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Parallel-Universen sind seriöse Wissenschaft – und die Raumzeit ist nur eine Illusion

15. März 2010

Soetwas konnte man in einer der letzten Sessions des ersten Tages der DPG-Tagung in Bonn (vor der Konferenz-Party; Abb.) erfahren, in der es ans Eingemachte des Universums ging. Oder vielleicht auch der Universen, denn Rüdiger Vaas machte in einem fulminanten Vortrag deutlich, dass die Frage nach Universen neben dem uns bekannten alle oder wenigstens die meisten Kriterien echter Wissenschaft erfüllt, wenn es auch ungefähr so viele disjunkte Ideen des Multiversums gibt wie Leute, die darüber nachgedacht haben. Wie auch Vaas selbst, der darüber u.a. hier, hier und hier geschrieben hat – und auch eine Reihe aktuelle Beobachtungen aufführen konnte, die man als Indizien für Parallel-Universen interpretieren könnte, so den „Dark Flow“ („Dunkle Strömung …“), der just heute Schlagzeilen macht, weil das neue Paper nun erschienen ist – oder eine Doppel-Gravitationslinse, die gerade jemand als Signatur eines Wurmlochs erkannt haben will. (NACHTRAG: gleich noch das NPR Blog zum selben Thema.)

Zuvor hatte ein Referent – mit jeder Menge „iff“s – auf komplexe Komplikationen mit dem Kopernikanischen Prinzip hingewiesen, das die meisten Kosmologen wie selbstverständlich benutzen, das aber in der Allgemeinen Relativität schlecht definiert ist und viele Gesichter hat. Und Reiner Hedrich malte die Konsequenzen des holografischen Prinzips aus, im Detail schon vor einer Weile hier, hier und hier eingeführt im Rahmen der Quantengravitation, einer von mehreren Stoßrichtungen der ganz großen Vereinheitlichung: „Die raumzeitliche Geometrie lässt sich grundsätzlich als das Ergebnis der relationalen Struktur und Dynamik eines vollständig prägeometrischen Substrats verstehen. Die Raumzeit ist dann nichts anderes als der Ausdruck der Relationalität von Informationsflüssen, die sich wiederum als elementare kausale Relationen interpretieren lassen.“ Oder ganz kurz und (un-)klar: „It from Qubit“ …