Posts Tagged ‘Juno’

Weitere größere Artikel – allesamt mit Zugaben

11. Oktober 2013

ISON-Forschung zeichnet erfreuliches Bild zu Eigenschaften und Aussichten des Kometen. Mitteilungen vom PSI zu den HST-Daten vom April, vom SwRI zum Überlebens-Paper und von der CIOC zum Wohlbefinden des Kometen, eine Aufzeichnung der DPS-PK (9.10.2013) die Ankündigung der nächsten HST-Daten und erste Erkenntnisse (Wasserproduktion stark angestiegen), aktuelle Bilder von heute (mehr und mehr), gestern (mehr und mehr) und vorgestern (mehr) sowie weitere Bilder, Artikel hier, hier, hier, hier und hier – und nochmal alles zusammen.

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Amateurastronomen bestätigen: Erde brachte Juno auf Kurs – hier ein weiteres Stück Erde, das ankam. Der Safe Mode dauert noch an, auch frühere Artikel hier, hier und hier.

Kleinere Artikel

Polarlichter über Norddeutschland gleich zweimal innerhalb einer Woche. Die Slideshow vom zweiten hier ist allerdings aus Vermont, auch ein Bericht aus Deutschland und europäische Impressionen von 57°, 58° und 59° Nord davon.

Drei Kometen am Morgenhimmel: neben ISON auch Encke – ein Bild vom 9. Oktober – und Lovejoy.

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Ein sternloser Planet in nur 80Lj Entfernung – hier ist er. Weitere Press Releases von IfA und MPIA und Artikel hier, hier und hier.

Fomalhaut ist ein Dreifachstern mit bis zu 6° entfernten Begleitern – auch ein Artikel.

Live-Blog zum Erd-Vorbeiflug der Sonde Juno

9. Oktober 2013

10. Oktober

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Erste Fragmente von Junos Erd-Aufnahmen sind heute Abend auf der Bilder-Seite erschienen, hier im Methan-Band: Daran haben sich auch schon Amateure zu schaffen gemacht. Über den Zustand der Sonde war ansonsten nichts Neues zu erfahren – und auch nicht, ob und wann noch mit ‚volleren‘ Erden zu rechnen sein mag. [23:35 MESZ – Ende]

Juno noch im Safe-Mode – aber Erdbilder offenbar an Bord

Eine Mitteilung aus zweiter Hand, aber schon weithin retweetet: Offenbar hat man Juno – weiter im Safe Mode – die Mitteilung entlocken können, dass die vielen geplaneten Erdaufnahmen (eine Simulation) weitgehend ‚im Kasten‘ sind. Aber vor dem Ende des Safemodes werden sie nicht übertragen. [17:05 MESZ] Am Jupiter wird’s jedenfalls einiges zu sehen geben: aktuelle – irdische – Amateuraufnahmen vom 5.10., 6.10. (mit Io!) und 7.10. [19:30 MESZ] Die ersten Erd-Aufnahmen Junos sind aufgetaucht, unter Nr. 5 (Methan-Filter) – bisher nur ein winziger Anschnitt. [21:50 MESZ]

Juno am Himmel über England – noch im Safe Mode – in einem brandheißen Amateurvideo von Nick James aus einem Artikel über Gravity Assists. [3:10 MESZ] „When the spacecraft reemerged from Earth’s dark side, the laughter quickly subsided at mission operations“: ein Bericht von vor Ort und einer, in dem man am JPL „moderat“ besorgt ist. [3:35 MESZ] Keine neuen Erkenntnisse hier. [4:50 MESZ] Mehr Beobachtungen Junos am Himmel, über Südafrika und anderswo sowie mehr Artikel. [14:55 MESZ] Noch ein Beobachtungs-Bericht & die Auswertung aller Astrometrie: Juno fliegt tatsächlich zum Jupiter! [15:35 MESZ]

Oops: Juno nach dem Erd-Flyby in einen Safe Mode geraten

Wie soeben gemeldet wird – schlechte Nachrichten verbreitet auch die ‚abgeschaltete‘ NASA noch – ist Juno nach dem Fly-By in einen Safe Mode geraten: Kontakt mit der Erde besteht weiter, aber die Datenrate ist niedrig. [0:40 MESZ] Juno hat sich den Safe Mode im Erdschatten ‚geholt‘, vor dem der Zustand einwandfrei gewesen war: Der – komplett passive – Fly-By war durch den Sicherheits-Zustand nicht betroffen und lief offenbar auf 2 km genau ab, aber ob die geplanten Erdaufnahmen entstanden sind, muss man erst noch heraus finden. [1:05 MESZ] Alle Subsysteme & Instrumente arbeiten einwandfrei – und es gibt vage Hinweise, dass die Bilder im Kasten sein könnten. Aber nun dauert alles. [1:25 MESZ]


