine Strategie gibt, auch mit zwei oder sogar nur einem Gyro zu arbeiten. [5:55 MESZ]


7. Oktober

Ein Sonnenaufgang, von der ISS aus gesehen mit extremer Abflachung. Auch die amtliche Taufe zweier Mondkrater zu Ehren von 50 Jahren Apollo 8, eine extrem dünne Mondsichel soeben über Japan, der Mars gestern (mehr), vorgestern (mehr), am 4., 3., 2. und 1. Oktober, Serien über Monate hier und hier und Bilder vom 24. und 17. September, Komet GZ heute (mehr, mehr und mehr), heute & gestern, gestern und am 3. Oktober, dito Komet Wirtanen, und ein großer Meteorit, der lange als Türstopper diente. Ferner Planungen für das Einstein-Teleskop, der Betrieb des Calar Alto, das Radioteleskop MeerKAT für SETI (Videos hier und hier) und auch SETI bei der NASA. Und nun deutsche Webseiten hier und hier zu IAU 100, etwas mehr zu den 100 Hours of Astronomy – und die elektronische Abstimmung über die Umtaufe des Hubble-Gesetzes zu Ehren von Lemaître. [22:55 MESZ]

Die Parker Solar Probe flog zum 1. Mal an der Venus vorbei

Das erfolgreiche Manöver diente dazu, Bahnenergie zu vernichten, um der Sonne so nahe zu keine andere Raumsonde zu kommen. Auch eine Bahnkorrektur von New Horizons, um Kurs auf das Zweitziel 2014 MU69 zu nehmen (am Erstziel Pluto könnten übrigens durchaus zusätzliche Monde übersehen worden sein) und weiteres Vordringen von Voyager 2 in den interstellaren Raum. Sowie eine „Gehirn-Umschaltung“ auf Curiosity, weiter kein Kontakt mit dem staubigen Opportunity, Platz für 10 kg ausländische Instrumente auf Chang’e-6, Chinas über-übernächstem Mondlander, das nahe Ende von Dawn und Kepler, der Bau-Auftrag für PLATO an die deutsche Firma OHB – und gewisse Fortschritte beim JWST.

Schwebstoffe im Wheeler Lake (dick unten) und Wheeler Reservoir (schlanker) westlich von Huntsville, Alabama, auf einem der ersten prozessierten Bilder vom hyperspektralen Erdbeobachtungs-Instrument DLR Earth Sensing Imaging Spectrometer (DESIS): Aus dem 400-km-Orbit der ISS, wo es im August installiert wurde, sammelt das neuartige Sensorsystem Bilddaten auf 235 eng nebeneinander liegenden Spektralkanälen mit einer geometrischen Bodenauflösung von 30 Metern. Auch die ersten Laser-Messungen von IceSat-2 in der Antarktis (mehr und mehr), der Status von ICON, dem Ionospheric Connection Explorer (Start am 26. Oktober), ein Meilenstein für JPSS-2, das Joint Polar Satellite System-2 der NOAA – und ein Untersuchungs-Ausschuss zu GOES-17 und seinem gestörten Advanced Baseline Imager.

Die gewohnt rustikale Landung von Soyuz MS-08 am 4. Oktober bei tief stehender Sonne: mehr Bilder von NASA und Roskosmos, ein Video vom Aufsetzen, Standbilder davon hier, hier und hier sowie von der Kapsel am Schirm und dem Abdocken und noch viel mehr, ein NASA Release und Blog-Eintrag und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch das Rutschen aller Commercial-Crew-Testflüge ohne und erst recht mit Passagieren auf 2019 (auch ein NASA Release und Artikel hier, hier, hier und hier sowie früher) – und der verbreitete Wunsch nach mehr Lebensdauer der ISS.

Auf der hat jetzt erstmals ein Deutscher das Kommando übernommen: eine PM des DLR, Blog-Einträge von ESA und NASA, ein Video-Clip und Artikel hier, hier und hier. Auch ein NASA-Plan für scharenweise Ratten und/oder Mäusen auf der ISS und ein wunderliches NASA-Statement zum Soyuz-Loch (auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Und ein möglicher Ausbau von Chinas Raumstation auf 6 Module, das erste Orion-SM vor der Abreise in die USA, mögliche kommerzielle Mitflieger zum Mond – wo Russland wenig Bock auf das Gateway hat, der aber als nächstes Ziel des Menschen im All quasi Konsens zu sein scheint. [1:00 MESZ]

Live-Blog zur Landung von MASCOT auf Ryugu

3. Oktober 2018

5. Oktober

Bilder von MASCOT im Anflug und offenbar von der Oberfläche Ryugus (die BU des DLR geht nicht näher drauf ein): Wie bereits auf den MINERVA-Bildern fällt auf, dass Ryugu eine sehr kantige Angelegenheit ohne den eigentlich erwarteten Regolith ist. Unten eine Aufnahme von Hayabusa 2, die MASCOT auf dem Weg zur Oberfläche zeigt, wovon es auch eine Animation gibt – und man kann einige Details auf MASCOT erkennen. Der hat dann auf der Oberfläche drei Tage und zwei Nächte gearbeitet: Der endgültige Funkabriss kam um 21:04 MESZ, als der Lander – nach zwei Hüpfern um jeweils mehrere Meter, einer kleinen Bewegung zwecks Stereobildern und am Schluss noch einem größeren Sprung – aus Hayabusas Sicht rotierte. Nicht ohne zuvor alle Daten an Hayabusa 2 übertragen zu haben, 120 Bilder der Kamera inklusive. Die Rückkehr des Orbiters zur Parkposition verzögert sich übrigens … wegen eines Taifuns. [12:40 MESZ] Aus der Abstiegs-Sequenz kann man zwei Stereo-Bilder erzeugen. Auch Artikel zu den Bildern und dem irgendwie MASCOT-artigen Phobos-Lander. [13:50 MESZ]

Auch beachtlich: ein Bild der optischen Navigationskamera W1 zwei Minuten nach dem Abwurf von MASCOT, das den Lander, seinen Schatten und den Schatten von Hayabusa 2 selbst zeigt (das Bild oben war von Kamera W2, etwa eine Minute nach der Abtrennung). Plus ein weiterer Artikel. [15:25 MESZ] Auch hier und hier – und auch das ganze W1-Bild, aus dem oben die Ausschnitte zu sehen sind. [18:25 MESZ] Eine Identifikation identischer Punkte auf einer Hayabusa- und einer MASCOT-im-Fallen-Aufnahme, eine sanfte und eine harte Verarbeitung des MASCOT-Oberflächen-Bildes, ein SETI-Chat, ein IAC-Thread und weitere Artikel hier (mit der Bildverarbeitung dieses Bloggers als Aufmacher), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Und da eine Veröffentlichung weiterer Bilder am Wochenende unwahrscheinlich ist, war’s das mit dem Live-Blog. [23:55 MESZ – Ende. NACHTRAG: ein bemerkenswertes Analglyphen-Bild aus den Ryugu-Nahaufnahmen Hayabusas beim Absetzen. Und obige Bildverarbeitung dieses Bloggers findet weitere Verbreitung …]


4. Oktober

Das ist die beste Nahaufnahme vor MASCOTs Aussetzen

durch die Navigationskamera auf Hayabusa 2: Das allernächste Bild, das um 4:12 MESZ nur lückenhaft empfangen wurde, konnte leider nicht restauriert werden, aber das hier ist immerhin das letzte davor, von 4:05 MESZ. Auch ein längerer Artikel über den gestrigen Tag. [12:40 MESZ] Wie gerade in einem Vortrag in Bremen berichtet wird, hieten MASCOTs Batterien länger als 17 Stunden durch, bis die 3. Nacht begann – aber neue Bilder gibt’s erstmal nicht. [12:50 MESZ] Hayabusa 2 – bislang in einer Warteposition in 3 km Abstand – beginnt mit der Rückkehr zur Parkposition in 20 km. [14:45 MESZ] Zuvor hatte der Orbiter alle Daten von MASCOT empfangen. [15:00 MESZ] Ansonsten heute nix Neues nirgendwo; ein CNES Release, weitere Artikel hier, hier, hier und hier, ein Podcast (mit Transkript) und ein TV-Clip aus Berliner Sicht. [23:25 MESZ]


