Posts Tagged ‘Komet PanSTARRS’

Weitere größere Artikel (mit zusätzlichem PANSTARRS-, 1998-QE2- und Schweden-Content)

31. Mai 2013

Fahrplan für Komet ISON auf 50° Nord: die detaillierteste Übersicht bisher, die eine Abfolge ziemlich unterschiedlicher Sichtfenster zutage fördert.

Komet PANSTARRS mit »Stachel« während der Erdpassage durch seine Bahnebene – auch Bilder von heute (mehr), vom 30. Mai (mehr), 29. Mai u.a. (mehr), 28. Mai und 27. Mai, plus visuelle Eindrücke.

Cassini vermisst Sterne – mithilfe der Saturnringe und Beugung an scharfen Kanten darin (dieselbe Technik, die irdische Astronomen schon mal beim Mond anwenden).

Kleinplanet kommt der Erde auf 15 Monddistanzen nahe: der heutige Besuch des 1998 QE2 – auch Amateur-Beobachtungen von heute hier, hier, hier, hier und hier, von gestern und verschiedenen Tagen, Artikel hier, hier, hier, hier und hier und ein Fehlerchen

Erdgroßer Exoplanet mit 8,5 Stunden Umlaufzeit sicher kein Zwilling der Erde, bei einer Oberflächen-Temperatur von tausenden Grad.

Bilder-Galerie

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A brief trip to Stockholm May 26 to 30, 2013, for a Workshop for Science Writers on Astrophysics and Cosmology – mit vielen Luftbildern, darunter beim Rückflug ein überraschender Blick auf das Horizont-Observatorium der Halde Hoheward beim Landeanflug auf Düsseldorf.

Kleinere Artikel

Die masseärmste Galaxie scheint Segue 2 zu sein, auch wenn es noch leuchtschwächere gibt. [NACHTRAG: ein später Keck Release dazu]

Das Planeten-Trio – knapp aber erfolgreich am 24. Mai in Witten beobachtet.

Ein besonders guter »Zwilling« der Sonne wurde von CoRoT entdeckt.

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Weitere größere Artikel

19. April 2013

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PANSTARRS glänzt weiter – trotz 6. Größe, während er es nach dieser spanischen Analyse in Perihelnähe mal ganz kurz auf nullte geschafft hatte (auch ein besonders prächtiges Bild von vorgestern, eine Bildersammlung eines Einzelnen [NACHTRAG: und aktuelle Diskussionen]).

Bemannte Mission: NASA möchte Miniasteroid einfangen und in Mondnähe besuchen lassen.

κ CrB: Unterriese mit Planeten und Staubscheibe(n) gut ausgestattet.

Kürzere Artikel

Großer Strahlungsausbruch von Markarian 421 bislang ohne Wirkung im Optischen (mehr Artikel hier und hier).

Entwarnung für den Mars: Kometenimpakt praktisch ausgeschlossen.

Weitere größere Artikel – und C/2011 L4 @ M 31

5. April 2013

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PANSTARRS bei Messier 31: oben ein weiteres Bild vom 3. April von Jost Jahn mit 30 Minuten Gesamt-Belichtungszeit – und noch viel mehr ausgewählte Bilder der Konjunktion vom 5. April, vom 4. April extrem tief, mit weitem Feld (mehr und mehr), näher dran (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und ganz nah dran (mehr), vom 3. April extrem tief, hoch aufgelöst, mit weitem Feld (mehr) und nett arrangiert (mehr, Erläuterung, mehr und mehr), vom 2. April mit weitem Feld (mehr und mehr) und im Detail (mehr und mehr) sowie vom 1. April (v.a. unten). Dazu News zum 4. und 3. April, Bildergalerien hier, hier und hier und eine Karte. Sowie ein Rückblick auf STEREOs Beobachtungen, ein anderer PANSTARRS (auch mit Schweif) – und viel Verwirrung bzgl. ISONs Zukunft

Mit Planck schon das Ende der Kosmologie erreicht? Widersprüche zu „lokalen“ Messungen …

Großsternwarte entsteht im indischen Himalaya auf dem Devasthal.

Kleinere Artikel

PANSTARRS extrem – schlechter geht’s nicht 🙂 Nicht überall sah’s so toll aus wie oben …

Verhindert Staub eine helle Supernova in M 65? „Versprochene“ 12 mag. bleiben aus …

Erster – temporärer – Trojaner des Uranus kann nicht lange bleiben.

Schwerer Planet um M-Zwerg-Paar abgelichtet – und Theoretiker verwirrt.

PANSTARRS näher per Flugzeug: So war’s da oben

17. März 2013

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Das Medien-Interesse war enorm an wohl ersten öffentlichen Kometen-Beobachtungs-Flug seit Halley 1986, und so wuselten gestern Nachmittag bereits beim Check-In im Flughafen Köln-Bonn ein halbes Dutzend Kamera- und Tonleute zweier TV-Teams um den Organisator Stefan Krause (u.) von Eclipse-Reisen und die rund 55 Passagiere – darunter viele Veteranen exotischer Astro-Reisen, mit edlen Kameras und sogar Stativen bepackt.

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Nach einem zünftigen rheinischen Buffet und detaillierten Instruktionen zum Ablauf des auf zwei Stunden angesetzten Zick-Zack-Fluges hob die gecharterte Boeing 737-700 der Air Berlin um 19:22 MEZ überpünktlich ab – der Pilot beschleunigte schon aus der Kurve von der Taxi- zur Runway heraus – und durchbrach bald die praktisch geschlossene Wolkendecke über NRW. Zunächst hatte die linke Seite nach kurzer Suche Blick auf den Kometen in der schwindenden nautischen Dämmerung, während die Maschine Kurs auf Bremen nahm: Für’s bloße Auge erschien er als Sternchen, in Feldstechern zeigte er bereits allerlei der von Fotos der letzten Tage her bekannten Schweifstrukturen. Nach einer knappen Viertelstunde Geradeausflug legte sich der Flieger plangemäß schwer in die Kurve und änderte das Heading binnen ein paar Minuten um 180°.

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19:57 MEZ; 1 Sekunde belichtet bei Blende 3.4 und ISO 1600; 90 mm Kleinbild-Äquivalent-Brennweite, Ausschnitt

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19:57 MEZ, 1 Sekunde bei Blende 3.5 und ISO 1600; 116 mm, Ausschnitt

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19:58 MEZ, 1 Sekunde bei Blende 3.6 und ISO 800; 130 mm, Ausschnitt

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19:59 MEZ, 1 Sekunde bei Blende 3.8 und ISO 800; 170 mm, starker Ausschnitt

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20:10 MEZ, 2.5 Sekunden bei Blende 2.8 und ISO 1600; 25 mm, Ausschnitt

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20:11 MEZ, 2.5 Sekunden bei Blende 3.2 und ISO 800; 44 mm, Ausschnitt

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20:11 MEZ, 5 Sekunden bei Blende 3.0 und ISO 800; 32 mm, Ausschnitt

Der Blick durch den Feldstecher war definitiv der beste Weg, das Schauspiel zu genießen: Wie dieser Blogger auf der rechten Seite ab ca. 19:55 MEZ feststellen konnte, genügte die Qualität der – eigens besonders sorgfältig gereinigten – Scheiben vollauf für den förderlichen Einsatz eines 10×50-Feldstechers, der nicht nur viele Sterne bis zum Horizont sondern auch den gekrümmten Staubschweif und die helle innere Koma ähnlich gut wie auf den bisher besten Fotos von Mitte März oder auch der teleskopischen Zeichung eines Ausnahme-Beobachters zeigte. PANSTARRS stand da zwar theoretisch noch in der astronomischen Dämmerung, dank der Flughöhe aber bereits in einem tiefdunklen Bereich des Himmels. Die obigen Fotos mit einer simplen Bridge-Kamera (Panasonic DMC-FZ48) entsprechen ganz gut dem Eindruck für das bloße Auge, für das der Komet leicht – als etwas diffuses Sternchen knapp über dem Horizont – zu sehen war, der Schweif aber höchstens angedeutet blieb, während der Feldstecher wesentlich mehr Einzelheiten enthüllen konnte. (Und die die Fotografen mit dem besseren Equipment z.T. offenbar auch einfangen konnten – aber so gut wie Michael Jäger und Gerald Rhemann gleichzeitig in den Alpen?)

