Posts Tagged ‘Messier 82’

Weitere größere Artikel – und SN-2014J-Updates

24. Januar 2014

SN2014J_M82_kait_movie

Supernova 11. Größe in M 82: Inzwischen steht die V-Helligkeit bei 11.2 mag., und dieser Blogger (mehr) wie jetzt auch ein anderer gehen von ca. 10.5 mag. Maximalhelligkeit aus. Oben animierte Pre- und Post-Discovery-Aufnahmen vom KAIT- und LOSS-Projekt, auch Bestätigungen der Ia-Natur und der starken Staub-Rötung (durch Swift; auch ein NASA Release dazu), weitere Spektren, zusätzliche Pre-Discovery-Daten aus China und keine Pre-Discovery aus Russland, Limits für Röntgen-Emission und optische Variabilität vor dem Ausbruch und Radiostrahlung jetzt weder hier noch hier – und die SN 2014J ist nur die erdnächste seit 5 Jahren, als es in M 82 das letzte Mal krachte. Plus ein gutes Amateur-Spektrum, Bilder von gestern (mehr) und vorgestern (mehr, mehr und mehr) und noch mehr, während hier die arme Supernova in der Galaxie ertrinkt. Ferner ein visueller Bericht, ein Aufruf an Schulen, ein Video, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links hier und hier.

Balkengalaxien nehmen seit dem Urknall zu, haben Citizen Scientists heraus gefunden – auch eine weitere Zusammenfassung der Ergebnisse.

Von diesem Blogger im Web-Fernsehen

ISONs Ende: Rückblick und wissenschaftliche Bedeutung – Interview mit Daniel Fischer. Und vorher News zum neuen Mondkrater, den Lichtechos in RS Pup, der Landung von Chang’e-3 und Junos Erdbesuch.

Komet ISON: Die spannendsten Wochen – Interview mit Daniel Fischer. Und vorher News zu einem künstlichen LRO-Mond, einem Gasnebel um Riesenstern, der letzten Antenne für ALMA und Cassinis Saturn von oben.

Komet ISON im Anflug: Interview mit Daniel Fische. Und vorher News zur Nova Del 2013, einer Begegnung der Marsmonde, der Gaswolke am Zentrum der Milchstraße und globalen Folgen des Einschlags von Chelyabinsk.

Kürzere Artikel

Kleinplanet bedeckte gleich zwei verschiedene Sterne – fast gleichzeitig für verschiedene Beobachter.

Zwei Feuerkugeln über Mitteleuropa mit unterschiedlicher Wirkung.

Rosetta wieder zum Leben erwacht – und gleichzeitig ist eine koordinierte Kampagne für Parallelbeobachtungen online gegangen, während die NASA an ihre Beiträge erinnern zu müssen glaubte (Visuals).

Exo-Jupiter in Offenen Sternhaufen auch nicht seltener als im Feld.

Amateur-Astrofotografen entdeckten drei Zwerggalaxien – und zwar deutsche, aber in russischem Auftrag.

Supernova 11. Größe in Messier 82 – schon seit einer Woche da – aber von automatischen Profi-Suchprogrammen verworfen, weil zu hell …

22. Januar 2014

Eine Supernova des Typs Ia in Messier 82 ist letzte Nacht von einem Amateur entdeckt worden (Details sind noch unklar) – aber aufgeleuchtet ist sie schon am 14./15. Januar, wie diese Bilderserie aus Japan (eine Lichtkurve daraus) zeigt. Doch weil die SN so hell war, hatten sie automatische Suchprogramme verworfen, und ohne Amateurastronomen wäre die wissenschaftlich hochinteressante Sternexplosion – die erdnächste seit über 20 Jahren! – womöglich nie entdeckt worden. Weitere frühe Beobachtungen (die Helligkeit liegt jetzt bei 11.3 bis 11.4 mag. im Visuellen), erste Alarmmeldungen & Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, M 82 vorher/nachher blinkend und als Bildpaar, Einzelaufnahmen der Galaxie mit SN hier, hier und hier – und warum keine Neutrino-Sichtungen zu erwarten sind. [NACHTRÄGE: der Bericht der Entdecker (es waren ein Astronomie-Dozent und seine Studenten) der erdnächsten Ia-Supernova seit fast 150 Jahren und der nächstgelegenen im Ausbruch beobachteten überhaupt (denn SN 1972E war wohl weiter weg und von der anderen ist nur der Remnant bekannt, während Jahrhunderte frühere Supernovae nicht als solche verstanden wurden), keinerlei Progenitor beim HST, die gesamte frühe und aktuelle Fotometrie, weitere Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier (neu), hier, hier und hier (pre-discovery) und hier (während einer ‚Starparty‘ im Web, und niemand fiel was auf …) und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (reichlich übertrieben), hier (erstmal komplett falsch, wird aber korrigiert …), hier, hier und hier. Und zu SN-Ia-Lichtkurven eine Einführung und Papers hier und hier – plus ein eher finsterer geratener eigener Gedanke dazu, dem ein Experte bereits halbwegs zustimmt …]

