Posts Tagged ‘PanSTARRS’

Kosmische Begegnung: PANSTARRS bei Messier 51

2. Mai 2014

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Mit freundlicher Genehmigung von Rolando Ligustri die Begegnung des Kometen C/2012 K1 mit der Spiralgalaxie heute remote mit einem 106-mm-Refraktor und einer FLI ProLine PL11002M in New Mexico! [NACHTRÄGE: nur die Luminanz ganz tief – und ein weiteres Bild mit selbem Gerät von wem anders.] Auch die Konjunktion in kleiner, Aufnahmen etlicher weiterer Kometen, der Abschluss der Wiederinbetriebnahme der Instrumente von und ein skandinavischer Info-Truck über Rosetta – und Protest gegen Panikmache mit NEOs, zwar nicht so detailliert wie hier und mit einem Denkfehler, aber trotzdem ein erfreulicher Kontrapunkt.

Mal ein Zeitraffer-Video ganz anderer Art als die üblichen aus finsteren Gegenden – hier hat einer (aus Taiwan) Ansichten aus 30 europäischen Ländern, darunter oft Großstädten, in Bewegung gesetzt, mit immer noch reichlich Astro-Content. Plus ein „Supernova“-Video ungewöhnlicher Art, wobei die Lyrics moderat astro-angehaucht sind und auch das ganze Album so heißt.

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Die australische Partiell-SoFi mal ganz anders: im Radio

Nämlich bei 145 MHz Frequenz mit dem Murchison Widefield Array aufgenommen, einem Radio-Interferometer in West-Australien, dessen Themenfeld von Sonnenforschung bis zur Kosmologie reicht und das als Vorgänger des SKA gilt. Was man manchmal auch schon über Europas LOFAR sagt, das immer größer geworden ist. NACHTRAG: auch noch ein paar kurzwelligere Bilder der SoFi aus Adelaide hier und – bei Sonnenuntergang – hier.

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Weitere größere Artikel

19. April 2013

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PANSTARRS glänzt weiter – trotz 6. Größe, während er es nach dieser spanischen Analyse in Perihelnähe mal ganz kurz auf nullte geschafft hatte (auch ein besonders prächtiges Bild von vorgestern, eine Bildersammlung eines Einzelnen [NACHTRAG: und aktuelle Diskussionen]).

Bemannte Mission: NASA möchte Miniasteroid einfangen und in Mondnähe besuchen lassen.

κ CrB: Unterriese mit Planeten und Staubscheibe(n) gut ausgestattet.

Kürzere Artikel

Großer Strahlungsausbruch von Markarian 421 bislang ohne Wirkung im Optischen (mehr Artikel hier und hier).

Entwarnung für den Mars: Kometenimpakt praktisch ausgeschlossen.

PANSTARRS hat immer noch einiges zu bieten

17. April 2013

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Das zeigt nicht nur dieses Farbmosaik von Michael Jäger vom 15. April (mit dem Emissionsnebel NGC 281 im Feld) sondern auch weitere tiefe Aufnahmen vom 16. April, 15. April (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 14./15. April, 14. April (mehr) und 13. April – auch eine Vorschau der Reise durch Cas.

Eine fette Feuerkugel über Spanien am 13. April, zu der es auch ein Standfoto und weitere Details [NACHTRAG: und einen bizarren Artikel] gibt – und ein Bericht über eine Sonder-Session der Planetary Defence Conference über Erkenntnisse zum Chelyabinsker Airburst. Leider scheint genau diese nicht wie die regulären Sessions auf der Livestream-Seite archiviert zu sein. Dafür gibt’s aber allerlei Fotos und einen Bericht aus 1. Hand von den frühen Sessions, von denen nun noch ein paar weitere Screenshots aus dem Webcast folgen, aus Vorträgen von Moskovitz, Benner & Trilling (Session 3).

Aktuelle Erkenntnisse über das Wesen der Asteroiden

Auf der Tagung geht es inzwischen um das Abfangen oder Zerstören „böser“ Asteroiden, was sich etwa in diesem JPL-Release von gerade [NACHTRAG: oder dieser Podiumsdiskussion später, die wenig brachte] wiederspiegelt – aber vorher war die große Bestandsaufnahme weiter gegangen.

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Die Lichtkurve von 2012 DA14 bei seinem nahen Erdbesuch am 15. Februar, zusammengesetzt aus mehreren Photometrie-Reihen: Darin lässt sich kein wiederkehrendes Muster finden, was für eine Veränderung des Rotations-Zustands durch die Schwerkraft der Erde spricht.

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Ausgewählte aktuelle Ergebnisse von Radarbeobachtungen erdnaher Asteroiden mit den Goldstone- und Arecibo-Antennen – und die Grafik unten zeigt, wie gut der Durchmesser/Sonnenabstands-Raum der NEAs inzwischen abgedeckt ist. Mit neuen Upgrades sollten die Bilder bald noch detailreicher werden und sich die Auflösung der Meter-Grenze nähern.

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Und noch etwas NEA-Statistik, basierend auf der Messung der thermischen Emission von ~600 Exemplaren bei 3.6 und 4.5 µm mit dem „warmen“ Spitzer-Satelliten im ExploreNEOs-Programm: Zusammen mit der Helligkeit im Visuellen (für die reflektiertes Sonnenlicht sorgt) lassen sich Durchmesser und Albedos eindeutig ableiten. Ein Ergebnis war ein großer Bereich vorkommender Albedos, eine Hochrechnung, dass es 20’000 NEOs > 100 Meter gibt – und gerade hat ein neues Spitzer-Programm begonnen, bei dem noch kleinere NEOs entdeckt werden sollen.