3. Oktober

Zwei Blicke in den MASCOT-Kontrollraum im MUSC des DLR in Köln (wo auch Philae kontrolliert wurde) heute Abend am Ende der Live-Übertragungen. Ob’s heute noch neue Bilder von MASCOT gibt? Der Strom von Bildern der Navigationskamera Hayabusas läuft jedenfalls weiter, der konstant große Asteroid rotiert vor sich hin. [17:50 MESZ] Ryugu ist seit MASCOTs Landung zweimal rotiert, und die Operation dauert an, jetzt mit der Nachtschicht in Japan. [19:40 MESZ] Was aber leider zu keinen weiteren Visuals führt … noch ein paar Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [23:35 MESZ]

Lage nicht optimal: MASCOT muss sich noch mal drehen

Wie bei einer dritten Schalte ins Kontrollzentrum mitgeteilt wurde, wurde gerade beschlossen, MASCOT gegen Ende seiner kurzen Mission noch einmal etwas zu drehen, so dass das französische Instrument MicrOmega besser Kontakt mit dem Boden bekommt und seine Messungen machen kann. Die anderen drei Instrumente waren bisher auf der Oberfläche so erfolgreich, dass das Magnetometer MasMag sogar abgeschaltet werden konnte, um Strom für die anderen zu sparen. Der Großteil der auf Hayabusa 2 zwischengespeicherten Daten sollte bis Freitag auf der Erde sein – vieles muss dann erst noch bereinigt werden, aber Mitte kommender Woche sollte es schon einen ganz guten Überblick geben, wie es auf Ryugu zugeht. Auch Artikel der letzten Stunden hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [16:20 MESZ] Ob die neue Bewegung geklappt hat, weiß man noch nicht, heißt es gerade bei der 4. und letzten Schalte: Derzeit ist MASCOT auf der Nachtseite, weshalb kein Funkkontakt besteht. Zuvor wurden etwa 50% der vielen am Boden gewonnenen Daten zu Hayabusa übertragen, und am 3. Ryugu-Tag geht es hoffentlich weiter, bevor die Batterie schlapp macht. Die Bilder sollten dann am Donnerstag und Freitag auf der Erde sein. [17:35 MESZ]

Eine Ryugu-Aufnahme von MASCOT während dessen Abstiegs (eine von 20, die alle zu Hayabusa 2 übertragen wurden): Oben zeigt sie auch den Schatten des Mini-Landers. [10:45 MESZ] Hayabusa 2 hat derweil in 2.5 km Höhe angehalten. [11:15 MESZ] Da MASCOT zuerst unglücklich zum Liegen kam, wurde der Schwungarm aktiviert und ein Hüpfer durchgeführt: Jetzt steht er gut, und alle 4 Instrumente arbeiten (noch 7 Stunden). Derweil wurde vereinbart, dass die japanische Mission MMX zu den Marsmonden eine Art zweiten MASCOT mitnehmen wird. [13:05 MESZ] Wie in einem weiteren Live-Update zu hören ist, ist gerade die zweite Nacht an der Landestelle: Spezielle Programme laufen. [13:35 MESZ] Und die Landestelle ist genau die gewünschte, weit weg von den japanischen Oberflächen-Operationsgebieten. [13:40 MESZ] Die Entwicklungen bisher von diesem Blogger zusammen gefasst, der Abstand Hayabusas ist nun 3 km – und ein Forscher-Statement zur Bedeutung der Mission. [14:45 MESZ]

Laut Plan müsste MASCOT jetzt abgeworfen worden sein

Aber Bordzeit – Hayabusa 2 ist 17-18 Lichtminuten entfernt, bis zu einer Bestätigung dauert es also noch. Dieses Bild aus noch 130 Metern Höhe wurde jedenfalls um 3:46 MESZ empfangen und zeigt den Schatten von Hayabusa 2 schon sehr deutlich aufgelöst: ein Ausschnitt, volle Auflösung, geschärft & aufgehellt. [4:05 MESZ] Das nächste Bild nach den 220-m– und 130-m-Bildern wurde leider nur bruchstückhaft übertragen – und nirgends eine Bestätigung, dass MASCOT ausgeklinkt wurde. [4:40 MESZ] Angeblich soll es eine Bestätigung geben. [5:10 MESZ] Und da ist die offizielle Bestätigung, dass MASCOT abgetrennt wurde und Hayabusa 2 wieder steigt. [5:20 MESZ] Und auf Englisch nochmal – aber wo ist MASCOT nun … und sendet er? [5:25 MESZ] Der Augenblick im MUSC in Köln, als die Bestätigung kam – in den nächsten Stunden wird mit keinen Daten gerechnet, während Hayabusa 2 wieder aufsteigt. [5:35 MESZ]

Endlich wieder ein Navigationsbild, empfangen um 5:12 MESZ: Hayabusa 2 hat sich schon wieder weit von Ryugu entfernt. [5:45 MESZ] Und es gibt Kommunikation mit MASCOT – wenn auch ohne Angaben zum Zustand. Der Abwurf war jedenfalls um 3:57 MESZ Bordzeit in 51 m Höhe erfolgt. [5:50 MESZ] In Toulouse wird offenbar Telemetrie empfangen, natürlich via Hayabusa 2. [5:55 MESZ] Nach dem ersten Informationsstand ist die Landung gelungen und MASCOT 20 Minuten nach dem Abwurf auf der Oberfläche zur Ruhe gekommen. Gleich gibt’s hier eine Pressekonferenz (und in Japan war schon eine). [9:55 MESZ] Auf der PK ist zu erfahren, dass MASCOT funktioniert und schon Kommandos zum Bewegen gegeben wurden. [10:10 MESZ] Das Panel der PK auf dem IAC in Bremen – wo sonst keine weiteren Details berichtet aber ein MASCOT-Bild aus ca. 40 m Höhe gezeigt wurden – und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [10:30 MESZ] Um 13:30, 15:30 und 17:30 MESZ soll es auf demselben Kanal weitere PKs geben! [10:40 MESZ]

Eine Aufnahme von 1:43 MESZ – da betrug der Abstand rund 800 Meter. Inzwischen ist eindeutig links – in der Mitte eines zunehmend ausgeprägten Oppositionseffekts, wo das Geröll seinen eigenen Schatten verdeckt – der Schatten von Hayabusa 2 zu erkennen. [2:00 MESZ]

Und ein Bild von 2:12 MESZ: Eine laufend aktualisierte Animation des Anflugs ist übrigens in diesem Facebook-Posting zu finden. [2:30 MESZ] Die Instrumente MARA und MASMAG sind eingeschaltet und messen bereits während des Abstiegs. [2:40 MESZ]

Genau eine Stunde später aus 220 Metern Höhe: Ryugu sprengt inzwischen das Bildfeld der Weitwinkel-Navigationskamera (hier mal ein Ausschnitt in voller Auflösung). Bemerkenswert ein sehr heller Punkt, der mit dem Asteroiden rotiert – hat das was mit der früheren Landung der MINERVA II-1-Rover zu tun? [3:45 MESZ] Die Bestätigung, dass der autonome Abstieg läuft. [3:55 MESZ]

Bis auf ziemlich genau einen Kilometer an Ryugu heran

gekommen ist Hayabusa 2 jetzt: oben ein Bild von 1:14 MESZ aus dem Strom von Quasi-Live-Bildern, der hier animiert wurde, darunter frühere Nahaufnahmen des Asteroiden während einer Präsentation in Frankreich mit einem großen polnahen Felsen, eine Grafik mit den Landern, die bereits abgesetzt wurden (rechts) bzw. heute Nacht dran sind (links) und zwei Grafiken zu den Manövern mit MASCOT aus einer detaillierten Timeline für Hayabusa 2. Auch Homepages von MASCOT beim DLR und der CNES sowie eine Beschreibung der JAXA, eine unabhängige Status-Seite, eine Status-Grafik (mit Erläuterung auf Japanisch), Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Video-Bericht und die URL einer Pressekonferenz des DLR um 10:00 MESZ. [1:35 MESZ]

