Posts Tagged ‘MSL’

Curiosity: Wo das Wasser im Marsboden steckt

29. September 2013

„Wasser auf dem Mars entdeckt!“ Bei dieser ‚Nachricht‘ brechen die einen in Jubel aus und verdrehen die anderen die Augen – letzteres zu Recht, denn spätestens seit das Neutronenspektrometer von Mars Odyssey eine klare Signatur von reichlich Wasser(eis) im Marsboden fand (siehe Artikel 500 von 2002), lautet die Frage nicht mehr ob, sondern wie sich nämliches Wasser im Wüstensand des Roten Planeten versteckt. Mehrere Instrumente des neuen Marsrovers Curiosity haben nun im „Rocknest“ eine Antwort gegeben wie auch sonst allerlei Chemisches herausgefunden, das diese Woche in fünf Papers beschrieben wird, die auch der Chef-Wissenschaftler und Press Releases hier, hier, hier, hier, hier und hier zusammenfassen. Untersucht wurde angewehtes Material, dessen Zusammensetzung derjenigen an anderen Orten auf dem Mars durch frühere Lander entsprach: Damit kann es als repräsentativ für den ganzen Mars dienen.

Die Mineralogie des Rocknest-Bodens wurde mit dem Röntgenbeugungs-Experiment XRD des CheMin-Labors untersucht: Zum einen gibt es kristallines Material („plagioclase (~An57), forsteritic olivine (~Fo62), augite, and pigeonite, with minor K-feldspar, magnetite, quartz, anhydrite, hematite, and ilmenite“), zum anderen 30 bis 50 Prozent amorphes Material, das kein klares Beugungsbild produzierte und über dessen Natur nur spekuliert werden kann; sein Eisenanteil scheint aber hoch zu sein. Die kristalline Komponente ähnelt dabei bestimmtem Basalt aus dem Krater Gusev wie auch basaltischen Marsmeteoriten, die amorphe vulkanischem Boden auf Hawaii und generell vulkanischen „andisoils“. Beim Erhitzen der Proben im SAM-Ofen manifestierten sich 1.5 bis 3 Gewichtsprozent H2O, das in der amorphen Komponente gesteckt haben dürfte, und auch die Messungen des ChemCam-Lasers, der auf den Boden schoss, bestätigen den Zusammenhang des Wassers mit ihr: Vermutlich stecken die Moleküle in Poren dieses Materials.

Die SAM-Erkenntnisse zeigen ferner, dass noch eine ganze Reihe weitere flüchtige Elemente daran gebunden sind, die bei fortschreitender Erhitzung frei gesetzt werden – was auch bedeutet, dass sich künftige Mars-Siedler relativ bequem Wasser, Kohlendioxid etc. beschaffen könnten. Die Isotopen-Signatur der SAM-Daten deutet dabei auf die Atmosphäre als Quelle der flüchtigen Verbindungen hin: Das passt zu früheren Vermutungen, wie der Marsboden mit ihr interagiert. Erwähnenswert in den Papers ist schließlich noch die exotische Petrochemie des Steins Jake M., die mit dem APXS festgestellt wurde: Es handelt sich vermutlich um einen Mugearit und damit verblüffend erdähnlichen alkalischen Basalt, was wiederum Hinweise auf die Frühgeschichte des Mars und eine größere Rolle von Wasser liefern könnte. In einem SAM-Paper anderswo wird derweil Perchlorat diskutiert, das andere Analysen erschweren würde: Artikel auch hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie mehr Links.

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Curiosity erforscht „Süßwarenladen“ des Mars

15. Januar 2013

Als „candy store“ beschrieb der Projektmanager des Mars Science Laborarory Richard Cook auf der heutigen Curiosity-Telecon die Glenelg-Region und deren Yellowknife Bay, in der sich der Marsrover derzeit aufhält und in ein paar Wochen – vielleicht zwei; man lässt große Sorgfalt bei der Vorbereitung walten – zum ersten Mal den Bohrer ansetzen wird. Sein Betrieb ist der letzte und technisch anspruchsvollste Aspekt der MSL-Mission, der noch ausprobiert werden muss.

