Posts Tagged ‘Sonifikation’

Wenn man kosmische Spektren hören könnte …

4. März 2012

… dann klängen sie so: Ein australischer Astronom hat ausprobiert, elektromagnetische Spektren aus dem All direkt als akustische zu interpretieren – mit überraschendem Ergebnis. Reine Emissionslinien-Spektren ‚klingen‘ am besten, besonders von Planetarischen Nebeln und Sternentstehungs-Gebieten, Kontinuumsspektren dagegen – auch mit darauf sitzenden Emissions- oder Absorptionslinien – im Wesentlichen wie Rauschen. Dass die kosmischen Sounds zum Verständnis der Quellen in gleicher Weise beitragen wie Plots der Spektren, ist fraglich: Zwar kann das menschliche Gehör einen gewaltigen Frequenz- und Dynamik-Bereich abdecken, von denen astronomische Detektoren nur träumen können, aber dafür hapert es gewaltig an der Frequenzauflösung (und quantitativen Analyse). Einen gewissen didaktischen Wert haben die Experimente – viele Klangbeispiele sind auf der australischen Webseite zu hören – aber schon: Schließlich wird der Großteil der astronomischen Daten in Form von Spektren eingefahren, aber populäre Darstellungen und selbst einführende Lehrbücher werden weitgehend von pretty pictures dominiert.

Sonifikation einer Suche nach Supernovae

4. Juni 2011

241 Supernovae des Typs Ia hat das Canada-France-Hawaii Telescope von 2003 bis 2006 in vier Himmelsfeldern entdeckt, die immer wieder beobachtet wurden: Hier ist zu sehen, wann und wo die Supernovae in den Deep Fields aufleuchten – und zu hören, welche Eigenschaften sie hatten. Die Lautstärke codiert die Entfernung, die Tonhöhe hängt mit der Lichtkurve zusammen und die Klangfarbe mit der Galaxienmasse.

Sternentstehung in der Mitte des Schwans – dort wo sich die ‚Balken‘ des Nördlichen Kreuzes beim Stern Sadr kreuzen – aus der Sicht von WISE: Hier dominiert der Nebel IC 1318.

Galaxien, wie sie Pan-STARRS 1 in einem der Medium Deep Fields sieht, die das Vielzweckteleskop immer wieder anschaut: Dabei geht es zunächst um eine Suche nach Supernovae – man kann die einzelnen Bilder aber auch aufaddieren und so tiefe Summenaufnahmen schaffen.

Die Spiralgalaxie NGC 634 aus Hubbles Sicht: Ein gutes Jahr vor der Aufnahme gab es hier eine Supernova des Typs Ia (SN 2008a), die so hell wie die ganze Galaxie strahlte, hier aber verschwunden ist.

Die Spiralgalaxie NGC 6744 mit dem 2.2-m-Teleskop der ESO aufgenommen (wobei das Amateure fast genau so gut können): In manchen Parametern ähnelt sie wohl der Milchstraße, ist allerdings doppelt so groß – und da die Zahl der Arme der Milchstraße umstritten bleibt, kann man schwerlich von einem Zwilling sprechen.