Weitere größere Artikel – und C/2011 L4 @ M 31

5. April 2013

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PANSTARRS bei Messier 31: oben ein weiteres Bild vom 3. April von Jost Jahn mit 30 Minuten Gesamt-Belichtungszeit – und noch viel mehr ausgewählte Bilder der Konjunktion vom 5. April, vom 4. April extrem tief, mit weitem Feld (mehr und mehr), näher dran (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und ganz nah dran (mehr), vom 3. April extrem tief, hoch aufgelöst, mit weitem Feld (mehr) und nett arrangiert (mehr, Erläuterung, mehr und mehr), vom 2. April mit weitem Feld (mehr und mehr) und im Detail (mehr und mehr) sowie vom 1. April (v.a. unten). Dazu News zum 4. und 3. April, Bildergalerien hier, hier und hier und eine Karte. Sowie ein Rückblick auf STEREOs Beobachtungen, ein anderer PANSTARRS (auch mit Schweif) – und viel Verwirrung bzgl. ISONs Zukunft

Mit Planck schon das Ende der Kosmologie erreicht? Widersprüche zu „lokalen“ Messungen …

Großsternwarte entsteht im indischen Himalaya auf dem Devasthal.

Kleinere Artikel

PANSTARRS extrem – schlechter geht’s nicht 🙂 Nicht überall sah’s so toll aus wie oben …

Verhindert Staub eine helle Supernova in M 65? „Versprochene“ 12 mag. bleiben aus …

Erster – temporärer – Trojaner des Uranus kann nicht lange bleiben.

Schwerer Planet um M-Zwerg-Paar abgelichtet – und Theoretiker verwirrt.

PANSTARRS‘ Schweif zeigt immer mehr Detail

23. März 2013

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Aus dieser Aufnahme von Michael Jäger vom 19. März (13 aufaddierte Bilder eines 10-cm-Teleskops) lässt sich bereits eine Menge heraus holen [NACHTRAG: dito in Farbe!] – auch eine parallele Aufnahme von G. Rhemann [NACHTRAG: auch in Farbe!] und eine ähnlich verarbeitete von L. Comolli vom 21. März [NACHTRAG: auch dieses Bild in Farbe!]. Weitere Aufnahmen und Videos vom 23. März aus Deutschland (mehr), vom 22. März aus Dänemark, Deutschland (mehr) und Italien, vom 21. März aus den USA, Norwegen (mehr), dem U.K., Frankreich und Deutschland (mehr und mehr), vom 20. März aus Norwegen (mit Aurora; mehr), Deutschland (mehr und mehr) und vom 19. März aus den USA und Österreich, Bildersammlungen hier, hier, hier und hier, Anmerkungen zum STEREO-B-Video, Zusammenfassungen über den 22., 21. und 20. März, die nächsten Tage (mehr) – und eine bizarre Statistik. Und ein alternatives Szenario für Komet ISON

Dramatische Feuerkugel erregt den Osten der USA

Es war exakt 0:00 UTC (1:00 MEZ) heute Morgen bzw. 20:00 Uhr Eastern Daylight Time gestern Abend, als eine vielleicht -20 mag. helle Feuerkugel in etlichen Bundesstaaten an der US-Ostküste gesehen wurde – eventuelle Meteoriten fielen in den Atlantik, aber Berichte gibt’s reichlich und z.B. auch – Chelyabinsk Light – ein Dashcam-Video und eins von einer Überwachungs-Kamera. Artikel aus den USA hat’s reichlich, z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, TV-Berichte hier und hier (Vorsicht, bizarr verpackt) und deutsche Artikel hier und hier. [NACHTRÄGE: Die Helligkeit war wohl eher -13 mag., aber das Ereignis war das meist-gemeldete der Geschichte der American Meteor Society seit 2005. Auch Artikel hier, hier, hier und hier – und hier und hier noch zwei Videos.] Und in Sachen Chelyabinsk Details von den Meteoriten – und Seltsames vom See.

Junge Supernova in Messier 65 könnte noch 12. Größe erreichen: Die SN 2013am ist eine junge des Typs II und könnte von ihren aktuellen 16 mag. in den nächsten 2 Wochen noch auf 12.5 mag. steigen – Bilder hier und hier. [NACHTRAG: noch ein Foto]

PANSTARRS näher per Flugzeug: So war’s da oben

17. März 2013

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Das Medien-Interesse war enorm an wohl ersten öffentlichen Kometen-Beobachtungs-Flug seit Halley 1986, und so wuselten gestern Nachmittag bereits beim Check-In im Flughafen Köln-Bonn ein halbes Dutzend Kamera- und Tonleute zweier TV-Teams um den Organisator Stefan Krause (u.) von Eclipse-Reisen und die rund 55 Passagiere – darunter viele Veteranen exotischer Astro-Reisen, mit edlen Kameras und sogar Stativen bepackt.

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Nach einem zünftigen rheinischen Buffet und detaillierten Instruktionen zum Ablauf des auf zwei Stunden angesetzten Zick-Zack-Fluges hob die gecharterte Boeing 737-700 der Air Berlin um 19:22 MEZ überpünktlich ab – der Pilot beschleunigte schon aus der Kurve von der Taxi- zur Runway heraus – und durchbrach bald die praktisch geschlossene Wolkendecke über NRW. Zunächst hatte die linke Seite nach kurzer Suche Blick auf den Kometen in der schwindenden nautischen Dämmerung, während die Maschine Kurs auf Bremen nahm: Für’s bloße Auge erschien er als Sternchen, in Feldstechern zeigte er bereits allerlei der von Fotos der letzten Tage her bekannten Schweifstrukturen. Nach einer knappen Viertelstunde Geradeausflug legte sich der Flieger plangemäß schwer in die Kurve und änderte das Heading binnen ein paar Minuten um 180°.