9. Oktober

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So nahe wird uns Juno nie wieder sein wie vor 3 Minuten

beim Swing-By an der Erde, der auch für eine ganze Reihe von Aufnahmen genutzt worden sein sollte: Auf dieser Seite werden sie nach und nach erscheinen. [21:25 MESZ] Die ESA ‚hört Juno jetzt über Perth und die dortige europäischen Schüssel. [21:45 MESZ] Oben der simulierte Blick zurück auf die Erde vor ca. 1/4 Stunde – bislang sind noch keine echten Bilder derselben eingetroffen. [22:05 MESZ] Die NASA hat jetzt über Madrid Kontakt zu Juno. [22:45 MESZ] Und in England ist Juno gesichtet worden, 12 mag. hell! [22:50 MESZ] Juno-Bilder eines anderen Briten sind hier zu finden. [23:20 MESZ am 9. Oktober] Fly-By-Artikel hier, hier und hier, aber keine neuen Bilder. [0:30 MESZ am 10. Oktober]

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So projiziert sich Junos Bahn auf die Erdoberfläche: Die Zeitmarken in dieser Grafik von Heavens Above sind in UTC, und im gestrichelten Teil der Bahn – Erdnähe um 21:21 MESZ inklusive – befindet sich die Sonde im Erdschatten. Dafür ist sie anschließend über Europa gut beleuchtet und sollte am Himmel von vielleicht 11. auf 14. Größe fallen. Die ESA horcht schon jetzt von Argentinien aus – und twittert ganz aufgeregt über den Fortgang der Ereignisse dieser Nacht … [18:35 MESZ] … während auch die Van Allen Probes etwas zu bieten haben. [19:00 MESZ] Und in Südafrika könnte man Juno kurz mit dem bloßen Auge sehen, bevor sie im Erdschatten verschwindet. [19:45 MESZ] Amateurfunker haben offenbar Kontakt mit der Sonde! [20:15 MESZ] Dito in Italien. [20:50 MESZ]

In wenigen Stunden: Juno fliegt dicht an der Erde vorbei

Zwei Jahre nach ihrem Start kehrt der künftige Jupiter-Orbiter Juno heute zum Schwungholen zur Erde zurück (siehe Animation oben) – und ist dabei auch aktiv: In dieser Rohbilder-Sammlung sind bereits die ersten fernen Blicke auf den Mond erschienen! Press Releases zum Swing-By gibt es von der University of Iowa, dem SwRI und der NASA (wegen des USA-Shutdowns ist z.Z. nur diese Cache-Version verfügbar), Info-Seiten zu den Bildern von MSSS und SwRI – und die ESA interessiert sich für die genaue Bahn. Unabhängig verfolgt werden können die Ereignisse etwa bei UMSF und SF101, es gibt eine Kampagne für Amateurfunker, der Sonde eine Nachricht zu funken – und Amateurastronomen können dank dieser Vorhersage-Seite versuchen, Juno in der kommenden Nacht am Himmel zu sichten, wozu auch ein Webcast geplant ist. Artikel zum Fly-by gibt’s auch hier, hier, hier, hier und hier. [17:05 MESZ]