Allgemeines Live-Blog vom 25. 9. bis 1. 10. 2018

25. September 2018

1. Oktober

Ein paar letzte Nahaufnahmen des Zwergplaneten Ceres

aus 56, 58 und 152 km Höhe, die der NASA-Orbiter Dawn im Juli geschossen hatte und die gerade veröffentlicht wurden: Mit der Mission kann es nun jeden Tag vorbei sein. Auch das erste Manöver von OSIRIS-REx, um Kurs auf Bennu zu nehmen, Vorschauen auf die MASCOT-Landung auf Ryugu übermorgen hier, hier und hier – und kein Regolith auf der Oberfläche als größte Überraschung der MINERVA-Landungen. [NACHTRAG: Hayabusas Zeitplan für den Abstieg – der planmäßig läuft, wieder mit Quasi-Live-Bildern der Navigations-Kamera – und das Absetzen MASCOTS.]

Eine Amateur-Verarbeitung von Rosetta-Teleaufnahmen von September 2014 aus 26 km Höhe durch mehrere Farbfilter. Auch eine kleine Startverschiebung von BepiColombo auf den 20. Oktober, ein Update zu New Horizons auf dem Weg zu 2014 MU69, eine weitere Missions-Unterbrechung von Kepler, um die Daten von K2-19 zu retten, die Geschichte des HST, die Rettung eines Klima-Pathfinders gegen das Weiße Haus, ein norwegisches Raketen-Experiment mit Hybrid-Antrieb, die künftige ULA-Rakete mit einem Blue-Origin-Triebwerk – und ein mysteriöser Start in China.

Die Ankunft des HTV #7 an der ISS – auch die Kommando-Übernahme übermorgen durch Alexander Gerst auf der ISS, wo die ESA hin will, wie es mit dem SLS weiter geht und die Moonrace-Initiative [NACHTRAG: mehr dazu]. Und historisch gesehen 30 Jahre Return to Flight nach Challenger, der NASA-Cheffotograf Bill Ingalls, 60 Jahre NASA (der Gründungs-Act, eine andere Version, eine Ansprache des 1. Direktors und Artikel hier und zu ihrem ersten [Fehl-]Start Pioneer 1 hier) – und ein kurzer Besuch im Space Age Museum. [23:45 MESZ – Ende]

Die letzten 100 Tage der Dark Energy Survey (DES) auf dem Cerro Tololo haben begonnen, eine Himmelsdurchmusterung mit dem 4-m-Teleskop in der Mitte, die seit 6 Jahren läuft – auch der ESO-Beitritt von Irland, ein Erfolg für das TMT auf Hawaii, SETI im Optischen (ein Artikel dazu), das Yerkes Observatory zu und Impressionen der Teleskop-Sammlung von Peter Louwman in Den Haag. Sowie der global drittstärkste Airburst des Jahres, Komet GZ gestern, am 28. September, 27. September (mehr und mehr), 26. September (mehr) und 18. September (mehr), der Mars gestern, vorgestern (mehr), am 28. September, 27. September, 26. September (mehr), 25. September, 22. September und 8. September plus eine Zeichung – und die Ankündigung eines Amateur Astronomy Celebration Day (PDF-Seite 4) am 13. April 2019 im Rahmen der IAU-100-Veranstaltungen. [21:55 MESZ]


27. September

Endlich (nicht mehr ganz) neue Bilder von den MINERVAs

auf der Oberfläche Ryugus sind heute vorgestellt worden (nach 5 Tagen eisigen Schweigens), erst in einem 45-Seiten-PDF [alt.] und in Galerien hier und hier: oben ein Standbild aus einer Animation des Sonnenlaufs von Rover 1B (anklicken!), darunter Landestellen-Bilder von 1B und 1A sowie Hayabusas Blicke auf den Rand Ryugus aus 67 m Höhe und die Absetz-Zone der Minervas aus 70 m Höhe (ein bekanntes Bild nun komplett). Aktuellere Bilder oder Infos als vom 23. September oder weitere technische Details enthalten auch die neuen Mitteilungen nicht, ausser dass beide Rover je mindestens einmal gehüft sind. Auch weitere Releases zur ersten Probensammel-Stelle und vorangegangener Fernerkundung aus „Box B“, die – arg knappen – wöchentlichen Berichte, Amateur-Verarbeitungen der ’neuen‘ Bilder hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier], ein Artikel [NACHTRÄGE: mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, hier, mehr, mehr, mehr, hier, mehr und mehr] und jede Menge technische Details zur Mission. Plus zum nächsten Abenteuer MASCOT am 3. Oktober eine DLR-Sonderseite [NACHTRAG: nebst neuer Blog-Artikel zur Kamera, MARA und der Fortbewegung], Videos hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier und hier sowie eine Playlist] und Interviews [NACHTRAG: und ein Artikel sowie eine PM des DLR zum IAC, worin es zur Landung heißt: „Bereits eine Woche später erwarten die Wissenschaftler […] erste Daten und Ergebnisse“].

Die bereits unten erwähnte Wolkenstruktur am Arsia Mons ist auf neuen VMC-Bildern des Mars Express noch auffälliger geworden: Was da wohl gerade passiert? Auch eine Sichtung des eingestaubten Opportunity durch den MRO (Artikel hier, hier und hier), wie ein Aktuator auf Curiosity den Sturm registrierte, der indische Mondorbiter 4 Jahre im Orbit, ein Namensgebungs-Wettbewerb für den Rover 2020 der NASA, die lebensfreudige Chemie des jungen Mars, BepiColombo jetzt gestackt – und Hinweise auf Staubstürme auf Titan.

Die Coma-Haufen-Rand-Galaxie NGC 4858 mit heftiger Sternentstehung und einem fetten elliptischen Begleiter auf einer Hubble-WFC3-Aufnahme, auch die Vereigung der Hälften des JWST, ein weiterer Kontrakt zum Betrieb von Chandra und die Follow-Up-Strategie für TESS‚ Exoplaneten-Kandidaten.

Da qualmt der Anak Krakatau in Indonesien auf einem Bild des Satelliten Aqua vom 24. September. Auch eine Tagung über den steigenden Meeresspiegel, der 100. Start einer Ariane 5 (weitere Press Releases hier und hier, die Live-Übertragung, Artikel hier, hier, hier und hier und Erinnerungen an die Pleite bei Nr. 1) – und die geplante Versenkung (mehr und mehr) von Tiangong-2 und mögliche Verspätungen bei der ersten richtigen chinesischen Raumstation.

Das erste europäische Service-Modul für die amerikanische Orion-Kapsel ist praktisch fertig – auch eine neue Roadmap für die (US-)Raumfahrt (mehr, mehr und mehr), US-Bemühungen, die Lebensdauer der ISS zu strecken, die heutige Ankunft und Installation von Japans HTV-7 an der ISS (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr und ein Start-Video), der nächste Besuch Parmitanos, orbitale Halbzeit für Gerst, die Graduations-Zeremonie für Maurer (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) – und das Verhältnis NASA – Roskosmos. [17:10 MESZ]


25. September

Komet 21P/Giacobini-Zinner am 21. September mit 12″ Öffnung von Michael Jäger aufgenommen: weitere Bilder von vorgestern (mehr) und dem 19. September, 18. September (mehr und mehr) und 16. September sowie der aktuelle Status des derzeit jedenfalks noch viel versprechenden 46P/Wirtanen, der Mars gestern (mehr), vorgestern, am 22. September, 21. September, 20. September (mehr und mehr), 19. September (mehr), 18. September, 17. September und 7. September, Updates zur Staub-Lage hier, hier und hier und eine merkwürdige Beobachtung. Ferner die Entwicklung des Meeresspiegels der Erde, der Nutzen von GPS-Satelliten für Erd-Forschung, mal wieder Fragen zu SOFIA (und Fulldome-Filmmaterial deutscher Didaktiker) aus dem Flugzeug, die erste Phase des Radio-Interferometers NOEMA, eine Aurora-Sichtung von einem Ballon aus, der Anstieg des Astro-Tourismus in Chile – und ein kommendes europäisches Institut für Astrobiologie. [19:20 MESZ]

Hayabusa 2: heute Absetzen der ersten Lander!

