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Saturn-Nachrichten kompakt

18. Dezember 2009

Der Schatten des Saturnmonds Titan, wie man ihn von der Erde aus nie sehen kann: Schräg fällt er hier am 7. November auf den Planeten, aufgenommen von Cassini bei 752 nm Wellenlänge aus 2.1 Mio. km Entfernung. (CICLOPS Release 18.12.2009)

Nebel auf dem Titan belegt aktiven „hydro“logischen Zyklus

An zahlreichen Stellen um den Südpol des Saturnmondes sind Auswerter von VIMS-Bildern Cassinis auf kleine Nebelfelder gestoßen – und die einzige Erklärung unter Titanbedingungen dürfte eine lokale Erhöhung der „Luft“feuchtigkeit durch (Methan-)Regenfälle sein, die zur Bildung von Methantümpeln führen. Der erste ziemlich direkte Hinweis also auf einer Wechselwirkung zwischen der Feuchtigkeit auf der Oberfläche und der Atmosphäre. (Caltech Release 17.12.2009)

Besitzt der Titan einen unterirdischen Ozean – aus Wasser? Mysteriöse elektrische Feldmessungen der Huygens-Kapsel während ihres Abstiegs vor knapp 5 Jahren würden zwar zu Gewittern passen, aber da es sonst keinerlei Hinweise auf Titan-Blitze gibt, wird jetzt über eine andere Erklärung spekuliert: Unter einer nur ein paar dutzend km dicken Kruste könnte es einen Ammoniak-reichen Ozean geben, der mit dem Magnetfeld Saturns wechselwirkt. (Nature 10.12.2009 S. 701)

Zwei Gesichter des Japetus durch „wanderndes Eis“ erklärt?

Die scharfe Grenze zwischen den hellen und dunklen Hemisphären des Saturnmondes, die schon Cassini – der Astronom – entdeckt hatte, kann nicht allein durch äußeren Staubeintrag aus dem kürzlich von Spitzer entdeckten Ring (siehe ISAN 95-6) erklärt werden: Nach jetzt publizierten Modellen – die aber schon seit Jahren auf Tagungen diskutiert werden – führt der Staub wegen der langsamen Rotation Japetus‘ zu Aufwärmung der getroffenen Seite im Sonnenlicht, wo Wassereis sublimiert und sich an kälteren Stellen gleich wieder niederschlägt. (Planetary Society Blog 9.9.2005, 22.10.2007, CICLOPS Release 10.12.2009) NACHTRAG: Die zwei Papers dazu erschienen in Science 327 [22.1.2010] 432-9.

Enceladus und (Jupiters) Europa wären im Prinzip lebensfreundliche Welten: Im Inneren gibt es vermutlich bzw. höchstwahrscheinlich flüssiges Wasser, das durch eine feste aber nicht zu dicke Kruste vor der Weltraumkälte wie -strahlung geschützt wird, während Kometenreste und Sonnenstrahlung auf der Oberfläche einen Film von chemischen Grundbausteinen des Lebens schaffen – der muss dann bloss noch nach innen in den Ozean gelangen, etwa durch Spalten im Eispanzer. (UCSC Press Release 15.12.2009)