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20:38 MEZ, 10 Sekunden Belichtung bei Blende 2.8 und ISO 1600; 25 mm

Doch viel Zeit blieb nicht, rasch sank der Komet tiefer. Wiederum links konnte man ihn beim dritten Flugabschnitt den Kometen schon untergehen sehen – und rechts war beim letzten „Leg“ schon nichts mehr von ihm zu finden: Da halfen auch die Kimmtiefe von über 3° und die Refraktion nicht mehr (die in 12 km Höhe nur noch 10′ Anhebung [„The Devil is in the details“] anstatt der 35′ auf Meereshöhe schafft). Dafür aber ein unerwartetes Phänomen, nämlich – etwas – getrübte Sicht durch den Mondschein auf die Wolken eigentlich tief unter uns und offenbar eine Art feinen Dunst darüber. Das war eine weitere Erkenntnis dieses ungewöhnlichen Flug-Experiments: Es muss noch nicht mal Halbmond sein, damit die himmlische Lichtverschmutzung schon markant stört, für z.B. eventuelle Polarlicht-Flüge eine wichtige Einschränkung.

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Nach exakt 2 Stunden waren der Flieger wieder in Köln und die Teilnehmer des PANSTARRS-Fluges um manche Erfahrung reicher. Viele weitere Bilder dieses Bloggers sind in diesem Album zu finden, und am 18. März wird es mehrere Berichte im ARD-Morgen- und Mittags-Magazin geben. Und vielleicht schon jetzt überall auf der Welt via Reuters TV. NACHTRAG: die geflogene Route, ein Link an edler Stelle, ein weiterer Bericht mit „tieferen“ Kometen-Bildern, mehr Fotos hier, hier und hier, eine Mikro-Doku (ohne Komet) – und eine „Beobachtung“ von uns.

NACHTRAG 2: hier der fast 6-minütige Beitrag des WDR im ARD-MoMa am 18. März – und N24 hatte schon am 17. März auch was via Reuters, wo sich am 18. März auch die Deutsche Welle bediente, siehe unten. Und noch ein Meta-Artikel zur Kometen-Fliegerei. NACHTRAG 3: bessere Bilder von P. Oden mit einigem Schweifdetail! Und auch das offizielle Album ist (unten) um gute Kometenbilder ergänzt worden.

NACHTRAG 4: Ein anders geschnittener Beitrag des WDR-Teams lief am 18. März im MittagsMagazin – unten gibt’s ihn jetzt ganz offiziell auf YouTube! NACHTRAG 5: ein langer Bild-Bericht, in dem auch dieser Blogger mitspielt. Und eine englische Kurzfassung aus dem Reuters-Material – vom New Tang Dynasty TV von Falun Gong in den USA …

Weitere größere Artikel – und PANSTARRS-News

8. März 2013

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Komet PANSTARRS ist da: die beste Woche für Europa steht bevor, und dieses Diagramm nach Vorlage dieses Bloggers zeigt, wo’s lang geht. Aus der bürgerlichen Dämmerung mittlerer Nordbreiten wurde der Komet offebar noch nicht gefischt, dafür aber am 8. März möglicherweise in Malaysia und den Philippinen, am 7. März angeblich in den Süd-USA (in Arizona sah man aber nix) und sicher in Brasilien, Südafrika und Australien (auch eine visuelle Beschreibung) und am 6. März in Chile. Auch eine Animation der wachsenden Schweife, ein Best-Of aus Argentinien, ein Vergleich mit Lovejoy, eine Schweif-Prognose und Artikel von den Philippinen, aus Österreich (mehr und mehr), Deutschland (Webseite dazu und mehr), Liechtenstein, dem U.K. (mehr) und den USA (mehr und mehr. Eine PM der Air Berlin Group in Deutsch und Englisch über den Kölner PANSTARRS-Flug hat einiges Echo ausgelöst – und eine PM aus Erlangen ist voller „Kleinstplaneten“ …

Trifft neu entdeckter Komet 2014 den Mars? Noch stehen wir bei 1:640 Wahrscheinlichkeit für einen Impakt …

Drei kleine Astronomie-Satelliten im Erdorbit, NEOSSat und die ersten beiden BRITEs – laut Webseiten oder Tweets gehet es mit allen planmäßig voran.

Im Web-Fernsehen!

Interstellarum Sternstunde Nr. 14 mit u.a. einem „Best-Of“ der Chelyabinsk-Videos und -Analysen, Clips von 2012 DA14 am Himmel und ein Interview mit diesem Blogger zum Kometen PANSTARRS im März.

Kleinere Artikel

Aktualisierte Zahlen zur russischen Meteor-Explosion aus Videoanalysen und dem Infrarot-Signal.

Zeitenwende bei der Volkssternwarte Bonn – Vorstand nach 41 Jahren erstmal ohne den Gründer.

Mars-Ausstellung im Kölner Hauptbahnhof von der VSW Laupheim.

Eine astronomiegeschichtliche Entdeckung in … einer Kneipe in Königswinter? War aber nur ’ne Kopie …

Allgemeines Live-Blog vom 5. bis 7. März 2013

5. März 2013

PANSTARRS-Status: 1.4 mag. – und 15 t Wasser pro Sekunde

Eine weitere sorgfältige Helligkeits-Analyse gibt Komet C/2011 L4 gestern 1.4 bis 1.5 mag. – und nach radioastronomischen und Herschel-Beobachtungen hat er seine Wasserproduktion in 5 1/2 Monaten verhundertfacht, auf jetzt 15 Tonnen pro Sekunde. Auch ein Vergleich der Prognosen für den Staubschweif mit der Realität, ein Webcast am 15.3., ein PR der R.A.S. und neue Artikel in Deutsch (alt., mehr, mehr und mehr) und Englisch (mehr) – leider schafft es weiter praktisch niemand, den Kometen richtig „PANSTARRS“ zu schreiben. Zwar wird das Entdecker-Teleskop „Pan-STARRS“ abgekürzt, aber Kometennamen nach automatischen Suchprogrammen werden in Großbuchstaben und ohne Bindestriche geschrieben … [15:50 MEZ am 7. März] Ausgewählte Bilder vom 7. März aus Australien (mehr) und von den Philippinen, vom 6. März aus Australien (mehr und mehr), vom 5. März aus Argentinien, Australien (mehr, mehr, mehr & ein Video) und Tasmanien, vom 4. März aus Chile und vom 3. März aus Argentinien – auch ein undatierter Untergang, eine visuelle Beobachtung aus Botswana vom 5. März, eine PM der Uni Bonn samt Video und Artikel auf Deutsch (mehr) und Englisch (mehr, mehr und mehr). Und ein tolles Mosaik von Lemmons Plasmaschweif. [23:55 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: noch eine visuelle Beschreibung vom 5. März, ein JPL Release und ein Artikel zu PANSTARRS‘ Nord-Ankunft]

Eine hervorragende britische TV-Doku über den russischen Airburst, die der kommerzielle(!) Sender Channel 4 bereits am 3. März ausstrahlte, kaum mehr als zwei Wochen nach dem Ereignis (und mit mehr Videoclips davon als irgendwo sonst) – nicht dass irgendeiner der Zwangsgebühren-finanzierten deutschen Sender auch nur auf solch eine Idee gekommen wäre. Wohl aber die BBC, deren Gegenstück am selben Tag direkt im Anschluss gezeigt wurde [NACHTRAG: bessere Version]! Und ein paar Stunden später gab’s auch noch The Sky at Night mit tollem Material von 2012 DA14 am Himmel. Britisches TV lässt sich heutzutage leicht per Internet verfolgen, und die beiden Chelyabinsk-Sendungen sind auch über ihre Titel schon mehrfach auf YouTube zu finden. Wer sich hierzulande für aktuelle und seriöse Astronomie interessiert, muss sich sein Fernsehen eben selber machen … [17:35 MEZ am 6. März] Noch eine eine Zusammenfassung der Erkenntnisse zu Chelyabinsk. [19:30 MEZ] Und allerlei Mitigation-Mathe angesichts des Falls Siding Spring vs. Mars. [20:35 MEZ]