21. September 2018

Der Abstieg von der 20-km-Parkposition läuft bereits, die Abstiegsgeschwindigkeit wurde planmäßig verringert, und laut der Timeline sollen die zwei MINERVA-Ⅱ1-Rover heute zwischen 6:00 und 6:30 MESZ in 60 Metern Höhe über der Oberfläche abgeworfen werden. Die Annäherung an Ryugu kann hier quasi live verfolgt werden: Animationen der Bilder der Navigationskamera gibt es bereits hier, hier und hier – und die beiden „Rover“, die sich auch hüpfend fortbewegen sollen, tragen etliche Minikameras. Auch ein JAXA Release zur fehlgeschlagenen letzten Annäherung, eine DLR-Vorschau auf die MASCOT-Absetzung, viele Slides eines Vortrags in Tokyo und Artikel hier, hier und hier. [NACHTRAG 1: Die MINERVAs wurden planmäßig abgesetzt; wie es ihnen ergangen ist, weiß man noch nicht.

Aber von der Navigationskamera gibt es tolle Bilder – hier von 5:05, 6:09 und 6:19 MESZ – mit dem scharfen Schatten Hayabusas auf der Oberfläche Ryugus! Auch eine Animation des Anflugs bis da hin. NACHTRAG 2: Mit MINERVA wird kommuniziert! Aber sitzen die beiden Mini-‚Rover‘ gut auf der Oberfläche? Hayabusa 2 kam jedenfalls bis auf 55 Meter an Ryugu heran. NACHTRAG 3: eine JAXA-Pressekonferenz live, auf der von einem offenbar gelungenen Landung und Aktivierung der Kameras berichtet wird – und eine weitere Vorschau auf die MASCOT-Landung. NACHTRAG 4: Die Kommunikation mit MINERVA ist unterbrochen, wohl da auf die Rückseite rotiert. NACHTRAG 5: Die Bilder 2 und 3 oben entstanden aus etwa 135 und 80 m Höhe. NACHTRAG 6: schon ein halber Tag Schweigen zum Status der MINERVAs auf allem offiziellen Kanälen, und man muss sich womöglich noch Tage gedulden – aber jede Menge Artikel zum Absetzen an sich schon mal hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. NACHTRAG 7:

Willkommen auf Ryugu!!! Beide MINERVA-II1-Rover haben jetzt Bilder geliefert, so wie dieses hier vom Rover 1A während eines Hüpfers heute früh: Weitere zeigen Mutterschiff & Asteroid verrissen ebenfalls von 1A und den Asteroiden scharf gleich nach dem Aussetzen (hier aufgehellt verarbeitet) vom langsamer rotierenden 1B. Weitere Daten werden nun erwartet, während Hayabusa 2 wieder in 20 km Entfernung angekommen ist – auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

„Aktuelle“ Tektonik auf dem Mars: Diese vom Mars Express aufgenommenen Gräben sind vor weniger als 10 Mio. Jahren entstanden. Auch ein Problem mit dem Daten-Übertragung beim Marsrover Curiosity [NACHTRAG: und 4 Jahre MAVEN im Orbit um den Mars], eine Shortlist der Namensvorschläge für Chinas nächsten Mondlander Chang’e-4 (mehr, mehr, mehr und mehr) – und eine neu gegründete Organisation europäischer Planetenforscher.

Eine tiefe Milchstraße als Nebenprodukt der Mission der Parker Solar Probe, der sie der Koronakamera WISPR beim First Light vor die Linse geriet. Auch die Startvorbereitungen von Europas Gegenstück Solar Orbiter, ein 20-Minuten-Video mit den besten Sonnen-Eruptionen des 24. Zyklus, das erste Erd-Bild des GOLD-Instruments auf einem wettersatelliten, eine hartnäckige Störung auf GRACE-FO – und Beobachtungen leuchtender Nachtwolken mit einem Ballon diesen Juli [NACHTRAG: mit Beteiligung des DLR], um an deren Mustern Schwerewellen in der oberen Atmosphäre zu studieren. [NACHTRAG: ein neuer Start-Termin für ICON, der 26. Oktober – und wie man Koronographen-Bilder versteht, die STEREO liefert.]

Und so sieht der Exoplaneten-Jäger TESS den Himmel, ein Bildausschnitt mit R Doradus und einem Teil der LMC aus dem ersten wissenschaftlichen Bild [NACHTRAG: alle drei First Lights]. Derweil sind die Planeten-Entdeckungen von TESS angelaufen: Papers zum ersten und zweiten Fund [NACHTRAG: und bereits ein zweites Paper zum ersten, mit diskrepantem Durchmesser des Planeten] und Artikel hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier und hier].

Raumschrott-Fänger testet erfolgreich ein fliegendes Netz

Der britische Hersteller kann einen Erfolg feiern: Der vor einer Weile aus der ISS ausgesetzte Minisatellit RemoveDEBRIS funktioniert – auch Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Ferner erfolgreiche Starts in China (mehr und mehr) und Indien (mehr), die abgeschlossene Integration des ersten Orion-SM, eine Vorschau auf die nächsten ISS-EVAs, wie die ISS verkauft wird [NACHTRAG: mehr zur Kommunikation ISS Erde], ein nichtssagendes Statement von NASA & Roskosmos zum Soyuz-Loch (auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier mit kaum Neuem) – und eine angekündigte Mondreise eines Milliardärs aus Japan (mit Künstlern im Schlepptau) auf der „BFR“ von SpaceX: Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Allgemeines Live-Blog vom 11. bis 17. 9. 2018

11. September 2018

17. September

Ein exotischer Sonnenuntergang in der Nordsee heute Abend, bei dem ein rotes Band am Horizont noch rund 4 Minuten stehen blieb, bevor es verschwand – vermutlich erst eine „Tin Hat Mirage“, der eine simple Variante des Novaya-Zemlya-Effekts folgte, bei dem Sonnenlicht durch die Atmosphärenschichtung um die Erdkrümmung herum geleitet wird: jede Menge mehr Bilder von heute und auch von gestern am selben Standort an der belgischen Küste, als ebenfalls der Tin Hat aufgetreten war, der angetäuschte NZ-Effekt danach aber nur etwa 20 Sekunden dauerte, bevor der Streifen weg war, und ein vergleichbares Video von 2012. Auch ein Amateur-Spektrum eines STEVE-Phänomens, ein Live-Konzert während einer Aurora in Norwegen, Komet G-Z heute (mehr und mehr), gestern (mehr und mehr) und vorgestern (mehr, mehr und mehr) und die Kometen 38P heute und 64P und 364P am 8. September und eine Lichtkurve des mäßig erdnahen NEO 2018 RC. Und der Mars heute, gestern, vorgestern, am 14. September, 13. September (mehr), 12. September, 11. September, 10. September, 9. September, 8. September (mehr), 7. September (mehr) und 27. August sowie eine animierte Rotation. Sowie die wachsende Rolle von maschinellem Lernen in der Astronomie, eine nun beendete Evakuierung eines Sonnen-Obervatoriums in New Mexico (mehr, mehr, mehr und mehr) – und ein 1-Stunden-Video über das Griffith Obs. in LA. [23:55 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: hier, hier, hier, hier und hier weitere G-Zs von heute und ein weiterer von gestern – und die höchst irdische Erklärung (mehr, mehr und mehr) des Zwischenfalls in New Mexico]


