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Die erste orbitale Pressekonferenz von Alex Gerst

5. Juni 2014

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Eine Bildqualität wie gleich aus einem Büro nebenan, mit nur ganz leichten Störungen, und ein Ton wie aus dem Studio: Der erste TV-Auftritt des 11. deutschen Astronauten Alexander Gerst eine Woche nach Start und Ankunft auf der ISS für die Presse im European Astronaut Centre in Köln geriet so perfekt, dass es manchem schon fast zu wenig nach Weltraumabenteuer aussah – hätte sich Gerst nicht zuweilen lässig im Raum gedreht.

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In den 19 heute Nachtmittag zur Verfügung stehenden Minuten ließ das EAC nur Fernsehanstalten, große Radiosender und die Lokalpresse je eine Frage stellen: Man erfuhr etwa (im Original [NACHTRAG: bessere Version] bzw. mit englischem VO), dass Gerst noch immer ständig Neues lernt und deswegen gar keine Zeit für Heimweh habe, während er zehn Stunden am Tag beschäftigt sei.

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Die frechste Frage kam natürlich aus Kindermund: Ob er sich denn mit den anderen fünf vertrage, und wohin er flüchten könne, wenn es mal Streit gäbe. Nein, sagt Gerst, man verstehe sich blendend und habe viel Spaß miteinander – und notfalls könne er ja in der Schlafkoje die Tür zu machen.

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Was in den nächsten 5 Monaten bis zu Gersts Rückkehr am 10. November noch an PR-Events geplant sei, konnte der EAC-Sprecher übrigens heute nicht beantworten. Hier noch ein Zeitraffer-Film, Bildergalerien hier und hier und Amateurfilme hier (nett geschnitten), hier, hier, hier und hier aus Baikonur rund um den Start sowie Jubel hier, hier und hier über orbitale Bilder-Tweets (wobei der Absender nicht immer auch der Fotograf ist).

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Auch eine Sichtung im EAC: ein Modell der Orion-Kapsel der NASA mit ESA-Antriebsteil. Beim ersten echten Modell der Kapsel, noch ohne es, wurde übrigens gerade der Hitzeschild installiert – und der Testflug ist weiterhin für diesen Dezember geplant.

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Und auch das steht in einer Ecke im EAC-Foyer: eine Mondbasis aus dem 3D-Drucker … Wie es mit der bemannten amerikanischen Raumfahrt weiter gehen solle, hat just gestern mal wieder ein Papier des NRC empfohlen, das zwar dem NASA-Fernziel Mars zustimmt, den derzeitigen Weg dahin aber für zu zögerlich erklärt: eine Video-Zusammenfassung, die erste Reaktion der NASA, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links.

Rosetta hat auch ihren zweiten großen Burn absolviert

Erneut hat die Kometensonde gestern die Bahn weiter der des Kometen angepasst, das zweite derartige Manöver auf der langen Reise zu Komet 67P. Auch der Status von Dawn, der tatsächliche Bau von OSIRIS-REx, die aktuellen Aussichten vom Mars-Rover Opportunity am Pillinger Point, Erkenntnisse über Titan von Cassini, der Hitzeschild des Solar Orbiter, der immer noch gelegentlich sendende Sonnensegler IKAROS und der Status des LightSail, eine Flut von CubeSats (wobei sich einer von vieren, die Studenten bauen, nie meldet …), ein neuer Space-Fence-Vertrag (mehr, mehr, mehr und mehr Links) – und mysteriös taumelnde tote Satelliten.

Auf dem Satelliten Swift ist eins der Instrumente ausgefallen, aber auch ohne das XRT kann er noch GRBs detektieren. Auch die ersten Spektren von Gaia (mehr Grafiken) und seine Abdeckung des Himmels, die ersten Exoplaneten-Kandidaten (mehr und mehr) der neuen Kepler-Mission, die noch ein paar Jahre laufen könnte, die unsichere Zukunft des IR-Satelliten Spitzer, ein Weltraum-Laser für IceSat 2, die freie Daten-Politik von Copernicus – und Forschungs-Nutzlasten für das SpaceShipTwo von NASA und APL.

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‚Global Precipitation Measurement‘ gestartet

28. Februar 2014

Global Precipitation Measurement (GPM) Mission

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Der japanisch-amerikanische Niederschlags-Forscher GPM Core Observatory ist in der vergangenen Nacht in Japan auf einer H-IIA gestartet, die betagte Tropical Rainfall Measurement Mission (TRMM) von 1997 abzulösen: NASA, JAXA und JPL Releases, eine Langzeit-Belichtung, ein Video, ein weiteres Standbild daraus, ein Live-Blog mit mehr Bildern, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Vorschauen hier, hier und hier und mehr Links. Und auf derselben Rakete war auch der Space Tethered Autonomous Robotic Satellite-2 mit einem Experiment zur Raumschrott-Bekämpfung (mehr, mehr und mehr) mit einem stromführenen Seil.