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PANSTARRS aus Melbourne am Abend des 5. März, gerade von Trevor Sellman diesem Blog gezwitschert: 100 mm f/4, 1 Sek. bei ISO 400 mit einer Canon EOS 7D. Auch ein – eher experimentelles – Video vom selben Abend und Kontinent sowie Reuters und AP zur Nord-Ankunft von PANSTARRS, der auch dem Zodiakallicht begegnen wird. [0:45 MEZ] Und ein längerer visueller Bericht vom 5.3. aus SO-Australien – der Komet ist auffällig am Dämmerungs-Himmel! [1:00 MEZ] Die Reuters-Story über den PANSTARRS-Flug jetzt auch bei space.com, mal wieder ohne Quellenangabe. Und dieses Blog wird beim DLF verlinkt! [1:20 MEZ] Das schönste PANSTARRS-Bild bisher (am 5.3. hinter dem Parkes-Radioteleskop) – und das erstaunlichste (heute aus einem Flugzeug über Neuseeland mit 1/5 Sekunde bei ISO 3200)! Und noch mehr, auch hier & hier. [16:35 MEZ] Oh, und keine Zweifel an ISON, bitte! [17:20 MEZ. NACHTRAG: oder hinkt der Vergleich mit Hale-Bopp …]

Fantasievolle 3D-Animationen von Komet Siding Spring beim Mars im Oktober 2014: Was eine knappe Annäherung – ohne den unwahrscheinlichen Fall eines Impakts – für den Planeten bedeuten würde, ist noch nicht recht durchdacht, aber vermutlich passiert wenig, kein Meteorsturm oder so. Auch ein NSF Release zur seismischen und barometrischen Detektion des Russen-Airbursts in den USA. [0:10 MEZ]

RadioAstron feiert neue Orbital-VLBI-Bild-Schärfe-Rekorde

Einer RosKosmos-PM zufolge (bzw. deren maschineller Übersetzung) hat der Satellit Spektr-R zusammen mit irdischen Teleskopen („Die ersten Fringes …“) neue Maßstäbe für Very Long Baseline Interferometry mit der vielfachen Basislinie des Erddurchmessers gesetzt. „Insbesondere gelang es den Rekord im Jahr 2012, bodengestützte Interferometer schlagen für Beobachtungen bei einer Wellenlänge von 1,3 mm,“ sagt der Übersetzer: „Erreicht eine Winkelauflösung von 40 Mikrosekunden des Bogens.“ [23:40 MEZ am 5. März]

Ein Aurora-Zeitraffer-Video aus Nordschweden vom 3. März – und am 1.3. gab es auch in Donegal im Norden Irlands ein Polarlicht am Horizont. [23:30 MEZ. NACHTRAG: letzteres machte sich auch als Aurora Australis in Australien bemerkbar]

PANSTARRS at home: Theoretisch geht’s morgen los …

Denn am 6. März steht der Komet erstmals noch über dem Horizont, wenn die Sonne auf 50°N untergeht, versinkt allerdings selbst schon inmitten der bürgerlichen Dämmerung – doch Tag für Tag verbessert sich dann die Geometrie, wie der neuen grafischen Darstellung hier zu entnehmen ist. Das obige Video wiederum zeigt die globalen Sichtbedingungen animiert und wie die Sichtzone mit der Kometen-Deklination nach Norden wandert. Auch Konfusion eines echten Experten über die Bedeutung von Kometen-Lichtkurven, neue Bilder von heute (mehr und beide Kometen) und gestern (aus Hawaii, kein Vergleich zu Chile [auch Weitwinkel] oder Tasmanien), ein Reuters-Artikel über den deutschen Kometen-Flug und weitere Artikel auf Deutsch (mehr, mehr und mehr) und Englisch (mehr und mehr). Plus Palaver über ISONs Helligkeit und Details vom JPL zu Siding Spring vs. Mars 2014. [20:10 MEZ]

Hubble image of Abell 68

Eine Gravitationslinse mit Humor hat mittels des Galaxienhaufens Abell 68 dieses Bild einer Hintergrund-Galaxie produziert – eine Hubble-Aufnahme mit der WFC3. Auch zu vermelden: der endgültige Einstieg des UK beim ESO-E-ELT, was zwar ein weiterer Schritt ist, aber an Brasilien hakt’s immer noch – und First Light für drei weitere LCOGT-Teleskope, nunmehr in Südafrika; vgl. ISAN 174-9 zu weiteren Plänen. [15:15 MEZ]

Helium praktisch alle: Herschels Mission vor dem Ende

Wie schon lange berechnet („Das letzte Jahr für den IR-Satelliten Herschel“), geht dem großen ESA-Weltraum-Observatorium Herschel irgendwann diesen Monat das flüssige Helium aus, ohne das keines seiner Infrarot-Instrumente betrieben werden kann: Im Gegensatz zu anderen IR-Satelliten der letzten Zeit ist also keine „warme Mission“ möglich. Im April folgen noch ein paar technische Experimente, dann wird der große Satellit auf eine heliozentrische Drift-Reise geschickt. [14:45 MEZ. NACHTRAG: ein später JPL Release gleichen Inhalts]

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Die Venus durch die Saturnringe gesehen von Cassini im letzten November aus dem Schatten des Planeten heraus aber erst jetzt von NASA und ESA (und hier, hier und hier) gefeiert – auch jede Menge Sturm-Bilder vom Saturn. [3:05 MEZ]

PANSTARRS scheint schon heller als 2.0 mag. zu sein

Jedenfalls legt das dieser Bericht aus Argentinien vom 3. März nahe, wo der Komet heller als Deneb Kaitos erschien; tags darauf wurde er in Australien allerdings auf genau 2.0 mag. geschätzt, wobei er in der nautischen Dämmerung mit bloßen Auge sichtbar wurde. Weitere ausgewählte Bilder vom 4. März (alt.), 3. März (mehr, mehr, mehr und mehr) und 2. März (mit Lemmon) – auch eine (noch rudimentäre) Galerie, Überlegungen zu Farbfiltern gegen die Dämmerung und noch mehr Artikel auf Deutsch (mehr, mehr, mehr und mehr), Englisch (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und Französisch. Plus ISON mit 10 cm, 51 cm und 200 cm Öffnung, der Fall Siding Spring vs. Mars und schon wieder ein kleiner Asteroid in Erdnähe, gefolgt von einem größeren in größerem Abstand. [2:35 MEZ]

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Curiosity nach Speicherproblem auf Ersatz-Computer umgeschaltet; Safe Mode schon wieder aufgehoben

Es war „die erste größere (nicht lebensbedrohliche, aber richtig unbequeme) Anomalie“ seit der Landung des Marsrovers: Weil es Probleme mit dem Flash Memory gab, schaltete Curiosity am 28.2. automatisch auf den redundanten Bordrechner („B-Seite“) um und versetzte sich selbst in einen Safe Mode. Aus dem ist der Rover – oben ein neues MAHLI-Selbstportrait von Anfang Februar – gerade wieder erwacht, aber bis er die reguläre Arbeit wieder aufnehmen kann, wird es wohl die nächste Woche werden. Die A-Seite ist von nun an die redundante, wobei natürlich versucht werden muss, den Fehler – vielleicht ein Strahlen-Schaden – zu lokalisieren und zu umgehen; frühere Berichte hier, hier, hier, hier, hier und hier. [2:00 MEZ]

PANSTARRS mit zweiter Größe in den Endspurt

3. März 2013

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So stand er heute Abend über Westaustralien, eine Woche vor dem Perihel: „The comet was certainly brighter tonight than two nights ago. It was easy to see in the twilight as a comet with tail,“ schreibt der Fotograf Jim Gifford auf 34°S. „The head is still very intense, and the coma/tail at the head appeared to have broadened as seen in 25×100 binoculars.“ In Europa ist derweil PANSTARRS am Tage vage nachgewiesen worden, per Teleskop & IR-Filter. Ausgewählte Fotos und Berichte von der Südhalbkugel von heute (mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern (mehr, mehr, mehr und mehr) und ein Weitwinkelbild mit PANSTARRS & Lemmon vom 28. Februar. Die letzten zwei detaillierten visuellen Beobachtungsberichte vom 1. März hier & hier sahen den Kometen bereits klar bei 2. Größe – ob er bis zum Perihel am 10. März (eine Karte mit den Sichtbedingungen dann) wohl noch eine 1 vor’s Komma bekommt? Weitere Vor- und Statusberichte hier, hier, hier, hier & hier auf Deutsch und hier, hier, hier, hier (mehr), hier und hier auf Englisch.

