Posts Tagged ‘Falcon 9’

Die erste Falcon 9 hat es in den GTO geschafft

4. Dezember 2013

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Das etwas schemenhafte Bild oben liefert noch einen Extra-Beweis: die Erde aus rund 13’000 km Höhe – mit Hardware einer Falcon 9, die die Oberstufe und einen kommerziellen Nachrichtensatelliten letzte Nacht auf einen geostatioären Transfer-Orbit brachte, ein First für SpaceX, mit dem das Privatunternehmen nun in den weltweiten Startmarkt eindringen kann. Darunter ein Amateurvideo mit lustigem Soundtrack und ein offizielles Foto vom Start, mehr Bilder hier, hier, hier, hier und hier, ein weiteres Homevideo, Aufregung auf den Bahamas, viele Screenshots aus der Live-Übertragung des Starts, Press Releases von SpaceX und SES, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier,hier und hier und mehr Links.

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Das Hexagon am Nordpol des Saturn wird immer besser sichtbar für den Cassini-Orbiter (dito und ein Hangout u.a. zu diesem Phänomen, plus andere Saturn-Forschung). Auch Pläne für Dawn bei Ceres und die aktuelle Befindlichkeit der Sonde, die erste Bahnkorrektur von MAVEN, MOM außerhalb des Einflusses der Erde, neue Ansichten von Curiosity, die beginnende Mondforschung von LADEE, eine Kamera aus Hongkong auf Chang’e-3 und Haftungsfragen nach den Folgen des Starts, Erkenntnisse über die Strahlungsgürtel der Erde von den Van Allen Probes und Messungen der Erdverformung nach dem schweren Beben 2011 durch GOCE.

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Ein Chandra-Bild des jungen Supernova-Überrests Circinus X-1 (in blau, kombiniert mit dem optischen Bild in weiß und Radiodaten in lila), der den jüngsten bekannten Röntgen-Doppelstern enthält (unter 4600 Jahre alt; auch Press Releases hier, hier, hier und hier). Sowie 18 Jahre SOHO im Orbit, planmäßige Fortschritte bei den Start-Vorbereitungen für Gaia, Hubble-Messungen von Wasser in den Atmosphären von 5 Exoplaneten [NACHTRAG: mehr Links dazu], die Beobachtung eines möglichen Schwarz-Loch-Paares mit WISE, ein wichtiger Schritt für die vorgeschlagene „K2“-Rettung von und die Beobachtung eines kataklysmischen Variablen durch den Kepler-Satelliten, der für 2017 erhoffte Start des Laser-Kommunikations-Demonstrators LCRD, und der PhoneSat 2.4 spricht mit der Erde.

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Allgemeines Live-Blog am 18. Januar

18. Januar 2013

IRIS with solar wings deployed in B/159

Satellit „Interface Region Imaging Spectrograph“ fertig

Der nächste Small Explorer der NASA ist komplett integriert – zusammen gebaut – worden und wird nun getestet, bevor der Satellit IRIS im April starten soll: Besagte Interface-Region meint die Chromosphäre und Übergangszone der Sonnenatmosphäre, der IRIS durch hochauflösende Bilder mit einem großen Ultraviolett-Teleskop, der einzigen Nutzlast des Satelliten, auf den Grund gehen soll. Erwartet werden Bilder kleiner Ausschnitte der Sonnenoberfläche, dafür aber mit 240 km Auflösung, sowie Spektren, die – mal wieder – entscheidende Aufschlüsse liefern sollen, wieso die Korona über dieser Zone so viel heißer ist. Um v.a. die Spektren interpretieren zu können, sind bereits Supercomputer für Simulationsrechnungen reserviert. [23:35 MEZ – Ende]

Das Video zur letzten Curiosity-Pressekonferenz am 15. Januar ist fertig – und hier noch ein ganz frisches Bild. Und was Curiosity mit der Inauguration zu tun hat … [23:15 MEZ]

A weia: Jupiter- und UFO-Hoaxes machen die Runde …

Man kann kaum so schnell tippen, wie schon wieder jemand irgendwelchen Müll ins Internet gekippt hat – also schnell die Aufklärung hinterher. Der Ursprung des ersten Hoaxes ist (diesem Blogger) noch unbekannt, aber plötzlich wird von gestandenen Astronomie-Popularizern die aberwitzige Behauptung aufgestellt oder unreflektiert weiter verbreitet, die bevorstehende Mond/Jupiter-Konjunktion am 21./22. Januar werde die „engste bis 2026“, wie z.B. hier ausgewalzt wird, und damit etwas ganz Besonderes. Das ist natürlich Blödsinn, hängt doch der Winkelabstand zwischen Mond und Hintergrund (Sterne oder Planeten) dramatisch vom eigenen Ort auf dem Planeten ab.

Bei der kommenden Konjunktion kommt es z.B. in Südamerika zu einer Bedeckung durch den Mond, das gleiche passiert gleich wieder in Australien im Februar – und selbst in Europa wird es bis 2026 noch eine Reihe Jupiterbedeckungen durch den Mond geben. Trotzdem taucht das „2026“-Märchen heute in einem Werbetext für einen Webcast des vermeintlich so seltenen Ereignisses auf… [NACHTRAG: Dort wurde es – auf Betreiben dieses Bloggers – tags darauf entfernt, aber dafür ist es nun bei Nat’l Geographic aufgetaucht. Und hier und hier wird endlich eingeschränkt, dass die „2026“-Aussage nur für Nordamerika gelten soll.]

Ein anderer Hoax betrifft die lange aufgeklärten STS-88-„UFOs“, deren Originale ein tüdeliger UFO-Fanatiker bei der NASA nicht wieder fand – obwohl sie immer noch problemlos im Archiv gescannter Fotos zu finden sind (wie man sich durch Anklicken im SW-Artikel überzeugen kann). Die Lüge von den gelöschten Fotos wurde sogleich von einem Aliens-Freak aufgebauscht und dann leider auch wieder ungeprüft von einer bekannten SF-Seite übernommen – die in letzter Zeit durchaus mit guten Wissenschaftsjournalismus aufgewartet hatte, hier aber komplett versagte. [22:25 MEZ]

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Der NASA-Wissenschafts-Direktor in einem weiteren #NASASocial-Panel (s.u.) im NASA-HQ: Die NASA ist auf einem „grand scientific adventure“, um den Mars zu verstehen. [21:35 MEZ] Ein Curiosity-Manager gibt zu, dass man öfters mal auf den Webseiten der Fans nachschaut, was die schon wieder alles auf den MSL-Bildern entdeckt haben. [21:55 MEZ]

Asteroidensucher NEOSSat & Co.: Start jetzt am 14.2.

