Posts Tagged ‘Dione’

Ein aktueller Streifzug durch’s Sonnensystem

9. Februar 2011

Derzeit sehen wir die ganze Sonne auf einmal, dank der beiden STEREO-Satelliten, die einander rund um den 6. Februar genau gegenüber stehen. Hier die ‚ausgerollte‘ Sonne vom 5. Februar mit den SECCHI-EUV-Teleskopen aufgenommen; weitere Bilder & Videos hier, hier und hier – das Gesamtbild soll die Heliophysik wie auch konkret die Weltraum-Wettervorhersage voranbringen.

So erlebte LOFAR die partielle SoFi am 4. Januar! Aus jeweils 20-minütigen Messungen des noch im Aufbau befindlichen europäischen Radiointerferometers sind heute Bilder der mehr oder weniger bedeckten Sonne zwischen 9:40 und 11:00 MEZ – als die SoFi vorbei war – erstellt worden. NACHTRAG: das „Universe in a new light“ sozusagen.

Der qualmende japanische Vulkan Shinmoedake am 4. Februar aufgenommen vom ESA-Satelliten EnviSat – der Ausbruch war ziemlich überraschend gekommen.

Sichtbare Folgen des Zyklons Yasi für das Great Barrier Reef sind die blau erscheinenden großen Sedimentwolken im aufgewühlten Wasser auf einer Aufnahme des Aqua-Satelliten der NASA vom 4. Februar – vielfältig sind die Folgen des Sturms und der Überschwemmungen für das Riff.

Noch’n Mond von der ISS aus gesehen, diesmal im (relativ) neuen Licht am 6. Februar.

Ein „Einstieg“ unter die Mondoberfläche, gesehen vom Lunar Reconnaissance Orbiter in schräger Sicht und bei idealen Lichtverhältnissen: Anklicken des Bildes – die Bilder sowieso immer anklicken für mehr! – liefert auch eine Grafik mit der Sicht- und Lichtgeometrie und Schwärmerisches vom ASU-Autor: „What scientific riches wait to be discovered within the unseen reaches of sublunarean voids?“

Alte Marslandschaften im Argyre-Becken auf einem HiRISE-Bild des MRO: Unterschiedliches Gestein macht sich durch Farbdifferenzen bemerkbar – und zeugt von einer feuchteren Ära des Planeten.

Polygon-Strukturen auf dem Boden eines Mars-Kraters, ebenfalls von HiRISE aufgenommen: Ihre Größenskala spricht für einen zeitweise feuchten Boden; der Impakt hat vielleicht ein kurzlebiges hydrothermales System hervorgerufen.

Feine Brüche auf der ‚hinteren‘ Hemisphäre des Saturnmonds Dione bekam Cassini am 20. Dezember aus 107’000 km Entfernung zu sehen.

Bilder der Woche: vom Cape bis Deep Space

10. Dezember 2010

Der „Quallen-Nebel“ aus der Sicht von WISE, der Supernova-Überrest IC 443 bei 3.4 bis 22 µm: Ungewöhnlich ist, dass die beiden Hälften der Schale unterschiedliche chemische Zusammensetzung und damit IR-Farben haben – was damit zusammenhängt, dass sie mit um einen Faktor 3 unterschiedlicher Geschwindigkeit auf das ISM treffen.

Der Kugelhaufen Messier 107 mit dem 2.2-m-Teleskop der ESO aufgenommen, zur Vorbereitung von Detailbeobachtungen mit dem VLT.

Ein gewaltiger Bruch in der Marsoberfläche zieht sich durch die Cerberus-Region: ein Mosaik aus alten Aufnahmen des THEMIS-Instruments auf dem Orbiter Mars Odyssey – zur Feier der Tatsache, dass er nächste Woche die am längsten operierende Marsmission aller Zeiten werden wird!

Der 120-km-Krater Erulus auf dem Saturnmond Dione (1123 km) auf einem Cassini-Bild vom 17. Oktober aus 41’000 km Entfernung.

SpaceX/Chris Thompson

Der Start der zweiten Falcon 9 von ganz nah mit einer ferngesteuerten Kamera aufgenommen – weitere Bilder vom Erstflug der Dragon-Kapsel vorgestern auch hier, hier, hier, hier und hier. Und wir wissen jetzt, was die „Jux-Last“ der Rakete war: ein großes Stück Käse, in Anspielung auf den Cheese Shop-Sketch von Monty Python

Fünf „heiße“ Bilder aus dem Sonnensystem (das erste und das letzte sogar von heute)

4. September 2010

Der Saturnmond Dione aus exakt 50’000 km Entfernung: eines von mehreren Rohbildern des heutigen Vorbeiflugs. Auch schön: Epimetheus aus 107’000 km – und jede Menge mehr Cassini-Bilder. NACHTRAG: die neuen Diones etwas weniger roh.