Impaktwahrscheinlichkeit von Komet Siding Spring für den Mars auf 1:640 gestiegen! Neu entdeckte Precovery-Aufnahmen des Kometen C/2013 A1 („Neuer Komet kommt Mars nahe …“) haben zu einer Bahnverbesserung geführt – und die „approaches“-Funktion von JPL Horizons im telnet-Dialog liefert nunmehr eine nominelle Vorbeiflugdistanz von 53’500 km, eine maximale von 320’000 km und eine minimale von 0 km, mit einer Impaktwahrscheinlichkeit von 0.001571. (Mit einer Klon-Methode kommt seltsamerweise nur die Hälfte heraus; noch eine Privat-Analyse.) Weitere frühere Artikel zur Mars-Begegnung hier, hier und hier, auch ein Disconnection Event bei Lemmon und ein ISON mit 17 Zoll gestern, plus Updates zu letzterem.

Weitere harte Fakten zur Natur der russischen Boliden

hat die NASA aufgrund neuer Daten „by U.S. Government sensors“ ermittelt, bei denen es sich natürlich nur um die Infrarotsignatur der Feuerkugel für Frühwarnsatelliten handeln kann – solcherlei Daten werden schon lange für die Analyse großer Boliden verwedet, wenn sie das US-Militär denn herausrückt. Die Gesamtenergie des Impakts wird nunmehr mit 440 kt TNT-Äquivalent angegeben, wovon der Feuerball etwa 90 als Licht abstrahlte. Der Durchmesser des Asteroiden ergibt sich jetzt (immer noch ziemlich grob) zu 18 m und seine Masse zu 11’000 Tonnen. Und die aus den mutmaßlichen Satellitendaten bestimmte Flugbahn des Boliden – und damit der der ursprüngliche Orbit des Asteroiden – passen gut zu entsprechenden Analysen aus den Videos vom Boden (die wohl beste tschechische, hier schon vor einer Woche beschrieben [„Analyse des Russen-Airbursts …“], ist übrigens auch hier ‚entdeckt‘ worden). Auch Artikel zur Unterbrechung der Meteoitensuche (erst wenige kg sind geborgen) und einem erwogenen Export-Stopp sowie der häufigen Fehl-Identifikation des Boliden durch Augenzeugen und die denkbare Vermarktung des Impakts.

Wird noch ein zweites Sonnenmaximum ’nachgereicht‘?

In einer ziemlich herum spekulierenden NASA-Story und einem der Thematik angemessen ungewöhnlich konfusen Video dazu wird der Vermutung Ausdruck verliehen, dass das Maximum des aktuellen Sonnenzyklus eine ausgeprägte Struktur mit zwei disjunkten Maxima bekommen könnte, wie sie – schwächer – auch mehrere voran gegangene zeigten. Das würde erklären, warum es mit der Sonnenaktivität wieder abwärts ging („Weiterer Verlauf des 24. Sonnenzyklus …“), nachdem bereits vor einem Jahr ein relativ scharfes Maximum erreicht war. Dass dem noch ein weiteres nachfolgt, womöglich erst 2014 oder gar 2015, scheint aber reine Spekulation zu sein. Auch ein nettes aktuelles Allsky-Aurora-Video und eine Galerie norwegischer Nächte.

Der umstrittene Vorgänger der SN 2011dh in M51 ist tatsächlich weg: Mit dem Hubble Space Telescope konnte gestern – das ist mal Publikations-Geschwindigkeit! – klar nachgewiesen werden, dass der gelbe Überriese, der exakt an der Position der Supernova gesehen worden war („Sieben Papers über die Supernova 2011dh …“), nicht mehr da ist. Also ist dies doch der Stern, der explodiert war, obwohl es doch so schöne Argumente dagegen gegeben hatte …

Allgemeines Live-Blog vom 26. bis 28. Februar

26. Februar 2013

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Komet PANSTARRS heute Abend, abermals von Jim Gifford aus Australien, 3 Sekunden mit Blende 5.6 und ISO 2000. Auch weitere Bilder vom 28. Februar hier, hier und hier (nochmal der irre NEAT-Vergleich) sowie vom 27. und 26. Februar (bestes Bild mit Landschaft bisher), plus Komet ISON heute sowie ein verwirrter Artikel. Ferner der größte Antarktis-Meteorit seit 25 Jahren mit 18 kg, die Bestimmung der Chelyabinsk-Meteoriten als LL5-Chondriten, etwas Physik zum Airburst und ein Tschechen-vergessender Bahn-Artikel – und Überlegungen zur Reaktion der Mars-Rover auf einen möglichen Kometen-Einschlag, dem russische Artikel hier und hier die tollsten Effekte andichten. [23:55 MEZ am 28. Februar – Ende]

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Dritter – aber kurzlebiger – Van-Allen-Gürtel entdeckt

Eine Zufallsentdeckung der Van Allen Probes (als Radiation Belt Storm Probes gestartet) wird von der NASA gefeiert: Sie sichteten einen temporären 3. Strahlungsgürtel der Erde, der plötzlich da war, nach 4 Wochen wieder verschwand und seither nicht wieder aufgetaucht ist, wie soeben auf einer Pressekonferenz erklärt wurde. Der kurzlebige Gürtel, der offenbar nur durch spezielle Sonnenaktivität entsteht wie vergeht, lag zwischen den beiden schon lange bekannten (Grafik), mit klaren Lücken („slots“) dazwischen – und zeigt, dass man selbst im erdnahen Weltraum noch fundamentale Entdeckungen machen kann. [20:50 MEZ] Weitere Artikel hier, hier und hier. [21:25 MEZ] Das Ganze in einem hektischen 1-Minuten-Video zusammen gefasst – und die obige Grafik animiert. [22:10 MEZ] Auch Science@NASA und weitere Artikel hier, hier und hier. [23:40 MEZ. NACHTRAG: noch mehr Press Releases hier & hier und Artikel hier, hier, hier, hier und hier]

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So sieht Komet PANSTARRS jetzt aus, aufgenommen in der gestrigen Abenddämmerung Westaustraliens von Jim Gifford mit 400 mm Brennweite, 4 Sekunden mit Blende 5.6 bei 5000 ISO (und von diesem Blogger kräftig im Konstrast gesteigert). Mit weniger Kameraaufwand macht der Komet allerdings viel weniger her, wie diese betrüblichen Ergebnisse eines anderen Australiers von heute Abend zeigen. [15:45 MEZ. NACHTRAG: noch mehr aktuelle Bilder und angeblich schon 2.6 mag. Helligkeit. Und, völlig irre: die hellen Kometen PANNSTARS & NEAT an derselben Stelle am Himmel, exakt 10 Jahre auseinander!] Auch nett: eine gestackte Version eines bekannten Videos vom Persistent Train eines Meteors und dem NEA 2012 DA14 in Erdnähe – und ein russischer Artikel über die andauernde Meteoritensuche im See, der die tschechische Videoanalyse immerhin erwähnt. [16:15 MEZ]

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Keine Angst vor Röntgenspektren in der Öffentlichkeitsarbeit hatte die NASA bei einer Telecon parallel zur InspirationMars-Show, als sie die Verbiegung der Raumzeit durch ein schnell rotierendes SMBH in der Galaxie NGC 1365 diskutierte (auch NASA PR, Visuals, BBC-Artikel): Nur die Daten des neuen NASA-Satelliten NuSTAR erlauben eine Unterscheidung zwischen zwei Modellen, XMM-Newton allein konnte das nicht. [23:55 MEZ am 27. Februar. NACHTRÄGE: Artikel von S&T, Physics World und mehr]