Das indische PSLV mit dem Ozean-Altimetrie-Satelliten SARAL als Haupt- und u.a. dem kanadischen Mini-Astro-Satelliten NEOSSat und den ersten zwei Photometrie-Satelliten der BRITE Constellation – darunter Österreichs erstem Satelliten TUGSAT – als Zugaben soll nach neuester Planung am 14. Februar starten. Und voraussichtlich im April wird – nach über 2 Jahren Pause nach 2 Fehlstarts auch wieder ein Start mit dem GSLV angesetzt. Und Südkorea versucht’s wieder zwischen dem 30.1. und 8.2. [20:55 MEZ]

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Was für Wissenschaft auf der ISS getrieben wird, kommuniziert die NASA gerade auf einem TweetUp, äh, „NASASocial“ im HQ in DC, das selbst wiederum Teil der Feierlichkeiten zur 2. Obama-Inauguration ist (und hier live gestreamt wird). Das „Astrophysics“ bezieht sich natürlich auf den großen Teilchendetektor AMS-02, der – ohne wissenschaftliche Papers bisher -vor sich hin sammelt. [20:30 MEZ] Auf die Frage, ob die NASA plane, Haustiere auf die ISS zu schicken, zur Freude der Crew oder als Versuchsobjekte, fällt dem Panel erstmal nichts ein … [20:50 MEZ]

Keine Auskunft zum Versagen des Falcon-9–Triebwerks

beim ersten Dragon-Flug zur ISS geben Space X und auch die NASA, die zwar bei der Untersuchung mitmachte aber nichts verraten darf (letzter Absatz). Die ist wohl weitgehend abgeschlossen, und das Auseinanderfallen des Triebwerks hatte offenbar irgendwas mit (zu) ausgiebigen Tests vor dem Start zu tun. Der nächste am 1. März ist jedenfalls nicht gefährdet, zumal alle Triebwerke dieser Falcon nur einfachen Prüfungen unterworfen wurden. [5:05 MEZ] Und im Dezember gibt’s einen Dragon Pad Abort Test. [16:10 MEZ]

ABC feiert Astronauten-Fotos aus dem Orbit: In diesem Nachrichtenclip sind es die Tweets von Thomas Marshburn, der im Dezember auf der ISS einzog – etwa dieses Bild vom 9. Januar. Oder das ISERV-Teleskop – von unten. Mehr aktuelle Bilder verschiedener Crewmitglieder sind hier zu finden. [3:45 MEZ]

Komet PANSTARRS hat inzwischen 7. Größe erreicht

und wird – in Australien – auf 7.7 bis 7.9 mag. geschätzt; auf diesem Foto von T. Lovejoy hat er auch schon einen Stummelschwanz. Während C/2011 L4 (PANSTARRS) hoffentlich im März hoffentlich hell am Nordhimmel erscheinen wird, bleibt C/2012 F6 (Lemmon) im Süden: Er hat ebenfalls 7. Größe und bewegt sich – ein Bild von gestern – in den nächsten Tagen durch das Kreuz des Südens. [3:00 MEZ]

Eine Feuerkugel über Kalifornien ungefähr -20. Größe – also näher an Sonnen- denn Mondhelligkeit – wurde am Morgen des 17. Januar vielfach beobachtet, auch in Nevada. Und in der Nacht zum 18. Januar Polarlicht über Nord-Schottland (ca. 57°N). [3:00 MEZ. NACHTRAG: mehr Polarlicht]

Kepler wegen Reaktionsrad-Ärger für 10 Tage lahmgelegt

Eins ist schon länger ausgefallen („Kepler weniger redundant …“) – und nun zeigt auch ein zweites der vier Drallräder des Kepler-Satelliten erhöhte Reibung, die zu seinem Ausfall führen könnte! Man hat den Satelliten daher für 10 Tage in einen „wheel rest“-Safemode versetzt, bei dem die reaction wheels gar nicht benutzt werden und das Schmiermittel die Chance hat, wieder an die richtigen Stellen zu kriechen. Dann sollen die Drallräder wieder in Betrieb und das jetzt ruhende Beobachtungsprogramm fortgesetzt werden. [3:00 MEZ. NACHTRAG: Es ist nur eine Vorsichts-Maßnahme, kein Hinweis, dass ein Versagen kurz bevor stand]

Ein Falcon-Triebwerk zerbricht, keiner merkt’s, und der Dragon erreicht die korrekte Bahn

8. Oktober 2012

So sah der Start der Falcon 9 mit dem ersten Dragon im NASA-Auftrag in der Live-Übertragung von SpaceX aus: Bei 5:21 erkennt man eine Art Explosion eines der Triebwerke und etwas fällt herunter, vermutlich die Düse eines Triebwerks – die anderen brannten dann länger und die Dragon kam trotzdem auf die korrekte Bahn, wo sie am 10. Oktober um 13:22 MESZ von der ISS eingefangen werden soll.

Wie wenig die Rakete von dem möglicherweise gravierenden Vorfall beeinträchtigt wurde, erkennt man auch daran, dass der Startkommentator der NASA – die eine völlig andere Übertragung mit eigenen Kameras produzierte – überhaupt nichts mitbekam! Bei 2:26 erklärt er 2 Minuten nach dem Abheben alle 9 Triebwerke der ersten Stufe für einwandfrei – da war die Nr. 1 schon 40 Sekunden tot …

Ansonsten verlief dann (wieder) alles wie am Schnürchen, wie in dieser hektischen Re-Animation von Screenshots zu sehen ist: Der Dragon wurde ausgesetzt, seine Solarzellen entfalteten sich, und auch die Sekundärnutzlast setzte die Falcon korrekt aus. Standbilder vom Start auch hier, hier und hier, ein Statement vom POTUS (zur Politik, nicht dem Triebwerks-Problem) und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. NACHTRAG: Während Beobachter die Explosion der Turbopumpe vermuten, feiert SpaceX – wo man ebenfalls erst einen völlig nominalen Start behauptete [HINWEIS: siehe den ursprünglichen Text der inzwischen manipulierten PM] – lieber die Robustheit des Systems … NACHTRAG 2: … mit der es aber nicht weit her ist: Offenbar wurde die zweite Nutzlast auf eine falsche Bahn gebracht! Über den Merlin-Ausfall während des Starts gibt es noch nichts Neues, also kann hier und hier munter weiter spekuliert werden.

NACHTRAG 3: Jetzt gibt’s das Video des Zwischenfalls mit dem Triebwerk Nr. 1 auch Bild für Bild – bevor sich SpaceX näher dazu äußert, viel Stoff für weitere Spekulationen … NACHTRAG 4: Endlich ein Artikel, der indirekt die unterirdische Informationspolitik von SpaceX kritisiert, und ein anderer, der die Dramatik und möglichen Konsequenzen der Ereignisse realisiert. Sonst kaum Reaktionen bisher.