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19:57 MEZ; 1 Sekunde belichtet bei Blende 3.4 und ISO 1600; 90 mm Kleinbild-Äquivalent-Brennweite, Ausschnitt

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19:57 MEZ, 1 Sekunde bei Blende 3.5 und ISO 1600; 116 mm, Ausschnitt

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19:58 MEZ, 1 Sekunde bei Blende 3.6 und ISO 800; 130 mm, Ausschnitt

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19:59 MEZ, 1 Sekunde bei Blende 3.8 und ISO 800; 170 mm, starker Ausschnitt

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20:10 MEZ, 2.5 Sekunden bei Blende 2.8 und ISO 1600; 25 mm, Ausschnitt

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20:11 MEZ, 2.5 Sekunden bei Blende 3.2 und ISO 800; 44 mm, Ausschnitt

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20:11 MEZ, 5 Sekunden bei Blende 3.0 und ISO 800; 32 mm, Ausschnitt

Der Blick durch den Feldstecher war definitiv der beste Weg, das Schauspiel zu genießen: Wie dieser Blogger auf der rechten Seite ab ca. 19:55 MEZ feststellen konnte, genügte die Qualität der – eigens besonders sorgfältig gereinigten – Scheiben vollauf für den förderlichen Einsatz eines 10×50-Feldstechers, der nicht nur viele Sterne bis zum Horizont sondern auch den gekrümmten Staubschweif und die helle innere Koma ähnlich gut wie auf den bisher besten Fotos von Mitte März oder auch der teleskopischen Zeichung eines Ausnahme-Beobachters zeigte. PANSTARRS stand da zwar theoretisch noch in der astronomischen Dämmerung, dank der Flughöhe aber bereits in einem tiefdunklen Bereich des Himmels. Die obigen Fotos mit einer simplen Bridge-Kamera (Panasonic DMC-FZ48) entsprechen ganz gut dem Eindruck für das bloße Auge, für das der Komet leicht – als etwas diffuses Sternchen knapp über dem Horizont – zu sehen war, der Schweif aber höchstens angedeutet blieb, während der Feldstecher wesentlich mehr Einzelheiten enthüllen konnte. (Und die die Fotografen mit dem besseren Equipment z.T. offenbar auch einfangen konnten – aber so gut wie Michael Jäger und Gerald Rhemann gleichzeitig in den Alpen?)

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20:38 MEZ, 10 Sekunden Belichtung bei Blende 2.8 und ISO 1600; 25 mm

Doch viel Zeit blieb nicht, rasch sank der Komet tiefer. Wiederum links konnte man ihn beim dritten Flugabschnitt den Kometen schon untergehen sehen – und rechts war beim letzten „Leg“ schon nichts mehr von ihm zu finden: Da halfen auch die Kimmtiefe von über 3° und die Refraktion nicht mehr (die in 12 km Höhe nur noch 10′ Anhebung [„The Devil is in the details“] anstatt der 35′ auf Meereshöhe schafft). Dafür aber ein unerwartetes Phänomen, nämlich – etwas – getrübte Sicht durch den Mondschein auf die Wolken eigentlich tief unter uns und offenbar eine Art feinen Dunst darüber. Das war eine weitere Erkenntnis dieses ungewöhnlichen Flug-Experiments: Es muss noch nicht mal Halbmond sein, damit die himmlische Lichtverschmutzung schon markant stört, für z.B. eventuelle Polarlicht-Flüge eine wichtige Einschränkung.

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Nach exakt 2 Stunden waren der Flieger wieder in Köln und die Teilnehmer des PANSTARRS-Fluges um manche Erfahrung reicher. Viele weitere Bilder dieses Bloggers sind in diesem Album zu finden, und am 18. März wird es mehrere Berichte im ARD-Morgen- und Mittags-Magazin geben. Und vielleicht schon jetzt überall auf der Welt via Reuters TV. NACHTRAG: die geflogene Route, ein Link an edler Stelle, ein weiterer Bericht mit „tieferen“ Kometen-Bildern, mehr Fotos hier, hier und hier, eine Mikro-Doku (ohne Komet) – und eine „Beobachtung“ von uns.

NACHTRAG 2: hier der fast 6-minütige Beitrag des WDR im ARD-MoMa am 18. März – und N24 hatte schon am 17. März auch was via Reuters, wo sich am 18. März auch die Deutsche Welle bediente, siehe unten. Und noch ein Meta-Artikel zur Kometen-Fliegerei. NACHTRAG 3: bessere Bilder von P. Oden mit einigem Schweifdetail! Und auch das offizielle Album ist (unten) um gute Kometenbilder ergänzt worden.

NACHTRAG 4: Ein anders geschnittener Beitrag des WDR-Teams lief am 18. März im MittagsMagazin – unten gibt’s ihn jetzt ganz offiziell auf YouTube! NACHTRAG 5: ein langer Bild-Bericht, in dem auch dieser Blogger mitspielt. Und eine englische Kurzfassung aus dem Reuters-Material – vom New Tang Dynasty TV von Falun Gong in den USA …

Weitere größere Artikel – und PANSTARRS-News

8. März 2013

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Komet PANSTARRS ist da: die beste Woche für Europa steht bevor, und dieses Diagramm nach Vorlage dieses Bloggers zeigt, wo’s lang geht. Aus der bürgerlichen Dämmerung mittlerer Nordbreiten wurde der Komet offebar noch nicht gefischt, dafür aber am 8. März möglicherweise in Malaysia und den Philippinen, am 7. März angeblich in den Süd-USA (in Arizona sah man aber nix) und sicher in Brasilien, Südafrika und Australien (auch eine visuelle Beschreibung) und am 6. März in Chile. Auch eine Animation der wachsenden Schweife, ein Best-Of aus Argentinien, ein Vergleich mit Lovejoy, eine Schweif-Prognose und Artikel von den Philippinen, aus Österreich (mehr und mehr), Deutschland (Webseite dazu und mehr), Liechtenstein, dem U.K. (mehr) und den USA (mehr und mehr. Eine PM der Air Berlin Group in Deutsch und Englisch über den Kölner PANSTARRS-Flug hat einiges Echo ausgelöst – und eine PM aus Erlangen ist voller „Kleinstplaneten“ …

Trifft neu entdeckter Komet 2014 den Mars? Noch stehen wir bei 1:640 Wahrscheinlichkeit für einen Impakt …

Drei kleine Astronomie-Satelliten im Erdorbit, NEOSSat und die ersten beiden BRITEs – laut Webseiten oder Tweets gehet es mit allen planmäßig voran.