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Was hat sich die Sonne denn dabei gedacht? Ein SOHO-Bild von heute Morgen 8:12 MEZ. Unterdessen beschreiben Beobachter in Neuseeland den Kometen PANSTARRS trotz Dämmerung und Vollmond als „very nice looking comet“ mit einem 1°-Staubschweif im Feldstecher; auch ein früheres Foto von dort, das entfernt an McNaught Anfang 2007 vor dem Perihel erinnert … [23:40 MEZ. NACHTRAG: ein aktuelles Foto aus NZ, Ähnlichkeit sogar noch größer – und 3. Größe offenbar erreicht]

Noch eine Stunde bis zur verrückten Mars-Pressekonferenz

des Dennis Tito („Will der erste ISS-Tourist jetzt um den Mars fliegen?“), der offenbar just for fun – und bewusst ohne jede Profit-Absicht und mit eigenem und Spender-Geld – Astronauten auf eine hektische Reise um den Mars herum und wieder zurück schicken will. Eine Webseite gibt’s schon, wo auch ein Webcast gestreamt werden soll. [18:00 MEZ] Ein Fact Sheet von „Inspiration Mars“ ist bereits da; auch weitere Vorberichte hier, hier und hier. [18:45 MEZ] Der Webcast läuft schon, wie auch ein Live-Blog zur PK. [18:55 MEZ]

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Die PK wurde durch Miles O’Brien – ehemaliger CNN-Spaceman – eingeführt; gerade betont Tito, dass er nicht selber fliegen wird und dies nicht mal täte, wenn er 30 Jahre jünger wäre. Ein Mann & eine Frau sollen es sein, nach einem harten Auswahlverfahren. Es tweeten u.a. Jeff Foust und Douglas Messier. [19:05 MEZ. NACHTRAG: Das obige Video der Trajektorie – und des Mars-Anblicks vom Raumschiff aus – wurde von einem Co-Autor eines Papers zur Missionsplanung schon vor der PK veröffentlicht; den einen Weg gibt ja die Natur vor, danach ginge es erst wieder im Jahre 2031 so einfach …]

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Tito erzählt, wie er auf ein Paper über Free-Return-Trajektorien zum Mars gestoßen war, mit 2018 als besonders günstiger Gelegenheit – dann zog er Experten heran, um die technische Machbarkeit einer Mission auszutesten; das entsprechende Paper wird am Sonntag auf einer Tagung präsentiert. Die Mission wird garantiert defizitär für ihn – aber seine Enkel werden ob der Inspiration „viel reicher“ sein … [19:15 MEZ] Das Geld für die Mission einzutreiben? „Not a real difficult problem,“ sagt Tito – bis Ende 2014 (so lange reicht sein eigenes Geld) soll die Finantierung stehen, erst dann wird Hardware eingekauft. Die interne Kostenschätzung will Tito nicht verraten, aber sie soll nicht interplanetar sondern mehr wie bei einer LEO-Mission aussehen. „No showstoppers“ in Sicht, und „now is the time“ – Applaus im Publikum. [19:20 MEZ]

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In Sachen Hardware der Mission wird erst der Life Support diskutiert: Erfahrungen aus der Biosphere 2 sollen genutzt werden. [19:25 MEZ] Mit Space X hat man nur kurz gesprochen; mehrere Lösungen mit verschiedenen Firmen werden erwogen, u.a. mit zwei separaten Starts. Mit der NASA wird zumindest – bei bestimmten Details – zusammen gearbeitet. Und das Paper über die Mission ist da! [19:30 MEZ] Alles soll besonders einfach – und damit robust – gehalten werden, schließlich gibt’s kein Zurück nach dem Start. [19:40 MEZ] Die pychologischen Aspekte? Gute Auswahl des Pärchens und intensive Unterstützung während der Mission. Auch ein Foto des PK-Panels. [19:45 MEZ] In Q&A glaubt Tito, dass alles viel einfacher als zu Beginn von Apollo sei, weil es so heute viel mehr Erfahrung in Spacetech gäbe. Und einer ergänzt, die Strahlenbelastung kenne man ja nun dank Curiositys Messungen. Die Risiken verstehe man also gut – und die Crew werde konkret einverstanden sein. [20:10 MEZ] Tito: Das ist wie eine LEO-Mission, nur mit einem größerem Apogäum – deswegen werde es viel weniger als z.B. Apollo kosten. [20:30 MEZ] Ein Press Release, eine komplette Aufzeichnung der PK, ein vages NASA-Statement und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. [21:55 MEZ. NACHTRAG: mehr Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und die Idee ist schon sehr alt und immer wieder mal aufgetaucht]

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So sieht der 9-Zöller auf der ISS die Erde: das erste – veröffentlichte – Bild des ISERV-Teleskops („Dieser 9.25″-Schmidt-Cassegrain wurde jetzt hinter einem ISS-Fenster installiert“), von einem mäandernden Fluss in Panama, aufgenommen am 16. Februar. [17:40 MEZ]

Fragmentierender Feuerball ein chinesischer Reentry?

„What is unusual about this sighting is that this fireball fragmented in mid-flight creating a ‚cluster‘ of fireballs that continued across the sky,“ schreibt die American Meteor Society über eine Feuerkugel, die heute Morgen über Louisiana & Texas gesehen wurde. Und schon gibt es die starke Vermutung, dass es sich um den Reetry der Oberstufe einer chinesischen CZ-4B handelt, die letzten Mai gestartet war. [16:25 MEZ. NACHTRÄGE: Das wäre dieser Fall gewesen – und ein Artikel] Und ein kleines ISON-Video aus Spanien von gestern. [17:30 MEZ]

Weitere Berechnungen zum möglichen Kometen-Impakt auf dem Mars (s.u.) verdeutlichen die Geometrie, während die Kunde vom potenziellen Ereignis die Runde macht – und eine unabhängige Berechnung bestätigt die Wahrscheinlichkeit von ca. 1:7000. [16:25. NACHTRÄGE: Mit neuer Astrometrie soll die Kometenbahn noch näher an den Mars heran gerückt sein – und STEREO A hätte alles im Blick]

Nordkorea hat seinen Satellitenstart offiziell angemeldet

bei der zuständige Stelle der Vereinten Nationen: Neue Informationen über den „Earth observation satellite for surveying crops, forest resources and natural disasters“ enthält das Dokument zwar nicht, aber es betont den nordkoreanischen Anspruch, dass es sich bei dem Unha-3-Start um ein rein ziviles Unterfangen handelte – was auch nüchterne westliche Experten so sehen. [16:25 MEZ]

Neuer Komet kommt Mars nahe, könnte sogar einschlagen

Noch ist die Bahn des erst im Januar entdeckten Kometen C/2013 A1 (Siding Spring) ziemlich ungenau, aber sie führt wohl ziemlich nahe an den Mars heran, im Oktober 2014: Zumindest könnten dort operierende Raumsonden etwas Spannendes zu sehen bekommen, und auch ein Impakt ist nicht ausgeschlossen – bei dem es eine gewaltige Explosion und einen substanziellen Krater geben würde, ist die Kometenbahn doch retrograd. Aber erst mal kommt ISON, und für den koordiniert die NASA eine Kampagne für systematische Beobachtungen; auch ein Artikel über PANSTARRS & ISON: „Panstarrs ist die Vorband und ISON der Knüller“. [0:05 MEZ am 26. Februar] Das Mars-Phänomen wurde auch von Bloggern hier und hier [NACHTRAG: und hier] entdeckt; leider würde ein Impakt auf der ‚Rückseite‘ des Planeten erfolgen. Und eine weitere PANSTARRS-Vorschau mit 2 mag. Maximums-Erwartung, in 12 Tagen. [16:10 MEZ] Die Impaktwahrscheinlichkeit von Siding Spring auf dem Mars liegt im Augenblick bei grob 1:7000: Dies liefert der JPL-Horizons-Rechner, der eine nominelle Vorbeiflugdistanz von 105’000 km vom Marszentrum, eine maximale von 1,2 Mio. km und eine minimale von 0 km liefert – Dank an Jon Giorgini für die Erklärung des entsprechenden Tools. [23:35 MEZ]