Das war die untere Konjunktion der Venus in der ersten Januar-Hälfte: eine saubere Animation der vielen Aufnahmen eines Astrofotografen aus Malaysia, die auch die ungleichmäßige Helligkeit der Sichel verdeutlicht, die Beobachtern auffiel. Auch Videos mit spektakulären Nebensonnen tief über Moskau [NACHTRAG: auch viele Standbilder!] und einem zweistündigen Vortrag über Amateure und Exoplaneten – und ein Nachruf auf Wilfried Tost, der nur 61 Jahre alt wurde.

Ein Asteroid bedeckte gleich zwei verschiedene Sterne

Am 17. Januar zog der Kleinplanet (56) Melete über ein schwaches aber enges Sternpaar hinweg, wobei die Schattenzone quer über Europa zog – nicht viele Beobachter waren erfolgreich, aber wie die einlaufenden Berichte zeigen, wurde die Bedeckung beider Sterne je mindestens einmal registriert. Nicht erwähnt ist eine Negativ-Beobachtung aus Radebeul, von wo es aber dieses hochauflösende Video gibt, das die Situation am Himmel verdeutlicht. Auch neue Beobachtungen von 2009 FD, der noch eine minimale Impakt-Wahrscheinlichkeit in ferner Zukunft hat – und der Komet Siding Spring gestern, der in 9 Monaten sehr nahe am Mars vorbei fliegen wird, und C/2012 X1 (LINEAR) heute bei NGC 6384, auch ein Rohbild.

Das letzte von der 217. AAS-Tagung: M 51, 82, 81

13. Januar 2011

So haben Sie die Galaxie Messier 51 noch nicht gesehen: eine Aufnahme von Hubbles IR-Kamera NICMOS, dividiert durch eine Aufnahme der ACS, so dass das meiste Sternlicht verschwunden ist. Übrig bleibt gewissermaßen das staubige Skelett der Spiralgalaxie, übersät mit einer zuvor übersehenen Population ca. 65 Lichtjahre großer junger Sternhaufen, die im sichtbaren hinter dem Staub verborgen sind (und deswegen nicht abgezogen wurden). Der Staub in M 51 verteilt sich entgegen den Erwartungen meist diffus und in großen Staubbändern anstatt in großen Wolken – deren Bildung hat vielleicht die Begegnung mit einer anderen Galaxie verhindert.

Was die überbordende Sternbildungrate aus Messier 82 gemacht hat, zeigt ein neues Chandra-Bild: Fortwährende Supernovae treiben heißes Gas oben wie unten aus der Scheibe der Galaxie heraus. Und es sind auch 104 punktförmige Röntgenquellen gefunden worden: Zumindest 8 davon benehmen sich wie typische stellare Schwarzloch-Kandidaten.

Das ungleiche Galaxienpaar Messier 81/82 im Infraroten, aufgenommen vom WISE-Satelliten bei 3.4 bis 22 µm: Die Starburstgalaxie M 82 (oben) erscheint von einem orangefarbenen Halo umgeben, für den im Wesentlichen die Emission polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe verantwortlich ist, die aus der Galaxie hinaus getrieben werden. M 81 (unten) ist dagegen eine klassische Grand-Design-Spirale ohne besondere Vorkommnisse – allerdings ist auch hier die Sternbildungsrate erhöht, denn auch an M 81 ist die enge Begegnung mit M 82 vor ein paar 100 Mio. Jahren, die dort den Starburst auslöste, nicht spurlos vorüber gegangen.