Im Web-Fernsehen!

Interstellarum Sternstunde Nr. 14 mit u.a. einem „Best-Of“ der Chelyabinsk-Videos und -Analysen, Clips von 2012 DA14 am Himmel und ein Interview mit diesem Blogger zum Kometen PANSTARRS im März.

Kleinere Artikel

Aktualisierte Zahlen zur russischen Meteor-Explosion aus Videoanalysen und dem Infrarot-Signal.

Zeitenwende bei der Volkssternwarte Bonn – Vorstand nach 41 Jahren erstmal ohne den Gründer.

Mars-Ausstellung im Kölner Hauptbahnhof von der VSW Laupheim.

Eine astronomiegeschichtliche Entdeckung in … einer Kneipe in Königswinter? War aber nur ’ne Kopie …

Allgemeines Live-Blog vom 5. bis 7. März 2013

5. März 2013

PANSTARRS-Status: 1.4 mag. – und 15 t Wasser pro Sekunde

Eine weitere sorgfältige Helligkeits-Analyse gibt Komet C/2011 L4 gestern 1.4 bis 1.5 mag. – und nach radioastronomischen und Herschel-Beobachtungen hat er seine Wasserproduktion in 5 1/2 Monaten verhundertfacht, auf jetzt 15 Tonnen pro Sekunde. Auch ein Vergleich der Prognosen für den Staubschweif mit der Realität, ein Webcast am 15.3., ein PR der R.A.S. und neue Artikel in Deutsch (alt., mehr, mehr und mehr) und Englisch (mehr) – leider schafft es weiter praktisch niemand, den Kometen richtig „PANSTARRS“ zu schreiben. Zwar wird das Entdecker-Teleskop „Pan-STARRS“ abgekürzt, aber Kometennamen nach automatischen Suchprogrammen werden in Großbuchstaben und ohne Bindestriche geschrieben … [15:50 MEZ am 7. März] Ausgewählte Bilder vom 7. März aus Australien (mehr) und von den Philippinen, vom 6. März aus Australien (mehr und mehr), vom 5. März aus Argentinien, Australien (mehr, mehr, mehr & ein Video) und Tasmanien, vom 4. März aus Chile und vom 3. März aus Argentinien – auch ein undatierter Untergang, eine visuelle Beobachtung aus Botswana vom 5. März, eine PM der Uni Bonn samt Video und Artikel auf Deutsch (mehr) und Englisch (mehr, mehr und mehr). Und ein tolles Mosaik von Lemmons Plasmaschweif. [23:55 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: noch eine visuelle Beschreibung vom 5. März, ein JPL Release und ein Artikel zu PANSTARRS‘ Nord-Ankunft]

Eine hervorragende britische TV-Doku über den russischen Airburst, die der kommerzielle(!) Sender Channel 4 bereits am 3. März ausstrahlte, kaum mehr als zwei Wochen nach dem Ereignis (und mit mehr Videoclips davon als irgendwo sonst) – nicht dass irgendeiner der Zwangsgebühren-finanzierten deutschen Sender auch nur auf solch eine Idee gekommen wäre. Wohl aber die BBC, deren Gegenstück am selben Tag direkt im Anschluss gezeigt wurde [NACHTRAG: bessere Version]! Und ein paar Stunden später gab’s auch noch The Sky at Night mit tollem Material von 2012 DA14 am Himmel. Britisches TV lässt sich heutzutage leicht per Internet verfolgen, und die beiden Chelyabinsk-Sendungen sind auch über ihre Titel schon mehrfach auf YouTube zu finden. Wer sich hierzulande für aktuelle und seriöse Astronomie interessiert, muss sich sein Fernsehen eben selber machen … [17:35 MEZ am 6. März] Noch eine eine Zusammenfassung der Erkenntnisse zu Chelyabinsk. [19:30 MEZ] Und allerlei Mitigation-Mathe angesichts des Falls Siding Spring vs. Mars. [20:35 MEZ]

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PANSTARRS aus Melbourne am Abend des 5. März, gerade von Trevor Sellman diesem Blog gezwitschert: 100 mm f/4, 1 Sek. bei ISO 400 mit einer Canon EOS 7D. Auch ein – eher experimentelles – Video vom selben Abend und Kontinent sowie Reuters und AP zur Nord-Ankunft von PANSTARRS, der auch dem Zodiakallicht begegnen wird. [0:45 MEZ] Und ein längerer visueller Bericht vom 5.3. aus SO-Australien – der Komet ist auffällig am Dämmerungs-Himmel! [1:00 MEZ] Die Reuters-Story über den PANSTARRS-Flug jetzt auch bei space.com, mal wieder ohne Quellenangabe. Und dieses Blog wird beim DLF verlinkt! [1:20 MEZ] Das schönste PANSTARRS-Bild bisher (am 5.3. hinter dem Parkes-Radioteleskop) – und das erstaunlichste (heute aus einem Flugzeug über Neuseeland mit 1/5 Sekunde bei ISO 3200)! Und noch mehr, auch hier & hier. [16:35 MEZ] Oh, und keine Zweifel an ISON, bitte! [17:20 MEZ. NACHTRAG: oder hinkt der Vergleich mit Hale-Bopp …]

Fantasievolle 3D-Animationen von Komet Siding Spring beim Mars im Oktober 2014: Was eine knappe Annäherung – ohne den unwahrscheinlichen Fall eines Impakts – für den Planeten bedeuten würde, ist noch nicht recht durchdacht, aber vermutlich passiert wenig, kein Meteorsturm oder so. Auch ein NSF Release zur seismischen und barometrischen Detektion des Russen-Airbursts in den USA. [0:10 MEZ]

