Posts Tagged ‘NASM’

Bilder einer Überführung – die Fortsetzung

20. April 2012

Erst letzte Nacht und heute sind unzählige weitere spektakuläre Aufnahmen des Überführungsfluges der Discovery am 17. April über das JSC veröffentlicht worden: oben sieben Impressionen von Orbiter & Shuttle Carrier Aircraft über dem oder nahe des Kennedy Space Center im Morgenlicht, darunter die gestrige ‚Begegnung‘ der Discovery (rechts) mit der bereits aus dem NASM-Hangar am Flughafen Dulles gerollten Enterprise und ganz unten die Montage dieses Test-Fluggeräts auf dem SCA heute im Morgengrauen. Dazu ein NASA Press Release und Artikel und viele weitere Bilder hier, hier, hier, hier und hier. Und hier wächst schon wieder eine Bildersammlung zum Transfer der Enterprise nach New York City – der wegen erwarteten schlechten Wetters nicht wie geplant am 23. April beginnen kann. Bis Juni sollte die Enterprise so oder so am Flughafen JFK bleiben, bevor es mit einem Schiff zum Intrepid Sea, Air & Space Museum auf dem Hudson River geht, sicher auch wieder ein pittoresker Vorgäng. Aber Shuttles auf Schiffen kennen wir ja schon …

Advertisements

Foto-Live-Blog zu Discoverys letzter Reise

17. April 2012

Die ultimativen Bilder des Discovery-Transfers, aufgenommen über Washington, DC, vom begleitenden T-38-Jet aus. Auch das Gesamtwerk von Ben Cooper (wieder mal mit das Beste wo gibt) und ein Artikel vom Abflug, ein dramatisches Bild vom Überflug des GSFC, ein NASA-Clip, ein Artikel und ein netter Videobericht über die Washington Experience und das Video der Landung in Dulles. [21:53 MESZ – ENDE. NACHTRÄGE: ein persönlicher Artikel, Beobachtungen auf dem Dach des NASA HQ und anderswo in DC und am Flughafen, ein Videoclip aus dem T-38-Jet – und alle NASA-Bilder in einem Folder. Oh, und die Parodie ist upgedatet worden …]

Die Discovery über DC in amtlich-patriotischen Aufnahmen von NASA (oben & unten) und Museum of the American Indian (Mitte): weitere Impressionen der raren Visite des Gespanns auch hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und der Flickr-Pool enthält schon jetzt fast 500 Bilder. [18:41 MESZ]

Ach wie süß, mit Fähnchen … … am Cockpit: SCA und Discovery auf dem Weg zum ‚De-Mating‘ mit allerlei improvisierten Kränen, bevor der Ex-Orbiter 5 km weit zum NASM-Annex geschoben werden kann. Inzwischen wachsen hier und hier Sammlungen von Amateuraufnahmen der Discovery über DC; auch ein Artikel zur Landung. [17:39 MESZ]

Discoverys letzte Landung, auf dem Dulles Airport um 17:05 MESZ – noch ein Bild über der Washington Mall und die Landung auch hier und hier. Und CNN International war fast eine Stunde live ‚drauf‘ – komisch, bei echten Raumflügen gab’s das ewig nicht mehr … [17:17 MESZ]

Ob die wohl mal landen? Das SCA ist wieder am Dulles Airport, dreht dort aber weitere Ehrenrunden; Bilder auch hier und hier und noch mehr Bilder. Auch überraschend: CNN-I überträgt seit 1/2 Stunde fast ohne Unterbrechung … [17:01 MESZ]

Ein weiteres Bild von heute morgen über dem Cape hat die NASA publiziert, während SCA & Discovery nach dem Dulles-Überflug ihre Runden tief über Washington drehen – nicht vom NASA-TV, wohl aber zahlreichen Nachrichtensendern weltweit übertragen (sogar das müde CNN International wachte kurz auf). Ein paar erste Fotos von der Discovery über DC gibt’s schon hier, hier und hier. [16:20 MESZ]

