Posts Tagged ‘Neil Armstrong’

Nochmal drei unzusammenhängende Aktualitäten

7. Januar 2013

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Neue Kontroverse um Armstrongs 1. Satz auf dem Mond

So sah das aus, als Neil Armstrong 1969 vor ca. 2 Minuten aus der Landefähre „Eagle“ ausgestiegen war: ein bisher in dieser speziellen Form unveröffentlichtes(!) TV-Bild vor der massiv Qualität vernichtenden Scan-Konvertierung, ein Screenshot aus der australischen Bodenstation – siehe ISAN 23-5 – Honeysuckle Creek, der hier mal stark kontrastgesteigert wurde. Was der erste Mann auf dem Mond bei der Gelegenheit sagte, ist hinreichend bekannt, auch dass er das „a“ vor „man“ wohl wirklich unterschlug, obwohl er es eigentlich sagen wollte und es nur so semantisch Sinn macht. Aber wann dachte er sich den Satz aus – und hatten gar andere die Hand im Spiel? Über dieses kuriose Detail eines großen Weltraumereignisses wird auch über 40 Jahre danach mit erstaunlicher Inbrust diskutiert, neu angefacht gerade durch eine britische TV-Doku (z.Z. hier komplett zu sehen), in der der Bruder Armstrongs behauptet (im o.g. Video ab 40:20), Neil habe ihm den exakten Satz vor dem Start auf einem Zettel gezeigt und sich seiner Zustimmung versichert, die er natürlich bekommen habe. Weder nämlicher Bruder Dean noch Neil haben jemals etwas dieser Art zu Protokoll gegeben, noch ist nämlicher Zettel erhalten. Und so wachsen seither die Zweifel an der neuen Story (auch hier oder hier), während ein Versuch, alles unter einen Hut zu bringen auch nicht überzeugen kann.

Neil Armstrong selbst hat allerdings den Ursprung des Einen Satzes im Lauf der Jahre auch immer wieder etwas anders erzählt. 1969 auf der ersten Crew-PK nach der Rückkehr klang das so: „I did think about it. It was not extemporaneous, neither was it planned. It evolved during the conduct of the flight and I decided what the words would be while we were on the lunar surface just prior to leaving the LM.“ 1999 auf einer PK zum 30-Jährigen passierte vor der Landung gar nichts: „I didn’t think about that until after landing, but after landing I — actually having been somewhat surprised at the fact that we were able to make a successful touchdown, I realized I actually was going to have to say something. But it — there wasn’t anything very complicated: when you just think about stepping off, why, it seemed to follow.“ Und 2001 erzählte er die Geschichte dem Oral History-Projekt der NASA so (S. 80-81): „I thought about it after landing, and because we had a lot of other things to do, it was not something that I really concentrated on but just something that was kind of passing around subliminally or in the background. But it, you know, was a pretty simple statement, talking about stepping off something. Why, it wasn’t a very complex thing. It was what it was.“ Und nu? Der US-Historiker David Portree z.B. ist – im Gegensatz zu Armstrongs Versicherungen im selben Interview! – überzeugt, dass die NASA-PR-Abteilung überall ihre Finger drin gehabt habe und es kaum zu glauben sei, dass man sich nicht energisch auch um Armstrongs Einen Satz gekümmert habe. Aber beweisen kann er’s nicht, das sei mehr so ein Bauchgefühl auf der Basis verwandter Recherchen …

Immer neue Details der ersten indischen Mars-Mission

diesen Herbst sind in den letzten Tagen bekannt geworden, etwa hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. So wurde beschlossen, die Nutzlast von 25 auf 15 kg zu reduzieren und auf exotische Experimente zu verzichten. Zu den Aufgaben des Orbiters, der noch nicht mal einen richtigen Namen zu haben scheint, soll die Suche nach Lebensindikatoren – v.a. mit einem Methan-Detektor – und den Verlustprozessen der Marsatmosphäre gehören. Die fünf Instrumente sollen im März angeliefert und ab April in den Bus integriert werden. Gestartet wird schließlich auf einem PSLV-XL im Oktober in eine Parkbahn um die Erde, die am 26. November verlassen wird: Die Reise soll dann 299 Tage dauern und der Mars am 22. September 2014 erreicht werden. Eigentlich war als nächste interplanetare Mission der ISRO eine weitere Mondreise zusammen mit Russland geplant, aber Verzögerungen infolge der Fobos-Grunt-Pleite führten zum Vorziehen des Marsprojekts, das Rs 470-crore = ca. 65 Mio. Euro kostet. Die Mondmission Chandrayaan-2 soll dann 2016 folgen – und 2018 ein „an asteroid orbit and comet flyby“!