RadioAstron feiert neue Orbital-VLBI-Bild-Schärfe-Rekorde

Einer RosKosmos-PM zufolge (bzw. deren maschineller Übersetzung) hat der Satellit Spektr-R zusammen mit irdischen Teleskopen („Die ersten Fringes …“) neue Maßstäbe für Very Long Baseline Interferometry mit der vielfachen Basislinie des Erddurchmessers gesetzt. „Insbesondere gelang es den Rekord im Jahr 2012, bodengestützte Interferometer schlagen für Beobachtungen bei einer Wellenlänge von 1,3 mm,“ sagt der Übersetzer: „Erreicht eine Winkelauflösung von 40 Mikrosekunden des Bogens.“ [23:40 MEZ am 5. März]

Ein Aurora-Zeitraffer-Video aus Nordschweden vom 3. März – und am 1.3. gab es auch in Donegal im Norden Irlands ein Polarlicht am Horizont. [23:30 MEZ. NACHTRAG: letzteres machte sich auch als Aurora Australis in Australien bemerkbar]

PANSTARRS at home: Theoretisch geht’s morgen los …

Denn am 6. März steht der Komet erstmals noch über dem Horizont, wenn die Sonne auf 50°N untergeht, versinkt allerdings selbst schon inmitten der bürgerlichen Dämmerung – doch Tag für Tag verbessert sich dann die Geometrie, wie der neuen grafischen Darstellung hier zu entnehmen ist. Das obige Video wiederum zeigt die globalen Sichtbedingungen animiert und wie die Sichtzone mit der Kometen-Deklination nach Norden wandert. Auch Konfusion eines echten Experten über die Bedeutung von Kometen-Lichtkurven, neue Bilder von heute (mehr und beide Kometen) und gestern (aus Hawaii, kein Vergleich zu Chile [auch Weitwinkel] oder Tasmanien), ein Reuters-Artikel über den deutschen Kometen-Flug und weitere Artikel auf Deutsch (mehr, mehr und mehr) und Englisch (mehr und mehr). Plus Palaver über ISONs Helligkeit und Details vom JPL zu Siding Spring vs. Mars 2014. [20:10 MEZ]

Hubble image of Abell 68

Eine Gravitationslinse mit Humor hat mittels des Galaxienhaufens Abell 68 dieses Bild einer Hintergrund-Galaxie produziert – eine Hubble-Aufnahme mit der WFC3. Auch zu vermelden: der endgültige Einstieg des UK beim ESO-E-ELT, was zwar ein weiterer Schritt ist, aber an Brasilien hakt’s immer noch – und First Light für drei weitere LCOGT-Teleskope, nunmehr in Südafrika; vgl. ISAN 174-9 zu weiteren Plänen. [15:15 MEZ]

Helium praktisch alle: Herschels Mission vor dem Ende

Wie schon lange berechnet („Das letzte Jahr für den IR-Satelliten Herschel“), geht dem großen ESA-Weltraum-Observatorium Herschel irgendwann diesen Monat das flüssige Helium aus, ohne das keines seiner Infrarot-Instrumente betrieben werden kann: Im Gegensatz zu anderen IR-Satelliten der letzten Zeit ist also keine „warme Mission“ möglich. Im April folgen noch ein paar technische Experimente, dann wird der große Satellit auf eine heliozentrische Drift-Reise geschickt. [14:45 MEZ. NACHTRAG: ein später JPL Release gleichen Inhalts]

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Die Venus durch die Saturnringe gesehen von Cassini im letzten November aus dem Schatten des Planeten heraus aber erst jetzt von NASA und ESA (und hier, hier und hier) gefeiert – auch jede Menge Sturm-Bilder vom Saturn. [3:05 MEZ]

PANSTARRS scheint schon heller als 2.0 mag. zu sein

Jedenfalls legt das dieser Bericht aus Argentinien vom 3. März nahe, wo der Komet heller als Deneb Kaitos erschien; tags darauf wurde er in Australien allerdings auf genau 2.0 mag. geschätzt, wobei er in der nautischen Dämmerung mit bloßen Auge sichtbar wurde. Weitere ausgewählte Bilder vom 4. März (alt.), 3. März (mehr, mehr, mehr und mehr) und 2. März (mit Lemmon) – auch eine (noch rudimentäre) Galerie, Überlegungen zu Farbfiltern gegen die Dämmerung und noch mehr Artikel auf Deutsch (mehr, mehr, mehr und mehr), Englisch (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und Französisch. Plus ISON mit 10 cm, 51 cm und 200 cm Öffnung, der Fall Siding Spring vs. Mars und schon wieder ein kleiner Asteroid in Erdnähe, gefolgt von einem größeren in größerem Abstand. [2:35 MEZ]

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Curiosity nach Speicherproblem auf Ersatz-Computer umgeschaltet; Safe Mode schon wieder aufgehoben

Es war „die erste größere (nicht lebensbedrohliche, aber richtig unbequeme) Anomalie“ seit der Landung des Marsrovers: Weil es Probleme mit dem Flash Memory gab, schaltete Curiosity am 28.2. automatisch auf den redundanten Bordrechner („B-Seite“) um und versetzte sich selbst in einen Safe Mode. Aus dem ist der Rover – oben ein neues MAHLI-Selbstportrait von Anfang Februar – gerade wieder erwacht, aber bis er die reguläre Arbeit wieder aufnehmen kann, wird es wohl die nächste Woche werden. Die A-Seite ist von nun an die redundante, wobei natürlich versucht werden muss, den Fehler – vielleicht ein Strahlen-Schaden – zu lokalisieren und zu umgehen; frühere Berichte hier, hier, hier, hier, hier und hier. [2:00 MEZ]