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Ein Blick über den Aufschluss „Junda“ auf den Aeolis Mons

mit Curiositys Navcam am 19. Februar (Sol 548 der MSL-Mission): Dieses geschichtete Gestein war den Planern schon aus dem Orbit aufgefallen, da kann man ja mal gucken. Auch weitere Sorgen um den Mars Express wegen des Kometen, ein erfolgreicher Relais-Test mit MAVEN, der russische Beitrag zu JUICE, die dritte Nacht von Yutu und Chang’e-3, die erste Kometen-Entdeckung des wieder erweckten WISE-Satelliten, die Höhepunkte von 10 Jahren Rosetta, die Helligkeit von Gaia während der Drehmanöver mit dem Satelliten, mal wieder SoFis für das SDO – und die laufenden Startvorbereitungen für Sentinel-1A in Kourou.

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Die letzten der vielen Nanosatelliten haben die ISS verlassen, und nach dem Abschluss dieser Operation wird nun das Ende der Expedition 38 am 10. März vorbereitet. Unten noch mehr ISS-Polarlicht nebst Venus, auch neue µg-Möglichkeiten für die ISS, wie es Menschen daselbst ergeht, Erinnerungen an den SuitSat, Fortschritte bei den kommerziellen ISS-Zubringern – und eine kuriose Erde-Venus-Mars-Erde-Flugbahn, die 2021-23 möglich wäre und ein kurioses Hearing verursacht hat: Statements hier und hier, Artikel hier, hier und hier und Testimony hier und hier. NACHTRAG: ein weiteres Statement und Artikel hier und hier.

Sandra gegen die Raumfahrt: „Gravity“ im Kino

3. Oktober 2013

Seit heute ist es also im Kino zu sehen, sogar einen Tag früher als in den USA, das lang ersehnte ‚Space-Drama‘ „Gravity“, über das selbst hier schon zweimal berichtet worden war, hier (unten) und hier (oben). Da mehrere Trailer – hier der neueste – und v.a. drei Schlüssel-Clips längst die Grundidee des Films verraten haben, kann hier spoilerfrei konstatiert werden: Er hätte auch „Sandra Bullock gegen die gesamte Technik der bemannten Raumfahrt des 21. Jahrhunderts“ heißen können. Letztere wird in einer phänomenalen Detailfülle und -treue ins dreidimensionale Bild und mit durchweg realistischer Physik in Bewegung gesetzt: Allein deswegen ist der Film ein absolutes Must-See für Weltraumfans, so wie es 1997 „Contact“ mit seinen üppig ins Bild gesetzten Radioteleskopen für Astronomiefreunde – oder 1969 „Marooned“ für die Raumtechnik der Apollo-Ära – war. Glaubwürdige Dramatik kommt freilich kaum auf, denn die Kette unwahrscheinlicher Wendungen in „Gravity“ erinnert eher an Katastrophen-Trash wie „2012“ und wirkt mitunter – sicher unbeabsichtigt – erheiternd.

(AB HIER HAGELT’S SPOILER!) Die erwähnte Weltraumtechnik nämlich, die nacheinander einen Space Shuttle (die fiktive „Explorer“), das (echte) Hubble Space Telescope, die ISS, eine Soyuz, eine (fortgeschrittene) Tiangong-Station und eine Shenzhou-Kapsel umfasst, wird im Laufe des recht kurzen Films in dieser Reihenfolge auch gnadenlos geschrottet, während Bullock verzweifelt einen Weg zurück zur Erde sucht. Schuld ist eine – immer exakt nach 90 Minuten – wiederkehrende dichte Wolke aus Raumschrott, die durch eine Kettenreaktion nach einem russischen Antisatelliten-Experiment entstanden ist. Und zwar binnen weniger Minuten, während einer EVA bei einer fiktiven zukünftigen Hubble Servicing Mission („STS-157“), deren filmische Umsetzung fast wie ein Sequel des 3D-Hubble-IMAX-Films anmutet. Mit erheblich abwechslungsreicheren Kameraperspektiven natürlich – und einem sinnlos mit einer Art MMU durch die Gegend kurvenden George Clooney, der nur deswegen den Orbiter verlassen hat, um einen russischen Freiflugrekord zu brechen.

Ein dritter EVA’ler albert derweil scheint’s auch nur herum, während sich lediglich Bullock – dafür mit feistem Akkuschrauber – um das HST und seine widerspenstige Elektronik bemüht. Man würde gerne länger in diesen ruhigen und geradezu hyperrealistischen Bildern schwelgen, doch plötzlich geht alles ganz schnell: Ein besonders großes Trümmerstück trifft eine Tragfläche des Shuttles, der in wilde (und für die 3D-Technik allzu dynamische) Rotation versetzt wird. Nur die beiden Darsteller überleben (und finden dank der MMU recht flott wieder zusammen; richtig einsam wird’s für Bullock erst gar nicht) – ihr Shuttle aber nicht. Dann eben: nichts wie auf zur ISS, praktischerweise ganz in der Nähe und in MMU-Reichweite. (Dass sich in der Realität Bahnneigung wie -höhe stark unterscheiden? Wen schert’s.) An der ISS kommt Bullock Clooney leider bald abhanden, diesmal endgültig, und nicht lange danach auch die Station selbst – samt einem andockten ATV übrigens, dem einzigen erkennbaren Stück ESA-Technik.