SCA & Discovery beim Überflug über deren künftige Heimat am Dulles Airport – bis dort in weniger als einer Stunde gelandet wird, gibt’s aber noch ein Schaufliegen über Washington, DC. Für das eigens mehrere Sperren aufgehoben wurden; vielleicht ist deswegen das Online-Tracking des Flugzeugs untersagt? In diesem Forum werden die Ereignisse energisch begleitet … [15:57 MESZ]

Die ersten NASA-Standbilder von Discoverys Abreise (ein weiterer Artikel) sind beim NASA-HQ und beim KSC erschienen, aber dieser Fotografin und natürlich Ben Cooper gelangen klar die besseren Perspektiven. Auch ‚Nachrufe‘ auf die Discovery hier und hier – und der Ärger wächst, dass der Flug des SCA nicht live getrackt werden kann. [15:05 MESZ]

Die Discovery-Überführung ist ein Hoax! So kann man’s auf einer cleveren Parodie dieser Webseite nachlesen … Und da muss was dran sein, denn der Live-Flug-Tracker Flight Aware zeigt das Shuttle Carrier Aircraft („NASA 905“) nicht an! Ha, aber einen T-38-Jet, der die Discovery begleitet: Noch ist das Paket im Norden Floridas unterwegs. [NACHTRAG: War leider eine Falschinformation – ist ein anderes NASA-Flugzeug gewesen – aus unbekannten Gründen verweigert die NASA jedes Tracking des SCA.] Die ersten Standbilder von der Abreise hat’s derweil hier (weitere Goodies im Stream!), hier und hier. [14:00 MESZ]

Abschied von Florida – für immer: Das Shuttle Carrier Aircraft mit der Discovery ist jetzt auf dem Weg nach Norden, und Live-Bilder gibt es vorerst keine mehr. Aber zuvor ging es noch mal im Tiefflug über die alte Heimat des Shuttles; zeitweise kamen die NASA-Kameraleute gar nicht mehr mit. Still-Fotografen sollte aber manch dramatisches Bild gelungen sein, z.B. gegen die gerade aus den Wolken gebrochene aufgehende Sonne. Und schon ein erster Artikel über die erfolgte Abreise, frühere hier und hier – und zu der Herausforderung Discovery für das NASM und Gigapan-Aufnahmen des Innenlebens aller Orbiter. [13:31 MESZ]

Pünktlicher Abflug von Cape Canaveral um 7 Uhr morgens Ortszeit – aber bevor es nach Washington geht, gibt’s noch eine Ehrenrunde über der ‚Space Coast‘ Floridas. [13:12 MESZ]

Auf dem Weg zur Startbahn am Cape vor wenigen Minuten (das etwas nebulöse NASA-TV-Bild wurde kontrastgesteigert. [12:53 MESZ]

Heute wird der Shuttle-Orbiter Discovery vom Cape nach Washington geflogen, wo er 13 Monate nach seiner letzten Landung im Annex des Nat’l Air & Space Museums seinen endgültigen Platz finden soll: Die vor einem Jahr verkündete Zuteilung der Orbiter hat trotz Gegifte v.a. aus Houston Bestand. Die Discovery sitzt bereits auf dem Shuttle Carrier Aircraft (ein Zeitraffer-Video der Montage, ein wackliges Video vom Roll-out und mehr Bilder), und die Überführung ist heute von 13:00 bis 16:40 MESZ geplant: Wegen ein paar Ehrenrunden über Washington dauert’s länger. Am 19. April steigt dann eine große Party, und am 23. April reist die Enterprise nach New York City ab, deren Platz im Hangar des Washingtoner Flughafens die Discovery einnimmt. [1:05 MESZ]