NACHTRAG 5: Nach 17 Stunden hat SpaceX – aus deren Galerie auch dieses Start-Foto stammt – erste Informationen zum Zwischenfall mit dem Triebwerk 1 gegeben. Danach ist es nicht explodiert, denn es lieferte auch nach dem Ausfall 79 Sekunden nach dem Start weiter Telemetrie: Die sprach von einem abrupten Druckabfall, woraufhin es sofort abgeschaltet wurde. Dann sei durch die plötzliche Druckentlastung seine Verkleidung zerrissen; die anderen 8 Triebwerke seien dabei nicht zu Schaden gekommen, und der Bordcomputer sorgte mit ihnen für das Erreichen der korrekten Bahn für den Dragon (dessen entscheidende Klappe über den Rendezvous-Sensoren auch offen ist). Über die falsche Bahn für die zweite Nutzlast äußerte sich SpaceX nicht: Die ist nach Berechnungen von J. McDowell nur auf einer 203×323- statt 350×750-km-Bahn gelandet, weil die zweite Stufe kein 2. Mal zündete. NACHTRAG 6: Genau so war es, bestätigt endlich ORBCOMM – man will versuchen, die Satellitenbahn anzuheben. NACHTRAG 7: Die wahrscheinliche Erklärung, warum die 2. Stufe kein 2. Mal zünden durfte: Man konnte nicht garantieren, dass der Satellit nicht auf einer zu ISS-ähnlichen Bahn landen würde.

Live-Blog zum ersten Flug einer Dragon zur ISS

22. Mai 2012

Kommt ein Dragon geflogen – zum Schluss noch ein knapp 10 Minuten langer Video-Zusammenschnitt der historischen Ankunft. Das ‚Berthing‘ ist inzwischen komplett – und der NSF-FD-4-Blog ist inzwischen bei Seite 45 angekommen … [23:07 MESZ – ENDE]

Weitere Links zum Einfang des Drachen sind da: ein NASA Press Release, viele Standbilder, ein kurzer Video-Zusammenschnitt und Artikel hier, hier, hier (mehr), hier, hier, hier und hier. [22:13 MESZ am 25. Mai]

Als der Dragon am Haken hing: Da war es 16:56 MESZ, ein paar Stunden später als geplant aber letztlich problemlos (wie gerade noch mal im NASA-TV-Kommentar zu hören war). Und um 18:02 MESZ war das Raumschiff fest mit der ISS verbunden – bald wird mit dem Druckausgleich zwischen der Kapsel und der Station begonnen. Und um 19:00 MESZ gibt’s eine Pressekonferenz zur Feier des Tages. [18:19 MESZ]

Der Dragon ist eingefangen, noch nicht auf der ISS

Direkt nach der Ankunft in Violau zur 31. Planetentagung ein Update: Der Dragon ist kurz vor 16:00 MESZ mit dem Robotarm der ISS eingefangen worden und wird nun gerade in Position für’s Ankoppeln gebracht. [17:57 MESZ] Dem Live-Blog zufolge besteht jetzt fester Kontakt zwischen Dragon und Harmony. [18:05 MESZ] Was bisher geschah, kann in diesem Artikel nachgelesen werden – und was passiert, im NSF-Forum zum Flight Day 4, bereits auf der 36. Seite … [18:09 MESZ]

Die ersten Detailaufnahmen des Dragon im Orbit! Aufgenommen von der ISS aus mit Teleobjektiv und DSLR-Kamera während der gestrigen Unterfliegung der Raumstation – und der Press Release von SpaceX dazu. [0:55 MESZ]

„Our mission is looking just like our simulations“

So hat’s der Lead Mission Director des Dragon-Fluges von SpaceX auf einer PK nach dem Underflight der ISS – auch hier, hier und hier beschrieben – ausgedrückt: Dem morgigen Einfang scheint demnach nichts mehr im Wege zu stehen. Die Operation beginnt gegen 8:00 MESZ mit dem Einfang gegen 12:00 MESZ und dem Andocken der Kapsel an die Raumstation um 17:30 MESZ – das kann sich aber alles noch verschieben. Und noch ein Bild ist publik geworden: Die ISS-Crew guckt den Start der Falcon 9 – im Webcast, wie normale Menschen auch. [19:20 MESZ am 24. Mai]

Jetzt sieht man auch die Solarzellen des Dragon – aber kurz danach gar nichts mehr: Loss of Signal, auch während der größten Annäherung („R bar crossing“), die nun für 13:25 MESZ erwartet wird. [13:22 MESZ] Scheint keine weiteren Bilder des Dragon mehr gegeben zu haben – was runterkam hier im Zeitraffer. Und die Fly-Under-Demonstration war offenbar völlig problemlos. [14:44 MESZ] Ein kurzes Video in Echtzeit. [15:24 MESZ]

Der Dragon fliegt gerade über Südafrika, der Heimat des SpaceX-Chefs, wie der NASA-Kommentar bemerkt. Näher ranzoomen können die Videokameras auf der ISS wohl nicht, aber vielleicht gibt’s später detailreichere Telefotos. Und morgen sowieso. [13:15 MESZ] Die ISS-Crew sitzt in der Cupola und guckt – schließlich kam noch nie ein kommerzielles Gefährt vorbei. [13:18 MESZ]

Das erste Bild des Dragon kommt gerade von der ISS! Größte Annäherung in 20 Minuten, wenn er zwischen Station und Erde durch fliegt. [13:00 MESZ] Dragon jetzt als grauer kurzer Balken gegen die hellen Wolken zu sehen. [13:05 MESZ]

Die ISS ist gerade wieder in die Sonne geflogen, was dann auch für den den Dragon gelten müsste – aber Bilder gibt’s immer noch keine. Umgekehrt sieht der Dragon aber die ISS mit seiner IR-Kamera – Kunststück bei dem Klotz … [12:42 MESZ] Das Strobe Light auf dem Dragon ist erfolgreich von der ISS aus eingeschaltet worden, meldet SpaceX – d.h. das Raumschiff kann von der Raumstation aus kommandiert werden, wichtig für morgen. [12:47 MESZ]

Noch zwei Stunden bis zur größten Annäherung von Dragon und ISS: Um 13:26 MESZ soll es so weit sein, wird nun berechnet. Der weitere Zeitplan sieht eine PK um 16.00 MESZ vor – und die erneute Annäherung und den Einfang des Dragon morgen gegen 14:00 MESZ. Oben ein aktueller Blick in die ISS Mission Control. [11:25 MESZ] Don Pettit kann den Dragon bereits sehen, der Video-Feed von der ISS zeigt aber noch nichts. [12:05 MESZ] Eine direkte Funkverbindung zwischen Dragon und ISS ist hergestellt – von der aus wird gleich das Kommando gegeben, Blinklichter auf dem Dragon anzuknipsen. [12:30 MESZ]

Die „Unterfliegung“ der ISS durch den Dragon naht

Um 9:58 und 10:43 MESZ werden zwei Zündungen des Dragon-Triebwerks sie Bahn so verändern, dass das Raumschiff schließlich bis auf 2.5 km an die ISS heran kommen wird. Ob man von der aus viel sehen wird, ist auch der NASA nicht recht klar – vielleicht als heller Punkt? Kosmonaut Kononenko wird jeweils mit einer Nikon und 800-mm-Tele drauf halten, wie Skyweek erfahren hat. NASA-TV überträgt, Spaceflight Now bloggt, und im NSF-Forum wird diskutiert. [9:55 MESZ] Beide Triebwerkszündungen haben stattgefunden – der Dragon ist auf dem Weg zum 2.4-km-Vorbeiflug! [11:00 MESZ] Wie im NSF-Forum berichtet wird, konnten die ISS und der schwach aber deutlich sichtbare Dragon gerade über Indianapolis, Kansas City und Chicago in 3-4° bzw. 3.5 Sekunden Abstand voneinander gesichtet werden. [11:10 MESZ]