Der größte Meteorit von russischen Boliden bisher hat 1 kg Masse und ist einer von über 100 Brocken, die bereits entlang der Trajektorie gefunden wurden – gesammelte Infos über die Meteoriten vom Airburst. Das hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier und hier] erwähnte Paper zur Bahn des Boliden scheint übrigens weniger genau als die im letzten Artikel (unten) erwähnte Analyse; auch noch mehr Forderungen in der Folge. [0:05 MEZ. NACHTRÄGE: Ein NASA-Video zum Airburst und der Text dazu basieren leider nur auf den Infraschall-Daten und bieten nichts Neues, auch russische Untersuchungen an den Meteoriten und Pläne für ein Denkmal für den Airburst sowie nochmal die Vorhaben der Vereinten Nationen und Wortreiches zu möglichen anderen Konsequenzen]

PANSTARRS über Deutschland – in einer Tabelle

24. Februar 2013

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Sie gilt für 50° Nord und grob überall zwischen mindestens 45° und 55° Nord, also im gesamten deutschen Sprachraum und Mitteleuropa und gibt an, wie lang – gerundet auf 5 Minuten – der Komet C/2011 L4 in der nautischen Dämmerung (Sonne 6 bis 12° tief) und ggf. astronomischen Dämmerung (Sonne 12 bis 18° tief) noch höher als 1° über dem Horizont steht; die Gradzahlen geben die Höhe beim Übergang zwischen den Dämmerungsphasen an. Da die Elongation von der Sonne in dem betrachteten „besten“ Zeitraum 9.-19. März (vorher steht PANSTARRS nicht mal in der nautischen Dämmerung, danach stört der Mond zunehmend, und die Helligkeit dürfte schon deutlich abnehmen) zwischen 15 und 19 Grad liegt, kann man den Kometen nirgendwo auf der Erde nennenswert hoch an völlig dunklem Himmel sehen, und zumindest geometrisch steht Mitteleuropa gut da. Was bleibt, ist natürlich das Wetterrisiko, das just die eine ‚gute Woche‘ ruinieren könnte: Sicherheit bietet da nur der Beobachtungs-Flug ab/bis Köln am 16. März …

Großes Palavaver über Herkunft und Zukunft von Komet ISON ist derweil in der Kometenszene ausgebrochen, seit sich abzeichnet, dass tatsächlich keine Verwandschaft mit dem Super-Kometen von 1680 besteht, wie mal spekuliert worden war, und ISON frisch aus der Oort-Wolke zu kommen scheint – was bedeuten könnte, dass er keine große Leuchte würde, wie einst gejubelt wurde – das Bild ist allerdings verwirrend. Aber klar ist wenigstens, wie ISON durch’s Gesichtsfeld von SOHO und seinen LASCO-Koronographen ziehen wird. Und vielleicht ist er ja doch am Taghimmel zu beobachten, wie 1927 Skjellerup – s.a. dieses und dieses zeitgenössische Paper.

Hauptgürtelkomet P/2012 F5 (Gibbs) war nur Stunden aktiv

Das Objekt P/2012 F5 im Hauptgürtel der Asteroiden verdankt seine Einordnung als Komet einer nur wenige Stunden – jedenfalls unter einem Tag – währenden Staubfreisetzung am 1. Juli 2011 ±10 Tage, hat die Analyse von Aufnahmen mit dem GTC ergeben: Der Staub ist genau entlang einer Synchrone orientiert. Unklar bleibt allerdings der Mechanismus der Staubfreisetzung: War es eine Kollision wie letztens bei Scheila, oder hat sich der Asteroid zu schnell gedreht?

Der aktuelle Wissensstand über das Impaktrisiko von (99942) Apophis steht in der neuen Fassung dieses Papers sowie dieser Tabelle: Für 2036 ist es mit 1:141 Mio. auf de facto Null gesunken, aber dafür gibt’s nun 2068 ein neues minimales Risiko von 1:435’000. Die Radarbeobachtungen 2013 sind noch nicht berücksichtigt. (2012 DA14 ist übrigens ganz von der Liste verschwunden, am Tag seiner Erdnähe.) Ein weiteres Paper beschreibt derweil die „Precovery of near-Earth asteroids by a citizen-science project of the Spanish Virtual Observatory“ – vermutlich das erste Crowdsourcing bei der Analyse von NEA-Daten.

Analyse des Russen-Airbursts sagt große Meteoriten voraus

Aus sieben Videos des Ereignisses vom 15. Februar – ausgiebig erwähnt in Einträgen hier, hier und hier – sind tschechische Astronomen zur einer detaillierten Bahnanalyse gelangt, die sie im IAU CBET #3423 von gestern zum Besten geben: Danach begann der Meteor in 92 km Höhe zu leuchten, erlebte 11 und v.a. 12 Sekunden später seine größten Explosionen in 32 und 26 km Höhe und erlosch 16 Sekunden nach dem ersten Aufleuchten und 254 km sehr flachen Fluges (16.5° gegen die Horizontale geneigt) weiter in 15 km Höhe. Die Geschwindigkeit lag zunächst konstant bei 17.5 km/s, ganz am Ende gab es aber eine starke Abbremsung auf 4 km/s. Der Himmelskörper war ziemlich fragil und brach unterhalb von 32 km Höhe völlig auseinander: Nach der Analyse müsste aber ein 200 bis 500 kg großes Stück den Boden erreicht haben (hatte das Loch im Chebarkul-See doch etwas damit zu tun?), desweiteren mehrere Meteoriten der kg-Klasse und zahllose kleinere. Die zerstörerische Druckwelle entstand in 25-30 km Höhe, und auch die prä-atmosphärische Bahn lässt sich angeben: a=1.55±0.07 au, e=0.50±0.02, q=0.77±0.01 au, Q=2.3±0.2 au und i=3.6±0.7°. Auch Fortschritte bei den Aufräumarbeiten, neue Zusammenfassungen in Englisch und Spanisch, dazu historische Fälle aus den USA – und die Zielwahl für die vorgeschlagene AIDA-Mission zum Asteroiden-Kicken.

Allgemeines Live-Blog vom 18. bis 20. Februar

18. Februar 2013

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Bald hat PANSTARRS eine 3 vor dem Magnituden-Komma …

… denn der mit Spannung erwartete Komet – hier eine aktuelle Aufnahme von Terry Lovejoy, verbreitet von der University of Hawaii, mit dem Ionenschweif rechts vom Staubschweif-Fächer – wurde gestern bereits 4.2 mag. hell geschätzt. Und das nur knapp über dem Horizont und in der Dämmerung – da ist noch einiges mehr drin. [21:55 MEZ am 20. Februar. NACHTRAG: noch ’ne Vorschau auf die Show]

Und die interplanetare Flugbahn des kleinen Asteroiden, der als Airburst von Chelyabinsk enden sollte, vorläufig rekonstruuert von kanadischen Astronomen – und auch aus der Bahn des Himmelskörpers selbst gesehen. Und der Boliden-GEMA-YouTube-Wahnsinn macht bereits internationale Schlagzeilen … [23:15 MEZ – Ende. NACHTRAG: natürlich kein Ende des Palavers]

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Die erste Bohrprobe auf dem Mars ist eingesammelt und wird hier heute – Sol 193 auf dem Mars – in der Schaufel abgeladen der MAHLI-Kamera gezeigt; später soll sie dann in die Labors im Inneren von Curiosity verfrachtet werden. So wurde die Probe entnommen – und so sieht das Loch aus, das der Rover am 8. Februar im Gestein hinterlassen hatte: ein historischer Moment in der Planetenforschung, wie gerade auf einer laufenden und hier gestreamten Telecon gefeiert wird. [21:15 MEZ] Bei einem von zwei Bodenmodellen Curiositys hat sich ein Sieb für die Proben etwas abgelöst, auf dem Mars ist alles o.k.: Man wird vorsichtiger sein, aber großen Grund zur Sorge gibt’s nicht. [21:20 MEZ] Viel zu berichten gibt’s sonst nicht; ein JPL Release mit Links zu mehr Bildern. [21:50 MEZ. NACHTRAG: mehr Einzelheiten von der PK]