Erst brennt’s im japanischen Modul, und dann kommt natürlich die dumme Schrottwolke wieder. An der ISS indes ist trotz der geordneten Evakukierung ihrer Besatzung wundersamerweise noch eine Soyuz angedockt – mit der Bullock der in Trümmer fallenden Station zu entkommen versucht, nicht leicht mit dem dort verhakten Fallschirm (aber es gibt ja noch den coolen Akkuschrauber). Dann geht’s jedoch immer noch nicht weiter, denn … der Tank ist leer! Zum ersten und einzigen Mal wird es jetzt tatsächlich ein bisschen ruhig im Weltraum, denn das nächste(!) Ziel der Rundreise im LEO, eine chinesische Tiangong-Station offenbar der nächsten oder übernächsten Generation, ist zwar wieder ziemlich nah aber doch unerreichbar fern. Schon dem Tode nah und schwer suizidal rettet unsere Astronautin im letzten Moment – in dem (siehe „2012“) in „Gravity“ eigentlich immer alles passiert – eine Clooney-Vision: Zünde gefälligst die Feststoff-Bremsraketen, die eigentlich zum Abbremsen der Landung 3 Meter über dem Boden dienen!

Das klappt natürlich super, und an der Tiangong angehalten wird halt mit dem Rückstoß des Strahls eines Feuerlöschers – nur dumm, dass die Station in diesem Moment(!) im Begriff ist, in der Atmosphäre zu verglühen. Flugs die angedockte Shenzhou-Kapsel geentert (auch die Chinesen haben wohl derer zuviele – mit praktischerweise der gleichen Tasten-Anordnung wie in der Soyuz) und irgendwo auf der Erde gewassert. Um – Gus-Grissom-Style – beinahe am Schluß noch zu ertrinken. Bullock schleppt sich an Land, in einer Szene, die diesen Blogger heftig an den Beginn von „Planet of the Apes“ erinnerte: Nur erscheint statt eines Gorillas zu Pferde … der Abspann. Ist ja auch nichts mehr übrig zum Kaputtmachen. Und der Zuschauer hinreichend außer Atem … Eine Infoseite der NASA (während des Shutdowns via Google Cache), Kommentare zur wissenschaftlichen Glaubwürdigkeit hier (TV-Clip), hier, hier (mehr und mehr), hier, hier, hier, hier, hier und hier und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Plus das $€-Ergebnis.

Der 2020-er NASA-Rover soll nach totem Leben auf dem Mars suchen – und schon mal Steine für (vielleicht) eine viel spätere Abholung sammeln

9. Juli 2013

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Aus einem 154-Seiten-Bericht, einem Press Release (alt.), einer FAQ-Liste, einem 3-Min.-Werbevideo und einer Telecon (auch live gebloggt) konnte man heute lernen, wozu der letzten Dezember überraschend angekündigte Nachbau von Curiosity nach den Überlegungen seines Science Definition Teams gut sein soll: Mit seinen noch nicht näher definierten Instrumenten (für die es eine offene Ausschreibung geben wird) soll er nach Spuren vergangenen Lebens suchen. Und gleichzeitig bis zu 31 interessante Steine und Bodenproben in einem Behälter sammeln, auf dass sie irgendwann von irgendwem – frühestens Mitte der 2020-er Jahre einem anderen Roboter oder noch viel später gar Astronauten – auf einen Schlag abgeholt werden könnten. Auch diese oder jene Technik für bemannte Missionen soll bei der Mission erprobt werden, die etwa 1.5 Mrd.$ kosten soll, inklusive 80-100 Mio.$ für die Instrumente und zzgl. dem Start.

Selbst Marsfans schwer zu vermitteln ist dabei, warum die Suche nach Lebensspuren „der nächste logische Schritt“ sein soll und nicht endlich gezielt nach heutigem Leben auf dem Mars gefahndet werden soll (wie es einst 1976 die Vikings mal versuchten): Zum einen sei die zum Mars transportable Analytik für eindeutige Nachweise lebender Mikroben einfach nicht weit genug, hieß es dazu auf der Telecon – und jene seien, so es sie denn gibt, auch dünn gesät und v.a. in eher unzugänglichem Gelände zu vermuten. Für die Zielliste des Klons von Curiosity sind u.a. auch dessen Alternativen wieder im Rennen, aber dank einer verbesserten Version des Skycranes mit genauerem Zielanflug auch viele verdächtige Plätze, die bisher off limits waren: weitere Artikel auch hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier und hier]. Auch ein „Film“ von beiden Marsmonden aus Opportunitys Sicht.

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So sieht der LRO die Landestellen von Surveyor 3 und Apollo 12, der 2. bemannten Mondlandung mit dem Lunarmodul „Intrepid“ nur 155 Meter von dem unbemannten Lander entfernt: Der Krater, in dem letzterer sitzt, ist heute heller als vor den Landungen, offenbar weil die Düsenstrahlen – auch die Intrepid flog dicht drüber hinweg – die Beschaffenheit des Bodens veränderten. Und die kuriose Rechtsfrage, ob die USA auf dem Mond einen Nationalpark einrichten könnten … [NACHTRAG: hier, hier und hier mehr Artikel dazu]

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Der erste Italiener auf einem „Weltraumspazierung“

war heute Luca Parmitano, der bei einer 6-stündigen EVA auf dem kanadischen Robot-Arm herumfahren durfte und danach erstmal sprachlos war. Zusammen mit einer weiteren EVA am 16. Juli ging es v.a. um die Vorbereitung der Ankunft des russischen Multipurpose Laboratory Module evtl. noch dieses Jahr: weitere Artikel hier, hier und hier. [NACHTRÄGE: noch ein Mini-ESA Release und mehr Links] Auch die vermutliche Ursache des Proton-Disasters (ein falsch herum montierter Sensor) und die nun von der ESA ausgewählte Konfiguration „Multi P Linear“ für die Ariane 6, die zwar weniger trägt als die Nr. 5 aber auch weniger kostet. NACHTRAG: mehr Links.