15. September

Die letzte Delta II startete den Laser-Eis-Vermesser ICESat-2

Die Mission des Ice, Cloud and land Elevation Satellite-2 hat heute begonnen: Die allerletzte Rakete des Typs Delta II trug den wichtigen Satelliten mit einem Radarhöhenmesser (Advanced Topographic Laser Altimeter System oder ATLAS) in den Orbit, dazu vier CubeSats. Mehr Bilder hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier und hier – und was dem berühmten Eisberg von 2017 seither widerfuhr. [23:35 MESZ. NACHTRÄGE: mehr Bilder vom Start und weitere Artikel hier und hier]

Jede Menge Fotos von Komet 21P/Giacobini-Zinner rund um’s Perihel am 10. September (das ihm auch nicht mehr half, die Helligkeit blieb bei ~7.5 mag. stehen): vom 14. September (mehr und mehr), 13. September (mehr), 12. September, 11. September (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 10. September (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 9. September (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 8. September (mehr) und 7. September sowie ein SWAN-Bild und eine Zeichnung. [1:10 MESZ] Bilder von heute (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, und mehr) mit GZ bei oder gar über Messier 35. [22:45 MESZ. NACHTRÄGE: auch hier – und am folgenden Tag hier, hier, hier und hier]


11. September

Bis auf 30 m an Ryugu: Generalprobe für den 1. Kontakt

Diese Grafik von Slide 23 dieser englischen Fassung einer Präsentation von einer einer JAXA-PK am 5. September zeigt das bisher kritischste Manöver, das der japanischen Asteroiden-Mission Hayabusa 2 an den kommenden drei Tagen bevor steht: Zwecks Übens der ersten Probenentnahme von der Oberfläche soll es erst schnell von der Parkposition in 20 km Abstand auf 5 km und dann langsam bis auf 30 Meter an Ryugu heran und nach kurzem Aufenthalt wieder zurück gehen. Derweil sind auf der englischen Webseite der Mission Übersetzungen von Postings zur Thermographie von Ryugu, der Natur der Felsen auf seiner Oberfläche, den jüngsten Bahnmanövern und Landestellen erschienen, während weiter nur auf der japanischen Seite über Bilder einer Kamera neben dem Proben-Sammelhorn und die Modellierung Ryugus mit LIDAR berichtet wird – auch eine PM der Uni Frankfurt und Artikel in drei Sprachen hier, hier, hier, hier und hier.

Ein paar frühe Fan-Bearbeitungen von Juno-Bildern vom 15. Perijovium des Jupiter-Orbiters, mehr auch hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier]. Und mal wieder ein endloser Update zu Opportunity, aber wegen des Gezänks um die beste Strategie nach dem Staubsturm vielleicht interessant.

Eine Hubble-Aufnahme des Saturn vom 6. Juni mit dem markanten Sturm – den aber auch manche Amateurastronomen nicht viel schlechter einfangen konnten. Auch ein Emmy Award für die Cassini-PR letztes Jahr – und wie das SDO den letzten Neumond sah: in Gestalt zweier partieller SoFis aus seiner speziellen Position.

Das geflickte Soyuz-Loch in größerem Kontext, aus einem kurzen Roskosmos-Video, in dem ein Kosmonaut erklärt, alles sei gut. Auch in Russisch – man nehme Yandex zum Übersetzen – Artikel zu dem Video, der erfolglosen Suche nach dem, der gebohrt hat, was weitere Untersuchungen erfordert, und wildere Spekulationen (wie auch schon früher) …

Die ISS von oben von einem Satelliten aufgenommen, nämlich Jilin-1 aus 640 km Höhe gegenüber ihren 400 km. Auch die Verschiebung der nächsten Versorgungsmission wegen Taifun-Problemen in Japan – und schon wieder ein Video-Anruf Gersts, diesmal beim Bundespräsidenten.

Der Hurricane Florence gestern aus der ISS aufgenommen: Er wird auch sonst intensiv aus dem Orbit überwacht und stellt eine große Gefahr für die Ostküste der USA dar.

Ein seltenes Video von einer Kamera auf der Nutzlast-Verkleidung einer Rakete, die gerade in China startete – und erstmals mit einem Gleitschirm ausgestattet war, der zukünftig Raumschrott-Fall auf bewohntes Gebiet reduzieren soll. Auch die Live-Übertragung eines Falcon-9-Starts letzte Nacht: Artikel hier, hier, hier und hier, eine Tele-Aufnahme – und unzählige Strichspur-Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [1:00 MESZ] Und noch eins, aus der SpaceX-Sammlung … [2:15 MESZ] … und ein Press Release zur Nutzlast. Inzwischen gibt es Rohbilder der Navigationskamera Hayabusas während des Abstiegs, auch als Animation (immer neue Updates anhängend), ein NASA-JAXA Joint Statement on Collaborative Efforts for Lunar Exploration and Beyond, einen laaangen Artikel zu den Gateway-Plänen und ein neues Statement von Rogozin zum Loch in der Soyuz – die erste Untersuchung hat nichts ergeben, es sei kompliziert, nun werde energischer vorgegangen. [20:15 MESZ] Der ISS-Commander sagt jedenfalls, die Crew sei’s nicht gewesen. Auch ein Album mit Florence-Bildern aus dem All. [22:10 MESZ. NACHTRAG: Der Hayabusa-Abstieg ist in 600 m Höhe abgebrochen worden, weil der Laser-Höhenmesser versagte – vermutlich ist die Albedo Ryugus zu gering. Aber auf dem letzten Bild war Hayabusas Schatten auf dem Asteroiden zu sehen, auch in einer Animation. Und eine erneute HTV-Startverschiebung, während sie die Verschwörungstheorie zum Soyuz-Loch in Russland ernsthaft weiter verfolgt wird …]

Mehr von diesem Blogger seit Anfang August

9. September 2018

Tag der Offenen Tür bei der Volkssternwarte Bonn im Rahmen des Tags des Offenen Denkmals: auch was ein Besucher bemerkenswert fand … (9.9.)

Halo über dem Ennertwald – auch ein sehr ähnlicher Halo ganz woanders aber zeitnah und eine bessere Version früher und noch ganz woanders. (8.9.)

Neue & falsche Zahlen: „Rote Nova“ 2022 im Schwan überraschend abgesagt – der Press Release und das ursprüngliche Paper; unten rechts im Diagramm weitere Messungen von dessen Arbeitsgruppe. [NACHTRÄGE: das neue Paper als Preprint und ein Artikel.] (7.9.)

Wenn die Sojus ein Loch hat – auch weitere Artikel in Russisch (früher und noch früher; der Online-Übersetzer Yandex kommt damit besonders gut klar), Englisch (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und Deutsch. (7.9.)

Ein Streufeld aus Impaktkratern: 280 Mio. Jahre alt und ungewöhnlich ausgedehnt – das Paper und ein Press Release (7.9.)

Gig im Goethebunker in Essen: Astro-Outreach mal in einer etwas anderen Location (Mitte: die Besitzerin). (6.9.)

Die IAU wird 100 – und kommt auf uns zu: auch ein Artikel zur Heritage und spezifische Links dazu, ein USNO Release zur Koordinaten-Resolution, Zahlen zu Neu-Mitgliedern, allerlei Bilder der Ausstellung, die öffentlichen Beobachtungen während der Tagung und noch mehr Artikel. (1.9.)

Proxima Centauri b und Beta Pictoris b: Astrometrie bestimmt Planetenmassen – das Proxima-Paper und eine Zusamenfassung und das Beta-Beta-Pic-Paper und ein ESA Release und Artikel hier und hier dazu. (31.8.)

Wenn Kunst und Kosmos kollidieren … – Artikel zum Satelliten hier und hier und Diskussionen über den SoFi-Fake hier, hier und hier (mehr) sowie das Original-Posting, ein Press Release mit x-mal dem falschen „Photo“-Begriff, Werbevideos hier, hier und hier, ein Werbe-Tweet, Artikel hier, hier und hier, warum man Foto-Manipulationen kennzeichnen muss und ein echtes Foto dieser SoFi aus einem anderen Flugzeug. (31.8.)