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Noch 5 Tage bis zum Start von drei Mini-Astro-Satelliten

und vier weiteren Nutzlasten auf einem indischen PSLV: Details gibt’s in einer Broschüre der ISRO mit insbesondere Details zur Rakete und ihrem Flugprofil, dem Hauptsatelliten SARAL für Ozean- und Klimaforschung und den sechs kleinen Satelliten. Darunter die ersten beiden Österreichs, BRITE-Austria/TUGSAT-1 und (im Bild, dahinter eine Einladung zu einer Launch Party in Wien) UniBRITE für Fotometrie der hellsten Sterne sowie der kanadische NEOSSat zur u.a. Asteroidensuche. [20:15 MEZ. NACHTRÄGE: CSA Advisory zu letzterem und Uni Graz PM zu TUGSAT-1]

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Der Komet C/2012 F6 (Lemmon) mit seinem tollen Plasmaschweif – heute aufgenommen von Ronaldo Ligustri mit einem ferngesteuerten 10-cm-Refraktor. Und noch mehr Feinstruktur in Koma-Nähe zeigt diese ebenfalls ‚aus der Ferne‘ gemachte Aufnahme, auch von heute. Zugaben: die Frage der Vorwarnung und die beklopptesten Verschwörungstheorien zum russischen Airburst … [20:00 MEZ]

Ein Kepler-Planet mit dem Durchmesser unseres Mondes

bzw. 1/3 Erddurchmesser ist Kepler-37b, der sich sein Planetensystem mit der Exo-Venus Kepler-37c und der Supererde Kepler-37d teilt: schon erstaunlich, dass der Satellit eindeutige Transits sehen und den Durchmesser auf 3% genau bestimmen konnte. Das besonders ruhige Licht von Kepler-37 – etwas kleiner und lichtschwächer als die Sonne – half dabei ebenso wie der geringe Bahnradius der drei Planeten, die ihn in nur 13 bzw. 21 bzw. 40 Tagen umkreisen. Alle dürften unbewohnbar heiß sein; Artikel auch hier, hier und hier. [19:25 MEZ]

Vier Minuten Protuberanzen-Fernsehen (vom letzten Juli) – die Zeitraffer-Sequenz vom SDO bei 30.4 nm Wellenlänge zeigt, wobei eine Sekunde 6 Minuten in Echtzeit entspricht: Zu erkennen ist v.a., wie heißes Plasma – aus der Korona kondensiert – entlang der magnetischen Feldlinien Richtung Sonnenoberfläche strömt. „Koronaler Regen“ (coronal rain) wird dieses Phänomen auch genannt. [19:05 MEZ. NACHTRAG: aktuelle SDO-Beobachtungen eines schnell wachsenden Sonnenflecks]

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Wie sich die Vereinten Nationen ein internationales Warnsystem für bedrohliche Asteroiden vorstellen, zeigt dieses Diagramm aus einem Handout, der während der heutigen Pressekonfernz (s.u.; ein Artikel und noch einer dazu) in Wien verteilt wurde und diesem Blog nun vorliegt: Zu schaffen sei ein International Asteroid Warning Network (IAWN), beraten von einer Space Missions Planning Advisory Group (SMPAG, ausgesprochen wie ’same page‘) und einer Impact Disaster Planning Advisory Group (IDPAG). Die informieren im Falle des Falles das Office for Outer Space Affairs (OOSA) / Committee on the Peaceful Uses of Outer Space (COPUOS) der UN, das dann die betroffenen Nationen in Sachen Zivilschutz berät. Vorbereitet wird das alles schon seit 2001, und diesen Juni soll das System vom COPUOS und später von der UN-Generalversammlung beschlossen werden. [18:40 MEZ. NACHTRÄGE: eine PM der UN mit weniger Details und ein späterer Artikel]

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Ein 2-Stunden-NASA-„Social“ zur Forschung auf der ISS hat soeben begonnen, alles auch live im NASA-TV (Bild anklicken)! Können die bei der UN mal gucken, wie man Weltraum-Webcasts macht … [16:00 MEZ] Bill Gerstenmaier – NASA Associate Administrator Human Explorations and Operations – rechtfertigt das Space Launch System: Für eine bemannte Marsmission müsse man ungefähr so viel Masse wie die ISS jetzt hat („900’000 pounds“) in den Orbit bringen, und das würde ja sonst dutzende Shuttle-Starts erfordern. [16:08 MEZ] Typischerweise werden jetzt 165 Experimente pro Expedition auf der ISS durchgeführt. [17:25 MEZ]

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Und die wollen also unseren Planeten vor NEOs retten?

Zumindest der Webcast von der UN-Pressekonferenz zur Problematik der Near Earth Objects hat das kosmische Disaster schon einmal vorweg genommen: Zur Kameraführung siehe den Screenshot – und Ton gab es überhaupt erst 28 Minuten nach Beginn der Veranstaltung und mit ordentlicher Lautstärke nach 56 Minuten. Genau eine Minute vor Schluss. Hätte nicht ein Amateurastronom(!) im Publikum fleißig gewtittert, hätte man gar nichts mit bekommen. „Der Evakuierungs-Befehl für den Planeten Erde wurde leider nicht gehört, weil die UNO keine Mikrofone hatte“ … [12:00 MEZ] Die Daily Show zum Russen-Boliden war jedenfalls unterhaltsamer. 🙂 [12:20 MEZ] Das Meteosat-10-Video seines Contrails neu bearbeitet. [13:30 MEZ] Eine lange und eine kurze Lichtkurve von 2012 DA14, der nach den Radarbeobachtungen eine Rotationsperiode von etwas mehr als 8 Stunden hat. [14:05 MEZ] Wobei auch 9.5 Stunden noch zu den Radar-Daten passen würde. [14:45 MEZ. NACHTRAG: Das JPL bleibt bei etwas über 8 Stunden]

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Die Europäische Südsternwarte schlägt alle an Produktivität ihrer Teleskope, hat sich die ESO gerade wieder selbst bestätigt: Über 870 referierte Papers sind 2012 erschienen, 70% davon vom VLT (mit oder ohne dessen Interferometer). Verglichen mit Weltraumteleskopen liegt man mit Hubble Kopf and Kopf, und die konkurrierenden Keck-Teleskope liegen noch unter den beiden großen Röntgensatelliten. Das bibliometrische Effizienzkriterium ist allerdings nicht die Zahl der Papers sondern die Häufigkeit, mit der sie zitiert werden – dazu legt die ESO keine Zahlen vor. [23:55 MEZ am 19. Februar]

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So sah das Goldstone-Radar den Asteroiden 2012 DA14

nach seiner größten Erdnähe in 120’000 km und mehr Abstand in der Nacht 15./16. Februar – 25 der insgesamt 72 Radarbilder mit 4 m Auflösung, aus denen (s.a. unten, „Auswertungen der Radarbeobachtung …“) eine Größe der langen Achse von 40 m bestimmt werden kann. Zugabe: aktuelle Kometen-Bilder aus Argentinien – und Lemmon im Detail heute. [20:25 MEZ] In diesem Amateurvideo des Asteroiden ist er übrigens reichlich schlapp – dafür aber ein Meteor mit vom Winde verwehtem Persistent Train um so prächtiger. [21:00 MEZ] Noch ein schönes Video vom „Aufgang“ von 2012 DA14 in der Schweiz, ein 160-MB-Film – und der Wahnwitz um eins der russischen Boliden-Videos, das wegen Geplärre aus dem Autoradio(!) in Deutschland nicht gesehen werden soll … [21:15 MEZ] Warum es keine coolen Nahaufnahmen von 2012 DA14 gibt. [22:25 MEZ] Nochmal ’ne Videosammlung zum Asteroiden und ein UCSB Release zur möglichen Zerstörung kleiner Asteroiden per Laser – die einen Tag vor dem Russen-Airburst heraus kam … [23:35 MEZ. NACHTRAG: Nachgedanken zu diesem und Asteroiden an sich, plus politische Effekte]

