Mit ‘Science Fiction’ getaggte Beiträge

Nichts Gescheites im Fernsehen? Aber hier!

12. Mai 2013

Sieben sehr unterschiedliche Video-Veröffentlichungen der letzten paar Tage mit Weltraum-Bezügen: genug für mehr als einen regnerischen Sonntag-Nachmittag …

Drei Jahre Sonnenbilder des SDO im Ultravioletten im Zeitraffer – mit detailliertem Kommentar und Hervorhebung besonderer Ereignisse (5 Minuten).

“Learning Space with the Dawn Mission”: ein Hangout zu den Erkenntnissen des Asteroiden-Orbiters bei Vesta (63 Minuten). Zugabe: “Radar Imaging of Near-Earth Asteroids” – ein von-Kármán-Vortrag am JPL (91 Minuten).

“Hell Yeah, it’s Rocket Science! – pushing private space exploration with 30 Million US Dollars”: neueste Präsentation (Folien) der Part-Time Scientists auf der re:publica 2013, wo die u.a. schon hier (“Deutsche Computerfreaks wollen auf dem Mond landen”) und hier erwähnten Amateur-Mondfahrer (FB, Tw.) mal wieder Aufsehen erregt hatten (54 Minuten).

“ScienceLIVE: The Quest for Another Earth”: ein Hangout der Zeitschrift Science über neue Erkenntnisse der Exoplaneten-Suche mit besonderer Würdigung der kommenden TESS-Mission (47 Minuten).

 
 

Drei Trailer für interessante Science-Fiction-Filme, die dieses Jahr noch heraus kommen werden: Europa Report über eine bemannte Mission zu dem Jupiter-Mond hat einen US-Start am 2. August (ein deutscher Termin fehlt noch), der hochkarätig besetzte Gravity über einen Unfall im Erdorbit – auch hier, hier, hier, hier und hier diskutiert – soll hier am 3. Oktober starten und das ebenfalls groß besetzte Ender’s Game, die ewig erwartete Verfilmung des berühmten Romans von O.S.Card, am 31. Oktober.

“Iron Sky”: Der abseitigste Science-Fiction-Film

8. April 2012

in 120 Jahren Kinogeschichte ist diese Woche in Deutschland und vier weiteren Ländern angelaufen – hier der aktuelle Trailer, die ersten 4 1/2 Minuten und der allererste Teaser vom Frühjahr 2008 [in dieser Kopie falsch mit "2012" betitelt], mit dem die Jagd nach zum Schluß rund 7.5 Mio. Euro Produktionskosten in Cannes eröffnet worden war. Das Filmchen konnte man damals noch für einen schrägen Gag halten (wie es auch dieser Blogger tat), aber zwei Jahre später hatte die Realisierung tatsächlich begonnen, mit ungewöhnlich intensiver Einbindung einer Fangemeinde, die auch 1/10 der Kosten “crowd-fundete”. Über das Ergebnis wird seit der Premiere auf der Berlinale diesen Februar mehr als genug geschrieben (hier, hier und hier nur drei treffende Besprechungen): Am meisten überzeugt die monumentale Steampunk-Optik von Nazi-Mondbasis und -Weltraumtechnik, die irgendwo zwischen “Metropolis”, “Sky Captain and the World of Tomorrow” und den unterirdischen Welten von “The Matrix” zuhause ist, und die Eleganz der “Star Wars”-gleichen Raumschlachten.

Das überraschend holprige Skript verschenkt indes manch angerissene Möglichkeit und ist bei aller Verrücktheit der Grundidee, vielen liebevollen Details und teilweise auch zündenden Pointen letztlich reichlich konventionell angelegt. Der generelle Plot – die Idee einer Nazi-Basis auf dem Mond ist übrigens schon 1947 erstmals in der SF-Literatur aufgetaucht und die “Reichsflugscheibe” ein beständiger Mythos – wurde dabei irgendwo zwischen “Independence Day” und “Mars Attacks” angesiedelt (die auch als Inspiration zugegeben werden), mit einem gehörigen Schuss “Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb”. Und auch wenn letzterer Film auf praktisch gleiche Weise endet (in weit logischerer Konsequenz allerdings), kann “Iron Sky” dem Kubrik-Klassiker als Polit-Satire leider nicht entfernt das Wasser reichen. Aber vielleicht gibt es ja noch eine zweite Chance: Ganz am Ende des langen Abspanns (in dem praktisch jedem lebenden Finnen für irgendeinen Beitrag gedankt wird) erscheint nämlich unvermittelt der Mars nebst einem Raumschiff im Bild …

“Another Earth”: Paralleluniversum mal anders …

14. November 2011

Nach “Melancholia” und “Apollo 18schon wieder ein Spielfilm in den Kinos, der einen gewissen Bezug zur realen Astronomie und/oder Raumfahrt hat (was man von anderen diesjährigen SciFi-Filmen wie “Super 8″ oder “Cowboys and Aliens” nun wirklich nicht behaupten könnte): “Another Earth” spielt allerdings schon allein deswegen in einer anderen Liga, weil es sich um eine extrem preiswerte Produktion – Gesamtkosten unter 200’000 Dollar! – handelt, erkennbar auch am knappen Abspann, in dem viele Beteiligte gleich in einer ganzen Reihe von Funktionen auftauchen. Auf nennenswerte visuelle Effekte musste da verzichtet werden, was aber durch das starke Spiel der Hauptfiguren und z.T. experimentalfilmhafte Ideen recht überzeugend ausgeglichen wird. Die titelgebende zweite Erde ist indes einfach die unsrige, die am Himmel immer größer und … SPOILER AB HIER!