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Immerhin steht jetzt das Gebiet fest, wo es passieren soll: Das Bild zeigt die Zone „John Klein“ (benannt nach einem 2011 verstorbenen früheren stellv. Projektmanager MSLs), deren Kontext derzeit noch eifrig charakterisiert wird – es ist die Vielfalt der hier herum liegenden Steine, die sich reizvoll macht; Anklicken des Bildes lokalisiert und zeigt drei genauer. Zunächst wird der Bohrer nur als solcher getestet, dann Probenmaterial in den Labors an Bord des Rovers analysiert.

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Dieses Bild zeigt Ganglagerstätten („veins“) im Outcrop „Sheepbed“: ChemCam-Beschuss hat ergeben, dass es sich um Kalziumsulfat, vermutlich hydriert, handelt, Gips vielleicht. Hier ist einmal Wasser durchperkoliert und hat die hellen Mineralien hinterlassen. Im Laufe der Monate ist Curiosity leicht „abwärts“ gefahren und hat dabei deutlich unterschiedliche Sedimentschichten durchquert; der Boden der Senke ist nun erreicht.

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Hier schließlich Crossbedding im Outcrop „Shaler“ (aus einer höher gelegenen Sedimentschicht), ein charakteristisches Muster gegeneinander verkippter Sedimente, das nur durch strömendes Wasser erklärt werden kann – Wind schafft das nicht: Wie Artikel 875 zu entnehmen, gab’s dieses Argument auch schon vor 9 Jahren beim MER Opportunity. Und auch dessen Entdeckung von Sphärulen (siehe Artikel 843 und 847) hat Curiosity schon wiederholt: ebenfalls ein deutliches Produkt flüssigen Wassers in Gestein [NACHTRAG: mehr Details in einem LANL Press Release und Artikeln hier und hier über die PK]. Der Umweg nach Glenelg hat sich auf jeden Fall gelohnt: Gelockt hatte das von Orbiterdaten her bekannte seltsame Temperaturverhalten mit erhöhter thermischer Trägheit (deren eigentliche Ursache noch gar nicht gefunden wurde), aber man fühlte sich, kaum dass am 121. Sol die Grenze überschritten war, „in einer völlig anderen Welt“, so Projektwissenschaftler John Grotzinger. Wenn die Bohrungstests und Analyse der Proben dort beendet sind, will man aber doch Gas Richtung des eigentlichen Ziels Aeolis Mons geben: „We hit the pike when we’re done here“, so Grotzinger, aber vor Jahreende wird der Fuß des Berges kaum erreicht sein. Zumal die Mission „zu 100% von der Wissenschaft getrieben“ ist: eine neue Überraschung am Wegesrand, und es wird erstmal gestoppt.

Curiosity-Kuriosität: „Blasen-Ringe“ auf dem Mars

11. Dezember 2012

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Der Mars-Rover Curiosity hat sich kürzlich wieder in Bewegung gesetzt und ist prompt auf ein geologisches Mysterium gestoßen, zu dem sich die NASA bisher nicht geäußert hat: Reste von geplatzten Blasen? [NACHTRAG: Ein neuer Press Release hat dazu wieder nichts zu sagen, dafür aber andere interessante Geologie zu bieten.] Derweil hat der MRO weitere Impakte von MSL-Hardware aufgenommen – und die Freude über den geplanten Curiosity-Klon (s.a. hier, hier und hier) hält sich weiter in Grenzen. Beredter Beleg: Bei einer Online-„Abstimmung“ über den Namen des Rovers liegt „I should be on Titan“ weit in Führung …

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Täglich neue Radar-„Bilder“ des Asteroiden Toutatis

gibt es vom JPL: Hier zwei Delay-Doppler-„Aufnahmen“ vom 10. Dezember, die in 4 1/4 Stunden Abstand entstanden. Das dicke Ende oben wirf einen Radar-Schatten auf den Rest des Kleinplaneten, der auch das Ziel einer chinesischen Raumsonde sowie gut am Himmel zu sehen ist – zur Not per Webcast wie etwa diesem hier in einer Stunde.