PANSTARRS mit zweiter Größe in den Endspurt

3. März 2013

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So stand er heute Abend über Westaustralien, eine Woche vor dem Perihel: „The comet was certainly brighter tonight than two nights ago. It was easy to see in the twilight as a comet with tail,“ schreibt der Fotograf Jim Gifford auf 34°S. „The head is still very intense, and the coma/tail at the head appeared to have broadened as seen in 25×100 binoculars.“ In Europa ist derweil PANSTARRS am Tage vage nachgewiesen worden, per Teleskop & IR-Filter. Ausgewählte Fotos und Berichte von der Südhalbkugel von heute (mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern (mehr, mehr, mehr und mehr) und ein Weitwinkelbild mit PANSTARRS & Lemmon vom 28. Februar. Die letzten zwei detaillierten visuellen Beobachtungsberichte vom 1. März hier & hier sahen den Kometen bereits klar bei 2. Größe – ob er bis zum Perihel am 10. März (eine Karte mit den Sichtbedingungen dann) wohl noch eine 1 vor’s Komma bekommt? Weitere Vor- und Statusberichte hier, hier, hier, hier & hier auf Deutsch und hier, hier, hier, hier (mehr), hier und hier auf Englisch.

Impaktwahrscheinlichkeit von Komet Siding Spring für den Mars auf 1:640 gestiegen! Neu entdeckte Precovery-Aufnahmen des Kometen C/2013 A1 („Neuer Komet kommt Mars nahe …“) haben zu einer Bahnverbesserung geführt – und die „approaches“-Funktion von JPL Horizons im telnet-Dialog liefert nunmehr eine nominelle Vorbeiflugdistanz von 53’500 km, eine maximale von 320’000 km und eine minimale von 0 km, mit einer Impaktwahrscheinlichkeit von 0.001571. (Mit einer Klon-Methode kommt seltsamerweise nur die Hälfte heraus; noch eine Privat-Analyse.) Weitere frühere Artikel zur Mars-Begegnung hier, hier und hier, auch ein Disconnection Event bei Lemmon und ein ISON mit 17 Zoll gestern, plus Updates zu letzterem.

Weitere harte Fakten zur Natur der russischen Boliden

hat die NASA aufgrund neuer Daten „by U.S. Government sensors“ ermittelt, bei denen es sich natürlich nur um die Infrarotsignatur der Feuerkugel für Frühwarnsatelliten handeln kann – solcherlei Daten werden schon lange für die Analyse großer Boliden verwedet, wenn sie das US-Militär denn herausrückt. Die Gesamtenergie des Impakts wird nunmehr mit 440 kt TNT-Äquivalent angegeben, wovon der Feuerball etwa 90 als Licht abstrahlte. Der Durchmesser des Asteroiden ergibt sich jetzt (immer noch ziemlich grob) zu 18 m und seine Masse zu 11’000 Tonnen. Und die aus den mutmaßlichen Satellitendaten bestimmte Flugbahn des Boliden – und damit der der ursprüngliche Orbit des Asteroiden – passen gut zu entsprechenden Analysen aus den Videos vom Boden (die wohl beste tschechische, hier schon vor einer Woche beschrieben [„Analyse des Russen-Airbursts …“], ist übrigens auch hier ‚entdeckt‘ worden). Auch Artikel zur Unterbrechung der Meteoitensuche (erst wenige kg sind geborgen) und einem erwogenen Export-Stopp sowie der häufigen Fehl-Identifikation des Boliden durch Augenzeugen und die denkbare Vermarktung des Impakts.

Wird noch ein zweites Sonnenmaximum ’nachgereicht‘?

In einer ziemlich herum spekulierenden NASA-Story und einem der Thematik angemessen ungewöhnlich konfusen Video dazu wird der Vermutung Ausdruck verliehen, dass das Maximum des aktuellen Sonnenzyklus eine ausgeprägte Struktur mit zwei disjunkten Maxima bekommen könnte, wie sie – schwächer – auch mehrere voran gegangene zeigten. Das würde erklären, warum es mit der Sonnenaktivität wieder abwärts ging („Weiterer Verlauf des 24. Sonnenzyklus …“), nachdem bereits vor einem Jahr ein relativ scharfes Maximum erreicht war. Dass dem noch ein weiteres nachfolgt, womöglich erst 2014 oder gar 2015, scheint aber reine Spekulation zu sein. Auch ein nettes aktuelles Allsky-Aurora-Video und eine Galerie norwegischer Nächte.

Der umstrittene Vorgänger der SN 2011dh in M51 ist tatsächlich weg: Mit dem Hubble Space Telescope konnte gestern – das ist mal Publikations-Geschwindigkeit! – klar nachgewiesen werden, dass der gelbe Überriese, der exakt an der Position der Supernova gesehen worden war („Sieben Papers über die Supernova 2011dh …“), nicht mehr da ist. Also ist dies doch der Stern, der explodiert war, obwohl es doch so schöne Argumente dagegen gegeben hatte …

Allgemeines Live-Blog vom 26. bis 28. Februar

26. Februar 2013

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Komet PANSTARRS heute Abend, abermals von Jim Gifford aus Australien, 3 Sekunden mit Blende 5.6 und ISO 2000. Auch weitere Bilder vom 28. Februar hier, hier und hier (nochmal der irre NEAT-Vergleich) sowie vom 27. und 26. Februar (bestes Bild mit Landschaft bisher), plus Komet ISON heute sowie ein verwirrter Artikel. Ferner der größte Antarktis-Meteorit seit 25 Jahren mit 18 kg, die Bestimmung der Chelyabinsk-Meteoriten als LL5-Chondriten, etwas Physik zum Airburst und ein Tschechen-vergessender Bahn-Artikel – und Überlegungen zur Reaktion der Mars-Rover auf einen möglichen Kometen-Einschlag, dem russische Artikel hier und hier die tollsten Effekte andichten. [23:55 MEZ am 28. Februar – Ende]

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Dritter – aber kurzlebiger – Van-Allen-Gürtel entdeckt