Auf der letzten von 11 Pressekonferenzen auf der 217. AAS-Tagung in Seattle wurde bei dieser Gelegenheit auch eine erste Bilanz der noch laufenden WISE-Mission („Der Satellit WISE …“) gezogen: Der Satellit hat den gesamten Himmel zweimal abgescannt, mindestens 33’379 Asteroiden entdeckt, darunter 131 NEOs, dazu 20 Kometen, über 1000 Kandidaten für Braune Zwerge, von denen fast 100 bestätigt sind) und tausende von ULIRG-Kandidaten. Im April wird ein Katalog veröffentlicht, der über 200 Mio. Quellen enthält! Und was ist mit geheimnisvollen Riesenobjekten am Rand des Sonnensystems, die WISE sehen müsste, wenn es sie gibt? Die würden sich unter den Braun-Zwerg-Kandidaten verstecken, und „wenn sich einer von denen schnell bewegt, dann werden Sie von uns hören …“

Die Zentralregion von Messier 82: das erste astrophysikalische Motiv für SOFIA

29. Mai 2010

Neben dem Planeten Jupiter hat die fliegende Sternwarte SOFIA bei gegen Ende des First-Light-Fluges am 26. Mai auch noch die Galaxie M 82 beobachten können, deren Zentralregion hier bei vier IR-Wellenlängen zu sehen ist – durch den Staub, der hier den Blick im Sichtbaren versperrt, fällt der Blick nun direkt ins Herz der Sternentstehung. Präzision der Teleskopausrichtung wie Bildstabilität entsprachen während der Operationen in bis zu 11 km Höhe den Vorgaben oder übertrafen sie sogar, und dass die Luftströmung an der großen Öffnung im Jumbo-Jet vorbei kaum Turbulenzen mit sich bringt, hatten bereits frühere Testflüge gezeigt. Insbesondere einer am 30. April: Damals war zwar der Spiegel noch eingepackt gewesen, aber zwei Nachführteleskope hatten Beta Leo, Beta Ori und den Saturn im Blick gehalten. Im Herbst dürften nun die ersten längeren wissenschaftlichen Einsätze der Kamera FORCAST folgen, und bald sollte auch das erste der beiden deutschen SOFIA-Instrumente zum Einsatz kommen, GREAT aus Bonn. Noch lange muss sich die Forschung aber viel Zeit mit weiteren Flugtests teilen: Erst 2014 wird SOFIA ganz der Astronomie gehören, mit bis zu 160 Flügen à 6 bis 8 Stunden und 800 Stunden Beobachtungen pro Jahr. Das dann aber zwei Jahrzehnte lang, während ständig neue Instrumente dazu kommen: SOFIA ist gewissermaßen ein substanzieller Infrarot“satellit“, der 99% des Wasserdampfs unter sich lässt – und jeden Morgen zur Erde zurück kehrt.

Uni Stuttgart, USRA, DLR und NASA Releases; New Scientist, Discovery, Universe Today, Bad Astronomy, Alles was Fliegt. NACHTRÄGE: ein längerer NASA Release mit mehr jubilierenden Zitaten (aber keiner neuen Information) und ein später Sky & Tel.-Artikel

Die beiden Artemis-Satelliten sind schon am Mond angekommen

Die beiden THEMIS-Sonden, die aus ihren Erdumlaufbahnen auf Bahnen Richtung Mond geschickt wurden, sind dort dieses Jahr ohne großes Aufsehen angekommen und schon mehrere Male in einigen tausend Kilometern Höhe über die Mondoberfläche geflogen. (Jonathan’s Space Report #628 26.5.2010)

Kurskorrektur für Deep Impact/EPOXI erfolgreich: Die alte/neue Kometensonde hat am 28. Mai ihr Triebwerk für 11.3 Sekunden gezündet – das Delta-V von 10 cm/s genügte, um sie auf die richtige Trajektorie für einen Erd-Flyby am 27. Juni zu lotsen, der wiederum die Begegnung mit Hartley 2 („Der Kern …“) am 4. November verursachen wird. (JPL Release 28.5.2010)