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Ein erdnaher Asteroid erlebte eine Finsternis im Erdschatten, als der erst vor wenigen Tagen entdeckte und rund 30 m große 2012 XE54 heute Morgen der Erde nahe kam: Die Helligkeit fiel um viele Größenklassen (die horizontalen Linien haben 1 mag. Abstand). Auch aus der Welt der kleinen Körper: Mitte Dezember könnte es nicht nur die Geminiden sondern auch Meteore von Komet Wirtanen geben, s.a. hier und hier. Und am 17. Dezember steht gar ein kosmischer Impakt bevor, allerdings von den GRAIL-Satelliten auf den Mond – während man dem dicken Herschel einen solch interessanten Abgang leider verwehrt.

Vier Monate MSL: kein „Halleluja“ auf dem Mars

3. Dezember 2012

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Wie von der NASA angekündigt, hat es auf der noch laufenden Curiosity-PK auf der AGU-Tagung in San Francisco [NACHTRAG: Aufzeichnung] keinerlei sensationelle Entdeckungen zu vermelden gegeben: Die Message war eigentlich nur, dass das komplizierte Labor SAM bestens funktioniert und sich intensiv an einer typischen Bodenprobe (oben: APXS-Messungen im Vergleich mit MER-Proben) ausgetobt hat (Grafiken darunter). Eindeutig vom Mars stammende organische Verbindungen wurden dabei nicht gefunden, dafür – vielleicht – jenes Perchlorat, das Phoenix bereits in der Polregion entdeckt hatte. Den wichtigsten Satz sprach Missionschef Grotzinger ganz am Schluss: Mit „Halleluja“-Momenten, also bedeutenden Entdeckungen, die sofort hervor stechen, sei bei der Mission nicht zu rechnen. Vielmehr müsse man die Gesamtheit aller Messungen der verschiedenen MSL-Instrumente – deren schrittweise Aktivierung in den ersten drei Monaten nach der Landung aufregend genug war – sehen und lange darüber nachdenken, dann werde schon etwas Relevantes herauskommen: Geduld, bitte! Weitere MSL-Mitteilungen des vergangenen Monats betrafen den ersten Jahrestag des Starts, aktuelle Operationen, laufende Wetter- und Strahlungs-Messungen (Aufzeichnung der Telecon), SAMs Boden-Forschungen und das Ende der Mars-Zeit für das MSL-Team.

Hallo, da bin ich: Curiositys erstes Selbstportrait

2. November 2012

Über 5000 Pixel breit ist das vollständige Mosaik aus 55 MAHLI-Aufnahmen, die Curiosity an Sol 84 – dem 31. Oktober – am „Rocknest“ zeigen, wo der Marsrover seit Wochen steht und Marsboden verdaut (links die Löcher, wo die vier Proben genommen wurden): hier drei Ausschnitte aus der Poster-verdächtigen Datei, leicht kontrastgesteigert. Solche Mosaike wird es noch öfters geben: Sie werden dokumentieren, wie es um die Hardware bestellt ist und wie sie langsam einstaubt. Zur Vorbereitung auf die die Telecon zur Marsatmosphäre heute um 18:00 MEZ empfiehlt sich derweil diese Übersicht zum Mars-Methan-Mysterium.

Erste Bodenprobe erreicht Curiosity-Chemielabor

19. Oktober 2012

Nach dem dritten Zugriff – oben ein Bild von Sol 69 = dem 15. Oktober – hat jetzt Curiosity zum ersten Mal eine Bodenprobe ‚im Magen‘: Nach Begutachtung auf dem erstmals benutzen Beobachtungsteller gelangte sie in das Instrument Chemistry and Mineralogy (CheMin), wo mittels Röntgenbeugung ihrer Mineralogie nachgegangen wird. Ansonsten ging es gestern auf der wöchentlichen Telecon v.a. um kleine Fortschritte hier und da (die MSL-Mission geht halt deutlich bedächtiger zu Werke als die MER; irgendwelche nennenswerten Vorfälle gab es aber nicht) und einen zeitweisen Ausfall des MRO, für den Opportunity als Relais-Satellit einsprang, der es nun aber wieder tut: weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. NACHTRAG: das ganze als kurzes Video. NACHTRAG 2: ein Interview mit dem „Sarcastic Rover“, der gerade selbst die Erfinderin von ‚Curiosity‘ interviewte.