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Deswegen konnte der russische Impaktor vorher nicht entdeckt werden: Keines der Himmelsüberwachungs-Teleskope hat eine Grenzgröße besser als 24 mag., die der Körper erst zwei Stunden vor dem Airburst erreichte – und da er aus der Richtung der Sonne kam (im Gegensatz zu ersten Berichten flog er von Osten heran), war er für Teleskope sowieso unsichtbar. Das hätte wohl auch für das nun finanzierte Asteroid Terrestrial-Impact Last Alert System (ATLAS) gegolten. Zwei neue FAQs von ESA und B612 (keine neuen Erkenntnisse) und ein US-Cartoon. [15:25 MEZ] Russische Meteoriten-Sucher – und wie man das Ding abwehren hätte können … [17:20 MEZ] Zu internationalen Maßnahmen wurde jetzt für morgen eine PK der UN angekündigt [NACHTRAG: die irgendwo hier gestreamt werden soll]; von deren laufender Konferenz gibt’s hier Dokumente zuhauf. Auch die Lage vor Ort (weitere Bilder), Trubel um die Meteoriten hier, hier, hier und hier – und der gesamte Film „Meteor“ von 1979, wem’s noch nicht reicht … [19:55 MEZ]

Fünftes International Dark Sky Reserve in Wales etabliert

Im neuen Brecon Beacons IDSR leben auf 1400 Quadratkilometern 30-mal so viele Schafe wie Menschen – aber zu den 33’000 letzteren haben eine Million weitere eine nicht zu lange Anreise. Der Brecon Beacons National Park hatte viel in himmelsfreunlichere Beleuchtung invenstiert, was ihm den „Silber“-Status einbrachte: Den haben auch das einzige andere IDSR Europas, ebenfalls im UK, und eins in Kanada; Gold gab’s nur für Namibia und Neuseeland. [15:20 MEZ. NACHTRÄGE: Artikel dazu hier und später hier – und der Death Valley NP ist der 11. Int’l Dark Sky Park geworden, zugleich der größte mit „Gold“-Status]

Ein 2012-DA14-„Aufgang“ auf dem Pic du Midi; weitere Clips hier und hier. Und es gibt auch mal 2012-DA14-Beobachtungen mit einem Profi-Teleskop, dem 2.1-Meter auf dem Kitt Peak, sowie was von Ex-Profi Fred Espenak. [NACHTRAG: wie am LCOGT 2012 DA14 geguckt wurde.] Und als Zusatz-Gag ein Komet ISON mitten aus Bonn – na gut, mit 50 cm … [22:20 MEZ am 18. Februar] … und es gibt mit C/2013 C2 (TENAGRA) einen Centauren mit Kometen-AKtivität, trotz 10 au Periheldistanz! [23:50 MEZ]

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17 Stationen des CTBTO’s International Monitoring System registrierten den russischen Airburst am 15. Februar, selbst 15’000 km entfernt in der Antarktis: Es war der stärkste in der Geschichte dieses Infraschall-Überwachungs-Netzwerks für geheime Nukleartests. Es war keine isolierte Explosion sondern eine bewegte Quelle, die die unhörbaren Schallwellen absonderte, sondern ein überschallschnelles Brennen: Die Signatur unterscheidet sich stark von irdischen Explosionen. Auch dubiose Berichte über seltsame Effekte der Druckwelle, der Wert der Meteoriten, die Natur des Impaktors und noch mehr Gedanken über Konsequenzen hier, hier und hier. [22:15 MEZ. NACHTRAG: Dito in Russland]

Vermutlich nicht das beste Video der Jupiter-Bedeckung durch den Mond heute in Australien, aber das erste und immer noch einzige, das auf YouTube aufgetaucht ist. Dafür gibt’s tolle Fotos hier und hier. [22:10 MEZ. NACHTRÄGE: mehr Impressionen, auch hier – und ein arg prozessiertes Bild, das eher wie ein Gemälde aussieht]

Auswertungen der Radarbeobachtung von 2012 DA14

nach seiner Erdpassage in den USA wurden gerade auf einer Konferenz präsentiert (Schnappschuss): Den Bildern zufolge hat der Kleinplanet die Maße 20 x 40 Meter und rotiert alle 7 Stunden. [14:00 MEZ] Und wird immer noch optisch verfolgt, mit derzeit 17 mag. [14:10 MEZ] In Russland soll derweil aktiv gegen Asteroiden im Anflug vorgegangen werden, wie auch immer, während im Gebiet des Airbursts langsam wieder Normalität einkehrt. Und allerlei Forderungen nach Konsequenzen gibt’s auch außerhalb Russlands. [18:25 MEZ]

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Weiterer Verlauf des 24. Sonnenzyklus herzlich unklar …

So – oben – sehen die Sonnenflecken-Zahlen des aktuellen Zyklus aus: insgesamt (schwarz, geglättet blau) und für die Nord- und Südhalbkugel (rot bzw. grün, geglättet hellblau bzw. lila) – vor allem die Nordhemisphäre scheint ihr Maximum schon ziemlich deutlich „hinter sich“ zu haben, wobei man streiten kann, ob dies vielleicht nur ein Artefakt durch sehr hohe Aktivität Ende 2011 ist.

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Die Prognosen für den weiteren Verlauf gehen jetzt jedenfalls weit auseinander und hängen stark von der verwendeten Methodik ab – Anklicken liefert jeweils die aktuellen Grafiken. Bei der NASA (oben) geht man weiter von einem Maximum im „Herbst 2013“ aus, mit einer mittleren Fleckenzahl von 69. Für den Solar Terrestrial Activity Report (Mitte) geht es dagegen schon länger bergab. Und das Solar Influences Data Analysis Center (unten; in Gelb zittern die täglichen Werte) kann sich überhaupt nicht entscheiden … [11:45 MEZ]

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Das Herbig-Haro-Objekt Nr. 151 auf einem alten WFPC2-Bild des HST, das heute die ESA im Rahmen einer ‚Suchaktion‘ aus dem Archiv gekramt hat – der Jungstern HL Tau sorgt hier für den Jet. Andere Pretty Pictures heute morgen: die Kometen PANNSTARS und Lemmon und etwas Aurora– und Airglow-Leuchten, alles auf einer Aufnahme, sowie der Plasmaschweif von Lemmon in mehr Detail. [10:15 MEZ]

Nach zwei Jahren kommt das erste Paper von AMS-02

Nur keine vorläufigen Resultate in die Welt setzen, war immer die oberste Maxime des Chefs des 2011 auf der ISS installierten Teilchendetektors AMS-02 gewesen – aber jetzt hat Sam Ting verlauten lassen, dass es in wenigen Wochen ein erstes Paper über die Messungen des Alpha Magnetic Spectrometer – das inzwischen 25 Milliarden Teilchen registriert hat – geben soll. Und zwar zum Elektronen/Positronen-Verhältnis von 0.5 bis 350 GeV, auch in räumlicher Abhängigkeit, was etwas über den Zerfall Dunkler Materie verraten könnte. [10:05 MEZ. NACHTRÄGE: noch ein – enttäuschter – und noch ein, noch ein und noch ein Artikel. Und noch mehr]

Erste russische Meteoriten da: gewöhnliche Chondriten

Während griechische Sternfreunde ein brilliant geschnittenes Video über eine Expedition zur Beobachtung von 2012 DA14 in Erdnähe vorgelegt haben (oben; auch Ergebnis-Videos und eine Strichspur bei einer Galaxie sowie der Asteroid am 17.2. aus Hagen), ist russischen Wissenschaftlern die Identifikation erster Meteoriten vom Mega-Boliden gelungen, die nicht gerade groß – Bilder hier und hier – und gewöhnliche Chondriten sind. Auch die Antwort auf die Frage, warum russisches Frühwarn-Radar das Objekt nicht kommen sah (es war eben kein ICBM), Aufräumarbeiten, der Airburst als Internet-Event, das vielleicht bald wieder vergessen sein wird – und Xinhua holt sich Rat in Münster. [0:15 MEZ] Berichte über die Meteoriten auch hier, hier, hier und hier – und die PM der Uni, die sie untersuchte. Plus eine Zusammenfassung anderer Forschungen zum Airburst. [9:25 MEZ. NACHTRAG: Nachzügler hier, hier, hier, hier, hier und hier zu Meteoriten und Eisloch]