Posts Tagged ‘Multi-Cycle Treasury Programs’

Nachrichten aus dem Weltraum kompakt

3. April 2010

Saturn mit einem Phasenwinkel von 172°, also praktisch im Gegenlicht, auf einem Cassini-Bild vom 13. Februar in grünem Licht: Licht, das von den obersten Atmosphärenschichten des Planeten gestreut wird, läßt seinen Rand als helles Ringstück aufleuchten – außer wo der B-Ring davor sitzt. Kommende Woche wird Cassini übrigens in rascher Folge dicht am Titan und an Dione vorbei fliegen: Der Dione-Flyby in 500 km Höhe ist erst die zweite Naherkundung überhaupt.

Titans detailliertes Schwerefeld spricht für unvollständige Differenzierung

des Inneren des Saturnmonds: Entweder haben sich Fels und Eis nur teilweise getrennt, oder es gibt einen Kern, in dem eine große Menge Wasser an Sililate gebunden bleibt – ein Mittelding zwischen den Jupitermonden Ganymed und Callisto. Diese Analyse basiert auf vier Titan-Flybys Cassinis, die speziell der Vermessung höherer Komponenten des Schwerefeldes dienten. Offenbar wurde Titan während seiner – vielleicht langgezogenen – Entstehung nie warm genug für eine vollständige Differenzierung. (Iess & al., Science 327 [12.3.2010] 1367-9, Sohl, ibid. 1338-9, JPL Release 11.3.2010)

Auf dem Jupiter könnte es Helium ‚regnen‘, was insbesondere die Abreicherung von Neon in der äußeren Atmosphäre des Planeten erklären würde: Solch ein Modell könnte die Beobachtungen der Galileo-Kapsel – alles angereichert außer He und Ne – gut erklären. Die beiden Elemente vermischen sich leicht und würden als Tröpfchen in die Tiefe sinken. (Berkeley, APS Releases 22., Space Today 24.3.2010)

Das Sternentstehungsgebiet Gum 19, aufgenommen im IR (J, H & K, die für die Darstellung B, G und R zugeordnet wurden) mit dem SOFI-Instrument am New Technology Telescope auf La Silla: Der Nebel hat eine dunkle und eine helle Seite, wobei der Stern V391 Velorum mit 30’000 K Oberflächentemperatur für die Beleuchtung und auch sonst noch einige Effekte sorgt.

Ein gewaltiger Weißlicht-Flare auf einem M-Stern

ließ die Helligkeit von YZ CMi am 19. Januar im U-Band um 6(!) Größenklassen anschwellen: Dieser „Mega-Flare“ war einer der energiereichsten und mit über 7 Stunden auch längsten Weißlichtflares, die je bei einem isolierten Stern geringer Masse (Spektraltyp: dM4.5e) beobachtet wurden. (Kowalski & al., Preprint 16.3.2010)

Der Himmel bei 9, 18 und 90 µm Wellenlänge, die B, G und R zugeordnet wurden: ein Ausschnitt aus einer Gesamtkarte des japanischen Satelliten Akari (beim Start Anfang 2006 in Artikel B96 ausführlich vorgestellt), aus der auch Kataloge mit 1.3 Mio. Quellen entstanden sind. Bei 9 µm dominieren noch die Photosphären von Sternen, bei 90 µm kühler Staub; abseits des dichten Bands der Milchstraße sind auch viele extragalaktische Objekte dabei.

Drei Multi-Cycle Treasury Programs für das Hubble Space Telescope

sind Ende Januar ausgewählt worden – aus 39(!) eingereichten Vorschlägen für Intensivbeobachtungen mit dem Weltraumteleskop, nun wo es mit neuen Instrumenten und frisch gewartet auf dem Gipfel seiner technischen Leistungsfähigkeit angekommen ist. Auch wenn das Teleskop jetzt neue Daten einfährt wie nie: Inzwischen wird mehr mit dem Archiv aus fast 20 Jahren als mit neuen Beobachtungen gearbeitet. (MCTP-Homepage, Baltimore Sun 26.3.2010. Auch Plan. Soc. Blog über das Arbeiten mit HST-Archiv-Daten als Amateur, Science News zum 20-jährigen Jubiläum des Starts und Cosmic Log zu diversen Informationsquellen zu Hubble)