Juno auf dem Weg zum Jupiter – alles „nominal“

5. August 2011

Juno hat die Erde verlassen: Nach dem verspäteten, dann aber Bilderbuchstart der Atlas-Centaur-Juno-Kombination – wüst weitwinklige Amateurvideos hier, hier und hier, Fotos hier, hier, hier, hier, hier und hier und Fotostrecken [NACHTRAG: hier!], hier, hier, hier und hier – hat die Centaur auch ihren zweiten Burn absolviert und Juno auf seine (oder ihre? Schließlich handelt es sich um das römische Äquivalent der Jupiter-Gattin Hera …) interplanetare Reise geschickt. Die Startmannschaft „gave us a great ride“, freute sich eine Juno-Managerin später auf einer Pressekonferenz. Auch das kritische Entfalten der Solarzellen ist exakt „nominal“ verlaufen: „We are stable, we are spinning, we are power-positive!“ Der Weg führt zunächst bis zur Marsbahn, dann am 9. Oktober 2013 zurück zur Erde, mit deren Schwerkraft noch einmal Schwung geholt (und die für ein paar Testbeobachtungen benutzt) wird, bis der Jupiter am 4. Juli 2016 erreicht ist. Dieser wird – ein knappes Erdjahr lang, genau zwischen zwei Sonnenkonjunktionen – auf 33 elliptischen polaren Orbits à 11 Tage umrundet, die bis auf 5000 km an die Wolken heranführen, ein Rekord.

Die acht Instrumente mit ihren 29 Sensoren werden sich um viele Aspekte des Innenlebens Jupiters kümmern, die allen anderen Jupiter-Besuchern weitgehend entgangen sind: die innere Struktur (gibt es einen ausgeprägten Kern), die Strömungen unter den sichtbaren Wolken, die grundlegende Chemie der Atmosphäre, die Funktion des starken Magnetfelds und der Polarlichter. Für die entsprechenden Instrumente ideal – und auch leichter als 3-Achs-Stabilisierung zu realisieren – wird Juno dreimal pro Minute rotieren, so dass sie permanent durch den Raum geschwenkt werden. Nur „zum Spaß“ ist auch eine simple optische Kamera – geborgt aus dem Marsprogramm – dabei, deren Daten roh und sofort der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden: mit dem expliziten Auftrag, sich um die Bildverarbeitung zu kümmern! Direkte Beiträge zum Forschungsprogramm Junos, das tiefschürfenden Fragen über den Ursprung des Planetensystems (von dem der Jupiter massenmäßig nach der Sonne das meiste abbekommen hat) nachgeht, leisten diese Bilder nicht, und die Kamera ist auch nur für die Strahlenbelastung von 7 Orbits ausgelegt.

Aber von der JunoCam werden die ersten unverzerrten Bilder der Pole Jupiters erwartet, was Planeten-Meteorologen durchaus interessieren wird: Beim Saturn gab es da eine Menge zu sehen. Die andere Besonderheit Junos ist die Stromversorgung: Zum ersten Mal ist eine Raumsonde im äußeren Sonnensystem ohne Nuklearbatterien unterwegs und wird alleine von 3 Solarzellen à 2 x 9 Metern – Spannweite: 20 Meter! – versorgt. Dank technischen Fortschritten können sie selbst am Jupiter mit nur 1/25 der Sonnenstrahlung der Erde noch 400 Watt zur Verfügung stellen. Nicht neu ist dagegen das Ende Junos: Eine Verlängerung der 1.107-Mrd.$-Mission (das Budget wurde eingehalten!) ist nicht vorgesehen, stattdessen wird der Orbiter am Schluss – so lange er noch sicher unter Kontrolle ist – am 16. Oktober 2017 in den Jupiter gelenkt, damit er nicht irgendwann auf Europa prallt. Auch sein Vorgänger Galileo wurde entsprechend entsorgt. JPL, NASA Releases, Bolden Statement, NASA Spaceflight, Planetary Society Blog, Physics World, Wired, Space.com, Scientific American und Spiegel – mehr Links beim Artikel im Cosmic Mirror #343!

Juno schon mal im Erdorbit angekommen!

5. August 2011

Derzeit kreist der Jupiterorbiter Juno auf seiner Centaur-Oberstufe noch um die Erde, aber von 19:06 bis 19:15 wird der Motor ein zweites Mal brennen und das Duo aus dem Orbit in die Tiefen des Planetensystems kicken. Hier 11 Screenshots aus dem NASA TV (live und Replays). Der Start hatte sich durch kleinere aber hartnäckige technische Probleme sowie Boote, die in die Verbotszone eingedrungen waren, immer wieder verschoben, von 17:34 auf schließlich 18:25 MESZ: eine aktualisierte Timeline. Zu sehen sind der Start der Atlas V 551, der Abwurf von Boostern und Nutzlastverkleidung und die Trennung der Centaur von der ersten Stufe. Einen ausführlichen Bericht gibt’s, wenn Juno die Erde endgültig hinter sich gelassen hat; im Cosmic Mirror #343 gibt’s aber Links zu zahlreichen Artikeln.

Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

11. April 2011

Diesem Saturnmond fehlt was … Als Cassini am 31. Januar den Riesenkrater Herschel auf Mimas („Der Saturnmond Mimas …“) exakt von der Seite sah, wurde erst so richtig klar, wie markant er die Gestalt des gesamten Mondes verändert.

Sahara-Staub vor der Westküste Europas am 8. April, aufgenommen in natürlichen Farben mit dem Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (MODIS) auf dem Terra-Satelliten. In wie fern der Staub auch über Mitteleuropa angekommen ist und sich am Himmel bemerkbar macht, wird derzeit angeregt diskutiert.

Der Nebel SH 2-235 im Perseus-Arm der Milchstraße auf einer WISE-Aufnahme: ein komplexes Sternentstehungsgebiet, bei dem zwei Gaswolken zusammen gestoßen sind.

Falcon Heavy: Space X stellt drittstärkste Rakete aller Zeiten vor

Irgendwann 2013 soll sie zum ersten Mal fliegen: Die Falcon Heavy der US-Firma Space X, deren Falcon 1 dreimal versagte, bis sie flog, und deren Falcon 9 zwei tadellose Missionen hingelegt hat. Für die Heavy werden quasi drei Falcon 9 als erste Stufe gebündelt, so dass sie insgesamt 27 Triebwerke von der Rampe tragen werden – und dann 53 metrische Tonnen Nutzlast in eine niedrige Erdumlaufbahn. Das kann kein einziges derzeit auf der Welt verfügbares Trägersystem, und nur die Saturn V mit 133 Tonnen und die Energia mit 96 Tonnen waren einst noch stärker. (Der Space Shuttle wiegt zwar bis zu 109 Tonnen, wovon aber maximal 24.5 Tonnen Nutzlast sind.) Vor allem aber soll die 70 m hohe Falcon Heavy – dank überwiegend im eigenen Haus gefertigter Komponenten und geringer Löhne der meist jungen Mitarbeiter – dramatisch billiger zu haben sein als alle anderen Großraketen: Nur 80 bis 125 Mio.$ soll ein Start kosten, womit eine ‚magische Grenze‘ von 1000 US-Dollar pro Pfund (oder rund 1500 Euro pro kg) in den Orbit erreicht wird. Den ersten Testflug (von Vandenberg aus) bezahlt Space X noch selbst, ab dem zweiten (von Cape Canaveral an) hofft man auf Kunden, v.a. aus von USAF und NRO – ab vier Starts im Jahr soll es sich rechnen. Für die vom US-Kongress so sehr ersehnte Heavy Lift Rocket von Saturn-V-Qualität für bemannte Missionen jenseits des LEO reicht die Falcon Heavy zwar nicht, aber Space X spricht bereits mit der NASA über ein noch stärkeres Modell. Im Augenblick scheint man der verrückten Firma praktisch alles zuzutrauen … (Space X Press Release, Fact Sheet und Pressekonferenz-Notizen und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier nach und hier und hier vor der PK am 5.4.2011)

Die Falcon Heavy könnte die Mars Sample Return Mission retten, die mit herkömmlichen Raketen schlicht unbezahlbar ist: Weil ein Landegerät auf dem Mars gebracht werden muss, das dort wieder startet, muss es eine Menge Treibstoff mitnehmen, was es sehr schwer und den Start auf der Erde entsprechend teuer macht. 1/5 bis 1/4 der Kosten einer Planetenmission fallen für den Start an – und da könnte die Falcon Heavy die entscheidende Einsparung bringen. Allerdings ist bisher noch nicht einmal die Falcon 9 für den Start wertvoller Nutzlasten der US-Regierung qualifiziert, weil dazu drei erfolgreiche Flüge in Folge notwendig sind. Aber da die explodierenden Startkosten – verschärft durch den Wegfall der beliebten Delta 2 noch dieses Jahr – eine gewichtige Rolle in der Krise der US-Planetenforschung spielen, ist dort generell kreatives Denken angesagt. (Discovery 5., Spaceflight Now 4.4.2011)

Der Jupiter-Orbiter Juno ist in Florida angekommen

(per Flugzeug aus Colorado kommend) und soll zwischen dem 5. und 26. August auf die Reise gehen: 33-mal wird der Riesenplanet ab 2016 auf einer Polarbahn innerhalb seiner Strahlungsgürtel umkreist, um seinem Aufbau und Entstehung weiter auf den Grund zu gehen. (Spaceflight Now 11., JPL Release 8.4., AW&ST 25., NASA Release 22., JPL Release 7.3., Space.com 23.2.2011 plus Bilder aus Titusville und Denver) NACHTRAG: noch’n Artikel.