Raumfahrt-Nachrichten kompakt

21. November 2009

Die Geysire von Enceladus, wie sie noch keiner sah

Rohbilder: CICLOPS / Mosaik: Cumbrian Sky / Weiterverarbeitung: Skyweek 2.0

Beim heutigen Vorbeiflug der Raumsonde Cassini an Enceladus „E8“ sind Bilder entstanden, die selbst erfahrene Kenner der Mission schockierten: Zum ersten Mal sieht man die berühmten Geysire direkt aus der Oberfläche des Saturnmonds herausbrechen (oben), und auch von dieser selbst gibt es faszinierende Nahaufnahmen (unten). Aus Bildpaaren haben Cassini-Fans auch schon erste 3D-Bilder von Geysiren wie Topografie gebastelt. (Cumbrian Sky, Planetary Society Blog, Universe Today 21.11.2009) NACHTRAG: ein JPL Release. NACHTRAG 2: ein neues Mosaik der Oberfläche sowie eine künstlerische Umsetzung des Bildes oben aus Amateurhand. NACHTRAG 3: ein besseres Plume-Mosaik (obiges scheint auch seitenverkehrt zu sein) – und eine Animation aus Cassini-Sicht!

CICLOPS

Scharenweise Mondgestein von den Apollo-Missionen verschwunden

Das Mondgestein, das bei den Apollo-Missionen in großer Menge bei der NASA landete, ist nicht nur wissenschaftlichen Untersuchungen zugeführt worden: 368 Mondsteine hat die amerikanische Bundesregierung als ihr alleiniger Besitzer diversen Bundesstaaten und auch vielen anderen Ländern geschenkt. Vierzig Jahre später ist ein Großteil dieser Geschenke nicht mehr auffindbar: Nur von drei Dutzend weiß man genau, wo sie sind – während man z.B. gerade auf Hawaii ebenso emsig wie vergebens nach gleich fünf Mondgeschenken sucht … (Honolulu Advertiser 23.10.2009)

„Höhle“ auf dem (Erd-)Mond nicht unbedingt wohnfreundlich: Vor einem Monat hatte die Entdeckung einer offenbar eingestürzten Decke eines Lavakanals auf Bildern des japanischen Orbiters Kaguya für Aufregung gesorgt, schien dies doch geradezu eine Einladung für künftige Siedler zu sein. Aber der Enthusiasmus ist schnell abgekühlt: Solcherlei Löcher auf dem Mond scheinen extrem rar zu sein, wer weiß, wieviel Schutt in der alten Röhre liegt – und in der Nähe der feuchten Polregionen, in die es die Siedlungsplaner zieht, gibt es eh‘ nur Hochländer und keine vulkanischen Hinterlassenschaften. (Planetary Society Blog 20., New Scientist 22., Lunar Networks 28.10.2009)

Cleverer Rettungsplan für die Hayabusa-Sonde

Nur zwei Wochen nach dem jüngsten schweren Rückschlag für die japanische Asteroidenmission („Hayabusa hat …“) hat die clevere Flugkontrolle schon einen Plan, wie die ziemlich kaputte und vielleicht mit etwas Itokawa-Staub gefüllte Sonde es doch noch zur Erde schaffen kann: Es werden gleichzeitig die Ionenquelle des Triebwerks B (dessen Neutralisator kaputt ist) und der Neutralisator von Triebwerk A (das wegen Instabilität nie benutzt wurde) eingesetzt. Damit sollte eine Rückkehr im Juni 2010 weiter möglich bleiben. (JAXA Release, Planetary Society Blog 19., New Scientist 20.11.2009)

Die ESA ist mit einer viel teureren Merkur-Mission einverstanden: Das Science Programme Committee hat sich damit abgefunden, für BepiColombo fast 1 Mrd. Euro auszugeben – aber dafür wäre die Mission (die auch einen japanischen Magnetosphären-Orbiter einschließt) auch dramatisch leistungsfähiger als der MESSENGER der NASA. Den nennen die ESA-Funktionäre eine ‚Vorspeise‘, BepiColombo sei dagegen erst das ‚Festmahl‘. Auch wenn er erst 2014 startet … (BBC 18.11.2009)