… von einer vagen Metapher für Selbstgespräche und Doppelgänger mehr und mehr zum realen Reiseziel mit womöglich einer zweiten Chance wird. Wobei man sich allerdings fragen muss, warum nach dem ersten Telefonat der SETI-Institute hüben und drüben – eine der stärksten Szenen des Films, durchaus dem ersten Kontakt im “Contact” oder der ersten Sichtung der Invasionsschiffe in “Independence Day” vergleichbar – nicht kräftig weiter kommuniziert wird. Woher diese zumindest bis zum Kontakt mit unserer offenbar in jedem Detail identische Kopie der Erde hergekommen ist, diskutiert der Film zwar nur ganz am Rande, aber im Original spricht den Off-Text immerhin der echte US-Astronom Richard Berendzen – übrigens interessanterweise selbst mit dramatischer persönlicher Vergangenheit, ganz wie die Hauptfigur, deren Karriere als Astrophysikerin gleich am Anfang ein jähes Ende findet, und ungewöhnlicher Veröffentlichungsliste.

Im Film ist Berendzen auch einmal kurz im TV zu sehen, und in zwei Promo-Videos der Produktion hier und hier zieht er Parallelen (no pun intended) zur populären Idee von Paralleluniversen. Und im TV-im-Film-Auftritt vertritt er die Hypothese, dass sich beide Welten nach der gegenseitigen Entdeckung unterschiedlich zu entwickeln begonnen haben könnten, was den Filmplot entscheidend voran treibt. Parallelen (sorry …) zu “Melancholia” sind übrigens gleich mehrere vorhanden: nicht nur der ständig wachsende Planet am Himmel, auch die Beschränkung auf einige wenige Charaktere, die fast isoliert und ohne Kontakt zum Rest der Welt dem Phänomen ausgeliefert wird, das Nichtstellen von offensichtlichen Fragen, was den engagiert mitdenkenden Zuschauer auch mal nerven kann – und ein extrem abruptes Ende, das diesen mit den provokativen Ideen des Films (den übrigens Regisseur und Hauptdarstellerin zusammen schrieben, auch nicht alltäglich) allein vor der schwarzen Leinwand zurück lässt.

Faszinierendes Dokument: Wie sich Roddenberry 1964 “Star Trek” vorstellte

13. Februar 2011

Das 16-Seiten-Dokument schlummerte schon seit März 2009 auf einem britischen Server, aber jetzt erst ist es ‘entdeckt’ worden, und die “Star Trek”-Welt steht Kopf: Im Detail kann man nachlesen, wie sich der Schöpfer dieses ‘Universums’ – das Generationen von Astronomen geformt haben dürfte – am 11. März 1964 das grundlegende Szenario und die wichtigsten Charaktere vorstellte und dem Fernsehen anpries. Wie er sich trickreich den Zwängen billiger TV-Produktion unterordnete. Und sogar, wie er die Zahl der erdähnlichen Planeten auszurechnen versuchte! Einen “anthology-like range of exciting human experience” sollte die Serie transportieren, und dank der von Roddenberry im Stil einer Art Drake-Formel abgeschätzten “drei Millionen Welten mit der Chance auf intelligentes Leben und soziale Evolution ähnlich unserer eigenen” im Universum böte Star Trek “an almost infinite number of exciting Science Fiction stories, thoroughly practical for television.”

Denn die Charactere der Show – außer Spock und dem Spitznamen des Bordarztes “Bones” noch keiner der bekannten – reisen mit einem Raumschiff (namens Yorktown, nicht Enterprise) von einer erdähnlichen Welt zur nächsten. Was die Kosten für die Sets enorm dämpft, da irdische Landschaften, Tiere und Pflanzen vorkommen konnten, während die Menschenähnlichkeit der meisten Aliens den Etat für die Maske reduziert. Auch würden die quasi vertrauten Welten den Zuschauer leichter hinein ziehen. Die Story-Ideen allerdings, die Roddenberry in diesen Billigwelten (selbst gebrauchte Sets anderer Produktionen sollten genutzt werden!) ausspielen wollte, waren an Kreativität kaum zu überbieten und sind – so weit dieser Blogger die Original Series (die 1966 anlief) überblickt – nur zu einem kleinen Teil tatsächlich umgesetzt worden. In einer Story z.B. – “A Question of Cannibalism” begegnet die Crew intelligenten Kühen … (Between the Pages 28., Blastr 29.1., TrekMovie 5.2.2011)


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