NACHTRAG 3: Inzwischen ist Curiosity mit der 4. Bodenprobe zugange – und es gibt interessantes Gestein zu sehen, hier an Sol 76. NACHTRAG 4: Die erste Woche seit der Landung ohne Pressekonferenz oder Telecon hat es nun gegeben – erst am 30. Oktober ist wieder eine.

NACHTRAG 5: eine MAHLI-Aufnahme des Steins „Et-Then“ am 82. Sol bzw. 29. Oktober, eines Brockens im „Rocknest“, der vielleicht noch näher untersucht wird. Ansonsten wird immer noch mit Marsstaub der Sampling-Mechanismus gereinigt.

Curiosity mit erster Bodenprobe „durchgespült“

11. Oktober 2012

Die erste „Autowäsche auf dem Mars“ ist gestern absolviert worden, mit der ersten Bodenprobe, die sich der Rover mit seiner Schaufel besorgt hatte (oben die Spuren im Sand): Die Arbeiten waren nach der Entdeckung eines sondernbaren hellen Objektchens (ibid.; NACHTRAG 4-5) zunächst unterbrochen aber wieder aufgenommen worden, nachdem man sich von dessen Harmlosigkeit überzeugt hatte. Es handelt sich offenbar um „some type of plastic wrapper material, such as a tube used around a wire“, und stammt vielleicht von der Landeeinheit. Bei der heutigen Telecon war das schon kein Thema mehr, stattdessen wurden ausgiebig APXS- und ChemCam-Analysen am Stein Jake Matijevic diskutiert: Dessen Zusammensetzung erinnert an bestimmtes exotisches Gestein aus dem Erdinneren. Wenn Curiosity mit dem „Rocknest“ fertig ist, geht es knapp 100 m nach Osten: Dann wird erstmals ein Stein angebohrt. Derweil sind auch Teile eines neuen Horizont-Panoramas eingetroffen – das allerdings 450 Pixel breit nicht gut kommen würde …

NACHTRAG: … aber einzelnes Rohbild kann man ja mal zeigen, etwas kontrastverstärkt … NACHTRAG 2: … und weitere Ausschnitte, alle ohne Himmel übrigens – plus Versuche, aus dem Marsstein schlau zu werden, hier, hier und hier.

NACHTRAG 3: Und ein MAHLI-Blick auf das ominöse Plastik-Stückchen vor Curiosity, das auch in dieser Auflösung wie ein kleiner toter Fisch aussieht … NACHTRAG 4: Der 2. Einsatz der Schaufel steht bevor; auch dieser Sand wird nur zur Reinigung benutzt. NACHTRAG 5: Und endlich die Jake-Matijevic-Analyse gaaanz genau erklärt! NACHTRAG 6: Curiosity hat wieder zugelangt. NACHTRAG 7: Noch mehr Panorama – und Gedanken dazu.

Curiosity nach 2 Monaten: Bald wird geschaufelt!

4. Oktober 2012

In diesem „Rocknest“ – ein Ausschnitt aus einem Mastcam-Mosaik vom 28. September – wird sich Curiosity gut zwei Monate nach der Landung erstmals mit seiner Schaufel bedienen und feinen Sand in die Bordlabors füllen, wurde heute auf der wöchentlichen Telecon erklärt. Aber wie bei dieser Mission üblich, lässt man sich Zeit: Vielleicht am Sol 61 (was der kommende Sonntag wäre) wird zum ersten Mal gegraben, aber erst in 2-3 Wochen wird schließlich die vierte Bodenprobe in die Labors gefüllt – denn der Sand wird zunächst zum Reinigen der Hardware CHIMRA für die Probenverarbeitung verwendet, auf dass unvermeidliche irdische Rückstände verschwinden mögen. Dreimal gurgeln und ausspucken …

NACHTRAG: Bei diesem Sand dürfte sich Curiosity in Kürze das erste Mal bedienen, nachdem der Rover in eine günstige Position manövriert worden war (ein neuer Blick unter den Boden). Während der Strahlungsmesser weiter auf ordentliche Sonnenaktivität warten muss.

NACHTRAG 2: Curiosity hat zugelangt! Was es auch schon in 3D zu sehen gibt. NACHTRAG 3: Und der Mars-Schmutz wackelt in der Schaufel. NACHTRAG 4: Nachdem ein mysteriöses winziges helles ‚Objekt‘ vor dem Rover entdeckt wurde, sind die Arbeiten aber erstmal unterbrochen. NACHTRAG 5: Das paar wunderliche Objekt stammt offensichtlich von Curiosity selbst, wurde aber noch nicht identifiziert.

