Posts Tagged ‘Blue Marble’

Leuchtende Nachtwolken mal von der Seite

25. Juni 2012

von Bord der ISS aus am 13. Juni als polare mesosphärische Wolken aufgenommen, bei denen es sich um dasselbe Phänomen handelt: Die 2012-er Saison hat sich schon gut entwickelt (letzter Absatz), und die vergangene Nacht brachte v.a. im nördlichen U.K. eine besonders gute Show, wie Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein Bericht (unnötig knatschig, angesichts der Bildergebnisse …) belegen.

Sozusagen Mitternachtssonne für die ISS, jedenfalls ein ‚missglückter‘ Sonnenuntergang in einem ungewöhnlichen Video. Die Telemetrie von der Raumstation kann jetzt übrigens teilweise live verfolgt werden.

Eine neue „Blaue Murmel“, diesmal mit der Arktis dominant: wie die anderen auch zusammengesetzt aus zahlreichen Scanstreifen des Satelliten NPP Suomi.

Ein altes Landsat-7-Bild von Tahiti von 2001 ist jetzt noch einmal veröffentlicht worden, zu Ehren der dortigen Beobachtungen des Venustransits 1769.

Der Lago Trasimeno aus 32.3 km Höhe aufgenommen während des StratoSpera-4-Ballonfluges über Italien am 27. Mai – 1/3 Raumfahrt sozusagen, da der Weltraum bekanntlich in 100 km Höhe beginnt.

Und mal wieder ein fetziges Startvideo der United Launch Alliance, diesmal von der Atlas V, die am am 20. Juni NROL-38 startete – da der so was von geheim war, bricht das Video leider ohne sein Happy End ab …

Ein junger Einschlagskrater auf dem Mond mit noch ausgeprägtem Strahlen-System: Das besteht aus hellerem Bodenmaterial, das bei der Entstehung des 80-m-Kraters – am Rand des viel größeren Kraters Lomonosov übrigens – heraus flog und sich über die verwitterte Oberfläche legte.

Die Krater auf dem Asteroiden haben jetzt Namen bekommen, die sämtlich welche von Edelsteinen sind: Im September 2008 war Rosetta vorbei geflogen, wobei sich der scheinbar eckige Asteroid als ein Trümmerhaufen entpuppte.

Ein besonders starker Jetstream auf dem Saturn bei 42°N auf einer Falschfarben-Aufnahme Cassinis vom 13.1.2008: Angetrieben werden diese besonders starken atmosphärischen Strömungen durch Wirbel, die wiederum die Folge starker lokaler Temperaturunterschiede sind. Wobei die Energiequelle nach einer neuen Untersuchung die Wärme aus dem Planeteninneren und nicht die Sonneneinstrahlung ist: Der lange Aufenthalt Cassinis im Saturnsystem hat Klarheit geschaffen, indem 120’000 Windvektoren aus einer langen Bilderserie gemessen werden konnten.

Und die nächste „Blaue Murmel“ von Suomi NPP

2. Februar 2012

als Gegenstück zur Ansicht Amerikas („Eine Erde …“) ist da, diesmal am 23. Januar auf den Indischen Ozean zentriert. Bei diesen Erdansichten handelt es sich nicht um direkte Bilder, wie sie z.B. die geostationären Wettersatelliten schießen: Vielmehr werden Scan-Streifen aus 824 km Höhe umprojiziert und zusammengestitcht, so dass ein Blick aus 12’743 km Höhe simuliert wird (wobei die vertikalen hellen Streifen jeweils von der Sonnenreflexion im Ozean während der Überflüge stammen). Ob man dies noch als „Foto“ bezeichnen darf? Laut Merriam-Webster ist photography der „process of producing images by the action of radiant energy and especially light on a sensitive surface (as film or a CCD chip)“ – und Photonen wie Detektor waren hier echt …

Die Wärmeabstrahlung der Erde am 29. Januar, gesehen von einem anderen NPP-Instrument, dem Clouds and the Earth’s Radiant Energy System (CERES), kurz nach dem Öffnen seines Deckels: Bei langen Wellen zeichnen sich in dieser Falschfarbendarstellung die kühlen Wolken blau ab.

Acht Monate ist der Puyehue Cordón Caulle in Chile schon aktiv – siehe Weltraumbilder hier („Der Ausbruch …“), hier („Der Ausbruch …“) und hier („Ein Radarbild …“) vom Beginn der Aktivität. Auf diesem Bild des Advanced Land Imager (ALI) auf dem Satelliten Earth Observing-1 (EO-1) vom 26. Januar hat Asche schon ein großes Gebiet bedeckt.

Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

6. März 2010

Eine neue Version der „Blue Marble“ der NASA aus zahlreichen Bildern des MODIS-Instruments auf dem Terra-Satelliten aus dem Jahr 2001 (und noch anderen Daten) ist gerade veröffentlicht worden und gilt als detailliertestes Bild der Erde in echten Farben: Globen mit bis zu 21’600 Pixeln stehen kostenlos zur Verfügung. (BBC; Discovery, Universe Today 3.3.2010)

Der Himalaya bei Sonnenuntergang aus Sicht der ISS, mit dem See Manasarovar, der ungefähr 4500 m über NN liegt (in fast jeder Wikipedia-Sprache wird eine andere Höhe genannt …) – eine der unzähligen spektakulären Aufnahmen, die der Astronaut S. Noguchi ununterbrochen aus dem Orbit schickt. Leider wird er voraussichtlich am 2. Juni zur Erde zurückkehren … (TwitPic 5., Japan Today 3.3., BILD 18.2.2010)

Die ISS, wie sie noch keiner sah – als Radarbild, das ebenfalls aus dem Orbit aufgenommen wurde! Und zwar am 13. März 2008 vom deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X aus 195 km Entfernung und bei einer Relativgeschwindigkeit von 9.6 km/s: Die ganze Begegnung dauerte nur 3 Sekunden und die Auflösung liegt bei etwa 1 m. Radarechos gibt es v.a. von Kanten und Ecken, wie sie die zentrale Gitterstruktur der ISS reichlich zu bieten hat, glatte Flächen bleiben meist schwarz. (DLR PM 4.3.2010)

Falschmeldung über einen „Plan B“ der NASA

Erst schwirrten die Gerüchte, der NASA-Chef habe heimlich seine Untergebenen angewiesen, eine Art Kompromissplan für die künftige Strategie der bemannten Raumfahrt auszuarbeiten, der im Kongress besser ankäme, doch das ist nicht der Fall, wie Bolden in einer Presseerklärung und einem ehemals internen Memo klar stellt: „The President’s budget for NASA is my budget. […] I did not ask anybody for an alternative to the President’s plan and budget.“ Nur eine Beschleunigung der Entwicklung der – vermutlich entscheidenden – Schwerlastrakete wird offenbar erwogen. Dürfen die Abgeordneten also weiter zetern – und aus einem Vorstoß aus ihren Reihen, den Shuttle noch mehrere Jahre länger fliegen zu lassen, wird sicher auch nichts … (Space News, Space.com, Space Politics 4., Universe Today, Space News 5.3.2010) NACHTRAG: Am 15. April wird Obama selbst erklären, was Sache ist.

Aufwind für das VASIMR-Antriebskonzept könnte der neue NASA-Plan bringen: Diese Variable Specific Impulse Magnetoplasma Rocket wird immerhin schon lange von der Privatfirma eines Ex-Astronauten entwickelt und könnte in etwa 4 Jahren erstmals im Orbit erprobt werden. Das Versprechen ist eine Reise zum Mars in nur 39 Tagen: Zwischendurch wird bis auf 55 km/s beschleunigt, bevor wieder gebremst wird. Die kurze Reisezeit würde viele gewichtige Probleme eines Marsflugs beseitigen. (AFP, Daily Galaxy 26.2., Space.com 5.3.2010)

Der indische Raumfahrt-Haushalt steigt gewaltig

Und zwar um rund 1/3 auf etwa 800 Mio. Euro für die Raumfahrtbehörde ISRO: Darin enthalten sind u.a. 25 Mio. Euro für Vorarbeiten für ein bemanntes Programm (das insgesamt auf 2 Mrd. Euro taxiert wird), 42 Mio. Euro für eigene Navigationssatelliten und 5,5 Mio. Euro für den Sonnensatelliten („Indischer Sonnenforschungs-Satellit …“) Aditya. (PTI, Sify 26., Times of India, Domain B 27.2., India Today, PTI 1., PTI 3. , Space Politics 4.3.2010) NACHTRAG: ein langes DPA-Feature zu Indiens Weltraum-Ambitionen.

Der erste in Indien gebaute Nanosatellit Jugnu wird am 6. März feierlich von der indischen Präsidentin Pratibha Devisingh Patil persönlich an die ISRO übergeben: Er wiegt weniger als 3 kg und trägt eine Kamera und einen GPS-Empfänger. Gestartet werden soll im August oder September auf einem PSLV. (Homepage; Times of India 3., PTI 5.3.2010)

Test der indischen Raketenstufe GSLV Mk III vorzeitig beendet

Statt 200 Sekunden brannte die Flüssigkeits-Kernstufe L110 der neuen indischen Rakete GSLV Mk III bei einem Test am 5. März nur 150 Sekunden, da einer von rund 500 Parametern aus dem Ruder gelaufen war. (ISRO Release, The Hindu, Deccan Herald 6.3.2010) NACHTRAG: Für die Überschriften-Dichter hier wie auch hier war’s ein glatter Fehlschlag.

Premiere für neue indische Höhenforschungs-Rakete: Das Advanced Technology Vehicle (ATV-D01) absolvierte am 3. März einen kurzen Flug bis in 46 km Höhe, womit die Grenze des Weltraums nicht touchiert wurde. War auch nicht nötig: Getestet wurde Technologie für einen passiven (luftatmenden) Scramjet, wofür 7 Sekunden lang mit Mach 6 geflogen wurde. (ISRO Release 3., The Hindu 4., Parallel Spirals 5., Jonathan’s Space Report #624 6.3.2010)