Intermezzo! Die genialsten Bilder der Sonnenfinsternis vom 21.-20. Mai sind wohl James Kevin Ty in Xiamen, Fujian , China gelungen (wie bereits im Live-Blog erwähnt) und können hier mit seiner freundlichen Genehmigung – nur leicht konstrastverstärkt – gezeigt werden: Die innere Korona (vor der sich der Mond in der Wolkenlücke dunkel abhebt), Protuberanzen und die Chromosphäre sind perfekt getroffen. Die Rückkehr des Mondes neben der Abschied nehmenden Venus konnte dann am 22. Mai dieser Blogger am Rande einer öffentlichen Beobachtung in Bonn mit Mühe dokumentieren – anderswo war’s einfacher … [20:05 MESZ am 23. Mai]

Die Klappe ist offen, und der Startracker arbeitet

schon: Das hat Musk gerade getweetet. Zuvor war auch ein Press Release der NASA zum Start eingetroffen: Als Nächstes gibt’s am 24. Mai ab 8:30 MESZ was zu sehen, wenn die testweise Annäherung der Dragon an die ISS beginnt. [12:54 MESZ am 22. Mai] Ein paar Artikel zum – problemlosen – ersten Tag hier, hier, hier, hier und hier. [1:30 MESZ am 23. Mai] No news is good news, darf man vermuten: Die Nachrichtenlage in Sachen Dragon ist äußerst dünn, alles geht wohl nach Plan, und SpaceX hat letztens nur ein thermisches IR-Bild der Erde von einem Dragon-Instrument veröffentlicht – und ein Jubel-Video vom Start. Oh, und plötzlich sind alle Politiker dafür … [16:35 MESZ] Der erste Vorbeiflug an der ISS ist jetzt für den 24. März um 9:47 MESZ angesetzt, nachdem alle Tests im Orbit gut verlaufen sind – und es gibt pretty pictures. [18:03 MESZ]

Die Post-Launch-PK am Cape läuft, mit einem – offenbar ein wenig müden – Elon Musk per Video aus Kalifornien zugeschaltet. [11:39 MESZ] Musk erklärt die Mission schon mal zum Erfolg, egal was noch passiert … [11:42 MESZ] Insbesondere das Entfalten der Solarzellen hat ihm gefallen – die erste Dragon hatte ja noch keine. [11:44 MESZ] Das Öffnen der Klappe vor den Dragon-Navigations-Sensoren – der nächste große Schritt im Orbit – wird vorgezogen! [11:49 MESZ]

Und der Start auch noch mal als Video, während die ganzen Replays hier mitgeschnitten wurden – was nun passiert, kann man auch hier verfolgen, wo es auf früheren Seiten auch Unmengen weiterer Screenshots gibt. Auch vom Entfalten der Sonnensegel, das sinnigerweise nur von SpaceX, nicht aber der NASA übertragen wurde. [10:57 MESZ] Und hier eine Aufzeichnung der SpaceX-Übertragung. [11:13 MESZ. NACHTRAG: Die dramatische Öffung der Solarzellen beginnt bei 12:40 – begleitet von Riesenjubel. Warum hat NASA TV dies alles verpasst???] Der weitere Verlauf der Mission ist auch diesem Artikel zu entnehmen. [11:19 MESZ] Mehr Screenshots der tollen Bilder vom Entfalten der Sonnensegel. [11:30 MESZ] Ein Statement von Bolden zum Start. [11:35 MESZ. NACHTRAG: dito als Video]

Das war der Start der Falcon 9 vor einer halben Stunde, aus den gerade laufenden Replays mit drei verschiedenen Kameras. [10:14 MESZ] Um 11:30 MESZ gibt’s die Post-Launch-Pressekonferenz, bis dahin hat NASA TV nichts mehr zu sagen. [10:20 MESZ] Sogar dem Weißen Haus ist der Starterfolg ein Statement wert! [10:32 MESZ]

Die Dragon-Kapsel ist im Orbit ausgesetzt worden!

Die Solarzellen werden gerade entfaltet! Bilder vom Aussetzen gab es nicht, wohl aber High-Fives im Kontrollzentrum. Hier das Triebwerk der 2. Stufe kurz vor dem MECO, mit wilden Plume-Effekten. [9:57 MESZ] Die Solarsegel sind draußen. [10:02 MESZ] „Falcon flew perfectly!! Dragon in orbit, comm locked and solar arrays active!! Feels like a giant weight just came off my back :)“ Hat Musk gerade gezwitschert. Im NASA TV gibt’s gleich Launch Replays. [10:05 MESZ]

Da brennt die zweite Stufe – 270 km hoch sind wir schon. Die Timeline der nächsten Minuten und Stunden. [9:51 MESZ]

Da fliegt sie! Die erste Stufe ist inzwischen bereits abgetrennt, und die zweite brennt einwandfrei. [9:49 MESZ]

T minus 1 Minute! Alles gut … [9:43 MESZ] Jawoll! [9:45 MESZ] Vehicle on a nominal trajectory. [9:47 MESZ]

Noch 15 Minuten bis zum Start – und bisher sieht alles gut aus! [9:29 MESZ] CNN International überträgt auch! [9:35 MESZ] Launch director is go for launch! [9:42 MESZ]

Ein Interview mit dem NASA Project Executive for SpaceX über den neuen Versuch: Klappt’s, ist das der Plan für die Dragon-Mission. [3:10 MESZ]

Start der Falcon 9 jetzt am 22. Mai um 9:44 MESZ geplant

Nachdem es am 19. Mai nichts wurde, ist nun abermals ein Startversuch angesetzt – danach ginge es erst am 25. Mai wieder, weil am 23. die USAF keine Lust hat. Eigentlich wäre der Startabbruch gar nicht nötig gewesen, sagt der SpaceX-Chef jetzt, aber was soll’s: Das zweifelhafte Ventil ist ausgetauscht, und abermals steigt die Spannung. Updates wiederum hier samt Video und hier offiziell ab 8:30 MESZ: Die Wetter-Wahrscheinlichkeit zumindest hat sich auf 80% verbessert. [1:05 MESZ]

