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Cassini kann es nicht lassen: täglich neue dramatische Bilder

25. November 2009

Jeden Tag werden derzeit neue dramatische Bilder aus dem Saturnsystem veröffentlicht: vorgestern und heute verrückte Schwerkraft- und Lichteffekte in den Ringen und gestern eine Animation von Saturns Polarlichtern.

Hier hat der 86-km-Mond Prometheus nicht nur bemerkenswerte Muster im F-Ring (links) produziert, sondern wirft – nur eine Woche nach dem Äquinoktium im August – auch seinen Schatten schräg über den A-Ring.

Die nur 8 km große Daphnis (der helle Punkt) hat hier ein Wellenmuster im A-Ring an der Keeler-Lücke erzeugt, das schon im Juni vorgestellt worden war – aber nur eine Woche vor der Äquinoktium sind die Schatten der „Wellenberge“ noch viel länger.

Und dies ist eins von 472 Bildern aus einem Film, der die Entwicklung der Polarlichter Saturns (im sichtbaren Licht aber in Falschfarben dargestellt) über 81 Tage verfolgt – mit 1200 km über den Wolken sind sie die höchsten des Sonnensystems (weil hier Wasserstoff zum Leuchten angeregt wird, der leichter als die bei irdischen Polarlichtern leuchtenden Gase ist).

In Sachen Saturn sorgt überdies noch ein Paper für Aufsehen, in dem anhand der – direkt von Cassini gemessenen – Atmosphärenchemie des Titan auf die Zusammensetzung seiner Seen geschlossen wird, über die es keine direkten Daten gibt. Das Gebräu könnte dank Ethin (Trivialname Acetylen; Anteil ~1%) überraschend ’nahrhaft‘ sein, für sehr spezielle Mikroorganismen, deren Existenz natürlich hochspekulativ ist …

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Noch nie gesehene Strukturen im Saturnring: Daphnis schuld

20. Juni 2009

sat-ring
Der extrem flache Lichteinfall auf die Saturnringe rund um die Tag- und Nachtgleiche macht – für Cassinis Kamera – Strukturen sichtbar, wie sie noch nie jemand (Mensch oder Sonde) gesehen hat; siehe auch einen früheren Artikel. Hier hat der 8-km-Mond Daphnis – selbst zu sehen, wie er einen laaangen Schatten wirft – in der 42-km-Keeler-Lücke ein Wellenphänomen in der 3. Dimension im A-Ring ausgelöst, das nun ebenfalls Schatten wirft und sich so zu erkennen gibt: Die Verbiegungen messen bis zu 1.5 km – 100-mal so hoch wie der Ring dick ist!

NACHTRAG: Der immer flachere Lichteinfall auf die Saturnringe macht sich auch für den irdischen Beobachter durch ein erhebliches Verblassen der Ringe bemerkbar! NACHTRAG 2: noch mehr kuriose Schattenspiele!