Weitere größere Artikel

31. März 2013

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Wir wurden beobachtet! Neulich, aus der ISS … wo Kommanant Ford am 13. Januar systematisch den Rhein mit verschneiter Landschaft – hier: rund um Köln – abscannte.

Vollmond oder Game Over? PANSTARRS nur noch ein Schatten seiner selbst …

Die vielen Gesichter von PANSTARRS im März für Auge, Kamera und Satellit STEREO.

Mach das Meiste aus Deinem Kometenschweif! Wie Michael Jäger.

PANSTARRS nun auch in Königswinter angekommen – Impressionen vom 18. März.

Europa und Russland auf dem Weg zum Mars: ExoMars-Abkommen unterzeichnet!

Kürzere Artikel

Polarlicht bis Polen nach Ankunft einer CME.

Neues drittnächstes Sternsystem entdeckt aus zwei Braunen Zwergen.

Großes astronomisches Teleskop für die ISS guckt CR-halber nach unten.

Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

21. Februar 2013

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Der Mond über der Erde, gesehen von Rosetta 2005 beim ersten Gravity Assist (und bis vor kurzem unveröffentlicht im Datenarchiv versteckt und nun hier kräftig bearbeitet, auch von diesem Blogger), mal wieder ein nächtliches Zeitraffer-Video aus der ISS, mit viel Polarlicht gegen Ende – und noch mehr Spass mit großen Wassertropfen („Nette Demonstration von µg …“) auf der Raumstation.

In genau einem Monat gibt’s die Kosmologie von Planck!

Im Rahmen einer Pressekonferenz im ESA HQ in Paris werden am 21. März die ersten Gesamtkarten der kosmischen µ-Wellen-Hintergrundstrahlung des ESA-Kosmologie-Satelliten präsentiert – und damit zusammen sicher auch die abgeleiteten Parameter des Universums, genauer als je zuvor. Noch immer scheint nichts davon ‚geleakt‘ zu sein.

Die 5 THEMIS-Satelliten sind nun 6 Jahre im All nach ihrem Start am 18.2.2007 und erforschen weiter die Magnetosphäre der Erde, namentlich die „Time History of Events and Macroscale Interactions during Substorms“ – zwei davon inzwischen in der Nähe des Mondes („Beide ARTEMIS-Satelliten kreisen nun um den Mond“).

11 Instrumente für die Jupiter-Mission JUICE ausgewählt

Für die letztes Jahr beschlossene ESA-Mission JUpiter ICy moons Explorer steht bereits die Nutzlast fest: kurz gesagt, „das Übliche“ für die intensive Erforschung eines Gasriesen aus dem Orbit, auffällig höchstens ein Eis-durchdringendes Radar für die Monde. Von der NASA – die weiter von einer eigenen Mission zu Europa träumt – kommen eins der Instrumente (ein UV-Spektrometer) und Beiträge zu zwei weiteren, auch Japan ist vertreten. [NACHTRÄGE: weitere/späte Pressemitteilungen zu den deutschen Missions-Beiträgen von MPS und DLR, aus Bern sowie vom SwRI – und was JANUS‘ lateinisches Akronym bedeutet …]

Indien verspricht erneut seinen ersten Mars-Start dieses Jahr, diesmal in einer Rede des Präsidenten vor dem Parlament – und ein ISRO-Wissenschaftler sagt, die „mission is ready to roll“ im Oktober. Derweil hat der Inspector General der NASA das MAVEN-Projekt gelobt: Endlich mal ein Projekt mit gutem Management. Der Mars-Orbiter, der im November starten soll, ist inzwischen fertig und wird getestet – während diese Grafik insinuiert, dass die NASA Mars-süchtig ist …

Die Aktivierung des LDCM-Satelliten schreitet voran

Gemeint ist die Landsat Data Continuity Mission = der 8. Landsat seit 1972, der vor 10 Tagen gestartet wurde (Bild, Blog-Eintrag und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier): Er gesellte sich zu Landsat 7 von 1999 und Landsat 5 von 1984 (der immer noch arbeitet, was gerade als Rekord anerkannt wurde), und inzwischen sind alle Systeme eingeschaltet worden.

Der Fehlstart des Satelliten Glory bleibt rätselhaft: Damals hatte sich die Nutzlast-Verkleidung einer Taurus XL nicht abgelöst, und auch die intensive Untersuchung konnte nicht ermitteln, was letztlich dafür verantwortlich war. Selbst dieses Nicht-Ergebnis darf man allerdings nicht im Detail lesen, „because it contains information restricted by U.S. International Traffic in Arms Regulations and information proprietary to the companies involved“ … [NACHTRAG: ein Artikel]

Will der erste ISS-Tourist jetzt um den Mars fliegen?