Eine Zufallsentdeckung der Van Allen Probes (als Radiation Belt Storm Probes gestartet) wird von der NASA gefeiert: Sie sichteten einen temporären 3. Strahlungsgürtel der Erde, der plötzlich da war, nach 4 Wochen wieder verschwand und seither nicht wieder aufgetaucht ist, wie soeben auf einer Pressekonferenz erklärt wurde. Der kurzlebige Gürtel, der offenbar nur durch spezielle Sonnenaktivität entsteht wie vergeht, lag zwischen den beiden schon lange bekannten (Grafik), mit klaren Lücken („slots“) dazwischen – und zeigt, dass man selbst im erdnahen Weltraum noch fundamentale Entdeckungen machen kann. [20:50 MEZ] Weitere Artikel hier, hier und hier. [21:25 MEZ] Das Ganze in einem hektischen 1-Minuten-Video zusammen gefasst – und die obige Grafik animiert. [22:10 MEZ] Auch Science@NASA und weitere Artikel hier, hier und hier. [23:40 MEZ. NACHTRAG: noch mehr Press Releases hier & hier und Artikel hier, hier, hier, hier und hier]

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So sieht Komet PANSTARRS jetzt aus, aufgenommen in der gestrigen Abenddämmerung Westaustraliens von Jim Gifford mit 400 mm Brennweite, 4 Sekunden mit Blende 5.6 bei 5000 ISO (und von diesem Blogger kräftig im Konstrast gesteigert). Mit weniger Kameraaufwand macht der Komet allerdings viel weniger her, wie diese betrüblichen Ergebnisse eines anderen Australiers von heute Abend zeigen. [15:45 MEZ. NACHTRAG: noch mehr aktuelle Bilder und angeblich schon 2.6 mag. Helligkeit. Und, völlig irre: die hellen Kometen PANNSTARS & NEAT an derselben Stelle am Himmel, exakt 10 Jahre auseinander!] Auch nett: eine gestackte Version eines bekannten Videos vom Persistent Train eines Meteors und dem NEA 2012 DA14 in Erdnähe – und ein russischer Artikel über die andauernde Meteoritensuche im See, der die tschechische Videoanalyse immerhin erwähnt. [16:15 MEZ]

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Keine Angst vor Röntgenspektren in der Öffentlichkeitsarbeit hatte die NASA bei einer Telecon parallel zur InspirationMars-Show, als sie die Verbiegung der Raumzeit durch ein schnell rotierendes SMBH in der Galaxie NGC 1365 diskutierte (auch NASA PR, Visuals, BBC-Artikel): Nur die Daten des neuen NASA-Satelliten NuSTAR erlauben eine Unterscheidung zwischen zwei Modellen, XMM-Newton allein konnte das nicht. [23:55 MEZ am 27. Februar. NACHTRÄGE: Artikel von S&T, Physics World und mehr]

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Was hat sich die Sonne denn dabei gedacht? Ein SOHO-Bild von heute Morgen 8:12 MEZ. Unterdessen beschreiben Beobachter in Neuseeland den Kometen PANSTARRS trotz Dämmerung und Vollmond als „very nice looking comet“ mit einem 1°-Staubschweif im Feldstecher; auch ein früheres Foto von dort, das entfernt an McNaught Anfang 2007 vor dem Perihel erinnert … [23:40 MEZ. NACHTRAG: ein aktuelles Foto aus NZ, Ähnlichkeit sogar noch größer – und 3. Größe offenbar erreicht]

Noch eine Stunde bis zur verrückten Mars-Pressekonferenz

des Dennis Tito („Will der erste ISS-Tourist jetzt um den Mars fliegen?“), der offenbar just for fun – und bewusst ohne jede Profit-Absicht und mit eigenem und Spender-Geld – Astronauten auf eine hektische Reise um den Mars herum und wieder zurück schicken will. Eine Webseite gibt’s schon, wo auch ein Webcast gestreamt werden soll. [18:00 MEZ] Ein Fact Sheet von „Inspiration Mars“ ist bereits da; auch weitere Vorberichte hier, hier und hier. [18:45 MEZ] Der Webcast läuft schon, wie auch ein Live-Blog zur PK. [18:55 MEZ]

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Die PK wurde durch Miles O’Brien – ehemaliger CNN-Spaceman – eingeführt; gerade betont Tito, dass er nicht selber fliegen wird und dies nicht mal täte, wenn er 30 Jahre jünger wäre. Ein Mann & eine Frau sollen es sein, nach einem harten Auswahlverfahren. Es tweeten u.a. Jeff Foust und Douglas Messier. [19:05 MEZ. NACHTRAG: Das obige Video der Trajektorie – und des Mars-Anblicks vom Raumschiff aus – wurde von einem Co-Autor eines Papers zur Missionsplanung schon vor der PK veröffentlicht; den einen Weg gibt ja die Natur vor, danach ginge es erst wieder im Jahre 2031 so einfach …]

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Tito erzählt, wie er auf ein Paper über Free-Return-Trajektorien zum Mars gestoßen war, mit 2018 als besonders günstiger Gelegenheit – dann zog er Experten heran, um die technische Machbarkeit einer Mission auszutesten; das entsprechende Paper wird am Sonntag auf einer Tagung präsentiert. Die Mission wird garantiert defizitär für ihn – aber seine Enkel werden ob der Inspiration „viel reicher“ sein … [19:15 MEZ] Das Geld für die Mission einzutreiben? „Not a real difficult problem,“ sagt Tito – bis Ende 2014 (so lange reicht sein eigenes Geld) soll die Finantierung stehen, erst dann wird Hardware eingekauft. Die interne Kostenschätzung will Tito nicht verraten, aber sie soll nicht interplanetar sondern mehr wie bei einer LEO-Mission aussehen. „No showstoppers“ in Sicht, und „now is the time“ – Applaus im Publikum. [19:20 MEZ]