Eis an den Polen des Mondes: Lieferte der Orbiter Chandrayaan-1 den Beweis? Das Paper, ein Press Release und Artikel hier, hier und hier. (31.8.)

Weder Aurora noch Airglow: Himmelsleuchten „STEVE“ könnte gänzlich unbekanntes Phänomen sein – das Paper, ein Press Release, Artikel hier und hier, die Frage, ob es eine Aurora oder nicht ist, ein Doppel-STEVE [NACHTRAG: und ein besonders isoliertes und weitere bemerkenswerte Exemplare hier und hier] und frühere Artikel zum Phänomen hier, hier und hier. Und oben ein weiteres Bild von Neil Zeller vom Juli-STEVE. (31.8.)

Ryugu, Bennu und 2014 MU69: Sonden im Anflug auf drei kleine Körper / Hayabusa 2 näherte sich Ryugu auf 850 m! – auch noch ein Artikel. (29./7.8.)

Die Himmelsgloben von Wien: weitere Bilder aus demselben Museum auch hier, hier und hier. (25.8.)

China’s Hubble Gets a Shout-Out at the GA – auch der chinesische Name des Projekts, eine weitere Präsentation, ein Shout-out der IAU für obigen Artikel und noch einer. (24.8.)

Angeblitzt von einem Weltraum-Spion / Ein Flare von einem geheimen Satelliten …? (24./10.8.)

Kometen-Durchblick – selbst gemacht – auch ein früherer Rant dazu. (17.8.)

Sturzflug in die Sonnenkorona: Die Parker Solar Probe ist unterwegs! Die Grafik zeigt ihren Abstand von der Sonne in Millionen Kilometern, auch noch ein Artikel. (12.8.)

Ein Regen aus Sternschnuppen? Nicht ganz … Auch ein Mathe-Tool zur Poisson-Statistik, ein weiterer Rant, die Quelle und eigentliche Quelle des Bildes dort – eine interaktive 3D-Visualisierung von Schnuppenströmen. (10.8.)

Allgemeines Live-Blog vom 30. 8. bis 7. 9. 2018

30. August 2018

7. September

Chinesischer Erdbeobachtungssatellit filmte Raketen-Start

Solch ein Video aus dem Erdorbit gab es wohl noch nie: Der chinesische Erdbeobachtungssatellit Jilin-1 filmte den Suborbital-Start einer Rakete in der Wüste, wie sie in China derzeit populär werden. Auch der Langer-Marsch-2C-Start eines Satelliten zur Ozean-Beobachtung, was der Marsrover Curiosity trotz staubiger Atmosphäre gerade so treibt, ein JPL-Event zum baldigen Missionende von Dawn, das gerade hier und hier streamt, New Horizons vor MU69, die laufende Analyse der ersten TESS-Daten, schon wieder ein Live-Chat mit Gerst auf der ISS – und weiter Unklarheit über den Sinn des Gateways am Mond. [20:05 MESZ] Ein Press Release zum Dawn-Event. [23:10 MESZ – Ende. NACHTRAG: eine PM des DLR und Artikel hier und hier zum Missionsende]

Wärmekarten des Jupitermonds Europa – von der Erde aus erstellt mit dem Radiointerferometer ALMA! Auch der Mars gestern (mehr), vorgestern (mehr) und am 4. September, 3. September (mehr, mehr, mehr und mehr), 2. September und 27. August sowie ein Rotations-Clip, eine Rückschau auf mehrere Perihel-Oppositionen, Untersuchungen am einzigen Mars-Trojaner im L4 und der Status von Opportunity. Plus eine DWD-Analyse des Sommers 2018 und der Einfluss der Sonne auf’s Erdklima.

Komet 21P/Giacobini-Zinner vorgestern von Michael Jäger aufgenommen: weitere Bilder von heute, gestern (mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr und mehr) und dem 4. September, 3. September, 2. September und 20. August sowie eine Zeichnung. Auch das komplette Kreuz des Südens von Teneriffa aus (Refraktion + Kimmung heben Acrux genug an), ein NOSS-Duo beim Flaren, ein Breakthrough-Preis für die Pulsar-Entdeckerin (Reaktionen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier) – und eine heftige Initiative für Open Access: auch Artikel hier und hier. [14:15 MESZ]


5. September

Der Zwergplanet Ceres aus geringer Höhe von Dawn im Juli

aufgenommen, aus 43, 76 und 116 km Höhe: Ausschnitte aus drei der letztens in der Bildersammlung aufgetauchten Aufnahmen. Auch hier und hier ausführliche Worte zum baldigen Missionsende und ein Live-Chat zur Mission am 7. September um 20:00 MESZ, wie Funkamateure mit Chinas Mini-Mondorbiter Bilder machen, die Inbetriebnahme der Parker Solar Probe, eine große Exoplaneten-Strategie für die USA (im Weltraum & am Boden) der National Academies, immer noch Messungen mit dem Kepler-Satelliten (Update von heute), dessen Treibstoffreste unklar sind, Kommunikationstests für das JWST – und Aeolus leuchtet in den Wind mit seinem Laser. [22:25 MESZ]


4. September

Loch in Soyuz eindeutig von Bohrer – aber wer war’s?

Gestern bestätigte auch der Chef von Roskosmos, dass das kleine Leck in der Soyuz, durch das letzte Woche etwas Luft entwichen war („ISS verliert etwas Luft“), von Menschenhand entstand: „Es ist eine Art technologischer Fehler eines Spezialisten“, sagte er (in Google-Übersetzung), ein „Bohrer rutscht[e] über die Oberfläche“. Doch: „Wo haben diese Aktionen stattgefunden – auf der Erde oder schon im Orbit?“ Es sei eine Frage der Ehre, „den Schuldigen für die Luftleckage zu finden“ und ob es ein Unfall oder Vorsatz gewesen sei: „Die Kommission wird die für den Vorfall verantwortliche Person bestimmen.“ Einige Stunden vorher war unter Bezug auf eine „Quelle in der Raumfahrt-Industrie“ berichtet worden, die Panne sei bei der Montage der Soyuz am Boden passiert: Der namentlich bekannte Verantwortliche habe das Loch dann mit einer Art Klebstoff gefüllt, was zunächst hielt, aber als dieser im Orbit aushärtete, sei das Leck entstanden. Auch Artikel in Englisch (mehr und mehr) und Deutsch (mehr und mehr) – und ein Videokanal für eine Gerst-Show für Schulen heute von 13:40 bis 15:40 MESZ: mehr dazu hier und hier; gegen 15:10 MESZ ist darin auch ein Live-Call geplant. [0:00 MESZ]

Und die Show läuft jetzt hier – während in Russland alle Soyuzze und Progresse fertig oder im Bau überprüft werden, dass da keiner rumgebohrt hat … [13:40 MESZ] Ein Bilder von der Show hier, hier und hier – die erste Stunde war eine typische Physik-Show. [14:50 MESZ] Während des Live-Calls mit Gerst wird die Zeitkapsel versiegelt. Auf Wiedersehen 2068. [15:20 MESZ] LOL, bei einer Frage zu Raumschrott erwähnt Gerst das ‚ähnliche‘ Soyuz-Loch – wie es wirklich entstand, sagt er nicht … [15:25 MESZ] … während die Saga um das Loch in Russland immer bizarrere Züge annimmt: „A Russian MP who is a former cosmonaut suggested that a psychologically disturbed astronaut could have done it to force an early return home“ – mehr von Максим Сураев im O-Ton. [16:15 MESZ] Ein PM des Veranstalters und ein Artikel zur Show, während die Spekulation von Surayev – ein Gerst-Kollege 2014 – zum Soyuz-Loch die Runde macht. [21:10 MESZ] In einem russischen Artikel von gestern – eine manuelle Übersetzung – erzählt einer, dass ungebetene Löcher in Soyuzzen schon öfters vorkamen. [22:25 MESZ] Noch mehr Artikel zur Show und zum Loch hier, hier, hier und hier. [23:50 MESZ. NACHTRAG: und hier, hier, hier, hier und hier – während die ESA nichts Sachdienliches dazu mitzuteilen hat und Roskosmos flehentlich bittet, die Presse möge nicht weiter bohren …]


3. September

Bestes Fenster für Komet GZ – aber kaum mehr als 7½ mag.