Er war 2001 – mit einigen Schwierigkeiten – der erste zahlende Besucher der ISS geworden, und nun will Dennis Tito offenbar am 27. Februar eine Reise zum Mars, ohne Landung und gleich wieder zurück, mit einem Start schon 2018 ankündigen. Wie dieser Recherche zu entnehmen ist, auch hier, hier und hier aufgegriffen, könnte da eine Dragon-Kapsel per Falcon Heavy auf eine 501-Tages-„Free Return“-Reise geschickt werden, spartanisch ausgestattet für zwei Passagiere. Ob Tito selber einer davon sein würde (er wäre älter als John Glenn bei seinem geriatrischen Shuttle-Flug), ist noch eine ganz andere Frage. Von den technischen und medizinischen Herausforderungen und Kosten ganz zu schweigen … NACHTRÄGE: Laut einem Update hier fliegt Tito selber sicher nicht, und es muss auch keine Hardware von SpaceX dabei sein. Und ein CNN-Clip und Armagh Planet mit vielen kritischen Fragen.

Wie Dünen Krater auf Titan verschwinden lassen

17. Januar 2013

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Cassini-Radar-Bilder des „frischen“ Kraters Sinlap (links) und des weitgehend erodierten Soi – beide etwa 80 km groß – demonstrieren, wie sich die Oberfläche des Saturnmonds Titan immer wieder verjüngt. Die halbe Titanoberfläche hat das Radar über die Jahre mit hoher Auflösung abgetastet und doch nur 60 Einschlagskrater gefunden, während die anderen Saturnmonde von Krater übersät sind: Driftende Sanddünen, von der dichten Atmosphäre geschoben, füllen sie rasch auf, bis sie nicht mehr zu erkennen sind.

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Ein Rohbild der Saturn-Wolken vom 24. Dezember 2012 durch die Cassini-Filter CB2 und CL2 aus 710’000 km Entfernung – mehr Wettergeschehen als man diesem Planeten oft zuschreibt.

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Vom Winde verweht: ein Impaktkrater auf dem Mars, den inzwischen Sanddünen fast unkenntlich gemacht haben, auf einem HiRISE-Bild des Mars Reconnaissance Orbiter.

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Reull Vallis auf dem Mars in künstlicher Schrägsicht, berechnet aus Bildern des – nun schon über 9 Jahre um den Planeten kreisenden – Mars Express von 2012: Dieses Tal, vermutlich von Wasser geschaffen, schlängelt sich fast 1500 km über die Oberfläche.

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Drei Einschlagskrater auf dem (Erd-)Mond, dicht nebeneinander und 125 bis 180 m groß; mit der Sonne ‚im Rücken‘ des Lunar Reconnaissance Orbiter treten die Ejekta deutlich hervor. Die drei sind wohl innerhalb von Minuten entstanden. Der LRO wurde kürzlich auch für ein Laser-Kommunikations-Experiment – das erste interplanetare? – benutzt, bei dem ein Bild von der Erde zum LOLA-Detektor geblitzt wurde.

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Soyuz TMA-07M nähert sich der ISS am 21. Dezember, von derselben aus aufgenommen unter einem zunehmenden Mond.

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Eine ISS-Aufnahme, die erst Rätsel aufgab und sogar Erdfoto-Experten verwirrte: Wieso ist die Raumstation so hell, während gleichzeitig – im Original jedenfalls – zahlreiche Sterne am Himmel über Nordafrika zu sehen sind? Die Lösung ist der Vollmond an diesem Tag, der ein unerwartet sanftes Licht auf die Module wirft.

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Die griechische Insel Rhodos aus der ISS aufgenommen vor ein paar Tagen.

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Vulkane im Morgenlicht aus schräger ISS-Perspektive aufgenommen in Kamtschatka, im Rahmen intensiver russischer Erdbeobachtungen von der Raumstation aus. Der linke der Vulkane ist der z.Z. aktive Tobalchik.

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Nochmal Kamtschatka-Vulkanismus, aber jetzt im IR von Satelliten IO9: Ein Lavastrom des besagten Tolbachik am 1. Dezember, nachdem er zum ersten Mal in 36 Jahren wieder aktiv geworden war.

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Und noch ein Blick von unten nach oben: Strichspuren über ALMA, dem großen Radiointerferometer in Chile, das dieses Jahr fertig werden soll, mit dann 66 Antennenschüsseln – 54 mit 12 m und 12 mit 7 m Durchmesser.

Allgemeines Live-Blog vom 16. Januar 2013

16. Januar 2013

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Und wieder ist ein Stückchen vom JWST fertig geworden

Diesmal ist es das aft-optics subsystem (AOS) des James Webb Space Telescope, das dafür sorgt, dass das Licht vom Sekundärspiegel des eigentlichen Teleskops den wissenschaftlichen Instrumenten des Mega-Satelliten zugeführt wird: Alle Performance-Tests sind abgeschlossen. Auf der AAS-Tagung letzte Woche („Dem James Webb Space Telescope …“) war Optimismus verbreitet worden, dass es mit dem Finanz- und Zeitplan des Monster-Satelliten diesmal klappt – aber die Auswirkungen auf andere Missionen sind erheblich. [23:50 MEZ – Ende]

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Ein Modell des BEAM, die stellvertretende NASA-Chefin und Herr Bigelow höchstselbst (den nicht nur normale Raumfahrt interessiert, s.a. hier, hier und hier) bei der heutigen Präsentation des Aufblas-Moduls für die ISS (s.u.) – auch Artikel zur Vorgeschichte BEAMs, den anderen Aufblas-Satelliten der Firma und ähnlichen NASA-Ideen schon 1959. [22:10 MEZ] Mehr zum Hintergrund des Bigelow-NASA-Deals in diesem Bericht von der PK: Die 18 Mio. NASA-$$ decken die Kosten der Firma nicht im Mindesten, der es eher darum geht, einen Fuß in die Tür zu bekommen – und für eine große eigene aufgeblasene Raumstation zu üben. [23:15 MEZ]