Doppel-Live-Blog Dragon zur ISS und Ring-SoFi

18. Mai 2012

Der Startabbruch aus der Sicht einer Kamera auf der Rampe, die leider – in Erwartung des Abhebens – etwas zu hoch ausgerichtet war. [18:10 MESZ] Und zum Vergleich die schönsten Launch Aborts des Space Shuttle … [18:35 MESZ] Erst um 23:10 MESZ kam die Nachricht: Ein Ventil der Turbopumpe des Triebwerks 5 war schuld. Das wird nun ausgetauscht und gecheckt, dass andere Ventile nicht dasselbe Problem haben. Und noch wird auf den 22. Mai gehofft. Zum Schluss noch der komplette SpaceX-Webcast hier bzw. hier (ab Minute 66). Und hier wird nun munter spekuliert, wie es weiter geht. [23:35 MESZ am 19. Mai – ENDE einstweilen. Weiter geht’s gleich mit einem neuen Live-Blog nur zur SoFi. NACHTRAG: Noch in der Nacht soll das Ventil ausgetauscht werden, in der Hoffnung, den 22. Mai zu halten]

Irgendwo hier steht die Falcon 9 herum auf einer Aufnahme des Capes, die laut EXIF-Datei gestern Mittag dortiger Ortszeit auf der ISS gemacht und gerade von André Kuipers geschickt wurde. [16:25 MESZ] Wie man nach und nach eine Schlagzeile aktualisiert … [16:35 MESZ] Noch ein Trostpreis: die ISS über dem Cape heute morgen. [17:20 MESZ]

Die Schlüsselsätze der PK in einer Minute zusammengefasst – und Berichte hier, hier, hier, hier und hier. [15:25 MESZ] Auch die komplette Post-Abort-PK – und ein längerer TV-Bericht zum Abort. [15:55 MESZ] Die Wetterprognose für den 22. Mai: Chance auf Grün nur noch 60%. [16:10 MESZ]

Der Start wurde 1/2 Sekunde vor dem Abheben abgebrochen, als der Kammerdruck des Triebwerks 5 zu weit anstieg, wurde gerade auf der PK erzählt: Gegen Mittag (d.h. 18:00 MESZ) sollten Techniker in das Triebwerk hinein schauen können – und der 22. Mai bleibt das Ziel für den nächsten Versuch; auch der 23. ginge noch. [12:38 MESZ] Und, ja, es war ein „Abort“ – wäre man mit dem Triebwerk ‚trending‘ in der bedenklichen Richtung gestartet, dann wäre das eine „Failure“ gewesen. Und mit einer simplen Änderung der Limits – wie Elon rasch gezwitschert hatte – ist es wohl nicht getan. [12:42 MESZ] Alle 9 Triebwerke starteten o.k., siehe den Qualm in den Videos, aber dann wich Nr. 5 vom Soll ab. Hoher Druck bedeutet meistens hohe Temperatur – und das könnte bedeuten, dass zu wenig Treibstoff einströmte. Was wiederum ein Ventilproblem verursachen kann, für das es hier aber keine Anzeichen gibt. [12:45 MESZ]

Die Post-Scrub-PK beginnt in wenigen Minuten (aber müsste das nicht eigentlich Post-Abort heißen – die Triebwerke liefen ja schon?), während noch mehr Lob zu hören ist: „The whole Gemini program had test objectives that, in essence, are all being condensed into this one mission. If they get even halfway there, that’s still one for the books.“ Mehr Post-whatever-Stories auch hier und hier. [12:30 MESZ]

Und das war die Abort-Übertragung von SpaceX – mit besserem Bild aber noch weniger Erkenntnissen als in der NASA-Version unten. Aber das kennt man ja … [11:45 MESZ] Und es gibt schon Lob für die saubere Abbruch-Prozedur. [11:49 MESZ] „Since this is a test flight, the SpaceX team likely thinks of this a successful launch abort as opposed to a failed launch.“ [11:57 MESZ]

Aus der Sicht einer SpaceX-eigenen Kamera sah der Startabbruch dramatischer als bei der NASA aus – mehr Qualm … [11:29 MESZ]

So sah der Launch Abort in der NASA-Übertragung aus – der Kommentator war ein wenig überrascht, wahrte aber die Fassung … [11:23 MESZ]

Um 12:30 MESZ gibt’s eine Post-Scrub-Pressekonferenz, womit dies die letzte Live-Einstellung im NASA-TV ist, das nun die Übertragung abgebrochen hat – was SpaceX mit seiner Show schon lange getan hatte. [11:15 MESZ] Bei Spaceflight Now gibt’s aber noch ein Live-Bild zu sehen. Und im NSF-Forum wird heftig diskutiert … [11:19 MESZ]

„The computer saw a parameter it didn’t like“ – eine sehr volksnahe Erklärung des NASA-Startkommentators, warum der Start abgebrochen wurde. [11:01 MESZ] Wenn die nächste Startgelegenheit am 22. Mai genutzt werden können sollte, wäre sie um 9:44 MESZ. [11:03 MESZ] Der Grund für den Abbruch war etwas zu hoher Druck in der Brennkammer des Triebwerks Nr. 5 – beim nächsten Mal wird man die Limits anpassen. [11:07 MESZ]

Die Triebwerke hatte bereits gezündet, dann der Abort: „Flight computer is not in startup“ … [10:59 MESZ]

T-5 Minuten – und weiter keine Probleme …

Die Falcon-Stufen sind jetzt auf internal power. [10:51 MESZ] Launch Director is Go for Launch. Und Range is Green! [10:53 MESZ] „And Lift-Off! We had a cut-off!“ Kein Start heute mehr möglich, frühestens am 22. Mai … [10:56 MESZ]

Noch 20 Minuten – und konkurrierende Webcasts!

Gestern noch gemeinsam auf der Bühne bei der Pre-Launch Press Conference – aber jetzt gibt es unabhängige Webcasts von SpaceX mit einem energischen Moderatoren-Duo, das gerade Twitter-Fragen beantwortet, und NASA TV, der auch in diesem Launch-Blog eingeblendet wird, während NASAs eigener Blog ebenfalls hektisch berichtet. Keine technischen Probleme, auch das Wetter spielt mit (jetzt 80% Wahrscheinlichkeit) – und Elon hat gerade wieder ein großes Wort gesprochen … [10:35 MESZ] „Proceed to terminal count!“ Die letzte Poll 12 Minuten vor dem Start hatte überall „Go“ ergeben. [10:43 MESZ] Die Autosequence für die letzten 10 Minuten hat begonnen! [10:45 MESZ]

Intermezzo! Ein Lyrid, der von der ISS aus aufgenommen wurde während der Bemühungen diesen April, ist soeben publiziert worden, und es gibt auch eine wilde Zeitrafer-Sequenz aus den ersten 316 Bildern, die die Erde erreicht haben und genau diesen einen Meteor zeigen (während sie von Gewittern und Stadtlicht dominiert werden). Und zum eigentlichen Thema noch eine ganz detaillierte Vorschau des Dragon-Fluges – und die Falcon 9 in der Sonne am Freitag nach dem Roll-Out in der Nacht zuvor. Inzwischen ist abermals Nacht am Cape – und das nächste Mal möge die Rakete die Sonne bitte im Orbit sehen, hat SpaceX-Chef Elon Musk gerade gezwitschert … [3:35 MESZ]

