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„Stargazing Live“ der BBC, jetzt auch frei im Netz: So wird Astronomie im Fernsehen gemacht!

13. Oktober 2011
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Am 3., 4. und 5. Januar konnten Großbritanniens TV-Zuschauer etwas Außergewöhnliches auf BBC 2 erleben: jeweils zur besten Sendezeit (20 bis 21 Uhr) eine volle Stunde unterhaltsame Astronomie, von ganz einfach bis ziemlich anspruchsvoll und mit der expliziten Aufforderung zum Mitmachen – denn koordiniert mit „Stargazing Live“ gab es auch über 300 öffentliche Starparties überall im Land, veranstaltet von lokalen Astronomiegruppen. Vor ein paar Monaten sind alle drei Sendungen (über die im IYA-Blog ‚aus der Ferne‘ danach wie auch im Vorfeld jeweils im 3. Absatz berichtet worden war) ohne Aufhebens komplett bei YouTube veröffentlicht worden und damit erstmals weltweit ohne Beschränkung zu bewundern: nach Ansicht dieses ansonsten extrem TV-Astro-kritischen Bloggers das Beste, was in langer Zeit irgendwo auf der Welt in Sachen Astronomie ‚über den Sender‘ gegangen ist und eigentlich vorbildlich auch für andere Länder – wenn es denn dort mal jemand kapieren würde.

Die Sendungen eins, zwei und drei hatten bei der Ausstrahlung 3.4 bzw. 3.0 bzw. 2.7 Millionen Zuschauer, was man auch zu 10 Millionen insgesamt addieren mag; weitere Millionen sahen es später als TV on Demand im Web. Die Live-Moderation übernahmen – im Kontrollraum des meist im Hintergrund zu sehenden Radioteleskops von Jodrell Bank – der irische Standup-Comedian Dara Ó Briain, der ernsthaft an der Sache interessiert war und auch einen Hintergrund als theoretischer Physiker hat, und die Allzweckwaffe des britischen Physik-Fernsehens Brian Cox. Manchmal hatten sie Gäste dabei, ansonsten schalteten sie aber live zu Mark Thomson, der mit einem kamerabestückten Teleskop auf einer Wiese in der Nähe stand – und zu Liz Bonnin auf Hawaii, die live oder mit Einspielern in spektakulärer Szenerie viele Aspekte der dortigen Populär- und Profi-Astronomie beleuchtete. Weitere Einspieler aus dem UK selbst beschäftigten sich u.a. mit Astrofotografie für jeden (inklusive Webcam und Stacking für Planetenbilder!), der Sonifikation astronomischer Daten oder der praktischen Geminiden-Beobachtung, wobei die Beobachter wiederum mit Nachtsichtkameras beobachtet wurden.

Zuschauerfragen wurden ebenso beantwortet wie Astrofotos von Zuschauern gezeigt: Die Sendungen waren so gelegt worden, dass zwischen der 1. und 2. eine partielle SoFi und zwischen der 2. und 3. das Maximum der Quadrantiden lagen. Die Begeisterung, mit der alle Beteiligten agierten, hat sich wohl auf die Zuschauer übertragen – und die BBC: Stargazing Live wird kommenden Januar neu aufgelegt – und wieder sind Amateurastronomen aufgerufen, ihren begleitenden Beitrag zu leisten. Warum nur ist etwas Derartiges in Deutschland offenbar unmöglich? Im Vorfeld des IYA hatte dieser Blogger immerhin versucht, eine vergleichbare Idee – die es einen Abend lang jeden Sommer in den 1990-er Jahren auch im französischen Fernsehen als „Nuit des Etoiles“ gegeben hatte – deutschen Bildungsfernseh-Größen anzutragen: keine Chance. Dabei sieht man bei praktisch jeder Szene von Stargazing Live das deutsche Äquivalent quasi vor dem geistigen Auge: Effelsberg als Hauptschauplatz, Dieter Nuhr als Comedy-Mann mit Bildungsanspruch (oder Markus Maria Profitlich, wenn denn die Optik Ó Briains kopiert werden sollte) – nur der charismatische Physiker wäre schwerer zu besetzen …

Im Gedenken an Loriot: „Der Astronaut“

23. August 2011
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Zu Ehren des gestern verstorbenen Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow die erste Minute [NACHTRAG: Komplett-Version] seines frühen TV-Sketches „Der Astronaut“ – der komplette Ton ist hier zu hören. Es war der erste Auftritt von Heinz Meier, dem späteren Lottogewinner Erwin Lindemann; laut Loriots Werkverzeichnis wurde der Astronaut erstmals am 2. Januar 1972 in der Sendung „Cartoon 18“ ausgestrahlt – da war das Apollo-Programm noch in vollem Gange … NACHTRAG: Bereits in „Cartoon 15“ gab es Möpse auf dem Mond, am 21. März 1971 ausgestrahlt – und in „Cartoon 10“ war es am 5. Oktober 1969 um Bewohner des Mondgesteins (herunterscrollen) gegangen.