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ESA und NASA gemeinsam zu fernen Welten? Während zumindest für einen (unbemannten Test-)Flug der NASA-Orion ein entscheidender ESA-Beitrag vereinbart wurde (siehe unten) und eine eventuelle weitere Zusammenarbeit buchstäblich in den Sternen steht, haben die Künstler beider Raumfahrtagenturen schon mal klar gemacht, wo’s lang geht: Bei der ESA (oben) strahlen das ATV 2.0 und seine Solarzellen im hellen Glanz, während die Orion weitgehend verdeckt ist, bei der NASA (unten) dominiert die Orion, die das ATV 2.0 im Schatten liegen lässt – und die Oberstufe des SLS sitzt auch noch auffällig dahinter … [21:35 MEZ]

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Ganz schön aufgeblasen: das „Bigelow Expandable Activity Module“ (BEAM), das 2015 für zwei Jahre an der ISS angebracht werden soll – als Demonstrator für solcherlei Aufblas-Raumstations-Module und wie sie es im Weltraum aushalten. Bizarrerweise bezahlt die NASA der Firma, die auch selber mit Aufblas-Satelliten experimentiert (siehe Artikel C25), 17.8 Mio.$ für ihr – per Dragon – anzulieferndes 4 x 3 Meter großes Modul, dabei hatte sie das Konzept ursprünglich von der NASA lizensiert. [21:05 MEZ]

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ESA jetzt im „critical path“ der Orion-Kapsel der NASA

Auf einer gemeinsamen PK von NASA und ESA [NACHTRAG: Aufzeichnung] wird gerade der Einstieg der ESA beim Flug EM-1 des Orion-Systems gefeiert: Gemäß diesem Plan liefert die ESA auf der Basis ihres ISS-Frachters ATV (dessen letzte beide Exemplare diesen April und 2014 starten) das Service Module für diesen zweiten Flug der Orion, der – z.Z. für Ende 2017 geplant – der erste der neuen Riesenrakete SLS sein und unbemannt um den Mond herum führen wird. Die ESA ist damit – zumindest vorübergehend – „in the critical path“: Das Vertrauen hatte man sich durch die gute Zusammenarbeit bei der ISS erworben. Bleiben Ersatzteile übrig, kann die NASA diese auch für EM-2 verwenden, ansonsten ist der ESA-Einstieg in die bemannte US-Raumfahrt nach gegenwärtiger Beschlusslage schon wieder vorbei (auch wenn T. Reiter auf der PK von einem „start of extended cooperation“ sprach): Das Antriebssystem für EM-1 ist die „in kind“-Zahlung der ESA für ihren Anteil an den Betriebskosten der ISS bis 2020. Bei ersten Testflug der Orion in ca. 20 Monaten ist noch keine ESA-Hardware dabei. [18:20 MEZ. NACHTRÄGE: ein detailliertes Video über EM-1 auf Vimeo & Youtube – und eine PM der ESA, nicht erwähnt, dass es nur um EM-1 geht]

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Dieser 9.25″-Schmidt-Cassegrain wurde jetzt hinter einem ISS-Fenster installiert, wie diesem beiläufigen Orbit-Tweet zu entnehmen ist – allerdings schaut das Teleskop nicht in den Himmel sondern auf die Erde: Das ISS SERVIR Environmental Research and Visualization System (ISERV) soll die automatische Erdbeobachtung von der ISS aus erproben, speziell als „DisasterCam“ für den Einsatz bei Naturkatastrophen als Beitrag für SERVIR. Das Bildfeld misst dank eines Fokalreduktors mit einer EOS 7D etwa 13 x 9 km, die Auflösung entspricht mit ca. 3 m einer Kuh. ISERV (das Bild hier entstand [NACHTRAG: mit einem ähnlichen Gerät] noch auf der Erde) war bereits letzten Sommer angekommen und nun gestern hinter der Window Observational Research Facility (WORF) – NASA-Speak für „extra gutes Fenster“ – installiert worden. [5:25 MEZ. NACHTRÄGE: das Teleskop wird ‚unboxed‘ und schwebt in der ISS, auch erwähnt im gestrigen Tages-Video von 2:30-3:45, unten im heutigen Tages-Bericht und in einem späteren Artikel]

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Das Feuer von Siding Spring brennt immer noch …

… auf dieser Aufnahme aus Reiseflughöhe, die die Feuerwehr verbreitet hat: Gerade startete das 4. Live-Blog von A. Bauer mit der Kunde, dass im Inneren der Kuppeln von AAT („So sieht der Bau des Anglo-Australian Telescope jetzt aus“) und UK Schmidt zwar viel Schmutz aber keine offensichtlichen Schäden an den Instrumenten selbst vorgefunden wurden – die Feuerschutz-Maßnahmen der letzten Jahre haben sich bewährt. Und die ATNF berichtet von einer Inspektion des Mopra-Radioteleskops, bei der auch dieses und dieses Bild entstanden. [1:10 MEZ. NACHTRAG: Physics World fasst zusammen – und Bauers fünfter Blog]