Alles weiter go für den Start der Falcon 9 zur ISS

Die Verschiebung des Starts auf den 19. Mai (ganz unten) und der unerbittliche Rhythmus des Sonnensystems haben es mit sich gebracht, dass der erste kommerzielle Flug zur ISS – ein Meilenstein in der NASA-Geschichte – und eine ringförmige Sonnenfinsternis gleichzeitig stattfinden sollten. Der SoFi-Fahrplan aus deutscher Sicht sieht deren Ringform zwischen 0:06 und 3:39 MESZ am Morgen des 21. Mai vor, was mittels einer ganzen Zahl von Webcasts zu verfolgen sein sollte, während der nominelle Zeitplan für den ISS-Flug gerade noch einmal auf der gemeinsamen Pre-Launch-Pressekonferenz der NASA und des Hoffnungsträgers SpaceX vorgestellt wurde [NACHTRAG: komplette Aufzeichnung der PK]: Start der Falcon 9 – oben auf der Rampe am Cape – am 19. Mai um 10:55 MESZ (ein quasi instantanes Startfenster), Einfang der Dragon durch den ISS-Arm am 22. Mai gegen 14:00 MESZ.

Der erste Meilenstein des Fluges – im Detail diskutiert im Press Kit, das bei Space X wie der NASA zu finden ist, oder diesem, diesem, diesem, diesem oder diesem Artikel und live zu verfolgen morgen ab 9:30 MESZ im NASA-TV und in inoffiziellen und offiziellen Launch Blogs – kommt 2 1/2 Stunden nach dem Start, dem im Augenblick keine technischen Probleme im Weg stehen und der eine Wahrscheinlichkeit von 70% für gutes Wetter hat. Wenn es pünktlich los gegangen ist, wird gegen 13:30 MESZ eine Luke vor den Sensoren geöffnet, die für die Annäherung an die ISS entscheidend sind – das gab es beim ersten Dragon-Flug 2010 noch nicht. Die ersten 24 Stunden der Mission wird der erste ISS-Besuch vorbereitet, der dann von Stunde 40 bis 50 – das wäre am 21. Mai zwischen etwa 3 und 13 Uhr MESZ – stattfinden soll.

Diese nahe Unterfliegung der ISS war die ursprüngliche Aufgabe dieses 2. Dragon-Fluges im Rahmen der kommerziellen Versorgung der ISS (COTS) gewesen, und die erneute Annäherung ab Stunde 70 (9 Uhr MESZ am 22. Mai) und den tatsächlichen Einfang der Dragon in Stunde 75 hatte die NASA erst nach langem Grübeln genehmigt. Wenn das alles geklappt hat, könnte die nächste Dragon schon im Herbst die erste ‚richtige‘ Fracht zur ISS schaffen: Diesmal sind nur allerlei Kuriosa und Ersetzliches an Bord der Kapsel. [20:00 MESZ am 18. Mai] Weitere Vorschau-Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier betonen meist den Test-Charakter des Starts, für den hier noch mal die Timeline rekapituliert und hier weitere „Nutz“-Lasten des Dragon ‚enthüllt‘ werden und Ames an seine Rolle beim Dragon-Hitzeschild erinnert. Und die Parallelität der Ereignisse ist auch noch wem aufgefallen … [2:55 MESZ am 19. Mai]

Zwei Stunden Warten, zwei Sekunden Aufregung

30. April 2012

Das hier war die Szene nach 75 Minuten Däumchendrehen heute Abend: Der Static Fire-Test der Falcon 9, die in einer Woche eine Dragon-Kapsel zur ISS befördern soll, war zunächst bei t-47 Sekunden abgebrochen und der Countdown nach über einer Stunde bei t-11 Minuten wieder aufgenommen worden. Dann hat offenbar der 2-sekündige Triebwerkstest gut funktioniert – aber weder nach dem Abort noch nach dem kurzen Test ließ sich ein Kommentator vernehmen, was zu einigem Unmut aber auch Belustiging unter den Zuschauern des Webcasts führte, die die wortreichen Erläuterungen bei NASA-Übertragungen gewohnt waren. Während sich die Privat-Raumfahrt also noch mit der Etikette abmüht, hat die NASA schon ein neues Ziel ausgemacht. 🙂

Akatsukis Orbit-Einschuss an schwindendem Treibstoff-Zufluss ins Triebwerk gescheitert

12. Dezember 2010

Das wäre Ihr Planet gewesen: Als der verhinderte japanische Orbiter Akatsuki diese Aufnahmen der Venus – bei 365 nm und 0.9 und 10 µm – am 9. Dezember im Rahmen eines Kameratests schoss, war die Sonde schon lange am Planeten vorbei gerauscht und bereits wieder 600’000 km entfernt. Zumindest ist seither klarer geworden, was schiefgegangen ist, wenn auch noch nicht endgültig warum – womit leider auch noch nicht gesagt werden kann, ob Ende 2016/Anfang 2017 ein zweiter Versuch einer Orbit Insertion möglich sein könnte. Die Informationen über den Zustand Akatsukis während des missglückten Manövers am 7. Dezember konnten inzwischen weitgehend herunter geladen werden, insbesondere zur Lage im Raum.

Gegen die Zeit in Sekunden aufgetragen ist in der Grafik die Orientierung in drei Achsen gegenüber dem Soll. Man sieht zu Beginn der Triebwerkszündung leichte Schwankungen, aber nach 2 1/2 Minuten kommt es plötzlich zu einem gewaltigen Ausbrechen der X-Richtung (nach neuen Erkenntnissen um maximal 42°): In diese schauen die wissenschaftlichen Instrumente, senkrecht zur (Z-)Hauptachse der Sonde, entlang der auch die Düse angeordnet ist. Diese Entdeckung führte zunächst zu allerlei Spekulationen von einem Zerbrechen der neuartigen und angeblich nicht ausreichend getesteten Keramikdüse, das zu seitlichen Austreten des Düsenstrahls geführt habe, bis zu einer – extrem unwahrscheinlichen – Kollision mit etwas im Venusorbit.

Doch inzwischen haben weitere Daten gezeigt, dass der Treibstoffzufluss in das Triebwerk seit Beginn des Brennens immer geringer geworden war und schließlich fast ganz zum Erliegen gekommen war: Offenbar war der Druck von Helium, das den Treibstoff in die Brennkammer drücken soll, abgefallen, vielleicht durch ein Leitungsproblem oder defekte Ventile. Der immer schwächere Düsenstrahl jedenfalls war es, der nach 2 Minuten und 32 Sekunden zu der gravierenden Instabilität der Lage Akatsukis führte. Die wiederum erkannte der Bordcomputer, brach die Treibstoffzufuhr ganz ab und versetzte Akatsuki danach in jeden Safemode mit Spinstabilisierung und Kommunikation nur über die Low-Gain-Antenne, in dem die Bodenkontrolle die Sonde später vorfand.