Verdiente Hubble-Instrumente im Museum gelandet

Die bei der Shuttle-Mission im Mai ausgebaute Wide Field and Planetary Camera 2 (WFPC2), das langjährige Arbeitspferd des Hubble Space Telescope, und das Corrective Optics Space Telescope Axial Replacement (COSTAR), das den anderen Instrumenten der 1. Generation trotz falsch geschliffenen Hauptspiegels scharfe Sicht ermöglichte, nun aber nicht mehr gebraucht wird, weil alle späteren Instrumente eigene Korrekturoptiken haben, sind jetzt im National Air & Space Museum in Washington, D.C., zu sehen. Allerdings nur bis Mitte Dezember: Dann gehen beide „auf Tour“ in Südkalifornien, um schließlich im März 2010 endgültig wieder im NASM zu landen, dann als Teil einer neuen permanenten Ausstellung im berühmtesten L&R-Museum des Planeten. (JPL Release 18., CollectSpace 19., BBC 20.11.2009) NACHTRAG: noch ein Besuch in der Ausstellung.

Start von WISE auf den 9. Dezember gerutscht, frühestens: Der IR-Satellit auf einer Delta II soll auf die Auswertung eines Delta-IV-Starts kurz davor warten. Das Potenzial des Wide-field Infrared Survey Explorer für alle Arten von Astronomie wird derweil hinreichend beworben. (ELV Status, NASA Release, Pasadena Star News 17., Centauri Dreams 13., JPL Feature 11.11., Science@NASA 15.9., JPL Release 17.8.2009) NACHTRAG: ein Media Advisory zum Start.

Scharfe Bilder fremder Erden kein Problem – aber von ihren Bewohnern …

Den nächsten paar Generationen von Weltraumteleskopen wird es wohl gelingen, nicht nur erdähnliche Planeten anderer sonnenähnlicher Sterne zu entdecken, abzubilden und sogar räumlich aufzulösen (inklusive Exowäldern und Exosavannen) – und vielleicht wird dabei auch spektroskopisch der Nachweis gelingen, dass auf diesen Welten Leben die Umwelt verändert. Doch danach beginnt ein Jahrtausend des Frustes, sagen eine Anzahl prominenter Planetenforscher in einem ungewöhnlichen Paper voraus: Denn um sich die Aliens auch anzugucken, wären entweder völlig utopische Weltraumteleskope erforderlich (die Arbeit rechnet tatsächlich vor, welch ein absurdes Teleskop man bräuchte, um einem 10-Meter-Tier mit 1 m Auflösung dabei zuzugucken, wie es über einen hypothetischen Planeten von Alpha Centauri kriecht!) oder aber eine Reise zu den nämlichen Planeten, was aber nur mit mindestens ebenso utopischen Antrieben zu schaffen sei. (Schneider & al., Preprint 6.10.2009) NACHTRAG: ein halbes Jahr später nach Erscheinen des Papers Echos hier und hier.

Was hingegen das nächste Jahrzehnt bringen könnte oder sollte, beschreibt ein anderes Paper: Die „zugänglichsten“ Exoplaneten, die Leben tragen könnten, sind demnach Super-Erden (also Felsplaneten mit ein paar Erdmassen) in Orbits um M-Sterne, die in den habitablen Zonen kreisen. Man kann sie finden (wobei die Mission TESS sehr helfen würde), und bereits das JWST könnte viel über sie herausfinden. Allerdings ist es leicht möglich, dass sich die Umweltbedingungen dieser Welten doch sehr von unserer unterscheiden – doch fremde Erden in einer Nähe zu finden, dass man sie überhaupt erforschen kann, ist weitaus schwieriger. (Deming & Seager, Nature 462 [19.11.2009] 301-6. Auch Papers zu den – nur etwas futuristischeren – Projekten TPF/Coronagraph und ATLAST und zur allgemeinen Lage und Artikel zum Starshade-Vorschlag und dem möglichen Einsatz von Dunkel-Energie-Missionen zur Exoplanetenjagd)