Curiositys „schlechter Beton“: Spuren schnell fließenden Wassers in der Frühzeit des Mars

28. September 2012

Das Phänomen war den Curiosity-Rohbild-Fans natürlich sofort aufgefallen (NACHTRAG ff), aber auf den NASA-Pressekonferenzen war nie ein Wort darüber verloren worden. Gestern schon: Die Kieselsteine in einer Matrix, die manchen an schlechten Beton erinnert hatten, werden als Beleg für kräftig strömendes Wasser in der fernen Mars-Vergangenheit interpretiert. Curiositys „images of rocks containing ancient streambed gravels“ gelten als der direkteste Beweis für fließendes Wasser, auf das bisher nur aus der Morphologie mutmaßlicher Flussbetten geschlossen worden war. Im Gale-Krater soll das Wasser mit 1 m/s und grob 1 m tief entlang geschossen sein, wird aus den Curiosity-Bildern geschlossen. Die Kieselsteine sind rund geschliffen worden und mithin eine weite Strecke transportiert worden, wohl vom Rand des Gale-Kraters. Der Ex-Fluss: schon die erste prinzipiell einst habitable Umwelt, auf die Curiosity gestoßen ist – auch Science@NASA und erste Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

NACHTRAG: die Entdeckung schön in 3 Minuten erklärt. Und Glenelg ist erreicht! NACHTRAG 2: ein erstes Mastcam-100-Panorama von Glenelg – und erste Impressionen von dort. NACHTRAG 3: eine Nahaufnahme von „Bathurst Inlet“ – und der Stein noch größer, mit 1/50 mm pro Pixel MAHLI-Auflösung.

NACHTRAG 4: So sauber wird Curiositys Schaufel nie wieder sein wie auf diesem Bild vom 51. Sol – plus weitere Glenelg-Bilder. NACHTRAG 5: Und noch mehr Impressionen aus der Gegend, auch in 3D. NACHTRAG 6: Power über Curiositys RTGs – und ein weiterer Blick in die Glenelg’sche Rund. NACHTRAG 7: Die Mastcam kann Sonnenflecken erkennen, hat sich bei der Auswertung von Deimos-Transit-Sequenzen gezeigt! Und was die NavCam gerade sieht.

Dieser Mars-Stein wird als erster angefasst!

19. September 2012

Dieser – nach einem kürzlich verstorbenen Marsforscher „Jake Matijevic“ (ein Nachruf hier enthalten) getaufte – 25 cm hohe und 40 cm breite Stein wird der erste sein, mit dem Curiosity direkten Kontakt über die Instrumente auf dem Robotarm aufnehmen wird. Am Ende des 43. Sol (heute) sah in der Rover – hier mit der Navcam – ihn 2.5 m Entfernung. [NACHTRAG: ein 3D– und weitere Bilder des Steins! Und die Pläne mit ihm.]

Auf dem Weg zu Glenelg ist Curiosity bereits den halben Weg voran gekommen, nachdem bis heute 290 m zurückgelegt wurden. „In ein paar Wochen“ sollte das erste Zielgebiet erreicht sein: Wo genau Glenelg – kein Punkt sondern eine ganze Region – eigentlich beginnt, ist nicht ganz klar.

Der erste – partielle – Phobos-Transit, gesehen mit der 100-mm-Optik: Noch immer ist erst ein kleiner Teil der hunderte Bilder auf der Erde. Zwischenzeitlich wurden auch – so weit man weiß erfolgreich – ein weiterer Phobostransit (inklusive teilweise abgedeckter Sonne bei ihrem Aufgang) und ein Deimostransit aufgenommen. Dabei geht es nicht (nur) um Pretty Pictures sondern auch die genaue Vermessung der Mondbahnen, aus denen sich wiederum Rückschlüsse auf das Marsinnere ziehen lassen, hieß es gerade auf der – noch laufenden – wöchentlichen Telecon. NACHTRAG: Aufzeichnung derselben, JPL Release dazu und Artikel hier, hier, hier, hier und hier.