Der Mond zieht sich vom Nachthimmel zurück, und der Komet 21P/Giacobini-Zinner – gerade bei Capella unterwegs und damit leicht zu finden – erreicht seine größte Helligkeit um den 10. September: Die Hoffnung auf ein auffälliges Himmelsobjekt ist offensichtlich dahin, denn die Helligkeits-Schätzungen liegen seit Mitte August um 7.5 (Lichtkurve), auf Bildern mit kleinem Gerät macht er weiter wenig her, und da ist allenfalls noch 1/10 mag. mehr drin. Wenigstens passt die Bahngeometrie: Bei Dämmerungsende heute steht GZ 10°, bei Mondaufgang (nach Mitternacht) 20° hoch, und die mondlose Morgenhöhe verbessert sich jede Nacht stark. Am 8. September ist der Mond dann weg, und der Komet steht zwei volle Wochen lang vor Beginn der Morgendämmerung ungestört rund 50° (am Intervallende noch 40°) hoch, während 25° gegen 2-3 Uhr morgens erreicht werden. Erst am 23. September beendet der schon wieder fast volle Mond abrupt das Sichtfenster, und GZ sollte dann auch wieder ein paar Zehntel mag. gefallen sein.

So gut konnte man den Mars in Erdnähe in Namibia aufnehmen: animierte – und zugegebnermaßen recht heftig prozessierte – Amateurdaten, denen auch der damals noch tobende Staubsturm wenig anhaben konnte! Auch der Planet gestern (mehr) und vorgestern, eine Versicherung der NASA, Oppy retten zu wollen, warum die Konzentration auf 45 Tage aktive Suche Sinn macht, automatische Perseiden-Beobachtung mit einem Raspberr – und Chinas Rolle beim SKA und Datenaustausch zwischen FAST und MeerKAT. [0:20 MESZ] Mehr aktuelle Bilder von Komet GZ gibt es hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch Bilder aus dem großen Museum in Rio, das letzte Nacht niederbrannte, wobei zumindest der berühmteste Meteorit unbeschädigt blieb – und ein Feature über deutsche NLC-Forscher an der Ostsee. [13:35 MESZ] Der große Meteorit nach dem Brand (sonst haben wohl nur etwa 10% der Sammlung überlebt) – und wie klein Komet GZ wirklich ist, im Vergleich mit M 31: weitere Bilder hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:30 MESZ. NACHTRÄGE: ein kurzes Video aus der Museums-Ruine – mit zwei großen Meteoriten in gutem Zustand, auch eine Infotafel steht noch und weitere wurden geborgen. Und weitere Fotos und mehr zur Bedeutung …]


2. September

Der Nebel IRAS 05437+2502 auf einer Hubble-Aufnahme mit der ACS: von der IR-Satelliten entdeckt und seither kaum erforscht. Auch das Portrait eines Hubble-PR-Manns, eine Studie über Robot-Servicing des JWST, Tests mit CHEOPS und das Stacking von BepiColombo. Und weiter nur Spekulationen über das Loch in der Soyuz – und angeblich 7 Monate bis zum 1. Crew Dragon mit Crew und 6 Jahre bis zur Mond-Raumstation am Platz. [23:25 MESZ]


1. September

Der 2 Mrd. Jahre alte Vredefort-Impaktkrater in Südafrika ist natürlich stark erodiert, aber auf diesem Landsat-Bild fällt die Ringstruktur doch auf (dieser Blogger war 2004 dort und fand dank geologischer Fachliteratur spektakuläre Shattercones im Gelände). Auch die Amateur-Entdeckung des Asteroiden mit dem drittstärksten Yarkovsky-Effekt (mehr, mehr und mehr), Komet Giacobini-Zinner (eine Aufsuchhilfe, eine Übersichtskarte und Artikel hier, hier, hier und hier) heute, gestern (mehr), vorgestern und am 27. August, 22./23. August in Bewegung, 17. August und 12. August, wie lange die Entstehung des Lebens auf der Erde dauerte (200 bis 800 Mio. Jahre), der Mars heute (mehr), gestern, vorgestern und am 29. August, die NASA-Strategie für die Kontaktaufnahme mit Oppy (und Artikel hier, hier und hier über eine Verschwörungstheorie dazu), der Saturn am 27. August und eine Vorschau auf den September. [23:45 MESZ]


30. August

Das Hubble-Gesetz möge fürderhin Hubble-Lemaître-Gesetz heißen, hat die General Assembly der International Astronomical Union heute Nachmittag mit deutlicher Mehrheit beschlossen, aber die Rechtmäßigkeit der folgenden elektronischen Abstimmung ist herzlich unklar. Wie auch immer: Das ist das Paper, mit dem die Resolution begründet („Generalsekretär …“) wurde, und zum Beispiel so war darüber diskutiert worden. Ein weiterer Beschluss (der IAU-Exekutive): Die GA 2024 geht nach Kapstadt und damit erstmals nach Afrika. [19:45 MESZ. NACHTRÄGE: Press Releases von der IAU selbst, UNAWE und der TU Wien, Grußworte hier und hier, ein Gruppenbild mit einem Teil der 3000 Teilnehmer, eine Galerie und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier]

ISS verliert etwas Luft – mysteriöses Loch in einer Soyuz

Gefahr besteht erst einmal nicht, aber ein geringer Druckverlust in der ISS, der letzte Nacht auffiel, geht offenbar auf ein kleines Loch in der Soyuz MS-09 zurück, die derzeit angedockt ist. Die Ursache scheint unklar zu sein, war es ein MMOD-Einschlag (Micrometeoroid / orbital debris) oder hat eine alte Bohrung etwas damit zu tun? Jedenfalls ist das Leck bereits behelfsmäßig abgedichtet worden, über weitere Schritte wird beraten. Auch Spekulationen über Anti-Sterne wegen AMS-02-Daten von der ISS, auch mal kritische Stimmen zur Katastrophen-Vorhersage mit ICARUS und eine Vorschau auf EVAs im September. Sowie die erste Sichtung von 2014 MU69 durch LORRI auf New Horizons (Artikel hier, hier, hier und hier), Nachrufe hier und hier auf den Mondforscher und -fan Paul Spudis, weiter keine Kontrolle über IMAGE (Update von vorgestern) – und von der IAU-Tagung die Vorzüge einer Verlängerung der Mission von Gaia. [13:20 MESZ] Der Druck in der ISS ist nun stabil, aber warum, weiß man nicht – vielleicht haben thermische Verformungen das Leck geschlossen. Jetzt wird die Lage erst einmal analysiert und dann ggf. mit einem speziellen Reparatur-Kit weiter geflickt. [13:55 MESZ] Der Druck hält, aber ein permanenter Fix muss her, offenbar wird bereits etwas in das Loch gespritzt – während Roskosmos schon mal das Problem für gelöst erklärt. [14:15 MESZ] Hmm, der Druck sinkt immer noch ganz leicht … [15:45 MESZ. NACHTRAG: reichlich knappe Statements von Roskosmos, NASA und ESA sowie Updates und ein Artikel über die heutigen Reparaturen. NACHTRAG 2: ein weiterer NASA-Update (genau dieses Inhalts). NACHTRAG 3: ein Kurz-Statement von Gerst, Updates von Roskosmos und später ESA und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. NACHTRAG 4: offenbar Bilder des Lochs und der Reparatur gestern (das Video wurde nach wenigen Minuten wieder gelöscht) – die Arbeiten, übrigens in der Soyuz-Toilette, müssen aber heute fortgesetzt werden … NACHTRAG 5: wovon aber in diesem NASA-Update keine Rede ist. Und eine Kopie der ursprünglichen Version des später zensiert erneut veröffentlichten Videos]