Mindestens 9 Minuten und 20 Sekunden der vorgesehenen 12 Minuten hätte das Triebwerk mit voller Leistung brennen müssen, um eine Umlaufbahn zu erreichen: Das war bei weitem verpasst worden, und auch wenn noch rund 80% des Treibstoffs vorhanden sein sollten, war rasch klar, dass es für eine Art ‚Notbremsung‘ und einen improvisierten weiten Orbit niemals langen würde, selbst wenn man die Technik rasch wieder unter Kontrolle brächte: Der Orbit Akatsukis blieb heliozentrisch. Alle Systeme an Bord der Sonde – mit Ausnahme des Raketenantriebs; auch eine Beschädigung der Düse durch das missglückte Manöver scheint möglich – scheinen immerhin intakt zu sein, etwa die bereits (s.o.) getesteten Kameras. Was genau dem Triebwerk widerfahren sein könnte, soll nun auch in Bodentests ergründet werden.

Akatsuki umrundet die Sonne etwas schneller als die Venus und wird sich ihr im Dezember 2016/Januar 2017 wieder bis auf 3.7 Mio. km nähern (wie die Grafik in einem Venus-orientierten System auf einem von einem Fan gestalteten neuen Missionspatch zeigt): Da noch 80% des Treibstoffs vorhanden sein sollten, dürfte das für eine Bahnkorrektur unterwegs und einen erneuten Einschussversuch im Prinzip reichen – so die Fern-Reparatur des Triebwerks gelingt. Die 6 Extrajahre wird sich Akatsuki mit Beobachtungen des Zodiakallichts vertreiben, an der steigenden Sonnenaktivität leiden aber seine Drallräder und Batterien schonen: Daran wird ein zweiter Versuch wohl nicht scheitern. Yomiuri Shimbun, Planetary Society Blog 11., Mainichi Daily News, Yomiuri 10., Mainichi, Yomiuri 9., Mainichi, Physics World, Nature News, Space Today 8., KosmoLogs 7.12.2010

Nach dem Dragon-Erfolg: Nächster Flug gleich zur ISS?

Der perfekte Erstflug einer Dragon-Kapsel auf der zweiten Falcon 9 („Der Start …“) – zusammen die erste Demonstration von Commercial Orbital Transportation Services (COTS) für die NASA – hat die Chancen erhöht, dass es letztere Space X erlauben wird, COTS-2 und -3 zusammen zu legen: Statt beim nächsten Mal im Sommer 2011 eine Dragon nur in die Nähe der ISS zu manövrieren, könnte dann eine Kapsel bis auf 10 Meter an die Raumstation heran navigiert werden, wo sie dann mit einem stationseigenen Roboterarm eingefangen und angekoppelt würde. (Der erste Testflug des 2. COTS-Kandidaten Taurus 2/Cygnus ist derweil für Ende 2011 angepeilt.) Vor einem ISS-Besuch muss die Dragon allerdings noch mit etwas mehr Redundanz in der Elektronik ausgestattet – und natürlich der Verlauf des Premierenfluges im Detail ausgewertet – werden; die Entscheidung treffen dann NASA-Spezialisten (der Chef Bolden hält sich da raus). Ebenfalls auf guten Weg sieht sich Space X nun auch bei der Option, die Dragon zu einem bemannten System für den Mannschaftstransport zur ISS weiter zu entwickeln: Ab Auftragserteilung würde das nur drei Jahre dauern.

Hauptmitbewerber wäre hier wohl die CST 100 von Boeing, und als Markt peilen beide nicht nur den NASA-Auftrag zum ISS-Verkehr an, was sich nur marginal rechnen würde: Auch private Raumstationen werden als fernere Ziele erhofft. Nachdem sie die Dragon im Orbit abgeliefert hatte, setzte die Falcon 9 übrigens noch ein paar Kleinsatelliten aus – und zündete dann das Triebwerk der 2. Stufe erneut, das bis in 11’000 km Höhe stieg: auch wieder eine verblüffende Leistung. Und das mit einer Düse der Stufe, von der man – nach der Entdeckung von zwei kleinen Brüchen – kurzerhand ein (aerodynamisch nicht relevantes) 1 m langes Stück mit einer Metallschere abgesäbelt hatte! Wenn die Dragon ein bemanntes Vehikel werden sollte, wird es wohl nicht mehr so leger zugehen können … (Houston Chronicle 11., Space.com, AW&ST, Fla. Today, Novosti [interessante russische Perspektive!], CollectSpace 10., Space Politics, Spaceflight Now, Space News, LA Times, Ars Technica, Wash. Post, Fla. Today, Orlando Sentinel, CNN, Space.com, Science Journalism Tracker 9., Atlantic, CSM, Space.com, AFP, Univ. Today, Planetary Soc. Blog, Space Today [früher] 8.12.2010 – und noch mehr Artikel & Bilder)

Keinerlei Kontakt zu NanoSail D – womöglich doch nicht ausgesetzt? Die NASA hatte zunächst keinerlei Zweifel erwähnt („NanoSail D von FASTSAT ausgesetzt …“), dass der Mikrosatellit den Nanosatelliten erfolgreich ausgestoßen hatte, doch seither sind keinerlei Signale von letzterem empfangen worden: Sein Status ist völlig unklar, und inzwischen gilt sogar als möglich, dass das Auswurfmanöver misslungen ist und er noch fest steckt. Die Halterungen für Nanosatelliten – konkret: CubeSats – sind zwar bewährte Technik, sitzen sonst aber immer direkt auf der Raketenoberstufe (wie zuletzt auch bei der Falcon 9): Hier war zum ersten Mal ein anderer Satellit der Träger. (Space Today 12., Spaceflight Now, Space.com 11., Universe Today, Centauri Dreams 10.12.2010) NACHTRAG: Die NASA scheint inzwischen sicher zu sein, dass NanoSail D noch im FASTSAT fest steckt.

Die Premiere des „Dragon“ – ein 100%-Erfolg!

8. Dezember 2010

Space X

Überhaupt nichts Nennenswertes scheint schiefgegangen zu sein beim Premieren-Flug der Dragon-Kapsel auf der 2. Falcon 9 („Morgen oder …“) heute von 16:43 bis 20:02 MEZ: Zwar konnte die erste Stufe der Falcon nicht geborgen werden (was für ihren Einsatz bei der ISS-Versorgung irrelevant ist), aber ansonsten hat alles offenbar zu 100% funktioniert. Das mittlere Bild zeigt die Erde aus dem Orbit, aufgenommen aus einem Fenster der Kapsel, darunter die Wasserung des offenbar bestens erhaltenen Vehikels. Da war auch die Freude beim Auftraggeber so groß, dass der NASA-Chef zu bloggen anfing („die Morgenröte einer neuen Ära“). Weitere Bilder vor dem Start und vom Start (eine weitere Serie und mehr, mehr und mehr) sowie Artikel von Space Policy Online, LaunchPad, New Scientist Blog, Time, Nature Blog, Discovery, Universe Today (früher), Space.com (mehr), New York Times (früher), BBC (früher), Spaceflight Now (früher), CNN und Raumfahrer. An Bord der Falcon waren übrigens auch Kleinsatelliten – und ein Jux, der erst morgen enthüllt werden soll und irgendwas mit Monty Python zu tun haben. Das ist nicht mehr die Raumfahrt unserer Väter …