Ein Asteroid und einer seiner zwei Monde bedeckten einen relativ hellen Stern, wobei die Schatten über Frankreich, Italien und Griechenland laufen sollten. Sehr viele Beobachter waren leider clouded out, andere sahen den Stern aber keine Bedeckung(en) und einige wenige eine Bedeckung durch (87) Sylvia selbst: So ist es seit 24 Stunden über die PLANOCCULT-Mailing-Liste zu hören. Die erfolgreichste Beobachtung bisher kommt vom TAROT-Teleskop in Südfrankreich: Dort sah man den Stern erst hinter Sylvia selbst 13 Sekunden lang verschwinden – und eine Weile später auch 1/2 Sekunde hinter dem Mond Romulus!

Drei ganz verschiedene Bilder aus der Raumfahrt

14. September 2012

vom heutigen Freitag: Unterschiedlicher könnten sie kaum sein …

Die Seebestattung von Neil Armstrong – nach der privaten und einer öffentlichen Gedenkfeier – auf der USS Philippine Sea im Atlantik: seine Witwe Carol und Kommandant Paul Nagy mit der Urne.

Die 18 Hauptspiegel-Segmente des James Webb Space Telescope, verpackt in großen Dosen für den Transport vom Hersteller Ball in Colorado zur NASA.

Die Soyuz-Rakete mit MetOp-B auf der Startrampe in Baikonur angekommen: Der neueste europäische Wettersatellit soll am 17. September um 18:28 MESZ starten, was auch live übertragen werden soll.

Streng geheime Gedenkfeier für Neil Armstrong

31. August 2012

Nur Weggefährten und NASA-Personal aber keinerlei Medienvertreter waren heute bei einer extrem abgeschirmten Gedenkfeier für den ersten Menschen auf dem Mond in Cincinnati zugelassen: Immerhin durfte der NASA-Star-Fotograf ein paar Bilder machen wie das obige von Armstrongs Apollo-11-Gefährten Mike Collins und Buzz Aldrin, und Charlie Boldens Ansprache kennen wir auch – aber das war’s auch schon. Weitere Berichte gleichwohl hier, hier, hier, hier und hier (aus 1. Hand); eine öffentliche Feier ist für den 12. September in DC geplant. NACHTRAG: noch mehr Artikel hier und hier – und ein ganz langer Nachruf. NACHTRAG 2: Die öffentliche Gedenkfeier ist jetzt für den 13. September geplant! NACHTRAG 3: Und dann gibt’s ein See-Begräbnis für Armstrong.

R.I.P. Neil Armstrong, B. Lovell und Ray Bradbury

25. August 2012

Neil Alden Armstrong, 5.8.1930 – 25.8.2012, amerikanischer Testpilot und Astronaut: Nachricht von seiner Familie, Gedenkseite der NASA, Statements von Obama, dem NASA-Chef und vielen mehr, Transkript einer PK von 1999 (ein ganz seltener öffentlicher Auftritt eines lockeren Armstrong), viele Titelseiten von 1969 & 2009 und Nachrufe von BBC (mehr, mehr und mehr), Space Collect, Guardian (mehr), NASA Spaceflight, USA Today, CBS, New York Times, Novosti, Discovery, Universe Today, Ars Technica, NBC (wo man erst Probleme mit dem Namen hatte …), NPR, AP, SpaceWriter, StarStryder, The Onion, Space.com, Space News, Space Today, Welt und Spiegel.

Sir Alfred Charles Bernard Lovell, 31.8.1913 – 6.8.2012, britischer Astronom und Wegbereiter der Radioastronomie: Pressemitteilungen von der Univ. Manchester, dem Jodrell Bank Obs., der Royal Astronomical Society und dem STFC und Nachrufe von Nature, BBC (mehr), Economist, Telegraph (mehr und mehr), Guardian (mehr), New York Times, Strudel, Astronomer’s Den und Air & Space Mag.

Ray Douglas Bradbury, 22.8.1920 – 5.6.2012, amerikanischer Autor mit Schwerpunkt Science Fiction: Nachrufe von LA Times, BBC, Tagesschau, NPR, Nature, Planetary Society (mehr und mehr), IO9, SpacePorts, Washington Post, New York Times (mehr) und The Space Review (mehr).