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In Sachen Hardware der Mission wird erst der Life Support diskutiert: Erfahrungen aus der Biosphere 2 sollen genutzt werden. [19:25 MEZ] Mit Space X hat man nur kurz gesprochen; mehrere Lösungen mit verschiedenen Firmen werden erwogen, u.a. mit zwei separaten Starts. Mit der NASA wird zumindest – bei bestimmten Details – zusammen gearbeitet. Und das Paper über die Mission ist da! [19:30 MEZ] Alles soll besonders einfach – und damit robust – gehalten werden, schließlich gibt’s kein Zurück nach dem Start. [19:40 MEZ] Die pychologischen Aspekte? Gute Auswahl des Pärchens und intensive Unterstützung während der Mission. Auch ein Foto des PK-Panels. [19:45 MEZ] In Q&A glaubt Tito, dass alles viel einfacher als zu Beginn von Apollo sei, weil es so heute viel mehr Erfahrung in Spacetech gäbe. Und einer ergänzt, die Strahlenbelastung kenne man ja nun dank Curiositys Messungen. Die Risiken verstehe man also gut – und die Crew werde konkret einverstanden sein. [20:10 MEZ] Tito: Das ist wie eine LEO-Mission, nur mit einem größerem Apogäum – deswegen werde es viel weniger als z.B. Apollo kosten. [20:30 MEZ] Ein Press Release, eine komplette Aufzeichnung der PK, ein vages NASA-Statement und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. [21:55 MEZ. NACHTRAG: mehr Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und die Idee ist schon sehr alt und immer wieder mal aufgetaucht]

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So sieht der 9-Zöller auf der ISS die Erde: das erste – veröffentlichte – Bild des ISERV-Teleskops („Dieser 9.25″-Schmidt-Cassegrain wurde jetzt hinter einem ISS-Fenster installiert“), von einem mäandernden Fluss in Panama, aufgenommen am 16. Februar. [17:40 MEZ]

Fragmentierender Feuerball ein chinesischer Reentry?

„What is unusual about this sighting is that this fireball fragmented in mid-flight creating a ‚cluster‘ of fireballs that continued across the sky,“ schreibt die American Meteor Society über eine Feuerkugel, die heute Morgen über Louisiana & Texas gesehen wurde. Und schon gibt es die starke Vermutung, dass es sich um den Reetry der Oberstufe einer chinesischen CZ-4B handelt, die letzten Mai gestartet war. [16:25 MEZ. NACHTRÄGE: Das wäre dieser Fall gewesen – und ein Artikel] Und ein kleines ISON-Video aus Spanien von gestern. [17:30 MEZ]

Weitere Berechnungen zum möglichen Kometen-Impakt auf dem Mars (s.u.) verdeutlichen die Geometrie, während die Kunde vom potenziellen Ereignis die Runde macht – und eine unabhängige Berechnung bestätigt die Wahrscheinlichkeit von ca. 1:7000. [16:25. NACHTRÄGE: Mit neuer Astrometrie soll die Kometenbahn noch näher an den Mars heran gerückt sein – und STEREO A hätte alles im Blick]

Nordkorea hat seinen Satellitenstart offiziell angemeldet

bei der zuständige Stelle der Vereinten Nationen: Neue Informationen über den „Earth observation satellite for surveying crops, forest resources and natural disasters“ enthält das Dokument zwar nicht, aber es betont den nordkoreanischen Anspruch, dass es sich bei dem Unha-3-Start um ein rein ziviles Unterfangen handelte – was auch nüchterne westliche Experten so sehen. [16:25 MEZ]

Neuer Komet kommt Mars nahe, könnte sogar einschlagen

Noch ist die Bahn des erst im Januar entdeckten Kometen C/2013 A1 (Siding Spring) ziemlich ungenau, aber sie führt wohl ziemlich nahe an den Mars heran, im Oktober 2014: Zumindest könnten dort operierende Raumsonden etwas Spannendes zu sehen bekommen, und auch ein Impakt ist nicht ausgeschlossen – bei dem es eine gewaltige Explosion und einen substanziellen Krater geben würde, ist die Kometenbahn doch retrograd. Aber erst mal kommt ISON, und für den koordiniert die NASA eine Kampagne für systematische Beobachtungen; auch ein Artikel über PANSTARRS & ISON: „Panstarrs ist die Vorband und ISON der Knüller“. [0:05 MEZ am 26. Februar] Das Mars-Phänomen wurde auch von Bloggern hier und hier [NACHTRAG: und hier] entdeckt; leider würde ein Impakt auf der ‚Rückseite‘ des Planeten erfolgen. Und eine weitere PANSTARRS-Vorschau mit 2 mag. Maximums-Erwartung, in 12 Tagen. [16:10 MEZ] Die Impaktwahrscheinlichkeit von Siding Spring auf dem Mars liegt im Augenblick bei grob 1:7000: Dies liefert der JPL-Horizons-Rechner, der eine nominelle Vorbeiflugdistanz von 105’000 km vom Marszentrum, eine maximale von 1,2 Mio. km und eine minimale von 0 km liefert – Dank an Jon Giorgini für die Erklärung des entsprechenden Tools. [23:35 MEZ]

Der größte Meteorit von russischen Boliden bisher hat 1 kg Masse und ist einer von über 100 Brocken, die bereits entlang der Trajektorie gefunden wurden – gesammelte Infos über die Meteoriten vom Airburst. Das hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier und hier] erwähnte Paper zur Bahn des Boliden scheint übrigens weniger genau als die im letzten Artikel (unten) erwähnte Analyse; auch noch mehr Forderungen in der Folge. [0:05 MEZ. NACHTRÄGE: Ein NASA-Video zum Airburst und der Text dazu basieren leider nur auf den Infraschall-Daten und bieten nichts Neues, auch russische Untersuchungen an den Meteoriten und Pläne für ein Denkmal für den Airburst sowie nochmal die Vorhaben der Vereinten Nationen und Wortreiches zu möglichen anderen Konsequenzen]