Der Carina-Nebel in nahinfraroten Falschfarben mit dem VISTA-Teleskop der ESO aufgenommen: rot = 2.2 µm, grün = 1.3 µm, blau = 880 nm. Auch Fortschritte beim FlyEye-Teleskop der ESA, eine weitere Fotometrie der letzten MoFi, Radio-Amateur-Beobachtungen von Pulsaren, ALMA mit höchsten Frequenzen, ein Upgrade von Arecibo für 6 Millionen Dollar, Chinas FAST als Touristen-Ziel, die Zukunft der Radioastronomie, ein chinesischer 4-Meter-Spiegel, ein Update zum TMT von der IAU-Tagung (First Light 2028, egal wo; mehr und mehr), was nach GMT, ELT und TMT kommen kann, eine neue Liste bedeutender historischer Sternwarten (inkl. der Alten Bonner, Hinterlassenschaften von Warren de la Rue demnächst in einer Ausstellung in London, eine Aurora-Spezialistin porträtiert, ungewöhnliche NLC noch Ende August, die Bedeutung von Lichtverschmutzung für Fledermäuse (eine PM und eine Diskussion – und die Bedeutung von Unpaywall für die Befreiung wissenschaftlicher Papers von Paywalls. [2:05 MESZ]

Eine Sternbedeckung durch Pluto – mit dem EVT gemessen!

Ein Prototyp des nur vierzölligen Enhanced Vision Telescope hat bei einer Sternbedeckung durch Pluto am 15. August tatsächlich wissenschaftliche Daten liefern können, die ein Screenshot während eines Vortrags von Frank Marchis auf der IAU-Tagung in Wien vor einer Woche genauer zeigt (Signal/Rausch vs. Zeit): Das graduelle Verschwinden und Wiedererscheinen des Sterns durch die immer noch vorhandene Atmosphäre des Zwergplaneten ist deutlich zu sehen! Derweil wurde dieser 2006-er Artikel dieses Bloggers zur Planeten-Definition in Prag auf diesem Slide eines Vortrags des damaligen IAU-Präsidenten auf der laufenden Tagung explizit hervor gehoben. Das waren die damals diskutierten Ideen gewesen – und nun wird offenbar über eine erweiterte Definition nachgedacht, die auch auf Exoplaneten passt. Auch der Mars gestern (mehr und mehr), vorgestern, am 27. August (mehr und mehr), 26. August (mehr, mehr, mehr und mehr), 25. August (mehr, mehr, mehr und mehr), 24. August (mehr, mehr und mehr), 23. August (mehr), 22. August, 21. August, 20. August (mehr, mehr, mehr und mehr), 19. August, 18. August (mehr und mehr), 17. August (mehr), 16. August, 15. August (mehr), 9. August, 6. August, 24. Juli und 19. Juli sowie eine Serie (er schrumpft wieder), eine Zeichnung und der Status von Opportunity, der weiter schweigt: technische Details und Artikel hier, hier, hier und hier. [1:45 MESZ]

Eine beachtliche Feuerkugel über West-Australien, von vielen Videokameras erfasst und z.B. auch hier (früher), hier, hier und hier erwähnt sowie eine frühere über Alabama. Auch wie Gaia-Lichtkurven Formen von Hauptgürtel-Asteroiden enthüllen, Komet Giacobini-Zinner vorgestern und am 26. August (mehr), 25. August (mehr), 24. August (mehr und mehr), 23. August (mehr), 22. August (mehr, mehr und mehr), 21. August (mehr), 20. August, 19. August (mehr), 18. August (mehr), 17. August (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 16. August (mehr, mehr und mehr) und 12. August sowie Sammlungen hier und hier und Artikel hier und hier, plus Komet 64P/Swift-Gehrels am 17. August und 16. August und Wirtanen am 14. August sowie eine Vorschau. [1:00 MESZ]

Dreimal Astronomie im Natur-Museum von Wien

29. August 2018

Das Naturhistorische Museum Wien bietet derzeit mehr Astronomie als üblich. Noch bis zum 12. September wird die Wanderausstellung zu Rosetta des DLR und der MPG gezeigt (mehr, mehr und mehr), die im Wesentlichen …

… aus riesigen selbstleuchtenden Bild- und Schrifttafeln besteht, die eine Menge zu erzählen haben und insbesondere einige OSIRIS-Bilder quadratmetergroß zur Geltung bringen: allesamt schwarzweiß, auf künstliches Herausarbeiten der subtilen Farbinformationen wurde – wohl auch um der Ästhetik willen – verzichtet.

Ein wenig Original-Hardware gibt es auch zu sehen, etwa das Rasterkraftmikroskop MIDAS vom Orbiter und das Boden-Referenzmodell der Abstiegskamera ROLIS und ein Strukturqualifikations-Modell der Kamera CIVA auf dem Lander Philae.

Das Schicksal des letzteren ist im Logbuch des Operations-Direktors im ESOC festgehalten: erst Landung, dann „frequent link breaks“, schließlich „no evidence of contact with surface“ …

Auch Komet Borrelly kommt zu Ehren, immerhin der zweite überhaupt, dessen Kern eine Raumsonde aus der Nähe sah, …

… und der Abschied von der Kometen-brachten-das-Wasser-auf-die-Erde-Hypothese, den Rosettas Messungen beschleunigt haben.

Inmitten der Ausstellung mit geboten geringer Albedo ein Modell des Kerns von Churyumov-Gerasimenko im Maßstab 1:1000, in Vergleich gesetzt auch mit dem Zentrum Wiens – insgesamt ein würdiges Tribut an eine kühne interplanetare Mission, die in dieser Form so schnell nicht wieder kommen wird. Die Ausstellug kann hier virtuell „besucht“ werden, erstaunlich realistisch!

Astronomischer Kern des NHM ist die Meteoriten-Dauerausstellung, in der seit 2012 „nur“ noch 1100 der über 7000 Inventar-Stücke ausgestellt werden – darunter einige enorm große Exemplare …

… wie hier Eisen- …

… und Steinmeteoriten.

Auch Impakte werden ausgiebig thematisiert, etwa mit Shattercones aus dem Steinheimer Becken bzw. der kanadischen Presqu’île-Krater – oder dem nachgebildeten Streufeld des Meteoritenschauers von Mocs in Rumänien von 1882 mit Stücken von 1.6 bis 3.4 kg: Damals fielen rund 300 kg in eine 15 x 3 km große Ellipse, und von den ~3000 Fundstücken landeten 1600 in der Wiener Sammlung.

Radioechos von Meteoren können hier live betrachtet werden (wobei das Wasserfall-Diagramm auch live gestreamt wird) …

… und natürlich gibt es auch ein paar ordentliche Brocken von Chelyabinsk-Fall …

… und ein gewichtiges Stück Mondgestein: Das Fragment #15555,1052 lunaren Basalts von Apollo 15, 83,7 Gramm (ein anderes Stück desselben Steins war 2010 in Oberhausen zu sehen).

Noch bemerkenswerter dürfte aber dieser enorme Marsmeteorit vom marokkanischen Fall von Tissint 2011 sein: Insgesamt wurden etwa 15 kg eingesammelt – und dieses Stück hat 950 Gramm Masse. Angesichts von Marktpreisen von gut 1000$/Gramm kann man sich den Wert ausrechnen [NACHTRAG: der Kaufpreis betrug EUR 400’000, quasi ein Schnäppchen] …

… und natürlich hat gibt es noch ein paar dicke Marsianer mehr im NHM – wo überdies noch bis zum 4. November die Ausstellung „Our Place in Space. Astronomie und Kunst im Dialog“ der ESA (eine frühere Version) zu sehen ist (und bei der besonders die Videoinstallation „Welcome Home Hubble“ auffällt, die eine reale Studie zur HST-Entsorgung aufgreift):