Die Entwicklung der Sonnen-Aktivitätregion 1654, während sie vom 7. bis 14. Januar über die Sonnenscheibe – Anblick am 15. Januar – zog: lückenlos dokumentiert vom Solar Dynamics Observatory. Die Gruppe war zwar groß, hat aber wohl kaum nennenswerte Effekte auf der Erde produzieren können. [0:10 MEZ. NACHTRAG: die zugehörigen Korona-Loops vom 9.-15. Januar]

Die nächste russische Mondmission startet nicht vor 2015

Auf dieses Jahr ist nach Berichten hier, hier und hier der Start von Luna-Glob („Mond-Globus“) gerutscht, der ersten von vier angedachten Missionen zur Errichtung einer „robotischen Mondbasis“. Der Lander soll eine 120-kg-Nutzlast zur Oberfläche bringen, auch astrophysikalische. Und gestartet werden soll von einem neuen Weltraumbahnhof in der östlichen Amur-Region: Baikonur adé. [0:10 MEZ. NACHTRAG: Dieser Artikel beschreibt zwei weitere russische Mondmissionen 2016 und 2017 – und kündigt „2030 – 2040 eine breite Erschließung des Mondes“ an …]

Schicksal von 2012 DA14 in hundert Jahren unbestimmt

Dank neuer Astrometrie der letzten Tage ist die Bahn dieses Asteroiden, der am 15. Februar dicht an der Erde vorbeifliegen wird, inzwischen auf 100 km genau bekannt: 27’700 km wird der Minimalabstand von der Erdoberfläche betragen. Doch ob es in der Zukunft möglicherweise zu einer Kollision kommen kann, ist auch mit der neuen, stark verbesserten Bahn (vor der neuen Astrometrie lag die Ungenauigkeit der Erddistanz 2012 noch bei 8000 km!) nicht klar, wie aktuelle Abfragen der beiden führenden Vorhersage-Systeme Sentinel (ein Impakt 2110 möglich, Wahrscheinlichkeit 1:7.7 Mrd.) und NeoDyS (drei Impakte 2096, 2097 und 2100 möglich, Wahrscheinlichkeit bis zu 1:4 Mio.) zeigen. Die Ursache der Widersprüche ist zum einen mathematischer Art, zum anderen trägt ein enger Erdvorbeiflug 2046 zu einer – im himmelsmechanischen Sinne – chaotischen Entwicklung danach bei. [0:10 MEZ]

Die globale Erwärmung setzt sich unvermindert fort

2012 war global gesehen das neunt-wärmste Jahr seit 1880, bis auf 1998 lagen die neun wärmsten Jahr des 132-Jahres-Zeitraums mit zuverlässigen Daten alle nach 2000, und 2005 und 2010 waren die heißesten Jahre überhaupt: Also hat es das Goddard Institute for Space Studies (GISS) der NASA gestern vorgerechnet. Seit 1880 ist die globale Mitteltemperatur um 0.8°C gestiegen, und 2012 lag um 0.6°C über der Referenz (1951-1980) für Vergleiche, die danach nur ein einziges Mal überhaupt – 1976 – unterboten wurde. Ein Zusammenhang der (von jährlichen Schwankungen abgesehen) ständig steigenden Erdtemperatur mit der Zunahme der Treibhausgase – so ist der CO2-Gehalt der Atmosphäre von 285 ppm 1880 auf inzwischen gut 390 ppm gestiegen – steht längst außer Frage. [0:10 MEZ. NACHTRAG: warum es keinen ‚Stillstand‘ seit 1998 gibt]

Mal eben einen UFO-Klassiker at Acta gelegt …

23. Oktober 2012

Es war am 11. Dezember 1998, als ein Astronaut vom Space Shuttle Endeavour aus während der Mission STS-88 diese auf den erste Blick erstaunlichen Bilder schoss: mit einer Hasselblad auf Diafilm, hier Ausschnitte aus Scans in der maximalen Auflösung, die die Datenbank der NASA für Erdaufnahmen durch Astronauten hergibt. Anklicken zeigt jeweils das gesamte 6×6-Bild in geringerer Auflösung, und auf diesem Bild noch vor dem 1. gezeigten (oben) und diesem und diesem nach dem letzten ist das ‚Close Encounter‘ auch noch dokumentiert. Damals erregten die Bilder offenbar keinerlei Aufsehen, das WWW war ja auch noch jung und direkter Zugang zu den zigtausenden von Fotos, die während amerikanischer bemannter Flüge entstanden, nahezu unmöglich. Als die Bilder aber schließlich – inzwischen war 2009 – viel leichter auf zu treiben waren, geriet der Wirbel in UFO-philen Kreisen um so größer, wie etwa dieser, dieser, dieser und dieser Fund zeigen; es gibt aber noch viele mehr. Und vor ein paar Stunden sind die Bilder schon wieder aufgetaucht, in diesem Video eines UFO-Spinners, der hier die Vorboten einer Invasion im nächsten Monat gewahrt – und das sogleich von einer indischen „Nachrichten“-Webseite angepriesen wurde („Nasa Insider Leaks HD Pics Of Alien Ship (UFO) In Orbit“). [NACHTRAG: Video wie Artikel sind inzwischen futsch.]