Ein „neues“ Bild des Großen Roten Flecks – vor 31.5 Jahren: Björn Jónsson hat dieses farbige Mosaik aus Aufnahmen von Voyager 1 vom 4. März 1979 kombiniert und dabei manch neues Detail herausgekitzelt.

Eine geologische Karte des Schrödinger-Beckens auf dem Mond – mit 3.8 Mrd. Jahren ist es vergleichsweise jung. Bilder und Spektren der alten Mondorbiter Clementine und Lunar Prospector wurden hier mit Messungen des Laser-Altimeters des Lunar Reconnaissance Orbiter verschnitten.

Drei Stürme auf einem Bild des Wettersatelliten GOES 13 vom 30. August: links die Hurricans Danielle (oben) und Earl, rechts die tropische Depression Nr. 8. Sie sind auch auf einer früheren Aufnahme von GOES 15 zu sehen, der jetzt nach 5 Monaten Tests einsatzbereit ist (aber erst einmal in Reserve bleibt).

Italien aus der Stratosphäre gesehen von einer Kamera auf dem Amateur-Ballon „StratoSpera“, der heute morgen bei seinem ersten Flug bis in 27.5 km Höhe aufstieg. NACHTRAG: Weitere Bildersammlungen sind hier und hier erschienen! NACHTRAG 2: VR-Panoramen aus 1.7 km und 24 km Höhe – und ein Video.

Impressionen aus der Raumfahrt kompakt

26. Juni 2010

TanDEM-X hat schon die ersten Radarbilder geliefert, nur etwas mehr als drei Tage nach dem Start! Oben Berge auf Madagaskar, unten ein Stausee in der Ukraine, dazwischen feiernde Wissenschaftler am Nachmittag des 24. Juni mit ersten Ausdrucken. „Damit haben wir den Weltrekord bei der Erstellung von Satellitenbildern gebrochen“, sagt ein Projektleiter – jetzt wird der neue Satellit („Pünktlicher Start …“) erst einmal ausgiebig getestet, bevor im Oktober der Formationsflug mit TerraSAR-X in nur 200 m Abstand beginnt. Mit ersten 3D-Bildern durch das Satelliten-Paar im interferometrischen Modus wird im Januar 2011 gerechnet: „Dann beginnen wir mit der Vermessung der gesamten Erde und generieren das Höhenmodell.“

Ein Schnappschuss der Sonne durch den Satelliten SDO im ultravioletten Licht – Anklicken liefert das jeweils letzte verfügbare Bild mit hoher Auflösung.

Mal wieder eine Konjunktion von Saturn-Monden aus Cassini-Sicht, diesmal Dione im April vor Titan, bei dem auch eine vage Bänderstruktur in der Nähe des Nordpols zu erkennen ist.

Die Spiralgalaxie Messier 83 aus Sicht des IR-Satelliten WISE bei 3.4 bis 22 µm; alle Instrumente des Satelliten sind beteiligt: Junge Sterne erscheinen in dieser Falschfarbenversion in grün, Staub in Rot.

Der Start einer Delta II einmal anders: Auf den Start einer dieser Raketen am 7. Juni 2007 in Vandenberg einen hatten mehrere Fallschirmspringer schon gewartet (das Bild macht gerade mal wieder die Runde im Web). Oder wie wär’s mit diesem Arrangement für den Shuttle-Start am 14. Mai diesen Jahres?

Sonntagnacht: EPOXI holt Schwung an der Erde

Bis auf 30’400 km wird Ex-Deep-Impact auf dem Weg zum Kometen Hartley 2 („Kurskorrektur …“) in der Nacht 27./28. Juni an die Erde heran steuern, um sich 1.5 km/s mehr Schwung zu holen. Die größte Annäherung über dem Südatlantik erfolgt um 0:03 MESZ. (JPL, UMD Releases, Spaceflight Now 24.6.2010)

Die Öffnung der Kapsel von Hayabusa hat begonnen – und es ist schon mal ein wenig Gas aus dem hermetisch versiegelten Probenbehälter entwichen: Vielleicht stammt es aus Material vom Asteroiden Itokawa, vielleicht auch nicht. In etwa einer Woche wird der Behälter ganz geöffnet sein; Röntgenbilder zeigten bereits, dass kein individuelles Teilchen > 1 mm darin ist. (Spaceflight Now, Japan Times 25., JAXA Release, BBC, Space Policy Online 24.6.2010)