Posts Tagged ‘Mars Exploration Rover’

Opportunity hat den Krater Endeavour erreicht!

7. August 2011

Nicht dass dieser Meilenstein für die (bzw. den verbliebenen) Mars Exploration Rover der NASA bisher eine Pressemitteilung wert gewesen wäre, aber dafür gibt’s ja „Oppy’s“ globale Fanbasis, die z.B. hier, hier oder hier über die erstaunlichen Leistungen des betagten Marsrovers („Die Reise …“) auf dem Laufenden hält, der auch gerade sein viertes Marsjahr begonnen hat. Mit dem Erreichen des Randes des 22-km-Kraters Endeavour fällt der Blick der Roverkameras nun schlagartig in sein weites Inneres [NACHTRAG: noch mehr Impressionen] – Priorität hat aber nun erstmal die Untersuchung von Phyllosilikaten an seinem Rand. [NACHTRAG: Was aber etwas Bergsteigen erfordern dürfte.] Vielleicht fällt dann auch der NASA mal wieder was zum Erzählen ein … NACHTRAG: … die den „Spirit Point“ als Zielmarke definiert hat, und da fehlt noch ein winziges Bisschen.

„Bittersüße“ Telecon: Spirits Befreiungs-Versuch ab Montag

12. November 2009

spirit_view

Am Montag wird der Marsrover Spirit die ersten Kommandos bekommen, und sich aus der Misere zu befreien, in der er seit April steckt: Der Boden sah so aus wie immer, aber plötzlich war der Rover durch die harte Kruste (duricrust) eingebrochen, und im weichen Material darunter fanden seine Räder einfach keinen Halt mehr. Umfangreiche Experimente in einem Sandkasten haben klar gemacht, dass Spirit in einer sehr schwierigen Situation steckt, bei der ein spitzer Stein unter dem Boden auch nicht gerade hilft, war auf einer Telecon heute abend zu hören, die als „bittersüß“ anmoderiert wurde – da fürchteten die ersten Zuhörer schon, die NASA habe aufgegeben.

Aber nein: Am kommenden Montag werden die ersten Kommandos zu Spirit geschickt, um zu versuchen, auf dem gleichen Weg wieder heraus zu kommen, wie der Rover (rückwärts wie immer seit eines der 5 Räder kaputt ist) hineingefahren ist. Man wird jeweils einen Tag die Räder drehen lassen und dann den – vermutlich nur minimalen – Fortschritt ausgiebig analysieren. Nach mehreren solcher Zyklen wird dann beurteilt, ob es so weiter gehen kann. Eine Weiterfahrt in der ursprünglichen Richtung erschien jedenfalls noch viel weniger vielversprechend, da Spirit dann hätte bergauf fahren müssen. Auch wenn alles unternommen werden soll, um aus dem Loch herauszukommen (mindestens bis Februar soll das versucht werden, dann gibt es einen großen Review der Lage): Zumindest ist der Rover an einer besonders interessanten Stelle stecken geblieben, genau einer lokalen geologischen Grenze nämlich.

Der aus dem Boden aufgewühlte grobe Sand („Ulysses“ im Bild der Front-Hazcam) ist der sulfatreichste, auf den irgendein Rover stieß; weiter rechts sieht es ganz anders aus. Und ein technisches Problem scheint zumindest gelöst zu sein: Das Flash Memory funktioniert wieder. Falls also am Ende gar nichts mehr geht: Als ortsfeste Wetterstation wäre Spirit immer noch nützlich. NACHTRAG: ein NASA Press Release anlässlich der Telecon – von einer „high probability“, dass die Befreiung fehlschlägt, war da aber nicht so explizit die Rede gewesen; dieser Artikel gibt den „spirit“ m.E. besser wieder. Auch: ein langer Artikel zu Spirits Lage vor der Telecon. NACHTRAG 2: weitere detaillierte Zusammenfassungen der Telecon hier, hier und hier. NACHTRAG 3: noch ein langer und ein mittellanger Artikel.

Raumfahrt kurz & bündig

18. Oktober 2009

Staunen über drei Meteoritenfunde Opportunitys nah beieinander

Nur 600 Meter von „Block Island“ entfernt ist der Mars Rover Opportunity am 3. Oktober auf einen weiteren großen Eisenmeteoriten gestoßen, der „Sheltered Rock“ getauft wurde: sehr wahrscheinlich Teil desselben Körpers, der vor rund 3 Mrd. Jahren dank dichterer Marsatmosphäre relativ sanft ‚aufsetzte‘. Und bald darauf wurde mit „Mackinac“ ein dritter Meteorit entdeckt! Spirit sitzt derweil immer noch fest, und es wird immer wahrscheinlicher, dass keine Befreiung mehr möglich ist. Trotzdem würde der Marsrover auch stationär weiter nützliche Daten liefern. (Road to Endeavour-Blog, insbes. 18. und 16.10.2009, Spaceflight Now 11.10.2009, MarsPages 5.10.2009) NACHTRAG: Noch ist aber der Beginn der Befreiungsversuche auf dem Mars für November geplant.

Das Science Programme Committee der ESA hat die neue gemeinsame Mars-Strategie mit der NASA im Prinzip abgesegnet: Der komplexe Rover ExoMars soll 2018 starten, 2016 dagegen ein Orbiter mit einem kleinen stationären Euro-Lander, um wenigstens ein bisschen Landetechnik zu lernen. Dadurch wird es insgesamt trotz gewichtigen NASA-Anteils an ExoMars für die ESA nicht billiger, und das politische „Go“ steht immer noch aus. (BBC 12.10.2009) NACHTRAG: weitere Einzelheiten. NACHTRAG 2: Der Letter of Intent ist unterzeichnet.

Zahlreiche ESA-Missionen werden bis Ende 2012 verlängert

Das hat das Science Programme Committee abgesegnet; allein der Weiterbetrieb vom Mars Express und Venus Express wird 30 Mio. Euro kosten, freut aber (auch) die beteiligten deutschen Institute ungemein. Auch mehrere Astronomie-Satelliten dürfen weiter machen. (ESA Release 7.10.2009, DLR PM 14.10.2009)

Die aktuellen Starttermine der nächsten NASA-Astro-Satelliten sind der 7. Dezember für den IR-Satelliten WISE (Wide-field IR Survey Explorer), der in Vandenberg eine Delta II nehmen wird, und der 3. Februar 2010 für das Solar Dynamics Observatory auf einer Atlas V in Cape Canaveral. (NASA ELV Status Report 16.10.2009)

GOCE bei der Arbeit an der besten Schwerkraftkarte der Erde

Die Bahn des ungewöhnlichen ESA-Satelliten ist nach ausgiebigen Tests in 280 km Höhe am 13.9. auf 255 km abgesenkt worden, wo er nun das Geoid mit unerreichter Genauigkeit vermisst. Die Bahn konnte sogar etwas tiefer gelegt werden als ursprünglich geplant: Dank der anhaltend geringen Sonnenaktivität ist die Erdatmosphäre deutlich kontrahiert und reibt weniger. (BBC 22.9.2009, ESA Press Release 30.9.2009, Discovery 12.10.2009)

ESA und DLR haben sich über ein Datenrelais-Satellitensystem per Laserstrahl (European Data Relay System) geeinigt, dessen Finanzierung zwar noch nicht steht, das aber einmal den Sentinel-Satelliten (und vielen anderen) helfen könnte. (Space News 16.10.2009)