Safemode: Zustand und Bahn von Akatsuki nach Ankunft bei der Venus unklar

7. Dezember 2010

Fast ein Tag ist vergangen, seit sich die japanische Raumsonde Akatsuki in eine erste Umlaufbahn um die Venus einschließen sollte – und immer noch ist nicht klar, wie es ihr geht und ob sie überhaupt in (irgend)einen Orbit einschwenken konnte: Die Nachrichtenlage war miserabel, und ohne das das Google-Übersetzen von Tweets japanischer Augenzeugen im Kontrollzentrum wäre der Rest der Welt völlig ahnungslos geblieben. Inzwischen weiß man wenigstens, dass das Triebwerk zumindest ansprang, Akatsuki aber dann – leider war (plangemäß) kein Funkkontakt möglich – in einen Safemode geriet, in dem sich die Sonde immer noch befindet. Und sie rotiert einmal alle 10 Minuten, wobei Funkkontakt mit der Erde immer nur für 40 Sekunden besteht: Das reicht offenbar nicht, um den Dopplereffekt von Akatsukis Bewegung auf den Funkträger genau genug bestimmen, um sofort feststellen zu können, ob ein Venusorbit erreicht wurde oder nicht. Dafür gab es jedenfalls nur diese eine Chance: Von einem – andauernden – „struggling to enter orbit“ kann natürlich keine Rede sein. Bald geht in Japan erneut die Sonne auf: Vielleicht schon in den nächsten Stunden könnten wir mehr erfahren. Nach den Erfolgen mit IKAROS und Hayabusa wäre es traurig, wenn es Japan erneut misslungen sein sollte, eine Sonde in den Orbit um einen richtigen Planeten zu bringen. NACHTRAG: Leider ist es so gekommen, wie am 8.12. um 3:00 MEZ auf einer PK bekannt gegeben wurde (hier wieder meine Tweets aufgrund von 3 japanischen Quellen): Der Orbit wurde eindeutig verfehlt! Aber in sieben Jahren kommt Akatsuki wieder an der Venus vorbei, und dann wollen sie es erneut versuchen!

NanoSail D von FASTSAT ausgesetzt – der Timer läuft

Zwar eine Woche verspätet aber dann offenbar problemlos ist in der vorletzten Nacht der Nanosatellit NanoSail D vom Mikrosatelliten FASTSAT ausgeworfen worden: Das war schon das erste wichtige Experiment. Zugleich sollte damit ein Timer gestartet worden sein, der drei Tage später – das wäre die Nacht auf den 9. Dezember – das Entfalten des Sonnensegels auslösen soll. Und dann ist es auch an Amateurastronomen (siehe ISAN 124-2), den weiteren Verlauf der Mission zu verfolgen. (NASA Release, Discovery, Centauri Dreams 6.12.2010)

Morgen oder übermorgen soll die Falcon 9 mit der Dragon-Kapsel starten, nachdem der heutige Termin wegen Sorgen um die Düsen der 2. Stufe kurzfristig abgesagt worden war: Zwei kleine Bruchstellen waren entdeckt worden, die man noch analysieren muss. Einen neuen Startzeitpunkt soll es heute Nacht noch geben; das Wetter wäre an beiden Tagen o.k. Angesichts der großen Erwartungen an diesen Testflug von Rakete wie ISS-Versorgungskapsel („Premiere …“) ist Space X ganz besonders vorsichtig. (Space Policy Online, Space.com, Space Today 7., NASA Release, Planetary Society Blog, Space.com, HobbySpace, Space News, DLF 6., Guardian, Space Today 5.12.2010; auch der Status und die Start– und Reentry-Timelines) NACHTRAG: Der Start wurde für Mittwoch angesetzt; das Fenster öffnet sich um 15:00 MEZ.

X-37B wieder zurück – und der Sinn des Ganzen bleibt weiter unklar …

3. Dezember 2010

Heute morgen ist der mysteriöse militärische Minishuttle X-37B nach sieben Monaten im Orbit offenbar in einem Stück wieder auf der Vandenberg AFB gelandet – aber was sich an Bord befindet oder befand und wozu das Ganze gut war, bleibt so mysterlös wie zuvor (weshalb sich ein Wiederholen all der Spekulationen schon beim Start hier erübrigt). Offenbar soll dieses Orbital Test Vehicle 1 im kommenden Frühjahr das nächste Mal fliegen, und ein zweites Exemplar nähert sich auch schon der Fertigstellung. Die autonome Landung eines unbemannten Gleiters, der aus dem Orbit kam, war übrigens eine Premiere für die USA – geschafft hatte dies indes schon 1988 die Sowjetunion mit dem Buran. USAF Press Release & Bilder-Galerie, Spaceflight Now (Bilder), CBS, Space.com (Bilder), Wired, USA Today, Discovery, Universe Today, Eureka, 3., Spaceflight Now 2., Guardian, Space Today 1.12., Spaceflight Now 30., Space.com 29., 22..11.2010. Auch Wired und Universe Today zur möglichen Rückkehr des X-34. NACHTRAG: ein später aber langer Artikel zum X-37B – der sieben Kollisionen erlitten haben soll.

Premiere der Dragon-Kapsel nach abgebrochenem Falcon-9-Test weiter verzögert?

Ein für 2 Sekunden angesetzter Triebwerkstest der zweiten Falcon 9 mit der ersten Dragon („Erster …“) musste heute nach 1.1 Sekunden wieder abgebrochen werden: Noch ist unklar, wann der nächste Versuch gemacht werden kann – vermutlich morgen – und wie sich das auf den eigentlich für den 7. Dezember geplanten Start auswirken wird. (Bilder und Status; Space X Tweet, Space News, Universe Today 3.12.2010) NACHTRAG: Am 4.12. hat’s dann – im 2. Anlauf, nach einem Abbruch – gut gebrutzelt; offenbar ein Erfolg. NACHTRAG 2: Damit kann’s wohl beim 7.12. bleiben. NACHTRAG 3: Details zum Starttag auch hier und hier.

Vorletzter Space Shuttle darf frühestens am 3. Februar 2011 starten (kurz nach 25. Jahrestag des Challenger-Unglücks): Die erneute Verschiebung um mehr als einen Monat hat die NASA heute bekannt geben müssen, weil sich Tests nach Reparaturen am Außentank hinziehen. Damit wäre der allerletzte Shuttleflug – mit dem AMS-Instrument – frühestens am 1. April möglich (kurz vor dem 30. Jahrestag des allerersten), außer die US-Politik erzwingt doch noch eine zusätzliche Mission, die dann ungefähr im Juni wäre. (NASA Release, Spaceflight Now, Space.com 3.12.2010. Und CollectSpace zur Verteilung von Shuttle-Kacheln an US-Schulen)