Und was war es wirklich? Da Googeln nach STS-88 in Kombination mit allerkei Keywords einfach nicht weiter half und immer nur neue Spinneren auftischte, hatte die ‚Sache‘ offenbar außerhalb dieser Kreise keinerlei Wirkung entfaltet, weder 1998 noch 2009. Schließlich hat dieser Blogger einfach mal auf den Webseiten des Weltraum-Gurus Jim Oberg nach STS-88 gesucht – und auf der letzten Seite dieses Artikels tatsächlich die Antwort gefunden! Dort wird auf diese Video-Dramatisierung der Bilder hingewiesen – und dass „the space-walking STS-88 astronauts who took the photos were apologizing for dropping an insulation blanket they had removed during wiring up the first module of the International Space Station“. Der Verlust der Isolationsmatte ist auch in diesem Orbital Debris Quarterly auf Seite 8 dokumentiert: Wie ein weiterer Raumfahrt-Experte mitteilt, wurde sie einfach ersetzt. Das langsam rotierende und sich verformende Stück – natürlich als „Shapeshifter“ eine besonders bedenkliche Alien-Technologie … – blieb länger in der Nähe des Shuttles und wurde schließlich auch mal abgelichtet. Wie übrigens auch manch anderes, das bei EVAs verloren geht. Case closed also – fünf Minuten vor der internationalen Debatte der Präsidentschafts-Bewerber: Dann braucht ja doch keine interstellare draus zu werden …. NACHTRAG: spätere Slides von Oberg und ein langer Artikel zum Thema.

Live-Blog zum Start der nächsten zwei Galileos

12. Oktober 2012

Ein weiteres ESA-Foto vom Start – weitere im Stream – und ein Video ab t-3 min. [22:25 MESZ] Die Fregat brennt wieder, wird bestätigt! [23:55 MESZ] Und auch, dass der 2. Burn erfolgreich war. Jetzt wird die Stufe in die richtige Orientierung gedreht. [23:57 MESZ] Die Satelliten sind ausgesetzt! Wenn die beiden neuen Galileos einsatzbereit sind, kann mit den nunmehr vier operationellen zum ersten Mal tatsächlich eine Position auf der Erde bestimmt werden. [24:00 MESZ – ENDE. NACHTRÄGE: ESA und Arianespace Press Releases, Artikel hier, hier, hier, hier & hier, ein Jubel-Tweet und noch mehr Start-Bilder im Stream. NACHTRAG 2: Die ersten 1 1/2 Stunden ist alles bestens gelaufen. NACHTRAG 3: Auch Tags darauf die Satelliten beide glücklich, und die EU auch]

Intermezzo! Radioastronomen sehen grün auf diesem bemerkenswerten japanischen Bild vom ALMA-Interferometer in Chile im Mondschein – derweil dürfte man in München eher blau sein, wo der 50. ESO-Geburtstag gestern Abend heftig begossen vornehm gefeiert wurde … [22:15 MESZ]

Ein echtes Foto vom Soyuz-Start hat die ESA gerade veröffentlicht, mit dem Hinweis, dass die Galileos um 23:59 MESZ ausgesetzt werden sollen. Zuvor soll die Fregat ab 23:49 MESZ ein 2. Mal 5 Min. lang brennen. [21:30 MESZ]

Intermezzo! Die allerletzte Reise der Endeavour hat begonnen, mit dem zwei Tage währenden Landtransport vom Flughafen LAX – oben die Abfahrt heute ganz früh – ins California Science Center: Das Interesse ist groß. Unten noch Überflüge des Hollywood-Zeichens von LA und der Golden Gate Bridge in San Francisco (ein Amateur-Video vom Boden) bei der Ankunft an der Westküste am 21. September; Artikel dazu hier und hier, mehr Bilder, auch hier, hier, hier, hier und hier – und von einem Satelliten aus. [21:15 MESZ]

Die Fregat & die Galileos sind im Orbit in ballistischem Flug: In gut drei Stunden wird die Oberstufe erneut gezündet, bevor die Satelliten ausgesetzt werden. Der Webcast soll um 23:25 MESZ wieder aufgenommen werden. [20:45 MESZ]

Intermezzo! Richtige Fotos von der Ankunft des Dragon an der ISS mit DSLR-Kameras sind – diesmal mit erheblicher Verspätung – veröffentlicht worden. Und SpaceX und die NASA untersuchen gemeinsam, wieso der Falcon-Start beinahe schief gegangen ist … [20:35 MESZ]

Weitere Screenshots aus dem Arianespace/ESA-Webcast; die Zeit läuft von unten nach oben. Die Oberstufe Fregat hat gerade zum 1. Mal gezündet und wird 13 Minuten brennen. [20:25 MESZ]

Keine 2 Minuten mehr bis zum Start. [20:13 MESZ] Gut weg gekommen! Schöner Start am Tag, mit strahlendem Sonnenschein; auch der Abwurf der Booster war gut zu verfolgen. [20:18 MESZ]

Da sitzen sie drin: Fast exakt ein Jahr nach dem Start der ersten beiden operationellen Galileos („Der erste Start einer Soyuz in Französisch-Guayana“) warten nun die nächsten beiden auf ihren Start um 20:15 MESZ mit der 3. Südamerika-Soyuz. Ein Webcast hat soeben verspätet hier begonnen; mehr Artikel sind in dieser Sammlung und speziell hier und hier zu finden. [19:55 MESZ]