Erkenntnisse vom Venus Express zum Polar-Vortex und von Cassini zur Natur Titans wurden gerade publiziert: Der Wolkenwirbel in der Nähe des Venus-Südpols verändert sich rasanter und komplexer als gedacht, wobei wohl eine Rolle spielt, dass er nicht genau auf den Pol zentriert ist. (ESA Release 7.4.2011) Und beim Titan sieht es nun so aus, dass nur Kräfte von oben – Wetter, Flüssigkeiten, Impakte – aber kein Kryovulkanismus zur Formung seiner Topografie beitragen. (NASA Feature 7.4.2011)

ESA bereitet eigenes Radarsystem für Weltraumschrott vor

Während das US-Militär bis 2015 3.5 Mrd. Dollar in den Ausbau jenes „Radar-Zaunes“ (Space Fence) steckt, das aktive wie inaktive Satelliten im Erdorbit registriert (und immer noch mit sich ringt, ob mehr dabei gewonnene Informationen als bisher der Welt mitgeteilt werden sollen), wird bei der ESA ein Radar-Demonstrator für ein unabhängiges System dieser Art entwickelt – zwischen 2012 und 2019 könnte die operative Anlage entstehen. (Space News 6., Innovation Daily 1.4.2011)

Heliumtank einer Zenit-Rakete landete in den USA: Das 75 cm große und 30 kg schwere kugelförmige Gebilde wurde am 21. März knapp südlich der Grenze von Colorado und Wyoming entdeckt und konnte rasch einer im Januar gestarteten russischen Zenit zugeschrieben werden, deren zweite Stufe am 19.3. über Kalifornien in die Atmosphäre eingetreten war. Der Finder hat den Tank erst einmal behalten und weiß noch nicht, was er damit anfangen soll … (Craig Daily Press 9.4.2011)

Ozeansatellit SAC-D in Vandenberg angekommen

Der argentinische Satellit, der in Brasilien getestet wurde und mit Instrumenten aus mehreren Ländern, insbesondere Aquarius von der NASA, ausgestattet ist, soll am 9. Juni auf einer Delta 2 starten und dann per thermischer Emission der Meeresoberfläche immer wieder den Salzgehalt der Meere kartieren, jede Woche neu und mit 150 km Netzweite. Geringe Veränderungen des Salzgehalts der oberen Schichten – v.a. durch Regen und Verdunstung – beeinflussen die Meeresströmungen und sind dadurch wiederum klimarelevant: Schließlich sind die Ozeane der Thermostat des Weltklimas. (JPL Releases 6.4., 31.3.2011)

Die Soyuz-Startanlagen in Kourou sind endlich von der ESA abgenommen worden, so dass vom Ensemble de Lancement Soyuz (ELS) tatsächlich im 3. Quartal 2011 die erste Soyuz-Rakete abheben und die Äquatornähe für zusätzlichen Schwung ausnutzen kann! (ESA Release 1.4., Spiegel 1.3.2011)

Geheimer – aber auffälliger – Satellit nach 20 Jahren verschwunden

Derselbe britische Amateurbeobachter, der 1991 zuerst den frisch gestarteten US-Radaraufklärer Lacrosse 2 im Orbit gesichtet hatte, stellt nun als erster fest, dass er nicht mehr da ist: Offenbar hat man ihn kürzlich im Südpazifik versenkt, so wie schon 1997 die Nr. 1. Drei weitere Lacrosses sowie ein kleinerer Radarsatellit der nächsten Generation ziehen weiter ihre Bahnen, leicht mit dem bloßen Auge zu erkennen, wenn der Sonnenstand stimmt, aber offiziell gar nicht vorhanden … (Spaceflight Now 5., Guardian 6.4.2011)

Indischer Studenten-Satellit soll im Juni starten: Jugnu („Indischer Nanosatellit …“) ist von der ISRO abgenommen worden, ebenso der von denselben Studenten entwickelte Auswurf-Mechanismus, und auch die Bodenstation am IIT-Kanpur ist bereit. (Times of India 5.4.2011)